[0001] Die Erfindung betrifft ein modulares Stecksystem zur sicheren Lagerung von horizontal
gestapelten thermischen Kollektormodulen beim Transport.
[0002] Dank eines gewandelten Energiebewusstseins der Bevölkerung und unterstützt durch
staatliche Förderinitiativen hat die Nutzung erneuerbarer Energiequellen immer mehr
wirtschaftliche Bedeutung gewonnen - dies gilt auch für den Bereich der Solarthermie,
der Wärmegewinnung aus der Sonnenenergie etwa mit Hilfe thermischer Solaranlagen und
insbesondere thermischer (Solar-)Kollektoren.
[0003] Vielerorts - nicht nur in Deutschland - sind leistungsfähige, hochmodern ausgestatte
Fabriken entstanden, in denen heute thermische (Solar- )Kollektormodule nach rationellsten
Verfahren als Massenartikel hergestellt werden, um in alle Teile Europas und der Welt
versandt zu werden.
[0004] Überlegungen zur innovativen Rationalisierung dürfen sich nicht nur auf fertigungstechnische
Kriterien beschränken, sondern müssen auch den Bereich Versand bzw. Verpackung und
Transportsicherung erfassen.
[0005] Thermische (Solar-)Kollektormodule können im Wesentlichen in zwei Typen, nämlich
Flachkollektoren und Vakuumröhrenkollektoren, unterschieden werden.
[0006] Flachkollektoren bestehen allgemein aus:
- einer vorderseitigen Glasscheibe,
- einer hinter der Glasabdeckung angeordneten Absorberfläche, beispielweise aus beschichtetem
Kupfer,
- einer hinter dem Absorber angeordneten Verrohrung üblicherweise aus Kupfer, durch
die eine zu erwärmende sogenannte Solarflüssigkeit (Wärmeträger) geleitet wird, welche
in der Regel aus einem Wasser-Propylenglykol-Flüssigkeitsgemisch besteht, sowie
- einer den Kollektor an allen Seiten, außer der Vorderseite, umgebenden Isolation aus
wärmedämmendem Material.
[0007] Vakuumröhrenkollektoren bestehen demgegenüber allgemein aus:
- einer äußeren Glasröhre, und
- einer im inneren der Glasröhre angeordneten Verrohrung, beipielsweise aus Kupfer oder
einer Kupferlegierung, durch die eine zu erwärmende Solarflüssigkeit (Wärmeträger)
geleitet wird, wobei die Außenseite der Verrohrung als Absorberfläche dient und hierfür
speziell beschichtet ist und wobei zur Wärmedämmung zwischen der äußeren Glasröhre
und der innenliegenden Verrohrung ein Vakuum als Isolator besteht.
[0008] In den meisten Fällen sind thermische Kollektormodule mit einem Rahmen aus Metallprofil,
etwa Aluminium oder Edelstahl, ausgestattet. Insbesondere Flächenkollektoren können
ergänzend oder alternativ an allen Seiten, außer der Vorderseite, mit einer geschlossenen
Wanne beispielsweise aus Aluminium umgeben sein.
[0009] Die Größe von üblichen thermischen (Solar-)Kollektormodulen liegt meist im Bereich
zwischen 0,8 und 2,5 qm. Das Gewicht liegt bei gerahmten Kollektormodulen meist im
Bereich zwischen 40 und 80 kg.
[0010] Für den Transport zum Kunden werden die Kollektormodule üblicherweise einzeln in
Kartonage verpackt und auf Holzpaletten horizontal gestapelt. Um den Stapel aus Einzelpackungen
gegen Verrutschung zu sichern, wird er durch Spannbänder mit der Palette verbunden.
