(19)
(11) EP 2 277 785 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
26.01.2011  Patentblatt  2011/04

(21) Anmeldenummer: 09009246.1

(22) Anmeldetag:  15.07.2009
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B65D 5/22(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL BA RS

(71) Anmelder: SCA Verpackung + Display Vertriebsgesellschaft mbH
36043 Fulda (DE)

(72) Erfinder:
  • Fleischmann, Volker
    36452 Empfertshausen (DE)

(74) Vertreter: KEIL & SCHAAFHAUSEN Patentanwälte 
Cronstettenstraße 66
60322 Frankfurt am Main
60322 Frankfurt am Main (DE)

   


(54) Verpackung sowie Verfahren und Zuschnitt zu deren Herstellung


(57) Die Erfindung betrifft eine Verpackung aus einem faltbaren Material mit einem Boden (2) und Seitenwänden (3,4,5), wobei wenigstens eine Seitenwand zumindest bereichsweise aus wenigstens zwei übereinanderliegenden Lagen, eine innere Lage (7) und einer äußeren Lage (3), des faltbaren Materials gebildet ist. In dieser Seitenwand ist eine Versteifungsrippe (3,8a,8b) aus dem faltbaren Material vorgesehen. Die übereinanderliegenden Lagen des faltbaren Materials sind derart ausgebildet und angeordnet, dass sich die Versteifungsrippe beim Aufrichten der Verpackung automatisch aufrichtet. Weiter betrifft die Erfindung ein Verfahren sowie einen Zuschnitt zur Herstellung dieser Verpackung.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Verpackung aus einem faltbaren Material mit einem Boden und Seitenwänden, wobei wenigstens eine Seitenwand zumindest bereichsweise aus wenigstens zwei übereinanderliegenden Lagen, nämlich einer inneren Lage und einer äußeren Lage, des faltbaren Materials gebildet ist und in dieser Seitenwand eine Versteifungsrippe aus dem faltbaren Material vorgesehen ist. Diese Verpackung ist aus einem vorkonfektionierten Auslieferungszustand, in welchem die die Seitenwände bildenden Abschnitte des faltbaren Materials sowie ggf. der Boden näherungsweise parallel zueinander angeordnet sind, in einen Verwendungszustand aufrichtbar, in welchem die Seitenwände sowie ggf. der Boden bspw. senkrecht zueinander ausgerichtet sind. Weiter betrifft die Erfindung ein Verfahren und einen Zuschnitt zur Herstellung einer derartigen Verpackung.

[0002] Verpackungen aus einem faltbaren Material, wie Karton, Pappe oder Wellpappe, sind für verschiedene Anwendungsgebiete bekannt. Aus Kosten- und Effizienzgründen existieren neben manuell aus einem oder mehreren Zuschnitten herstellbaren Verpackungen auch maschinell aufrichtbare Verpackungen. Diese werden von dem Hersteller der Verpackung vorkonfektioniert, indem die einzelnen Bestandteile der Verpackung zugeschnitten oder ausgestanzt werden sowie ggf. miteinander verklebt werden. In diesem Zustand liegen die Seitenwände, einen Boden und/oder einen Deckel bildenden Elemente neben- und/oder übereinander, so dass die Verpackung einen flachen Auslieferungszustand einnimmt, der einen platzsparenden Transport sowie die Zwischenlagerung der noch nicht befüllten Verpackung ermöglicht. Vor dem Befüllen der Verpackung wird diese dann vorzugsweise maschinell aufgerichtet, d.h. in einen Verwendungszustand gebracht, der ein Befüllen und ggf. Verschließen gestattet. Insbesondere bei aufeinander stapelbaren Verpackungen müssen die Seitenwände teilweise die Last darüber liegender Verpackungen aufnehmen können. Hierzu ist es bekannt, Versteifungsrippen oder dgl. Stapelecken vorzusehen, die häufig eine im Querschnitt dreieckige Form aufweisen und aus einem Bereich der Seitenwand sowie zwei abgewinkelt dazu verlaufenden Laschen oder dgl. gebildet werden. Diese Laschen werden meist fest an der Seitenwand verklebt oder in anderer geeigneter Weise fixiert. Wenn dies erst beim Aufrichten der Verpackung erfolgt, führt dies zu einem zusätzlichen Arbeitsschritt, der bei Befüllern von Verpackungen unerwünscht ist. Andererseits kann ein vorheriges Ausbilden derartiger Versteifungsrippen dazu führen, dass die Verpackung in dem vorkonfektionierten Auslieferungszustand mehr Raum beansprucht bzw. die Versteifungsrippen oder andere Elemente der Verpackung während des Transports oder der Lagerung beschädigt werden.

