[0001] Die vorliegende Erfindung befasst sich mit einer Lamelle für Sonnenschutzanlagen
mit Lamellenbehängen, die wenigstens eine seitliche Aufnahme zum Einstecken eines
Führungsnippels aufweist.
[0002] Bei Sonnenschutzanlagen mit beispielsweise in Führungsschienen oder an Spannseilen
geführten Lamellenbehängen ist es üblich, dass wenigstens ein Teil der Lamellen seitliche
Führungsnippel aufweist, die einerseits an den Lamellen festgelegt sind und andererseits
an der Führungsschiene oder einem sonstigen Führungsorgan geführt sind.
[0003] Bekannt ist es hierbei, die Führungsnippel in seitliche Aufnahmen, die in die Lamellen
eingearbeitet sind, einzustecken und gegen Herausziehen zu verankern. Eine Lamelle
mit seitlich offenen Aufnahmen ist aus der
EP 2 022 928 A1 bekannt. Problematisch ist, dass bei der heute üblicherweise zu der Herstellung von
Lamellen aus Blech zum Einsatz kommenden Rollformtechnik derartige Stanzbilder praktisch
nicht zu realisieren sind. Damit gestaltet sich die Herstellung der bekannten Lamellen
als äußerst kostenaufwendig.
[0004] Konventionelle Lamellen mit Löchern oder Durchbrüchen, die zum seitlichen Rand hin
verschlossen sind und auch nicht aufgebrochen werden können, sind beispielsweise aus
der
DE 94 11 372 Ul, der
DE 85 06 553 U1 oder der
EP 0 616 108 A1 bekannt.
[0005] Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine Lamelle zu schaffen, die kostengünstig
im Rollformverfahren hergestellt werden kann und sich für die Anbringung seitlicher
Führungsnippel eignet.
[0006] Die Aufgabe der Erfindung wird dadurch gelöst, dass bei einer Lamelle der eingangs
genannten Art die wenigstens eine Aufnahme am Lamellenrand mit jeweils einem Steg
verschlossen ist, der über eine Sollbruchstelle verfügt, die durch das Einstecken
des Führungsnippels aufbrechbar ist.
[0007] Mittels der Stege lässt sich das Stanzbild der Lamelle als geschlossene Kontur ausführen,
so dass die für große Stückzahlen kostengünstige Rollformtechnik zum Einsatz kommen
kann. Das Stanzbild für die Aufnahmen am Lamellenende ist geschlossen ausgeführt,
wobei der Steg so gestaltet ist, dass er beim Einstecken der Führungsnippel leicht
aufbricht und die Aufnahme für den Führungsnippel freigibt. In der Regel ist die Lamelle
beidseitig mit entsprechenden Aufnahmen für Führungsnippel ausgebildet.
[0008] Bevorzugt ist eine Ausführungsform, bei welcher die Sollbruchstelle mit verjüngter
Stegbreite mittig angeordnet ist. Dadurch ergibt sich ein gleichmäßiges und definiertes
Aufbrechen bzw. Aufreißen beim Einschieben der Führungsnippel. Alternativ oder ergänzend
sind Ausbildungen der Sollbruchstelle durch eine gezielte Schwächung der Materialstärke
oder auch einen dünnen Schlitz möglich.
[0009] Die Lamellen der zuvor beschriebenen Art können aus Kunststoff gefertigt sein, vorzugsweise
bestehen sie aber aus Metall und werden nach dem genannten Rollformverfahren hergestellt.
[0010] Besonders bevorzugt ist eine Ausführungsform, bei welcher die Aufnahmen seitlich
hinter den Stegen Freiräume aufweisen, in welchen die Stegteile beim Eindrücken der
Führungsnippel aufnehmbar sind. Auf diese Weise wird verhindert, dass sich die Stegteile
unkontrolliert verformen und einen ordnungsgemäßen Montagevorgang der Führungsnippel
verhindern. Dies ist insbesondere bei Materialien für die Lamellen zweckdienlich,
die nach dem Aufbrechen oder -reißen der Sollbruchstelle oder einer anderen Bruchstelle
eine plastische Deformation der Stegteile erlauben, wie dies beispielsweise bei Aluminiumblech
der Fall ist. Aber auch bei spröden Materialien, bei denen die Stegteile von der Lamelle
losgebrochen werden, können die Freiräume dazu dienen, die Stegteile aufzunehmen,
damit diese nicht bei der Montage der Führungsnippel unkontrolliert durch die Gegend
fliegen.
