[0001] Verfahren zur Ausrüstung von saugfähigen Materialien, dadurch gekennzeichnet, dass
man es
- (A) in einem ersten Schritt hydrophiliert,
- (B) in einem darauf folgenden Schritt mit mindestens einer wässrigen Flotte behandelt,
enthaltend
- (a) mindestens ein organisches Polymer,
- (b) mindestens einen organischen oder anorganischen Feststoff in partikulärer Form,
der von (a) verschieden ist, und
- (c) mindestens einen Emulgator.
[0002] Die Ausrüstung von Textilien ist ein Arbeitsgebiet mit wachsender wirtschaftlicher
Bedeutung. Besonders interessant ist es, Textilien Wasser- und Schmutz-abweisend auszurüsten.
Moderne Maßnahmen bedienen sich in einigen Fällen des sogenannten Lotus-Effekts® und
verleihen Textilien durch das Aufbringen einer rauen Oberfläche ein Wasser- und Schmutz-abweisendes
Verhalten.
[0003] WO 96/04123 beschreibt selbstreinigende Oberflächen, die eine künstliche Oberflächenstruktur
besitzen, welche Erhebungen und Vertiefungen aufweist, wobei die Struktur insbesondere
durch ihre Strukturparameter gekennzeichnet ist. Die Herstellung der Strukturen erfolgt
beispielsweise durch Aufprägen einer Struktur auf ein thermoplastisch verformbares
hydrophobes Material oder durch Aufbringen von Teflonpulver auf eine mit UHU® behandelte
Fläche. Aus
US 3,354,022 sind ähnlich hergestellte Wasser-abweisende Flächen bekannt.
[0004] Aus
EP-A 0 933 388 sind Verfahren zur Herstellung von strukturierten Oberflächen bekannt, bei denen
man zunächst durch Photolithographie eine Negativform herstellt, mit dieser Form eine
Kunststofffolie prägt und anschließend die geprägte Kunststofffolie mit fluorierten
Alkylsilanen hydrophobiert.
[0005] Die oben beschriebenen Methoden sind jedoch zur Schmutz- und Wasserabweisenden Ausrüstung
von Textilien ungeeignet.
[0006] In
WO 02/84013 wird vorgeschlagen, Fasern, beispielsweise aus Polyester, dadurch zu hydrophobieren,
dass man sie durch ein auf 80°C erhitztes Bad aus Decalin, in dem 1 % hydrophobiertes
Kieselgel Aerosil 8200 suspendiert wurde, hindurchzieht.
[0007] In
WO 02/84016 wird vorgeschlagen, Polyestergewebe dadurch zu hydrophobieren, dass man es durch
ein Bad aus auf 50°C erwärmtes DMSO (Dimethylsulfoxid), in dem 1 % hydrophobiertes
Kieselgel Aeroperl 8200 suspendiert wurde, hindurchzieht.
[0008] Beiden Methoden zur Hydrophobierung ist gemeinsam, dass das Lösemittel so gewählt
wird, dass die Fasern partiell gelöst werden. Dazu ist es erforderlich, dass man große
Mengen an organischem Lösemittel einsetzt, was in vielen Fällen unerwünscht ist. Außerdem
kann durch Behandlung mit organischen Lösemitteln die mechanische Festigkeit der Fasern
nachteilig beeinflusst werden.
[0009] In
WO 01/75216 wird vorgeschlagen, textile Fasern und Flächengebilde dadurch Wasser und Schmutz-abweisend
auszurüsten, dass man sie mit einer Zwei-Komponenten-Schicht versieht, von denen eine
ein Dispersionsmittel und die andere beispielsweise ein Kolloid ist. Durch das in
WO 01/75216 beschriebene Ausrüstungsverfahren werden Ausrüstungsschichten hergestellt, bei denen
die Kolloide anisotrop im Dispersionsmittel verteilt sind, wobei man eine Anreicherung
der Kolloide an der Grenzfläche zwischen Ausrüstungsschicht und umgebender Oberfläche
beobachtet. Das Verfahren wendet dabei solche Ausrüstungsflotten an, die bis zu 5
g/l Aerosil 812 S enthalten.
[0010] Durch das in
WO 01/75216 beschriebene Verfahren ausgerüstete Textilien weisen jedoch in vielen Fällen eine
nicht zufriedenstellende mechanische Belastbarkeit auf.
[0011] WO 01/83662 beschreibt ein Verfahren zur Verbesserung der Schmutzablösung von und/oder Reduzierung
der Wiederanschmutzbarkeit auf textile Oberflächen, in dem man die Oberfläche mit
Partikeln mit einer Teilchengrösse von 5 bis 500 nm behandelt.
[0012] Außerdem beobachtet man, dass Schmutz-abweisend behandelte saugfähige Materialien
und insbesondere Textilien des Stands der Technik in vielen Fällen eine hohe Wasseraufnahme
aufweisen, bestimmbar beispielsweise nach Bundesmann, was für viele Anwendungen unerwünscht
ist.
[0013] Es bestand daher die Aufgabe, ein Verfahren zur Ausrüstung von saugfähigen Materialien
zur Verfügung zu stellen, das die oben aufgezeigten Nachteile nicht aufweist und gleichzeitig
sehr gute Wasser- und Schmutz-abweisende Wirkung aufweist. Es bestand weiterhin die
Aufgabe, Schmutz- und Wasser-abweisende Textilien bereitzustellen.
[0014] Demgemäß wurde das eingangs definierte Verfahren gefunden.
[0015] Unter saugfähigen Materialien sind im Sinne der vorliegenden Erfindung beispielsweise
Papier, Pappe, Holz, Baustoffe wie beispielsweise Ziegel, Beton, Naturstein, Sandstein
und Kalksandstein, weiterhin Lederimitate und Leder und bevorzugt textile Materialien
zu verstehen. Unter textilen Materialien sind beispielsweise Fasern, Vorgarn, Garn,
Zwirn einerseits und textile Flächengebilde andererseits wie beispielsweise Webwaren,
Maschenwaren, Vliese und Bekleidungsstücke zu verstehen. Besonders bevorzugt sind
textile Flächengebilde, die beispielsweise zur Herstellung von Textil im Außenbereich
verwendet werden können. Beispielhaft seien Segel, Sonnen- und Regenschirme, Planen,
Zeltbahnen, Tischdecken, Markisenstoffe, Bespannungen für wasserfahrzeuge wie beispielsweise
Segel- und Motorboote und Möbelbespannungen beispielsweise für Stühle, Schaukeln oder
Bänke genannt.
[0016] Saugfähige Materialien im Sinne der vorliegenden Erfindung können aus unterschiedlichen
Stoffen bestehen. Genannt seien Naturfasern und Synthesefasern sowie Mischfasern.
Unter Naturfasern seien beispielsweise Seide, Wolle und besonders bevorzugt Baumwolle
genannt. Unter Synthesefasern seien beispielhaft Polyamid, Polyester, Polypropylen,
Polyacrylnitril und Polyethylenterephthalat genannt. Auch modifizierte Naturfasern
lassen sich nach dem erfindungsgemäßen Verfahren beschichten, beispielsweise Celluloseacetat.
[0017] Das erfindungsgemäße Verfahren umfasst zwei Schritte, wobei man saugfähiges Material
- (A) in einem ersten Schritt hydrophiliert,
- (B) in einem darauf folgenden Schritt mit mindestens einer wässrigen Flotte behandelt,
enthaltend
- (a) mindestens ein organisches Polymer,
- (b) mindestens einen organischen oder anorganischen Feststoff in partikulärer Form,
der von (a) verschieden ist, und
- (c) mindestens einen Emulgator.
[0018] In bestimmten Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung kann man weitere, optionale
Schritte durchführen.
[0019] In Schritt (A) hydrophiliert man saugfähiges Material. Unter hydrophilieren wird
im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung verstanden, dass man die Oberfläche
von saugfähigem Material so behandelt, dass es unmittelbar nach Schritt (A) im durch
Wasser benetzbar ist. Die Benetzbarkeit der Oberfläche von nach Schritt (A) vorbehandeltem
saugfähigem Material kann man beispielsweise so nachweisen, dass sie bei Normalbedingungen
einen nicht messbaren Randwinkel mit Wasser aufweisen. Vorzugsweise bildet Wasser
auf gemäß Schritt (A) hydrophilierten Oberflächen keine mit bloßem Auge sichtbaren
Tröpfchen, sondern spreitet unter Bildung eines Films.
[0020] In einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung hydrophiliert und
glättet man in Schritt (A). Unter glätten wird im Zusammenhang mit der vorliegenden
Erfindung verstanden, dass abstehende Fuseln, Härchen und andere materialbedingte
Unebenheiten von saugfähigen Materialien entfernt werden oder so an die eigentliche
Oberfläche angeklebt, dass sie mit bloßem Auge nicht sichtbar von der Ausgleichsebene
abstehen.
[0021] Schritt (A) kann man beispielsweise so bewerkstelligen, dass man saugfähiges Material
in trockener oder vorzugsweise mit Wasser angefeuchteter Form mit einem oder mehreren
Gegenständen mit einer Temperatur von mindestens 450°C, bevorzugt von mindestens 500°C,
besonders bevorzugt von mindestens 750°C oder mit einer oder mehreren Flammen kontaktiert.
Als obere Temperaturgrenze für das Kontaktieren von saugfähigem Material mit einem
oder mehreren Gegenständen mit einer Temperatur von mindestens 450°C sind 1300°C zu
nennen, bevorzugt 900°C.
[0022] Bei einem oder mehreren Gegenständen mit einer Temperatur von mindestens 450 °C kann
es sich in einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung beispielsweise um einen
oder mehrere Gegenstände mit einer ebenen oder gebogenen Fläche handeln, beispielsweise
um eine oder mehrere Walzen, einen oder mehrere Stempel oder eine oder mehrere Platten.
[0023] Der oder die erfindungsgemäß in Schritt (A) eingesetzten Gegenstände mit einer Temperatur
von mindestens 450°C sind vorzugsweise so gestaltet, dass diejenige Oberfläche, die
man mit saugfähigem Material kontaktiert, aus Metall oder einer Legierung bestehen,
bevorzugt aus Stahl und besonders bevorzugt aus Kupfer oder einer Kupferhaltigen Legierung.
Ganz besonders bevorzugt handelt es sich bei mindestens einem erfindungsgemäß in Schritt
(A) eingesetzten Gegenstand um eine glühende Kupferplatte.
[0024] In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung kontaktiert man saugfähiges Material
mit einem oder mehreren Gegenständen mit einer Temperatur von mindestens 450°C, indem
man saugfähiges Material über den oder die betreffenden Gegenstände führt, die still
stehen oder - im Falle von Walzen - rotieren können. Bevorzugt führt man saugfähiges
Material mit einer Warengeschwindigkeit im Bereich von 20 bis 300 m/min, bevorzugt
30 bis 200 m/min über einen oder mehrere Gegenstände mit einer Temperatur von mindestens
450°C.
