(19)
(11) EP 1 621 845 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
11.08.2010  Patentblatt  2010/32

(21) Anmeldenummer: 05012308.2

(22) Anmeldetag:  08.06.2005
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
F41J 9/10(2006.01)

(54)

Vorrichtung zur Verminderung des aerodynamischen Widerstandes eines Schleppkörpers

Device for reducing the aerodynamic resistance of a towed body

Dispositif pour réduire la résistance aérodynamique d'un corps remorqué


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU MC NL PL PT RO SE SI SK TR

(30) Priorität: 27.07.2004 DE 102004036444

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
01.02.2006  Patentblatt  2006/05

(73) Patentinhaber: EADS Deutschland GmbH
85521 Ottobrunn (DE)

(72) Erfinder:
  • Schwarz, Michael
    88682 Salem (DE)

(74) Vertreter: Meel, Thomas 
EADS Deutschland GmbH Patentabteilung DSLAIP1
88039 Friedrichshafen
88039 Friedrichshafen (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A- 0 911 601
FR-A- 1 435 960
FR-A- 841 452
US-A- 3 453 958
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Verminderung des aerodynamischen Widerstandes eines Schleppkörpers.

    [0002] Aus EP 0 911 601 B1, welche die Grundlage für den Oberbegriff des Anspruches 1 bildet, ist ein Schleppkörper zur Luftzieldarstellung bekannt. In der Nase dieses Schleppkörpers ist ein Heizelement angeordnet mittels welchem die thermische Signatur eines Zielflugkörpers simuliert werden kann. Durch die Verwendung von Heizplatten ist der Schleppkörper im Bereich der Nase üblicherweise eben ausgeführt. Ein Nachteil dieser stumpfen Nase ist ihre aerodynamisch ungünstige Formgebung, wodurch der aerodynamische Widerstand des Schleppkörpers stark ansteigt. Dieser hohe aerodynamische Widerstand des Schleppkörpers bedingt ein belastbareres Schleppseil, das üblicherweise einen größeren Durchmesser und damit selbst einen höheren aerodynamischen Widerstand aufweist, so dass der Gesamtwiderstand zusätzlich ansteigt.

    [0003] Zur Verminderung des aerodynamischen Widerstandes des Schleppkörpers ist es z.B. möglich, bei gegebenem Rumpfdurchmesser den Durchmesser des ebenen Teils der stumpfen Nase zu verringern und den Bereich des Schleppkörpers zwischen Nase und Rumpf mit einem Übergangsradius zu versehen. Ein Nachteil hierbei ist allerdings, dass sich dadurch auch die thermische Abstrahlfläche verringert, was nachteilige Auswirkung auf die Simulation der thermischen Signatur von Zielflugkörpern hat.

    [0004] Es ist somit Aufgabe der Erfindung den aerodynamische Widerstand eines Schleppkörpers zu verringern.

    [0005] Diese Aufgabe wird mit der Vorrichtung gemäß Patentanspruch 1 gelöst. Vorteilhafte Ausführungen der Erfindung sind Gegenstand von Unteransprüchen.

    [0006] Die Aufgabe wird durch die Vorrichtung gemäß den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst, nämlich durch eine auf den Schleppkörper aufbringbare Hülse (4), welche im Strömungsverlauf einen Kantenradius aufweist sowie einen Bereich vorgebbarer konstanter Wanddicke W und einen konischen Bereich, in welchem die Kontur der Hülse mit einem Gefälle G stromabwärts ausläuft, wobei die Wanddicke W und der Kantenradius im Gebrauchszustand der Hülse 10% des Durchmessers des Schleppkörpers beträgt. Dadurch wird zwar der Durchmesser des Schleppkörpers und damit die projizierte Fläche im vorderen Bugsegment vergrößert, durch den Kantenradius allerdings wird der Beiwert des aerodynamischen Widerstandes und damit der aerodynamische Widerstand selbst wesentlich verringert.

    [0007] Die Erfindung sowie weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung werden im folgenden anhand von Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
    Fig. 1
    einen Teilausschnitt einer erfindungsgemäßen Hülse im Querschnitt entlang der Längsachse eines Schleppkörpers,
    Fig. 2
    den Verlauf des cw-Wertes eines Schleppkörpers mit einer erfindungsgemä- β en Hülse bezogen auf den cw-Wert eines Schleppkörper ohne Hülse in Ab- hängigkeit vom Anstellwinkel des Schleppkörpers.