[0011] Die hier beschriebene allgemein übliche Methode der Transportverpackung von thermischen
Kollektormodulen ist mit gravierenden Nachteilen verbunden:
Zum einen kann hierbei nur bis zu einer begrenzten Stapelhöhe gestapelt werden. Denn
die sich addierende Gewichtslast der gestapelten Module überträgt sich auf die zuunterst
liegenden Module. Zur statischen Belastung kommt die dynamische Belastung beim Transport
-zum Beispiel durch hartes Absetzen mit dem Gabelstapler, Beschleunigungs-, Verzögerungs-
und Zentrifugalkräfte beim LKW-Transport und vor allem Erschütterungen beim Fahren
über Schwellen und Schlaglöcher. All dies kann bei zu hoher Stapelung leicht zur Beschädigung
des oder der zuunterst liegenden Moduls bzw. Module führen. Verpackte Kollektormodule
werden deshalb selten in Stapelhöhen von mehr als 1 m transportiert. Wegen der Gefahr
der Überbelastung unten liegender Module ist auch ist die Übereinanderstapelung von
2 beladenen Paletten unmöglich. Dies hat zur Folge, dass die Ladehöhe eines LKW-Laderaums
häufig nur teilweise genutzt werden kann.
Zum anderen verursacht das Auspacken der einzeln kartonierten Kollektormodule beim
Endabnehmer einen nicht unerheblichen Arbeitsaufwand. Hinzu kommt schliesslich die
undankbare Aufgabe, beträchtliche Mengen Kartonage am Montageort zu sammeln, erforderlichenfalls
zu zerkleinern und dem Papierrecycling zuzuführen.
[0012] Bekannt ist bisher ein System für die Lagerung und den Transport von Photovoltaik-Modulen.
So ist in der Europäischen Patentschrift
EP 1617485 B1 ein modulares Stecksystem zur sicheren Lagerung von horizontal gestapelten Photovoltaik-Modulen
beschrieben. Dieses System ist ausschließlich aus einzelnen vertikal angeordneten,
lastabtragenden Säulen gebildet, die jeweils aus Formteil-Gliedern bestehen, die übereinander
angeordnet und ineinander gesteckt die jeweilige Säule bilden. Jedes dieser Formteil-Glieder
ist auf der Seite, die zu dem zu tragenden Photovoltaik-Modul hin gerichtet ist, mit
einem lastaufnehmenden Tragprofil als Auflagevorrichtung für das Photovoltaik-Modul
ausgestattet und besitzt oberseitig bzw. unterseitig einen oder mehrere Zapfen oder
eine Feder und unterseitig bzw. oberseitig einen oder mehrere offene Hohlräume zur
passgenauen Aufnahme der/des Zapfen(s) oder eine Nut zur Aufnahme der Feder.
[0013] Dieses bekannte System ist jedoch insbesondere aus nachfolgend erläutertem Grund
nicht zum Einzastz für thermische Kollektormodule geeignet. Bei thermischen Kollektormodulen
gibt es wenigstens eine Stelle, meistens in einem seitlichen Eckbereich eines Moduls,
an der ein Abschnitt der Verrohrung, insbesondere ein Anschlussstück, über den Rand
des Moduls hinausragt. Über ein solches Anschlussstück wird ein thermisches Kollektormodul
am Installationsort mit der thermischen Solaranlage verbunden. Während des Transport
besteht für diese überstehenden Rohrabschnitte die Gefahr einer Beschädigung, etwa
ein Verbiegen oder gar Abbrechen. Das oben beschriebene, bekannte System kann jedoch
keinen ausreichenden Schutz vor deartigen Beschädigungen während der Lagerung und
des Transports bieten.
[0014] Es ist somit eine Aufgabe der Erfindung, ein Verpackungs- bzw. Transportsicherungssystem
für thermische (Solar- )Kollektormodule zu schaffen, welches die Gefahr einer Beschädigung
eines über den Rand des Kollektormoduls hinausragenden Abschnitts der Verrohrung des
Moduls auf einfache und kostengünstige Weise ausschließt.