[0003] Es ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Verpackung der eingangs genannten Art sowie ein Verfahren und einen Zuschnitt hierfür bereitzustellen, die ein möglichst automatisches Aufrichten einer Versteifungsrippe ermöglichen. Im Vordergrund stehen dabei ein einfaches Handling, ein zügiges Aufrichten und eine dennoch gute Stabilität.

[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß im Wesentlichen dadurch gelöst, dass die übereinanderliegenden Lagen des faltbaren Materials derart ausgebildet und angeordnet sind, dass sich die die Versteifungsrippe bildenden Abschnitte der inneren Lage beim Aufrichten der Verpackung zur Ausbildung der Versteifungsrippe aufrichten. Mit anderen Worten ist die Versteifungsrippe in dem vorkonfektionierten Auslieferungszustand noch nicht in ihrer endgültigen, die Versteifung bewirkenden Position, sondern die die Versteifungsrippe bildenden Elemente werden erst während des Aufrichtens der Verpackung in diese Position überführt. Dies geschieht jedoch erfindungsgemäß nicht in einem gesonderten Arbeitsschritt, sondern quasi automatisch während des Aufrichtens der Verpackung. Die Erfindung beruht dabei auf dem Gedanken, dass während des Aufrichtens einer Verpackung benachbarte Seitenwände aus einer auf- oder nebeneinander liegenden Position in eine zueinander abgewinkelte Position überführt werden. Dieser Vorgang kann für eine Relativbewegung der die Versteifungsrippe bildenden Elemente genutzt werden, so dass sich die Versteifungsrippe bei der Aufrichtung der Verpackung automatisch ausgebildet.

[0005] Die vorliegende Erfindung wird unter Bezugnahme auf eine Verpackung bzw. ein Packmittel oder einer Packung beschrieben. Der Begriff der Verpackung ist in diesem Fall jedoch nicht beschränkend zu verstehen, da das erfindungsgemäße Prinzip des Aufrichtens einer Versteifungsrippe bzw. einer Stabilitäts- oder Stapelecke auch auf andere Produkte aus faltbarem Material, bspw. Paletten, Displays, Möbel oder dgl. übertragbar ist, sofern während der Herstellung dieser Vorrichtungen ein Verschwenken von zwei zueinander benachbarten Seitenwänden stattfindet. In diesem Zusammenhang ist auch der Begriff Seitenwände nicht beschränkend auszulegen, so können die zueinander verschwenkbaren Elemente bspw. bei einem Display auch Displayflächen oder dgl. sein.

[0006] Das automatische Aufrichten der Versteifungsrippe erfolgt bevorzugt dadurch, dass der Versteifungsrippe ein Hebelmechanismus zugeordnet ist, der die die Versteifungsrippe bildenden Abschnitte der inneren Lage beim Aufrichten der Verpackung aufrichtet. Dieser Hebelmechanismus kann eine oder mehrere zu der äußeren Lage verschiebbare Lasche aufweisen.