[0025] In einer anderen Ausführungsform der vorliegenden Erfindung kontaktiert man saugfähiges
Material mit einer oder mehreren Flammen, beispielsweise mit einer oder mehreren Gasflammen,
bevorzugt mit einer oder mehreren nicht-leuchtenden Gasflammen, wobei die Zusammensetzung
des betreffenden Gases oder Gasgemischs an sich unkritisch ist. Die Zusammensetzung
des betreffenden Gases ist vorzugsweise während der Durchführung von Schritt (A) konstant.
Bevorzugt liegt die Temperatur einer oder mehrerer Flammen im Bereich von 1100 bis
1500, bevorzugt 1200 bis 1300°C.
[0026] Als Warengeschwindigkeit sind beispielsweise bis zu 250 m/min geeignet, bevorzugt
30 bis 200 m/min.
[0027] Man kann saugfähiges Material einmal oder auch mehrmals mit einer oder mehreren Flammen
kontaktieren.
[0028] In einer anderen Ausführungsform von Schritt (A) kann man so vorgehen, dass man saugfähiges
Material an einem oder mehreren heißen Keramikkörpern vorbeiführt, die eine Temperatur
im Bereich von 800°C bis 1300°C aufweisen. Auf derartige Temperaturen erhitzte Keramikkörper
strahlen üblicherweise z. B. IR-Strahlung ab. Geeignete Apparate, in denen man saugfähige
Substrate und insbesondere Textil an heißen Keramikkörpern vorbeiführen kann, sind
kommerziell erhältlich.
[0029] Natürlich kann man verschiedene der vorbeschriebenen Ausführungsformen von Schritt
(A) miteinander kombinieren. Auch ist es möglich, eine oder mehrere Ausführungsformen
zu wiederholen, beispielsweise indem man saugfähiges Material über zwei rotierende
Walzen mit einer Temperatur von 500°C führt.
[0030] Man kann zu behandelndes saugfähiges Material dann, wenn es flächig ausgestaltet
ist, auf beiden Seiten oder vorzugsweise auf einer Seite mit einem oder mehreren Gegenständen
mit einer Temperatur von mindestens 450° oder mit einer oder mehreren Flammen kontaktieren.
[0031] Im Anschluss an vorstehend beschriebene Ausführungsformen von Schritt (A) kann man
nach Schritt (A) und insbesondere nach Kontaktieren mit einem oder mehreren Gegenständen
mit einer Temperatur von mindestens 450°C oder mit einer oder mehreren Flammen kontaktiertes
saugfähiges Material mit Wasser behandeln, beispielsweise als Bad, in Form von Wassergekühlten
Walzen oder in Form von Wasserdampf, und somit Funkenflug und Verbrennen von saugfähigem
Material verhindern.
[0032] Im Anschluss an vorstehend beschriebene Ausführungsformen von Schritt (A) kann man
mit einer oder mehreren feststehenden oder rotierenden Bürsten behandeln.
[0033] In einer anderen Ausführungsform der vorliegenden Erfindung behandelt man, bevorzugt
beschichtet man in Schritt (A) saugfähiges Material mit mindestens einer Schmelze
oder vorzugsweise Dispersion von mindestens einem (Co)polymerisat, ausgewählt aus
anionischen Polyurethanen, Copolymeren von (Meth)acrylsäure-C
1-C
10-Alkylestern und Copolymeren von (Meth)acrylsäure-C
1-C
10-Alkylestern mit mindestens einer ethylenisch ungesättigten Verbindung.
[0034] In Schritt (A) vorzugsweise eingesetzte Dispersionen sind bevorzugt wässrige Dispersionen,
beispielsweise mit einem Feststoffgehalt im Bereich von 30 bis 60 Gew.-%, bevorzugt
40 bis 55 Gew.-%.
[0035] In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung hat in Schritt (A) bevorzugt
eingesetzte wässrige Dispersion von (Co)polymerisat eine dynamische Viskosität im
Bereich von 50 bis 500 mPa·s, bevorzugt 70 bis 290 mPa·s, gemessen bei 25°C.
[0036] Anionische Polyurethane im Sinne der vorliegenden Erfindung sind beispielsweise erhältlich
durch Umsetzung von einem oder mehreren aromatischen oder vorzugsweise aliphatischen
oder cycloaliphatischen Diisocyanat bzw. Diisocyanaten mit einem Polyesterdiol oder
mehreren Polyesterdiolen.
[0037] Geeignete aromatische Diisocyanate sind beispielsweise 2,4-Toluylendiisocyanat und
2,4'-Diphenylmethandiisocyanat (2,4'-MDI). Geeignete aliphatische Diisocyanate sind
beispielsweise Hexamethylendiisocyanat und Dodecamethylendiisocyanat.
[0038] Geeignete cycloaliphatische Diisocyanate sind beispielsweise 2,4'-Methylen-bis(cyclohexyl)diisocyanat,
4-Methyl-cyclohexan-1,3-diisocyanat (H-TDI), Isophorondiisocyanat (IPDI) und Bis-4,4'-cyclohexylmethylendiisocyanat.
[0039] Geeignete Polyesterpolyole sind erhältlich durch Polykondensation von einem oder
mehreren vorzugsweise aliphatischen oder cycloaliphatischen Diol bzw. Diolen und einer
oder mehreren aromatischen oder vorzugsweise aliphatischen Dicarbonsäure bzw. Dicarbonsäuren.
[0040] Als aliphatische Diole kommen beispielsweise in Betracht: Ethylenglykol, 1,3-Propandiol,
1,4-Butandiol, 1,6-Hexandiol, 1,12-Dodecandiol, Propylenglykol (1,2-Propandiol), Butylenglykol
(1,2-Butandiol), Neopentylglykol.
[0041] Als cycloaliphatische Diole kommen beispielsweise in Betracht: cis-1,4-Cyclohexandimethanol,
trans-1,4-Cyclohexandimethanol, cis-1,3-Cyclohexandimethanol, trans-1,3-Cyclohexandimethanol.
[0042] Als aromatische Dicarbonsäuren kommen beispielsweise Terephthalsäure, Phthalsäure
und insbesondere Isophthalsäure in Betracht.
[0043] Als aliphatische Dicarbonsäuren kommen beispielsweise Bernsteinsäure, Glutarsäure
und insbesondere Adipinsäure in Betracht.
[0044] Ganz besonders gut geeignete Polyesterpolyole sind erhältlich beispielsweise durch
Polykondensation von mindestens zwei verschiedenen aliphatischen oder cycloaliphatischen
Diolen mit mindestens einer aromatischen oder vorzugsweise aliphatischen Dicarbonsäure,
beispielsweise aus Isophthalsäure, Adipinsäure und 1,4-Cyclohexandimethanol oder aus
Adipinsäure, Neopentylglykol und 1,6-Hexandiol.
[0045] In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung haben besonders gut geeignete
Polyesterpolyole eine Säurezahl im Bereich von 10 bis 200 mg KOH/g Polyesterpolyol,
bestimmt nach DIN 53402.
[0046] In einer anderen Ausführungsform der vorliegenden Erfindung haben besonders gut geeignete
Polyesterpolyote eine Hydroxylzahl im Bereich von 10 bis 200 mg KOH/g Polyesterpolyol,
bestimmt nach DIN 53240.
[0047] (Co)polymere von (Meth)acrylsäure-C
1-C
10-Alkylestern und Copolymere von (Meth)acrylsäure-C
1-C
10-Alkyfestern mit mindestens einer ethylenisch ungesättigten Verbindung sind beispielsweise
Blockcopolymere und vorzugsweise statistische Copolymere, die als Comonomere einpolymerisiert
enthalten:
40 bis 95 Gew.-%, bevorzugt 50 bis 90 Gew.-% einen oder mehrere (Meth)acrylsäure-C1-C10-Alkylester, bevorzugt (Meth)acrylsäure-C4-C8-Alkylester, beispielsweise (Meth)acrylsäuremethylester, (Meth)acrylsäureethylester,
(Meth)acrylsäure-n-propylester, (Meth)acrylsäure-iso-propylester, (Meth)acrylsäure-n-decylester,
bevorzugt (Meth)acrylsäure-n-butylester, (Meth)acrylsäure-iso-butylester, (Meth)acrylsäuren-hexylester,
(Meth)acrylsäure-n-octylester, (Meth)acrylsäure-2-ethylhexylester, besonders bevorzugt
(Meth)acrylsäure-n-butylester und (Meth)acrylsäure-2-ethylhexylester,
0,1 bis 10 Gew.-%, bevorzugt 1 bis 5 Gew.-% einer oder mehrerer ethylenisch ungesättigten
Carbonsäure bzw. Carbonsäuren, beispielsweise Methacrylsäure oder insbesondere Acrylsäure,
0 bis 50 Gew.-%, bevorzugt 1 bis 40 Gew.-% mindestens einer weiteren ethylenisch ungesättigten
Verbindung, gewählt aus vinylaromatischen Verbindungen wie beispielsweise α-Methylstyrol,
para-Methylstyrol, para-n-Butylstyrol und insbesondere Styrol, (Meth)acrylnitril,
N-Methylol(meth)acrylamid, Vinylestern von aliphatischen Carbonsäuren, beispielsweise
Vinylpropionat und insbesondere Vinylacetat.
[0048] In einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist Copolymer in
Schritt (A) aufgebaut aus
40 bis 95 Gew.-%, bevorzugt 50 bis 90 Gew.-% mindestens einem (Meth)acrylsäure-C
1-C
10-Alkylesters, bevorzugt Ethylacrylat, n-Butylacrylat und/oder 2-Ethylhexylacrylat,
0,1 bis 10 Gew.-%, bevorzugt 1 bis 5 Gew.-% Methacrylsäure oder insbesondere Acrylsäure,
und
0 bis 50 Gew.-%, bevorzugt 1 bis 40 Gew.-% mindestens einer ethylenisch ungesättigten
Verbindung, insbesondere Styrol, Vinylacetat oder (Meth)acrylnitril.
[0049] In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung handelt es sich bei einem (Co)polymerisat
um ein selbstvernetzendes (Co)polymerisat, beispielsweise von einem oder mehreren
(Meth)acrylsäure-C
1-C
10-Alkylestern mit Acrylsäure und N-Methylol(meth)acrylamid.
[0050] In einer speziellen Ausführungsform der vorliegenden Erfindung behandelt man saugfähiges
Material in Schritt (A) mit einer Mischung von mindestens zwei (Co)polymerisaten,
enthaltend 40 bis 99,9 Gew.-% eines thermisch vernetzbaren (Co)polymerisats von (Meth)acrylsäure-C
1-C
10-Alkylestern mit (Meth)acrylsäure und optional weiteren ethylenisch ungesättigten
Verbindungen, und 0,1 bis 60 Gew.-% anionischem Polyurethan, wobei Angaben in Gew.-%
jeweils auf das Gesamtgewicht der betreffenden Schmelze bzw. auf den Feststoffgehalt
der betreffenden Dispersion bezogen sind.
