[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Dehnen von Gewebebereichen.
[0002] Die Dehnung von Gewebe, insbesondere von Hautgewebe, ist ein in der Chirurgie, insbesondere
in der plastischen Chirurgie, häufig durchzuführender Vorgang.
[0003] Neben einer Hautdehnung findet ein Dehnen von Bindegewebe, Sehnen, Muskeln und auch
von Gefäßen statt.
[0004] In der Dermatochirurgie, insbesondere in der plastisch-rekonstruktiven Chirurgie,
ist ein Dehnen der Haut beidseits von Läsionen vor dem Entfernen der Läsion erforderlich.
[0005] Beim Exzidieren oder Entfernen von Läsionen handelt es sich unter anderem um die
Entfernung von Hauttumoren, von angeborenen Muttermalen oder auch von großflächigen
Narben.
[0006] Ist eine solche Läsion relativ großflächig, kann sie nicht durch einen einzigen Eingriff
entfernt werden, denn die Hautbereiche um die Läsion müssen stark gedehnt werden,
wobei diese Dehnung eine Rückstellkraft erzeugt, welche die Wundheilung stört oder
die dazu neigt, die meist vernähte Operationsstelle wieder aufzureißen. Daher kommen
bisher sogenannte serielle Exzisionen zum Einsatz. Das heißt, es werden zunächst nur
Teile einer Läsion entfernt. Es wird danach abgewartet, bis sich die umgebende Haut
nachgedehnt hat, was in der Regel Monate dauert, um dann einen weiteren Teil der Läsion
und auch die Narbe der vorausgehenden Operation zu entfernen.
[0007] Dieser Vorgang ist nicht nur sehr aufwändig, sondern ist für den Patienten mit entsprechenden
wiederholten Belastungen, Risiken, Kosten und beispielsweise Arbeitsunfähigkeiten
verbunden.
[0008] Es wurden sogenannte Gewebsexpander entwickelt, die unter die umgebende Haut implantiert
werden. Nach der Wundheilung wird der Gewebsexpander transkutan mit Flüssigkeit sukzessive
gefüllt. Der so entstehende "Wasserballon" dehnt die umgebende Haut auf. Nach einigen
Wochen kann der Expander entfernt werden. Dabei wird die Läsion exzidiert und der
Defekt wird mit der durch Dehnung gewonnenen Haut gedeckt.
[0009] Derartige Gewebsexpander sind sehr teuer und nur einmal verwendbar. Das Verfahren
besitzt ein hohes Infektionsrisiko, denn es ist ein Fremdkörper unter die Haut zu
implantieren, der regelmäßig punktiert und nachgefüllt werden muss. Dabei sind häufige
Vorstellungen bei hochspezialisierten Ärzten zur Operation und zum Auffüllen der Gewebsexpander
notwendig. Der aufgefüllte Ballon ist deutlich sichtbar und schränkt über Wochen das
private und berufliche Leben des Patienten ein.
[0010] Aus der
DE 103 49 953 B4 ist eine Vorrichtung zum Fixieren und Spannen zumindest eines Zugfadens für das Anlegen
einer Neovagina bekannt. Diese Vorrichtung weist einen plattenförmigen Grundkörper
auf, an dem zumindest ein Fixierelement zum Fixieren des zumindest einen Zugfadens
unter Spannung angeordnet ist, wobei dem Fixierelement eine Feder zugeordnet ist,
deren erstes Ende am Grundkörper festgelegt ist. Das Fixierelement ist zum Spannen
des zumindest einen Zugfadens um eine Drehachse drehbar, wobei eine Feststelleinrichtung
für das Fixierelement vorhanden ist, mittels der das Fixierelement zumindest in einer
Drehrichtung, die der Drehrichtung zum Spannen des zumindest einen Zugfadens entgegengerichtet
ist, feststellbar ist. Das freie Ende des Zugfadens oder gegebenenfalls mehrerer Zugfäden
ist mit einer Kunststoffolive oder einem sogenannten Steckphantom verbunden. Diese
üben über die Zugkraft einen kontinuierlichen Druck auf das Vaginalgrübchen aus, wodurch
innerhalb von einigen Tagen eine Neovagina ausgebildet wird.
[0011] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, unter Einsatz der minimalinvasiven Operationstechnik
eine rasche Gewebsdehnung innerhalb kurzer Zeit zu erzielen.
[0012] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch eine Vorrichtung zum Dehnen von Gewebebereichen
dadurch gelöst, dass diese zumindest einen ersten plattenförmigen Körper, und zumindest
einen zweiten plattenförmigen Körper aufweist, die gegenüberliegend am Gewebe anordenbar
sind, wobei zumindest ein Zugfaden vorhanden ist, der die beiden plattenförmigen Körper
miteinander verbindet, und die zumindest eine Spannvorrichtung auf zumindest einem
der beiden plattenförmigen Körper, zum Beaufschlagen des zumindest einen Zugfadens
mit einer Zugkraft aufweist, wodurch die plattenförmigen Körper aufeinander zu bewegbar
sind, und mit einer Fadenführung, über die die beiden plattenförmigen Körper untereinander
zugkraftschlüssig verbindbar sind.
[0013] Diese Maßnahmen haben nunmehr mehrere Vorteile.
[0014] Die beiden plattenförmigen Körper werden gegenüberliegend an das Gewebe angeordnet,
beispielsweise beidseits einer zu exzidierenden Läsion auf der Haut. Das heißt, sie
müssen nicht in oder unter das Gewebe implantiert werden.
[0015] Die beiden plattenförmigen Körper sind so ausgestaltet, dass sie über den Zugfaden
untereinander verbindbar sind.
[0016] Die Fadenführung kann vorteilhafterweise so erfolgen, dass mit dem Faden die jeweiligen
plattenförmigen Körper an dem Gewebe fixiert werden, und dass gleichzeitig über den
Faden die plattenförmigen Körper miteinander verbunden werden. Dies kann durch einen
einfachen Vorgang mit einer entsprechenden Ahle durchgeführt werden, d.h. der Faden
kann an einem Ende an dem ersten plattenförmigen Körper fixiert werden und er wird
durch das Gewebe zu dem gegenüberliegenden zweiten plattenförmigen Körper geführt.
Das freie Ende des Fadens wird mit der Spannvorrichtung verbunden, über die eine Zugkraft
auf den Faden ausgeübt wird. Diese Zugkraft verursacht, dass sich die beiden plattenförmigen
Körper aufeinander zu bewegen. Dadurch wird das zwischen den gegenüberliegenden Plattenkanten
gelegene Gewebe gestaucht, der in Bewegungsrichtung der beiden plattenförmigen Körper
gesehen, "hinter" den plattenförmigen Körpern gelegene Gewebebereich wird dabei gedehnt.
