[0001] Die Erfindung betrifft eine Verpackung aus einem faltbaren Material mit einem Boden
und Seitenwänden, wobei wenigstens eine Seitenwand zumindest bereichsweise aus wenigstens
zwei übereinanderliegenden Lagen, nämlich einer inneren Lage und einer äußeren Lage,
des faltbaren Materials gebildet ist und in dieser Seitenwand eine Versteifungsrippe
aus dem faltbaren Material vorgesehen ist. Diese Verpackung ist aus einem vorkonfektionierten
Auslieferungszustand, in welchem die die Seitenwände bildenden Abschnitte des faltbaren
Materials sowie ggf. der Boden näherungsweise parallel zueinander angeordnet sind,
in einen Verwendungszustand aufrichtbar, in welchem die Seitenwände sowie ggf. der
Boden bspw. senkrecht zueinander ausgerichtet sind. Weiter betrifft die Erfindung
ein Verfahren und einen Zuschnitt zur Herstellung einer derartigen Verpackung.
[0002] Verpackungen aus einem faltbaren Material, wie Karton, Pappe oder Wellpappe, sind
für verschiedene Anwendungsgebiete bekannt. Aus Kosten- und Effizienzgründen existieren
neben manuell aus einem oder mehreren Zuschnitten herstellbaren Verpackungen auch
maschinell aufrichtbare Verpackungen. Diese werden von dem Hersteller der Verpackung
vorkonfektioniert, indem die einzelnen Bestandteile der Verpackung zugeschnitten oder
ausgestanzt werden sowie ggf. miteinander verklebt werden. In diesem Zustand liegen
die Seitenwände, einen Boden und/oder einen Deckel bildenden Elemente neben- und/oder
übereinander, so dass die Verpackung einen flachen Auslieferungszustand einnimmt,
der einen platzsparenden Transport sowie die Zwischenlagerung der noch nicht befüllten
Verpackung ermöglicht. Vor dem Befüllen der Verpackung wird diese dann vorzugsweise
maschinell aufgerichtet, d.h. in einen Verwendungszustand gebracht, der ein Befüllen
und ggf. Verschließen gestattet. Insbesondere bei aufeinander stapelbaren Verpackungen
müssen die Seitenwände teilweise die Last darüber liegender Verpackungen aufnehmen
können. Hierzu ist es bekannt, Versteifungsrippen oder dgl. Stapelecken vorzusehen,
die häufig eine im Querschnitt dreieckige Form aufweisen und aus einem Bereich der
Seitenwand sowie zwei abgewinkelt dazu verlaufenden Laschen oder dgl. gebildet werden.
Diese Laschen werden meist fest an der Seitenwand verklebt oder in anderer geeigneter
Weise fixiert. Wenn dies erst beim Aufrichten der Verpackung erfolgt, führt dies zu
einem zusätzlichen Arbeitsschritt, der bei Befüllern von Verpackungen unerwünscht
ist. Andererseits kann ein vorheriges Ausbilden derartiger Versteifungsrippen dazu
führen, dass die Verpackung in dem vorkonfektionierten Auslieferungszustand mehr Raum
beansprucht bzw. die Versteifungsrippen oder andere Elemente der Verpackung während
des Transports oder der Lagerung beschädigt werden.
[0003] Es ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Verpackung der eingangs
genannten Art sowie ein Verfahren und einen Zuschnitt hierfür bereitzustellen, die
ein möglichst automatisches Aufrichten einer Versteifungsrippe ermöglichen. Im Vordergrund
stehen dabei ein einfaches Handling, ein zügiges Aufrichten und eine dennoch gute
Stabilität.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß im Wesentlichen dadurch gelöst, dass die übereinanderliegenden
Lagen des faltbaren Materials derart ausgebildet und angeordnet sind, dass sich die
die Versteifungsrippe bildenden Abschnitte der inneren Lage beim Aufrichten der Verpackung
zur Ausbildung der Versteifungsrippe aufrichten. Mit anderen Worten ist die Versteifungsrippe
in dem vorkonfektionierten Auslieferungszustand noch nicht in ihrer endgültigen, die
Versteifung bewirkenden Position, sondern die die Versteifungsrippe bildenden Elemente
werden erst während des Aufrichtens der Verpackung in diese Position überführt. Dies
geschieht jedoch erfindungsgemäß nicht in einem gesonderten Arbeitsschritt, sondern
quasi automatisch während des Aufrichtens der Verpackung. Die Erfindung beruht dabei
auf dem Gedanken, dass während des Aufrichtens einer Verpackung benachbarte Seitenwände
aus einer auf- oder nebeneinander liegenden Position in eine zueinander abgewinkelte
Position überführt werden. Dieser Vorgang kann für eine Relativbewegung der die Versteifungsrippe
bildenden Elemente genutzt werden, so dass sich die Versteifungsrippe bei der Aufrichtung
der Verpackung automatisch ausgebildet.