[0051] Zum Kontaktieren mit mindestens einer Schmelze oder vorzugsweise Dispersion von mindestens
einem (Co)polymerisat in Schritt (A) kann man beispielsweise an sich bekannte Techniken
der Beschichtung oder Veredlung von Papier und insbesondere von Textil einsetzen,
bevorzugt Aufdrucken, Auftragen und insbesondere Aufrakeln.
[0052] In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung geht man zur Durchführung von
Schritt (A) so vor, dass man mindestens ein (Co)polymerisat in einer Schichtdicke
von 10 bis 500 µm, bevorzugt 50 bis 300 µm auf saugfähiges Material aufträgt und insbesondere
aufrakelt.
[0053] In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung geht man zur Durchführung von
Schritt (A) so vor, dass man im Bereich von 5 bis 100 g/m
2, bevorzugt 8 bis 60 g/m
2 mindestens ein (Co)polymerisat auf saugfähiges Material aufträgt.
[0054] Wünscht man in Schritt (A) mit mindestens einem (Co)polymerisat in Form einer Dispersion
zu behandeln, die beispielsweise als Emulsion oder Suspension vorliegen kann, so kann
eine derartige Dispersion weitere Inhaltstoffe enthalten, beispielsweise Entschäumer,
Biozide, Verdicker, Puffer, Bindemittel und Emulgatoren.
[0055] Als Entschäumer seien beispielhaft genannt: bis zu 50 mal alkoxylierte, bevorzugt
ethoxylierte oder propoxylierte Polysiloxane mit 3 bis 10 Siliziumatomen pro Molekül,
insbesondere alkoxylierte 2-(3-Hydroxypropyl)heptamethyltrisiloxane, die bis zu 50
Ethylenoxid und/oder Propylenoxideinheiten pro mol aufweisen und bevorzugt einen Block
aus 7 bis 20, vorzugsweise 7 bis 12, Ethylenoxideinheiten und einen Block aus 2 bis
20, vorzugsweise 2 bis 10 Propylenoxideinheiten aufweisen.
[0056] Als Biozide seien Fungizide beispielhaft genannt, insbesondere 1,2-Benzisothiazolin-3-on
(kommerziell erhältlich als Proxel-Marken der Fa. Avecia Lim.) und dessen Alkalimetallsalze,
weiterhin Glutardialdehyd, Tetramethylolacetylendihamstoff, 2-Methoxycarbonylaminobenzimidazol.
[0057] Als Verdicker seien Verdicker natürlichen oder synthetischen Ursprungs genannt. Geeignete
synthetische Verdicker sind Poly(meth)acrylverbindungen, Polycarbonsäuren, Polyether,
Polyimine, Polyamide und Polyurethane, insbesondere Copolymere mit 85 bis 95 Gew.-%
Acrylsäure, 4 bis 15 Gew.-% Acrylamid und etwa 0,01 bis 1 Gew.-% des (Meth)acrylamidderivats
der Formel V

mit Molekulargewichten M
w im Bereich von 100.000 bis 200.000 g/mol, in denen R
7 für Methyl oder vorzugsweise Wasserstoff steht. Als Beispiele für Verdicker natürlichen
Ursprungs seien genannt: Agar-Agar, Carrageen, modifizierte Stärke und modifizierte
Cellulose.
[0058] Als Puffer seien beispielsweise Ammoniak/Ammoniumhalogenidpuffer, Essigsäure/Acetat-Puffer
und Citronensäure/Citrat-Puffer beispielhaft genannt.
[0059] Als Emulgatoren seien beispielsweise ein- bis 50-fach alkoxylierte, insbesondere
ethoxylierte n-C
10-C
30-Alkanole und ein- bis 50-fach alkoxylierte, insbesondere ethoxylierte Alkylphenole
genannt.
[0060] Als Bindemittel seien beispielsweise Melamin-Formaldehyd-Kondensationsprodukte, beispielsweise
von Melamin mit bevorzugt bis zu 6 Äquivalenten Formaldehyd, und Hamstoff-Glyoxal-Formaldehyd-Kondensationsprodukte
von Glyoxal mit Harnstoff und 2 Äquivalenten Formaldehyd zu nennen.
[0061] In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung kann man neben Bindemittel noch
einen oder mehrere Vernetzungskatalysatoren als Inhaltsstoff zufügen, beispielsweise
Zn(NO
3)
2 oder MgCl
2, beispielsweise in Form ihrer Hydrate, oder NH
4Cl
[0062] In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung liegt die Gesamtmenge an vorstehend
genannten weiteren Inhaltsstoffen im Bereich von 0,5 bis 20 Gew.-%, bezogen auf in
Schritt (A) eingesetzte Schmelze oder vorzugsweise Dispersion , bevorzugt 1 bis 10
Gew.%.
[0063] Im Anschluss an das Behandeln von saugfähigem Material mit mindestens einer Schmelze
oder vorzugsweise Dispersion von mindestens einem (Co)polymerisat in Schritt (A) kann
man thermisch behandeln, beispielsweise kann man über einen Zeitraum von 10 Sekunden
bis 60 Minuten, bevorzugt 0,5 Minuten bis 7 Minuten bei Temperaturen im Bereich von
50 bis 300°C, bevorzugt 100 bis 160°C, besonders bevorzugt 110 bis 130°C thermisch
behandeln. Polyamid, Polyester, Polyvinylchlorid, modifizierte Polyester, Polyestermischgewebe,
Polyamidmischgewebe, Polyacrylnitril, Baumwolle behandelt man thermisch vorteilhaft
bei Temperaturen im Bereich von 130 bis 250°C. Polypropylengewebe bevorzugt zwischen
80 und 130°C, bevorzugt 110 und 130°C. Dabei ist unter der Temperatur im Allgemeinen
die Temperatur des Mediums wie beispielsweise Luft zu verstehen, welches das zu behandelnde
flexible Substrat umgibt.
[0064] In einer speziellen Variante kombiniert man zwei Schritte (A). Beispielsweise kann
man zunächst saugfähiges Material mit einem oder mehreren Gegenständen mit einer Temperatur
von mindestens 450°C, oder mit einer oder mehreren Flammen kontaktieren und danach
mit mindestens einer Schmelze oder vorzugsweise Dispersion von mindestens einem (Co)polymerisat,
ausgewählt aus anionischen Polyurethanen, Copolymeren von (Meth)acrylsäure C
1-C
10-Alkylestern und Copolymeren von (Meth)acrylsäure C
1-C
10-Alkylestern mit mindestens einer ethylenisch ungesättigten Verbindung. Man kann auch
saugfähiges Material zunächst mit mindestens einer Schmelze oder vorzugsweise Dispersion
von mindestens einem (Co)polymerisat, ausgewählt aus anionischen Polyurethanen, Copolymeren
von (Meth)acrylsäure C
1-C
10-Alkylestern und Copolymeren von (Meth)acrylsäure C
1-C
10-Alkylestern mit mindestens einer ethylenisch ungesättigten Verbindung, behandeln
und danach mit einem oder mehreren Gegenständen mit einer Temperatur von mindestens
450°C oder mit einer oder mehreren Flammen kontaktieren.
[0065] Im Folgenden wird saugfähiges Material, das nach Schritt (A) behandelt worden ist,
auch als vorbehandeltes saugfähiges Material bezeichnet.
[0066] Zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens geht man weiter so vor, dass man
vorbehandeltes saugfähiges Material in einem auf Schritt (A) folgenden Schritt (B)
mit mindestens einer wässrigen Flotte behandelt, enthaltend
- (a) mindestens ein organisches Polymer,
- (b) mindestens einen organischen oder anorganischen Feststoff in partikulärer Form,
und
- (c) mindestens einen Emulgator.
[0067] Unter wässriger Flotte im Sinne der vorliegenden Erfindung sind solche Flotten zu
verstehen, die, bezogen auf die bei Zimmertemperatur flüssige Anteile, mindestens
5 Gew.-% Wasser enthalten können. Bevorzugt enthalten wässrige Flotten mindestens
25 Gew.-% Wasser, besonders bevorzugt mindestens 50 Gew.-% und ganz besonders bevorzugt
mindestens 75 Gew.-%. Der maximale Wassergehalt, bezogen auf bei Zimmertemperatur
flüssige Anteile, beträgt 100 Gew.-%, bevorzugt 97 Gew.-%, besonders bevorzugt 95
Gew.-%.
[0068] Erfindungsgemäß eingesetzte wässrige Flotten können neben Wasser organische Lösemittel
enthalten, beispielsweise Methanol, Ethanol, Isopropanol, Aceton, Methylethylketon,
Methylisobutylketon, Ethylenglykol-mono-n-Butylether, Ethylenglykol-monoiso-Butylether,
Essigsäure, n-Butanol, iso-Butanol, n-Hexanol und Isomere, n-Octanol und Isomere,
n-Dodecanol und Isomere. Organische Lösemittel können 0,2 bis 50 Gew.%, bevorzugt
0,5 bis 35 Gew.-% der erfindungsgemäß eingesetzten wässrigen Flotte ausmachen. Wässrige
Flotten mit einem Wassergehalt an 100 Gew.-%, bezogen auf bei Zimmertemperatur flüssige
Anteile, enthalten dementsprechend keine organischen Lösemittel.
[0069] Mindestens eine der im erfindungsgemäßen Verfahren eingesetzten Flotten enthält mindestens
ein organisches Polymer (a). Organische Polymere (a) können als Bindemittel dienen.
Die Wirkung eines Bindemittels kann beispielsweise dergestalt erfolgen, dass das organische
Polymer (a) einen Film bildet und die Partikel miteinander und mit dem zu beschichtenden
saugfähigen und bevorzugt textilen Material verbindet.
[0070] In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung handelt es sich bei mindestens
einem organischen Polymeren (a) um Polymere oder Copolymere von ethylenisch ungesättigten
hydrophoben Monomeren, die in Wasser eine Löslichkeit von weniger als 1 g/l haben,
bestimmt bei 25°C. In Copolymeren machen hydrophobe Monomere mindestens 50 Gew.-%,
bevorzugt mindestens 75 Gew.-% des Copolymers aus.
