[0001] Die Erfindung betrifft einen Geschosszünder gemäß dem Oberbegriff des Anspruches
1.
[0002] Ein derartiger Geschosszünder kommt beispielsweise als Mörserzünder zur Anwendung.
[0003] Es sind Geschosszünder mit einer sogenannten Überflugsicherheit bekannt. Eine solche
Überflugsicherheit wurde beispielsweise beim Zünder der Typenbezeichnung ANNZ DM 74
als elektrische Lösung eingeführt. Diese bekannte Überflugsicherheit dient dazu, den
Geschosszünder über einen größeren Abschnitt der Geschossflugbahn gegen Störversuche
und/oder gegen Täuschversuche eines Gegners sowie gegen seltener vorkommende Einflüsse
von außen wie innen resistent zu machen. Die sogenannte Bahnzerlegerrate liegt bei
solchen bekannten Geschosszündern bei < 10
-6. Das erlaubt es nun, ein mit einem solchen Geschosszünder bestücktes Geschoss auch
über eigene Truppen hinweg verwenden zu dürfen. Das gilt bspw. bei Übungen mit Geschossen,
die mit derartigen Geschosszündern ausgerüstet sind.
[0004] Realisiert wird eine solche elektrische Überflugsicherheit in der Weise, dass mittels
eines externen Programmiergerätes die Flugzeit des Geschosses in die Zünderelektronik
einprogrammiert d.h. eingespeist wird. Nach dem Abschuss des Geschosses wird ein Timer/Counter
gestartet, der bis zu der einprogrammierten Flugzeit - abzüglich eines festgelegten
Zeitwertes - hochzählt und dann einen elektrischen Zündkreis der Zündelektronik auflädt.
Dieses Aufladen des Zündkreises liegt im msec-Bereich, so dass der Geschosszünder
im vorgegebenen Ziel rechtzeitig zündbereit ist.
[0005] Bei den bekannten Geschosszündern der oben genannten Art ist die Sicherungsvorrichtung
jedoch derartig ausgelegt, dass bereits nach einer in Bezug zur Gesamtflugbahn sehr
kurzen Zeitspanne die mechanische Unterbrechung der Zündkette aufgehoben wird, d.h.
die sogenannte Vorrohrsicherheit ist vergleichsweise klein.
[0006] Dieses Problem wird in der
US 5693906 durch eine mechanische Blockade der Entriegelung der Zündkette gelöst, die erst nach
einer vorgegebenen Zeitdauer gelöst wird. Hierzu umfasst der Zünder einen Rotor, der
durch eine überstehende Nase des Rotors mechanisch in seiner Sicherstellung gehalten
ist. Nach Ablauf der Zeitdauer wird die Nase durch ein pyrotechnisches Kraftelement
vom Rotor abgesprengt und der Rotor in seine Freigabestellung gedrückt, in der eine
Überzündung der Zündkette erfolgen kann.
[0007] Aus der
EP 1 225 418 A1 ist ein Zünder für eine Handgranate bekannt, bei der die Zündkette ebenfalls durch
ein zeitgesteuertes pyrotechnisches Kraftelement nach Ablauf einer festgelegten Zeitspanne
zur Überzündung freigegeben wird.
[0008] Eine Zündkette mit einer Anstichnadel und einem Anstichdetonator in einem Rotor eines
Zünders ist aus der
US 3451340 bekannt.
[0009] Der Erfindung liegt in Kenntnis dieser Gegebenheiten die Aufgabe zugrunde, einen
Geschosszünder der eingangs genannten Art zu schaffen, der eine programmierbare elektrische
und mechanische Überflugsicherheit und eine vergleichsweise grosse Vorrohrsicherheit
besitzt.
[0010] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruches 1 gelöst. Bevorzugte
Aus- bzw. Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Geschosszünders sind in den Unteransprüchen
gekennzeichnet.
[0011] Bei dem erfindungsgemäßen Geschosszünder ist die Sicherungseinrichtung durch ein
pyrotechnisches Kraftelement solange gesperrt, d.h. in der Sicherstellung festgehalten,
bis die programmierte oder im Bedarfsfall auch manuell eingestellte Flugzeit - abzüglich
eines festgelegten Zeitwertes (Überflugsicherheit) erreicht ist. Ist die eingestellte
Flugzeit abzüglich des festgelegten Zeitwertes erreicht, so wird der Zündkreis für
das Kraftelement aufgeladen und die Sicherungsvorrichtung durch Zünden des Kraftelementes
entriegelt. Die Sicherungseinrichtung geht dann in die Scharfstellung, d.h. die Unterbrechung
der Zündkette wird aufgehoben und die Zündkette ist dann inline. Nun wird der eigentliche
Zündkreis des erfindungsgemäßen Geschosszünders aufgeladen, so dass der Zünder im
vorgesehenen Ziel rechtzeitig zündbereit ist.
