[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Fehlereingrenzung und Diagnose an einer
fluidischen Anlage, wobei der fluidische Volumenstrom der Gesamtanlage oder wenigstens
eines Teilbereichs derselben sowie der Fluiddruck jeweils während eines Betriebszyklus
erfasst und mit gespeicherten Referenzen verglichen wird, und wobei jeweils zum Zeitpunkt
einer Abweichung oder einer Veränderung der Abweichung von der Referenz festgestellt
wird, bei welcher Komponente oder bei welchen Komponenten der Anlage ein den Fluidverbrauch
beeinflussender Vorgang stattgefunden hat, um diese dann als fehlerbehaftet zu erkennen.
[0002] Bei einem derartigen, aus der
WO 2005/111433 A1 bekannten Verfahren wird die Luftverbrauchskurve zur Fehlerlokalisierung ausgewertet.
Bei Abweichungen von einer Referenz wird aus dem Zeitpunkt der Abweichung auf das
fehlerhafte Subsystem (zum Beispiel Ventil-Aktuatoreinheit) geschlossen. Solche Fehler,
die in fluidischen Anlagen auftreten können, haben ihre Ursachen zum Beispiel im Verschleiß
der Komponenten, in unsachgemäßer Montage, lockeren Verschraubungen, porösen Schläuchen,
Prozessstörungen und dgl., die sich in den Bewegungen der fluidischen Antriebe äußern,
und anderen Undichtigkeiten verschiedenster Art. Um Diagnosefehler infolge der Veränderung
gewisser Randbedingungen, wie Druck und Temperatur, zu vermeiden, wird in dieser Druckschrift
die mögliche Korrektur des Luftverbrauchs mit dem Druck und der Temperatur erwähnt.
Die Methode hierzu ist jedoch nicht beschrieben, und zeitliche beziehungsweise chargenabhängige
Schwankungen können nicht berücksichtigt werden.
[0003] Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, das Verfahren der eingangs
genannten Gattung so zu verbessern, dass Veränderungen in den Randbedingungen und
insbesondere unterschiedliche Betriebszustände so berücksichtigt werden, dass sie
nicht zur Fehldiagnose führen.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs
1 gelöst.
[0005] Der Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht insbesondere darin, dass die
Diagnose mittels des Leitwerts natürliche Schwankungen in einem fluidischen System,
hervorgerufen durch nicht vermeidbare Druck- und/oder Temperaturschwankungen, in einfacher
Weise kompensiert. Darüber hinaus können auch unterschiedliche Betriebszustände durch
Auswahl entsprechender gespeicherter Leitwertreferenzkurven berücksichtigt werden.
Der Vergleich des Leitwerts mit einer Referenz und eventueller zeitlicher wie auch
betragsmäßiger Abweichungen ermöglichen sehr exakte Aussagen zur Art des Fehlers und
zum Fehlerort. So ist es in vorteilhafter Weise auch möglich, Aussagen zu treffen,
ob Leckagen die Fehlerursache sind (veränderter Luftverbrauch) oder ob die Fehlerursache
in einer veränderten Aktuatorbewegung begründet ist, zum Beispiel langsamere Zykluszeiten
durch Reibung, Verschleiß, langsamer schaltende Ansteuerventile und dergleichen.
[0006] Durch die in den Unteransprüchen aufgeführten Maßnahmen sind vorteilhafte Weiterbildungen
und Verbesserungen des im Anspruch 1 angegebenen Verfahrens möglich.
[0007] Die unterschiedlichen Betriebszustände, für die Leitwertreferenzkurven zur Auswahl
gespeichert sind, betreffen vorzugsweise den Warmlauf, den Betrieb nach längerem Stillstand,
den Wiederanlauf bei Umrüstung und den Betrieb nach vorgebbaren Zeitintervallen.
[0008] Die Leitwertgrößen werden zur noch besseren Adaption an das Verhalten der Gesamtanlage
temperaturabhängig kompensiert, insbesondere durch den Faktor