[0007] Nach einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird die Versteifungsrippe (bzw. Stabilitätsecke oder Stapelecke) durch einen Abschnitt der äußeren Lage des faltbaren Materials und zwei Abschnitte der inneren Lage des faltbaren Materials gebildet, wobei die Abschnitte der inneren Lage mit dem Abschnitt der äußeren Lage im aufgerichteten Verwendungszustand der Verpackung ein Dreieck bilden.

[0008] Das Verschwenken von Seitenwänden oder dgl. lässt sich dann besonders einfach mittels des Hebelmechanismus' zum automatischen Aufrichten einer Versteifungsrippe nutzen, wenn die innere Lage bereichsweise an der äußeren Lage fixiert, bspw. verklebt oder mit Klammern befestigt ist, und bereichsweise nicht fest mit der äußeren Lage verbunden ist. Es bestehen also Bereiche der inneren Lage, die fest mit der äußeren Lage verbunden sind, so dass bei einem Verschwenken von zwei Laschen der äußeren Lage die nicht fest mit dieser äußeren Lage verbundenen Laschen der inneren Lage eine Relativbewegung zu der äußeren Lage ausführen können.

[0009] In Weiterbildung dieses Gedankens ist es vorgesehen, dass angrenzend an einen der beiden inneren Abschnitte der Versteifungsrippe ein erster an der äußeren Lage fixierter Bereich vorgesehen ist und in einer zu der Seitenwand, in welcher die Versteifungsrippe vorgesehen ist, benachbarten Seitenwand ein weiterer an der äußeren Lage fixierter Bereich vorgesehen ist.

[0010] Ein besonders sicheres Aufrichten der Versteifungsrippe kann dadurch erreicht werden, dass zwischen dem Hebelmechanismus und den beiden Abschnitten der Versteifungsrippe ein zu der äußeren Lage verschiebbares Schiebeelement vorgesehen ist. Hierbei wird es insbesondere bevorzugt, wenn dem Schiebeelement eine teilweise mit der äußeren Lage fest verbundene Führungslasche zugeordnet ist, die im vorkonfektionierten Auslieferungszustand das Schiebeelement übergreift und parallel zu der äußeren Lage verschiebbar führt.

[0011] Um sicherzustellen, dass die Versteifungsrippe im aufgerichteten Zustand nicht wieder infolge Belastungen zusammengefaltet wird, sind das Schiebeelement und die Seitenwände derart bemessen und angeordnet, dass sich das Schiebeelement im Verwendungszustand mit einer Stirnseite an der zu der Seitenwand mit der Versteifungsrippe benachbarten Seitenwand abstützt. Das Schiebeelement wird also durch diese benachbarte Seitenwand in einer Lage fixiert, in welcher die Versteifungsrippe aufgerichtet ist.

[0012] Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe wird weiter durch ein Verfahren zur Herstellung einer Vorrichtung, bspw. einer Verpackung der oben genannten Art, gelöst, welches die folgenden Schritte aufweist:
  1. a) Erstellen eines Zuschnitts aus einem faltbaren Material mit wenigstens zwei zueinander verschwenkbaren Seitenwandlaschen,
  2. b) Fixieren von zwei weiteren Laschen auf den Seitenwandlaschen, wobei zwischen den mit den Seitenwandlaschen fixierten Laschen wenigstens zwei mit diesen verbundene und nicht mit den Seitenwandlaschen fixierte Laschen vorgesehen sind und
  3. c) Verschwenken der beiden Seitenwandlaschen zueinander zum Aufrichten der Vorrichtung, wobei die drei mit den Seitenwandlaschen fixierten Laschen in einer zu den Seitenwandlaschen schräge Position überführt werden, so dass zwei dieser Laschen zusammen mit einer der Seitenwandlaschen eine etwa dreieckige Versteifungsrippe bzw. Stapelecke ausbilden.


