Technisches Gebiet
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer Verpackung
mit mindestens zwei blisterartigen Speicherkammern zur Aufnahme miteinander zu mischender
Stoffe.
Stand der Technik
[0002] Verpackungen mit mehreren Kammern bzw. Blistern finden in zahlreichen Gebieten breite
Anwendung, in denen mehrere oder unterschiedliche Stoffe in einer gemeinsamen Verpackung
aufbewahrt werden sollen, beispielsweise bei Medikamenten.
[0003] Die
WO 00/09414 offenbart einen Mehrkammerbehälter mit zwei Kammern bzw. Näpfen, die mittels eines
Steges voneinander getrennt und durch eine Deckfolie verschlossen sind. Dabei ist
die Aufsiegelung der Deckfolie derart ausgelegt, dass diese im Bereich des Verbindungssteges
leicht durchbrochen werden kann, um den vorzugsweise flüssigen Inhalt der beiden Kammern
miteinander zu mischen.
[0004] Derartige Mehrkammerverpackungen kommen prinzipiell für beliebige Anwendungen in
Betracht, bei denen zwei oder mehr Komponenten gelagert und kurz vor dem Gebrauch
gemischt werden müssen. Allerdings haben sich die bekannten Mehrkammerverpackungen
für einige Anwendungen als nicht geeignet erwiesen. So sind beispielsweise die in
der
WO 00/09414 offenbarten Mehrkammerbehälter mit Kunststoffnäpfen nicht für Stoffe geeignet, die
gasdicht verpackt werden müssen, da diese sonst einer Qualitätsverschlechterung unterliegen,
wie beispielsweise Farbcremes von 2-Komponenten-Haarfärbemitteln.
[0005] Ferner offenbart die
WO 02/064444 A2 eine Mehrkomponentenverpackung, bei der die Kammern bzw. Näpfe der Verpackung aus
Aluminiumfolie gebildet sind, so dass die verpackten Stoffe weitgehend gasdicht verpackt
werden. Eine derartige Verpackung eignet sich jedoch nicht für oxidierende Stoffe,
wie beispielsweise Peroxid, die in einer gasdichten Verpackung aufgrund von Entgasungsvorgängen
zu starken Verformungen und ggf. einer Beschädigung der Verpackung führen können.
[0006] Weiterhin offenbart die
WO 02/074657 A1 einen Mehrkammerbehälter, der aus einem Verbundmaterial hergestellt ist, das eine
gasundurchlässige Kunststoffschicht aufweist. Dabei kann die gasundurchlässige Schicht
derart angeordnet sein, dass nur ein Teil der Kammern gasdicht verschlossen werden.
Zur Herstellung des Mehrkammerbehälters muss das Verbundmaterial in jedem Einzelfall
entsprechend der Geometrie und Anordnung der Kammern vorbereitet werden.
Darstellung der Erfindung
[0008] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein einfaches Verfahren, zur Herstellung
einer verbesserten Verpackung mit mindestens zwei Speicherkammern, bereitzustellen.
[0009] Diese Aufgabe wird gemäß der vorliegenden Erfindung durch ein Verfahren nach Anspruch
1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen
angegeben.
[0010] Der Erfindung liegt der Gedanke zugrunde, eine Verpackung zu schaffen, bei der die
Herstellung stets mit demselben Ausgangsmaterial erfolgen kann, ohne dass in jedem
Einzelfall eine Vorkonfektionierung entsprechend der gewünschten Permeabilitätseigenschaften
der Kammern erforderlich ist. Zu diesem Zweck ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass
die Blisterabschnitte aus einem Verbundmaterial mit mindestens zwei Schichten gebildet
sind, wobei zumindest eine der Schichten im wesentlichen gasundurchlässig, insbesondere
sauerstoffundurchlässig ist und eine geringere Bruchdehnung bei Zugbeanspruchung besitzt
als die übrigen Schichten.
[0011] Hierdurch können die Blisterabschnitte derart ausgebildet werden, dass die mindestens
eine, im Wesentlichen gasundurchlässige Schicht in einem oder mehreren Blisterabschnitten
durchgängig vorhanden ist, sodass sich eine im Wesentlichen gasdichte Speicherkammer
ergibt, während die mindestens eine, im Wesentlichen gasundurchlässige Schicht in
den übrigen Kammern zumindest abschnittsweise unterbrochen sein kann, sodass sich
in diesen Kammern eine Gasdurchlässigkeit mit einem gewünschten Ausmaß einstellt.
Auf diese Weise lassen sich verschiedenartigste Speicherkammern in einer einzigen
Verpackung zusammenfassen, wobei die Speicherkammern jeweils eine gewünschte Gasdurchlässigkeit
besitzen und somit Lagerbedingungen bereitstellen, wie sie von bestimmten Stoffen
jeweils gefordert werden. Insbesondere lässt sich eine derartige Verpackung problemlos
ausgehend von einem einzigen Verbundmaterial herstellen, das in keiner Weise vorkonfektioniert
werden muss. Hierdurch wird die Herstellung der erfindungsgemäßen Verpackung gegenüber
dem Stand der Technik erheblich vereinfacht.
[0012] In der erfindungsgemäßen Verpackung können bei einfacher Herstellung beispielsweise
2-Komponenten-Haarfärbemittel, 2-Komponenten-Klebstoffe oder dergleichen bis zum Gebrauch
in einer einzigen Verpackung gelagert und auch in dieser gemischt werden, ohne dass
eine der beiden Komponenten seine Eigenschaften während der Lagerung wesentlich verändert
oder die Verpackung beschädigt.
[0013] Gemäß einer Weiterbildung der vorliegenden Erfindung beträgt die Bruchdehnung der
mindestens einen, im wesentlichen gasundurchlässigen Schicht (14) höchstens 50 %,
bevorzugt höchstens 25 %, besonders bevorzugt höchstens 10 % derjenigen der übrigen
Schichten (12, 16). Hierdurch lässt sich in vorteilhafter Weise der Herstellungsvorgang
der erfindungsgemäßen Verpackung weiter vereinfachen, indem die gewünschte Differenz
der Gasdurchlässigkeit zwischen den Kammern bereits bei geringen Verformungsgraden
erzielen lässt.
[0014] Dabei ist es erfindungsgemäß besonders bevorzugt, dass die Blisterabschnitte aus
einem Metall-Kunststoff-Verbundmaterial, insbesondere einem Aluminium-Kunststoff-Verbundmaterial
gebildet sind, wobei die mindestens eine, im wesentlichen gasundurchlässige Schicht
(14) bevorzugt Metall aufweist. In einem derartigen Verbundmaterial sorgt mindestens
eine Metallschicht für die gewünschte Gasundurchlässigkeit, während der Kunststoffanteil
je nach Aufbau, Verformungsgrad etc. einen gewissen Gasaustausch entsprechend den
Anforderungen ermöglicht. Ferner lassen sich Metall-Kunststoff-Verbundmaterialien
leicht und kostengünstig herstellen und problemlos in die gewünschte Form bringen.
[0015] Das Ausformen der Blisterabschnitte erfolgt gemäß einer Weiterbildung der vorliegenden
Erfindung zumindest teilweise durch Verformung, insbesondere durch Tiefziehen. Dabei
ergibt sich eine radikal vereinfachte Herstellung der Blisterabschnitte mit unterschiedlicher
Gasdurchlässigkeit, wenn der mindestens eine Blisterabschnitt mit der größeren Gasdurchlässigkeit
einen höheren Verformungsgrad besitzt als die übrigen Blisterabschnitte. Die Erfinder
haben nämlich überraschenderweise festgestellt, dass sich über die Wahl des Verformungsgrades
die Gasdurchlässigkeit der einzelnen Blisterabschnitte auf einfache und zuverlässige
Weise steuern lässt. Dies gilt insbesondere bei Metall-Kunststoff-Verbundmaterialien,
bei denen bei geringen Verformungsgraden die mindestens eine Metallschicht ungerissen
bleibt, sodass die entsprechende Blisterkammer im Wesentlichen gasundurchlässig ist,
während die mindestens eine Metallschicht bei höheren Verformungsgraden zunehmend
Mikrorisse bzw. auch diskrete Risse oder Spalte aufweist, sodass die Gasdurchlässigkeit
mit zunehmendem Verformungsgrad ebenfalls zunimmt. Die vorliegende Erfindung ist jedoch
nicht auf die Verwendung von Metall-Kunststoff-Verbundmaterialien beschränkt, sondern
ist auch auf andere Materialien anwendbar, wobei allgemein Verbundmaterialien bevorzugt
sind.
[0016] Gemäß einer Weiterbildung der vorliegenden Erfindung umschließt der mindestens eine
Blisterabschnitt mit der größeren Gasdurchlässigkeit ein größeres Volumen und/oder
besitzt eine größere Höhe als die übrigen Blisterabschnitte. Durch diese Maßnahme
kann ohne direkte oder indirekte Messung des Verformungsgrades sichergestellt werden,
dass der mindestens eine Blisterabschnitt tatsächlich eine größere Gasdurchlässigkeit
besitzt, wodurch Steuerung und Kontrolle bei der Herstellung und Befüllung der Verpackung
vereinfacht werden.
[0017] Im Hinblick auf ein einfaches und sicheres Mischen der verschiedenen in den Blisterabschnitten
enthaltenen Komponenten ist gemäß einer Weiterbildung der vorliegenden Erfindung vorgesehen,
dass die Deckabschnitte mit den Blisterabschnitten derart verbunden sind, dass die
Siegelfestigkeit im Bereich zwischen benachbarten Blisterabschnitten zumindest abschnittsweise
geringer ist als an freien Rändern der Blisterabschnitte. Hierdurch wird sichergestellt,
dass das Mischen der Komponenten durch einfaches Drücken der Blisterabschnitte eingeleitet
und durchgeführt werden kann, da hierdurch die Siegelnaht im Bereich zwischen benachbarten
Blisterabschnitten gelöst wird, während die umlaufende Siegelnaht intakt bleibt und
dafür sorgt, dass die Komponenten nicht vorzeitig aus der Verpackung austreten.
[0018] Die erfindungsgemäße Verpackung ist selbstverständlich für beliebige Stoffe und Stoffkombinationen
geeignet. Es hat sich jedoch gezeigt, dass die erfindungsgemäße Verpackung besonders
zur Aufnahme von Komponenten von Haarpflege und/oder Haarkosmetikmitteln geeignet
ist, wobei die mindestens eine Speicherkammer mit der größeren Gasdurchlässigkeit
bevorzugt oxidierende Komponenten wie insbesondere Peroxid enthält. Die Komponenten
derartiger Mittel wurden bisher üblicherweise in getrennten Verpackungen mit einem
zusätzlichen Mischgefäß ausgeliefert, was ein umständliche Handhabung und ein hohes
Maß an Verpackungsmaterial mit sich brachte. Demgegenüber ist es mit der erfindungsgemäßen
Verpackung möglich, die Komponenten in einer einzigen Verpackung zusammenzufassen,
in der kurz vor dem Gebrauch auch noch das Mischen durchgeführt werden kann, sodass
die erfindungsgemäße Verpackung dem Benutzer ausgezeichnete Gebrauchseigenschaften
bietet. Diese Vorteile sind insbesondere auch für Endverbraucher von Bedeutung, die
in der Handhabung chemischer Substanzen, die teilweise aggressive Wirkungen besitzen,
keine oder nur geringe Erfahrung besitzen. Daher wird durch die erfindungsgemäße Verpackung
auch die Anwendungssicherheit erhöht.
[0019] Kurze Beschreibung der Zeichnung
- Fig. 1
- zeigt schematisch eine Schnittansicht einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Verpackung.
Ausführliche Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen
[0020] Bevorzugte Ausführungen der vorliegenden Erfindung werden nachfolgend ausführlich
unter Bezugnahme auf Fig. 1 beschrieben, die schematisch eine Schnittansicht einer
bevorzugten Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Verpackung 1 zeigt.
[0021] Die Verpackung 1 umfasst in der vorliegenden Ausführungsform zwei Speicherkammern
2, 4 zur Aufnahme zu verpackender Stoffe. Es ist jedoch selbstverständlich, dass die
erfindungsgemäße Verpackung 1 eine beliebige Anzahl von Speicherkammern aufweisen
kann. Bei den zu verpackenden Stoffen kann es sich prinzipiell um beliebige, flüssige,
feste oder auch gasförmige Stoffe handeln, wobei die Verpackung bevorzugt für Stoffe
zum Einsatz kommt, die miteinander gemischt werden sollen und/oder ein unterschiedliches
Entgasungsverhalten besitzen.
[0022] Die Speicherkammern 2, 4 sind jeweils durch einen Blisterabschnitt 2', 4' und einen
Deckabschnitt 2'', 4'' begrenzt. Dabei ist es erfindungsgemäß bevorzugt, dass die
Deckabschnitte, die beispielsweise durch eine oder mehrere Folien gebildet sein können,
mit den Blisterabschnitten durch Siegelnähte S, R verbunden sind, wobei die Siegelfestigkeit
der Nähte S zwischen benachbarten Blisterabschnitten geringer ist als diejenige der
Siegelnähte R an freien Rändern der Blisterabschnitte. Bei dem Material der Deckabschnitte
kann es sich beispielsweise um eine Kunststoff- oder Aluminiumfolie handeln, wobei
auch dasselbe Material wie bei den Blisterabschnitten zum Einsatz kommen kann.
[0023] Die Blisterabschnitte sind aus einem Verbundmaterial 10 gebildet, das in der vorliegenden
Ausführungsform drei Schichten 12, 14, 16 aufweist, wobei es sich bei den beiden äußeren
Schichten 12, 16 um ein Kunststoffmaterial handelt, während die mittlere Schicht 14
in der vorliegenden Ausführungsform durch einen Aluminiumfilm gebildet ist. Das Verbundmaterial
kann jedoch auch einen andersartigen Schichtaufbau besitzen, wobei allgemein Metall-Kunststoff-Verbundmaterialien
bevorzugt sind. Wesentlich ist ferner, dass zumindest eine Schicht des Verbundmaterials
im Wesentlichen gasundurchlässig ist, wie beispielsweise die Aluminiumfolie, und ferner
eine geringer Bruchdehnung bei Zugbeanspruchung besitzt als die übrigen Schichten.
Die Bruchdehnung kann dabei beispielsweise nach DIN EN ISO 527 bestimmt werden.
[0024] Wie in Fig. 1 zu erkennen, ist bei dem Blisterabschnitt 2' die mittlere (Aluminium-)Schicht
14 durchgängig vorhanden, während bei dem Blisterabschnitt 4' die mittlere Schicht
14 Unterbrechungen U aufweist. Dementsprechend ist der Blisterabschnitt 2' bzw. die
Speicherkammer 2 im Wesentlichen gasdicht ausgebildet, während der Blisterabschnitt
4' bzw. die Speicherkammer 4 eine bestimmte Gasdurchlässigkeit besitzt, die von der
Gasdurchlässigkeit des (Kunststoff-)Materials der Schichten 12, 16 abhängt. Die Gasdurchlässigkeit
der Blisterabschnitte 2', 4' kann dabei insbesondere nach DIN 53380 oder vergleichbaren
Messverfahren bestimmt werden.
[0025] In Fig. 1 ist ferner zu erkennen, dass der Blisterabschnitt 4' mit der größeren Gasdurchlässigkeit
in der vorliegenden Ausführungsform ein größeres Volumen V umschließt und auch eine
größere Höhe h besitzt als der benachbarte Blisterabschnitt 2'. Hierdurch lassen sich
die verschiedenen Blisterabschnitte mit den unterschiedlichen Eigenschaften nicht
nur leicht unterscheiden, sondern der Volumen- bzw. Höhenunterschied ergibt sich oft
aus dem erfindungsgemäßen Herstellungsverfahren, das nachfolgend ausführlicher beschrieben
wird.
[0026] Bei der Herstellung der erfindungsgemäßen Verpackung 1 wird zunächst von dem Metall-Kunststoff-Verbundmaterial
10 mit den oben beschriebenen Eigenschaften ausgegangen. In diesem Material werden
durch Verformung, insbesondere durch Tiefziehen, Warmverformen oder ein ähnliches
Verformungsverfahren, die Blisterabschnitte 2', 4' ausgebildet, wobei der Verformungsgrad
des Blisterabschnitts 4' größer eingestellt wird als derjenige des Blisterabschnitts
2'. Dabei kann der Verformungsgrad mit einfachen Mitteln abgeschätzt werden, beispielsweise
anhand des gebildeten Volumens V und/oder der gebildeten Höhe h der jeweiligen Blisterabschnitte,
oder kann auch durch anerkannte Prüfmethoden ermittelt werden, beispielsweise auf
der Grundlage von DIN EN ISO 527 oder dergleichen.
[0027] Die unterschiedlichen Verformungsgrade werden derart eingestellt, dass die im Wesentlichen
gasdichte (Metall-)Schicht 14 im Bereich des Blisterabschnitts 2' ihre Bruchdehnung
nicht überschreitet und somit ein im Wesentlichen gasdichter Blisterabschnitt 2' erhalten
wird, während bei dem Blisterabschnitt 4' die Bruchdehnung der Schicht 14 zumindest
abschnittsweise überschritten wird, sodass sich Mikrorisse oder gegebenenfalls Trennrisse
oder Spalte in der Schicht 14 einstellen, was dem Blisterabschnitt 4' mit steigendem
Verformungsgrad eine zunehmende Gasdurchlässigkeit verleiht, wobei die Gasdurchlässigkeit
zusätzlich von den Eigenschaften der weitern Schichten des Verbundmaterials abhängt.
[0028] Danach werden die gebildeten Blisterabschnitte 2', 4' mit den zu verpackenden Stoffen
gefüllt, um anschließend die Deckfolien 2'', 4'' aufzulegen, die selbstverständlich
auch aus einer einzigen, durchgängigen Folie gebildet sein können. Nun werden die
Deckfolien 2'', 4'' mit den Rändern der Blisterabschnitte 2', 4' durch eine Siegelnaht
verbunden, beispielsweise mittels Thermosiegeln, Hochfrequenzsiegeln oder Widerstandsschweißen.
Dabei werden die Siegelnähte S zwischen den benachbarten Blisterabschnitten 2', 4'
mit einer geringeren Siegelfestigkeit ausgeführt als die Siegelnähte R an den freien
Rändern der Blisterabschnitte.
[0029] Bei den zu verpackenden Stoffen kann es sich grundsätzlich um beliebige Stoffe handeln,
wobei sich die erfindungsgemäße Verpackung 1 besonders gut für Zwei- oder Mehrkomponentenstoffe
eignet, die kurz vor dem Gebrauch miteinander gemischt werden müssen und/oder ein
unterschiedliches Entgasungsverhalten besitzen. Beispiele für derartige Stoffe sind
kosmetische Mittel, Haarpflegemittel, Klebstoffe, Nahrungsmittel, Medikamente und
dergleichen.
[0030] Beim Gebrauch der erfindungsgemäßen Verpackung 1 wird zunächst durch Drücken der
Blisterabschnitte 2', 4' die Siegelnaht S zwischen den benachbarten Blisterabschnitten
2', 4' durchtrennt, sodass die in den Speicherkammern 2, 4 enthaltenen Stoffe durch
weiteres Drücken der Blisterabschnitte 2', 4' miteinander vermischt werden können.
Anschließend können die Siegelnähte R an den freien Rändern der Blisterabschnitte
2', 4' aufgerissen oder durchtrennt werden, um die miteinander gemischten Stoffe zu
entnehmen. Dabei können die miteinander gemischten Stoffe direkt auf das Anwendungsgebiet
aufgetragen werden, beispielsweise Kopfhaut und Haare, ohne das zusätzliche Behälter
oder dergleichen erforderlich sind.
[0031] Die vorliegende Erfindung stellt somit eine neuartige Verpackung bereit, die bei
einem Minimum an Verpackungsmaterial eine sichere und dauerhafte Lagerung von Substanzen
ermöglicht, die aus mehreren Komponenten bestehen, und gleichzeitig eine einfache
und sichere Benutzung ermöglicht. Darüber hinaus stellt die vorliegende Erfindung
ein Verfahren zur Herstellung der Verpackung bereit, das einfach uns wirtschaftliche
durchführbar ist und problemlos eine Anpassung der Eigenschaften der Verpackung, insbesondere
der Gasdurchlässigkeit, an die jeweils durch die zu verpackenden Stoffe gestellten
Anforderungen ermöglicht.
1. Verfahren zum Herstellen einer Verpackung (1) mit mindestens zwei Speicherkammern
(2, 4) zur Aufnahme zu verpackender Stoffe, wobei die Speicherkammern (2, 4) jeweils
durch einen Blisterabschnitt (2', 4') und einen Deckabschnitt (2 " , 4") begrenzt
sind und zumindest teilweise miteinander in Verbindung bringbar sind, mit den Schritten:
Bereitstellen eines Verbundmaterials (10) mit mindestens zwei Schichten (12, 14, 16),
wobei zumindest eine (14) der Schichten zunächst im Wesentlichen gasundurchlässig,
insbesondere sauerstoffundurchlässig ist und eine geringere Bruchdehnung bei Zugbeanspruchung
besitzt als die übrigen Schichten (12, 16),
Ausbilden von mindestens zwei Blisterabschnitten (2', 4') in dem Verbundmaterial (10)
durch Verformung derart, dass zumindest einer der Blisterabschnitte (4') zumindest
abschnittsweise eine Gasdurchlässigkeit, insbesondere eine Sauerstoffdurchlässigkeit
besitzt, die größer ist als diejenige der übrigen Blisterabschnitte (2'), wobei die
Gasundurchlässigkeit durch ein Überschreiten der Bruchdehnung der im Wesentlichen
gasundurchlässigen Schicht erzielt wird, und
Verschließen der Blisterabschnitte (2', 4') mit mindestens einem Deckabschnitt (2
", 4 "), so dass zwischen diesen miteinander verbindbare Speicherkammern (2, 4) gebildet
werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Ausbilden der mindestens zwei Blisterabschnitte (2', 4') mittels Tiefziehen und/oder
Warmverformung erfolgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Blisterabschnitte (2', 4') und die Deckabschnitte (2 ", 4") durch eine Siegelnaht
miteinander verbunden werden, die zumindest abschnittsweise peelfähig ist, insbesondere
zwischen benachbarten Blisterabschnitten (2', 4').
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bruchdehnung der mindestens einen, im Wesentlichen gasundurchlässigen Schicht
(14) höchstens 50 %, bevorzugt höchstens 25 %, besonders bevorzugt höchstens 10 %
derjenigen der übrigen Schichten (12, 16) beträgt.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Blisterabschnitte (2', 4') aus einem Metall-Kunststoff-Verbundmaterial, insbesondere
einem Aluminium-Kunststoff-Verbundmaterial gebildet sind, wobei die mindestens eine,
im Wesentlichen gasundurchlässige Schicht (14) bevorzugt Metall aufweist.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Blisterabschnitte (2', 4') zumindest teilweise durch Tiefziehen ausgebildet werden,
wobei bevorzugt der mindestens eine Blisterabschnitt (4') mit der größeren Gasdurchlässigkeit
einen höheren Verformungsgrad besitzt als die übrigen Blisterabschnitte (2').
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Blisterabschnitt (4') mit der größeren Gasdurchlässigkeit ein
größeres Volumen (V) umschließt und/oder eine größere Höhe (h) besitzt als die übrigen
Blisterabschnitte (2').
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Deckabschnitte (2", 4'') mit den Blisterabschnitten (2', 4') derart verbunden
werden, dass die Siegelfestigkeit im Bereich (S) zwischen benachbarten Blisterabschnitten
(2', 4') zumindest abschnittsweise geringer ist als an freien Rändern (R) der Blisterabschnitte
(2', 4').
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Speicherkammern (2, 4) jeweils Komponenten von Haarpflege- und/oder Haarkosmetikmitteln
enthalten, wobei die mindestens eine Speicherkammer (4) mit der größeren Gasdurchlässigkeit
bevorzugt oxidierende Komponenten wie insbesondere Peroxid enthält.
1. Method for manufacturing a package (1) having at least two storage chambers (2, 4)
for holding materials to be packaged, wherein the storage chambers (2, 4) are each
defined by a blister section (2' , 4') and a covering section (2", 4") and can be
at least partially connected to each other, having the steps of:
providing a composite material (10) having at least two layers (12, 14, 16), at least
one (14) of the layers initially being substantially gas-impermeable, in particular
oxygen-impermeable, and having a lower breaking elongation under tensile stress than
the other layers (12, 16),
forming at least two blister sections (2', 4') in the composite material (10) by deformation
in such a way that at least one of the blister sections (4') has in at least one section
a gas permeability, in particular oxygen permeability, which is greater than that
of the other blister sections (2'), wherein the gas impermeability is obtained by
exceeding the breaking elongation of the substantially gas-impermeable layer, and
closing the blister sections (2', 4') with at least one covering section (2", 4"),
so that between them are formed storage chambers (2, 4) which can be connected to
each other.
2. Method according to claim 1, characterised in that formation of the at least two blister sections (2', 4') is effected by deep-drawing
and/or hot-deformation.
3. Method according to claim 1 or 2, characterised in that the blister sections (2', 4') and the covering sections (2", 4") are joined to each
other by a sealing seam which is peelable in at least one section, in particular between
adjacent blister sections (2', 4').
4. Method according to any of the preceding claims, characterised in that the breaking elongation of the at least one substantially gas-impermeable layer (14)
is not more than 50%, preferably not more than 25%, particularly preferably not more
than 10% of that of the other layers (12, 16).
5. Method according to any of the preceding claims, characterised in that the blister sections (2', 4') are formed from a metal-plastic composite material,
in particular an aluminium-plastic composite material, wherein the at least one substantially
gas-impermeable layer (14) preferably comprises metal.
6. Method according to any of the preceding claims, characterised in that the blister sections (2', 4') are at least partially formed by deep-drawing, wherein
preferably the at least one blister section (4') having the greater gas permeability
has a higher degree of deformation than the other blister sections (2').
7. Method according to any of the preceding claims, characterised in that the at least one blister section (4') having the greater gas permeability encloses
a greater volume (V) and/or has a greater height (h) than the other blister sections
(2').
8. Method according to any of the preceding claims, characterised in that the covering sections (2", 4'') are joined to the blister sections (2', 4') in such
a way that the sealing tightness in the region (S) between adjacent blister sections
(2', 4') in at least one section is lower than at free edges (R) of the blister sections
(2', 4').
9. Method according to any of the preceding claims, characterised in that the storage chambers (2, 4) in each case contain components of hair care and/or hair
cosmetic agents, wherein the at least one storage chamber (4) having the greater gas
permeability preferably contains oxidising components such as in particular peroxide.
1. Procédé de fabrication d'un emballage (1), avec au moins deux chambres de stockage
(2, 4), pour recevoir des substances à emballer, les chambres de stockage (2, 4) étant
chacune délimitées par un tronçon formant coque (2', 4') et un tronçon formant couvercle
(2", 4") et étant susceptibles d'être reliées ensemble au moins partiellement, avec
es étapes ci-après :
fourniture d'un matériau composite (10) avec au moins deux couches (12, 14, 16), au
moins l'une (14) des couches étant d'abord pratiquement imperméable aux gaz, en particulier
imperméable à l'oxygène, et présentant un allongement à la rupture inférieur à celui
des autres couches (12, 16) en cas de sollicitation en traction,
réalisation d'au moins deux tronçons formant coque (2', 4') dans le matériau composite
(10), par déformation de manière qu'au moins l'un des tronçons formant coque (4')
présente, au moins par tronçons, une perméabilité aux gaz, en particulier une perméabilité
à l'oxygène, supérieure à celle des autres tronçons formant coque (2'), la perméabilité
aux gaz étant obtenue par un dépassement de l'allongement à la rupture de la couche
pratiquement imperméable aux gaz, et
fermeture des tronçons formant coque (2', 4') avec au moins un tronçon formant couvercle
(2", 4"), de manière que des chambres de stockage (2, 4) susceptibles d'être reliées
ensemble soient formées entre celles-ci.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que la réalisation des au moins deux tronçons formant coque (2', 4') s'effectue par emboutissage
ou déformation à chaud.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que les tronçons formant coque (2', 4') et les tronçons formant couvercle (2", 4") sont
reliés ensemble par un cordon de scellage, pelable au moins par tronçons, en particulier
entre des tronçons formant coque (2', 4') voisins.
4. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'allongement à la rupture de la au moins une couche (14), pratiquement imperméable
aux gaz, est au plus de 50 %, de préférence au plus de 25 %, de manière particulièrement
préférée au plus de 10 % de celui des autres couches (12, 16).
5. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les tronçons formant coque (2', 4') sont formés d'un matériau composite métal-matière
synthétique, en particulier d'un matériau composite aluminium-matière synthétique,
la au moins une couche (14) pratiquement imperméable aux gaz présentant de préférence
du métal.
6. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les tronçons formant coque (2', 4') sont formés au moins partiellement par emboutissage,
de préférence le au moins un tronçon formant coque (4') ayant la plus grande perméabilité
aux gaz présentant un degré de déformation supérieur à celui des autres tronçons formant
coque (2').
7. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le au moins un tronçon formant coque (4') ayant la plus grande perméabilité aux gaz
enclos un plus grand volume (V) et/ou présente une plus grande hauteur (h) que les
autres tronçons formant coque (2').
8. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les tronçons formant couvercle (2", 4") sont reliés aux tronçons formant coque (2',
4'), de manière que, dans la zone (S) située entre des tronçons formant coque (2',
4') voisins, la résistance de scellage soit, au moins par tronçons, inférieure à ce
qu'elle est au niveau des bords (R) libres des tronçons formant coque (2', 4').
9. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les chambres de stockage (2, 4) contiennent chacune des composants de produits de
soins capillaires et/ou cosmétiques capillaires, la au moins une chambre de stockage
(4) ayant la plus grande perméabilité aux gaz contenant de préférence des composants
oxydants, tels qu'en particulier du peroxyde.