[0015] Zur Lösung dieser Aufgabe schlägt die Erfindung ein modulares Stecksystem zur sicheren
Lagerung von horizontal gestapelten thermischen Kollektormodulen beim Transport vor,
wobei das System ausschließlich aus einzelnen vertikal angeordneten, lastabtragenden
Säulen gebildet ist, die jeweils aus Formteil-Gliedern bestehen, die übereinander
angeordnet und ineinander gesteckt die jeweilige Säule bilden. Jedes dieser Formteil-Glieder
ist auf der dem zu tragenden thermischen Kollektormodul hingewandten vertikalen Seite
mit einem Last aufnehmenden Tragprofil als Auflagevorrichtung für das thermische Kollektormodul
ausgestattet. Zudem weist jedes Formteil-Glied oberhalb des Last aufnehmenden Tragprofils
zumindest an der dem zu tragenden thermischen Kollektormodul hingewandten vertikalen
Seite wenigstens eine Aussparung zur Aufnahme wenigstens eines über den seitlichen
Rand des thermischen Kollektormoduls hinausragenden Rohrabschnitts auf. Zusätzlich
besitzt jedes Formteil-Glied oberseitig bzw. unterseitig einen oder mehrere Zapfen
oder eine Feder, und unterseitig bzw. oberseitig einen oder mehrere offene Hohlräume
zur passgenauen Aufnahme der/des Zapfen(s) oder eine Nut zur Aufnahme der Feder.
[0016] Während also ein zu tragendes Kollektormodul, insbesondere dessen Rahmen, an der
dem Kollektormodul hingewandten vertikalen Seite eines Formteil-Glieds anliegt, kann
ein über den seitlichen Rand des Kollektormoduls hinausragender Abschnitt der Verrohrung
des Moduls in die Aussparung hineinragen, welche an der erforderlichen Position an
der dem Kollektormodul hingewandten vertikalen Seite des Formteil-Glieds erfindungsgemäß
ausgebildet ist. Der Vorrohrungsabschnitt wird von der Aussparung mit ausreichendem
Spiel aufgenommen und somit vor im Wesentlichen jeglichen Krafteinwirkungen geschützt,
wie sie etwa durch ein Aufliegen des Kollektormoduls auf dem überstehenden Vorrohrungsabschnitt
oder durch Stöße insbesondere während des Transports entstehen können, so dass einer
Beschädigung eines derartigen Verrohhrungsabschnitts wirksam vorgebeugt wird.
[0017] Zur weiteren Verbesserung des Schutzes eines über den seitlichen Rand des Kollektormoduls
hinausragenden Abschnitts der Verrohrung eines thermischen Kollektormoduls, sowie
zur Verbesserung der Stabilität eines Formteil-Glieds, ist gemäß einer besonders bevorzugten
Ausführungsform die an der dem Kollektormodul hingewandten vertikalen Seite des Formteil-Glieds
ausgebildete Aussparung nicht durchgehend bis zu der dem Kollektormodul abgewandten
Seite des Formteils-Glieds ausgeführt, sondern die dem Kollektormodul abgewandte Seite
des Formteils-Glieds bildet eine durchgängige, geschlossene Fläche. Der in der Aussparung
aufgenommene Verrohhrungsabschnitt ist somit nach außen hin abgeschirmt.
[0018] Anwendungsspezifisch kann das Last aufnehmende Tragprofil das thermische Kollektormodul
an beliebigen Stellen tragen, beispielsweise im Bereich dessen Seiten. Es wird aber
als vorteilhaft angesehen, insbesondere vor dem Hintergrund von thermischen Kollektormodulen,
die Rechteckform aufweisen, wenn die Last aufnehmenden Tragprofile als Auflagevorrichtung
für jeweils eine der vier Ecken des rechteckigen Kollektormoduls dienen.
[0019] Es wird somit insbesondere ein System von vier lastabtragenden Säulen, insbesondere
vier lastabtragende Ecksäulen vorgeschlagen. An den vier Ecken der zu stapelnden Kollektormodule
werden vier Säulen angeordnet, die die Aufgabe haben, die sich addierende Gewichtslast
der Kollektormodule aufzunehmen und außerhalb der Kollektormodule auf eine tragende
Palette abzuleiten.