[0005] Die vorliegende Erfindung wird unter Bezugnahme auf eine Verpackung bzw. ein Packmittel
oder einer Packung beschrieben. Der Begriff der Verpackung ist in diesem Fall jedoch
nicht beschränkend zu verstehen, da das erfindungsgemäße Prinzip des Aufrichtens einer
Versteifungsrippe bzw. einer Stabilitäts- oder Stapelecke auch auf andere Produkte
aus faltbarem Material, bspw. Paletten, Displays, Möbel oder dgl. übertragbar ist,
sofern während der Herstellung dieser Vorrichtungen ein Verschwenken von zwei zueinander
benachbarten Seitenwänden stattfindet. In diesem Zusammenhang ist auch der Begriff
Seitenwände nicht beschränkend auszulegen, so können die zueinander verschwenkbaren
Elemente bspw. bei einem Display auch Displayflächen oder dgl. sein.
[0006] Das automatische Aufrichten der Versteifungsrippe erfolgt bevorzugt dadurch, dass
der Versteifungsrippe ein Hebelmechanismus zugeordnet ist, der die die Versteifungsrippe
bildenden Abschnitte der inneren Lage beim Aufrichten der Verpackung aufrichtet. Dieser
Hebelmechanismus kann eine oder mehrere zu der äußeren Lage verschiebbare Lasche aufweisen.
[0007] Nach einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird die Versteifungsrippe (bzw.
Stabilitätsecke oder Stapelecke) durch einen Abschnitt der äußeren Lage des faltbaren
Materials und zwei Abschnitte der inneren Lage des faltbaren Materials gebildet, wobei
die Abschnitte der inneren Lage mit dem Abschnitt der äußeren Lage im aufgerichteten
Verwendungszustand der Verpackung ein Dreieck bilden.
[0008] Das Verschwenken von Seitenwänden oder dgl. lässt sich dann besonders einfach mittels
des Hebelmechanismus' zum automatischen Aufrichten einer Versteifungsrippe nutzen,
wenn die innere Lage bereichsweise an der äußeren Lage fixiert, bspw. verklebt oder
mit Klammern befestigt ist, und bereichsweise nicht fest mit der äußeren Lage verbunden
ist. Es bestehen also Bereiche der inneren Lage, die fest mit der äußeren Lage verbunden
sind, so dass bei einem Verschwenken von zwei Laschen der äußeren Lage die nicht fest
mit dieser äußeren Lage verbundenen Laschen der inneren Lage eine Relativbewegung
zu der äußeren Lage ausführen können.
[0009] In Weiterbildung dieses Gedankens ist es vorgesehen, dass angrenzend an einen der
beiden inneren Abschnitte der Versteifungsrippe ein erster an der äußeren Lage fixierter
Bereich vorgesehen ist und in einer zu der Seitenwand, in welcher die Versteifungsrippe
vorgesehen ist, benachbarten Seitenwand ein weiterer an der äußeren Lage fixierter
Bereich vorgesehen ist.
[0010] Ein besonders sicheres Aufrichten der Versteifungsrippe kann dadurch erreicht werden,
dass zwischen dem Hebelmechanismus und den beiden Abschnitten der Versteifungsrippe
ein zu der äußeren Lage verschiebbares Schiebeelement vorgesehen ist. Hierbei wird
es insbesondere bevorzugt, wenn dem Schiebeelement eine teilweise mit der äußeren
Lage fest verbundene Führungslasche zugeordnet ist, die im vorkonfektionierten Auslieferungszustand
das Schiebeelement übergreift und parallel zu der äußeren Lage verschiebbar führt.