wobei T die Betriebstemperatur ist. Um auch eine Anpassung an unterschiedliche verwendete
Fluide zu erreichen, können die Leitwertgrößen auch fluidabhängig adaptiert werden,
insbesondere durch den Faktor

wobei K
F ein fluidabhängiger Kennwert ist. Noch exaktere Diagnosedaten und Diagnoseaussagen
erhält man durch Adaption der Leitwertgrößen durch den Feuchtegehalt und/oder den
Partikelgehalt des jeweiligen Fluids, insbesondere durch den Faktor

wobei K
H ein vom Feuchte- und/oder Partikelgehalt abhängiger Kennwert ist.
[0009] Um unterschiedliche Betriebszustände berücksichtigen zu können, das heißt um sicherzustellen,
dass der Vergleich zwischen Referenzwert und aktuellem Leitwert eine korrekte Aussage
ergibt, muss die gewählte Referenz dem entsprechenden Betriebszustand entsprechen.
Dies bedeutet, dass aus der gespeicherten Auswahlmatrix die dem jeweiligen Betriebszustand
entsprechende Leitwertreferenzkurve ausgewählt werden muss. In vorteilhafter Weise
wird hierzu vor der Diagnose auf Leckage die Laufzeit eines Betriebszyklus durch Vergleich
der aktuellen Leitwertmesskurve mit einer diesem Betriebszyklus zugeordneten Leitwertreferenzkurve
überprüft, wobei nur ab einer vorgebbaren Abweichung die Umschaltung auf wenigstens
eine weitere Leitwertreferenzkurve erfolgt. Wird eine Laufzeitabweichung festgestellt,
so wird zusätlich noch das Vorliegen einer proportionalen zeitlichen Verschiebung
zwischen aktueller Leitwertmesskurve und Leitwertreferenzkurve überprüft, und nur
im Falle einer festgestellten proportionalen zeitlichen Verschiebung erfolgt die Umschaltung
auf wenigstens eine weitere Leitwertreferenzkurve. Wird nach Überprüfung aller Leitwertreferenzkurven
festgestellt, dass bei allen die vorgegebene Abweichung überschritten wird, so befindet
sich die gesamte Anlage weit außerhalb des Betriebspunktes, und eine entsprechende
Meldung wird erzeugt. Die Diagnose auf Leckage wird dann nicht durchgeführt, da sie
keinen Sinn macht.
[0010] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und in der
nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- eine pneumatische Anlage, in deren Zuführung ein Durchflussmesser geschaltet ist,
und
- Figuren 2 bis 4
- Leitwertdiagramme zur Erläuterung verschiedener Diagnoseergebnisse.
[0011] In Figur 1 ist eine pneumatische Anlage schematisch dargestellt, wobei es sich prinzipiell
auch um eine andere fluidische Anlage, wie eine hydraulische Anlage, handeln könnte.
[0012] Die pneumatische Anlage besteht aus fünf Subsystemen 10 bis 14, bei denen es sich
jeweils um Aktoren, wie Ventile, Zylinder, Linearantriebe und dergleichen, handeln
kann, sowie um Kombinationen derselben. Diese Subsysteme 10 bis 14 werden von einer
Druckquelle 15 gespeist, wobei in einer gemeinsamen Zuführleitung 16 ein Durchflussmesser