[0020] Die vier Säulen weisen die modularen, einheitlich geformten Formteil-Glieder auf.
Jedes dieser Glieder hat die Aufgabe, ein Viertel der Gewichtslast eines einzelnen
thermischen Kollektormoduls aufzunehmen und auf die Säule zu übertragen. Durch eine
einfache mechanische Steckverbindung wird jedes Glied mit dem benachbarten Glied verbunden.
[0021] Die modularen Formteil-Glieder bilden somit, zusammengesteckt, eine hochbelastbare
Tragsäule. Die verschiebungssichere Verbindung jedes Formteil-Gliedes mit dem benachbarten
Glied wird über eine Steckmechanik erzielt, zum Beispiel über eine Zapfen-Hohlraum-
oder Nut-Feder-Konstruktion. Jedes der Formteil-Glieder ist innenseitig mit dem Last
aufnehmenden Tragprofil ausgestattet, in welches das thermische Kollektormodul, insbesondere
im Bereich der jeweiligen Ecken, passgenau eingefügt wird. Auf das Tragprofil wirken
nur relativ geringe Gewichts- und dynamische Lasten ein.
[0022] Gemäß einer vorteilhaften Gestaltung weisen die Formteil-Glieder eine rechtwinklig
winkelförmige Form (L-Form) auf. Neben einer winkelförmigen sind ebenso dreieckige,
viereckige oder mehreckige Formen der Tragsäule möglich.
[0023] Die Tragprofile der Formteil-Glieder bilden bevorzugt jeweils eine horizontale Auflagefläche.
[0024] Damit die Tragprofile verrutschungssichere Auflagevorrichtungen darstellen, weist
besonders bevorzugt jedes Tragprofil, insbesondere jede horizontale Auflagefläche,
einen nach oben stehenden vertikalen Vorsprung auf, welcher zur Arretierung des zu
tragenden Kollektormoduls, insbesondere dessen Rahmenprofils, dient, und welcher zweckmäßigerweise
als Leiste ausgebildet ist, die parallel zu der dem zu tragenden Kollektormodul hingewandten
Seite des Formteil-Glieds verläuft.
[0025] Zur Verbesserung der Stablität eines nach oben stehenden Vorsprungs, insbesondere
einer Leiste, ist vorteilhafterweise vorgesehen, das dieser bzw. diese zumindest an
einer Seite mit zumindest einer vertikalen Stützrippe ausgestaltet ist.
[0026] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform, weist jedes Formteil-Glied oberhalb
des Last aufnehmenden Tragprofils an der dem zu tragenden Kollektormodul hingewandten
vertikalen Seite wenigstens eine Haltevorrichtung auf, welche besonders bevorzugt
als Andruckfeder und/oder Verklipsung ausgeformt ist. Durch dieses Merkmal wird die
Verrutschungssicherheit weiter erhöht, da das zu tragende Kollektormodul somit zwischen
der dem Modul hingewandten Seite des Formteil-Glieds und dem Arretierung-Vorsprung
eingespannt und/oder verklipst wird.
[0027] Weitere Merkmale der Erfindung sind in den Unteransprüchen, der nachfolgenden Beschreibung,
die sich insbesondere auf die Beschreibung der Figuren bezieht, sowie den Figuren
selbst dargestellt, wobei bemerkt wird, dass alle Einzelmerkmale und alle Kombinationen
von Einzelmerkmalen weitere erfinderische Ausgestaltungen darstellen.
[0028] In den Figuren ist die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen erläutert, ohne
hierauf beschränkt zu sein. Es zeigt:
- Figur 1
- eine Ausführungsform eines Formteil-Glieds, in einer räumlichen Ansicht, schräg von
oben gesehen,
- Figur 2
- einen Schnitt durch zwei aufeinander gesteckte Formteil-Glieder gemäß der Ausführungsform
nach Figur 1 an der Stelle und in Richtung des Pfeils "P", wobei jedes Formteil-Glied
ein nur im Eckbereich dargestelltes rechteckiges thermisches Kollektormodul im Bereich
einer Ecke aufnimmt.