[0011] Um sicherzustellen, dass die Versteifungsrippe im aufgerichteten Zustand nicht wieder
infolge Belastungen zusammengefaltet wird, sind das Schiebeelement und die Seitenwände
derart bemessen und angeordnet, dass sich das Schiebeelement im Verwendungszustand
mit einer Stirnseite an der zu der Seitenwand mit der Versteifungsrippe benachbarten
Seitenwand abstützt. Das Schiebeelement wird also durch diese benachbarte Seitenwand
in einer Lage fixiert, in welcher die Versteifungsrippe aufgerichtet ist.
[0012] Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe wird weiter durch ein Verfahren zur Herstellung
einer Vorrichtung, bspw. einer Verpackung der oben genannten Art, gelöst, welches
die folgenden Schritte aufweist:
- a) Erstellen eines Zuschnitts aus einem faltbaren Material mit wenigstens zwei zueinander
verschwenkbaren Seitenwandlaschen,
- b) Fixieren von zwei weiteren Laschen auf den Seitenwandlaschen, wobei zwischen den
mit den Seitenwandlaschen fixierten Laschen wenigstens zwei mit diesen verbundene
und nicht mit den Seitenwandlaschen fixierte Laschen vorgesehen sind und
- c) Verschwenken der beiden Seitenwandlaschen zueinander zum Aufrichten der Vorrichtung,
wobei die drei mit den Seitenwandlaschen fixierten Laschen in einer zu den Seitenwandlaschen
schräge Position überführt werden, so dass zwei dieser Laschen zusammen mit einer
der Seitenwandlaschen eine etwa dreieckige Versteifungsrippe bzw. Stapelecke ausbilden.
[0013] Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht es somit, eine Stapelecke, Versteifungsrippe
oder dgl. bei einer Vorrichtung aus einem faltbaren Material automatisch dadurch aufzurichten,
dass zwei Elemente, bspw. Seitenwandlaschen oder dgl. dieser Vorrichtung während des
Aufrichtens zueinander verschwenkt werden. Die Ausbildung einer Versteifungsrippe,
Stapelecke, Stabilitätsecke oder dgl. erfolgt somit nicht über ein Verkleben oder
dgl. Fixieren der diese Versteifungsrippe bildenden Elemente während des Vorkonfektionierens
oder während des Aufrichtens, sondern allein durch das Verschwenken der Seitenwandlaschen
oder dgl., wobei die Versteifungsrippe in ihrem aufgerichteten Zustand gehalten wird.
[0014] Das erfindungsgemäße Verfahren lässt sich besonders zuverlässig gestalten, wenn zwischen
den Schritten b) und c) eine Führungslasche bereichsweise an einer der Seitenwandlaschen
fixiert wird, um mit einem freien Ende während des Schrittes c) eine als Schiebeelement
wirkende zusätzliche, nicht mit den Seitenwandlaschen fixierte Lasche verschiebbar
zu führen.
[0015] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren kann es sich sowohl um ein im Wesentlichen manuelles
als auch um ein teilweise oder vollständig maschinell ausführbares Verfahren handeln.
[0016] Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe wird zudem durch einen bspw. einstückigen
Zuschnitt aus einem faltbaren Material gelöst, der eine erste und eine zweite Seitenwandlasche
aufweist, die schwenkbar miteinander verbunden sind. Dabei ist die erste Seitenwandlasche
für eine Biegelinie mit einer auf dieser auffaltbaren Innenwandlasche verbunden, an
der wiederum zwei Versteifungslaschen, eine Schiebeelementlasche, optional wenigstens
eine Hebellasche und eine weitere Innenwandlasche angelenkt sind. Zudem kann an der
ersten Seitenwandlaschen über eine Biegelinie eine Führungslasche angelenkt sein,
die durch Auffalten auf die erste Seitenwandlasche in eine die Schiebeelementlasche
teilweise übergreifende Lage gebracht werden kann. Selbstverständlich können weitere
Laschen zur Ausbildung eines Bodens, eines Deckels, weiterer Seitenwände und/oder
weiterer Versteifungsrippen einstückig oder als separate Zuschnitte vorgesehen sein.
Zudem können die beiden Seitenwandlaschen einerseits sowie die Innenwandlaschen, die
Versteifungslaschen, die Schiebeelementlasche und die wenigstens eine Hebellasche
andererseits auch aus separaten Zuschnitten gebildet werden. Es wird allerdings bevorzugt,
wenn diese aus einem einstückigen Zuschnitt hergestellt sind.