[0013] Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht es somit, eine Stapelecke, Versteifungsrippe oder dgl. bei einer Vorrichtung aus einem faltbaren Material automatisch dadurch aufzurichten, dass zwei Elemente, bspw. Seitenwandlaschen oder dgl. dieser Vorrichtung während des Aufrichtens zueinander verschwenkt werden. Die Ausbildung einer Versteifungsrippe, Stapelecke, Stabilitätsecke oder dgl. erfolgt somit nicht über ein Verkleben oder dgl. Fixieren der diese Versteifungsrippe bildenden Elemente während des Vorkonfektionierens oder während des Aufrichtens, sondern allein durch das Verschwenken der Seitenwandlaschen oder dgl., wobei die Versteifungsrippe in ihrem aufgerichteten Zustand gehalten wird.

[0014] Das erfindungsgemäße Verfahren lässt sich besonders zuverlässig gestalten, wenn zwischen den Schritten b) und c) eine Führungslasche bereichsweise an einer der Seitenwandlaschen fixiert wird, um mit einem freien Ende während des Schrittes c) eine als Schiebeelement wirkende zusätzliche, nicht mit den Seitenwandlaschen fixierte Lasche verschiebbar zu führen.

[0015] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren kann es sich sowohl um ein im Wesentlichen manuelles als auch um ein teilweise oder vollständig maschinell ausführbares Verfahren handeln.

[0016] Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe wird zudem durch einen bspw. einstückigen Zuschnitt aus einem faltbaren Material gelöst, der eine erste und eine zweite Seitenwandlasche aufweist, die schwenkbar miteinander verbunden sind. Dabei ist die erste Seitenwandlasche für eine Biegelinie mit einer auf dieser auffaltbaren Innenwandlasche verbunden, an der wiederum zwei Versteifungslaschen, eine Schiebeelementlasche, optional wenigstens eine Hebellasche und eine weitere Innenwandlasche angelenkt sind. Zudem kann an der ersten Seitenwandlaschen über eine Biegelinie eine Führungslasche angelenkt sein, die durch Auffalten auf die erste Seitenwandlasche in eine die Schiebeelementlasche teilweise übergreifende Lage gebracht werden kann. Selbstverständlich können weitere Laschen zur Ausbildung eines Bodens, eines Deckels, weiterer Seitenwände und/oder weiterer Versteifungsrippen einstückig oder als separate Zuschnitte vorgesehen sein. Zudem können die beiden Seitenwandlaschen einerseits sowie die Innenwandlaschen, die Versteifungslaschen, die Schiebeelementlasche und die wenigstens eine Hebellasche andererseits auch aus separaten Zuschnitten gebildet werden. Es wird allerdings bevorzugt, wenn diese aus einem einstückigen Zuschnitt hergestellt sind.

[0017] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf die Zeichnung näher erläutert.

[0018] Es zeigen schematisch:
Fig. 1
in Perspektivansicht eine Verpackung in ihrem aufgerichteten Verwendungszustand nach einer ersten Ausführungsform der Erfindung,
Fig. 2
einen einstückigen Zuschnitt zur Herstellung der Verpackung nach Fig. 1
Fig. 3a bis 3f
verschiedene Schritte der Herstellung einer Verpackung nach Fig. 1 aus einem Zuschnitt nach Fig. 2 und
Fig. 4
einen einstückigen Zuschnitt zur Herstellung einer Verpackung nach einer zweiten Ausführungsform der Erfindung.


[0019] Die in Fig. 1 gezeigte Verpackung ist als ein Tray bzw. eine Schütte ausgebildet, d.h. als eine Verpackung mit Seitenwänden und einem Boden. Diese Verpackung kann einen Deckel aufweisen, der jedoch aus Gründen der Übersichtlichkeit im vorliegenden Fall nicht dargestellt ist. In der dargestellten Ausführungsform besteht die Verpackung nach Fig. 1 aus Wellpappe und wird aus einem einstückigen Zuschnitt 1 hergestellt, der in Fig. 2 gezeigt ist.

