[0001] Die Erfindung betrifft einen Schraubenkompressor mit zwei in einem Rotorgehäuse achsparallel
drehbar gelagerten Schraubenrotoren, von denen jeder einen Profilabschnitt mit schraubenförmig
verlaufenden Rippen und Nuten aufweist. Die Rotoren greifen mit ihren Rippen und Nuten
kämmend und abdichtend ineinander, und in Betrieb werden zwischen ihnen und dem Rotorgehäuse
eingeschlossene Gasvolumina gefördert und verdichtet. Ein solcher schraubenkompressor
ist aus der
US3986801 bekannt, die als nächstliegender Stand der Technik angesehen wird.
[0002] Bei der Gestaltung der Profile derartiger Schraubenrotoren ging das Bestreben bisher
dahin, bei gegebenem Außendurchmesser der Rotorprofile möglichst große Volumina für
das zwischen den Rotoren und dem Rotorgehäuse eingeschlossene, zu verdichtende Gasvolumen
bereitzustellen, d. h. eine möglichst große volumetrische Ausnutzung des Rotorprofiles
zu erzielen.
[0003] Im Gegensatz dazu zielt die vorliegende Erfindung darauf ab, einen Schraubenkompressor
zur Verfügung zu stellen, der sich für die Verdichtung von Gas auf sehr hohe Drücke,
typischerweise im Bereich von 30 bis 50 bar, eignet und der insbesondere als letzte
Stufe eines mehrstufigen, insbesondere dreistufigen Kompressoraggregats betrieben
werden kann. Bei derart hohen Drücken sind die Rotoren durch das zwischen ihnen und
dem Gehäuse unter hohem Druck eingeschlossene Gasvolumen starken queraxialen Kräften
ausgesetzt, die im Sinne einer Durchbiegung der Rotoren wirken. Dies kann zu einer
Beeinträchtigung der Abdichtung zwischen den Rotoren und damit zu einem Verlust an
Wirkungsgrad führen. Auch kann wegen der Durchbiegung der Rotoren der radiale Spalt
zwischen den Rotoren und dem Rotorgehäuse nicht so klein bemessen werden, wie dies
zur Erzielung einer guten Abdichtung und eines hohen Wirkungsgrades wünschenswert
wäre.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es daher, einen Schraubenkompressor anzugeben, der sich
vor allem für den Betrieb bei hohen Verdichtungsdrücken eignet.
[0005] Die erfindungsgemäße Lösung der Aufgabe ist im Anspruch 1 angegeben. Der Unteranspruch
bezieht sich auf eine vorteilhafte weitere Ausgestaltung der Erfindung.
[0006] Es wurde gefunden, dass die in den Ansprüchen angegebene Gestaltung der Rotoren zu
einem besonders günstigen Verhältnis zwischen einerseits der Biegesteifigkeit der
Rotoren und andererseits der Größe des in den Schraubennuten der Rotoren eingeschlossenen
komprimierten Gasvolumens, das die Biegekräfte verursacht, führt.
[0007] Eine Ausführungsform der Erfindung wird im Folgenden anhand der Zeichnungen näher
erläutert. Es zeigt
- Figur 1
- eine teilweise geschnittene Ansicht eines erfindungsgemäßen Schrauben- kompressors.
- Figur 2
- eine perspektivische Darstellung der Rotoren des Schraubenkompressors gemäß Figur
1.
- Figur 3
- das Rotorprofil der beiden Rotoren im achssenkrechten Querschnitt.
[0008] Der in Figur 1 als Ausführungsbeispiel gezeigte Schraubenkompressor hat ein im Schnitt
dargestelltes Rotorgehäuse 1, in welchem zwei Rotoren 3 und 5 parallelachsig drehbar
gelagert sind. Die Drehachsen der Rotoren 3, 5 liegen in einer gemeinsamen vertikalen
Ebene, die auch die Schnittebene für die Darstellung des Rotorgehäuses 1 ist. Jeder
Rotor hat einen Profilabschnitt 7 bzw. 9, der ein Profil mit schraubenförmig verlaufenden
Rippen bzw. Nuten aufweist, wobei die Rippen und Nuten der beiden Profilabschnitte
7, 9 kämmend ineinander greifen. An die Profilabschnitte 7, 9 schließen sich Wellenzapfen
7a, 7b, 9a, 9b an, mit deren Umfangsfläche Dichtungsringe 11 zusammenwirken, um den
Rotor im Rotorgehäuse 1 abzudichten. Die Wellenzapfen 7a, 7b, 9a, 9b sind ferner durch
Lager 13, 15 in dem Rotorgehäuse 1 drehbar gelagert.