[0017] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme
auf die Zeichnung näher erläutert.
[0018] Es zeigen schematisch:
- Fig. 1
- in Perspektivansicht eine Verpackung in ihrem aufgerichteten Verwendungszustand nach
einer ersten Ausführungsform der Erfindung,
- Fig. 2
- einen einstückigen Zuschnitt zur Herstellung der Verpackung nach Fig. 1
- Fig. 3a bis 3f
- verschiedene Schritte der Herstellung einer Verpackung nach Fig. 1 aus einem Zuschnitt
nach Fig. 2 und
- Fig. 4
- einen einstückigen Zuschnitt zur Herstellung einer Verpackung nach einer zweiten Ausführungsform
der Erfindung.
[0019] Die in Fig. 1 gezeigte Verpackung ist als ein Tray bzw. eine Schütte ausgebildet,
d.h. als eine Verpackung mit Seitenwänden und einem Boden. Diese Verpackung kann einen
Deckel aufweisen, der jedoch aus Gründen der Übersichtlichkeit im vorliegenden Fall
nicht dargestellt ist. In der dargestellten Ausführungsform besteht die Verpackung
nach Fig. 1 aus Wellpappe und wird aus einem einstückigen Zuschnitt 1 hergestellt,
der in Fig. 2 gezeigt ist.
[0020] Dieser Zuschnitt 1 weist eine Bodenlasche 2 auf, an deren Rändern über Biegelinien
(Riller) Seitenwandlaschen 3, 4 und 5 schwenkbar angelenkt sind. Die die Längsseiten
bildenden Seitenwandlaschen 3 werden nachfolgend auch als erste Seitenwandlaschen
bezeichnet. Weiter ist eine Rückwandlasche 4 sowie eine Frontlasche als zusätzliche
Seitenwandlaschen vorgesehen. An den ersten Seitenwandlaschen 3 sind jeweils zweite
Seitenwandlaschen 6a, 6b über Biegelinien angelenkt, die in der dargestellten Ausführungsform
in die Rückwandlasche 4 bzw. die Frontlasche 5 eingekrempelt werden können, um die
Eckverbindung zwischen den einzelnen Seitenwänden zu bilden. Auch wenn die zweiten
Seitenwandlaschen 6a, 6b im aufgerichteten Zustand zwischen den beiden Lagen der Rückwandlasche
4 bzw. der Frontlasche 5 aufgenommen sind, werden die zweiten Seitenwandlaschen 6a,
6b nachfolgend auch als äußere Seitenwandlaschen 6a, 6b bezeichnet.
[0021] Unter anderem zur Verbesserung der Steifigkeit der Verpackung sind die Seitenwände
im Wesentlichen zweilagig, in bestimmten Bereichen auch dreilagig, ausgeführt. So
ist an jeder der ersten Seitenwandlaschen 3 eine erste Innenwandlasche 7 vorgesehen,
die auf die mit dieser verbundene erste Seitenwandlasche 3 auffaltbar ist. An jeder
ersten Innenwandlasche 7 sind nacheinander zwei Versteifungslaschen 8a und 8b, eine
Schiebeelementlasche 9, Hebellaschen 10a, 10b sowie eine zweite Innenwandlasche 11
angelenkt. Die beiden Versteifungslaschen 8a, 8b bilden zusammen mit der diesen zugeordneten
ersten Seitenwandlasche 3 im aufgerichteten Zustand der Verpackung eine Versteifungsrippe
bzw. Stapelecke.
[0022] Wie in Fig. 4 dargestellt, kann abweichend von der Ausführungsform der Fig. 1 bis
3 statt der beiden Hebellaschen 10a, 10b eine Biegelinie 10c vorgesehen sein, die
die gleiche unten näher erläuterte Funktion hat, wie die Hebellaschen. Diese Biegelinie
10c ist vorzugsweise von außen eingebracht, d.h. von der Unterseite in Fig. 4, wenn
die Oberseite der Lasche 2 die Seite des Bodens bildet, der den zu verpackenden Waren
zugewandt ist.
[0023] Weiter ist an jeder ersten Seitenwandlasche 3 über eine in der dargestellten Ausführungsform
schräg verlaufende Biegelinie eine Führungslasche 12 angelenkt, die beim Auffalten
auf die jeweilige erste Seitenwandlasche 3 die Schiebeelementlasche 9 teilweise übergreift.