17 zur Messung des Durchflusses beziehungsweise des Volumenstromes angeordnet ist.
Die Subsysteme 11, 12 einerseits und die Subsysteme 13, 14 andererseits bilden wiederum
jeweils ein System mit einer gemeinsamen Zuleitung.
[0013] Eine elektronische Steuervorrichtung 18 dient zur Vorgabe des Ablaufprozesses der
Anlage und ist elektrisch mit den Subsystemen 10 bis 14 über entsprechende Steuerleitungen
verbunden. Die Subsysteme 10 bis 14 erhalten Steuersignale von der elektronischen
Steuervorrichtung 18 und senden Sensorsignale wieder an diese zurück. Solche Sensorsignale
sind beispielsweise Positionssignale, Endschaltersignale, Drucksignale, Temperatursignale
und dergleichen.
[0014] Der Durchflussmesser 17 ist mit einer elektronischen Diagnoseeinrichtung 19 verbunden,
der zusätzlich die Signale eines Temperatursensors 20 und eines Drucksensors 21 zur
Messung der Temperatur (T) und des Drucks (P) in der Zuführleitung 16, also der Temperatur
und des Drucks des Fluids, zugeführt sind. Weiterhin sind ein Fluidsensor 23 zur Erfassung
der Art des verwendeten Fluids und ein Feuchtigkeits- und/oder Partikelsensor 24 zur
Erfassung des Feuchtegehalts und des Partikelgehalts des Fluids mit der Diagnoseeinrichtung
19 verbunden. Diese hat zusätzlich einen Zugriff auf das Ablaufprogramm der elektronischen
Steuervorrichtung 18. Die Diagnoseergebnisse werden einem Display 22 zugeführt, wobei
diese Diagnoseergebnisse selbstverständlich auch gespeichert, ausgedruckt, optisch
und/oder akustisch angezeigt oder einer Zentrale über Leitungen oder drahtlos übermittelt
werden können.
[0015] Die Diagnoseeinrichtung 19 kann selbstverständlich auch in der elektronischen Steuervorrichtung
18 integriert sein, die beispielsweise einen Mikrocontroller zur Durchführung des
Ablaufprogramms und gegebenenfalls zur Diagnose enthalten kann.
[0016] Bei einer sehr großen Zahl von Subsystemen können diese in mehrere Gruppen aufgeteilt
werden, wobei jede Gruppe einen eigenen Durchflussmesser 17 besitzt, um die den Gruppen
zugeordneten Teilbereiche der Anlage unabhängig voneinander zu diagnostizieren, wie
dies im eingangs angegebenen Stand der Technik beschrieben ist. Das Verfahren zur
Fehlereingrenzung und Diagnose wird nun im Folgenden anhand der beschriebenen pneumatischen
Anlage und der in den Figuren 2 bis 4 dargestellten Leitwertdiagramme erläutert.
[0017] Zunächst sollen der Leitwert und die Ermittlung des Leitwerts erläutert werden. Der
Volumenstrom in die fluidische Anlage wird mittels des Durchflussmessers 17 gemessen
und durch den gemessenen Vordruck P, gemessen mit dem Drucksensor 21, dividiert. Dieser
Quotient bildet die Leitwertgröße, die jeweils über einen Betriebszyklus aufsummiert
beziehungsweise aufintegriert den Leitwert K
D ergibt:

[0018] Dieser Leitwert kann noch durch die gemessene Betriebstemperatur T, gemessen mit
dem Temperatursensor 20, kompensiert werden. Weiterhin kann dieser Leitwert auch noch
in Abhängigkeit des jeweils verwendeten Fluids, gemessen mit dem Fluidsensor 23, mit
dem Kennwert K
F und optional noch mit dem Kennwert K
H in Abhängigkeit vom Feuchtegehalt und/oder dem Partikelgehalt der Luft, gemessen
mit dem Feuchtigkeits- und/oder Partikelsensor 24, adaptiert werden. Dies ergibt dann
den folgenden Leitwert:

[0019] Je nach Aufwand und gewünschter Genauigkeit können die Einflüsse der Temperatur T
und/oder die Kennwerte K
F beziehungsweise K
H auch nicht berücksichtigt werden, sodass im einfachsten Fall der Leitwert nur vom
Volumenstrom und dem Vordruck abhängt.
[0020] Der Leitwert ist zusätzlich noch zeit- und/oder chargenabhängig, das heißt, je nach
Betriebszustand ergeben sich andere Leitwertkurven. Solche Betriebszustände sind beispielsweise
der Warmlauf, der Betrieb nach längerem Stillstand, die Wiedereinschaltung bei Umrüstung
oder der Betrieb nach vorgebbaren Zeitintervallen, also beispielsweise nach einem
einstündigen oder zehnstündigen oder mehrstündigen Betrieb.
[0021] Für diese unterschiedlichen Betriebszustände und unterschiedlichen Parameter werden
nun Leitwertreferenzkurven erfasst, beispielsweise in einem Lernprozess, und in der
Diagnoseeinrichtung 19 in einer Auswahlmatrix gespeichert. Der Diagnoseleitwert beziehungsweise
die Diagnoseleitwerte sind charakteristische Größen einer fluidischen Anlage beziehungsweise
eines fluidischen Systems, das aus vielfältigen Subsystemen besteht. Der Leitwert
charakterisiert das Verhalten der Gesamtanlage oder einer Teilanlage über einen definierten
sich wiederholenden Zyklus. Er kompensiert normale Schwankungen und Fluktuationen
der Betriebsgrößen Druck, Temperatur, Feuchtigkeit, Partikelgehalt, je nachdem, wie
aufwendig er gebildet wird. Die Auswertung dieses Leitwerts mittels Referenzvergleich,
also Vergleich mit gespeicherten Leitwertreferenzkurven, zeigt somit gesichert die
Fehler und die Fehlerursachen in fluidischen Anlagen.
[0022] Zunächst muss eine dem jeweiligen Betriebszustand angepasste, parameterabhängige
Leitwertreferenzkurve ausgewählt werden. Dies erfolgt zunächst in Abhängigkeit der
anliegenden Sensorsignale. Dann wird zunächst die Laufzeit der Anlage in Abhängigkeit
des jeweiligen Betriebszustands überprüft und mit der zunächst ausgewählten Leitwertreferenzkurve
auf Korrelation überprüft. Korreliert die ausgewählte Leitwertreferenzkurve mit der
aktuellen Messkurve, so wird die Diagnose freigegeben. Abweichungen zeigen dann tatsächlich
eine Leckage im detektierten Zeitraum an und können entsprechend dem Ablaufprogramm
diesen fehlerverursachenden Aktuatoren zugeordnet werden.
[0023] Zunächst wird jedoch bei einer festgestellten Laufzeitabweichung der Leitwertkurve
noch eine weitere Überprüfung dahingehend durchgeführt, ob konstante Zeitanschnitte
zwischen charakteristischen Kurvenpunkten vorliegen. So lässt sich z.B. der gesamte
Kurvenverlauf in eine charakteristische Anzahl von Kurvenpunkten unterteilen, wobei
sich bei einer Laufzeitabweichung die Zeitdifferenz zwischen den Kurvenpunkten verändern
wird. Für den gesamten Kurvenverlauf muss ein linearer Zusammenhang der einzelnen
Zeitdifferenzen zwischen den Kurvenpunkten innerhalb definierter Grenzen bestehen,
damit angenommen werden kann, dass kein Fehler vorliegt, z.B. durch die insgesamt
schneller fahrenden Achsen nach der Startphase. Dies bedeutet, dass sich alle Zeitdifferenzen
der Kurve insgesamt proportional verändern müssen.
[0024] Erfüllt die gewählte Referenz nicht die geforderte Übereinstimmung, so wird die Diagnose
freigegeben, das heißt, die Abweichung rührt nicht von einer zeitlichen Verschiebung,
sondern von einer Störung der Anlage her, insbesondere von einer Leckage.
[0025] Wird dagegen bei zunächst festgestellter Laufzeitabweichung auch ein linearer Zusammenhang
der Steigungen innerhalb definierter Grenzen festgestellt, so erfolgt eine Umschaltung