[0009] Der in Figur 1 obere Rotor 3 ist der Hauptläufer und weist an seinem in Figur 1 linken
Ende eine Verlängerung 7c seines Wellenzapfens auf, die zur Aufnahme eines Antriebszahnrades
(nicht dargestellt) bestimmt ist, das mit einem entsprechenden Zahnrad eines Antriebsgetriebes
(nicht dargestellt) kämmt, um den Rotor 3 zur Drehung anzutreiben. An dem in Figur
1 rechten Ende weisen die beiden Rotoren 3, 5 zwei miteinander kämmende Zahnräder
17, 19 auf, die ein Synchronisiergetriebe bilden, das die Drehung von dem oberen Rotor
3 auf den unteren Rotor 5, der der Nebenläufer ist, im gewünschten Drehzahlverhältnis
überträgt und dafür sorgt, dass die Profilabschnitte 7, 9 der Rotoren berührungsfrei
ineinandergreifen.
[0010] Der beschriebene Schraubenkompressor ist vorzugsweise trockenlaufend, das heißt dem
Verdichterraum wird kein Öl für Schmierung, Kühlung oder Abdichtung zugeführt. Die
Rotorprofile greifen berührungsfrei und trotzdem abdichtend ineinander. Dies ist für
alle Anwendungen vorteilhaft, bei denen es auf völlige Ölfreiheit des verdichteten
Gases ankommt. Öl wird nur außerhalb des Verdichterraums, d. h. außerhalb des durch
die Dichtungen 11 abgedichteten Bereichs, z. B. zur Schmierung des (nicht dargestellten)
Antriebsgetriebes, der Lager 13, 15 und des Gleichlaufgetriebes 17, 19 zugeführt.
[0011] In Figur 2 sind die beiden Rotoren 3, 5 des Schraubenkompressors von Figur 1 gesondert
perspektivisch dargestellt. Man erkennt aus Figur 2, dass der Rotor 3, der der Hauptläufer
ist, einen Profilabschnitt 7 aufweist, dessen Profil von sechs schraubenförmig verlaufenden
Rippen 7' gebildet wird. Der untere Rotor 5, der der Nebenläufer ist, hat einen Profilabschnitt
9 mit einem Profil, das von acht schraubenförmig verlaufenden Rippen 9' gebildet wird.
Die Summe der Anzahlen der schraubenförmigen Rippen 7', 9' der beiden Rotoren, d.
h. die Summe der "Zähnezahlen", beträgt somit 14.
[0012] Ferner sind in Figur 2 die an den Profilabschnitt 7 bzw. 9 jedes der Rotoren 3, 5
beiderseits anschließenden Bereiche 7a, 7b, 9a, 9b der Wellenzapfen mit einem Durchmesser
(D, D') dargestellt, der mehr als die Hälfte des Außendurchmessers des jeweiligen
Profilabschnitts beträgt.
[0013] Figur 3 zeigt die Profilabschnitte 7, 9 der beiden Rotoren im achssenkrechten Schnitt.
Das Profil 7 des Hauptläufers weist sechs schraubenförmige Rippen 7' auf, die durch
Nuten 7" voneinander getrennt sind. Die Kopfflächen der Rippen 7' liegen auf dem äußeren
Hüllkreis Ka des Profils mit dem Durchmesser Da. Die Bodenflächen der Nuten 7" liegen
auf dem Innenkreis Ki mit dem Durchmesser Di. Der radiale Abstand zwischen den Kreisen
Ka und Ki wird als Rippenhöhe oder Zahnhöhe H bezeichnet. Diese ist nicht größer,
vorzugsweise kleiner als das 0,15-fache des Durchmessers Da des Außenkreises Ka. Dasselbe
gilt für die acht Rippen 9' und die sie trennenden Nuten 9" des unteren Rotors (Nebenläufers)
9, d. h. auch hier ist die Zahnhöhe H nicht größer als das 0,15-fache des Profilaußendurchmessers
Da.