[0029] In der in den Figuren 1 und 2 gezeigten bevorzugten Ausführungsform ist das jeweilige
Formteil-Glied 1 beispielsweise als Kunststoff-Spritzgussteil ausgebildet und weist
eine rechtwinklige Form auf. Das Formteil-Glied 1 ist innenseitig, das heißt an der
dem zu tragenden Kollektormodul 3 hingewandten Seite 21, mit einem Last aufnehmenden
Tragprofil 2 als Auflagevorrichtung für das thermische Kollektormodul 3 versehen.
Das Tragprofil 2 ist im wesentlichen durch einen horizontalen Plattenabschnitt, welcher
eine Auflagefläche für das thermische Kollektormodul 3 bietet, gebildet.
[0030] Wie in Figur 1 dargestellt, weist das Formteil-Glied 1 germäß dieser Ausführungsform
an der dem zu tragenden Kollektormodul hingewandten vertikalen Seite 21 zwei Aussparungen
30 auf, von denen je eine einem Schenkelabschnitt des Formteil-Glieds 1 zugeordnet
ist. In jede dieser Ausparungen 30 kann, wie aus Figur 2 ersichtlich, ein über den
seitlichen Rand des Kollektormoduls 3 hinausragender Abschnitt der Verrohrung 4 des
Moduls 3 hineinragen. Während also das Kollektormodul 3, insbesondere dessen Rahmen,
an der dem Kollektormodul hingewandten vertikalen Seite 21 des Formteil-Glieds anliegt,
wird der Vorrohrungsabschnitt 4 wird von der Aussparung 30 mit ausreichendem Spiel
aufgenommen.
[0031] Wie aus den Figuren ferner zu entnehmen ist, bildet bei der gezeigten Ausführungsform
die dem zu tragenden Kollektormodul 3 abgewandte vertikale Seite 22 des Formteil-Glieds
1 eine durchgängige, geschlossene Fläche. Die an der dem Kollektormodul 3 hingewandten
vertikalen Seite 21 des Formteil-Glieds 1 ausgebildete Aussparung 30 ist also nicht
durchgehend bis zu der dem Kollektormodul abgewandten Seite 22 des Formteils-Glieds
1 ausgeführt. Anders ausgedrückt weist die dem zu tragenden Kollektormodul 3 abgewandte
vertikale Seite 22 des Formteil-Glieds 1 keine Aussparung auf.
[0032] Oberseitig weist das Formteil-Glied 1 vier Zapfen 6 auf, wobei jedem Schenkelabschnitt
des rechtwinkligen Formteil-Gliedes 1 zwei Zapfen 6 zugeordnet sind. Unterseitig ist
das Formteil-Glied 1 mit mehreren, im vorliegenden Beispiel wenigstens vier, nach
unten offenen Hohlräumen 8 versehen, welche jedoch in den Figuren nicht gezeigt sind,
wobei die vier Hohlräume 8, von denen je zwei einem Schenkelabschnitt zugeordnet sind,
der Aufnahme der vier Zapfen 6 des darunter befindlichen Formteil-Gliedes dienen.
[0033] Aus einer Vielzahl von Formteil-Gliedern 1 lässt sich so eine hochbelastbare Tragsäule
9 bilden, die in der Figur 2 nur bezüglich zweier aufeinander gesteckter Formteil-Glieder
1 veranschaulicht ist. Die verschiebungssichere Verbindung jedes Formteil-Gliedes
1 mit den benachbarten Formteil-Glied 1 wird durch die Steckmechanik erzielt, die
bei diesem Ausführungsbeispiel durch die Zapfen-Hohlraum-Konstruktion verwirklicht
ist. Das modulare Stecksystem bildet vier lastabtragende Eck-Tragsäulen 9, wobei in
die Tragprofile 2 der Tragsäulen 9 das Kollektormodul 3 mit seinen vier Ecken passgenau
eingefügt wird.