auf eine andere Leitwertreferenzkurve. Dies wird so lange wiederholt, bis eine passende
Leitwertreferenzkurve gefunden wird. Kann keine solche gefunden werden, befindet sich
die gesamte Anlage außerhalb des Betriebspunktes, und es wird eine entsprechende Meldung
erzeugt, also angezeigt, gemeldet, gespeichert und dergleichen.
[0026] Ist eine passende Leitwertreferenzkurve K
Dref gefunden, so wird diese mit der aktuell gemessenen Leitwertkurve K
Da verglichen. In den Figuren 2 bis 4 sind drei mögliche Fälle dargestellt.
[0027] Gemäß Figur 2 weicht die gemessene Leitwertkurve K
Da kontinuierlich immer mehr von der Leitwertreferenzkurve K
Dref ab. Damit liegt als Fehlerursache eindeutig eine Leckage vor, und zwar eine Systemleckage,
das heißt eine Leckage in der Zuführleitung 16 oder in damit verbundenen Leitungen.
Die Differenz ΔK
D vergrößert sich immer mehr mit der Zeit t und ist eine Funktion der Zeit.
[0028] Gemäß Figur 3 tritt zum Zeitpunkt t1 eine Abweichung ΔK
D auf, die ab diesem Zeitpunkt bis zum Ende t
e des Zyklus konstant bleibt. Dies bedeutet, dass ein Subsystem, zum Beispiel eine
Ventil-Aktuatoreinheit, die zum Zeitpunkt t1 aktiv war, eine Leckage aufweist. Der
Zeitpunkt der Abweichung kann mit dem Prozessabbild oder Steuerprogramm in der Steuervorrichtung
18 verglichen werden, um das fehlerverursachende Subsystem aufzufinden. Falls zum
Zeitpunkt t1 mehrere Subsysteme aktiv waren, was bei größeren Anlagen der Fall sein
könnte, so muss der Fehler während folgender Aktivitäten dieser Subsysteme, bei denen
sie nicht mehr gemeinsam aktiv sind, eingegrenzt werden.
[0029] Gemäß Figur 4 hat sich die Zyklusdauer um den Wert Δt verändert, wobei die Veränderung
zum Zeitpunkt t2 aufgetreten ist. Der Wert des Leitwerts bleibt ab diesem Zeitpunkt
t2 konstant, es erfolgt lediglich eine zeitliche Verschiebung. Dies lässt den Schluss
zu, dass sich die Verfahrzeit des zu diesem Zeitpunkt t2 aktiven Aktuators verändert
hat, zum Beispiel durch Klemmen, erhöhten Verschleiß, Schaltfehler am Ventil oder
dergleichen. Es ist somit auch möglich, Zeitfehler im pneumatischen System anhand
des Leitwerts zu detektieren.
[0030] Es können selbstverständlich auch die in den Figuren 2 bis 4 erläuterten Vorkommnisse
während eines Zyklus kumuliert und/oder mehrfach auftreten. Durch entsprechenden Kurvenverlauf
können dann auch mehrere verschiedene, während eines Zyklus auftretende Fehler detektiert
werden. Zur Sicherheit werden selbstverständlich die Diagnosezyklen bei Auftreten
eines Fehlers wiederholt, um festzustellen, ob es ein einmaliger Fehler oder eine
Fehlmessung oder ein ständig vorliegender Fehler ist.
1. Verfahren zur Fehlereingrenzung und Diagnose an einer fluidischen Anlage, wobei der
fluidische Volumenstrom der Gesamtanlage oder wenigstens eines Teilbereichs derselben
sowie der Fluiddruck jeweils während eines Betriebszyklus erfasst und mit gespeicherten
Referenzen verglichen wird, und wobei jeweils zum Zeitpunkt einer Abweichung oder
einer Veränderung der Abweichung von der Referenz festgestellt wird, bei welcher Komponente
oder bei welchen Komponenten der Anlage ein den Fluidverbrauch beeinflussender Vorgang
stattgefunden hat, um diese dann als fehlerbehaftet zu erkennen, dadurch gekennzeichnet, dass aus den jeweiligen Volumenstromwerten (Q) und dem gemessenen Druck (P) Leitwertgrößen
(Q/P) gebildet und über den Betriebszyklus zu Leitwerten (KD) integriert oder aufsummiert werden, wobei als Referenz eine entsprechende Leitwertreferenzkurve
(KDref) aus einer gespeicherten Auswahlmatrix ausgewählt wird, die Leitwertreferenzkurven
(YDref) oder zeitabhängige Leitwerte für unterschiedliche Betriebszustände enthält.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die unterschiedlichen Betriebszustände wenigstens zwei der folgenden Betriebszustände
sind: Warmlauf, Betrieb nach längerem Stillstand, Wiederanlauf bei Umrüstung, Betrieb
nach vorgebbaren Zeitintervallen.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass die Leitwertgrößen temperaturabhängig kompensiert werden, insbesondere durch den
Faktor