[0020] Dieser Zuschnitt 1 weist eine Bodenlasche 2 auf, an deren Rändern über Biegelinien (Riller) Seitenwandlaschen 3, 4 und 5 schwenkbar angelenkt sind. Die die Längsseiten bildenden Seitenwandlaschen 3 werden nachfolgend auch als erste Seitenwandlaschen bezeichnet. Weiter ist eine Rückwandlasche 4 sowie eine Frontlasche als zusätzliche Seitenwandlaschen vorgesehen. An den ersten Seitenwandlaschen 3 sind jeweils zweite Seitenwandlaschen 6a, 6b über Biegelinien angelenkt, die in der dargestellten Ausführungsform in die Rückwandlasche 4 bzw. die Frontlasche 5 eingekrempelt werden können, um die Eckverbindung zwischen den einzelnen Seitenwänden zu bilden. Auch wenn die zweiten Seitenwandlaschen 6a, 6b im aufgerichteten Zustand zwischen den beiden Lagen der Rückwandlasche 4 bzw. der Frontlasche 5 aufgenommen sind, werden die zweiten Seitenwandlaschen 6a, 6b nachfolgend auch als äußere Seitenwandlaschen 6a, 6b bezeichnet.

[0021] Unter anderem zur Verbesserung der Steifigkeit der Verpackung sind die Seitenwände im Wesentlichen zweilagig, in bestimmten Bereichen auch dreilagig, ausgeführt. So ist an jeder der ersten Seitenwandlaschen 3 eine erste Innenwandlasche 7 vorgesehen, die auf die mit dieser verbundene erste Seitenwandlasche 3 auffaltbar ist. An jeder ersten Innenwandlasche 7 sind nacheinander zwei Versteifungslaschen 8a und 8b, eine Schiebeelementlasche 9, Hebellaschen 10a, 10b sowie eine zweite Innenwandlasche 11 angelenkt. Die beiden Versteifungslaschen 8a, 8b bilden zusammen mit der diesen zugeordneten ersten Seitenwandlasche 3 im aufgerichteten Zustand der Verpackung eine Versteifungsrippe bzw. Stapelecke.

[0022] Wie in Fig. 4 dargestellt, kann abweichend von der Ausführungsform der Fig. 1 bis 3 statt der beiden Hebellaschen 10a, 10b eine Biegelinie 10c vorgesehen sein, die die gleiche unten näher erläuterte Funktion hat, wie die Hebellaschen. Diese Biegelinie 10c ist vorzugsweise von außen eingebracht, d.h. von der Unterseite in Fig. 4, wenn die Oberseite der Lasche 2 die Seite des Bodens bildet, der den zu verpackenden Waren zugewandt ist.

[0023] Weiter ist an jeder ersten Seitenwandlasche 3 über eine in der dargestellten Ausführungsform schräg verlaufende Biegelinie eine Führungslasche 12 angelenkt, die beim Auffalten auf die jeweilige erste Seitenwandlasche 3 die Schiebeelementlasche 9 teilweise übergreift. Grundsätzlich kann die Führungslasche 12 auch über eine nicht wie in Fig. 2 dargestellt schräg, sondern gerade verlaufende Biegelinie an der ersten Seitenwandlasche 3 angelenkt werden.

[0024] Zur Verbesserung der Stapelfähigkeit der Verpackung sind in der dargestellten Ausführungsform Stapelvorsprünge 13 und entsprechende Stapelausnehmungen 14 vorgesehen. In der dargestellten Ausführungsform sind die Stapelvorsprünge 13 und Stapelausnehmungen 14 so angeordnet, dass baugleiche Verpackungen fluchtend übereinander gestapelt werden können. Grundsätzlich ist es jedoch auch möglich, die Stapelvorsprünge 13 und die Stapelausnehmungen 14 so versetzt anzuordnen, dass sich Verpackungen stufenartig stapeln lassen. Die Steifigkeit der Seitenwände der Verpackung kann durch an der ersten Innenwandlasche 7 angelenkte Ecklaschen 15 weiter gesteigert werden.