[0034] Das innenseitige Tragprofil 2 verfügt über eine horizontale Auflagefläche, deren
Breite auf die Breite des Rahmenprofils im Eckbereich des aufzulegenden Kollektormoduls
3 abgestimmt ist. Der vertikale Abstand zwischen dem horizontalen Tragprofil 2 eines
Formteil-Gliedes 1 und dem Tragprofil 2 des benachbarten Formteil-Gliedes 1 ist durch
die Dicke des zu tragenden Kollektormoduls 3 plus der durchschnittlichen Dicke einer
menschlichen Fingerspitze definiert. Dadurch ist ein müheloses Abheben der einzelnen
Kollektormodule 3 vom Stapel gewährleistet.
[0035] Zur Arretierung des zu tragenden Kollektormoduls 3 weist das eine horizontale Auflagefläche
bildende Tragprofil 2 des in Figur 1 gezeigten Formteil-Glieds 1 auf seiner Oberseite
einen nach oben stehenden Vorsprung 5 in Form einer Leiste auf, welche parallel zu
der dem zu tragenden Kollektorprofil hingewandten vertikalen Seite 21 des Formteil-Glieds
1 verläuft. Zusätzlich sind an diese Leiste 5 mehrere Stützrippen 25 vertikal angeformt.
[0036] Ergänzend zu dem Arretierungs-Vorsprung 5 verfügt das in Figur 1 gezeigte Formteil-Glied
1 an der dem zu tragenden Kollektormodul hingewandten Seite über zwei Haltevorrichtungen
35, von denen je eine einem Schenkelabschnitt des Formteil-Glieds 1 zugeordnet ist.
Gemäß der abgebildeten Ausführungsform sind diese Haltevorrichtungen 35 derart ausgebildet,
dass sie zum einen entsprechend einer Andruckfeder das Kollektormodul 3 zwischen der
dem Modul hingewandten vertikalen Seite 21 des Formteil-Glieds 1 und dem Arretierungs-Vorpsrung
5 einspannen und zum anderen auch für eine Verklipsung des Kollektormoduls 3 sorgen.
[0037] Bei einer anderen als der in den Figuren 1 und 2 gezeigten Ausgestaltung des erfindungsgemäßen,
modularen Stecksystems ist statt der vier oberen Zapfen 6 eine durchgehende, somit
rechtwinklig abgewinkelte Feder und statt der unteren Hohlräume 8 eine durchgehende,
abgewinkelte Nut vorgesehen. Beim Aufeinanderstecken der Formteil-Glieder 1 greift
die Nut 12 des oberen Formteil-Gliedes 1 in die Feder 11 des unteren Formteil-Gliedes
1 ein.
[0038] Sowohl bei Zapfen-Hohlraum-Steckverbindungen wie auch bei Nut-Feder-Verbindungen
ist es von Vorteil für die Handhabung des Systems, wenn Zapfen oder Feder leicht konisch
geformt und an den Kanten abgerundet oder abgeschrägt sind.
[0039] Die in den bisher erörterten Figuren abgebildete rechtwinklig winkelförmige Form
der Formteil-Glieder 1 stellt eine sinnvolle, aber nicht die einzig mögliche Gliederform
des erfindungsgemäßen modularen Stecksystems zur Transportsicherung von gestapelten
thermischen Kollektormodulen dar. Jedoch sind neben einer winkelförmigen Formgebung
der Tragsäule ebenso dreieckige, viereckige oder mehreckige Formen möglich.
[0040] Für eine sichere Lastübertragung vom horizontalen Tragprofil 2 auf die Tragsäule
sollte das Tragprofil 2 im Übergangsbereich von der Horizontalen in die Vertikale
dickwandiger gestaltet sein als im horizontalen Lastaufnahmebereich. Dies ist in den
Figuren 1 und 2 dargestellt. Sie zeigen eine material- und gewichtssparende Gestaltung.