[0011] Vorzugsweise ist eine Lamelle mit seitlich in die Aufnahme eingesteckten Führungsnippeln
so ausgebildet, dass diese gegen Ausziehen aus der Lamelle verankert sind. Dies kann
durch einfaches Verklemmen des Führungsnippels, aber auch durch zusätzliche Maßnahmen,
wie z. B. Klemmen mittels zusätzlicher Elemente, Verkleben, Verschweißen oder formschlüssige
Befestigungstechniken erreicht werden. Eine besonders einfache Aufnahme kann vorsehen,
dass die Stegteile nach dem Einstecken der Führungsnippel mit diesem verkeilt sind.
Dadurch sind keine weiteren Maßnahmen notwendig, um den Führungsnippel gegen Ausziehen
zu sichern.
[0012] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass
die Führungsnippel jeweils zwei flächige Elemente aufweisen, die größer als die Aufnahmen
sind, wobei die flächigen Elemente durch eine Rippe verbunden sind, die der Form der
Aufnahme angepasst ist. Ein solcher Führungsnippel gelangt mit der Rippe in die Aufnahme,
wobei die Rippe die Lage des Führungsnippel gemeinsam mit den beiden flächigen Elementen
definiert, von denen eines auf der Oberseite und das andere auf der Unterseite der
Lamelle liegt. Die Rippe selbst kann an ihrer Spitze zugespitzt oder abgerundet sein,
um als definierte Stoßkante den Steg an seiner definierten Sollbruchstelle aufzubrechen.
[0013] Für eine formschlüssige Fixierung der Führungsnippel an der Lamelle können beispielsweise
an wenigstens einem flächigen Element Stifte festgelegt sein, die bis wenigstens in
seitliche Erweiterungen der jeweiligen Aufnahme ragen. Die Stifte werden nach dem
Einstecken der Führungsnippel in die Aufnahme in den Bereich der Erweiterungen geschoben,
wobei sie in wenigstens einem flächigen Element unverlierbar eingepresst sind. Die
Stifte können dabei bis in das gegenüberliegende flächige Element ragen und dort in
einer weiteren Presspassung sitzen, wobei an dem gegenüberliegenden flächigen Element
auch ein Sitz in einer Öffnung mit Spielpassung möglich ist.
[0014] Die Führungsnippel sind der Regel aus Kunststoff hergestellt, können grundsätzlich
jedoch auch aus jedem anderen Werkstoff bestehen, der für den vorliegenden Anwendungsfall
geeignet ist.
[0015] Nachfolgend wird anhand der beigefügten Zeichnungen näher auf ein Ausführungsbeispiel
der Erfindung eingegangen. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Schrägansicht auf den Endbereich einer Lamelle;
- Fig. 2
- eine Draufsicht auf das Lamellenende nach Fig. 1 und einen Führungsnippel vor dem
Einsteckvorgang;
- Fig. 3
- eine Stirnansicht der Lamelle mit eingesetztem Führungsnippel;
- Fig. 4
- einen Schnitt C-C gemäß Fig. 3.
[0016] In Fig. 1 ist eine im Rollformverfahren hergestellte Lamelle 10 aus Aluminiumblech
gezeigt, die im Bereich ihres seitlichen Stirnendes mit einer geschlossenen Stanzung
versehen ist, die eine Aufnahme 14 für einen Führungsnippel 16 (siehe Fig. 2) bildet,
der in diese Aufnahme 14 einsteckbar ist. Im Hinblick auf die Varianz in den Stanzbilden,
die Ablängtechnik und die Prozesszeit pro Lamelle ist das Stanzbild 12 geschlossen
ausgebildet, d. h. die Aufnahme 14 ist fluchtend zu einer Stirnkante 18 der Lamelle
mit einem Steg 20 verschlossen. Dieser Steg 20 besitzt eine mittige Sollbruchstelle
22, die durch eine Verjüngung der Stegbreite ausgebildet ist. Die Anbindung des Steges
20 an die Lamelle 10 erfolgt über seitliche Sollbiegestellen 24, die ebenfalls durch
Verjüngung der Stegbreite ausgebildet sind.