[0012] Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
zweier in der Zeichnung verdeutlichter Ausführungsbeispiele des erfindungsgemäßen
Geschosszünders.
[0013] Es zeigen:
- Figur 1
- eine schematische Darstellung einer Flugbahn eines Geschosses mit einem bekannten
Geschosszünder,
- Figur 2
- eine der Figur 1 ähnliche Flugbahndarstellung eines Geschosses mit einem erfindungsgemäßen
Geschosszünder,
- Figur 3
- einen Längsschnitt durch eine erste Ausführungsform des erfindungsgemäßen Geschosszünders,
und
- Figur 4
- eine Längsschnittdarstellung einer zweiten Ausbildung des erfindungsgemäßen Geschosszünders.
[0014] Figur 1 verdeutlicht eine Flugbahn 10 eines einen herkömmlichen Geschosszünder aufweisenden
Geschosses, wobei der Pfeil V die Vorrohrsicherheit, der Pfeil Ü die Überflugsicherheit
und der Pfeil T die Flugzeit bzw. Zielentfernung bezeichnet. Mit h ist die Zündhöhe
des Geschosszünders bezeichnet.
[0015] Figur 2 verdeutlicht in einer der Figur 1 ähnlichen Darstellung die Flugbahn 10 eines
einen erfindungsgemäßen Geschosszünder aufweisenden Geschosses, wobei der Pfeil V
wiederum die mechanische Vorrohrsicherheit und der Pfeil T die Flugzeit bzw. Zielentfernung
bezeichnet. Mit H ist in Figur 2 die Zündhöhe des Geschosszünders bezeichnet. Der
Pfeil Ü bezeichnet auch in Figur 2 die Überflugsicherheit, bei der es sich jedoch
um eine elektrische/mechanische Überflugsicherheit handelt, wobei der Punkt S den
Punkt der Scharfstellung der Sicherungsvorrichtung des Geschosszünders bezeichnet.
[0016] Figur 3 zeigt in einer Längsschnittdarstellung eine Ausbildung des erfindungsgemäßen
Geschosszünders 12, der ein pyrotechnisches Kraftelement 14 aufweist, das mit einer
Zündelektronik zusammengeschaltet ist, und das eine Sicherungsvorrichtung 16 solange
sperrt, bis die Flugzeit T - abzüglich eines vorgegebenen Zeitwertes Δt (siehe Figur
2) erreicht ist. Sobald das der Fall ist, wird ein Zündkreis des Geschosszünders 12
elektrisch aufgeladen und die Sicherungsvorrichtung 16 durch Zünden des pyrotechnischen
Kraftelementes 14 in die Scharfstellung entriegelt. In Figur 3 ist die Sicherstellung
der Sicherungsvorrichtung dargestellt.
[0017] Die Sicherungsvorrichtung 16 weist einen Rotor 18 mit einer Zündnadel 20 und mit
einem Anstichdetonator 22 auf. Die Zündnadel 20 und der Anstichdetonator 22 fluchten
miteinander axial und sind voneinander beabstandet.
[0018] Der Geschosszünder 12 weist einen elektrischen Detonator 24 auf, der mit der Zündelektronik
zusammengeschaltet ist.
[0019] Der Geschosszünder 12 weist außerdem eine Verstärkerladung 26 auf, die dem elektrischen
Detonator 24 zugeordnet ist. Der Rotor 18 ist zwischen dem elektrischen Detonator
24 und der Verstärkerladung 26 vorgesehen.
[0020] Während in der in Figur 3 gezeichneten Sicherstellung die Zündnadel 20 und der Anstichdetonator
22 mit dem elektrischen Detonator 24 und der Verstärkerladung 26 nicht inline sind,
befinden sich der elektrische Detonator 24, die Zündnadel 20, der Anstichdetonator
22 und die Verstärkerladung 26 in der Scharfstellung des Geschosszünders 12 durch
entsprechende Drehung des Rotors 18 um 180° in einer axial fluchtenden Position, d.h.
inline.
[0021] Figur 4 verdeutlicht in einer der Figur 3 ähnlichen Längsschnittdarstellung eine
andere Ausbildung des erfindungsgemäßen Geschosszünders 12, wobei gleiche Einzelheiten
mit denselben Bezugsziffern wie in Figur 3 bezeichnet sind, so dass es sich erübrigt,
in Verbindung mit Figur 4 alle diese Einzelheiten noch einmal zu beschreiben.
