Technisches Gebiet:
[0001] Die Erfindung betrifft ein Holzdeckenelement oder Holzwandelement bestehend aus längs
aneinander gefügten Holzbrettern, zwischen denen jeweils Isolierkörper angeordnet
sind, wobei auf der Sichtseite des Elements zwischen benachbarten Holzbrettern längs
verlaufende Fugen ausgebildet sind, gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Stand der Technik:
[0002] Es sind Holzbrettsperrholzprodukte als tragende Bauelemente für Wände, Decken, Dächer
und Fassaden sowie als nicht tragende Elemente beim Innenausbau bekannt. Diese Holzbrettsperrholzprodukte
sind nach dem Holzbrettsperrholzprinzip aufgebaut, wobei Schichten aus Nadelholz kreuzweise
verklebt werden, so dass Holzbrettlagen auf Abstand angeordnet sind. Dadurch können
zwischen den aus einzelnen Holzbrettern aus Nadelholz bestehenden Schichten längs
verlaufende Hohlräume für die Aufnahme von Installationen, Dämmungen oder Akustikabsorber
gebildet werden, wobei die Hohlräume derart gestaltet sein können, dass auf der Sichtseite
des Bauelements zwischen den Schichten Sichtfugen verbleiben. Die Herstellung derartiger
Bauelemente ist allerdings aufwendig, da sämtliche Schichten kreuzweise verklebt werden
müssen.
[0003] Durch die
DE 201 07 152 U1 ist ein tragendes, raumhohes Holzwandelement mit auf Abstand verbundenen Wandteilen
bekannt geworden, bei welchem Scharen von Längslatten mit quer zu diesen mit gegenseitigem
Vertikalabstand angeordneten Querstegen verleimt sind und in den Hohlräumen zwischen
den Längslatten und den Querstegen Dämmmaterial angeordnet ist. Die Scharen von Latten
sind dergestalt angeordnet, dass zumindest auf einer Hauptoberfläche des Holzwandelements,
nämlich die Sichtseite, Fugen zwischen den einzelnen Latten vorhanden sind. Die vertikalen,
tragenden Längslatten einer Schar haben einen gegenseitigen Abstand, der größer gewählt
ist als der Durchmesser eines Installationsrohres von Rohverrohrungen. Als Dämmmaterial
sind in die Hohlräume Holzweichfasern, Flachs, Hanf oder Steinwolle eingebracht. Aufgrund
seines hohen Gewichts ist dieses Wandelement jedoch nur als solches einzusetzen, wie
es auch aufwändig in seinem Aufbau und damit in seiner Herstellung ist.
[0004] Des Weiteren ist durch die
DE 203 15 506 U1 eine vorgefertigte Baustruktur, insbesondere eine Holzdecke, mit einer Decklage,
bevorzugt aus Holzmaterial und mehreren Balkenträgern, insbesondere aus Holz, bekannt
geworden, wobei mehrere Durchführungen für Rohre, Kabel o. dgl. vorgesehen sind und
wobei die Durchführungen quer zur Hauptrichtung der Balkenträger der Baustruktur im
Bereich der neutralen Faser angeordnet sind.
Technische Aufgabe:
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Holzdeckenelement oder Holzwandelement
zu schaffen, welches einfach in seinem Aufbau und dadurch in seiner Herstellung ist,
und welches ein Schalldämmung oder Wärmedämmung oder beides gleichzeitig aufweist,
um beispielsweise die heutigen Normen der Schallschutz- oder Wärmeschutzanforderungen
zu erfüllen.
Offenbarung der Erfindung sowie deren Vorteile:
[0006] Die Lösung der Aufgabe besteht bei einem Holzdeckenelement oder Holzwandelement der
eingangs genannten Gattung darin, dass jedes einzelne Holzbrett des Elements auf zwei
sich planparallel gegenüber liegenden Seiten je eine längs des Holzbretts verlaufende
Aussparung aufweist, welche zueinander symmetrisch sind, wobei das Holzbrett im Querschnitt
Doppel-T-förmig mit einem oberen Querteil, einem unteren, die Sichtseite bildendes
Querteil und einem dazwischen befindlichen Steg gestaltet ist und die Breite des oberen
Querteils größer als die Breite des unteren Querteils ist, so dass die Aussparungen
zweier benachbarter Holzbretter zwischen sich den Hohlraum, in welchem ein Isolierkörper
angeordnet ist, ausbilden, wie auch in der Draufsicht auf die Sichtseite des Elements
aufgrund der geringeren Breite zweier benachbarter unteren Querteile gegenüber der
größeren Breite der oberen Querteile Fugen ausgebildet sind.