[0017] Die Oberfläche und auch die Ausformung der plattenförmigen Körper kann so gewählt
werden, dass diese schon dadurch in zugkraftübertragenden Eingriff mit dem Gewebe
treten. Dazu gehören Vorsprünge, Noppen, Riffelungen etc. Dann kann im Prinzip ein
Fixieren der plattenförmigen Körper am Gewebe durch den Zugfaden entfallen.
[0018] Durch eine Fixierung der plattenförmigen Körper an dem Gewebe sind die plattenförmigen
Körper fest an dem Gewebe gehalten, so dass der Patient sich frei bewegen kann. Da
der Faden von dem einen plattenförmigen Körper, an dem er befestigt ist, durch das
Gewebe zu einem anderen plattenförmigen Körper geführt ist, und am anderen Ende mit
der Spannvorrichtung verbunden ist, kann über diese Spannvorrichtung eine Zugkraft
auf den Faden ausgeübt werden, die verursacht, dass die beiden plattenförmigen Körper
aufeinander zu bewegt werden.
[0019] Die Steuerung und die Beobachtung dieser Verschiebevorgänge können von der Außenseite
her einfach durchgeführt werden, da alle Bauteile auf dem Gewebe liegen, lediglich
die Verbindung über den Faden erfolgt durch das Gewebe hindurch.
[0020] Das hat zum einen operationstechnisch den erheblichen Vorteil, dass die Fadensetzung
ein sehr einfach durchzuführender Vorgang ist, der auch ein äußerst geringes Infektionsrisiko
birgt. Das Setzen der plattenförmigen Körper ist somit beispielsweise durch einen
Arzt im Rahmen einer ambulanten Behandlung innerhalb eines kurzen Zeitraumes durchzuführen.
[0021] Der Spannvorgang des Fadens und dessen Steuerung dahingehend, dass über einige Tage
nach und nach die beiden plattenförmigen Körper aufeinander zu bewegt werden, kann
von dem Patienten auch selbst durchgeführt werden.
[0022] Dazu erhält er von dem behandelnden Arzt einen bestimmten Plan, wie oft und wie viel
er die Spannvorrichtung betätigt, was beispielsweise einfach dadurch geschehen kann,
dass die Spannvorrichtung ein Stellrad aufweist, um das der Faden aufgewickelt wird.
[0023] Wird beispielsweise das Grundprinzip der eingangs genannten
DE 103 49 953 A1 bezüglich der Spannvorrichtung herangezogen, so ist dort ein Rastmechanismus vorhanden,
über den das Spannrad jeweils über eine gewisse Anzahl an Rasten verdreht werden kann,
wodurch dann entsprechend der Faden gespannt wird, mit der Folge, dass in der vorliegenden
Erfindung die beiden plattenförmigen Körper etwas aufeinander zu bewegt werden. Es
ist also möglich, dem Patienten einen Plan zu geben, in welchen Zeitintervallen und
in welchen Schrittgrößen er die beiden plattenförmigen Körper aufeinander zu bewegt,
bis die entsprechende Hautdehnung bzw. Quetschung im Bereich der Läsion erfolgt ist,
was innerhalb weniger Tage erfolgen kann.
[0024] Erst dann muss sich der Patient wieder zu einer Sitzung begeben, in der das Gewebe
entnommen, die Wunde verschlossen und die Vorrichtung wieder entfernt wird.
[0025] Liegen die plattenförmigen Körper beidseits einer Läsion auf der Haut, kann die Läsion
(z.B. Narbe, Muttermal) entfernt werden.
[0026] Der zwischen den plattenförmigen Körpern gestauchte Gewebebereich kann auch zur Gewebsgewinnung
herangezogen werden, beispielsweise zum Brustaufbau nach einer Ablatio Mammae.
[0027] Es kann Gewebe einerseits gedehnt werden und andererseits zwischen den plattenförmigen
Körpern Oberfläche und Volumen an Gewebe für Rekonstruktionen gewonnen werden.
[0028] Der Begriff plattenförmiger Körper ist in dem Sinne zu verstehen, dass ein flächiger
Anlagebereich zum Anlegen und ggf. zum Fixieren am Gewebe vorhanden ist und dass die
Körper beim Spannen des zumindest einen Zugfadens sich aufeinander zu bewegen, dazwischen
Gewebe aufstauen und in Zugrichtung bzw. Bewegungsrichtung "dahinter" das Gewebe dehnen.
[0029] Insgesamt gesehen sind somit der Dehnungsvorgang und das Entnehmen des Gewebes durch
wenige Eingriffe mit einem geringen Infektionsrisiko für den Patienten sehr einfach
und wenig beeinträchtigend durchzuführen.
[0030] Die plattenförmigen Körper sind mehrfach verwendbar, denn solche Körper sind einfach
zu reinigen, zu desinfizieren und zu sterilisieren. Die Form, die Größe, die Dicke
und die Materialien der plattenförmigen Körper können jeweils so gewählt werden, dass
sie für den entsprechenden Einsatzbereich am Gewebe am geeignetsten und für den Patienten
verträglich sind.
[0031] Ist eine Läsion an einem großflächigen ebenen Hautbereich, beispielsweise im Brust-oder
Rückbereich, vorhanden, können die plattenförmigen Körper eben und relativ groß ausgebildet
werden.
[0032] Ist die Läsion an Hautbereichen mit starken Krümmungen, wie beispielsweise an Arm
und Beinen oder an sehr empfindlichen Stellen, beispielsweise im Bereich des Kopfes
vorhanden, können dann entsprechend kleine, leichte und der Krümmung angepasste plattenförmige
Körper vorgesehen werden.
[0033] Das Grundprinzip bleibt immer gleich, die plattenförmigen Körper können an das Gewebe
angebracht, ggf. fixiert und untereinander verbunden werden.
[0034] Die beiden plattenförmigen Körper müssen am Gewebe verankert werden, damit der Zugkraft,
die auf den Faden einwirkt, ein Widerlager entgegengesetzt wird, das für die Umsetzung
der Zugkraft in die aufeinander zu gerichtete Bewegung sorgt. Die Fadenführung kann
so sein, dass der zumindest eine Zugfaden nicht nur die plattenförmigen Körper untereinander
verbindet, sondern diese auch zugleich am Gewebe fixiert. Die Verankerung der plattenförmigen
Körper kann auch durch Klammern erfolgen, so dass der Zugfaden nur die beiden plattenförmigen
Körper miteinander verbindet.