Bezugsziffernliste:
[0022]
- 10
- Flugbahn
- 12
- Geschosszünder
- 14
- pyrotechnisches Kraftelement (von 12)
- 16
- Sicherungsvorrichtung (von 12)
- 18
- Rotor (von 16)
- 20
- Zündnadel (an 18)
- 22
- Anstichdetonator (an 18)
- 24
- elektrischer Detonator (von 12)
- 26
- Verstärkerladung (von 12)
1. Geschosszünder mit
a) einer Zündelektronik, in die die Flugzeit (T) einprogrammierbar ist,
b) einem Timer/Counter, der bis zur einprogrammierten Flugzeit (T) - abzüglich eines
festgelegten Zeitwertes (Δt) - hochzählt und dann einen elektrischen Zündkreis auflädt,
c) einer mechanischen Sicherungsvorrichtung (16), welche einen Rotor (18) mit einer
Zündnadel (20) und einem Anstichdetonator (22) aufweist, wobei die Zündnadel (20)
und der Anstichdetonator (22) miteinander fluchtend voneinander axial beabstandet
sind, und welche einen elektrischen Detonator (24), die Zündnadel (20), den Anstichdetonator
(22) und eine Verstärkerladung (26) aufweisende Zündkette nach einer bestimmten Zeitspanne
in die Scharfstellung stellt,
d) einem pyrotechnischen Kraftelement (14), welches in den Rotor (18) eingreift und
welches mit der Zündelektronik zusammengeschaltet ist und die Sicherungsvorrichtung
(16) mechanisch solange sperrt, bis die Flugzeit (T) abzüglich des vorgegebenen Zeitwertes
(Δt) erreicht ist, wonach der Zündkreis aufgeladen und die Sicherungsvorrichtung (16)
durch Zünden des Kraftelementes (14) in die Scharfstellung entriegelt wird.
2. Geschosszünder nach Anspruch 1,
wobei die Zündelektronik mit dem elektrischen Detonator (24) zusammengeschaltet ist,
der von der Verstärkerladung (26) beabstandet ist, und wobei der Rotor (18) zwischen
dem elektrischen Detonator (24) und der Verstärkerladung (26) vorgesehen ist.
1. Projectile fuze having
a) fuze electronics in which the time of flight (T) can be programmed,
b) a timer/counter which counts up to the programmed time of flight (T) - minus a
defined time value (Δt) - and then charges an electrical firing circuit,
c) a mechanical safety and arming unit (16) has a rotor (18) with a fuze needle (20)
and a piercing detonator (22), with the fuze needle (20) and the piercing detonator
(22) being aligned with one another and being axially separated from one another,
and which switches the firing chain, which has an electrical detonator (24), the firing
needle (20), the piercing detonator (22) and a booster charge (26), to the armed position
after a specific time interval,
d) a pyrotechnic force element (14), which engages in the rotor (18), is interconnected
with the fuze electronics and mechanically blocks the safety and arming unit (16)
until the time of flight (T) minus the predetermined time value (Δt) is reached, after
which the firing circuit is charged and the safety and arming unit (16) is unlocked
to the armed position by initiation of the force element (14).
2. Projectile fuze according to Claim 1,
wherein the fuze electronics are interconnected to the electrical detonator (24),
which is separated from the booster charge (26), and wherein the rotor (18) is provided
between the electrical detonator (24) and the booster charge (26).
1. Dispositif d'allumage de projectile comprenant
a) une électronique d'allumage dans laquelle peut être programmé le temps de vol (T),
b) un temporisateur/compteur qui compte jusqu'au temps de vol (T) programmé, moins
une valeur de temps (Δt) fixe, et charge ensuite un circuit d'allumage électrique,
c) un dispositif de sécurité (16) mécanique qui présente un rotor (18) avec une aiguille
d'allumage (20) et un détonateur à percer (22), l'aiguille d'allumage (20) et le détonateur
à percer (22) étant espacés l'un de l'autre dans l'alignement axial, et qui amène
une chaîne d'allumage présentant un détonateur électrique (24), l'aiguille d'allumage
(20), le détonateur à percer (22) et une charge amplificatrice (26) en position armée
après un intervalle de temps donné,
d) un élément de force (14) pyrotechnique qui vient en prise dans le rotor (18) et
qui est interconnecté avec l'électronique d'allumage et qui bloque le dispositif de
sécurité (16) mécaniquement jusqu'à ce que le temps de vol (T) moins la valeur de
temps (Δt) prédéfinie soit atteint, après quoi le circuit d'allumage est chargé et
le dispositif de sécurité (16) est déverrouillé en position armée par allumage de
l'élément de force (14).
2. Dispositif d'allumage de projectile selon la revendication 1, l'électronique d'allumage
étant interconnectée avec le détonateur électrique (24), lequel est espacé de la charge
amplificatrice (26), et le rotor (18) étant prévu entre le détonateur électrique (24)
et la charge amplificatrice (26).