[0017] Unmittelbar hinter dem Steg 20 besitzt die Aufnahme seitliche Freiräume 26, auf deren
Funktion später noch näher eingegangen wird.
[0018] Im übrigen besteht die Aufnahme 14 aus einem Langloch mit einem abgerundeten Ende
sowie zwei seitlichen Erweiterungen 28, auf deren Funktion später noch näher eingegangen
wird.
[0019] Der Führungsnippel 16 besteht aus einem Führungselement 30, das im gezeigten Beispiel
zum Eingriff in eine Führungsschiene bestimmt ist, sowie einem Halteelement, dass
zur Verankerung an der Lamelle 10 bestimmt ist. Im gezeigten Ausführungsbeispiel besteht
das Halteelement 32 aus einem ersten flächigen Element 34 (siehe Fig. 3) einem zweiten
flächigen Element 36 sowie einer zwischen diesen beiden flächigen Elementen 34, 36
liegenden Rippe 38, deren Außenkontur der Kontur der Aufnahme 14 angepasst ist.
[0020] Der Abstand der beiden flächigen Elemente 34, 36 ist gemäß Fig. 3 so gewählt, dass
die Lamelle 10 spielfrei oder mit geringem Spiel zwischen die beiden flächigen Elemente
34, 36 eingeschoben werden kann. Erkennbar aus Fig. 3 ist die konkave Ausbildung der
einander zugewandten Flächen der beiden flächigen Elemente 34, 36, um das problemlose
Einsetzen von Lamellen mit unterschiedlichen Krümmungsradien zu ermöglichen.
[0021] An dem Führungsnippel 16, der aus Kunststoff besteht, sind am ersten flächigen Element
34 zwei Stifte 40 festgelegt, vorzugsweise durch eine Filmanbindung bei der Herstellung
des Führungsnippels in einer Spritzgußform. Die Lage der Stifte 40 ist so gewählt,
dass sie nach dem Einfügen des Führungsmittels 16 mit dem den seitlichen Erweiterungen
28 der Aufnahme 14 fluchten.
[0022] Ausgehend von Fig. 2 gelangt beim Einfügen des Führungsnippels 16 zunächst eine Stoßkante
42 der Rippe 38 in Kontakt mit dem Steg 20 und zwar im Bereich der Sollbruchstelle
22, wobei geringfügige Abweichungen unproblematisch sind. Bedingt durch den verjüngten
Querschnitt gibt das Material des Steges dem Druck durch den Führungsnippel 16 nach
und reißt dann im Bereich der Sollbruchstelle 22 auf. Bei spröden Materialien bricht
der Steg an dieser Stelle. Eine fortgesetzte Krafteinwirkung auf den Führungsnippel
16 in der Einschubrichtung führt dazu, dass sich die beiden Stegteile um die Sollbiegestelle
24 verbiegen und in die Freiräume 26 gelangen, so dass sich nach dem vollständigen
Einschieben, das durch das Anlegen einer Anschlagkante 44 an der Seitenflanke 18 der
Lamelle 10 definiert ist, der in Fig. 4 gezeigte Zustand ergibt. In dieser eingeschobenen
Stellung füllt die Rippe 38 die Aufnahme 14 im wesentlichen vollständig aus, wobei
die Stifte 40 exakt mit den seitlichen Erweiterungen 28 fluchten.