[0035] Werden die plattenförmigen Körper beispielsweise beidseits einer Läsion an die Haut
angebracht und subkutan untereinander verbunden, kann durch ein regelmäßiges Betätigen
der Spannvorrichtung innerhalb weniger Tage schon eine ausreichende Hautdehnung erzielt
werden. Die Konstruktion erlaubt eine sehr flache Bauweise, so dass beispielsweise
die Vorrichtung, wenn sie an Körperstellen angelegt wird, die üblicherweise durch
Bekleidung abgedeckt ist, von der Außenseite kaum ersichtlich ist. Dies trägt erheblich
zu der sogenannten Patientencompliance bei und somit auch zum Erfolg einer einfachen
und unkomplizierten Exzision der Läsion. Die zwischen den aufeinander zu bewegten
Platten gestauchten Hautbereiche im Bereich der Läsion erleichtern dem Arzt auch das
Entfernen dieser Hautbereiche, da diese durch das Stauchen schon von einem flächigen
Grund in eine mehr linienförmige Struktur zusammengeführt sind. Somit wird auch dadurch
der eigentliche Eingriff erleichtert.
[0036] In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung weist die Fadenführung auf dem plattenförmigen
Körper, der dem mit der Spannvorrichtung gegenüberliegt, zumindest zwei seitlich voneinander
beabstandete Widerlager auf.
[0037] Diese Maßnahme hat den Vorteil, dass die Zugkraft auf diesem plattenförmigen Körper
nicht nur punktuell einwirkt, was beim Verschieben dieses plattenförmigen Körpers
nach und nach zu einem Drehen führen könnte, sondern durch die seitlich voneinander
beabstandeten Widerlager wird eine Zugkraft ausgeübt, die dazu führt, dass der plattenförmige
Körper in einer mehr geradlinigen Bewegung auf den gegenüberliegenden plattenförmigen
Körper zu bewegt wird.
[0038] Dadurch ist eine sichere geradlinige Steuerung der Bewegung möglich, so dass nicht
periodisch kontrolliert werden muss, ob der plattenförmige Körper auch die gewünschte
Bewegungsbahn durchläuft. Diese Mehrpunktanlage über die mehreren Widerlager hat auch
den Vorteil, dass die Zugkräfte gleichmäßiger über den plattenförmigen Körper und
den Faden in das Gewebe übertragen werden können, so dass eine möglichst wenig traumatische
Gewebedehnung erfolgt.
[0039] In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung weist die Fadenführung an dem plattenförmigen
Körper, der eine Spannvorrichtung trägt, zumindest eine Führungsstelle auf, über die
der Faden der Spannvorrichtung zuführbar ist und dort an einem ersten Ende aufwickelbar
ist.
[0040] Diese Maßnahme hat den Vorteil, dass dadurch die Anordnung der Spannvorrichtung auf
dem entsprechenden plattenförmigen Körper als solche frei wählbar ist, z.B. wo diese
am günstigsten ist, denn durch die Führungsstelle wird der Faden der Spannvorrichtung
jeweils gezielt zugeführt.
[0041] In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung weist die Vorrichtung an dem plattenförmigen
Körper, der eine Spannvorrichtung trägt, auch eine Fixierstelle für das andere Ende
des Fadens auf.
[0042] Diese Maßnahme hat den Vorteil, dass an diesem einen plattenförmigen Körper beide
Enden des Zugfadens verankert sind, also einmal an der Fixierstelle und zum anderen
an der Spannvorrichtung. Dies erleichtert die Handhabung dahingehend, dass der Faden
beispielsweise an einem Ende an diesem plattenförmigen Körper fixiert wird, dann durch
das Gewebe, z.B. subkutan zum gegenüberliegenden als Gegenstück wirkenden plattenförmigen
Körper geführt und von diesem dann wieder zurück zur Spannvorrichtung geführt wird.
[0043] In Zusammenwirken mit einem Gegenstück mit entsprechend mehreren Verankerungsstellen
ist dann eine besonders gezielte und sichere Führung der beiden plattenförmigen Körper
bei der aufeinander zu gerichteten Bewegung möglich.
[0044] In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung liegen dazu die Widerlager auf dem
einen plattenförmigen Körper und die Führungsstelle und die Fixierstelle am anderen
plattenförmigen Körper an den Ecken eines Viereckes.
[0045] Diese Ausgestaltung hat den Vorteil, dass beim Spannen des Fadens die gegenüberliegenden
plattenförmigen Körper exakt gerichtet aufeinander zu bewegt werden. So können beispielsweise
die vier Eckpunkte an den Ecken eines mehr oder weniger geometrisch exakten Rechteckes
liegen, so dass die beiden plattenförmigen Körper exakt geradlinig aufeinander zu
bewegt werden. Bei der Entfernung eines Muttermales, das meist eine runde Kontur aufweist,
können die beiden plattenförmigen Körper bei dieser Ausgestaltung diametral gegenüberliegend
an den Enden des Muttermals angelegt, an der Haut fixiert und untereinander verbunden
werden. Nach dem Dehnen der Haut ist das Muttermal zwischen den beiden plattenförmigen
Körpern entsprechend gestaucht oder gequetscht, wobei die Erstreckung entlang eines
Durchmessers erfolgt, der in etwa um 90° versetzt zu dem Durchmesser ist, der in der
aufeinander zu gerichteten Bewegungsrichtung liegt.
[0046] In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung sind die Widerlager, die Fixierstelle
und die Führungsstelle als Öffnungen in den plattenförmigen Körpern ausgebildet, über
die der zumindest eine Zugfaden durch die Plattenebene quer hindurchführbar ist.
[0047] Diese Maßnahme hat den Vorteil, dass solche Öffnungen in solchen plattenförmigen
Körpern einfach herzustellen sind und auch gut reinigbar, desinfizierbar und sterilisierbar
sind. Für die Handhabung ist das ebenfalls sehr einfach, der Arzt sticht beispielsweise
von einer Öffnung auf einem plattenförmigen Körper ausgehend mit einer Ahle, an der
der Faden befestigt ist, diesen in das Gewebe, z.B. in die Haut ein, führt den Faden
subkutan bis zu der entsprechenden gegenüberliegenden Stelle und sticht die Haut wieder
zur Außenseite durch.
[0048] Er kann dann auf die aus der Haut austretende Spitze den zweiten plattenförmigen
Körper auffädeln, indem er die Spitze der Ahle samt dem Faden oder dem Faden allein
durch diese Öffnung hindurchführt. Diesen Vorgang wiederholt er dann, indem er den
Faden wieder zu dem anderen plattenförmigen Körper zurückführt und dann durch die
entsprechende Öffnung hindurch zu der Spannvorrichtung führt und dann dieses Ende
dort auffädelt.
[0049] Das heißt, dieser Vorgang der Festlegung der plattenförmigen Körper z.B. an der Haut
und die Verbindung untereinander sind sehr einfach durchzuführen.