[0014] Bei Betrieb des in Figur 1 gezeigten Schraubenkompressors wird seinem Ansaugraum
10, der angrenzend an das in Figur 1 linke Ende der Profilabschnitte 7, 9 in dem Rotorgehäuse
1 ausgebildet ist, das zu verdichtende Gas, insbesondere Luft zugeführt, das vorzugsweise
von einer oder mehreren vorgeschalteten Kompressorstufen (nicht dargestellt) bereits
auf einem Zwischendruck vorverdichtet ist, beispielsweise auf einen Druck im Bereich
von 10 bis 15 bar, vorzugsweise 12 bar. Dieses vorverdichtete Gas wird durch die Profilabschnitte
7, 9 der beiden Rotoren 3, 5 in Figur 1 nach rechts zu einem (nicht dargestellten)
Auslass gefördert und dabei auf einen Enddruck verdichtet, der vorzugsweise im Bereich
von 30 bis 50 bar, insbesondere bei ca. 40 bar liegt. Die Rotoren des Schraubenkompressors
sind so gestaltet, dass sie in hohem Maße unempfindlich gegen die vom komprimierten
Gas bei diesen hohen Drücken erzeugten queraxialen Kräfte sind.
1. Schraubenkompressor mit zwei drehbar gelagerten, gegensinnig antreibbaren Rotoren
(3, 5), die über einen Abschnitt ihrer Länge ein Profil (7, 9) mit schraubenförmigen
Rippen (7', 9') und Nuten aufweisen und mit diesen Rippen und Nuten kämmend und abdichtend
ineinandergreifen, wobei die Summe der Anzahlen der schraubenförmigen Rippen (7',
9') der beiden Rotoren mindestens 14 beträgt, und wobei jeder Rotor an den Profilabschnitt
angrenzende Wellenzapfen (7a, 7b, 9a, 9b) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die Rippenhöhe jedes Rotors (3, 5) nicht größer als das 0,15-fache des Profilaußendurchmessers
(Da) des Rotors ist und dass der Durchmesser (D, D') jedes Wellenzapfens in dem an
den Profilabschnitt (7, 9) angrenzenden Bereich nicht kleiner als die Hälfte des Profilaußendurchmessers
(Da) ist.
2. Schraubenkompressor nach Anspruch 1, wobei einer Rotoren der Hauptläufer (3) und der
andere Rotor der Nebenläufer (5) ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Profil (7) des Hauptläufers sechs Rippen (7') und das Profil (9) des Nebenläufers
acht Rippen (9') aufweist.
1. A screw compressor with two rotatably mounted rotors (3,5) which can be driven in
opposite directions and which have over a portion of their length a profile (7,9)
with helical ribs (7',9') and grooves, and are in intermeshing and sealing engagement
with these ribs and grooves, wherein the sum of the numbers of the helical ribs (7',9')
of the two rotors amounts to at least 14, and wherein each rotor has shaft journals
(7a,7b,9a,9b) adjoining the profile portion, characterised in that the rib height of each rotor (3,5) is not greater than 0.15 times the profile outer
diameter (Da) of the rotor, and in that the diameter (D,D') of each shaft journal in the region adjoining the profile portion
(7,9) is not less than half the profile outer diameter (Da).
2. A screw compressor according to Claim 1, wherein one rotor is the main rotor (3) and
the other rotor is the secondary rotor (5), characterised in that the profile (7) of the main rotor has six ribs (7') and the profile (9) of the secondary
rotor has eight ribs (9')
1. Compresseur à vis avec deux rotors (3, 5) logés de manière rotative, pouvant être
entraînés en sens inverse, qui présentent, sur une section de leur longueur, un profilé
(7, 9) avec des nervures hélicoïdales (7', 9') et des rainures et qui s'engagent l'un
dans l'autre avec ces nervures et rainures de manière étanche comme un peigne, la
somme des nombres des nervures hélicoïdales (7', 9') des deux rotors s'élevant au
moins à 14, et chaque rotor présentant des tourillons (7a, 7b, 9a, 9b) contigus à
la section de profilé, caractérisé en ce que la hauteur de nervures de chaque rotor (3, 5) n'est pas supérieure à 0,15 fois le
diamètre extérieur de profilé (Da) du rotor et en ce que le diamètre (D, D') de chaque tourillon dans la zone contiguë à la section de profilé
(7, 9) n'est pas inférieur à la moitié du diamètre extérieur de profilé (Da).
2. Compresseur à vis selon la revendication 1, un rotor étant le rotor principal (3)
et l'autre rotor étant le rotor secondaire (5), caractérisé en ce que le profilé (7) du rotor principal présente six nervures (7') et le profilé (9) du
rotor secondaire présente huit nervures (9').