[0023] Die Stifte 40 können dann unter Aufbrechen der Filmanbindung aus der in Fig. 3 gezeigten
Lage durch Eindrücken in die seitlichen Erweiterungen bewegt werden, wobei sie schließlich
in Bohrungen in dem zweiten flächigen Element 36 gelangen. Durch eine geschickte Auswahl
der Bohrungsdurchmesser im Bereich des ersten und/oder zweiten flächigen Elementes
sind die Stifte 40 nach dem Eindrücken auch ohne weitere Maßnahmen dauerhaft fixiert
und sichern den Führungsnippel 16 am Lamellenkörper 10 gegen Ausziehen.
[0024] Möglich ist auch ein Verkeilen der Stegteile mit dem Führungsnippel 16, wobei gewisse
elastische Eigenschaften des Lamellenmaterials dieses Verkeilen fördern und gegebenenfalls
auf weitere Maßnahmen zu Festlegung des Führungsnippels an der Lamelle gegen Ausziehen
verzichtet werden kann, so dass beispielsweise die Stifte 40 entfallen könnten.
[0025] Die Art der Festlegung des Führungsnippels 16 am Lamellenkörper 10 ist hier von untergeordneter
Bedeutung, wobei grundsätzlich auch andere Maßnahmen zur Befestigung getroffen werden
könnten, beispielsweise ein Vernieten, Verkleben oder dergleichen.
[0026] Die Lamelle 10 ist in der Regel beidseitig mit Aufnahmen 14 für die Führungsnippel
versehen, es sind aber auch Ausführungsformen mit nur einer Aufnahme möglich, wobei
dann bei Behängen mit niedriger Beanspruchung die Lamellen z. B. wechselseitig seitlich
geführt sein können.
1. Lamelle für Sonnenschutzanlagen mit Lamellenbehängen, die wenigstens eine seitliche
Aufnahme (14) zum Einstecken eines Führungsnippels (16) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens eine Aufnahme (14) zum Lamellenrand (18) hin mit einem Steg (20) verschlossen
ist, der eine Sollbruchstelle (22) aufweist, die durch Einstecken des Führungsnippels
(16) aufbrechbar ist.
2. Lamelle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass an der Sollbruchstelle (22) die Stegbreite verjüngt ist.
3. Lamelle nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Sollbruchstelle in der Mitte des Steges (20) liegt.
4. Lamelle nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Lamelle aus Metall oder Kunststoff besteht und die Aufnahmen (14) ausgestanzt
sind.
5. Lamelle nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufnahmen (14) seitlich hinter den Stegen (20) Freiräume (26) aufweisen, in welchen
die Stegteile der Stege (20) beim Eindrücken der Führungsnippel (16) aufnehmbar sind.
6. Lamelle nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in den Aufnahmen (14) Führungsnippel (16) eingesteckt sind, die gegen Ausziehen an
den Lamellen (10) verankert sind.
7. Lamelle nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Stegteile mit dem Führungsnippel (16) verkeilt sind.
8. Lamelle nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsnippel (16) zwei flächige Elemente (34, 36) aufweisen, die größer als
die Aufnahmen (14) sind, wobei die flächigen Elemente (34, 36) durch jeweils eine
Rippe (38) verbunden sind, die der Form der Aufnahme (14) angepasst ist.
9. Lamelle nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Stirnseite der Rippe (38) zugespitzt oder abgerundet ist, um als definierte Stoßkante
den Steg (20) an einer definierten Stelle aufzubrechen.
10. Lamelle nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass an wenigstens einem flächigen Element (34) Stifte (40) festgelegt sind, die bis wenigstens
in seitliche Erweiterungen (28) der Aufnahme (14) ragen.
11. Lamelle nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Stifte (40) in Öffnungen in wenigstens einem flächigen Element (34, 36) eingepresst
sind.
12. Lamelle nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Stifte (14) in einem flächigen Element (34) in einer ersten Öffnung mit einer
Presspassung und in dem anderen flächigen Element (36) in einer Öffnung mit einer
Spielpassung sitzen.
13. Lamelle nach einem der Ansprüche 6 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsnippel (16) aus Kunststoff bestehen.
14. Lamelle nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Steg (20) über Sollbiegestellen (24) an der Lamelle (10) angeformt ist.