[0050] In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung sind auf einer Seite mehr als ein plattenförmiger
Körper vorhanden, die jeweils mit einem gegenüberliegend angeordneten plattenförmigen
Körper über jeweils einen Zugfaden verbunden sind.
[0051] Ist z.B. eine Läsion relativ groß oder entsprechend unregelmäßig oder gekrümmt ausgeformt,
kann nicht nur jeweils ein plattenförmiger Körper beidseits der Läsion angelegt werden,
sondern es können mehrere plattenförmige Körper angelegt werden, die aber jeweils
an der Haut fixiert und subkutan miteinander verbunden werden müssen.
[0052] Damit kann sehr flexibel auch auf solche Läsionen eingegangen werden und entsprechende
Hautdehnungen bewerkstelligt werden.
[0053] In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung weist ein plattenförmiger Körper eine
Spannvorrichtung auf und dieser plattenförmige Körper ist mit mehreren plattenförmigen
Körpern auf einer gegenüberliegenden Seite über jeweils einen Zugfaden verbunden,
und die Zugfäden der mehreren plattenförmigen Körper werden durch die Fadenführung
zu einer einzigen Spannvorrichtung geführt und sind von dieser einzigen Spannvorrichtung
gleichzeitig spannbar.
[0054] Diese Maßnahme hat den Vorteil, dass über eine einzige Spannvorrichtung, der die
mehreren Fäden von den mehreren gegenüberliegenden plattenförmigen Körpern zugeführt
werden, alle Fäden gleichzeitig spannbar sind. Dies erleichtert die Handhabung insbesondere,
wenn diese von dem Patienten selbständig durchgeführt wird.
[0055] In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung sind zwei gegenüberliegend gelegene
plattenförmige Körper über jeweils zwei separate Zugfäden verbunden.
[0056] Diese Maßnahme hat den Vorteil, dass über die separaten Zugfäden die Möglichkeit
eröffnet ist, an einem Zugfaden stärker zu ziehen als am anderen, so dass es möglich
ist, die Ausrichtung der plattenförmigen Körper untereinander während der Gewebsdehnung
zu verändern. Dies kann erstrebenswert sein, wenn an einem Endbereich eines solchen
plattenförmigen Körpers mehr Gewebebereiche zur Dehnung zur Verfügung stehen als beispielsweise
an einem anderen Endbereich eines solchen plattenförmigen Körpers.
[0057] In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist jedem separaten Zugfaden eine separate
Spannvorrichtung zugeordnet.
[0058] Diese Maßnahme hat den Vorteil, falls gewünscht, jedem einzelnen Zugfaden individuell
eine Spannkraft aufzuerlegen, dies mit diesen separaten Spannvorrichtungen durchgeführt
werden kann.
[0059] Diese Maßnahme kann insbesondere dann ergriffen werden, wenn bei sehr großflächigen
und unregelmäßig geformten Läsionen umgebende Hautbereiche vorhanden sind, die wesentlich
besser einer Dehnung zugänglich sind als andere Hautbereiche. Durch die unterschiedlichen
Spannvorrichtungen können dann in diesen unterschiedlichen Bereichen separate plattenförmige
Körper als Gegenstück angelegt werden und durch die unterschiedliche Beaufschlagung
über die Spannvorrichtung kann die Haut entsprechend unterschiedlich gedehnt werden.
[0060] In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung können die separaten Zugfäden von der
Fadenführung einer einzigen Spannvorrichtung zugeführt werden und werden von dieser
gespannt.
[0061] Diese Maßnahme hat den Vorteil, dass bei Vorhandensein mehrerer Zugfäden wie bereits
zuvor erwähnt diese über eine einzige Spannvorrichtung gespannt werden können.
[0062] In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung sind zwei gegenüberliegende plattenförmige
Körper in deren Plattenebene aufeinander zu bewegbar.
[0063] Diese Maßnahme hat insbesondere bei der Hautdehnung den Vorteil, dass die beiden
plattenförmigen Körper flächig auf die Haut aufgebracht und in deren Plattenebene
aufeinander zu bewegt werden. Das zwischen den sich aufeinander zu bewegenden plattenförmigen
Körper vorhandene Gewebe wird gestaut, das in Bewegungsrichtung "dahinter" liegende
Gewebe wird gedehnt.
[0064] In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist der zumindest erste plattenförmige
Körper an einer Seite einer Läsion auf die Haut legbar und der zumindest zweite plattenförmige
Körper ist an einer anderen, gegenüberliegenden Seite der Läsion auf die Haut legbar
und die beiden plattenförmigen Körper sind jeweils mit der Haut verbindbar und außerdem
subkutan untereinander verbindbar.
[0065] Diese Maßnahme hat den Vorteil, dass sowohl die Fixierung der plattenförmigen Körper
an der Haut als auch die Verbindung der beiden plattenförmigen Körper untereinander
durch einen sehr einfachen, minimal-invasiv durchzuführenden Vorgang bewerkstelligt
werden können. So kann beispielsweise der Zugfaden mittels einer Ahle von dem einen
Körper subkutan zum anderen plattenförmigen Körper und wieder zurückgeführt werden,
um dadurch die Zugverbindung zu bewerkstelligen.
[0066] In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung sind die plattenförmigen Körper aus
einem formbaren Material hergestellt.
[0067] Diese Maßnahme hat den Vorteil, dass bei gekrümmten Gewebebereichen die plattenförmigen
Körper individuell an die entsprechende Krümmung angepasst werden können. Dies kann
nun einerseits so erfolgen, dass die plattenförmigen Körper selbst aus einem verformbaren
Material bestehen. Andererseits ist es auch möglich, zunächst Abdrücke von den entsprechend
gekrümmten Gewebebereichen anzufertigen und anhand dieser Abdrücke dann die plattenförmigen
Körper auszuformen. Soll beispielsweise ein Gefäß gedehnt werden, weil es aufgrund
einer Verletzung verkürzt war, können die plattenförmigen Körper an die Krümmung des
Gefäßes exakt angepasst werden.
[0068] In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung sind die plattenförmigen Körper entsprechend
den Gewebebereichen gekrümmt.
[0069] Diese Maßnahme hat den Vorteil, dass die plattenförmigen Körper entsprechend bündig
auf dem Gewebe aufliegen und somit die Zugkraft gleichmäßig verteilt auf das Gewebe
ausgeübt wird.
[0070] In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist die Spannvorrichtung drehbar, wobei
zumindest ein Zugfaden aufwickelbar ist.
[0071] Diese an sich aus der eingangs erwähnten Druckschrift bekannte Ausgestaltung hat
den Vorteil, dass mit einer kompakten Bauweise und einer einfach zu bedienenden Vorrichtung
der Spannvorgang durchführbar ist und der eingezogene Faden gleich platzsparend verstaut
wird.