[0025] Die Funktion der zuvor beschriebenen Elemente wird nachfolgend unter Bezugnahme auf die Fig. 3a bis 3f näher erläutert. In diesen ist aus Gründen der Übersichtlichkeit lediglich eine erste Seitenwandlasche 3 mit den beiden daran angelenkten zweiten Seitenwandlaschen 6a, 6b sowie die erste Innenwandlasche 7 mit den an dieser angelenkten weiteren Laschen 8a, 8b, 9, 10a, 10b, 11 und 15 dargestellt.

[0026] Die Fig. 3a entspricht einem Ausschnitt aus Fig. 2 und zeigt einen Teil des noch flach liegenden ausgestanzten Zuschnitts 1. Zur Herstellung einer Verpackung oder dgl. wird zunächst die erste Innenwandlasche 7 auf die erste Seitenwandlasche 3 aufgefaltet, wobei auch die an der ersten Innenwandlasche 7 angelenkten weiteren Laschen auf die erste Seitenwandlasche 3 und die an dieser angelenkten zweiten Seitenwandlaschen 6a, 6b aufgefaltet werden. Hierdurch bilden sich in Fig. 3b erkennbaren Stapelvorsprünge 13 aus. In diesem Zustand wird die erste Innenwandlasche 7 auf die erste Seitenwandlasche 3 aufgeklebt oder in anderer geeigneter Weise daran fixiert. In gleicher Weise wird auch die zweite Innenwandlasche 11 auf der zweiten Seitenwandlasche 6a fixiert. Die beiden Versteifungslaschen 8a, 8b, die Schiebeelementlasche 9 sowie die beiden Hebellaschen 10a, 10b liegen dabei lediglich auf der ersten Seitenwandlasche 3 bzw. der zweiten Seitenwandlasche 6a auf.

[0027] Fig. 3c zeigt, wie die Führungslasche 12 auf die erste Seitenwandlasche 3 aufgefaltet und mit dieser in der Nähe der schräg verlaufenden Biegelinie verklebt oder in anderer Weise befestigt wird. Das freie Ende 12a der Führungslasche 12 ist dabei nicht mit der ersten Seitenwandlasche 3 verklebt und übergreift die Schiebeelementlasche 9 teilweise. Grundsätzlich ist es jedoch auch möglich, die Führungslasche 12 so auszubilden, dass die Schiebeelementlasche 9 vollständig übergriffen wird.

[0028] Wie in Fig. 4 dargestellt, kann die Führungslasche 12 abweichend von der Ausführungsform der Fig. 1 bis 3 auch ganz entfallen.

[0029] Die Fig. 3d und 3e zeigen nun, wie zunächst die zweite Seitenwandlasche 6a zu der ersten Seitenwandlasche 3 verschwenkt wird. Der vollständig verschwenkte Zustand ist dabei in Fig. 3e gezeigt. Da die erste Innenwandlasche 7 und die zweite Innenwandlasche 11 auf der ersten Seitenwandlasche 3 bzw. der zweiten Seitenwandlasche 6a befestigt sind, wird bei diesem Verschwenken der ersten und zweiten Seitenwandlasche zueinander der zwischen der ersten und der zweiten Innenwandlasche liegende, nicht mit den äußeren Seitenwandlaschen befestigte Bereich zusammengestaucht. Die Führungslasche 12 verhindert dabei, dass sich die Schiebeelementlasche 9 von der ersten Seitenwandlasche 3 abhebt. Die Schiebeelementlasche 9 kann somit nur eine reine Verschiebebewegung parallel zu der Seitenwandlasche 3 ausführen. Dies bewirkt, dass sich die beiden Hebellaschen 10a und 10b schrägstellen und sich auch die beiden Versteifungslaschen 8a und 8b schräg zueinander ausrichten, so dass diese mit der ersten Seitenwandlasche 3 eine im Querschnitt dreieckige Versteifungsrippe bilden.