[0007] Das erfindungsgemäße Holzdeckenelement oder Holzwandelement besitzt den Vorteil,
dass dasselbe einfach in seinem Aufbau und dadurch in seiner Herstellung ist. Aufgrund
der eingebrachten Isolierkörper besitzt das Element, entsprechend dem verwendeten
Isolierkörper, eine hohe Schalldämmung und/oder Wärmedämmung, so dass das Element
die heutigen Normen der Schallschutz- oder Wärmeschutzanforderungen zu erfüllen imstande
ist, wie sie zum Beispiel für öffentliche Gebäude, wie Schulen oder Sporthallen o.ä.,
gefordert werden. Ebenso ist das Element aufgrund der eingebrachten Isolierkörper
geeignet, statischen Anforderungen auch für große Spannweiten zu genügen.
[0008] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung bestehen die Holzbretter des Elements aus
massivem Holz und sind zum Aneinanderfügen miteinander entweder gedübelt oder verklebt
oder verschraubt. Auf diese Weise wird insbesondere eine hohe formstabile und verwindungssteife
Funktion erreicht, wie auch die Herstellung derartiger Elemente erheblich vereinfacht
ist, da kein verleimtes Sperrholz für die einzelnen Lamellen oder Holzbretter verwendet
zu werden braucht. Sondern die erfindungsgemäßen Elemente besitzen eine bauphysikalische
und funktionelle hohe Qualität und sind optisch ansprechend gestaltet.
[0009] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung sind die Isolierkörper entweder schalldämmend
oder wärmedämmend oder beides zugleich sind.
[0010] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung bestehen die Isolierkörper aus Holzfasern
oder aus Kunststoff. Vorteilhaft wird das Material der Isolierkörper entsprechend
der Anwendung des Elements und dessen Zweck ausgewählt.
[0011] Kurzbeschreibung der Zeichnung, in der zeigen:
- Figur 1
- einen Querschnitt durch fünf Holzbretter, welche ein Holzdeckenelement oder -wandelement
ausbilden, und zwischen den Holzbrettern oder -lamellen jeweils ein Isolierkörper
angeordnet ist und
- Figur 2
- eine perspektivische Ansicht eines Holzdeckenelements in Draufsicht auf die Sichtseite
desselben.
Ausführungsbeispiel der Erfindung:
[0012] Die Figur 1 zeigt einen Querschnitt durch fünf längs aneinander gefügte Holzbretter
oder -lamellen 2, welche in ihrem Verbund ein Holzdeckenelement 1 oder ein Holzwandelement
bilden. Jedes einzelne Holzbrett 2 ist dergestalt geformt, dass es im Querschnitt
auf zwei sich planparallel gegenüber liegenden Seiten je eine längs des Holzbretts
2 verlaufende Aussparung 6, 6' aufweist, welche zur längs verlaufenden Mittelebene
15 des Holzbretts oder der -lamelle sowie der beiden sich planparallel gegenüber liegenden
Seiten symmetrisch sind, wobei das Holzbrett 2 im Querschnitt, im Wesentlichen, Doppel-T-förmig
gestaltet ist, wie es aus Figur 1 hervorgeht. Durch die Aussparungen 6, 6' wird jeweils
wenigstens eine seitliche, längs verlaufende Begrenzungsfläche ausgebildet. Bevorzugt
sind durch jede der Aussparungen 6, 6' drei seitliche Begrenzungsflächen 8, 9, 10
ausgebildet, welche auf der gegenüberliegenden Seite des Holzbrettes 2 spiegelsymmetrisch
zur Mittelebene 15 ebenfalls vorhanden sind. Ebenso sind die Begrenzungsflächen 7
und 11 eines oberen Querteils 4 und eines unteren Querteils 5 des Holzbretts 2 auf
der gegenüberliegenden Seite des Holzbrettes 2 spiegelsymmetrisch zur Mittelebene
15 ebenfalls vorhanden. Bevorzugt verläuft die Begrenzungsfläche 9 der Aussparungen
6, 6' parallel zur Mittelebene 15, die Begrenzungsflächen 8 und 10 der Aussparungen
6, 6' verlaufen senkrecht zur Mittelebene 15, wie es der Figur 1 zu entnehmen ist.
Normalerweise ist die Höhe h des Holzbrettes 2 größer als seine ursprüngliche Breite
a. Die Aussparungen 6, 6' selbst können auch bombiert oder konkav ausgeführt sein.