[0072] In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung weist die Spannvorrichtung einen Rastmechanismus
auf, der ein Drehen der Spannvorrichtung entgegen einer Zugfadenspannkraft sperrt.
[0073] Diese ebenfalls an sich bekannte Maßnahme hat den Vorteil, dass der Patient selbständig
die Spannvorrichtung um eine bestimmte Rastnasen- bzw. Zähnezahl in Spannrichtung
verdreht, ein Rückdrehen aber durch den Rastmechanismus gesperrt ist.
[0074] Zum Einrichten der Vorrichtung, sprich also zum Anlegen des Fadens bzw. später zum
Lösen des Fadens kann dann eine entsprechende Mechanik vorgesehen sein, um diesen
Rastmechanismus wieder aufzuheben.
[0075] In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung steht die Spannvorrichtung von einer
Seite des plattenförmigen Körpers vor und ist von Hand bedienbar.
[0076] Diese Maßnahme hat den handhabungsmäßigen Vorteil, dass die Spannvorrichtung die
Anlagestellen der plattenförmigen Körper am Gewebe nicht beeinträchtigt und die Spannvorrichtung
für die Manipulation zum Spannen des Fadens einfach zugänglich ist. Der Begriff "von
Hand bedienbar" bedeutet auch, dass der Patient zum Drehen ein Werkzeug zu Hilfe nehmen
kann, er aber selbst das Spannen des Zugfadens steuert.
[0077] Es versteht sich, dass die vorstehend genannten und die nachstehend noch zu erläuternden
Merkmale nicht nur in den jeweils angegebenen Kombinationen, sondern auch in anderen
Kombinationen oder in Alleinstellung einsetzbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden
Erfindung zu verlassen.
[0078] Die Erfindung wird nachfolgend anhand einiger ausgewählter Ausführungsbeispiele in
Zusammenhang mit den beiliegenden Zeichnungen näher beschrieben und erläutert. Es
zeigen:
- Fig. 1
- stark schematisch eine Draufsicht auf ein erstes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung zur Dehnung der Haut, die be- reits beidseits an eine Läsion an einer
Haut angelegt und fixiert ist,
- Fig. 2
- eine der Fig. 1 vergleichbare Draufsicht nach Beendigung des Haut- dehnvorganges,
- Fig. 3
- einen Schnitt längs der Linie III-III in Fig. 1,
- Fig. 4
- einen Schnitt längs der Linie IV-IV in Fig. 2,
- Fig. 5
- eine der Darstellung von Fig. 1 vergleichbare Darstellung eines zweiten Ausführungsbeispiels
einer Vorrichtung zum Dehnen von Hautberei- chen, bei der an einer Seite zwei plattenförmige
Körper angelegt sind, und
- Fig. 6
- in der oberen Hälfte ein drittes Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung zum Dehnen
von Hautbereichen, bei der die beiden gegenüberliegen- den plattenförmigen Körper
über jeweils separate Zugfäden verbunden sind, die auf eine einzige Spannvorrichtung
aufgewickelt werden, und in der unteren Hälfte ein viertes Ausführungsbeispiel, bei
dem jeder Fa- den einer diesem zugeordneten eigenen Spannvorrichtung zugeführt wird.
[0079] Ein in den Fig. 1 bis 4 dargestelltes erstes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung zum Dehnen von Hautbereichen beidseits einer zu exzidierenden Läsion ist
in seiner Gesamtheit mit der Bezugsziffer 10 bezeichnet.
[0080] Die Vorrichtung 10 weist einen ersten, etwa rechteckförmigen plattenförmigen Körper
12 und einen etwa gleich großen zweiten ebenen plattenförmigen Körper 14 auf.
[0081] Beide plattenförmigen Körper 12 und 14 sind aus Medizinerstahl hergestellt. Es können
auch Kunststoffe eingesetzt werden, wie sie in der Zahnprothetik Verwendung finden.
Ein Zugfaden 16 verbindet die beiden plattenförmigen Körper 12 und 14 miteinander,
wobei ein Ende 41 des Zugfadens 16 an einer auf der Oberseite 24 des ersten plattenförmigen
Körpers 12 hochstehenden Spannvorrichtung 18 fixiert ist. Das andere Ende 40 ist ebenfalls
an dem plattenförmigen Körper 12 fixiert.
[0082] Wie insbesondere aus Fig. 3 zu erkennen, weist die Spannvorrichtung 18 einen äußeren
Drehknopf 20 auf, der mit einer Nabe 22 verbunden ist. An der Nabe 22 ist das Ende
41 des Zugfadens 16 fixiert und ein Drehen des Drehkopfes 20 verursacht ein Drehen
der Nabe 22 und ein Aufwickeln des Zugfadens 16 auf die Spannvorrichtung 18. Wie insbesondere
aus Fig. 3 zu erkennen, liegen beide plattenförmigen Körper 12 und 14 mit ihrer jeweiligen
Unterseite 26 bzw. 27 flächig auf einer Haut 42 beidseits einer Läsion 52 an, erstrecken
sich also beide etwa in einer Plattenebene 28. Wie insbesondere aus Fig. 1 zu erkennen,
sind die beiden plattenförmigen Körper 12 und 14 so angelegt, dass diese etwa parallel
zueinander ausgerichtet sind, so dass sich die beiden gegenüberliegenden Längskanten
etwa parallel gegenüberstehen. Über die nachfolgend zu beschreibende Fadenführung
sind die beiden plattenförmigen Körper 12 und 14 untereinander bzw. jeweils mit der
Haut 42 verbunden.
[0083] Dazu ist am ersten plattenförmigen Körper 12, wie das insbesondere in Fig. 2 bezeichnet
ist, eine erste Fixierstelle 32 vorgesehen, in deren Bereich ein erstes Ende 40 des
Zugfadens 16 fixiert ist. Diese Fixierung erfolgt auf der Oberseite 24 des plattenförmigen
Körpers 12. Aus Fig. 1 und 3 ist zu erkennen, dass im Bereich dieser Fixierstelle
32 eine durch den ersten plattenförmigen Körper 12 hindurchgehende runde Öffnung 36
vorgesehen ist.
[0084] Durch diese Öffnung 36, die abgerundete Kanten aufweist, wird der Zugfaden 16 von
der Fixierstelle 32 von der Oberseite 24 her durch den plattenförmigen Körper 12 hindurchgeführt.
[0085] Die Fixierung des Fadenendes 40 kann entweder so erfolgen, dass dieses über eine
aufzubringende Niet oder dergleichen befestigt wird, oder dass dieses Fadenende 40
schlicht und einfach mehrfach verknotet wird, so dass der Knoten dann nicht durch
die Öffnung 36 hindurchtreten kann.