Grundsätzlich kann die Führungslasche 12 auch über eine nicht wie in Fig. 2 dargestellt
schräg, sondern gerade verlaufende Biegelinie an der ersten Seitenwandlasche 3 angelenkt
werden.
[0024] Zur Verbesserung der Stapelfähigkeit der Verpackung sind in der dargestellten Ausführungsform
Stapelvorsprünge 13 und entsprechende Stapelausnehmungen 14 vorgesehen. In der dargestellten
Ausführungsform sind die Stapelvorsprünge 13 und Stapelausnehmungen 14 so angeordnet,
dass baugleiche Verpackungen fluchtend übereinander gestapelt werden können. Grundsätzlich
ist es jedoch auch möglich, die Stapelvorsprünge 13 und die Stapelausnehmungen 14
so versetzt anzuordnen, dass sich Verpackungen stufenartig stapeln lassen. Die Steifigkeit
der Seitenwände der Verpackung kann durch an der ersten Innenwandlasche 7 angelenkte
Ecklaschen 15 weiter gesteigert werden.
[0025] Die Funktion der zuvor beschriebenen Elemente wird nachfolgend unter Bezugnahme auf
die Fig. 3a bis 3f näher erläutert. In diesen ist aus Gründen der Übersichtlichkeit
lediglich eine erste Seitenwandlasche 3 mit den beiden daran angelenkten zweiten Seitenwandlaschen
6a, 6b sowie die erste Innenwandlasche 7 mit den an dieser angelenkten weiteren Laschen
8a, 8b, 9, 10a, 10b, 11 und 15 dargestellt.
[0026] Die Fig. 3a entspricht einem Ausschnitt aus Fig. 2 und zeigt einen Teil des noch
flach liegenden ausgestanzten Zuschnitts 1. Zur Herstellung einer Verpackung oder
dgl. wird zunächst die erste Innenwandlasche 7 auf die erste Seitenwandlasche 3 aufgefaltet,
wobei auch die an der ersten Innenwandlasche 7 angelenkten weiteren Laschen auf die
erste Seitenwandlasche 3 und die an dieser angelenkten zweiten Seitenwandlaschen 6a,
6b aufgefaltet werden. Hierdurch bilden sich in Fig. 3b erkennbaren Stapelvorsprünge
13 aus. In diesem Zustand wird die erste Innenwandlasche 7 auf die erste Seitenwandlasche
3 aufgeklebt oder in anderer geeigneter Weise daran fixiert. In gleicher Weise wird
auch die zweite Innenwandlasche 11 auf der zweiten Seitenwandlasche 6a fixiert. Die
beiden Versteifungslaschen 8a, 8b, die Schiebeelementlasche 9 sowie die beiden Hebellaschen
10a, 10b liegen dabei lediglich auf der ersten Seitenwandlasche 3 bzw. der zweiten
Seitenwandlasche 6a auf.
[0027] Fig. 3c zeigt, wie die Führungslasche 12 auf die erste Seitenwandlasche 3 aufgefaltet
und mit dieser in der Nähe der schräg verlaufenden Biegelinie verklebt oder in anderer
Weise befestigt wird. Das freie Ende 12a der Führungslasche 12 ist dabei nicht mit
der ersten Seitenwandlasche 3 verklebt und übergreift die Schiebeelementlasche 9 teilweise.
Grundsätzlich ist es jedoch auch möglich, die Führungslasche 12 so auszubilden, dass
die Schiebeelementlasche 9 vollständig übergriffen wird.
[0028] Wie in Fig. 4 dargestellt, kann die Führungslasche 12 abweichend von der Ausführungsform
der Fig. 1 bis 3 auch ganz entfallen.
[0029] Die Fig. 3d und 3e zeigen nun, wie zunächst die zweite Seitenwandlasche 6a zu der
ersten Seitenwandlasche 3 verschwenkt wird. Der vollständig verschwenkte Zustand ist
dabei in Fig. 3e gezeigt. Da die erste Innenwandlasche 7 und die zweite Innenwandlasche
11 auf der ersten Seitenwandlasche 3 bzw. der zweiten Seitenwandlasche 6a befestigt
sind, wird bei diesem Verschwenken der ersten und zweiten Seitenwandlasche zueinander
der zwischen der ersten und der zweiten Innenwandlasche liegende, nicht mit den äußeren
Seitenwandlaschen befestigte Bereich zusammengestaucht. Die Führungslasche 12 verhindert
dabei, dass sich die Schiebeelementlasche 9 von der ersten Seitenwandlasche 3 abhebt.
