GEBIET DER ERFINDUNG
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein pneumatisches Schlagwerk und eine Handwerkzeugmaschine
mit einem pneumatischen Schlagwerk.
BESCHREIBUNG DES STANDES DER TECHNIK
[0002] Die
US 4,602,689 beschreibt eine Handwerkzeugmaschine mit einem pneumatischen Schlagwerk. In einem
Führungszylinder ist ein Flugkolben angeordnet, der durch einen getriebenen Erregerkolben
zu einer periodischen Bewegung angeregt wird. Der Führungszylinder ist mit einer thermisch
isolierenden Kunststoffschicht ummantelt, um Wärmeverluste aus einem pneumatischen
zwischen Erregerkolben und Flugkolben zu verringern. Ferner weist der Flugkolben einen
Mantel aus Kunststoff für eine verbesserte thermische Isolation auf. Der Kern des
Flugkolbens ist aus Metall, um den mechanischen Belastungen stand zu halten. Aus den
gleichen Gründen ist der Führungszylinder aus Metall gefertigt.
OFFENBARUNG DER ERFINDUNG
[0003] Eine Aufgabe besteht das Gesamtgewicht eines Schlagwerks zu reduzieren.
[0004] Das erfindungsgemässe pneumatische Schlagwerk beinhaltet einen Führungszylinder,
indem ein Flugkolben und ein Erregerkolben längs einer Schlagachse beweglich angeordnet
sind. Der Führungszylinder weist einen Kunststoff auf. Ein pneumatischer Raum, abgeschlossen
durch den Führungszylinder, den Flugkolben und den Erregerkolben, und ein Antrieb
zum periodischen Bewegen des Erregerkolbens, wodurch der Flugkolben zu einer periodischen
Bewegung zwischen Schlagfläche und Erregerkolben angeregt ist, sind in dem Schlagwerk
vorgesehen.
[0005] Obwohl seit langen in pneumatischen Schlagwerken, z.B. auch der
GB 1 246 357, die beweglichen Teile wenigstens teilweise aus Kunststoff gefertigt werden, ging
man davon aus, das Führungsrohr müsse aus Metall sein. Die
GB 1 246 357 verweist hierzu insbesondere auf die grössere Relaxationsdauer, die Kunststoffen
inheränt sei, und ihren Einsatz beschränke.
[0006] Dem widersprechend wurde erkannt, dass ein Führungsrohr, das teilweise aus Kunststoff
besteht, den thermischen und mechanischen Belastungen widerstehen kann.
[0007] In den Unteransprüchen sind Ausgestaltungen des Schlagwerks dargestellt.
[0008] Eine Ausgestaltung sieht vor, dass eine Innenwand des Führungszylinders aus Kunststoff
gebildet ist. Dies ist insbesondere dann vorteilhaft, wenn auch die beweglichen Elemente
Erregerkolben und Flugkolben wenigstens teilweise aus Kunststoff gefertigt sind. Die
thermischen Ausdehnungskoeffizienten sind somit auf natürliche Weise aneinander angepasst
und die relativen Abmessungen der Elemente bleiben während eines Betriebs erhalten.
Der Führungszylinder kann auch vollständig aus Kunststoff gebildet sein.
[0009] Eine Mantelfläche des Erregerkolbens und/oder eine Mantelfläche des Flugkolbens können
aus einem weiteren Kunststoff gebildet sein. Der Kunststoff des Führungszylinders
und der weitere Kunststoff der Mantelflächen des Erregerkolbens und/oder des Flugkolbens
können gleich sein.
[0010] Der Kunststoff für eine Innenwand des Führungszylinders ist vorzugsweise ein Duroplast,
z.B. aus der Klasse der Aminoplaste, Phenoplaste und Epoxidharze. Die Innenabmessungen
des Führungszylinders müssen mit hoher Genauigkeit erreicht werden. Die Festigkeit
des Kunststoffes kann durch Füllstoffe, z.B. Glaskugeln oder Glasfasern, erhöht werden.
Die Füllstoffe müssen an der Innenwand durch den Kunststoff vollständig abgedeckt
sein.
[0011] Der Führungszylinder kann aus mehreren Kunststofflagen bestehen, wobei eine Schicht
für die Innenwand des Führungszylinders aus einem Duroplast ist. Äußere Schichten
können vorteilhafterweise aus thermoplastischen Kunststoffen hergestellt werden. Der
mehrschichtige Aufbau aus unterschiedlichen Kunststoffen ermöglicht eine hohe Steifigkeit
des Führungsrohrs durch die thermoplastischen Kunststoffe. In die Schichten aus thermoplastischem
Kunststoff können zur Verstärkung Teflonfasern eingelegt werden. Beispiel für einen
geeigneten thermoplastischen Kunststoff sind Polyamide.
KURZE BESCHREIBUNG DER FIGUREN
[0012] Die nachfolgende Beschreibung erläutert die Erfindung anhand von exemplarischen Ausführungsformen
und Figuren. In den Figuren zeigt:
- Fig. 1
- eine Handwerkzeugmaschine.
[0013] Gleiche oder funktionsgleiche Elemente werden durch gleiche Bezugszeichen in den
Figuren indiziert, soweit nicht anders angegeben.