[0086] An dem dem ersten plattenförmigen Körper 12 gegenüberliegenden zweiten plattenförmigen
Körper 14 ist, wie insbesondere aus Fig. 1 und 3 zu erkennen, etwa an gleicher Lage
eine entsprechende Öffnung 37 vorgesehen, durch die der Zugfaden 16 von der Unterseite
27 her durch den plattenförmigen Körper 14 hindurchgeführt werden kann. Der Zugfaden
16 wird von der Öffnung 36 im ersten plattenförmigen Körper 12 zur Öffnung 37 im zweiten
plattenförmigen Körper 14 subkutan geführt, wie das insbesondere aus der Schnittdarstellung
von Fig. 3 ersichtlich ist, d.h. der Zugfaden 16 wird durch die Oberhaut 44, die Unterhaut
46 bis in das Unterhautfettgewebe 48 eingestochen und unter der Läsion 52 hindurch
zur Unterseite 27 des zweiten plattenförmigen Körpers 14 geführt.
[0087] Wie insbesondere aus Fig. 1 zu erkennen, ist in dem zweiten plattenförmigen Körper
14 noch eine zweite Öffnung 38 vorhanden, durch die der Zugfaden 16 wieder von der
Oberseite 25 durch den zweiten plattenförmigen Körper 14 hindurchgeführt werden kann.
Auch dieser Fadenabschnitt wird dann wie zuvor beschrieben subkutan zum ersten plattenförmigen
Körper 12 zurückgeführt und tritt dort durch eine Öffnung 39 von der Unterseite 26
durch den ersten plattenförmigen Körper 12 hindurch und wird dann an seinem zweiten
Ende 41 auf die Nabe 22 aufgefädelt. Die Öffnung 39 wirkt somit als eine Führungsstelle
für den Aus- oder Durchtritt des Zugfadens 16 durch den ersten plattenförmigen Körper
12.
[0088] Aus der Draufsicht von Fig. 1 ist zu erkennen, dass bei dieser Anordnung von erstem
und zweitem plattenförmigem Körper 12 und 14 die vier Öffnungen 36, 37, 38, 39 an
den Ecken eines Rechteckes liegen.
[0089] Die beiden Öffnungen 37 und 38 in dem zweiten plattenförmigen Körper 14 wirken als
Widerlager 33 und 34, wenn auf den Zugfaden 16 über die Spannvorrichtung 18 eine Zugkraft
ausgeübt wird.
[0090] Die plattenförmigen Körper können noch mehrere solche Öffnungen aufweisen, somit
als Lochplatten hergestellt sein, so dass je nach den Gegebenheiten unterschiedliche
Öffnungen für die Fadenführung herangezogen werden können. Somit kann ein plattenförmiger
Körper mit einem vielzahligen Lochmuster für unterschiedlich große oder ausgeformte
Läsionen herangezogen werden.
[0091] Dies erfolgt dann, wenn bei dem in Fig. 1 dargestellten Zusammenbau der Vorrichtung
10 der Drehknopf 20 im Uhrzeigersinn bewegt wird, wie das durch einen Pfeil angedeutet
ist. Da beide Fadenenden 41 und 40 auf dem ersten plattenförmigen Körper 12 fixiert
sind, verursacht die Zugkraft, dass die beiden plattenförmigen Körper 12 und 14 aufeinander
zu bewegt werden, so dass ein Zustand erreicht wird, wie er in Fig. 2 dargestellt
ist.
[0092] Das heißt, beide plattenförmigen Körper 12 und 14 haben sich aufeinander zu bewegt,
wie das durch die Pfeile 57 und 59 in Fig. 2 angedeutet ist.
[0093] Die in der jeweiligen Bewegungsrichtung (Pfeile 57 und 59) der plattenförmigen Körper
12 und 14 "dahinter" gelegenen Hautbereiche 54 und 56 werden dabei gedehnt, was der
wesentliche Zweck der Vorrichtung 10 ist.
[0094] Zugleich wird, wie das insbesondere aus Fig. 2 und 4 ersichtlich ist, der zwischen
den aufeinander zu laufenden Kanten der plattenförmigen Körper 12 und 14 gelegene
Bereich der Haut, nämlich der Bereich der Läsion 52, gestaucht bzw. gequetscht. Bei
der Exzision kann dann dieser Bereich einfach ergriffen und abgetrennt werden.
[0095] Der Übergang von Fig. 1 zu Fig. 2 kann sukzessive innerhalb weniger Tage erreicht
werden, indem nach und nach der Drehknopf 20 immer weiter im Uhrzeigersinn bewegt
wird.
[0096] Bezüglich der näheren konstruktiven Ausgestaltung der Spannvorrichtung 18 wird ausdrücklich
auf die Spannvorrichtung wie sie aus der
DE 103 49 953 A1 beschrieben ist, Bezug genommen, d.h. die dort beschriebene Konstruktion wird explizit
als Offenbarung in die vorliegende Anmeldung übernommen. Somit ist auch ein hier nicht
näher dargestellter Rastmechanismus vorhanden, der verhindert, dass sich der Drehknopf
20 aufgrund der Spannkraft entgegen dem Uhrzeigersinn dreht.
[0097] Nachdem einem Patienten die beiden plattenförmigen Körper 12 und 14 in der in Fig.
1 dargestellten Weise platziert wurden und durch den Zugfaden 16 sowohl an der Haut
42 als auch untereinander verbunden worden sind, wird vom Arzt ein bestimmtes Regime
vorgegeben, wie viel und wie oft er in den nächsten Tagen den Drehknopf 20 bewegen
soll, bis der in Fig. 2 dargestellte Zustand erreicht wird.
[0098] Da dazu keine weiteren Eingriffe im Körper notwendig sind und der Drehknopf 20 vom
Patienten einfach zugänglich ist, kann er das selbst ohne ärztliche Unterstützung
durchführen.
[0099] Während der Exzision der Läsion werden dann die plattenförmigen Körper 12 und 14
wieder abgenommen, wozu der Zugfaden 16 aufgetrennt und verworfen wird. Nach einer
Reinigung und Sterilisierung ist die Vorrichtung 10 für einen weiteren Einsatz bereit.
[0100] In Fig. 5 ist ein zweites Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Vorrichtung
gezeigt, die in ihrer Gesamtheit mit der Bezugsziffer 60 bezeichnet ist.
[0101] Auch diese Vorrichtung 60 arbeitet prinzipiell gleich wie das zuvor beschriebene
erste Ausführungsbeispiel und wird dementsprechend an der Haut 74 eines Patienten
fixiert.