Die Schiebeelementlasche 9 kann somit nur eine reine Verschiebebewegung parallel zu
der Seitenwandlasche 3 ausführen. Dies bewirkt, dass sich die beiden Hebellaschen
10a und 10b schrägstellen und sich auch die beiden Versteifungslaschen 8a und 8b schräg
zueinander ausrichten, so dass diese mit der ersten Seitenwandlasche 3 eine im Querschnitt
dreieckige Versteifungsrippe bilden.
[0030] Die Geometrie der Hebellaschen 10a und 10b sowie der Schiebeelementlasche 9 ist dabei
so gewählt, dass eine zwischen den beiden Hebellaschen 10a, 10b angeordnete Stirnseite
9a der Schiebeelementlasche 9 an der zweiten Seitenwandlasche 6a anliegt. Damit können
sich die beiden Versteifungslaschen 8a und 8b nicht wieder zurück in ihre flach auf
der ersten Seitenwandlasche 3 liegende Position zurückbewegen. Die Versteifungsrippe
wird auf diese Weise stabilisiert und festgehalten, ohne dass hierfür eine Verklebung
oder dgl. erforderlich wäre.
[0031] Fig. 3f zeigt schließlich, wie die zweite Seitenwandlasche 6b beim Aufrichten relativ
zu der ersten Seitenwandlasche 3 umgeklappt wird. Hierbei wird auch die Ecklasche
15 verschwenkt und trägt somit zusätzlich zur Stabilisierung und Versteifung der Verpackung
bei.
[0032] In den dargestellten Ausführungsformen ist die Versteifungsrippe mit einem im Wesentlichen
dreieckigen Querschnitt aus den Lasche 8a, 8b und 3 gebildet. Grundsätzlich kann eine
erfindungsgemäße Versteifungsrippe jedoch auch andere geometrische Querschnittsformen
einnehmen, insbesondere ein Viereck oder ein Trapez. In diesem Fall können eine oder
mehrere zusätzliche Laschen zur Ausbildung der Versteifungsrippe vorgesehen sein.
1. Verpackung aus einem faltbaren Material mit einem Boden (2) und Seitenwänden (3, 4,
5), wobei wenigstens eine Seitenwand (3, 4, 5) zumindest bereichsweise aus wenigstens
zwei übereinanderliegenden Lagen, einer inneren Lage (7) und einer äußeren Lage (3),
des faltbaren Materials gebildet ist und in dieser Seitenwand eine Versteifungsrippe
(3, 8a, 8b) aus dem faltbaren Material vorgesehen ist, wobei sich die Verpackung aus
einem vorkonfektionierten Auslieferungszustand, in welchem die die Seitenwände (3,
4, 5) bildenden Abschnitte des faltbaren Materials näherungsweise parallel zueinander
angeordnet sind, in einen Verwendungszustand aufrichten lässt, in welchem die Seitenwände
(3, 4, 5) bspw. senkrecht zueinander ausgerichtet sind, dadurch gekennzeichnet, dass die übereinanderliegenden Lagen des faltbaren Materials derart ausgebildet und angeordnet
sind, dass sich die die Versteifungsrippe (3, 8a, 8b) bildenden Abschnitte (8a, 8b)
der inneren Lage beim Aufrichten der Verpackung zur Ausbildung der Versteifungsrippe
aufrichten.
2. Verpackung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch einen der Versteifungsrippe (3, 8a, 8b) zugeordneten Hebelmechanismus (10a, 10b),
der die die Versteifungsrippe bildenden Abschnitte (8a, 8b) der inneren Lage beim
Aufrichten der Verpackung aufrichtet.
3. Verpackung nach Anspruch 2 dadurch gekennzeichnet, dass der Hebelmechanismus wenigstens eine zu der äußeren Lage (3) verschiebbare Lasche
(10a, 10b) aufweist.
4. Verpackung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Versteifungsrippe (3, 8a, 8b) durch einen Abschnitt (3) der äußeren Lage des
faltbaren Materials und zwei Abschnitte (8a, 8b) der inneren Lage des faltbaren Materials
gebildet wird, wobei die Abschnitte (8a, 8b) der inneren Lage mit dem Abschnitt (3)
der äußeren Lage im aufgerichteten Verwendungszustand der Verpackung bspw. ein Dreieck
bilden.