[0071] Bevorzugte Monomere sind gewählt aus den Gruppen der
C
2-C
24-Olefine, insbesondere α-Olefine mit 2 bis 24 C-Atomen, beispielsweise Ethylen, Propylen,
1-Buten, Isobuten, 1-Hexen, 1-Octen, 1-Decen, 1-Dodecen, 1-Hexadecen oder 1-Octadecen;
Vinylaromaten, beispielsweise Styrol, α-Methylstyrol, cis-Stilben, trans-Stilben,
Diolefine wie beispielsweise 1,3-Butadien, Cyclopentadien, Chloropren oder Isopren,
C
5-C
18-Cycloolefine wie beispielsweise Cyclopenten, Cyclohexen, Norbornen, dimeres Cyclopentadien,
Vinylester von linearen oder verzweigten C
1-C
20-Alkancarbonsäuren wie beispielsweise Vinylacetat, Vinylpropionat, Vinyl-n-butyrat,
Vinyl-n-hexanoat, Vinyl-n-octanoat, Vinyllaurat und Vinylstearat,
(Meth)acrylsäureester von C
1-C
20-Alkoholen, beispielsweise Methyl(meth)acrylat, Ethyl(meth)acrylat, n-Propyl(meth)acrylat,
iso-Propyl(meth)acrylat, n-Butyl(meth)acrylat, iso-Butyl(meth)acrylat), tert.-Butyl(meth)acrylat,
2-Ethylhexyl(meth)acrylat, n-Octyl(meth)acrylat, n-Decyl(meth)acrylat, n-Dodecyl(meth)acrylat,
n-Eicosyl(meth)acrylat
und ganz besonders bevorzugt aus den Gruppen der halogenierten Monomere und der Monomere
mit Siloxangruppen.
[0072] Zu halogenierten Monomeren gehören chlorierte Olefine wie beispielsweise Vinylchlorid
und Vinylidenchlorid.
[0073] Ganz besonders bevorzugte halogenierte Monomere sind fluorhaltige Olefine wie beispielsweise
Vinylidenfluorid, Trifluorchlorethylen, Tetrafluorethylen, Hexafluorpropylen, Vinylester
von fluorierten oder perfluorierten C
3-C
11-Carbonsäuren wie beispielsweise in
US 2,592,069 und
US 2,732,370 beschrieben (Meth)acrylsäureester von fluorierten oder perfluorierten Alkoholen wie
beispielsweise fluorierten oder perfluorierten C
3-C
14-Alkylalkoholen, beispielsweise (Meth)acrylatsäureeester von HO-CH
2-CH
2-CF
3, HO-CH
2-CH
2-C
2F
5, HO-CH
2-CH
2-n-C
3F
7, HO-CH
2-CH
2-iso-C
3F
7, HO-CH
2-CH
2-n-C
4F
9, HO-CH
2-CH
2-n-C
6F
13, HO-CH
2-CH
2-n-C
8F
17, HO-CH
2-CH
2-n-C
10F
21, HO-CH
2-CH
2-n-C
12F
25, beschrieben beispielsweise in
US 2,642,416,
US 3,239,557,
BR 1,118,007,
US 3,462,296.
[0074] Auch Copolymere von beispielsweise Gycidyl(meth)acrylat mit Estern der Formel III

in denen die Variablen wie folgt definiert sind:
- R4
- Wasserstoff, CH3, C2H5,
- R5
- CH3, C2H5,
- x
- eine ganze Zahl im Bereich von 4 bis 12, ganz besonders bevorzugt 6 bis 8
- y
- eine ganze Zahl im Bereich von 1 bis 11, bevorzugt 1 bis 6,
oder Glycidyl(meth)acrylat mit Vinylestern von fluorierten Carbonsäuren sind geeignet.
[0075] Weitere geeignete Copolymere sind Copolymerisate von (Meth)acrylsäureestern fluorierter
oder perfluorierter C
3-C
12-Alkylalkohole wie beispielsweise HO-CH
2-CH
2-CF
3, HO-CH
2-CH
2-C
2F
5, HO-CH
2-CH
2-n-C
3F
7, HO-CH
2-CH
2-iso-C
3F
7, HO-CH
2-CH
2-n-C
4F
9, HO-CH
2-CH
2-n-C
5F
11, HO-CH
2-CH
2-n-C
6F
13, HO-CH
2-CH
2-n-C
7F
15; mit (Meth)acrylsäureestern nicht-halogenierter C
1-C
20-Alkohole, beispielsweise Methyl(meth)acrylat, Ethyl(meth)acrylat, n-Butyl(meth)acrylat,
n-Propyl(meth)acrylat, 2-Ethylhexyl(meth)acrylat, n-Octyl(meth)acrylat, n-Decyl(meth)acrylat,
n-Dodecyl(meth)acrylat, n-Eicosyl(meth)acrylat.
[0077] Weitere geeignete fluorierte Polymere sind beispielsweise in
DE 199 120 810 offengelegt.
[0078] Aus der Gruppe der Olefine mit Siloxangruppen seien Olefine der allgemeinen Formeln
IV a bis IV c

genannt, in denen die Variablen wie folgt definiert sind:
R6 ist gewählt aus C1-C18-Alkyl, beispielsweise Methyl, Ethyl, n-Propyl, iso-Propyl, n-Butyl, iso-Butyl, sec.-Butyl,
tert.-Butyl, n-Pentyl, iso-Pentyl, sec.-Pentyl, neo-Pentyl, 1,2-Dimethylpropyl, iso-Amyl,
n-Hexyl, iso-Hexyl, sec.-Hexyl, n-Heptyl, iso-Heptyl, n-Octyl, n-Nonyl, n-Decyl, n-Dodecyl,
n-Tetradecyl, n-Hexadecyl, n-Octadecyl; bevorzugt C1-C6-Alkyl wie Methyl, Ethyl, n-Propyl, iso-Propyl, n-Butyl, iso-Butyl, sec.-Butyl, tert.-Butyl,
n-Pentyl, iso-Pentyl, sec.-Pentyl, neo-Pentyl, 1,2-Dimethylpropyl, iso-Amyl, n-Hexyl,
iso-Hexyl, sec.-Hexyl, besonders bevorzugt C1-C4-Alkyl wie Methyl, Ethyl, n-Propyl, iso-Propyl, n-Butyl, iso-Butyl, sec.-Butyl und
tert.-Butyl und ganz besonders Methyl.
C6-C14-Aryl, beispielsweise Phenyl, 1-Naphthyl, 2-Naphthyl, 1-Anthryl, 2-Anthryl, 9-Anthryl,
1-Phenanthryl, 2-Phenanthryl, 3-Phenanthryl, 4-Phenanthryl und 9-Phenanthryl, bevorzugt
Phenyl, 1-Naphthyl und 2-Naphthyl, besonders bevorzugt Phenyl
C3-C12-Cycloalkyl, beispielsweise Cyclopropyl, Cyclobutyl, Cyclopentyl, Cyclohexyl, Cycloheptyl,
Cyclooctyl, Cyclononyl, Cyclodecyl, Cycloundecyl und Cyclododecyl; bevorzugt sind
Cyclopentyl, Cyclohexyl und Cycloheptyl oder Si(CH3)3.
[0079] a ist eine ganze Zahl im Bereich von 2 bis 10.000, insbesondere bis 100.
[0080] b ist eine ganze Zahl im Bereich von 0 bis 6, insbesondere 1 bis 2;
[0081] Weiterhin sind geeignete organische Polymere (a): Polyether wie beispielsweise Polyethylenglykol,
Polypropylenglykol, Polybutylenglykole, Polytetrahydrofuran; Polycaprolacton, Polycarbonate,
Polyvinylbutyral, teilaromatische Polyester aus aliphatischen oder aromatischen Dicarbonsäuren
und/oder aliphatischen oder aromatischen Dialkoholen, z.B. Polyester, aufgebaut aus
aliphatischen Dialkoholen mit 2 bis 18 C-Atomen wie beispielsweise Ethylenglykol,
1,3-Propandiol, 1,4-butandiol, 1,6-Hexandiol, 1,8-Octandiol oder Bisphenol A, und
aliphatischen Dicarbonsäuren mit 3 bis 18 C-Atomen wie beispielsweise Bernsteinsäure,
Glutarsäure, Adipinsäure und α,ω-Decandicarbonsäure; Polyester, aufgebaut aus Terephthalsäure
und aliphatischen Dialkoholen mit 2 bis 18 C-Atomen wie beispielsweise Ethylenglykol,
Propandiol, 1,4-Butandiol, 1,6-Hexandiol oder 1,8-Octandiol.
[0082] Vorstehend genannte Polyester können beispielsweise mit Monoalkoholen wie beispielsweise
4 bis 12 C-Atomen terminiert sein, beispielsweise n-Butanol, n-Hexanol, n-Octanol,
n-Decanol oder n-Dodecanol.
[0083] Vorstehend genannte Polyester können beispielsweise mit Monocarbonsäuren wie beispielsweise
Stearinsäure terminiert sein.
[0084] Weitere geeignete Polymere (a) sind Melamin-Formaldehyd-Harze, Harnstoff-Formaldehyd-Harze,
N,N-Dimethylol-4,5-dihydroxyethylenhamstoffe, die mit C
1-C
5-Alkoholen verethert sein können.
[0085] Das Molekulargewicht des oder der organischen Polymeren (a) lässt sich in weiten
Bereichen wählen. Das Molekulargewicht M
w (Gewichtsmittel) kann im Bereich von 1000 bis 10.000.000 g/mol, vorzugsweise im Bereich
von 2500 bis 5.000.000 g/mol liegen, ermittelt nach mindestens einer der folgenden
Methoden: Lichtstreuung, Gelpermeationschromatographie (GPC), Viskosimetrie. Wenn
man ein organisches Polymer aus der Gruppe der Polyolefine einsetzt, beispielsweise
Polyethylen, Polypropylen oder Polyisobuten sowie Copolymere von Ethylen mit Propylen,
Butylen oder 1-Hexen, so liegt das Molekulargewicht vorteilhaft im Bereich von 30.000
bis 5.000.000 g/mol.
[0086] Die Breite der Molekulargewichtsverteilung ist an sich unkritisch und kann im Bereich
von 1,1 bis 20 liegen. Üblicherweise liegt sie im Bereich von 2 bis 10.
[0087] In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung kann der Anteil des oder der
oben beschriebenen organischen Polymere (a) bei mindestens 0,1 g/l der wässrigen Flotte
liegen, bevorzugt mindestens 1 g/l und besonders bevorzugt bei mindestens 10 g/l.
Der maximale Anteil liegt beispielsweise bei 500 g/l, bevorzugt bei 250 g/l und besonders
bevorzugt bei 100 g/l.
[0088] In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist das oder die organischen
Polymere (a) in der wässrigen Flotte nicht löslich, wobei nicht löslich im Zusammenhang
mit organischen Polymeren im Sinne der vorliegenden Erfindung bedeutet, dass bei Zimmertemperatur
weniger als 1 g/l in der Flotte löslich sind, bevorzugt weniger als 0,1 g/l.
[0089] In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung setzt man mindestens zwei verschiedene
organische Polymere (a) ein.
[0090] In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung kann mindestens ein organisches
Polymer (a) in Form von Partikeln mit einem mittleren Korndurchmesser von 0,1 bis
50 µm, bevorzugt 0,5 bis 30 µm und besonders bevorzugt bis 20 µm vorliegen (Medianwert,
Zahlenmittel).