[0102] Im Gegensatz zu der zuvor beschriebenen Vorrichtung 10 ist bei der Vorrichtung 60
ein relativ großer erster plattenförmiger Körper 62 vorhanden, der ebenfalls rechteckförmig
ist und an einer Seite einer relativ langen Läsion 72 angelegt wird.
[0103] Im Gegensatz zum zuvor beschriebenen Ausführungsbeispiel sind auf der dem ersten
plattenförmigen Körper 62 gegenüberliegenden Seite der Läsion zwei plattenförmige
Körper 64 und 66 angelegt, die etwa nur halb so groß wie der erste plattenförmige
Körper 62 sind. Aus Fig. 5 ist zu erkennen, dass die Läsion eine gekrümmte Kontur
hat, so dass die beiden Kanten des zweiten und dritten plattenförmigen Körpers 64
und 66, die der an der Läsion 72 anliegenden Kante des ersten plattenförmigen Körpers
62 gegenüber liegen, somit schräg zu dieser Kante verlaufen.
[0104] Der zweite plattenförmige Körper 64 ist wie zuvor beschrieben über einen Zugfaden
68 mit dem ersten plattenförmigen Körper 62 verbunden. Der dritte plattenförmige Körper
66 ist über einen weiteren Zugfaden 69 mit dem ersten plattenförmigen Körper 62 verbunden.
[0105] Auch hier ist dann die Fadenführung wieder so, dass an einer Fixierstelle 76 ein
erstes Ende des Zugfadens 68 fixiert ist, dieser durch eine erste Öffnung 77 durch
den ersten plattenförmigen Körper 62 hindurch und subkutan dann zu einer ersten Öffnung
79 im zweiten plattenförmigen Körper 64 geführt ist. Dieser Zugfaden 68 wird dann
wie zuvor beschrieben über die Oberseite des zweiten plattenförmigen Körpers 64 zu
der zweiten Öffnung 80 geführt und dann wieder durch die Platte hindurch und subkutan
zu der Öffnung 78 im ersten plattenförmigen Körper 62 geführt. Von dieser Öffnung
wird dann das Fadenende zu einer Spannvorrichtung 70 geführt, dort fixiert und aufgefädelt.
[0106] Entsprechend wird der zweite Zugfaden 69 von einer Fixierstelle 81 über eine Öffnung
82 in dem ersten plattenförmigen Körper 62 subkutan zu einer ersten Öffnung 84 im
dritten plattenförmigen Körper 66 geführt, dort über dessen Oberfläche zu der zweiten
Öffnung 85 im dritten plattenförmigen Körper 66 geführt und durch diesen hindurchgeführt
und anschließend subkutan zu einer vierten Öffnung 83 im ersten plattenförmigen Körper
62 geführt. Aus dieser Öffnung 83 tritt der zweite Zugfaden 69 aus und wird ebenfalls
der Spannvorrichtung 70 zugeführt.
[0107] Durch Drehen der Spannvorrichtung 70 im Uhrzeigersinn, wie das durch einen Pfeil
angedeutet ist, werden beide Zugfäden 68 und 69 gespannt bzw. aufgewickelt, so dass
auf beide plattenförmigen Körper 64 und 66 eine Zugkraft ausgeübt wird. Auch hier
dienen wieder die Öffnungen 79 und 80 bzw. 84 und 85 in den plattenförmigen Körpern
64 und 66 als entsprechende Widerlager. Auch hier erfolgt ein Aufeinanderzubewegen
von dem erstem plattenförmigen Körper 62 einerseits und den beiden plattenförmigen
Körpern 64 und 66 andererseits, wodurch dann die gewünschte Hautdehnung erzielt wird.
[0108] Das Funktionsprinzip ist dasselbe wie zuvor beschrieben, es werden hier eben nur
aufgrund der Geometrie der Läsion mehrere Gegenkörper in Form der plattenförmigen
Körper 64 und 66 eingesetzt.
[0109] Es ist einleuchtend, dass bei entsprechend längeren oder anderen Ausformungen einer
Läsion 72 auch mehr als zwei oder geometrisch anders geformte plattenförmige Körper
64 und 66 eingesetzt werden können.
[0110] Es ist auch möglich, an die relativ lang verlaufende Läsion 72 von Fig. 5 zwei Vorrichtungen
10, wie sie zuvor beschrieben sind, anzulegen.
[0111] Es ist zu sehen, dass hier sehr viele konstruktive Ausgestaltungen möglich sind,
um möglichst individuell auf die Beschaffenheit der Haut und der Läsion anpassen zu
können, wobei immer dasselbe Grundprinzip zugrunde liegt.
[0112] Bei den in Fig. 6 dargestellten weiteren Ausführungsbeispielen ist auf der oberen
Hälfte eine Vorrichtung 90 dargestellt, die im Prinzip zunächst einmal so aufgebaut
ist, wie das Ausführungsbeispiel von Fig. 1, d.h. es ist ein erster plattenförmiger
Körper 92 vorhanden, dem ein zweiter plattenförmiger Körper 94 gegenüberliegt. Im
Gegensatz zu dem ersten Ausführungsbeispiel sind hier beim dritten Ausführungsbeispiel
zwei separate Zugfäden 96 und 97 vorhanden, die jeweils auf ein und dieselbe Spannvorrichtung
98 auf den ersten plattenförmigen Körper 92 zugeführt werden. Die jeweils anderen
Enden der Zugfäden 96 und 97 sind an den entsprechenden Öffnungen 93 und 95 im zweiten
plattenförmigen Körper 94 fixiert, beispielsweise durch einen Knoten.
[0113] Bei der in Fig. 1 dargestellten ersten Ausgestaltung mit nur einem einzigen Zugfaden
läuft der Zugfaden 16 beim Spannen über die Oberseite 25 des zweiten plattenförmigen
Körpers 14. Das heißt, ein solcher Abschnitt des Zugfadens 16 tritt über die Öffnung
38 durch den zweiten plattenförmigen Körper 14 hindurch und in das subkutane Gewebe
hinein.
[0114] Daher müssen entsprechende Maßnahmen vorgesehen sein, dass dieser Fadenabschnitt
zwischen den Widerlagern bzw. Öffnungen 37 und 38 nicht kontaminiert und gegebenenfalls
eine Infektion verursachen kann. Es müssen entsprechende Desinfektions- oder Abdeckmaßnahmen
oder im zweiten plattenförmigen Körper 14 ein innerer Kanal vorgesehen sein, in dem
der Fadenabschnitt steril geführt ist, um ein solches Infektionsrisiko zu minimieren.
[0115] Bei der in Fig. 6 auf der oberen Hälfte gezeigten Konstruktion entfällt dieses, da
hier zwei separate Zugfäden 96 und 97 vorhanden sind, deren jeweils eines Ende an
den Öffnungen 93 und 95 fixiert sind.