wobei T die Betriebstemperatur ist.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Leitwertgrößen fluidabhängig adaptiert werden, insbesondere durch den Faktor

wobei K
F ein fluidabhängiger Kennwert ist.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Leitwertgrößen durch den Feuchtegehalt und/oder den Partikelgehalt des Fluids
adaptiert werden, insbesondere durch den Faktor

wobei K
H ein vom Feuchte- und/oder Partikelgehalt abhängiger Kennwert ist.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass vor der Diagnose auf Leckage die Laufzeit eines Betriebszyklus durch Vergleich der
aktuellen Leitwertmesskurve (KDa) mit einer diesem Betriebszyklus zugeordneten Leitwertreferenzkurve (KDref) überprüft wird, wobei nur ab einer vorgebbaren Abweichung die Umschaltung auf wenigstens
eine weitere Leitwertreferenzkurve (KDref) erfolgt.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass bei festgestellter Laufzeitabweichung noch zusätzlich das Vorliegen einer proportionalen
zeitlichen Verschiebung zwischen aktuellen Leitwertmesskurven (KDa) und Leitwertreferenzkurven (KDref) überprüft wird und nur im Falle einer festgestellten proportionalen zeitlichen Verschiebung
die Umschaltung auf wenigstens eine weitere Leitwertreferenzkurve (KDref) erfolgt.
8. Verfahren nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass bei Überschreitung der vorgebbaren Abweichung bei allen überprüften Leitwertreferenzkurven
(KDref) eine entsprechende Meldung erzeugt wird und die Diagnose auf Leckage nicht durchgeführt
wird.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei einer großen Zahl von Komponenten (10-14) eine Aufteilung in mehrere Gruppen
durchgeführt wird, die unabhängig voneinander diagnostiziert werden.
1. Method for fault isolation and diagnosis for a fluidic system, wherein the fluidic
volumetric flow rate of the overall system or at least a part thereof, together with
the fluidic pressure, are each determined during an operating cycle and compared with
stored reference values, and wherein in each case at the time of a deviation or a
change in the deviation from the reference it is established for which component or
components of the system an event affecting fluid consumption has taken place, so
that this or these may be identified as defective, characterised in that from the respective volumetric flow values (Q) and the recorded pressure (P), master
value figures (Q/P) are formed and over the operating cycle are integrated or totalled
to give master values (KD), wherein as reference a suitable master value reference curve (KDref) is selected from a selection matrix which contains the master value reference curves
(KDref) or time-dependent master values for different operating states.
2. Method according to claim 1, characterised in that the different operating states are at least two of the following different operating
states: warm-up, operation after lengthy shutdown, restart after modification, operation
after presettable time intervals.
3. Method according to claim 1 or 2,
characterised in that the master value figures are subject to temperature-dependent compensation, in particular
through the factor

wherein T is the operating temperature.
4. Method according to any of the preceding claims,
characterised in that the master value figures are adapted depending on fluid, in particular by the factor

wherein K
F is a fluid-dependent parameter.
5. Method according to any of the preceding claims,
characterised in that the master value figures are adapted for the moisture content and/or the particle
content of the fluid, in particular by the factor