5. Verpackung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die innere Lage (7, 8a, 8b, 9, 10a, 10b, 11) bereichsweise an der äußeren Lage (3,
6a) fixiert, insbesondere verklebt, und bereichsweise nicht fest mit der äußeren Lage
verbunden ist.
6. Verpackung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass angrenzend an einen der beiden inneren Abschnitte (8a, 8b) der Versteifungsrippe
ein erster an der äußeren Lage (3, 6a) fixierter Bereich (7) vorgesehen ist und in
einer zu der Seitenwand (3), in welcher die Versteifungsrippe vorgesehen ist, benachbarten
Seitenwand (6a) ein weiterer an der äußeren Lage fixierter Bereich (11) vorgesehen
ist.
7. Verpackung nach einem der Ansprüche 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Hebelmechanismus (10a, 10b) und den beiden inneren Abschnitten (8a,
8b) der Versteifungsrippe ein zu der äußeren Lage (3) verschiebbares Schiebeelement
(9) vorgesehen ist.
8. Verpackung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass dem Schiebeelement (9) eine teilweise mit der äußeren Lage (3) fest verbundene Führungslasche
(12) zugeordnet ist, die im vorkonfektionierten Auslieferungszustand das Schiebeelement
(9) übergreift und parallel zu der äußeren Lage verschiebbar führt.
9. Verpackung nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass sich das Schiebeelement (9) im Verwendungszustand mit einer Stirnseite (9a) an der
zu der Seitenwand (3) mit der Versteifungsrippe benachbarten Seitenwand (6a) abstützt.
10. Verfahren zur Herstellung einer Vorrichtung, insbesondere einer Verpackung nach einem
der vorhergehenden Ansprüche, mit folgenden Schritten:
a) Erstellen eines Zuschnitts (1) aus einem faltbaren Material mit wenigstens zwei
zueinander verschwenkbaren Seitenwandlaschen (3, 6a),
b) Fixieren von zwei weiteren Laschen (7, 11) auf den Seitenwandlaschen (3, 6a), wobei
zwischen den mit den Seitenwandlaschen (3, 6a) fixierten Laschen (7, 11) wenigstens
zwei mit diesen verbundene und nicht mit den Seitenwandlaschen fixierte Laschen (8a,
8b, 9, 10a, 10b) vorgesehen sind,
c) Verschwenken der beiden Seitenwandlaschen (3, 6a) zueinander zum Aufrichten der
Vorrichtung, wobei wenigstens einige der drei nicht mit den Seitenwandlaschen (3,
6a) fixierten Laschen (8a, 8b, 9, 10a, 10b) in eine zu den Seitenwandlaschen (3, 6a)
schräge Position überführt werden, so dass zwei dieser Laschen (8a, 8b) zusammen mit
einer der Seitenwandlaschen (3) eine bspw. etwa dreieckige Versteifungsrippe ausbilden.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den Schritten b) und c) eine Führungslasche (12) bereichsweise an einer
der Seitenwandlaschen (3) fixiert wird, um mit einem freien Ende (12a) während des
Schrittes c) eine als Schiebeelement wirkende zusätzliche, nicht mit den Seitenwandlaschen
(3, 6a) fixierte Lasche (9) verschiebbar zu führen.
12. Zuschnitt aus einem faltbaren Material, insbesondere zur Herstellung einer Verpackung
nach einem der Ansprüche 1 bis 9, mit einer ersten und einer zweiten Seitenwandlasche
(3, 6a), die schwenkbar miteinander verbunden sind, wobei die erste Seitenwandlasche
(3) über eine Biegelinie mit einer auf diese auffaltbaren Innenwandlasche (7) verbunden
ist, an der wiederum zwei Versteifungslaschen (8a, 8b), eine Schiebeelementlasche
(9), wenigstens eine Hebellasche (10a, 10b) und eine weitere Innenwandlasche (11)
angelenkt sind, und wobei an die erste Seitenwandlasche (3) über eine Biegelinie eine
Führungslasche (12) angelenkt ist, die durch Auffalten auf die erste Seitenwandlasche
(3) in eine die Schiebeelementlasche (9) teilweise übergreifende Lage gebracht werden
kann.