[0116] In Fig. 6 ist an der unteren Hälfte ein viertes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung 100 dargestellt, die im Prinzip gleich wie die Vorrichtung 90 und auch
die zuvor beschriebenen Vorrichtungen aufgebaut und an der Haut befestigt wird, mit
dem Unterschied, dass die beiden einzelnen Zugfäden 106, 108 jeweils einer einzelnen
Spannvorrichtung 107, 109 auf dem ersten plattenförmigen Körper 102 zugeführt werden.
Dadurch ist es möglich, über die Spannvorrichtung 107 auf den Zugfaden 106 eine andere
Zugkraft auszuüben als mit der Spannvorrichtung 109 auf den Zugfaden 108, mit der
Folge, dass der zweite plattenförmige Körper 104 beispielsweise im Laufe der Bewegung
gekippt oder schräg gestellt werden kann, wenn das aus bestimmten Gründen sinnvoll
oder notwendig sein sollte, um die gewünschte Hautdehnung zu erzielen.
[0117] Zusammenfassend ist zu sagen, dass zahlreiche Ausgestaltungen der erfindungsgemäßen
Vorrichtung möglich sind, um individuell an die örtlichen Gegebenheiten im Bereich
der Haut und der Läsion anzupassen, alle aber einem gleichen Grundprinzip unterliegen.
[0118] Dieses Grundprinzip ist der einfache Aufbau durch die plattenförmigen Körper und
das einfache Fixieren dieser Körper an der Haut und Verbinden untereinander über die
subkutane Fadenführung.
1. Vorrichtung zum Dehnen von Gewebebereichen (54, 56), mit zumindest einem ersten plattenförmigen
Körper (12, 62, 92, 102), und mit zumindest einem zweiten plattenförmigen Körper (14,
64, 94, 104), die gegenüberliegend am Gewebe anordenbar sind, mit zumindest einem
Zugfaden (16; 68, 69; 96, 97; 106, 108), der die beiden plattenförmigen Körper (12,
62, 92, 102; 14, 64, 94, 104) untereinander verbindet, ferner mit zumindest einer
Spannvorrichtung (18, 70, 98, 107) auf zumindest einem der beiden plattenförmigen
Körper (12, 62, 92, 102; 14, 64, 94, 104) zum Beaufschlagen des zumindest einen Zugfadens
(16; 68, 69; 96, 97; 106, 108) mit einer Zugkraft, wodurch die beiden plattenförmigen
Körper (12, 62, 92, 102; 14, 64, 94, 104) aufeinander zu bewegbar sind, und mit einer
Fadenführung, über die die beiden plattenförmigen Körper (12, 62, 92, 102; 14, 64,
94, 104) zugkraftschlüssig untereinander verbindbar sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Fadenführung auf dem plattenförmigen Körper, der dem mit einer Spannvorrichtung
gegenüberliegt, zwei seitlich voneinander beabstandete Widerlager (33, 34) aufweist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Fadenführung an dem plattenförmigen Körper (12), der eine Spannvorrichtung (18)
trägt, zumindest eine Führungsstelle (35) aufweist, über die der Zugfaden (16) der
Spannvorrichtung (18) zuführbar ist und dort an einem ersten Ende (41) aufwickelbar
ist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Fadenführung an dem plattenförmigen Körper (12), der eine Spannvorrichtung (18)
trägt, eine Fixierstelle (32) für ein zweites Ende (40) des Zugfadens (16) aufweist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Widerlager (33, 34) auf dem einen plattenförmigen Körper (14) und eine Führungsstelle
(35) und eine Fixierstelle (32) am anderen plattenförmigen Körper (12) an den Ecken
eines Viereckes liegen.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Widerlager (33 und 34) und die Fixierstelle (32) und die Führungsstelle (35)
als Öffnungen (36 bis 39) in den plattenförmigen Körper (12, 14) ausgebildet sind,
über die der zumindest eine Zugfaden (16) durch die Plattenebene (28) hindurchführbar
ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass auf einer Seite mehr als ein plattenförmiger Körper (64, 66) vorhanden ist, die jeweils
mit einem gegenüberliegend angeordneten plattenförmigen Körper (62) über jeweils einen
Zugfaden (68, 69) verbunden sind.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass ein plattenförmiger Körper (62) eine Spannvorrichtung (70) aufweist, und dass dieser
plattenförmige Körper (62) mit mehreren plattenförmigen Körpern (64, 66) auf einer
gegenüberliegenden Seite über jeweils einen Zugfaden (68, 69) in Verbindung steht
und dass die Zugfäden (68, 69) der mehreren plattenförmigen Körper (64, 66) zu einer
einzigen Spannvorrichtung (70) durch die Fadenführung geführt sind und von dieser
einzigen Spannvorrichtung (70) gleichzeitig spannbar sind.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass zwei gegenüberliegende plattenförmige Körper (92, 94; 102, 104) über jeweils zwei
separate Zugfäden (96, 97; 106, 108) untereinander verbunden sind.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die separaten Zugfäden (96, 97) von der Fadenführung einer einzigen Spannvorrichtung
(98) zugeführt werden und von dieser spannbar ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass jedem separaten Zugfaden (106, 108) eine separate Spannvorrichtung (107, 109) zugeordnet
ist.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass zwei gegenüberliegende plattenförmige Körper (12, 62, 92, 102; 14, 64, 94, 104) in
deren Plattenebene (28) aufeinander zu bewegbar sind.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass der zumindest eine erste plattenförmige Körper (12, 62, 92, 102) an einer Seite eine
Läsion (52, 57) auf die Haut (42, 74) legbar ist, und der zumindest zweite plattenförmige
Körper (14, 64, 94, 104) an einer anderen, gegenüberliegenden Seite der Läsion (52,
72) auf die Haut (42, 72) legbar ist und dass die beiden plattenförmigen Körper (12,
62, 92, 102; 14, 64, 94, 104) jeweils mit der Haut verbindbar sind und außerdem subkutan
untereinander verbindbar sind.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die plattenförmigen Körper eine gekrümmte Plattenebene aufweist, die einer Krümmung
des Gewebes angepasst ist.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die plattenförmigen Körper aus einem formbaren Material bestehen.
16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Spannvorrichtung (18, 70, 98, 107, 109) drehbar ist, wobei zumindest ein Zugfaden
aufwickelbar ist.
17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Spannvorrichtung einen Rastmechanismus aufweist, der ein Drehen der Spannvorrichtung
entgegen einer Zugfadenspannkraft sperrt.
18. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Spannvorrichtung von einer Seite eines plattenförmigen Körpers vorsteht.