AUSFÜHRUNGSFORMEN DER ERFINDUNG
[0014] Fig. 1 zeigt einen Schlagbohrer 1 als Beispiel für eine Handwerkzeugmaschine 1. In
der Handwerkzeugmaschine ist ein pneumatisches Schlagwerk 5 angeordnet. Das pneumatische
Schlagwerk 5 weist einen Führungszylinder 10 auf, in dem ein Erregerkolben 12 und
ein Flugkolben 13 beweglich angeordnet sind. Der Erregerkolben 12 und der Flugkolben
13 schliessen mit einer Innenwand 11 des Führungszylinders 10 luftdicht ab. Hierzu
können zusätzliche Dichtungsringe 15, 16 vorgesehen sein. Der Führungszylinder 10,
der Erregerkolben 12 und der Flugkolben 13 schliessen einen pneumatischer Raum 19
ein.
[0015] Ein Antrieb 3, z.B. ein Elektromotor, ist über eine Welle 4 und einen Exzenterantrieb
32 mit dem Erregerkolben 12 gekoppelt. Der Erregerkolben 12 führt getrieben durch
den Antrieb 3 eine periodische Vor- und Zurückbewegung in dem Führungszylinder 10
aus. Der Flugkolben 13 wird zu einer periodischen Vor- und Zurückbewegung mittels
der Kopplung über den pneumatischen Raum 19 an den Erregerkolben 12 angeregt.
[0016] In der dargestellten Ausführungsform der Handwerkzeugmaschine ist ein Döpper 20 vorgesehen,
auf den der Flugkolben 13 anschlägt. Anstelle auf einen Döpper 20 kann der Flugkolben
13 auch unmittelbar auf ein Werkzeug aufschlagen, welches bis in das Schlagwerk eingeführt
ist.
[0017] Der Führungszylinder 10 ist aus einem Kunststoff gefertigt. Vorzugsweise wird der
Führungszylinder 10 als einteiliger Spritzgusskörper hergestellt. Alternativ kann
der Führungszylinder 10 aus einem Kunststoffblock gefräst werden.
[0018] In einer weiteren Variante ist vorgesehen, dass der Führungszylinder 10 ein aussenliegendes
Skelett aus Metall aufweist und die Innenwand aus Kunststoff gebildet ist. Das aussenliegende
Skelett kann ein Hohlzylinder oder ein mit Durchbrechungen versehener Hohlzylinder
sein.
[0019] Eine weitere Ausgestaltung sieht vor, dass ein Metallgeflecht in dem Kunststoff des
Führungszylinders 10 eingebettet ist. Das Metallgeflecht erhöht die mechanische Stabilität
des Führungszylinders 10 ohne die thermischen Eigenschaften zu beeinflussen. Weiters
trägt das Metallgeflecht nur geringfügig zum Gewicht bei.
[0020] Der Erregerkolben 12 kann teilweise oder vollständig aus Kunststoff gefertigt sein.
Vorzugsweise ist eine Mantelfläche des zylindrischen Erregerkolbens 12 aus Kunststoff.
Ferner kann die auf den Flugkolben 13 zuweisende Fläche des Erregerkolbens 12 aus
Kunststoff gebildet sein.
[0021] Der Flugkolben 13 weist vorzugsweise einen massiven Kern aus einem Metall auf, die
die Masse des Flugkolbens 13 definiert. Eine Mantelfläche des zylindrischen Flugkolbens
13 und/oder eine auf den Erregerkolben 12 zuweisende Fläche können aus Kunststoff
gebildet sein.
1. Pneumatisches Schlagwerk mit:
einem Führungszylinder, indem ein Flugkolben und ein Erregerkolben längs einer Schlagachse
beweglich angeordnet sind,
einem pneumatischen Raum abgeschlossen durch den Führungszylinder, den Flugkolben
und den Erregerkolben,
einem Antrieb zum periodischen Bewegen des Erregerkolbens, wodurch der Flugkolben
zu einer periodischen Bewegung zwischen Schlagfläche und Erregerkolben angeregt ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Führungszylinder einen Kunststoff aufweist.
2. Pneumatisches Schlagwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine Innenwand des Führungszylinders aus Kunststoff gebildet ist.
3. Pneumatisches Schlagwerk nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Führungszylinder aus Kunststoff gebildet ist.
4. Pneumatisches Schlagwerk nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Mantelfläche des Erregerkolbens und/oder eine Mantelfläche des Flugkolbens aus
einem weiteren Kunststoff gebildet ist.
5. Pneumatisches Schlagwerk nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Kunststoff des Führungszylinders und der weitere Kunststoff der Mantelflächen
des Erregerkolbens und/oder des Flugkolbens gleich sind.
6. Pneumatisches Schlagwerk nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Innenfläche des Führungszylinders aus einem Duroplast gebildet ist.
7. Pneumatisches Schlagwerk nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Führungszylinder wenigstens eine Schicht aus einem Duroplast und wenigstens eine
Schicht aus einem Thermoplast aufweist.
8. Pneumatischen Schlagwerk nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine die Innenfläche definierende Schicht aus einem Duroplast besteht.
9. Handwerkzeugmaschine mit einem pneumatischen Schlagwerk nach einem der vorhergehenden
Ansprüche.