[0013] Das einzelne Holzbrett 2 besteht demgemäß aus dem oberen Querteil 4, dem unteren,
die Sichtseite des Holzwandelements 1 bildende Querteil 5 sowie aus einem dazwischen
befindlichen Steg 13, wobei die Breite a des oberen Querteils 4 größer als die Breite
b des unteren Querteils 5 ist, so dass die Aussparungen 6, 6' zweier benachbarter
Holzbretter 2 zwischen sich einen Hohlraum ausbilden, in welchem je ein Isolierkörper
3 angeordnet ist und der nach unten hin offen ist. Aufgrund der geringeren Breite
b zweier benachbarter unteren Querteile 5 gegenüber der größeren Breite a der oberen
Querteile 4 zweier benachbarter Holzbretter 2 werden in der Draufsicht auf die Sichtseite
des Elements 1 Fugen 12, Sichtfugen, ausgebildet, welche sich nach innen zum jeweiligen
zusammengesetzten Hohlraum der beiden benachbarten Holzbretter 2 erstrecken, welcher
durch die jeweiligen Aussparungen 6, 6' gebildet wird.
[0014] Vorzugsweise bestehen die Holzbretter 2 des Elements 1 aus massivem Holz; die einzelnen
Holzbretter sind zum Aneinanderfügen miteinander entweder mittels Dübel 14 gedübelt,
wie es in Figur 1 angedeutet ist. Natürlich können die Holzbretter miteinander auch
verklebt oder verschraubt sein.
[0015] Die in die nach außen offenen Hohlräume 6, 6' - nämlich offen aufgrund der Sichtfugen
12 - eingebrachten Isolierkörper 3 sind entweder schalldämmend oder wärmedämmend oder
beides zugleich. Die verwendeten Isolierkörper können aus Holzfasern oder aus Kunststoff
bestehen, beispielsweise auch aus Glaswolle oder aus Körpern mit faseriger Oberfläche,
welche zum Einsatz als Schallabsorber und zur Unterdrückung eines Nachhalls geeignet
sind.
[0016] Die die Sichtseite bildende untere Längsfläche 16 der einzelnen Holzbretter 2 kann
zusätzlich in Längsrichtung konkav oder konvex gestaltet oder aufgeraut sein, um die
Reflexion und somit die Schallisolation des Holzwandelements 1 noch zu verbessern
und zum Beispiel Nachhall noch besser zu unterdrücken.
Gewerbliche Anwendbarkeit:
[0017] Die erfindungsgemäßen Elemente 1 sind insbesondere im Innenausbau zur Herstellung
von Holzdecken und/oder Holzwänden gewerblich einsetzbar.
1. Holzdeckenelement (1) oder Holzwandelement bestehend aus längs aneinander zusammengefügten
Holzbrettern (2) oder Holzlamellen, zwischen denen in Hohlräumen (6,6') jeweils Isolierkörper
(3) angeordnet sind, wobei auf der Sichtseite des Elements (1) zwischen je zwei benachbarten
Holzbrettern (2) längs verlaufende Fugen (12) ausgebildet sind, dadurch gekennzeichnet,
dass jedes einzelne Holzbrett (2) des Elements (1) auf zwei sich planparallel gegenüber
liegenden Seiten je eine längs des Holzbretts (2) verlaufende Aussparung (6,6') aufweist,
welche zueinander symmetrisch sind, wobei das Holzbrett (2) im Querschnitt Doppel-T-förmig
mit einem oberen Querteil (4), einem unteren, die Sichtseite bildendes Querteil (5)
und einem dazwischen befindlichen Steg (13) gestaltet ist und die Breite (a) des oberen
Querteils (4) größer als die Breite (b) des unteren Querteils (5) ist, so dass die
Aussparungen (6,6') zweier benachbarter Holzbretter (2) zwischen sich den Hohlraum,
in welchem ein Isolierkörper (3) angeordnet ist, ausbilden, wie auch in der Draufsicht
auf die Sichtseite des Elements (1) aufgrund der geringeren Breite (b) zweier benachbarter
unteren Querteile (5) gegenüber der größeren Breite der oberen Querteile (4) Fugen
(12) ausgebildet sind.
2. Holzdeckenelement oder -wandelement (1) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Holzbretter (2) des Elements (1) aus massivem Holz bestehen und zum Aneinanderfügen
der einzelnen Holzbretter (2) diese miteinander entweder gedübelt oder verklebt oder
verschraubt sind.
3. Holzdeckenelement oder -wandelement (1) nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass die Isolierkörper (3) entweder schalldämmend oder wärmedämmend oder beides zugleich
sind.
4. Holzdeckenelement oder -wandelement (1) nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Isolierkörper (3) aus Holzfasern oder aus Kunststoff bestehen.
5. Holzdeckenelement oder -wandelement (1) nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass die Isolierkörper (3) aus Holzfasern oder aus Kunststoff eine faserige Oberfläche
aufweisen.
6. Holzdeckenelement oder -wandelement (1) nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die längs verlaufenden Aussparungen (6, 6') eines jeden Holzbrettes (2) bombiert
oder konkav gestaltet sind.