[0091] Mindestens eine der im erfindungsgemäßen Verfahren eingesetzte wässrige Flotte enthält
einen organischen oder anorganischen Feststoff (b) in partikulärer Form, der von dem
oder den oben beschriebenen organischen Polymeren (a) verschieden ist, beispielsweise
in einem Anteil von mindestens 5,5 g/l, bevorzugt mindestens 7 g/l, besonders bevorzugt
mindestens 10 g/l. Der maximale Anteil kann bei etwa 150 g/l liegen. Feststoff (b)
kann anorganischer oder organischer Natur sein, bevorzugt ist er anorganisch. Der
organische oder anorganische Feststoff (b) ist vorzugsweise hydrophob.
[0092] Beispiele für geeignete Materialien sind Polyethylen, Polypropylen, Polyisobutylen
und Polystyrol sowie Copolymere derselben miteinander oder mit einem oder mehreren
weiteren Olefinen wie beispielsweise Styrol, Methylacrylat, Ethylacrylat, Methylmethacrylat,
Butylacrylat, Butylmethacrylat, 2-Ethylhexylacrylat, 2-Ethylhexylmethacrylat, Maleinsäureanhydrid
oder N-Methylmaleinimid. Ein bevorzugtes Polyethylen oder Polypropylen wird beispielsweise
in
EP-A 0 761 696 beschrieben.
[0093] Besonders geeignete Materialien sind anorganische Materialien, insbesondere feste
anorganische Oxide, Carbonate, Phosphate, Silikate oder Sulfate der Gruppen 3 bis
14 des Periodensystems der Elemente, beispielsweise Calciumoxid, Siliziumdioxid oder
Aluminiumoxid, Calciumcarbonat, Calciumsulfat oder Calciumsilikat, wobei Aluminiumoxid
und Siliziumdioxid bevorzugt sind. Besonders bevorzugt ist Siliziumdioxid in seiner
Modifikation als Kieselgel. Ganz besonders bevorzugt sind pyrogene Kieselgele. Feste
anorganische Oxide können thermisch durch Erhitzen auf 400 bis 800°C oder bevorzugt
durch physisorbierte oder chemisorbierte organische oder metallorganische Verbindungen
hydrophobiert werden. Dazu setzt man Partikel vor dem Beschichtungsschritt beispielsweise
mit metallorganischen Verbindungen um, die wenigstens eine funktionelle Gruppe enthalten,
beispielsweise Alkyl-Lithiumverbindungen wie Methyllithium, n-Butylithium oder n-Hexyllithium;
oder Silane wie beispielsweise Hexamethyldisilazan, Octyltrimethoxysilan und insbesondere
halogenierte Silane wie Trimethylchlorsilan oder Dichlordimethylsilan.
[0094] In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung setzt man eine Mischung von hydrophobiertem
festem anorganischen Oxid mit korrespondierendem nichthydrophobiertem anorganischen
Oxid ein, beispielsweise in Gewichtsanteilen von 100 : 0 bis 0 :1 00 bevorzugt 99
: 1 bis 60 : 40, besonders bevorzugt 99 : 1 bis 80 : 20.
[0095] Unter hydrophob wird im Zusammenhang mit dem oder den hydrophoben Feststoffen in
partikulärer Form verstanden, dass seine Löslichkeit in Wasser unter 1 g/l liegt,
bevorzugt unter 0,3 g/l, bestimmt bei Zimmertemperatur.
[0096] Anorganische Feststoffe können vorzugsweise poröser Natur sein. Die poröse Struktur
lässt sich am besten durch die BET-Oberfläche, gemessen nach DIN 66131, charakterisieren.
Eingesetzte anorganische Feststoffe können bevorzugt eine BET-Oberfläche im Bereich
von 5 bis 1000 m
2/g, bevorzugt von 10 bis 800 m
2/g und besonders bevorzugt von 20 bis 500 m
2/g.
[0097] In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung liegt mindestens einer der hydrophoben
Feststoffe in partikulärer Form vor. Der mittlere Partikeldurchmesser (Medianwert,
Zahlenmittel) liegt bei mindestens 1 nm, bevorzugt mindestens 3 nm und besonders bevorzugt
mindestens 6 nm. Der maximale Partikeldurchmesser (Medianwert, Zahlenmittel) liegt
bei 1000 nm, bevorzugt bei 350 nm und besonders bevorzugt bei 100 nm. Zur Messung
des Partikeldurchmessers kann man sich gängiger Methoden bedienen wie beispielsweise
Transmissionselektronenmikroskopie.
[0098] Das Gewichtsverhältnis organisches Polymer (a) zu organischem oder anorganischem
Feststoff (b) in partikulärer Form beträgt im Allgemeinen 9:1 bis 1:9, bevorzugt 4:1
bis 1:4 und besonders bevorzugt 7:3 bis 4:6.
[0099] In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung liegt mindestens einer der organischen
oder anorganischen Feststoffe (b) in Form von überwiegend sphärischen Partikeln vor,
wobei damit solche partikuläre Feststoffe umfasst sein sollen, von denen mindestens
75 Gew.-%, bevorzugt mindestens 90 Gew.-% in sphärischer Form vorliegen und weitere
Partikel in granulärer Form vorliegen können.
[0100] In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung kann mindestens einer der organischen
oder anorganischen Feststoffe (b) in partikulärer Form Aggregate und/oder Agglomerate
bilden. Beim Vorliegen eines oder mehrerer organischen oder anorganischen Feststoffe
(b) in Form von Aggregaten und/oder Agglomeraten, die aus 2 bis mehreren tausend Primärpartikeln
bestehen können und ihrerseits sphärische Form aufweisen können, beziehen sich die
Angaben auf Form und Größe der Partikel auf die Primärpartikel.
[0101] Mindestens eine im erfindungsgemäßen Verfahren eingesetzte Flotte enthält mindestens
einen Emulgator(c), gewählt beispielsweise aus der Gruppe der ionischen und nichtionischen
Emulgatoren.
[0102] Geeignete nichtionische Emulgatoren sind z.B. ethoxylierte Mono-, Di- und Tri-Alkylphenole
(Ethoxylierungs-Grad: 3 bis 50, Alkylrest: C
4-C
12) sowie ethoxylierte Fettalkohole (Ethoxylierungs-Grad: 3 bis 80; Alkylrest: C
8-C
36). Beispiele hierfür sind die Lutensol
®-Marken der BASF AG oder die Triton
®-Marken der Union Carbide.
[0103] Geeignete anionische Emulgatoren sind z.B. Alkalimetall- und Ammoniumsalze von Alkylsulfaten
(Alkylrest: C
8 bis C
12), von Schwefelsäurehalbestern ethoxylierter Alkanole (Ethoxylierungs-Grad: 4 bis
30, Alkylrest: C
12-C
18) und ethoxylierter Alkylphenole (Ethoxylierungs-Grad: 3 bis 50, Alkylrest: C
4-C
12), von Alkylsulfonsäuren (Alkylrest: C
12-C
18) und von Alkylarylsulfonsäuren (Alkylrest: C
9-C
18).
[0104] Geeignete kationische Emulgatoren sind in der Regel einen C
6-C
18-Alkyl-, -Aralkyl- oder heterocyclischen Rest aufweisende primäre, sekundäre, tertiäre
oder quartäre Ammoniumsalze, Alkanolammoniumsalze, Pyridiniumsalze, Imidazoliniumsalze,
Oxazoliniumsalze, Morpholiniumsalze, Thiazoliniumsalze sowie Salze von Aminoxiden,
Chinoliniumsalze, Isochinoliniumsalze, Tropyliumsalze, Sulfoniumsalze und Phosphoniumsalze.
Beispielhaft genannt seien Dodecylammoniumacetat oder das entsprechende Hydrochlorid,
die Chloride oder Acetate der verschiedenen 2-(
N,N,N-Trimethylammonium)ethylparaffinsäureester,
N-Cetylpyridiniumchlorid, N-Laurylpyridiniumsulfat sowie
N-Cetyl-
N,N,N-trimethylammoniumbromid, N-Dodecyl-
N,N,N-trimethylammoniumbromid,
N,N-Distearyl-
N,N-dimethylammoniumchlorid sowie das Gemini-Tensid
N,N'-(Lauryldimethyl)ethylendiamindibromid. Zahlreiche weitere Beispiele finden sich
in
H. Stache, Tensid-Taschenbuch, Carl-Hanser-Verlag, München, Wien, 1981 und in
McCutcheon's, Emulsiflers & Detergents, MC Publishing Company, Glen Rock, 1989.
[0105] Ganz besonders geeignete Emulgatoren sind beispielsweise Copolymerisate von Ethylen
und mindestens einer α,β-ungesättigten Mono- oder Dicarbonsäure oder mindestens einem
Anhydrid einer α,β-ungesättigten Mono- oder Dicarbonsäure, beispielsweise Acrylsäure,
Methacrylsäure, Crotonsäure, Maleinsäure, Fumarsäure, Methylenmalonsäure, Maleinsäureanyhdrid,
Itaconsäureanhydrid. Die Carboxylgruppen können partiell oder vorzugsweise vollständig
neutralisiert sein, beispielsweise mit Alkalimetallionen, Erdalkalimetallionen, Ammonium
oder Aminen, beispielsweise Amine wie Triethylamin, Diethylamin, Ethylamin, Trimethylamin,
Dimethylamin, Methylamin, Ethyldiisopropylamin, Ethanolamin, Diethanolamin, Triethanolamin,
N-Methyldiethanolamin, N-(n-Butyl)diethanolamin oder N,N-Dimethylethanolamin.
[0106] Ganz besonders bevorzugte Emulgatoren sind gewählt aus Emulgatoren der allgemeinen
Formel I

und II,

in denen die Variablen wie folgt definiert sind:
- R1
- gewählt ausC6-C40-Alkyl, beispielsweise n-Hexyl, iso-Hexyl, n-Heptyl, iso- Heptyl, n-Octyl, iso-Octyl,
n-Nonyl, n-Decyl, iso-Decyl, n-Undecyl, n-Dodecyl, iso-Dodecyl, n-Tridecyl, n-Tetradecyl,
iso-Tetradecyl, n-Pentadecyl, n- Hexadecyl, n-Octadecyl, n-Eicosyl, n-C30H61, n-C40H81, C3-C40-Alkenyl mit einer bis fünf C-C-Doppelbindungen, wobei die C-C- Doppelbindungen beispielsweise
isoliert oder konjugiert sein können. Beispiel- haft seien genannt: Allyl, -(CH2)2-CH=CH2, all-cis-(CH2)8-(CH=CH-CH2)3CH3, all- cis-(CH2)8-(CH=CH-CH2)2(CH2)4CH3, all-cis-(CH2)8-CH=CH-(CH2)7CH3,
- R2
- gleich oder verschieden und gewählt aus Wasserstoff und Methyl, bevorzugt Methyl,
- m, n
- gleich oder verschieden und gewählt aus ganzen Zahlen im Bereich von 0 bis 10, bevorzugt
1 oder 2 und besonders bevorzugt 2,
- R3
- gleich oder verschieden und gewählt aus Wasserstoff und C6-C20-Alkyl, beispielsweise n-Hexyl, iso-Hexyl, n-Heptyl, iso-Heptyl, n-Octyl, iso-Octyl,
n-Nonyl, n-Decyl, iso-Decyl, n-Undecyl, n-Dodecyl, iso-Dodecyl, n- Tridecyl, n-Tetradecyl,
iso-Tetradecyl, n-Pentadecyl, n-Hexadecyl, n-Octadecyl, n-Eicosyl;
- M
- Alkalimetall oder Ammonium.
