Gebiet der Erfindung
[0001] Die Erfindung bezieht sich allgemein auf ein System zur Kompensation von elektromagnetischen
Störfeldern. Insbesondere betrifft die Erfindung ein System zur Magnetfeldkompensation
mit zwei Sensoren und einem digitalen Prozessor.
Hintergrund der Erfindung
[0002] Zur Kompensation elektromagnetischer Störfelder, insbesondere magnetischer Störfelder
werden in den allermeisten Fällen Feedbackcontrol Regelungssysteme eingesetzt. Hierbei
messen ein oder mehrere Sensoren für alle drei kartesischen Raumachsen die Amplitude
des Störfeldes. Die Messsignale der Sensoren werden einem Regelungskreis zugeführt,
der aus den Messsignalen der Sensoren Steuer- oder Aktuatorsignale für Magnetfelder
erzeugende Vorrichtungen berechnet.
[0003] Das zu kompensierende Magnetfeld kann das Erdmagnetfeld sein oder von anderen in
der Umgebung befindlichen Strom führenden Einrichtungen erzeugt werden.
[0004] Magnetfeldkompensationssysteme werden beispielsweise im Zusammenhang mit bildgebenden
Systemen angewendet, die elektromagnetische Felder verwenden, beispielsweise bei Rasterelektronenmikroskopen
(REM).
[0005] Bei den genannten Vorrichtungen zur Erzeugung von Magnetfeldern kann es sich im einfachsten
Fall um einen stromdurchflossenen Leiter handeln. Im Allgemeinen wird aber von Störfeldern
ausgegangen, die Fernfeldcharakter haben, d.h. solchen Feldern, deren Feldamplitude
sich im Bereich von 5m nicht wesentlich ändert. Diese Annahme trifft beispielsweise
bei Störungen von Schienenfahrzeugen zu. Sofern die Störfelder im interessierenden
Bereich homogen sind, sollten die Kompensationsfelder ebenfalls homogen sein.
[0006] Für die Erzeugung homogener Kompensationsfelder werden bevorzugt sog. Helmholtzspulenpaare
eingesetzt. Hierbei handelt es sich um jeweils zwei Spulen, die gleichsinnig geschaltet
sind und deren Abstand gleich der halben Kantenlänge (= Spulendurchmesser) einer Spule
ist (sog. Helmholtzbedingung).
[0007] Ferner werden Paare von Helmholtzspulen eingesetzt, deren Abstand gleich einer Kantenlänge
ist. Wird für jede der drei Raumachsen jeweils ein Paar von Helmholtzspulen verwendet,
so bilden die Spulenpaare einen würfelförmigen Käfig um den Ort herum, an dem ein
oder mehrere Störfelder kompensiert werden sollen. Bei einer derartigen Spulenanordnung
treten aufgrund der Verletzung der Helmholtzbedingung zwar Feldinhomogenitäten im
Inneren des Käfigs auf, diese sind aber für die meisten Anwendungsfälle akzeptabel.
[0008] In der
US 2005/0195551 A1 wird ein Gerät zur Magnetfeldkompensation angegeben. Dabei werden drei Spulenpaare
zu einem Käfig angeordnet. Das zu kompensierende Magnetfeld wird gemessen. Zur Regelung
wird ein analoger Regler verwendet.
[0009] Es sind auch Systeme erhältlich, bei denen pro Raumachse lediglich eine Spule zur
Erzeugung des Kompensationsfeldes verwendet wird, wodurch der Kompensationsbereich,
d.h. der Bereich, in dem eine gute Kompensation erreicht wird, aber deutlich verkleinert
wird.
[0010] Zur Messung des Magnetfeldes am interessierenden Ort wird im Allgemeinen ein einziger
Magnetfeldsensor eingesetzt. Ausnahmsweise gibt es einen zweiten Sensor, der jedoch
zu Diagnosezwecken eingesetzt wird. Mit einem einzelnen Magnetfeldsensor lässt sich
jedoch nicht feststellen, ob das zu kompensierende Magnetfeld homogen oder inhomogen
am Ort des zu schützenden Objekts ist.
[0011] Ein weiteres Problem bei der Kompensation elektromagnetischer Störfelder besteht
darin, dass nicht unmittelbar an dem Ort gemessen werden kann, an dem das Störfeld
zu kompensieren ist, da sich an diesem Ort im Allgemeinen das vor Störfeldern zu schützende
Objekt befindet.
[0012] Ein weiteres Problem tritt auf, wenn zwei Magnetfeldkompensationssysteme unmittelbar
benachbart sind. Dann kann es zu unerwünschten Rückkopplungseffekten zwischen den
beiden Systemen kommen.
[0013] Ein weiteres Problem besteht mit den Regelungssystemen. Diese Regelsysteme können
in der Regel nur auf eine Anwendung hin optimiert werden. Eine Anpassung an ganz unterschiedliche
Regelungsaufgaben, beispielsweise weil sich die Regelungskonfiguration geändert hat,
ist in der Regel nicht oder nur beschränkt möglich und/oder sehr schwierig zu realisieren.
Auch nichtlineare Regelungssysteme können im Allgemeinen nur mit hohem Aufwand umgesetzt
werden. Diese weisen aber unter Umständen eine deutliche bessere Störfeldkompensation
auf als lineare Regelungssysteme. Folglich würde für wechselnde Regelungsaufgaben
der gesamte Regelkreis oder die Regelschleife neu berechnet, ausgelegt und/oder ausgetauscht
werden. Dies kann in den meisten Fällen auch nicht vom Anwender direkt erfolgen.
Zusammenfassung der Erfindung
[0014] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein System zur Kompensation elektromagnetischer
Störfelder bereit zustellen, bei dem homogene wie inhomogene Magnetfelder kompensiert
werden können.
Es ist eine weitere Aufgabe der Erfindung, eine Simulation der Messung von elektromagnetischen
Störfeldern am Ort des zu schützenden Objekts vorzunehmen.
[0015] Es ist eine noch weitere Aufgabe der Erfindung, im Falle des Einsatzes von zwei Magnetfeldkompensationssystemen
in unmittelbarer Nachbarschaft eventuell auftretende Rückkopplungseffekte auszugleichen.
[0016] Die wesentlichen Merkmale der Erfindung sind in den Ansprüchen aufgeführt.
[0017] Im einzelnen ist ein System zur Kompensation elektromagnetischer Störfelder vorgesehen,
welches zwei reale dreiachsige Magnetfeldsensoren, drei Paare von Kompensationsspulen
und eine Reglereinheit aufweist, um ein Objekt vor den Einflüssen eines Störfeldes
zu schützen. Die Reglereinheit ist dabei vorzugsweise als digitaler Prozessor ausgeführt,
beispielsweise als ein DSP (engl. DSP; Digitaler Signal Prozessor) oder ein FPGA (engl.
FPGA; field programmable gate array).
[0018] Mittels einer frei definierbaren Art von Mittelung können die insgesamt sechs Ausgangssignale
der beiden realen Sensoren zu drei Ausgangssignalen eines virtuellen Sensors zusammengefasst
werden. Durch eine geeignete Wahl des Mitteilungsverfahrens kann erreicht werden,
dass die Ausgangssignale des virtuellen Sensors die Amplitude des Störfeldes am Ort
des zu schützenden Objekts repräsentieren.
[0019] Die Mittelung erfolgt durch das Regelungssystem, welches die sechs Ausgangssignale
der zwei realen Magnetfeldsensoren über sechs Eingänge erhält.
[0020] Die Ausgangssignale der beiden Magnetfeldsensoren können für jeden Sensor durch einen
dreidimensionalen Vektor dargestellt werden. Diese beiden Vektoren können zu einem
sechsdimensionalen Vektor, d.h. einer 6x1 Matrix, zusammengefasst werden. Die Mittelung
über die Ausgangssignale der beiden realen Sensoren, d.h. die Berechnung der Ausgangssignale
des virtuellen Sensors, können durch eine Matrixmultiplikation beschrieben werden:
- V:
- 6x1 Matrix der Ausgangssignale des virtuellen Sensors
- M:
- 6x6 Matrix, die die Mittelung über die Ausgangssignale der realen Sensoren beschreibt
- S:
- 6x1 Matrix der Ausgangssignale des virtuellen Sensors
Die nunmehr vorliegenden Ausgangssignale (= virtuelle Eingangssignale des Regelsystems)
des virtuellen Sensors werden als Input für unabhängige, parallel arbeitende Regelschleifen
verwendet. Diese Regelschleifen können breitbandig, frequenzbereichsselektiv oder
auch frequenzselektiv sein. Die Regelschleifen weisen Regelalgorithmen auf, die aus
den virtuellen Eingangssignalen V veränderte Signale
V̂ machen. Hierbei ist
V̂ eine 6x1 Matrix, die die insgesamt sechs veränderten Eingangssignale des Regelsystems
darstellen. Der Regelalgorithmus wird durch einen Operator O beschrieben. Hinsichtlich
des verwendeten Regelalgorithmus bestehen keinerlei Einschränkungen. Demgemäß muss
der Operator 0 keine Matrix sein, so dass auch nichtlineare Algorithmen Verwendung
finden können. Der Übergang zu den modifizierten Signalen
V̂ wird also beschrieben durch

[0021] Um für die sechs Spulen Steuersignale zu gewinnen, wird die Matrix
V̂ mit einer 6x6 Matrix L multipliziert, d.h.

[0022] Hierbei bedeutet:
- L:
- 6x6 Matrix für die Berechnung der Steuersignale O aus den modifizierten Signalen V̂.
[0023] Der vom Reglersystem angewandte Algorithmus lässt sich also insgesamt wie folgt beschreiben:

[0024] Je inhomogener das Kompensationsfeld bei homogener Störung und je homogener das Kompensationsfeld
bei inhomogener Störung ist, desto kleiner ist der Bereich um den Feedbacksensor,
der einen guten Kompensationseffekt aufweist.
[0025] Wenn das Störfeld inhomogen ist, ist es nicht zweckmäßig ein homogenes Kompensationsfeld
zu erzeugen. In diesem Fall ist es also zweckmäßig, statt eines Paares von Helmholtzspulen
eine einzelne Aktuatorspule zu verwenden.
[0026] In diesem Fall wird nur ein einzelnes Kompensationssystem verwendet, d.h. für die
Bearbeitung virtueller Sensorpositionen und für die Erzeugung von Gradientenfeldern
werden lediglich drei virtuelle Signale verwendet, so dass M eine 3x6 Matrix und L
eine 6x3 Matrix sein kann. Alternativ können die "nicht benötigten" Elemente der 6x6
Matrizen auch gleich Null sein.
[0027] Im Falle einer Helmholtzspulenanordnung wird nur eine Spule des Paares aktiv angesteuert,
und zwar in Abhängigkeit vom Gradienten des Störfeldes unterhalb des Kompensationsbereiches,
oder oberhalb des Kompensationsbereiches. Somit ist im Falle einer Änderung der Struktur
des Störfeldes neben einer neuen Parametrisierung der Regelkreise eine Umbaumaßnahme
zur Positionsänderung der einzelnen Spule nicht notwendig. Werden zwei Kompensationssysteme
direkt nebeneinander betrieben, so führt dies zu gegenseitigen Störungen. Die Rückkopplung
zwischen den beiden Systemen kann durch eine 6x6 Rückkopplungs- oder Crosscoupling-Matrix
C beschrieben werden. C repräsentiert die Rückkopplung eines Steuersignals O
i mit einem virtuellen Signal V
i.
[0028] Zur Vermeidung von Störungen wird das Feedbacksystem keine optimalen Ergebnisse liefern
können. In der Regel ist eine über- oder Unterkompensation nur für digitale Regelungssysteme
möglich und auch dort nur für nichtbreitbandig arbeitende Systeme. Für alle anderen
Systeme müsste die Position des Sensors angepasst werden. Eine solche Positionsänderung
kann es erforderlich machen, dass die Sensoren für die drei Raumachsen an unterschiedlichen
Positionen im Raum positioniert werden müssen. Da aber ein einziges Kompensationssystem
für alle Arten von Anwendungen angestrebt wird, stellt Über- bzw. Unterkompensation
kein geeignetes Verfahren dar.
[0029] Hierbei wird die Matrix S der Ausgangssignale der realen Sensoren um einen Rückkopplungsanteil
zu einer 6x1 Matrix
Ŝ erweitert. Insgesamt gilt also:

Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0030] Es zeigen:
- Fig. 1:
- Eine schematische Darstellung des Systems zur Kompensation eines inhomogenen Störfeldes,
- Fig. 2:
- eine schematische Darstellung des Systems zur Kompensation elektromagnetischer Störfelder
mit seinem Regelungssystem,
- Fig. 3:
- ein Blockdiagramm der Berechnung der Steuersignale des Systems zur Kompensation elektromagnetischer
Störfelder.
- Fig. 4:
- eine schematische Darstellung des Einsatzes eines Magnetfeldkompensationssystems und
- Fig. 5:
- eine schematische Darstellung des Einsatzes zweier Magnetfeldkompensationssysteme
unmittelbar nebeneinander.
Detaillierte Beschreibung der Erfindung
[0031] Im Folgenden wird die Erfindung unter Bezugnahme auf die beigefügten Figuren anhand
beispielhafter Ausführungsformen näher beschrieben, wobei gleiche Bezugszeichen sich
auf gleiche Bauteile beziehen.
[0032] Fig. 1 zeigt schematisch das System zur Kompensation elektromagnetischer Störfelder.
Ein vor den Auswirkungen eines Störfeldes 1 zu schützendes Objekt 2 wird vom Störfeld
1 durchdrungen. Das Störfeld 1 ist hier als Gradientenfeld angenommen.
[0033] Die Amplitude des Störfeldes 1 wird von zwei realen Magnetfeldsensoren 3 und 4 gemessen.
Der erste reale Sensor 3 liefert ein Ausgangssignal
S1 =[
x1(
t),
y1(
t),
z1(
t)] und der zweite reale Sensor 4 liefert ein Ausgangssignal
S2=[x
2(
t),
y2(
t),
z2(
t)]. Diese beiden Ausgangssignale werden der in Fig. 2 gezeigten Reglereinheit 7 in
digitalisierter Form zugeführt.
[0034] Für die insgesamt 6 Signale, entsprechend 2x3 Raumachsen, weist die Reglereinheit
7 sechs Eingänge auf. Ferner hat die Reglereinheit 7 sechs Ausgänge zur Abgabe von
Steuersignalen für sechs Spulen 6.
[0035] Die beiden Vektoren
S1 und
S2 werden zu einem Sechser-Vektor bzw. einer 6x1 Matrix S = (S
1, S
2, S
3, S
4, S
5, S
6) zusammengefasst. S wird von der Reglereinheit 7 gemäß dem in Fig. 3 schematisch
gezeigten Algorithmus bearbeitet. In einem ersten Schritt werden die insgesamt sechs
der Reglereinheit 7 zugeführten Signale in Signale V = (V
1, V
2, V
3, V
4, V
5, V
6) eines virtuellen Sensors 5 (Fig. 1) umgerechnet. Dies geschieht, indem S mit einer
6x6 Matrix M multipliziert wird. Es gilt also

[0036] Die virtuellen Signale V entsprechen der Amplitude des Störfeldes am Ort des zu schützenden
Objekts 2. M beschreibt also die Geometrie der gesamten Anordnung und wie die Signale
der beiden realen Sensoren 3 und 4 zum virtuellen Signal V zusammengesetzt werden.
[0037] Die derart erzeugten virtuellen Signale V werden unabhängigen, parallel arbeitenden
Regelschleifen zugeführt und weiter bearbeitet. Diese Regelschleifen als Teil der
Reglereinheit 7 können breitbandig, frequenzbereichsselektiv oder frequenzselektiv
sein. Die Regelschleifen verändern die virtuellen Signale V zu modifizierten Signalen
V̂. Der Übergang von V zu
V̂ wird durch einen Operator 0 beschrieben. Somit gilt:

[0038] Da hinsichtlich der verwendeten Regelalgorithmen keinerlei Einschränkungen bestehen,
wird die Modifikation der Signale V allgemein durch den Operator O dargestellt, der
nicht notwendigerweise eine Matrix ist, so dass auch nichtlineare Algorithmen Anwendung
finden können.
[0039] Zwecks Gewinnung von Steuersignalen für die Spulen 6 werden die modifizierten Signale
V̂ in reale Steuersignale O umgerechnet. 0 ist wieder eine 6x1 Matrix, enthält also
6 einzelne Signale, die zur Steuerung der sechs Spulen 6 verwendet werden. Der Übergang
von den modifizierten Signalen
V̂ zu den Steuersignalen 0 wird demnach beschrieben durch

bzw. insgesamt:

[0040] Hierbei ist L eine 6x6 Matrix. Die konkreten Elemente ihrer Werte hängen ab von der
Art des zu kompensierenden Störfelds und der Geometrie der das Kompensationsfeld erzeugenden
Spulen 6. Soll beispielsweise ein in x-Richtung wirkendes Gradientenfeld kompensiert
werden, erhalten die beiden in x-Richtung wirkenden Spulen unterschiedlich starke
Steuersignale, so dass die beiden Spulen unterschiedlich starke Magnetfelder erzeugen,
so dass das Kompensationsfeld ebenfalls ein Gradientenfeld ist, dessen Richtung der
Feldstärkeänderung umgekehrt zu der des Störfeldes ist.
[0041] Der bislang beschriebene Algorithmus wird verwendet, so lange nur ein einziges Kompensationssystem
verwendet wird. Für diesen Fall werden nur drei virtuelle Signale benötigt. Hierbei
werden virtuelle Sensorpositionen berechnet und Gradientenfelder erzeugt. Für diese
Zwecke ist es ausreichend, wenn M eine 3x6 Matrix und L eine 6x3 Matrix ist. Alternativ
können die "nicht benötigten" Elemente der 6x6 Matrizen auch gleich Null sein.
[0042] Mit der Regeleinheit 7 können auch zwei direkt nebeneinander positionierte Kompensationssysteme
betrieben werden. Dies kann sinnvoll sein, wenn zwei zu schützende Objekte direkt
nebeneinander stehen und nicht mit einem großen Kompensationssystem geschützt werden
sollen oder können. Dies hat zur Folge, dass die zu schützenden Bereiche aufgrund
der zwei eingesetzten Kompensationssysteme ein deutlich kleineres Volumen haben. Daher
werden auch keine Gradientenfelder zur Kompensation benötigt. Bei einer solchen Installation
ist die Erzeugung von Gradientenfelder zur Kompensation allerdings auch nicht möglich,
da die sechs Ausgangssignale der Reglereinheit 7 auf sechs Spulenpaare gegeben werden,
die in der jeweiligen Raumrichtung dann jeweils nur ein homogenes Magnetfeld erzeugen
können. Die Spulenpaare können in Reihe, parallel oder je nach Impedanz angeschlossen
werden. Diese Spulenpaare werden dann jeweils um das zu schützende Objekt 2 platziert
und die jeweils dazugehörigen Systeme werden jeweils innerhalb des von den je drei
Spulenpaaren gebildeten Käfigs angeordnet. Diese Konfiguration wird in Fig. 4 gezeigt.
Drei Paare von Helmholtzspulen H1, H2, H3 sind um an das zu schützende Objekt 2 angeordnet.
Die beiden realen Sensoren 3, 4 befinden sich innerhalb des einen Käfigs H.
[0043] Es können auch zwei Kompensationssysteme direkt nebeneinander angeordnet werden.
Dieser Fall ist in Fig. 5 gezeigt. Hierbei bilden jeweils drei Paare von Helmholtzspulen
H1a, H2a, H3a bzw. H1b, H2b, H3b je einen Käfig Ha bzw. Hb. In jedem der beiden Käfige
Ha, Hb befindet sich einer der beiden realen Sensoren 3, 4.
[0044] Sofern zwei Kompensationssysteme in unmittelbarer Nachbarschaft eingesetzt werden,
können zwischen den beiden Systemen Rückkopplungseffekte auftreten. Diesem Umstand
wird dadurch Rechnung getragen, dass eine 6x6 Rückkopplungsmatrix C vorgesehen ist,
welche die Anteile derjenigen Signale herausrechnet, die aus einem Ausgangssignal
O
i auf ein virtuelles Signal Vi übersprechen. C beschreibt die also die Art der Rückkopplung
zwischen den beiden direkt nebeneinander installierten Kompensationssystemen.
[0045] Erfindungsgemäß wird die 6x1 Matrix der realen Sensorsignale S um den Rückkopplungsanteil
erweitert. Wird die 6x1 Matrix dieser erweiterten Signale mit
Ŝ bezeichnet, so gilt

[0046] Aus den so gewonnen, um den Rückkopplungsanteil erweiterten Signalen
Ŝ wird in der bereits beschriebenen Weise die 6x1 Matrix mit den virtuellen Sensorsignalen
berechnet. Es gilt also:

was schließlich zu Steuersignalen 0 gemäß folgender Beziehung führt:

[0047] Im Folgenden sei als eine Standardinstallation des Systems angenommen, d.h. es ist
nur ein System installiert. Somit treten keine Rückkopplungseffekte auf, was bedeutet,
dass die Matrix C gleich der Nullmatrix ist. Ferner sei angenommen, dass sich das
virtuelle Sensorsignal in x-Richtung zusammensetzen soll aus dem arithmetischen Mittel
der beiden realen Sensorsignale in x-Richtung, da der Gradient des Störfeldes in x-Richtung
verläuft. Das virtuelle Sensorsignal in y-Richtung soll gleich dem Signal y-Richtung
des zweiten realen Sensors sein, da z.B. das Signal in y-Richtung des ersten realen
Sensors von einem lokalen Störer verursachte unerwünschte Komponenten enthält. Das
virtuelle Sensorsignal in z-Richtung soll aus Mittelungs-/Rauschunterdrückungsgründen
gleich dem arithmetischen Mittel der beiden realen Sensorsignale in z-Richtung sein.
Unter diesen Annahmen hat die Matrix M die folgende Gestalt:

[0048] Sind die Kompensationsspulen als Paare ausgeführt und soll in y- und in z-Richtung
ein homogenes Kompensationsfeld abgestrahlt werden, das in x-Richtung einen Gradienten
hat, so hat die Matrix L die folgende Gestalt:

[0049] Im folgenden Beispiel wird eine Doppelinstallation betrachtet. D.h. zwei Systeme
zur Kompensation elektromagnetischer Störfelder werden direkt nebeneinander betrieben.
[0050] Da in diesem Fall die Ausgangssignale für beide Kompensationskäfige innerhalb der
Reglereinheit 7 bekannt sind, können nunmehr auch Rückkopplungsanteile berücksichtigt
und in der Reglerstruktur berücksichtigt werden. Dies geschieht, wie bereits beschrieben,
durch Verwendung einer Rückkopplungs- oder Crosscoupling-Matrix C. Diese Matrix C
bzw. deren Elemente lassen experimentell recht einfach bestimmen, indem ein Signal
auf einen Ausgang des ersten Kompensationssystems gegeben und beim zweiten System
gemessen wird, welche Komponenten von den Sensoren des zweiten Systems aufgenommen
werden und in welchem Bruchteil der Amplitude verglichen mit dem Sensor des ersten
Systems. Diese Signalanteile bilden dann die Elemente der Rückkopplungsmatrix C. Hierbei
muss dieses Messverfahren für alle Spulen durchgeführt werden.
[0051] Strahlt beispielsweise der Ausgang O
5 noch mit 40% auf den Sensoreingang S
2, so muss das Matrixelement C
25 = 0,4 sein.
1. System zur Kompensation von elektromagnetischen Störfeldern, insbesondere inhomogenen
Störfeldern, umfassend:
zwei dreiachsige Magnetfeldsensoren (3, 4) zur Abgabe von realen Sensorssignalen (S1,
S2, S3, S4, S5, S6);
sechs Kompensationsspulen (6), die als Käfig um ein zu schützendes Objekt (2) angeordnet
sind und einzeln ansteuerbar sind;
eine Reglereinheit (7) mit sechs Eingängen und sechs Ausgängen sowie mit einem digitalen
Prozessor, der die Sensorsignale (S1, S2, S3, S4, S5, S6) eingangsseitig aufnimmt und zu Ansteuersignalen (O1, O2, O3, O4, O5, O6) für die Kompensationsspulen (6) verarbeitet, wobei die realen Sensorsignale (S1, S2, S3, S4, S5, S6) zu virtuellen Sensorsignalen (V1, V2, V3, V4, V5, V6) durch eine erste Matrixmultiplikation (V = M•S) umgerechnet werden, um die Störfelder
am Ort des Objekts (2) abzubilden, wonach die virtuellen Sensorsignale (V1, V2, V3, V4, V5, V6) durch einen die Reglerstruktur beschreibenden Operator (0) zu veränderten Signalen
(V̂1,V̂2,V̂3,V̂4,V̂5,V̂6) gemacht werden,
wobei die veränderten Signale (V̂1,V̂2,V̂3,V̂4,V̂5,V̂6) zu realen Ansteuersignalen (O1, O2, O3, O4, O5, O6) durch eine zweite Matrixmultiplikation (0 = L•V̂) umgerechnet werden, die den sechs Kompensationsspulen (6) einzeln zugeführt werden.
2. System nach Anspruch 1, bei dem zwei Käfige (Ha, Hb) um zwei zu schützende Objekte
(2a, 2b) vorgesehen sind, die sich gegenseitig beeinflussen, wobei die sechs Ausgänge
der Reglereinheit (7) jeweils mit Spulenpaaren verbunden sind, wobei jeweils ein Magnetfeldsensor
(3, 4) einem der Objekte (2a, 2b) zugeordnet ist, und wobei die Ansteuersignale ((O1, O2, O3, O4, O5, O6) mit einer Rückkopplungsmatrix (C) multipliziert werden, um wie die Sensorsignale
nach Anspruch 1 weiterverarbeitet zu werden.