wherein K
H is a parameter dependent on the moisture and/or particle content.
6. Method according to any of the preceding claims, characterised in that before diagnosis for leakage, the duration of an operating cycle is checked by comparing
the latest master value measured curve (KDa) with a master value reference curve (KDref) assigned to this operating cycle, wherein only after a presettable deviation is
the switch made to at least one further master value reference curve (KDref).
7. Method according to claim 6, characterised in that in the event of a determined operating time deviation, the existence of a proportional
time shift between current master value measured curves (KDa) and master value reference curves (KDref) is checked, and the switch to at least one further master value reference curve
(KDref) is made only in the case of an established proportional time shift.
8. Method according to claim 6 or 7 characterised in that, if the presettable deviation is exceeded in all master value reference curves (KDref) checked, a suitable message is generated and no diagnosis for leakage is made.
9. Method according to any of the preceding claims, characterised in that, if there is a large number of components (10-14), a split is made into several groups,
which are diagnosed independently of one another.
1. Procédé de localisation de défaut et de diagnostic d'une installation fluidique, sachant
que le débit volumique de l'ensemble de l'installation ou d'au moins une région partielle
de celle-ci, ainsi que la pression du fluide, sont respectivement enregistrés pendant
un cycle opératoire, et sont comparés à des références mémorisées, et sachant que
chaque fois au moment d'un écart ou d'une modification de l'écart par rapport à la
référence, on détermine pour quel composant ou pour quels composants de l'installation
a eu lieu un processus influençant la consommation de fluide, afin d'identifier alors
ce ou ces composants comme défectueux, caractérisé en ce que, à partir des valeurs respectives de débit volumique (Q) et de la pression mesurée
(P), on forme des grandeurs directrices (Q/P) et on les intègre ou on les totalise
sur le cycle opératoire pour former des valeurs directrices (KD), sachant qu'on sélectionne comme référence une courbe de référence de valeurs directrices
(KDref) correspondante, à partir d'une matrice de sélection mémorisée qui contient des courbes
de référence de valeurs directrices (KDref) ou des valeurs directrices en fonction du temps pour différents états opératoires.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que les différents états opératoires sont au moins deux des états opératoires suivants
: mise en température, fonctionnement après une longue immobilisation, redémarrage
suite à une modification de l'équipement, fonctionnement au bout d'intervalles de
temps prédéterminables.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2,
caractérisé en ce que les grandeurs directrices sont compensées en fonction de la température, notamment
par le facteur

où T est la température de fonctionnement.
4. Procédé selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que les grandeurs directrices sont compensées en fonction du fluide, notamment par le
facteur

où K
F est une valeur caractéristique fonction du fluide.
5. Procédé selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que les grandeurs directrices sont adaptées par la teneur en humidité et/ou la teneur
en particules du fluide, notamment par le facteur

où K
H est une valeur caractéristique fonction de la teneur en humidité et/ou en particules.
6. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que, avant le diagnostic de fuite, on vérifie la durée d'exécution d'un cycle opératoire
en comparant la courbe de mesure de valeurs directrices actuelle (KDa) à une courbe de référence de valeurs directrices (KDref) associée à ce cycle opératoire, sachant que le passage à au moins une autre courbe
de référence de valeurs directrices (KDref) ne s'effectue qu'à partir d'un écart prédéterminable.
7. Procédé selon la revendication 6, caractérisé en ce que, en cas de constatation d'un écart de durée d'exécution, on vérifie en outre la présence
d'un décalage de temps proportionnel entre les courbes de mesure de valeurs directrices
actuelles (KDa) et les courbes de référence de valeurs directrices (KDref), et le passage à au moins une autre courbe de référence de valeurs directrices (KDref) ne s'effectue qu'en cas de constatation d'un décalage de temps proportionnel.
8. Procédé selon la revendication 6 ou 7, caractérisé en ce que, en cas de dépassement de l'écart prédéterminable pour toutes les courbes de référence
de valeurs directrices (KDref) vérifiées, un message correspondant est produit et le diagnostic de fuite n'est
pas effectué.
9. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que, en présence d'un nombre important de composants (10-14), on effectue une répartition
en plusieurs groupes qui sont diagnostiqués indépendamment les uns des autres.