[0030] Die Geometrie der Hebellaschen 10a und 10b sowie der Schiebeelementlasche 9 ist dabei so gewählt, dass eine zwischen den beiden Hebellaschen 10a, 10b angeordnete Stirnseite 9a der Schiebeelementlasche 9 an der zweiten Seitenwandlasche 6a anliegt. Damit können sich die beiden Versteifungslaschen 8a und 8b nicht wieder zurück in ihre flach auf der ersten Seitenwandlasche 3 liegende Position zurückbewegen. Die Versteifungsrippe wird auf diese Weise stabilisiert und festgehalten, ohne dass hierfür eine Verklebung oder dgl. erforderlich wäre.

[0031] Fig. 3f zeigt schließlich, wie die zweite Seitenwandlasche 6b beim Aufrichten relativ zu der ersten Seitenwandlasche 3 umgeklappt wird. Hierbei wird auch die Ecklasche 15 verschwenkt und trägt somit zusätzlich zur Stabilisierung und Versteifung der Verpackung bei.

[0032] In den dargestellten Ausführungsformen ist die Versteifungsrippe mit einem im Wesentlichen dreieckigen Querschnitt aus den Lasche 8a, 8b und 3 gebildet. Grundsätzlich kann eine erfindungsgemäße Versteifungsrippe jedoch auch andere geometrische Querschnittsformen einnehmen, insbesondere ein Viereck oder ein Trapez. In diesem Fall können eine oder mehrere zusätzliche Laschen zur Ausbildung der Versteifungsrippe vorgesehen sein.


Ansprüche

1. Verpackung aus einem faltbaren Material mit einem Boden (2) und Seitenwänden (3, 4, 5), wobei wenigstens eine Seitenwand (3, 4, 5) zumindest bereichsweise aus wenigstens zwei übereinanderliegenden Lagen, einer inneren Lage (7) und einer äußeren Lage (3), des faltbaren Materials gebildet ist und in dieser Seitenwand eine Versteifungsrippe (3, 8a, 8b) aus dem faltbaren Material vorgesehen ist, wobei sich die Verpackung aus einem vorkonfektionierten Auslieferungszustand, in welchem die die Seitenwände (3, 4, 5) bildenden Abschnitte des faltbaren Materials näherungsweise parallel zueinander angeordnet sind, in einen Verwendungszustand aufrichten lässt, in welchem die Seitenwände (3, 4, 5) bspw. senkrecht zueinander ausgerichtet sind, dadurch gekennzeichnet, dass die übereinanderliegenden Lagen des faltbaren Materials derart ausgebildet und angeordnet sind, dass sich die die Versteifungsrippe (3, 8a, 8b) bildenden Abschnitte (8a, 8b) der inneren Lage beim Aufrichten der Verpackung zur Ausbildung der Versteifungsrippe aufrichten.
 
2. Verpackung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch einen der Versteifungsrippe (3, 8a, 8b) zugeordneten Hebelmechanismus (10a, 10b), der die die Versteifungsrippe bildenden Abschnitte (8a, 8b) der inneren Lage beim Aufrichten der Verpackung aufrichtet.
 
3. Verpackung nach Anspruch 2 dadurch gekennzeichnet, dass der Hebelmechanismus wenigstens eine zu der äußeren Lage (3) verschiebbare Lasche (10a, 10b) aufweist.
 
4. Verpackung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Versteifungsrippe (3, 8a, 8b) durch einen Abschnitt (3) der äußeren Lage des faltbaren Materials und zwei Abschnitte (8a, 8b) der inneren Lage des faltbaren Materials gebildet wird, wobei die Abschnitte (8a, 8b) der inneren Lage mit dem Abschnitt (3) der äußeren Lage im aufgerichteten Verwendungszustand der Verpackung bspw. ein Dreieck bilden.
 
5. Verpackung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die innere Lage (7, 8a, 8b, 9, 10a, 10b, 11) bereichsweise an der äußeren Lage (3, 6a) fixiert, insbesondere verklebt, und bereichsweise nicht fest mit der äußeren Lage verbunden ist.
 