    [0008] Fig. 1 zeigt einen Teilausschnitt einer erfindungsgemäßen Hülse im Querschnitt entlang der Längsachse eines Schleppkörpers.

    [0009] Der Schleppkörper 1 weist im vorderen Bereich eine stumpfe Nase 2 auf. Nicht dargestellt sind die in der stumpfen Nase 2 des Schleppkörpers 1 angeordneten Heizelemente zur Simulation der thermischen Signatur von Zielflugkörpern, z.B. Flugzeugen.

    [0010] Die erfindungsgemäße Hülse 4 liegt vorteilhaft am Außenumfang 3 des Schleppkörpers 1 an. Der Schleppkörper 1 ist typischerweise zylindrisch ausgeführt. Selbstverständlich ist es aber auch möglich, dass der Schleppkörper 1 andere sich in Längsrichtung erstreckende Profile, z.B. Rechteckprofil aufweist. Die erfindungsgemäße

    [0011] Hülse 4 ist dabei vorteilhaft im vorderen Rumpfsegment des Schleppkörpers 1 angeordnet.

    [0012] Im vorderen Bereich (stromaufwärts) der Hülse 4 weist die Hülse 4 einen Kantenradius 5 auf. Dieser Kantenradius 5 beträgt 10% des Durchmessers des Schleppkörpers. Durch den Kantenradius 5 wird die Hülse 4 vom Innendurchmesser der Hülse 4 bis zum maximalen Außendurchmesser der Hülse 4 aufgebaut. Am maximalen Außendurchmesser weist die Hülse 4 eine Wanddicke W von 10% des Durchmessers des Schleppkörpers 1 auf, also dem Kantenradius 5.

    [0013] Durch die Hülse 4 wird zwar die projizierte Fläche der stumpfen Nase 2 des Schleppkörpers 1 in Anströmrichtung vergrößert, durch den Kantenradius 5 wird allerdings der Beiwert (cw-Wert) des aerodynamischen Widerstandes verringert, was resultierend zu einer Reduktion des aerodynamischen Widerstandes führt. Durch die Verringerung des Ablösegebietes am Übergang von der Nasen- zur Rumpfsektion des Schleppkörpers, das durch Wirbelstrukturen und damit durch Druckfluktuationen charakterisiert ist, werden Induktionen auf stromabwärts angebrachte akustische Sensoren verringert bzw. vermieden.

    [0014] Im weiteren Strömungsverlauf weist die Hülse 4 einen Bereich 8 mit konstanter Wanddicke W auf. Dieser Bereich 8 befindet sich bevorzugt stromabwärts direkt nach dem Kantenradius 5.

    [0015] Im weiteren Strömungsverlauf weist die Hülse 4 einen Bereich 9 auf, in welchem die Kontur der Hülse 4 mit einem Gefälle G stromabwärts ausläuft. Das Gefälle G beträgt dabei vorteilhaft weniger als 10%, insbesondere 7%. Dabei wird die Wanddicke W der Hülse 4 vom Außendurchmesser bis zum Innendurchmesser der Hülse abgebaut. Durch diesen Verlauf der Hülsenkontur wird verhindert, dass in diesem Bereich 9 und in stromabwärts befindlichen Bereichen die den Schleppkörper 1 umgebende Strömung ablöst und zusätzlicher Druckwiderstand entsteht.

    [0016] Die Gesamtlänge L der Hülse 4 ergibt sich somit konsequenterweise aus dem Kantenradius 5, dem Bereich 8 konstanter Wanddicke W und dem konischen Bereich 9. Fig. 2 zeigt den Verlauf des cw-Wertes eines Schleppkörpers mit einer erfindungsgemäßen Hülse bezogen auf den cw-Wert eines Schleppkörper ohne Hülse in Abhängigkeit vom Anstellwinkel des Schleppkörpers.

    [0017] Auf der Abszisse ist der Anstellwinkel des Schleppkörpers aufgetragen. Ein Anstellwinkel von 0° bedeutet hierbei, dass die Strömung unter einem Winkel von 90° auf die ebene Nase des Schleppkörpers auftrifft.

    [0018] Auf der Ordinate ist der cw-Wertes eines Schleppkörpers mit einer erfindungsgemäßen Hülse bezogen auf den cw-Wert eines Schleppkörpers ohne Hülse aufgetragen. Das Diagramm zeigt für den Schleppkörper mit einer erfindungsgemäßen Hülse bei einem Anstellwinkel von 0° einen cw-Wertes von ca. 45% und bei einem Anstellwinkel von +/- 20° einen cw-Wertes von ca. 90% bezogen auf den cw-Wert des Schleppkörpers ohne Hülse an.