[0107] Der Anteil an Emulgator (c) lässt sich in weiten Grenzen wählen und kann 0,1 bis
200 g/l betragen, bevorzugt 0,2 bis 100 g/l und besonders bevorzugt bis 50 g/l wässriger
Flotte.
[0108] In Schritt (B) eingesetzte wässrige Flotten können (d) mindestens ein zur Vernetzung
fähiges Harz enthalten.
[0109] Geeignete Harze (d) sind Melamin-Formaldehyd-Harze, Hamstoff-Formaldehyd-Harze, N,N-Dimethylol-4,5-dihydroxyethylenharnstoffe,
die mit C
1-C
5-Alkoholen verethert sein können.
[0110] Wünscht man ein oder mehrere Harze (d) einzusetzen, so kann man wässriger Flotte
(B) zusätzlich zu Harz (d) einen oder mehrere Vernetzungskatalysatoren zufügen, beispielsweise
Zn(NO
3)
2 oder MgCl
2, beispielsweise in Form ihrer Hydrate, oder NH
4Cl.
[0111] In Schritt (B) eingesetzte wässrige Flotten können weiterhin einen oder mehrere Zuschlagstoffe
enthalten.
[0112] Im erfindungsgemäßen Verfahren eingesetzte wässrige Flotten kann man zur Einstellung
der Viskosität einen oder mehrere Verdicker zusetzen, die beispielsweise natürlichen
oder synthetischen Ursprungs sein können. Geeignete synthetische Verdicker sind Poly(meth)acrylverbindungen,
Polycarbonsäuren, Polyether, Polyimine, Polyamide und Polyurethane, insbesondere Copolymere
mit 85 bis 95 Gew.-% Acrylsäure, 4 bis 15 Gew.-% Acrylamid und etwa 0,01 bis 1 Gew.-%
des (Meth)acrylamidderivats der Formel V

mit Molekulargewichten M
w im Bereich von 100.000 bis 200.000 g/mol, in denen R
7 für Methyl oder vorzugsweise Wasserstoff steht. Als Beispiele für Verdicker natürlichen
Ursprungs seien genannt: Agar-Agar, Carrageen, modifizierte Stärke und modifizierte
Cellulose.
[0113] Man kann beispielsweise 0 bis 10 Gew.-%, bezogen auf im erfindungsgemäßen Verfahren
eingesetzte Flotte, an Verdicker einsetzen, bevorzugt 0,05 bis 5 Gew.-% und besonders
bevorzugt 0,1 bis 3 Gew.-%.
[0114] Vorzugsweise haben im erfindungsgemäßen Verfahren eingesetzte Flotten bei Zimmertemperatur
eine dynamische Viskosität im Bereich von 50 bis 5000 mPa·s, bevorzugt 100 bis 4000
mPa·s und besonders bevorzugt 200 bis 2000 mPa·s, gemessen beispielsweise mit einem
Brookfield-Viskosimeter nach DIN 51562-1 bis 4.
[0115] Schritt (B) des erfindungsgemäßen Verfahrens führt man so durch, dass man·saugfähiges
Material mit mindestens einer wässrigen Flotte behandelt. Dabei ist es auch möglich,
mehrere Behandlungsschritte mit gleichartigen oder verschiedenen wässrigen Flotten
durchzuführen.
[0116] In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung führt man Schritt (B) des erfindungsgemäßen
Verfahrens so durch, dass man zu behandelndes saugfähiges Material und insbesondere
Textil zunächst mit einer wässrigen Flotte behandelt, die mindestens ein organisches
Polymer (a) enthält und weiterhin einen organischen oder bevorzugt anorganischen Feststoff
(b) in partikulärer Form und mindestens einen Emulgator (c) und anschließend eine
weitere Behandlung mit einer neuen wässrigen Flotte anschließt, die organisches Polymer
(a) enthält, aber keinen weiteren organischen oder anorganischen Feststoff (b) in
partikulärer Form.
[0117] In einer anderen Ausführungsform der vorliegenden Erfindung führt man Schritt (B)
des erfindungsgemäßen Verfahrens so durch, dass man zu behandelndes saugfähiges Material
und insbesondere Textil zunächst mit einer wässrigen Flotte behandelt, die mindestens
ein organisches Polymer (a) enthält und weiterhin einen organischen oder bevorzugt
anorganischen Feststoff (b) in partikulärer Form und mindestens einen Emulgator (c)
und optional mindestens ein Harz (d) und anschließend eine weitere Behandlung mit
einer neuen wässrigen Flotte anschließt, die ein anderes organisches Polymer (a) und
mindestens einen Emulgator (c) enthält, aber keinen weiteren organischen oder anorganischen
Feststoff (b) in partikulärer Form.
[0118] In einer speziellen Ausführungsform der vorliegenden Erfindung führt man Schritt
(B) des erfindungsgemäßen Verfahrens so durch, dass man das zu behandelnde Textil
zunächst mit einer wässrigen Flotte behandelt, die mindestens ein organisches Polymer
(a) enthält und weiterhin einen organischen oder bevorzugt anorganischen Feststoff
(b) in partikulärer Form und mindestens einen Emulgator (c) und anschließend eine
weitere Behandlung mit einer neuen wässrigen Flotte anschließt, die kein weiteres
Polymer (a) enthält, aber den bereits im ersten Schritt eingesetzten anorganischen
Feststoff (b) in partikulärer Form und mindestens einen Emulgator (c) und optional
mindestens ein Harz (d).
[0119] Bevorzugt führt man Schritt (B) des erfindungsgemäßen Verfahrens so durch, dass man
zu behandelndes saugfähiges Material und insbesondere Textil mit nur einer wässrigen
Flotte behandelt, die mindestens ein organisches Polymer (a) enthält und weiterhin
einen organischen oder bevorzugt anorganischen Feststoff (b) in partikulärer Form
und mindestens einen Emulgator (c) und optional mindestens ein Harz (d).
[0120] Die Temperatur zur Durchführung von Schritt (B) des erfindungsgemäßen Verfahrens
ist an sich unkritisch. Die Flottentemperatur liegt kann im Bereich von 10 bis 80°C
liegen, bevorzugt 15 bis 50°C.
[0121] Schritt (B) des erfindungsgemäßen Verfahrens kann mit gängigen Maschinen durchgeführt
werden, die für die Ausrüstung von saugfähigen Materialien und insbesondere Textilien
eingesetzt werden, beispielsweise mit einem oder mehreren Foulards. Bevorzugt sind
im Falle von zu behandelndem Textil Foulards mit senkrechtem Textileinzug, die als
wesentliches Element zwei aufeinandergepresste Rollen enthalten, durch die das Textil
geführt wird. Oberhalb der Rollen ist die Flüssigkeit eingefüllt und benetzt das Textil.
Durch den Druck wird das Textil abgequetscht und ein konstanter Auftrag gewährleistet.
Bei anderen bevorzugten Foulards wird Textil zunächst durch ein Tauchbad geführt und
anschließend nach oben durch zwei aufeinandergepresste Rollen. In letzterem Falle
spricht man auch von Foulards mit senkrechtem Textileinzug von unten.
[0122] In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung setzt man einen Foulard ein,
den man mit einem Textileinzug im Bereich von 1 bis 40 m/min, bevorzugt bis 30 m/min
betreibt.
[0123] Die Flottenaufnahme kann man so wählen, dass durch Schritt (B) des erfindungsgemäßen
Verfahrens eine Flottenaufnahme von 25 Gew.-% bis 85 Gew.%, bevorzugt 40 bis 70 Gew.-%
resultiert. Die Flottenaufnahme kann man beispielsweise einstellen durch Anpressdruck
der Walzen des Foulards.
[0124] In einer speziellen Ausführungsform der vorliegenden Erfindung kombiniert man Schaumauftrag
von wässriger Flotte mit einem Foulard. In einer anderen Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung kombiniert man einen Rakelauftrag von wässriger Flotte mit einem Foulard.
In einer anderen Ausführungsform der vorliegenden Erfindung kombiniert man einen Sprühauftrag
von wässriger Flotte mit einem Foulard. In einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung kombiniert man einen Walzenauftrag von wässriger Flotte mit einem Foulard.
[0125] Im Anschluss an die erfindungsgemäße Behandlung kann man das behandelte saugfähige
Material und insbesondere Textil nach in der Textilindustrie üblichen Methoden trocknen.
[0126] Im Anschluss an die erfindungsgemäße Behandlung kann man tempern, und zwar kontinuierlich
oder diskontinuierlich. Die Dauer der Temperung kann man in weiten Grenzen wählen.
Üblicherweise kann man über die Dauer von etwa 10 Sekunden bis etwa 30 Minuten, insbesondere
30 Sekunden bis 5 Minuten tempern. Zur Durchführung einer Temperung erhitzt man auf
Temperaturen von bis zu 180°C, bevorzugt bis zu 160°C. Natürlich ist es erforderlich,
die Temperatur der Temperung an die Empfindlichkeit des Gewebes anzupassen.
[0127] Geeignete Methode zur Temperung ist beispielsweise eine Heißlufttrocknung. Eine andere
geeignete Methode zur Temperung bedient sich eines oder mehrerer IR-Strahler.
[0128] In einer Ausführungsform werden bei zu behandelnden Polyestern oder Polyamiden durch
partielle Verseifung mit starken Alkalien wie wässriger Natronlauge oder Kalilauge
0,01 bis 1 Gew.-%, bevorzugt 0,1 bis 0,5 Gew.-% des Textils verseift.
[0129] Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind saugfähige Materialien und
insbesondere Textil, ausgerüstet nach dem erfindungsgemäßen Verfahren. Durch das erfindungsgemäße
Ausrüsten werden die erfindungsgemäßen saugfähigen Materialien und insbesondere Textilien
mit einer oder mehreren Schichten versehen. Die erfindungsgemäßen saugfähigen Materialien
und insbesondere Textilien zeigen besonders gutes Schmutz- und Wasser-abweisendes
Verhalten. Weiterhin zeigen erfindungsgemäße saugfähige Materialien und insbesondere
Textilien sehr gute mechanische Belastbarkeit. In erfindungsgemäß beschichteten saugfähigen
Materialien und insbesondere Textilien ist der oder sind die eingesetzten Feststoffe
vorzugsweise isotrop oder weitgehend isotrop über die Ausrüstungsschicht verteilt,
d.h. man stellt keine messbare Konzentrationsdifferenz in der Grenzschicht zwischen
Ausrüstungsschicht und umgebender Atmosphäre fest.