Hier ist das Tragprofil 2 relativ dünnwandige ausgebildet, wird jedoch unterseitig
mit vertikalen Stützrippen 15 abgestützt.
[0041] Auch die Formteil-Glieder selbst können materialsparend gestaltet sein, indem sie
- zusätzlich zu den für die Aufnahme von Zapfen erforderlichen offenen Hohlräumen
- weitere vertikale, nach unten offene Hohlkammern enthalten. weitere optionale Ausgestaltungsmerkmale
des erfindungsgemäßen modularen Stecksystems sind:
- dass - vor allem bei winkelförmigen Tragsäulen - alle vertikalen Kanten der Formteil-Glieder
abgerundet oder abgeschrägt sind, um sie bei Be- und Entladevorgängen unter sehr beengten
Bedingungen gegen "Anecken" zu schützen.
- und dass die Formteil-Glieder oberseitig mit einer Nut oder Kantenfase ausgestattet
sind, die der Aufnahme bzw. Führung von Spannbändern dient.
[0042] Ein Bestandteil der Erfindung ist des weiteren die Option, das lastabtragende Säulen-System
aus Formteil-Gliedern durch Basis-Glieder zu ergänzen, insbesondere die 4 Säulen durch
4 Basis-Glieder zu ergänzen. Ein solches Basisglied dient der Justierung einer Säule
bzw. ihres untersten Steckgliedes auf der Trägerpalette. Das Basisglied besteht aus
einer kleinformatigen Platte, die oberseitig mit einem oder mehreren Zapfen oder einer
Feder und unterseitig mit entsprechenden nach unten offenen Hohlräumen bzw. einer
Nut ausgestattet ist. Die Platte des Basisgliedes ist gelocht, sodass sie auf die
Trägerpalette aufgenagelt oder aufgeschraubt werden kann.
[0043] Durch diese Ausgestaltung ist das Basis-Glied auch zum Aufstecken auf das oberste
Formteil-Glied geeignet, um - bei Übereinanderstapelung von zwei beladenen Paletten
- das passgenaue Aufsetzen der zweiten Palette zu erleichtern.
[0044] Alle Teile des erfindungsgemäßen modularen Stecksystems sind vorteilhaft im Spritzguss-Verfahren
herstellbar und bestehen aus ungefülltem oder mineralisch gefülltem thermoplastischem
Kunststoff, ersatzweise aus Leichtmetall.
1. Modulares Stecksystem zur sicheren Lagerung von horizontal gestapelten thermischen
Kollektormodulen (3), wobei das System ausschließlich aus einzelnen vertikal angeordneten,
lastabtragenden Säulen (9) gebildet ist, die jeweils aus Formteil-Gliedern (1) bestehen,
die übereinander angeordnet und ineinander gesteckt die jeweilige Säule (9) bilden,
wobei jedes dieser Formteil-Glieder (1),
- auf der dem zu tragenden thermischen Kollektormodul (3) hingewandten vertikalen
Seite (21) mit einem lastaufnehmenden Tragprofil (2) als Auflagevorrichtung für das
thermische Kollektormodul (3), und
- oberhalb des lastaufnehmenden Tragprofils (2) zumindest an der dem zu tragenden
thermischen Kollektormodul (3) hingewandten vertikalen Seite (21), mit wenigstens
einer Aussparung (30) zur Aufnahme wenigstens eines über den seitlichen Rand des thermischen
Kollektormoduls (3) hinausragenden Abschnitts der Verrohrung (4) des thermischen Kollektormoduls,
sowie
- oberseitig bzw. unterseitig mit einem oder mehreren Zapfen (6) oder einer Feder,
und
- unterseitig bzw. oberseitig mit einem oder mehreren offenen Hohlräumen (8) zur passgenauen
Aufnahme der/des Zapfen(s) (6) oder mit einer Nut zur Aufnahme der Feder ausgestattet
ist.
2. Stecksystem nach vorstehendem Anspruch, wobei es vier lastabtragende Säulen (9), insbesondere
vier lastabtragende Ecksäulen (9) bildet.