6. Verpackung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass angrenzend an einen der beiden inneren Abschnitte (8a, 8b) der Versteifungsrippe ein erster an der äußeren Lage (3, 6a) fixierter Bereich (7) vorgesehen ist und in einer zu der Seitenwand (3), in welcher die Versteifungsrippe vorgesehen ist, benachbarten Seitenwand (6a) ein weiterer an der äußeren Lage fixierter Bereich (11) vorgesehen ist.
 
7. Verpackung nach einem der Ansprüche 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Hebelmechanismus (10a, 10b) und den beiden inneren Abschnitten (8a, 8b) der Versteifungsrippe ein zu der äußeren Lage (3) verschiebbares Schiebeelement (9) vorgesehen ist.
 
8. Verpackung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass dem Schiebeelement (9) eine teilweise mit der äußeren Lage (3) fest verbundene Führungslasche (12) zugeordnet ist, die im vorkonfektionierten Auslieferungszustand das Schiebeelement (9) übergreift und parallel zu der äußeren Lage verschiebbar führt.
 
9. Verpackung nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass sich das Schiebeelement (9) im Verwendungszustand mit einer Stirnseite (9a) an der zu der Seitenwand (3) mit der Versteifungsrippe benachbarten Seitenwand (6a) abstützt.
 
10. Verfahren zur Herstellung einer Vorrichtung, insbesondere einer Verpackung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, mit folgenden Schritten:

a) Erstellen eines Zuschnitts (1) aus einem faltbaren Material mit wenigstens zwei zueinander verschwenkbaren Seitenwandlaschen (3, 6a),

b) Fixieren von zwei weiteren Laschen (7, 11) auf den Seitenwandlaschen (3, 6a), wobei zwischen den mit den Seitenwandlaschen (3, 6a) fixierten Laschen (7, 11) wenigstens zwei mit diesen verbundene und nicht mit den Seitenwandlaschen fixierte Laschen (8a, 8b, 9, 10a, 10b) vorgesehen sind,

c) Verschwenken der beiden Seitenwandlaschen (3, 6a) zueinander zum Aufrichten der Vorrichtung, wobei wenigstens einige der drei nicht mit den Seitenwandlaschen (3, 6a) fixierten Laschen (8a, 8b, 9, 10a, 10b) in eine zu den Seitenwandlaschen (3, 6a) schräge Position überführt werden, so dass zwei dieser Laschen (8a, 8b) zusammen mit einer der Seitenwandlaschen (3) eine bspw. etwa dreieckige Versteifungsrippe ausbilden.


 
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den Schritten b) und c) eine Führungslasche (12) bereichsweise an einer der Seitenwandlaschen (3) fixiert wird, um mit einem freien Ende (12a) während des Schrittes c) eine als Schiebeelement wirkende zusätzliche, nicht mit den Seitenwandlaschen (3, 6a) fixierte Lasche (9) verschiebbar zu führen.
 
12. Zuschnitt aus einem faltbaren Material, insbesondere zur Herstellung einer Verpackung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, mit einer ersten und einer zweiten Seitenwandlasche (3, 6a), die schwenkbar miteinander verbunden sind, wobei die erste Seitenwandlasche (3) über eine Biegelinie mit einer auf diese auffaltbaren Innenwandlasche (7) verbunden ist, an der wiederum zwei Versteifungslaschen (8a, 8b), eine Schiebeelementlasche (9), wenigstens eine Hebellasche (10a, 10b) und eine weitere Innenwandlasche (11) angelenkt sind, und wobei an die erste Seitenwandlasche (3) über eine Biegelinie eine Führungslasche (12) angelenkt ist, die durch Auffalten auf die erste Seitenwandlasche (3) in eine die Schiebeelementlasche (9) teilweise übergreifende Lage gebracht werden kann.
 




Zeichnung













Recherchenbericht