[0130] In einer Ausführungsform enthalten erfindungsgemäße saugfähige Materialien und insbesondere
Textilien 0,5 bis 50 g/m
2 Beschichtung, resultierend aus Behandlung mit wässriger Flotte, bevorzugt 1 bis 20
g/m
2 und besonders bevorzugt 1,5 bis 17 g/m
2.
[0131] Die Erfindung wird durch Beispiele erläutert.
Beispiel 1
[0132] Beispiel 1.1 Vorbehandlung von Textilien durch Sengen (Schritt A) Polyacrylnitrilgewebe
mit einem Flächengewicht von 300 g/m
2 wurde auf einer Maschine Pyrotrop XIS (mit 4 Brennern mit Propangas und Feuerlöschwalze)
der Fa. Xetma Gematex GmbH auf Vorder- und Rückseite vorbehandelt, indem es an heißer
Keramik vorbeigeführt wurde. Einstellungen: Warengeschwindigkeit 70 m/min, 6,5 m
3/h und Brenner, Gasdruck 60 mbar, Luftverbrauch 0,01 m
3/h.
[0133] Man erhielt vorbehandeltes Polyacrylnitrilgewebe 1.1. Bei einer Untersuchung von
vorbehandeltem Polacrylnitrilgewebe 1.1 nach DIN EN 24920 wurde eine Note von 1 bestimmt,
das heißt, vorbehandeltes Polacrylnitrilgewebe 1.1 war vollständig benetzbar.
[0134] Mit bloßem Auge waren bei vorbehandeltem Polacrylnitrilgewebe 1.1 keine Härchen zu
erkennen, die von der Ausgleichsebene abstanden.
Beispiel 1.2 Vorbehandlung mit Copolymerisat (Schritt A)
[0135] Man stellte eine wässrige Dispersion eines Copolymerisats her, enthaltend pro Liter:
| 923 g |
wässrige Dispersion eines statistischen Copolymers von Acrylsäure-n-butylester/Vinylacetat/Acrylsäure
im Gewichtsverhältnis 50 : 48 : 2, Feststoffgehalt 50 Gew.-%, dynamische Viskosität:
50 mPa·s |
| 5 g |
H(OCH2CH2)7O-(CH2)3-Si[OSi(CH3)3]2 |
| 3 g |
Alkylphenolethoxylat) |
| 25 g |
2-Methoxycarbonylaminobenzimidazol |
| 20 g |
Verdicker (Copolymerisat aus 85 Gew.-% Acrylsäure, 14,9 Gew.-% Acrylamid und 0,1 Gew.-%
Verbindung V.1, Mw etwa 200.000 g/mol) |

|
| 9 g |
wässrige Ammoniaklösung (25 Gew.-%) |
| 15 g |
Melamin-Formaldehyd-Harz, hergestellt durch Kondensation von 3 Äquivalenten Formaldehyd
pro Äquivalent Melamin, mit Methanol erschöpfend verethert |
| 12 g |
wässrige NH4Cl-Lösung (20 Gew.-%). |
[0136] Dynamische Viskosität bei 25°C: 130 mPa·s.
[0137] Die oben beschriebene Dispersion wurde auf Polyacrylnitrilgewebe mit einem Flächengewicht
von 300 g/m
2 aufgerakelt, und zwar in einer Menge von 25 g/m
2. Anschließend wurde 2 Minuten lang bei 160°C in einem Trockenschrank getrocknet.
Man erhielt vorbehandeltes Polacrylnitrilgewebe 1.2.
[0138] Mit bloßem Auge waren bei vorbehandeltem Polacrylnitrilgewebe 1.2 keine Härchen zu
erkennen, die von der Ausgleichsebene abstanden.
[0139] Bei einer Untersuchung von vorbehandeltem Polacrylnitrilgewebe 1.2 nach DIN EN 24920
wurde eine Note von 1 bestimmt, das heißt, vorbehandeltes Polacrylnitrilgewebe 1.2
war vollständig benetzbar.
Beispiel 2: Herstellung von wässrigen Flotten
Beispiel 2.1: Herstellung der wässrigen Flotte B-2.1
[0140] In einem Kolben wurden unter mechanischem Rühren gemischt:
624 g destilliertes Wasser,
120 g einer wässrigen Dispersion (30Gew.-% Feststoffgehalt) eines statistischen Copolymeren
aus 10 Gew.-% Methacrylsäure und 90 Gew.-% CH2=C(CH3)COO-CH2-CH2-n-C6F13 mit Mn 3000 g/mol (Gelpermeationschromatographie),
200 g einer wässrigen Dispersion (8 Gew.-% Feststoffgehalt) aus 135 g Wasser, 43 g
Ethylenglykol-mono-n-Butylether, 16 g mit Dimethylsiloxangruppen modifizierte pyrogene
Kieselsäure mit einer BET-Oberfläche von 225 m2/g, bestimmt nach DIN 66131, Primärpartikelgröße: 10 nm (Medianwert, Zahlenmittel),
und 6 g Amin der Formel I.1

neutralisiert mit 32 Gew.-% wässriger HCl, zugegeben und 10 Minuten dispergiert (Ultraturrax-Rührer).
56 g eines Melamin-Formaldehyd-Harzes mit Methanol verethert (Feststoffgehalt 50%).
8 g einer 20%igen Lösung von Ammoniumchlorid.
[0141] Man erhielt die wässrige Flotte B-2.1, die einen pH-Wert von 6,1 hatte.
Beispiel 2.2: Herstellung der wässrigen Flotte B-2.2
[0142] In einem Kolben wurden unter mechanischem Rühren gemischt:
872,8 g destilliertes Wasser,
68,1 g einer wässrigen Dispersion (20 Gew.-% Feststoffgehalt) eines statistischen
Copolymeren aus 10 Gew.-% Methacrylsäure und 90 Gew.-% CH2=C(CH3)COO-CH2-CH2-n-C6F13 mit Mn 3000 g/mol (Gelpermeationschromatographie),
86,5 g einer wässrigen Dispersion (20 Gew.-% Feststoffgehalt) eines statistischen
Copolymers aus 20 Gew.-% Acrylsäure, 80 Gew.-% Ethylen, Mw: 20.000 g/mol, neutralisiert mit N,N-Dimethylethanolamin, pH-Wert zwischen 8,5 und
9,5.
Anschließend wurden 12,8 g mit Dimethylsiloxangruppen modifizierte pyrogene Kieselsäure
mit einer BET-Oberfläche von 225 m2/g, bestimmt nach DIN 66131 zugegeben, Primärpartikelgröße: 10 nm (Medianwert, Zahlenmittel),
und
8,8 g Amin der Formel I.1

neutralisiert mit 32 Gew.-% wässriger HCl, zugegeben und 10 Minuten dispergiert (Ultraturrax-Rührer).
Man erhielt die wässrige Flotte B-2.2, die einen pH-Wert von 6,5 hatte.
Beispiel 2.3: Herstellung der wässrigen Flotte B-2.3
[0143] In einem Kolben wurden unter mechanischem Rühren gemischt:
872,8 g destilliertes Wasser,
68,1 g einer wässrigen Dispersion (20 Gew.-% Feststoffgehalt) eines statistischen
Copolymeren aus 10 Gew.-% Methacrylsäure und 90 Gew.-% CH2=C(CH3)COO-CH2-CH2-n-C6F13 mit Mn 3000 g/mol (Gelpermeationschromatographie),
86,5 g einer wässrigen Dispersion (20 Gew.-% Feststoffgehalt) eines statistischen
Copolymers aus 20 Gew.-% Acrylsäure, 80 Gew.-% Ethylen, Mw: 20.000 g/mol, neutralisiert mit N,N-Dimethylethanolamin, pH-Wert zwischen 8,5 und
9,5.
Anschließend wurden 12,8 g mit Dimethylsiloxangruppen modifizierte pyrogene Kieselsäure
mit einer BET-Oberfläche von 225 m2/g, bestimmt nach DIN 66131 zugegeben, Primärpartikelgröße: 10 nm (Medianwert, Zahlenmittel),
und
8,8 g Amin der Formel I.2

neutralisiert mit 32 Gew.-% wässriger HCl, zugegeben und 10 Minuten dispergiert (Ultraturrax-Rührer).
Man erhielt die wässrige Flotte B-2.3, die einen pH-Wert von 6,5 hatte.
Beispiel 2.4: Herstellung der erfindungsgemäßen wässrigen Flotte B-2.4
[0144] In einem Kolben wurden unter mechanischem Rühren gemischt:
872,8 g destilliertes Wasser,
68,1 g einer wässrigen Dispersion (20 Gew.-% Feststoffgehalt) eines statistischen
Copolymeren aus 10 Gew.-% Methacrylsäure und 90 Gew.-% CH2=C(CH3)COO-CH2-CH2-n-C6F13 mit Mn 3000 g/mol (Gelpermeationschromatographie),
86,5 g einer wässrigen Dispersion (20 Gew.-% Feststoffgehalt) eines statistischen
Copolymers aus 20 Gew.-% Acrylsäure, 80 Gew.-% Ethylen, Mw: 20.000 g/mol, neutralisiert mit N,N-Dimethylethanolamin; pH-Wert zwischen 8,5 und
9,5.
Anschließend wurden 12,8 g mit Dimethylsiloxangruppen modifizierte pyrogene Kieselsäure
mit einer BET-Oberfläche von 225 m2/g, bestimmt nach DIN 66131 zugegeben, Primärpartikelgröße: 10 nm (Medianwert, Zahlenmittel),
und
8,8 g Amin der Formel I.2

neutralisiert mit 32 Gew.-% wässriger HCl, zugegeben und 10 Minuten dispergiert (Ultraturrax-Rührer).
Man erhielt die wässrige Flotte B-2.4, die einen pH-Wert von 6,7 hatte.
Beispiel 3 Ausrüstung von vorbehandeltem Textil
Beispiel 3.1. Behandlung mit wässriger Flotte B-2.1
[0145] Beispiel 3.1.1. Behandlung von vorbehandeltem Polyacrylnitrilgewebe 1.1 (Schritt
B) Vorbehandeltes Polyacrylnitrilgewebe 1.1 wurde mit Flotte B-2.1 auf einem Foulard
(Hersteller Fa. Mathis, Typ Nr. HVF12085) behandelt. Der Anpressdruck der Walzen betrug
2,6 bar. Es resultierte eine Flottenaufnahme von 60%. Die Auftraggeschwindigkeit betrug
2 m/min. Anschließend wurde bei 120°C auf einem Spannrahmen getrocknet. Die abschließende
Temperung erfolgte über einen Zeitraum von 2 min bei 160°C unter Umluft in einem Trockenschrank.
Man erhielt das erfindungsgemäße behandelte Polyacrylnitrilgewebe PAN3.1.1.