3. Stecksystem nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei das thermische Kollektormodul
(3) rechteckig ausgebildet ist.
4. Stecksystem nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die lastabtragenden Säulen
(9) einen, eckigen oder rechtwinkligen Querschnitt aufweisen.
5. Stecksystem nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die dem zu tragenden thermischen
Kollektormodul (3) abgewandte vertikale Seite (22) jedes Formteil-Glieds (1) eine
durchgängige, geschlossene Fläche bildet, insbesondere auch dort, wo an der dem zu
tragenden thermischen Kollektormodul (3) hingewandten vertikalen Seite (21) einer
Aussparung (30) ausgebildet ist.
6. Stecksystem nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei es zur Transportsicherung
von gerahmten thermischen Kollektormodulen (3) dient und das Tragprofil (2) jedes
Formteil-Gliedes (1) auf das Rahmenprofil im Eckbereich des thermischen Kollektormoduls
(3) passgenau abgestimmt ist.
7. Stecksystem nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei das lastaufnehmende Tragprofil
(2) jedes Formteil-Glieds (1) eine horizontale Auflagefläche bildet und/oder unterseitig
mit vertikalen Stützrippen (15) ausgestaltet ist.
8. Stecksystem nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei das lastaufnehmende Tragprofil
(2) jedes Formteil-Glieds (1) oberseitig einen vertikalen Vorsprung (5) zur Arretierung
des thermischen Kollektormoduls (3), insbesondere dessen Rahmenprofils, aufweist,
wobei der Vorsprung (5) insbesondere in Form einer Leiste, die parallel zu der dem
zu tragenden thermischen Kollektormodul (3) hingewandten vertikalen Seite (21) jedes
Formteil-Glieds (1) verläuft und/oder an wenigstens einer seiner Seiten mit vertikalen
Stützrippen (25) ausgestaltet ist.
9. Stecksystem nach Anspruch 8, wobei oberhalb des lastaufnehmenden Tragprofils (2) jedes
Formteil-Glieds (1) an der dem zu tragenden thermischen Kollektormodul (3) hinwandten
vertikalen Seite (21) wenigstens eine Haltevorrichtung (35) ausgeformt ist, welche
insbesondere in Form einer Andruckfeder das thermische Kollektormodul (3) gegen den
vertikalen Vorsprung (5) drückt und/oder in Form einer Verklipsung das thermische
Kollektormodul (3) verklipst.
10. Stecksystem nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei alle vertikalen Kanten der
Formteil-Glieder (1) abgerundet oder abgeschrägt sind und/oder die Zapfen (6) oder
Federn (11) der Formteil-Glieder (1) an deren horizontalen und vertikalen Kanten abgerundet
oder abgeschrägt und/oder leicht konisch geformt sind.
11. Stecksystem nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die Formteil-Glieder (1)
massiv gestaltet sind oder - zusätzlich zu den für die Aufnahme der Zapfen (6) erforderlichen
offenen Hohlräume (8) - vertikale, zum benachbarten Formteil-Glied (1) offene Hohlkammern
(8) enthalten.
12. Stecksystem nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei der vertikale Abstand zwischen
dem horizontalen Tragprofil (2) eines Formteil-Gliedes (1) und dem horizontalen Tragprofil
(2) des darüber gesteckten Formteil-Gliedes (1) der Dicke eines gerahmten thermischen
Kollektormoduls (3) plus der durchschnittlichen Dicke einer menschlichen Fingerspitze
entspricht.
13. Stecksystem nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die Formteil-Glieder (1)
oberseitig mit einer Nut oder Kantenfase zur Aufnahme von Spannbändem ausgestattet
sind.
14. Stecksystem nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei alle Formteil-Glieder (1)
im Spritzgussverfahren hergestellt sind und aus ungefülltem oder mineralisch gefülltem
thermoplastischen Kunststoff oder Leichtmetall bestehen.