    Ansprüche

    1. Vorrichtung zur Verminderung des aerodynamischen Widerstandes eines Schleppkörpers zur Zieldarstellung,
    dadurch gekennzeichnet, dass
    die Vorrichtung eine auf den Schleppkörper (1) aufbringbare Hülse (4) ist, welche im Strömungsverlauf einen Kantenradius (5) aufweist sowie einen Bereich (8) vorgebbarer konstanter Wanddicke W und einen konischen Bereich (9), in welchem die Kontur der Hülse (4) mit einem Gefälle G stromabwärts ausläuft, wobei die Wanddicke W und der Kantenradius (5) im Gebrauchszustand der Hülse (4) 10% des Durchmessers des Schleppkörpers (1) beträgt.
     
    2. Vorrichtung nach Anspruch 1, wobei die Kontur (9) der Hülse (4) stromabwärts mit einem Gefälle G von weniger als 10% ausläuft.
     
    3. Vorrichtung nach Anspruch 2, wobei das Gefälle G 7% beträgt.
     
    4. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Hülse (4) am Außenumfang des Schleppkörpers (1) anliegt.
     
    5. Schleppkörper zur Zieldarstellung mit einer Vorrichtung (4) gemäß einem der vorangehenden Ansprüche, wobei der Schleppkörper (1) eine stumpfe Nasenkontur (2) aufweist.
     
    6. Schleppkörper nach Anspruch 5, wobei die Vorrichtung (4) im vorderen Rumpfsegment des Schleppkörpers (1) angeordnet ist.
     
    7. Schleppkörper nach Anspruch 5 oder 6, wobei der Schleppkörper (1) zylindrisch ist.
     


    Claims

    1. Apparatus for reducing the aerodynamic drag on a towed body for target representation,
    characterized in that the apparatus is a casing (4) which can be fitted to the towed body (1), has an edge radius (5) in the flow profile and has an area (8) with a predeterminable constant wall thickness W and a conical area (9) in which the contour of the casing (4) ends downstream with a gradient G, wherein the wall thickness W and the edge radius (5) are 10% of the diameter of the towed body (1) when the casing (4) is in the in-use state.
     
    2. Apparatus according to Claim 1, wherein the contour (9) of the casing (4) ends downstream with a gradient G of less than 10%.
     
    3. Apparatus according to Claim 2, wherein the gradient G is 7%.
     
    4. Apparatus according to one of the preceding claims, wherein the casing (4) rests on the external circumference of the towed body (1).
     
    5. Towed body for target representation having an apparatus (4) according to one of the preceding claims, wherein the towed body (1) has a blunt nose contour (2).
     
    6. Towed body according to Claim 5, wherein the apparatus (4) is arranged in the forward fuselage segment of the towed body (1).
     
    7. Towed body according to Claim 5 or 6, wherein the towed body (1) is cylindrical.
     


    Revendications

    1. Dispositif de réduction de la résistance aérodynamique d'un corps tracté de représentation de la cible,
    caractérisé en ce que le dispositif est une douille (4) qui peut être montée sur le corps tracté (1), laquelle présente dans le sens de l'écoulement un rayon d'arête (5) ainsi qu'une zone (8) ayant une épaisseur de paroi W constante pouvant être prédéfinie et une zone conique (9) dans laquelle le contour de la douille (4) se prolonge avec une pente G en aval de l'écoulement, l'épaisseur de paroi W et le rayon d'arête (5) étant égaux à 10 % du diamètre du corps tracté (1) lorsque la douille (4) est dans son état d'utilisation.
     
    2. Dispositif selon la revendication 1, le contour (9) de la douille (4) se prolongeant avec une pente G de moins de 10 % en aval de l'écoulement.
     
    3. Dispositif selon la revendication 2, la pente G étant égale à 7 %.
     
    4. Dispositif selon l'une des revendications précédentes, la douille (4) reposant sur le pourtour extérieur du corps tracté (1).
     
    5. Corps tracté de représentation de la cible comprenant un dispositif (4) selon l'une des revendications précédentes, le corps tracté (1) présentant un contour de nez (2) tronconique.
     
    6. Corps tracté selon la revendication 5, le dispositif (4) étant disposé dans le segment de fuselage avant du corps tracté (1).
     
    7. Corps tracté selon la revendication 5 ou 6, le corps tracté (1) étant cylindrique.
     




    Zeichnung








    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



    Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

    In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente