[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Optimieren der Schaltabläufe
eines Stufengetriebes, insbesondere eines automatisierten Stufengetriebes für Kraftfahrzeuge.
[0002] Bei automatisierten Schaltgetrieben (ASG) erfolgen die Betätigung von Schaltkupplungen
des Stufengetriebes sowie die Betätigung einer vorgeschalteten Anfahr- und Trennkupplung
über Aktuatoren. Die Aktuatoren können beispielsweise elektromotorisch oder fluidisch
betriebene Aktuatoren sein. Die Aktuatoren werden koordiniert zueinander von einem
Steuergerät angesteuert. Die Gangwechsel können sowohl von Hand ausgelöst werden als
auch vollautomatisch gemäß einer übergeordneten Schaltstrategie erfolgen.
[0003] Die Schaltzeit ist insbesondere bei ASGs von besonderer Bedeutung, da ein Gangwechsel
generell mit einer Zugkraftunterbrechung oder zumindest einer Zugkraftverringerung
einhergeht. Ein Gangwechsel bei einem ASG beinhaltet das Auslegen eines Start-oder
Quellganges und das Einlegen eines Zielganges.
[0004] Die zum Ein- und Auslegen der Gänge verwendeten Schaltkupplungen dienen in erster
Linie zum Herstellen des Formschlusses, der die jeweilige Gangstufe einrichtet. Häufig
sind die Schaltkupplungen als Synchronkupplungen ausgebildet, die als weitere Funktion
die Drehzahlangleichung beim Einlegen einer Gangstufe besitzen. Bei einer Synchronkupplung
ist der Synchronpunkt die Position eines Schaltgliedes der Synchronkupplung bei Beginn
der Drehzahlangleichung. Die Synchronposition ist die Position bei erfolgter Drehzahlangleichung.
[0005] Aus der Druckschrift
DE 101 10 898 A1 ist ein Verfahren zur Inbetriebnahme eines ASG bekannt. Dabei werden die zum Wählen
und Schalten benötigten Getriebeparameter vor dem Einbau des Stufengetriebes in ein
Fahrzeug ermittelt und in einem Steuergerät gespeichert. Dies soll den Vorteil haben,
dass die zum späteren Betrieb erforderlichen Getriebeparameter vor dem Einbau unter
Zuhilfenahme externer Sensoren ermittelt werden können, um Serienstreuungen zu kompensieren.
Dies soll ferner zu einer hohen Genauigkeit bei der Erfassung der Synchronpositionen
der einzelnen Gangstufen führen. Unter Getriebeparametern werden dabei die Geometriedaten
der getriebeinternen Schaltelemente, die Position von im Getriebe vorhandenen Anschlägen
etc. verstanden.
[0006] Zum Erfassen der Synchronposition einer Synchronkupplung wird bei dem bekannten Verfahren
die Eingangswelle des Getriebes vor dessen Einbau durch einen externen Antrieb in
Drehung versetzt. Die Synchronposition wird angefahren. Die Drehzahländerung der Eingangswelle
wird überwacht. Das Erreichen des Synchronpunktes (dort Synchronposition genannt)
wird bei einer Drehzahländerung festgestellt, die größer ist als ein vorbestimmter
Schwellenwert. Dabei soll eine Schaltmuffe zum Einlegen der betroffenen Gangstufe
langsam und mit kleiner Kraft durch den jeweiligen Aktuator betätigt werden.
[0007] Alternativ hierzu soll es auch möglich sein, die Eingangswelle des Getriebes mit
einem Eingangsmoment zu beaufschlagen und das Abtriebsmoment zu überwachen. Das Erreichen
des Synchronpunktes wird bei einer Abtriebsmomentänderung festgestellt, die größer
ist als ein vorbestimmter Schwellenwert.
[0008] Aus der
DE 103 12 400 A1 ist es ferner bekannt, die Spannung eines als Aktuator verwendeten Elektromotors
beim Anfahren des Synchronpunktes so einzustellen, dass bei einem Anfahren des Synchronpunktes
mit konstanter Geschwindigkeit die Synchronkraft genau getroffen wird.
[0009] Aus dem Dokument
US 2004/063541 A1 ist ein gattungsgemäßes Verfahren zum Optimieren des Schaltablaufes bei einem in
ein Kraftfahrzeug eingebauten Stufengetriebe bekannt, insbesondere bei einem automatisierten
Schaltgetriebe, das mehrere Gangstufen aufweist, die mittels jeweiliger Schaltkupplungen
ein- und auslegbar sind, wobei ein Toleranz- bzw. verschleißabhängiger Parameter einer
Schaltkupplung des Stufengetriebes erfasst wird und wobei ein dem Parameter entsprechender
Wegsollwert eines Schaltgliedes der Schaltkupplung eingestellt wird, der im Verlauf
eines Schaltvorganges angefahren wird, und zwar in Abhängigkeit von dem Wert des erfassten
Parameters, bzw. wobei ein dem Parameter entsprechendes Ereignis ausgelöst wird.
[0011] Vor dem obigen Hintergrund ist es die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein verbessertes
Optimierungsverfahren für Schaltabläufe von Kraftfahrzeug-Stufengetrieben sowie ein
damit betreibbares Steuergerät zu schaffen.
[0012] Diese Aufgabe wird durch ein Optimierungsverfahren gemäß Anspruch 1 sowie durch ein
Steuergerät gemäß Anspruch 8 gelöst.
[0013] Generell wird diese Aufgabe durch ein Verfahren zum Optimieren des Schaltablaufes
bei einem in ein Kraftfahrzeug eingebautem Stufengetriebe, insbesondere bei einem
automatisierten Schaltgetriebe, gelöst, das mehrere Gangstufen aufweist, die mittels
jeweiliger Schaltkupplungen ein- und auslegbar sind, mit den Schritten:
- Erfassen eines toleranz- und/oder verschleißabhängigen Parameters einer Schaltkupplung
des Stufengetriebes, und
- Einstellen eines dem Parameter entsprechenden Weg-Sollwertes eines Schaltgliedes der
Schaltkupplung, der im Verlauf eines Schaltvorganges angefahren wird, in Abhängigkeit
von dem Wert des erfassten Parameters, und/oder Auslösen eines dem Parameter entsprechenden
Ereignisses.
[0014] Durch das erfindungsgemäße Optimierungsverfahren ist es möglich, bei einem bereits
in ein Kraftfahrzeug eingebauten Stufengetriebe die Schaltabläufe zu optimieren. Hierbei
werden bestimmte Parameter des Schaltablaufes während der Betriebszeit des Kraftfahrzeuges
erfasst, und es werden bestimmte Weg-Sollwerte der Schaltkupplung in Abhängigkeit
von dem erfassten Parameterwert eingestellt oder Ereignisse auslöst.
[0015] Dabei kann das Optimierungsverfahren kontinuierlich während der Betriebszeit angewandt
werden. Es ist jedoch auch möglich, das Optimierungsverfahren oder bestimmte Ausgestaltungen
hiervon nur einmalig oder diskontinuierlich, also beispielsweise im Rahmen der üblichen
Wartungsarbeiten, durchzuführen.
[0016] Das erfindungsgemäße Verfahren geht davon aus, dass die eingestellten Weg-Sollwerte
adaptiv während der Betriebszeit des Kraftfahrzeuges eingestellt werden. Hierdurch
lassen sich zeit-und komfortoptimierte Schaltvorgänge realisieren. Auch ist mittelbar
eine Bestimmung des Verschleißes der Getriebekomponenten möglich.
[0017] Ein Schaltvorgang beinhaltet das Auslegen eines Startganges.
[0018] Obgleich das erfindungsgemäße Verfahren insbesondere bei ASGs Anwendung findet, ist
es auch auf andere Getriebearten anwendbar, beispielsweise auf Doppelkupplungsgetriebe.
[0019] Das Schaltglied der Schaltkupplung ist ein bei einem Schaltvorgang bewegtes Glied,
insbesondere eine Schaltmuffe oder ein damit gekoppeltes Glied wie eine Schaltgabel,
eine Schaltstange, ein Aktuatorabtrieb o.Ä.
[0020] Das Auslösen eines dem Parameter entsprechenden Ereignisses kann beispielsweise im
Schaltverlauf das Starten eines Programmmoduls sein.
[0021] Gemäß einer erfindungsgemäßen Ausführungsform ist der Parameter der Auslegepunkt
beim Auslegen einer Gangstufe.
[0022] Hierdurch ist es möglich, ein dem Auslegepunkt entsprechendes Ereignis unmittelbar
nach dem Erreichen des Auslegepunktes auszulösen. Im Stand der Technik wird der Gang
beim Gangauslegen erst nach einer festen Wegdifferenz (Δ-Position) als ausgelegt gemeldet,
wobei der Wert der Wegdifferenz alle Toleranzen berücksichtigt und relativ groß ist.
Aus Sicherheitsgründen können bei einem Gangwechsel bestimmte Abläufe erst eingeleitet
werden, wenn der Startgang als ausgelegt gemeldet ist. Erfindungsgemäß wird der Auslegepunkt
bei einem in ein Kraftfahrzeug eingebauten Stufengetriebe adaptiv erfasst und kann
demzufolge unmittelbar (bzw. mit einer sehr viel kleineren Wegdifferenz) zur Auslösung
weiterer Ereignisse dienen (z.B. Meldung "Gang ausgelegt").
[0023] Gemäß einer alternativen erfindungsgemäßen Ausführungsform ist der Parameter der
Hinterlegungspunkt beim Auslegen einer Gangstufe.
[0024] An den Schaltverzahnungen sind bekanntermaßen häufig so genannte Hinterlegungen vorgesehen,
die in erster Linie dazu dienen, ein versehentliches Gangauslegen zu vermeiden. Die
Hinterlegungen haben in Bezug auf den Auslegepunkt eine vorgegebene Entfernung. Demzufolge
lässt sich der Auslegepunkt mittelbar über die Erfassung des Hinterlegungspunktes
beim Auslegen einer Gangstufe ermitteln. Auch hierbei kann dann ein entsprechendes
Ereignis bei Erreichen des Auslegepunktes ausgelöst werden, beispielsweise die Meldung
"Gang ausgelegt" bzw. das Einleiten weiterer Schritte, die im Verlauf des Gangwechsels
notwendig sind.
[0025] Von besonderem Vorteil ist es insgesamt, wenn der Parameter während der Lebensdauer
des Kraftfahrzeuges immer aufs Neue erfasst wird.
[0026] Hierdurch kann der Schaltablauf in Abhängigkeit von der Veränderung des Parameters
(z.B. auf Grund von Verschleiß) immer neu optimiert werden.
[0027] Von besonderem Vorteil ist es ferner, wenn der Parameter während der Fahrt des Kraftfahrzeuges
erfasst wird.
[0028] Hierbei ist es möglich, nicht nur statische, sondern auch dynamische Begleitumstände
zu berücksichtigen. Ferner ist es möglich, die Parametererfassung ständig während
der Fahrt durchzuführen, um die Schaltabläufe zu optimieren.
[0029] Alternativ ist es natürlich auch möglich, den Parameter diskontinuierlich während
der Lebensdauer des Fahrzeuges zu überwachen, beispielsweise bei regelmäßig anfallenden
Wartungsarbeiten oder auch immer dann, wenn das Fahrzeug im Stillstand ist. Gemäß
einer insgesamt bevorzugten Ausführungsform wird der Parameter erfasst, indem das
Schaltglied bewegt wird und indem die Veränderung der Geschwindigkeit des Schaltgliedes
erfasst wird.
[0030] Da der Parameter der Auslegepunkt ist, lässt sich dieser beispielsweise mittelbar
über die Hinterlegungsposition erfassen. Sofern die Schaltverzahnung der Schaltkupplung
mit einer Hinterlegung versehen ist, erfolgt eine Veränderung der Geschwindigkeit
des Schaltgliedes, wenn dieses in Richtung neutral bewegt wird, und zwar an der Hinterlegungsposition.
Voraussetzung hierfür ist, dass der auszulegende Gang unter Moment steht.
[0031] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird der Parameter erfasst, indem
das Schaltglied bewegt wird und indem die Veränderung der Stellgröße eines Aktuators
erfasst wird, der das Schaltglied betätigt.
[0032] Diese Ausführungsform entspricht dem Grunde nach der Art und Weise der Parametererfassung
unter Benutzung der Veränderung der Geschwindigkeit des Schaltgliedes. Bei Erreichen
des Synchronpunktes steigt der Strom (eines elektromotorischen Aktuators) bzw. der
Druck (bei einem fluidischen Aktuator) auf Grund der Gegenkraft an. Dieser Anstieg
der Stellgröße findet im Bereich des Synchronpunktes statt. Voraussetzung ist wiederum
eine Differenzdrehzahl an der Schaltkupplung des Zielganges.
[0033] Bei dem Auslegen einer Gangstufe ist ein entsprechender kurzer Anstieg des Stromes
bzw. Druckes dann festzustellen, wenn die Hinterlegung der Schaltkupplungsverzahnung
erreicht wird. Somit lässt sich der Auslegepunkt mittelbar über die Hinterlegungsposition
bestimmen.
[0034] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird der Parameter erfasst, indem
das Schaltglied bewegt wird und indem die Eingangsdrehzahl des Stufengetriebes erfasst
wird.
[0035] Da der Parameter der Auslegepunkt ist, wird dem auszulegenden Gang ein Moment aufgeprägt
und das Schaltglied in Richtung neutral bewegt. Sobald der Formschluss gelöst wird,
ergibt sich eine Änderung der Getriebeeingangsdrehzahl.
[0036] Entsprechend kann dies auch durch eine Veränderung der Stellgröße des Aktuators erfasst
werden.
[0037] Das Detektieren der Getriebeparameter (z.B. des Synchronpunktes bzw. des Auslegepunktes)
kann erfindungsgemäß zur adaptiven Einstellung eines entsprechenden Weg-Sollwertes
verwendet werden. Der Weg-Sollwert berücksichtigt somit den Verschleiß der Synchronkupplung
oder ähnliches. Alternativ kann die Erfassung des Parameters auch unmittelbar zum
Auslösen eines entsprechenden Ereignisses verwendet werden, beispielsweise zum Einleiten
weiterer Verfahrensschritte (nach der Art eines Software-Interrupts oder ähnliches).
[0038] Es versteht sich, dass der Parameter des Stufengetriebes vorzugsweise ein Wegparameter
jeweiliger Schaltkupplungen des Stufengetriebes ist.
[0039] Ferner versteht sich, dass das erfindungsgemäße Optimierungsverfahren bzw. das erfindungsgemäße
Steuergerät in gleichem Maße auch auf andere Getriebetypen anwendbar ist, insbesondere
auch auf Doppelkupplungsgetriebe, bei denen ebenfalls Gangstufen formschlüssig durch
jeweilige Schaltkupplungen eingerichtet werden.
[0040] Es versteht sich, dass die vorstehend genannten und die nachstehend noch zu erläuternden
Merkmale nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen
Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden
Erfindung zu verlassen.
[0041] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und werden in
der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung eines automatisierten Schaltgetriebes, bei dem das erfindungsgemäße
Optimie- rungsverfahren bzw. das erfindungsgemäße Steuergerät verwendet werden können;
- Fig. 2
- Diagramme zur Erläuterung einer nicht zur Erfindung gehörenden Ausführungsform eines
Optimierungsverfahrens zum Erfas- sen und Einstellen des Synchronpunktes einer Schalt-
kupplung;
- Fig. 3
- Diagramme zur Erläuterung einer zweiten nicht zur Erfindung gehörenden Ausführungsform
eines Optimierungsverfahrens zur Erfas- sung und Einstellung des Synchronpunktes;
- Fig. 4
- Diagramme zur Erläuterung einer dritten nicht zur Erfindung gehörenden Ausführungsform
eines Optimierungsverfahrens zum Erfas- sen und Einstellen des Synchronpunktes bei
einem Hoch- schaltvorgang;
- Fig. 5
- eine Abwandlung der dritten Ausführungsform bei einer Rückschaltung;
- Fig. 6
- Diagramme zur Erläuterung einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Optimierungsverfahrens
zum Erfas- sen und Einstellen eines Auslegepunktes;
- Fig. 7
- Diagramme zur Erläuterung einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen Optimierungsverfahrens
zum Erfas- sen und Einstellen des Auslegepunktes; und
- Fig. 8
- Diagramme zur Erläuterung einer weiteren Ausführungs- form des erfindungsgemäßes Optimierungsverfahrens
zum Erfassen und Einstellen des Auslegepunktes.
[0042] In Fig. 1 ist ein Antriebsstrang eines Kraftfahrzeuges generell mit 10 bezeichnet.
[0043] Der Antriebsstrang 10 weist einen Verbrennungsmotor 12, eine Anfahr- und Trennkupplung
14 sowie ein Stufengetriebe 16 auf.
[0044] Ein Eingangsglied der Trennkupplung 14 ist mit einer Motorabtriebswelle 20 verbunden.
Die Drehzahl der Motorabtriebswelle 20 ist mit n
M bezeichnet. Ein Ausgangsglied der Trennkupplung 14 ist mit einer Getriebeeingangswelle
22 verbunden. Die Drehzahl der Getriebeeingangswelle ist mit n
I bezeichnet.
[0045] Das Stufengetriebe 16 weist getriebeeingangsseitig zunächst einen Konstanten-Radsatz
24 auf, der die Getriebeeingangswelle 22 mit einer Vorgelegewelle 26 verbindet.
[0046] Das Stufengetriebe 16 weist ferner eine Getriebeausgangswelle 28 auf, deren Drehzahl
mit n
o bezeichnet ist.
[0047] Ferner beinhaltet das Stufengetriebe 16 eine Mehrzahl von Radsätzen entsprechend
einer Mehrzahl von Gangstufen, die durch das Stufengetriebe 16 eingerichtet werden
können. Im vorliegenden Fall sind aus Gründen einer übersichtlichen Darstellung nur
zwei Radsätze 30, 38 gezeigt, obgleich die Anzahl der Gangstufen bei typischen Antriebssträngen
der gezeigten Art fünf, sechs, sieben oder mehr beträgt.
[0048] Der erste Radsatz 30 weist ein mit der Vorgelegewelle 26 verbundenes Festrad 32 und
ein drehbar an der Getriebeausgangswelle 28 gelagertes Losrad 34 auf. Das Losrad 34
ist mittels einer ersten Schaltkupplung 36 (Synchronkupplung) mit der Getriebeausgangswelle
28 verbindbar.
[0049] Der zweite Radsatz 38 weist ein mit der Vorgelegewelle 26 verbundenes Festrad 40
und ein drehbar an der Getriebeausgangswelle 28 gelagertes zweites Losrad 42 auf.
Das zweite Losrad 42 ist mittels einer zweiten Schaltkupplung 44 mit der Getriebeausgangswelle
28 verbindbar.
[0050] Die Schaltkupplungen 36, 44 sind als Schaltkupplungspaket integriert und mittels
einer Schaltmuffe 46 betätigbar, die axial verschieblich ist.
[0051] Die Schaltmuffe 46 wird mittels eines Schaltgliedes 50 betätigt, bei dem es sich
beispielsweise um eine Schaltgabel oder eine Schaltschwinge handeln kann.
[0052] Der dargestellte Antriebsstrang 10 ist ein automatisierter Antriebsstrang. Das Stufengetriebe
16 ist ein automatisiertes Schaltgetriebe. Demzufolge ist ein Steuergerät 60 vorgesehen,
das einen Aktuator 52 ansteuert, der das Schaltglied 50 - und damit die Schaltmuffe
46 - automatisiert betätigt. Es versteht sich, dass das Steuergerät 60 in gleichem
Maße dazu ausgelegt sein kann, auch die Trennkupplung 14 automatisiert zu betätigen.
Ferner ist in der Regel eine übergeordnete Steuerung implementiert, die auch Parameter
des Verbrennungsmotors 12 berücksichtigt bzw. beeinflusst.
[0053] Der Weg der Schaltmuffe 46 bzw. des Schaltgliedes 50 bzw. des Aktuators 52 ist in
Fig. 1 schematisch mit s bezeichnet.
[0054] Es versteht sich, dass der dargestellte Getriebeaufbau lediglich beispielhaft ist
und die Zusammenhänge bei dem erfindungsgemäßen Optimierungsverfahren veranschaulichen
soll. Es versteht sich jedoch, dass das erfindungsgemäße Optimierungsverfahren in
gleichem Maße auf andere Arten von Antriebssträngen anwendbar ist, bei denen Schaltkupplungen
zum Ein- und Auslegen von Gangstufen verwendet werden, beispielsweise auf Doppelkupplungsgetriebe.
[0055] Fig. 2 zeigt Diagramme zur Erläuterung einer ersten nicht zur Erfindung gehörenden
Ausführungsform eines Optimierungsverfahrens zum Erfassen und Einstellen des Synchronpunktes
einer Schaltkupplung.
[0056] In der ersten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Optimierungsverfahrens wird der
Synchronpunkt durch Beobachtung der Bewegung der Schaltmuffe 46 (oder des Schaltgliedes
50 bzw. des Aktuatorabtriebs 52) erfasst.
[0057] In Fig. 2 ist der Weg s der Schaltmuffe 46 über der Zeit aufgetragen. Ferner sind
dargestellt die erste Ableitung ṡ des Weges s über der Zeit und die zweite Ableitung
s̈ des Weges s über der Zeit.
[0058] Bei dieser Ausführungsform des Optimierungsverfahrens wird die Schaltmuffe 46 des
Zielganges langsam (mit minimaler Kraft) in Richtung Gang bewegt. Dabei ist über der
Zielsynchronisation eine Differenzdrehzahl vorhanden.
[0059] Kommt die Schaltmuffe bei noch vorhandener Differenzdrehzahl zum Stehen bzw. wird
ihre Geschwindigkeit kleiner, so entspricht die aktuelle Position der Schaltmuffe
46 dem Bereich des Synchronpunktes SPun. Der entsprechende Synchronpunkt-Zeitpunkt
ist mit t
s bezeichnet.
[0060] Bei SPos ist die Synchronposition dargestellt, also jene Position der Schaltmuffe,
bei der die Drehzahlangleichung der Zielgangstufe erreicht ist. Bei G ist jene Position
der Schaltmuffe 46 dargestellt, bei der der Formschluss erreicht und die Gangstufe
eingelegt ist. Bei N ist der Neutralpunkt der zugehörigen Schaltkupplung dargestellt.
[0061] In dem Diagramm der Geschwindigkeit ṡ der Schaltmuffe 46 ist zu erkennen, dass diese
bei dem Synchronpunkt SPun von einem relativ konstanten Wert abfällt. Dies ist ebenfalls
in dem Diagramm betreffend die Beschleunigung s̈ zu erkennen.
[0062] Um über der Zielsynchronisation eine Differenzdrehzahl aufzuprägen, sind folgende
Maßnahmen möglich:
[0063] Erstens, die Differenzdrehzahl kann durch einen Schaltwunsch ausgelöst werden und
ist dann Folge der unterschiedlichen Übersetzung von Start- und Zielgang, wobei die
Schaltung während der Fahrt erfolgen muss. Demzufolge kann die Detektierung des Synchronpunktes
bei einem normalen Schaltvorgang während der Fahrt erfolgen.
[0064] Zweitens, die Differenzdrehzahl kann über die Kupplung erzeugt werden. Beispielsweise
kann die Kupplung die Drehzahl des Antriebsmotors (Verbrennungsmotor, E-Motor, Gasturbine,
...) auf den Getriebeeingang 22 aufprägen und somit auch für eine Differenzdrehzahl
über der Zielsynchronisation sorgen, unabhängig davon, ob das Kraftfahrzeug fährt
oder nicht, also auch im Stillstand.
[0065] Drittens, die Differenzdrehzahl kann über den Startgang aufgeprägt werden. Lässt
sich die Schaltmuffe 46 der Zielsynchronisation unabhängig von der Schaltmuffe des
Startganges verfahren (sind also die Schaltkupplungen von Start- und Zielgang nicht
Teil eines Kupplungspaketes), so lässt sich bei geöffneter Kupplung durch den eingelegten
Gang eine Differenzdrehzahl über der Zielsynchronisation aufprägen. Es ist lediglich
notwendig, dass irgendein Gang eingelegt ist und der Wagen sich noch bewegt, fährt/rollt.
[0066] Fig. 3 zeigt Diagramme zur Erläuterung einer zweiten nicht zur Erfindung gehörenden
Ausführungsform eines Optimierungsverfahrens zur Erfassung und Einstellung des Synchronpunktes.
[0067] In Fig. 3 ist dargestellt die Getriebeeingangsdrehzahl n
I über der Zeit t. Bei dieser Ausführungsform ist die Trennkupplung 14 geschlossen,
so dass die Getriebeeingangsdrehzahl n
I gleich der Motordrehzahl n
M ist.
[0068] Fig. 3 zeigt ferner den Weg s der Schaltmuffe des Zielganges über der Zeit.
[0069] Bei der zweiten Ausführungsform kann die Synchronpunktdetektierung im Stillstand
erfolgen. Dabei ist zunächst die Kupplung zu schließen und der Verbrennungsmotor beispielsweise
im Leerlauf zu betreiben. Es darf kein Gang eingelegt sein.
[0070] Nunmehr wird die Schaltmuffe 46 von Neutral N in Richtung hin zum Synchronpunkt SPun
bewegt, wie es dem Diagramm in Fig. 3 zu entnehmen ist. Bei Erreichen des Synchronpunktes
wird ein kurzfristiger Einbruch der Drehzahl des Verbrennungsmotors detektiert. Der
Zeitpunkt t
s des Einbruchs der Drehzahl des Verbrennungsmotors zeigt den Synchronpunkt SPun an.
Dieser Punkt kann auch dazu benutzt werden, um die Schaltmuffe 46 anzuhalten, wie
es dem Diagramm der Fig. 3 zu entnehmen ist (denn ansonsten würde ja bei geschlossener
Trennkupplung 14 im Stillstand des Kraftfahrzeuges die Gangstufe eingelegt werden,
was naturgemäß zu einem Abwürgen des Motors führen würde, oder zu einer Beschädigung
der Schaltkupplung).
[0071] Es versteht sich, dass die Differenzdrehzahl hierbei auch durch einen Elektromotor
erzeugt werden kann, wie er beispielsweise in Hybridfahrzeugen vorhanden ist, durch
eine Gasturbine, durch einen Kurbelwellenstartergenerator, etc.
[0072] Anstelle der Detektierung über die Schaltmuffenposition oder die Getriebeeingangs-
bzw. Motordrehzahl ist es auch möglich, den Synchronpunkt durch Beobachtung der Stellgröße
des Aktuators 52 zu erfassen. Bei einem hydraulischen Stellzylinder kann die Stellgröße
beispielsweise der Druck sein, bei einem Elektromotor beispielsweise der Strom.
[0073] Sofern eine Differenzdrehzahl über dem Zielgang vorhanden ist, kann man bei Erreichen
des Synchronpunktes SPun eine kurzfristige Änderung der Stellgröße (z.B. Anstieg des
Stromes bzw. des Druckes) feststellen, und zwar abhängig von der Art des Reglers bzw.
der Steuerung. Dieser Anstieg ist eine Folge einer Änderung des Übertragungsverhaltens
der Regelstrecke (Verfahren aus Neutral ohne Widerstand und Andrücken der Synchronringe).
[0074] Fig. 4 zeigt Diagramme zur Erläuterung einer dritten nicht zur Erfindung gehörenden
Ausführungsform eines Optimierungsverfahrens zum Erfassen und Einstellen des Synchronpunktes
bei einem Hochschaltvorgang.
[0075] Wird ein Schaltvorgang während einer Fahrt des Kraftfahrzeuges durchgeführt, muss
die Getriebeeingangsdrehzahl n
I vom Drehzahlniveau des Startganges auf das des Zielganges angepasst werden. Wenn
der Startgang ausgelegt wurde, die Kupplung offen ist und der Synchronpunkt noch nicht
erreicht ist, wird die Getriebeeingangsdrehzahl n
I durch das Schleppmoment des Getriebes bestimmt (Bereich A in Fig. 4).
[0076] In Fig. 4 sind übereinander dargestellt die Getriebeeingangsdrehzahl n
I über der Zeit bei einem Hochschaltvorgang, entsprechend der Gradient n
I der Getriebeeingangsdrehzahl und die Änderung n̈
I des Gradienten der Getriebeeingangsdrehzahl über der Zeit. Ferner ist in Fig. 4 dargestellt
der Weg der Schaltmuffe s über der Zeit.
[0077] Man erkennt in den Diagrammen der Fig. 4, dass der Drehzahlgradient ṅ
I nach Erreichen des Synchronpunktes SPun steiler wird. Der Synchronpunkt SPun lässt
sich in diesem Fall über die Änderung n̈ des Gradienten der Getriebeeingangsdrehzahl
bestimmen (d.h. die zweite Ableitung n̈
I der Drehzahl n
I).
[0078] Fig. 5 zeigt Diagramme zur Erläuterung einer Abwandlung der dritten Ausführungsform
eines Optimierungsverfahrens zum Erfassen und Einstellen des Synchronpunktes bei einem
Rückschaltvorgang.
[0079] Die grundlegende Funktionsweise ist vergleichbar mit den Vorgängen beim Hochschalten.
[0080] Bei dem Rückschaltvorgang nimmt die Drehzahl n
I nach dem Auslegen des Startgangs stetig ab, bis die Drehzahl beim Erreichen des Synchronpunktes
SPun nicht mehr fällt, sondern in Richtung der Zieldrehzahl ansteigt. Dabei wechselt
das Vorzeichen des Drehzahlgradienten, d.h. der ersten Ableitung ṅ
I der Getriebeeingangsdrehzahl n
I von (-) auf (+). Der Synchronpunkt SPun liegt tatsächlich jedoch dort, wo der Gradient
der Getriebeeingangsdrehzahl sich vom Wert her ändert, also dort, wo die zweite Ableitung
n̈
I der Getriebeeingangsdrehzahl eine Wertänderung erfährt.
[0081] Bei einer dritten Ausführungsform gemäß den Figuren 4 und 5 lässt sich anstelle der
Getriebeeingangsdrehzahl n
I auch die Differenzdrehzahl von Getriebeeingangsdrehzahl n
I und Getriebeausgangsdrehzahl n
o verwenden.
[0082] Ziel der bislang beschriebenen Ausführungsform des Optimierungsverfahrens ist eine
adaptive Erfassung und Speicherung des Synchronpunktes der Schaltkupplungen des Stufengetriebes
16, und zwar während der Lebensdauer des Kraftfahrzeuges. Wie dargestellt, kann dies
kontinuierlich erfolgen, also beispielsweise bei jedem Schaltvorgang des Stufengetriebes.
Alternativ ist es auch möglich, hierzu spezielle Verfahrensschritte durchzuführen,
beispielsweise im Stillstand des Fahrzeuges (dies kann beispielsweise im Rahmen von
Wartungsarbeiten oder Ähnlichem erfolgen).
[0083] Durch genaues kontinuierliches ("adaptives") Erfassen des Synchronpunktes ist es
zu jedem Zeitpunkt während der Lebensdauer des Kraftfahrzeuges möglich, die Schaltmuffe
46 beim Einlegen des Zielganges jeweils schnell bis kurz vor den Synchronpunkt anzufahren
und erst kurz vor Erreichen des Synchronpunktes auf eine langsamere Schaltmuffenbewegung
umzuschalten. Hierdurch kann die Schaltzeit optimiert werden.
[0084] Ferner ist es durch Protokollierung des Synchronpunktes über die Lebensdauer des
Kraftfahrzeuges möglich, den Verschleiß der jeweiligen Synchronbeläge zu erfassen.
[0085] Zusätzlich oder alternativ zu der Optimierung der Erfassung und Einstellung des Synchronpunktes
ist es auch möglich, den Auslegepunkt des Startganges optimiert zu erfassen und einzustellen.
[0086] Während im Stand der Technik ein Gang aus Sicherheitsgründen häufig erst eine relativ
große Wegdifferenz nach dem tatsächlichen Lösen des Formschlusses am Startgang als
"ausgelegt" gemeldet wird, um weitere Verfahrensschritte im Rahmen eines Gangwechsels
einzuleiten, wird der Auslegepunkt bei den nachfolgend erläuterten Verfahren während
der Betriebszeit kontinuierlich erfasst. Demzufolge ist es möglich, eine Meldung "Gang
ausgelegt" bereits unmittelbar (d.h. eine sehr kurze Wegstrecke nach dem tatsächlichen
Lösen des Formschlusses) abzugeben, um somit die Schaltzeit noch weiter zu optimieren.
[0087] Fig. 6 zeigt Diagramme zur Erläuterung einer vierten Ausführungsform, die ein erfindungsgemäßes
Optimierungsverfahren zum Erfassen und Einstellen des Auslegepunktes APun darstellt.
[0088] In Fig. 6 erfolgt das Erfassen und Einstellen des Auslegepunktes APun mittelbar durch
Erfassung der Hinterlegungsposition H, und zwar anhand der Schaltmuffenbewegung.
[0089] Das Verfahren der vierten Ausführungsform entspricht der grundsätzlichen Art und
Weise des Ablaufes der ersten Ausführungsform. Die vierte Ausführungsform kann unabhängig
davon, ob eine Schaltung aktiv ist oder nicht, durchgeführt werden. Es ist lediglich
notwendig, dass der Startgang (der eingelegte Gang) unter einem Moment steht.
[0090] Wird die Schaltmuffe des Startganges nun langsam (mit minimaler Kraft) in Richtung
Neutral N bewegt, kommt sie auf Grund des Momentes, welches über dem eingelegten Gang
ansteht, an der Hinterlegung zum Stehen. Diese ermittelte Hinterlegungsposition H
ist die Berechnungsgrundlage für die Position des Auslegepunktes APun.
[0091] Es versteht sich, dass die vierte Ausführungsform nur dann verwendet werden kann,
wenn an den Verzahnungen der Schaltkupplung des Startganges tatsächlich Hinterlegungen
vorhanden sind, was jedoch bei Synchronkupplungen regelmäßig der Fall ist, um ein
unbeabsichtigtes Lösen der eingelegten Gangstufe zu verhindern.
[0092] Bei der vierten Ausführungsform wird davon ausgegangen, dass ein Abstand zwischen
einer Hinterlegungsposition H und dem Auslegepunkt APun eine feste Größe ist.
[0093] Die Aufprägung des Momentes über dem Startgang kann auf folgende Art und Weise erfolgen:
[0094] Erstens, das Moment kann über die Trennkupplung 14 aufgeprägt werden. Diese Art der
Momentenaufprägung ist unabhängig vom Getriebetyp und ist ferner unabhängig davon,
ob eine Schaltung aktiv ist oder nicht. Ferner ist diese Art der Momentenaufprägung
sowohl dann möglich, wenn sich der Wagen im Stillstand befindet, als auch dann, wenn
er fährt.
[0095] Zweitens, das Moment kann über den Zielgang aufgeprägt werden. Wenn sich die Schaltmuffe
eines anderen Ganges unabhängig von der Schaltmuffe des Startganges verfahren lässt,
so kann bei geöffneter Kupplung durch Aufprägen eines Synchronmomentes auf diesen
anderen Gang ein Moment (eine Verspannung) über dem Startgang erreicht werden.
[0096] Drittens, ferner kann ein Moment durch jede andere "Momentenquelle" erfolgen, beispielsweise
durch Elektromotoren bei Hybridfahrzeugen, durch Kombinationen von erstens und zweitens,
etc.
[0097] Ferner ist die vierte Ausführungsform abwandelbar, indem anstelle der Schaltmuffenposition
die Stellgröße des Aktuators des Startganges erfasst wird. Je nach Art der Schaltmuffenbetätigung
wird man beim Erreichen der Hinterlegung H unter Moment zumindest kurzfristig eine
Änderung der Stellgröße (z.B. Anstieg eines Stromes eines Elektromotors bzw. Anstieg
eines Druckes in einem Hydraulikzylinder) feststellen können, und zwar abhängig von
der Art des Reglers/der Steuerung. Dieser Anstieg ist eine Folge der Änderung des
Übertragungsverhaltens der Regelstrecke.
[0098] Fig. 7 zeigt Diagramme zur Erläuterung einer fünften Ausführungsform, die ein erfindungsgemäßes
Optimierungsverfahren zum Erfassen und Einstellen des Auslegepunktes darstellt.
[0099] Fig. 7 zeigt generell eine Möglichkeit der Detektierung des Auslegepunktes APun während
der Fahrt. Dabei wird der Startgang (z.B. bei einem Schaltwunsch) unter Beobachtung
der Getriebeeingangs- und -ausgangsdrehzahl und/oder unter Beobachtung der Drehzahl
des Verbrennungsmotors ausgelegt, wobei sich der Startgang während des gesamten Auslegevorganges
unter einem Moment befinden muss. Der Startgang muss also, wie auch bei der vierten
Ausführungsform, unter einem Moment stehen, also verspannt sein. Wird nun der Formschluss
des Startganges gelöst, hat dies eine Änderung bei mindestens einer der zuvor genannten
Drehzahlen zur Folge.
[0100] In Fig. 7 sind dem gemäß dargestellt die Getriebeeingangsdrehzahl n
I über der Zeit (bei einer Fahrsituation unter Zug oder bei einem angedrückten niedrigeren
Gang), die Getriebeeingangsdrehzahl n'
I über der Zeit (z.B. bei einem angedrückten höheren Gang) sowie die Getriebeausgangsdrehzahl
n
o (z.B. bei einer Fahrsituation unter Schub).
[0101] Die Aufprägung des Momentes über dem Startgang kann folgendermaßen erreicht werden:
[0102] Erstens, das Moment kann über die Trennkupplung 14 aufgeprägt werden. Diese Art der
Momentenaufprägung ist unabhängig vom Getriebetyp, muss aber bei fahrendem Wagen erfolgen
und ist aufrechtzuerhalten, bis der Startgang ausgelegt meldet.
[0103] Zweitens, die Aufprägung des Momentes kann über den Zielgang erfolgen. Lässt sich
die Schaltmuffe eines anderen Ganges unabhängig von der Schaltmuffe des eingelegten
Startganges verfahren, so kann bei geöffneter Kupplung durch Aufprägen eines Synchronmomentes
auf diesen anderen Gang ein Moment (eine Verspannung) über dem Startgang erreicht
werden. Auch bei dieser Ausführungsform muss der Getriebeausgang eine Drehzahl aufweisen
(das Fahrzeug muss fahren/rollen).
[0104] Drittens, das Moment kann durch jede andere Art von "Momentengenerator" erfolgen,
beispielsweise durch einen Elektromotor in einem Hybridfahrzeug, durch einen Kurbelwellenstartergenerator,
durch Kombination von erstens und zweitens, etc.
[0105] Fig. 8 zeigt Diagramme zur Erläuterung einer sechsten Ausführungsform, die ein erfindungsgemäßes
Optimierungsverfahrens zum Erfassen und Einstellen des Auslegepunktes APun darstellt.
Dabei erfolgt die Auslegepunkterfassung im Fahrzeugstillstand, beispielsweise auch
bei Bandende des Fahrzeugherstellers.
[0106] Bei der sechsten Ausführungsform wird die Schaltmuffe des eingelegten Startganges
bei getretener Fußbremse und einem durch die Kupplung aufgeprägten Getriebeeingangsmoment
langsam in Richtung Neutralposition bewegt, bis der Formschluss des auszulegenden
Startganges gelöst wird und die Getriebeeingangsdrehzahl sich wegdreht oder überhaupt
eine Drehzahl messbar wird.
[0107] Wie die Drehzahl am Getriebeeingang, so erhöht sich auch die Drehzahl des Verbrennungsmotors
(wegen der schleifenden Kupplung).
[0108] Demzufolge sind in Fig. 8 über der Zeit die Drehzahl n
M des Verbrennungsmotors sowie die Getriebeeingangsdrehzahl n
I dargestellt. Der Auslegepunkt APun wird bei einer Änderung einer dieser Drehzahlen
erfasst.
[0109] In einer Abwandlung der sechsten Ausführungsform wird man anstelle einer Änderung
der Drehzahlen n
M und/oder n
I den Auslegepunkt APun auch durch Beobachtung der Stellgröße des Aktuators 52 erfassen
können.
[0110] Wird nämlich der Gang unter einer Vorspannung ausgelegt, so wird man eine Änderung
der Stellgröße (z.B. ein Abfallen des Stromes eines Elektromotors bzw. ein Abfallen
des Druckes eines hydraulischen Stellzylinder) feststellen können. Dieser Abfall ist
Folge einer Änderung des Übertragungsverhaltens der Regelstrecke des auszulegenden
Ganges unter Moment.
[0111] Es versteht sich, dass die verschiedenen Ausführungsformen zum Erfassen und Einstellen
des Synchronpunktes auch miteinander kombiniert werden können. Gleichfalls können
die verschiedenen Ausführungsformen zur Erfassung und Einstellung des Auslegepunktes
miteinander kombiniert werden.
[0112] Ferner versteht sich, dass die jeweils erfassten Werte des Synchronpunktes SPun bzw.
des Auslegepunktes APun in einem Steuergerät gespeichert werden und zur zeit- und
sicherheitsoptimierten Ansteuerung der zugehörigen Aktuatoren 52 verwendet werden.
Die verschiedenen Optimierungsverfahren werden folglich in einem Steuergerät gespeichert,
wie es in Fig. 1 schematisch mit 60 dargestellt ist.
[0113] Insgesamt ergeben sich zeit- und komfortoptimierte Schaltabläufe von automatisierten
Schaltgetrieben (oder anderen Arten von Stufengetrieben wie Doppelkupplungsgetrieben)
über die gesamte Lebensdauer. Es sind reproduzierbarere Schaltungen bei gleicher Fahrsituation
(von Schaltung zu Schaltung bzw. Fahrzeug zu Fahrzeug) möglich. Auch ergibt sich ein
Sicherheitsgewinn durch eine Verschleißberücksichtigung der Getriebekomponenten.