[0146] Beispiel 3.1.2. Behandlung von vorbehandeltem Polyacrylnitrilgewebe 1.2 (Schritt
B) Vorbehandeltes Polyacrylnitrilgewebe 1.2 wurde mit Flotte B-2.1 auf einem Foulard
(Hersteller Fa. Mathis, Typ Nr. HVF12085) behandelt. Der Anpressdruck der Walzen betrug
2,6 bar. Es resultierte eine Flottenaufnahme von 60%. Die Auftraggeschwindigkeit betrug
2 m/min. Anschließend wurde bei 120°C auf einem Spannrahmen getrocknet. Die abschließende
Temperung erfolgte über einen Zeitraum von 2 min bei 160°C unter Umluft in einem Trockenschrank.
Man erhielt das erfindungsgemäße behandelte Polyacrylnitrilgewebe PAN3.1.2.
Beispiel 3.2. Behandlung mit wässriger Flotte B-2.2
[0147] Beispiel 3.2.1. Behandlung von vorbehandeltem Polyacrylnitrilgewebe 1.1 (Schritt
B) Vorbehandeltes Polyacrylnitrilgewebe 1.1 wurde mit Flotte B-2.2 auf einem Foulard
(Hersteller Fa. Mathis, Typ Nr. HVF12085) behandelt. Der Anpressdruck der Walzen betrug
2,6 bar. Es resultierte eine Flottenaufnahme von 60%. Die Auftraggeschwindigkeit betrug
2 m/min. Anschließend wurde bei 120°C auf einem Spannrahmen getrocknet. Die abschließende
Temperung erfolgte über einen Zeitraum von 2 min bei 160°C unter Umluft in einem Trockenschrank.
Man erhielt das erfindungsgemäße behandelte Polyacrylnitrilgewebe PAN3.2.1.
Beispiel 3.2.2. Behandlung von vorbehandeltem Polyacrylnitrilgewebe 1.2 (Schritt B)
[0148] Vorbehandeltes Polyacrylnitrilgewebe 1.2 wurde mit Flotte B-2.2 auf einem Foulard
(Hersteller Fa. Mathis, Typ Nr. HVF12085) behandelt. Der Anpressdruck der Walzen betrug
2,6 bar. Es resultierte eine Flottenaufnahme von 60%. Die Auftraggeschwindigkeit betrug
2 m/min. Anschließend wurde bei 120°C auf einem Spannrahmen getrocknet. Die abschließende
Temperung erfolgte über einen Zeitraum von 2 min bei 160°C unter Umluft in einem Trockenschrank.
Man erhielt das erfindungsgemäße behandelte Polyacrylnitrilgewebe PAN3.2.2.
Beispiel 3.3. Behandlung mit wässriger Flotte B-2.3
Beispiel 3.3.1. Behandlung von vorbehandeltem Polyacrylnitrilgewebe 1.1 (Schritt B)
[0149] Vorbehandeltes Polyacrylnitrilgewebe 1.1 wurde mit Flotte B-2.3 auf einem Foulard
(Hersteller Fa. Mathis, Typ Nr. HVF12085) behandelt. Der Anpressdruck der Walzen betrug
2,6 bar. Es resultierte eine Flottenaufnahme von 60%. Die Auftraggeschwindigkeit betrug
2 m/min. Anschließend wurde bei 120°C auf einem Spannrahmen getrocknet. Die abschließende
Temperung erfolgte über einen Zeitraum von 2 min bei 160°C unter Umluft in einem Trockenschrank.
Man erhielt das erfindungsgemäße behandelte Polyacrylnitrilgewebe PAN3.3.1.
Beispiel 3.3.2. Behandlung von vorbehandeltem Polyacrylnitrilgewebe 1.2 (Schritt B)
[0150] Vorbehandeltes Polyacrylnitrilgewebe 1.2 wurde mit Flotte B-2.3 auf einem Foulard
(Hersteller Fa. Mathis, Typ Nr. HVF12085) behandelt. Der Anpressdruck der Walzen betrug
2,6 bar. Es resultierte eine Flottenaufnahme von 60%. Die Auftraggeschwindigkeit betrug
2 m/min. Anschließend wurde bei 120°C auf einem Spannrahmen getrocknet. Die abschließende
Temperung erfolgte über einen Zeitraum von 2 min bei 160°C unter Umluft in einem Trockenschrank.
Man erhielt das erfindungsgemäße behandelte Polyacrylnitrilgewebe PAN3.3.2.
Beispiel 3.4. Behandlung mit wässriger Flotte B-2.4
Beispiel 3.4.1. Behandlung von vorbehandeltem Polyacrylnitrilgewebe 1.1 (Schritt B)
[0151] Vorbehandeltes Polyacrylnitrilgewebe 1.1 wurde mit Flotte B-2.4 auf einem Foulard
(Hersteller Fa. Mathis, Typ Nr. HVF12085) behandelt. Der Anpressdruck der Walzen betrug
2,6 bar. Es resultierte eine Flottenaufnahme von 60%. Die Auftraggeschwindigkeit betrug
2 m/min. Anschließend wurde bei 120°C auf einem Spannrahmen getrocknet. Die abschließende
Temperung erfolgte über einen Zeitraum von 2 min bei 160°C unter Umluft in einem Trockenschrank.
Man erhielt das erfindungsgemäße behandelte Polyacrylnitrilgewebe PAN3.4.1.
Beispiel 3.4.2. Behandlung von vorbehandeltem Polyacrylnitrilgewebe 1.4 (Schritt B)
[0152] Vorbehandeltes Polyacrylnitrilgewebe 1.2 wurde mit Flotte B-2.4 auf einem Foulard
(Hersteller Fa. Mathis, Typ Nr. HVF12085) behandelt. Der Anpressdruck der Walzen betrug
2,6 bar. Es resultierte eine Flottenaufnahme von 60%. Die Auftraggeschwindigkeit betrug
2 m/min. Anschließend wurde bei 120°C auf einem Spannrahmen getrocknet. Die abschließende
Temperung erfolgte über einen Zeitraum von 2 min bei 160°C unter Umluft in einem Trockenschrank.
Man erhielt das erfindungsgemäße behandelte Polyacrylnitrilgewebe PAN3.4.2.
Vergleichsbeispiele:
Vergleichsbeispiel V4
[0153] Polyacrylnitrilgewebe mit einem Flächengewicht von 300 g/m
2 wurde mit Flotte B-2.1 auf einem Foulard (Hersteller Fa. Mathis, Typ Nr. HVF12085)
behandelt. Der Anpressdruck der Walzen betrug 2,6 bar. Es resultierte eine Flottenaufnahme
von 60%. Die Auftraggeschwindigkeit betrug 2 m/min. Anschließend wurde bei 120°C auf
einem Spannrahmen getrocknet. Die abschließende Temperung erfolgte über einen Zeitraum
von 2 min bei 160°C unter Umluft in einem Trockenschrank. Man erhielt Vergleichsgewebe
V4.
Vergleichsbeispiel V5
[0154] Man stellte eine wässrige Flotte V5.1 her, indem man 68,1 g einer wässrigen Dispersion
(20 Gew.-% Feststoffgehalt) eines statistischen Copolymeren aus 10 Gew.-% Methacrylsäure
und 90 Gew.-% CH
2=C(CH
3)COO-CH
2-CH
2-n-C
6F
13 mit M
n 3000 g/mol (Gelpermeationschromatographie) mit destilliertem Wasser auf einen Liter
verdünnte.
[0155] Polyacrylnitrilgewebe mit einem Flächengewicht von 300 g/m
2 wurde mit Flotte V5.1 auf einem Foulard (Hersteller Fa. Mathis, Typ Nr. HVF12085)
behandelt. Der Anpressdruck der Walzen betrug 2,6 bar. Es resultierte eine Flottenaufnahme
von 60%. Die Auftraggeschwindigkeit betrug 2 m/min. Anschließend wurde bei 120°C auf
einem Spannrahmen getrocknet. Die abschließende Temperung erfolgte über einen Zeitraum
von 2 min bei 160°C unter Umluft in einem Trockenschrank. Man erhielt Vergleichsgewebe
V5.
Beispiel 4: Untersuchung der erfindungsgemäß behandelten Textilproben und von Vergleichsgeweben
V4 und V5 auf anwendungstechnische Eigenschaften
[0156] Das jeweils zu untersuchende erfindungsgemäß behandelte Polyacrylnitrilgewebe bzw.
das Vergleichsgewebe wurde manuell gespannt und mit Nadeln auf einem ebenen Holzbrett
fixiert, dessen Neigung stufenlos von 1° bis 90° eingestellt werden konnte. Dann ließ
man mit Hilfe einer Kanüle aus einer Höhe von 10 mm einzelne Wassertropfen auf das
erfindungsgemäß behandelte Polyacrylnitrilgewebe fallen. Die Tropfen hatten eine Masse
von 4,7 mg. Durch schrittweises Senken des Neigungswinkels wurde der Neigungswinkel
bestimmt, bei dem die Tropfen gerade noch abperlten und keine Adhäsion zu beobachten
war. Die Ergebnisse finden sich in Tabelle 1.
[0157] Die Wasseraufnahme nach 60 Minuten bzw. 24 Stunden wurde durch Bestimmung des Gewebegewichts
vor und nach dem ein- bzw. 24-stündigen Eintauchen eines Gewebemusters in VE-Wasser
bestimmt sowie nach Bundesmann, DIN 53888, geprüft.
Tabelle 1: Anwendungstechnische Eigenschaften von erfindungsgemäß und nicht erfindungsgemäß
ausgerüsteten Polyacrylnitrilgeweben
| Testmethode |
V4 |
V5 |
PAN3.1.1 (erfindungsgemäß) |
PAN3.1.2 (erfindungsgemäß) |
| Selbstreinigung nach DIN 24920 [Note] |
3-4 |
2 |
5 |
5 |
| Neigungswinkel [°] |
7 |
12 |
6 |
6 |
| Griff |
weich |
hart |
weich |
hart |
| Falten |
wenig |
wenig |
wenig |
sehr wenig |
| Wasseraufnahme nach 60 Minuten |
27 Gew.-% |
55 Gew.-% |
23 Gew.-% |
19 Gew.-% |
| Wasseraufnahme nach 60 Minuten |
62 Gew.-% |
69 Gew.-% |
42 Gew.-% |
57 Gew.-% |
| Wasseraufnahme nach Bundesmann: |
|
|
|
|
| Note |
4-5 |
4-5 |
5 |
5 |
| Wasseraufnahme |
17,7% |
23,3% |
8,4% |
11,5% |
| Durchlässigkeit |
0 |
0 |
0 |
0 |
[0158] Die Selbstreinigung wurde in Anlehnung an DIN 24920 untersucht, indem das jeweilige
Gewebe mit 0,5 g eines Normschmutzes, bestehend aus 50 Gew.-% Kieselsäure, 24 Gew.-%
Olivenöl, 24 Gew.-% Mineralöl und 2 Gew.-% Ruß behandelt und anschließend mit 800
ml Wasser abgespült wurde. Je nach verbliebener Schmutzmenge wurden Noten vergeben
(Note 1: sehr schlecht, Note 2: schlecht, Note 3: ausreichend, Note 4: befriedigend,
Note 5: gut).
[0159] Griff und Falten wurden durch ein Probandenteam bestimmt.