[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein System und Komponenten zur Bereitstellung
einer diagnostischen oder therapeutischen Substanzverbindung und insbesondere zur
Bereitstellung einer eine kurzlebige Substanz enthaltenden diagnostischen oder therapeutischen
Substanzverbindung sowie ein entsprechendes Verfahren.
[0002] Bei bestimmten Behandlungen, d.h. therapeutischen und diagnostischen Anwendungen
werden diagnostische oder therapeutische Substanzverbindungen verwendet, die kurzlebige
Substanzen, wie beispielsweise kurzlebige chemische Stoffe, lebende Zellen, Eiweiße
oder radioaktive Substanzen enthalten.
[0003] Für viele, kurzlebige Substanzen umfassende Behandlungen kann ein im wesentlichen
allgemein gültiges Schema von Prozeßschritten von der Patientendiagnose bis zur Verabreichung
eines Medikamentes und der abschließenden Diagnostik der durchgeführten Therapie festgelegt
werden.
[0004] Typischerweise umfassen die Prozeßschritte nach einer Diagnose und Entscheidung für
eine bestimmte Behandlung und der entsprechenden Planung die Herstellung eines Medikaments
durch Zusammenführen mehrerer für die Behandlung benötigter und dazu entwickelter
Substanzen, die Qualitätskontrolle des hergestellten Medikaments, die Überführung
des Medikaments in eine Darreichungsform und die Verabreichung des Medikaments.
[0005] Im Rahmen der anhand der Patientendiagnose festgelegten Behandlung werden Daten,
wie beispielsweise bezüglich der Konstitution des Patienten, des Erkrankungsbildes,
der Ausprägung der genetischen Expression bestimmter Targets und damit der Anwendbarkeit
bestimmter zielgerichteter Behandlungsformen, der Art und Strategie der Behandlung,
Frequenz und Häufigkeit der Behandlung und den dabei zu verabreichenden Einzeldosen
von Medikamenten oder diagnostischen Substanzen sowie der notwendigen Kontrolle und
Nachsorge generiert.
[0006] Diese Daten werden bisher in der Regel "manuell" erfaßt und in ggf. auf einem Computer
gespeicherten Patientenakten abgelegt.
[0007] Als nächster Schritt erfolgt die Herstellung der Ausgangsstoffe bzw. Substanzen für
das Medikament, die beispielsweise chemisch und/oder biologisch kurzlebige oder radioaktive
Ausgangsstoffe, jedoch auch andere, zeitlich im wesentlichen stabile biologische oder
chemische Stoffe umfassen können. Insbesondere radioaktive Isotope werden in der Regel
bei unterschiedlichen Herstellern und häufig in Forschungsanstalten hergestellt, wobei
für medizinische Anwendungen hohe Anforderungen an die chemische und radiochemische
Einheit gestellt werden und die Produktion aufgrund gesetzlicher Vorschriften unter
Umgebungen gemäß cGMP-Standards oder unter Verwendung vergleichbarer Methoden stattfinden
und die Herstellung qualitativ überwacht und dokumentiert werden muß.
[0008] Isotope mit Halbwertszeiten im Bereich mehrerer Tage oder Wochen werden direkt in
Gebinden geliefert, während Isotope mit kürzeren Halbwertszeiten nur vor Ort mit Hilfe
eines Beschleunigers, Reaktors oder von Generatoren gewonnen werden können, die ein
radioaktives Mutterisotop enthalten und die zerfallenen, gewünschten Tochterisotope
auf physikalischchemischen Weg bereitstellen.
[0009] Aufgrund des radioaktiven Zerfalls, der daraus entstehenden Strahlendosis wie auch
aufgrund des entstehenden Gleichgewichts zwischen Mutter- und Tochterisotopen sind
die aus den Generatorsystemen erhältlichen Mengen der radioaktiven Isotope in der
Regel begrenzt. Aufgrund der zeitlichen Veränderlichkeit dieser Stoffe wie auch anderer
zur Herstellung von Medikamenten verwendeter, zeitlich veränderlicher Stoffe ist eine
exakte Planung der Behandlungen im Sinne einer optimalen Ausnutzung der zur Verfügung
stehenden Strahlungsdosis notwendig.
[0010] Die Herstellung von zeitlich im wesentlichen stabilen, biologischen und chemischen
Grundstoffen, die für die Herstellung eines Medikaments ebenfalls notwendig sein können,
erfolgt in der Regel gemäß der herkömmlichen Arzneimitteltechnologie. Da die Verfallszeiten
hinsichtlich der Qualität und Sterilität dieser Grundstoffe deutlich über den Halbwertszeiten
der eingesetzten Isotope bzw. anderen chemisch oder biologisch zeitlich instabilen
Substanzen liegen, ist eine ausreichende Vorratshaltung und rechtzeitige Nachbestellung
unproblematisch.
[0011] Die zur Herstellung des Medikaments notwendige Kombination der Ausgangsstoffe sowie
die Bindung oder der Einbau von Isotopen bzw. anderen zeitlich instabilen Substanzen
in das Medikament findet in der Regel mittels biochemischer und physikalischer Verfahren
im Labor einer Klinik statt. Die biochemischen Prozesse zur Herstellung des Medikaments
werden in der Regel manuell vom Klinikpersonal durchgeführt. Dies erfordert ein hohes
Maß an Konzentration, Übung und Schnelligkeit und damit insgesamt an Schulung, um
mit der nötigen Qualität und Sicherheit eine höchstmögliche Ausbeute eines radioaktiven
Isotops bzw. einer anderen zeitlich instabilen Substanz zu erzielen.
[0012] Die momentan gängige Vorgehensweise bedeutet jedoch hohe Verluste der zeitlich instabilen
Substanzen aufgrund mangelnder zeitlicher Koordination und der kurzen Lebensdauer
dieser Substanzen. Häufig kommt es auch aufgrund der lediglich manuellen Datenerfassung
zu einer mangelhaften Einbindung in eine Qualitätsüberwachung. Des weiteren bedeutet
die momentan gängige Praxis, bei der radioaktive oder giftige Substanzen manuell gehandhabt
werden, eine hohe Strahlen- und auch toxische Belastung und somit Sicherheitsrisiken
für das Personal.
[0013] Nach der Herstellung eines Medikaments ist zwingend eine Qualitätskontrolle erforderlich,
mit der z.B. sichergestellt werden kann, daß ein unschädlicher Grenzwert für radioaktive
Isotope unterschritten wurde und keine toxischen und entzündungsfördernden Substanzen
vorhanden sind. Ferner muß die genaue dem Patienten zu verabreichende Dosis ermittelt
werden.
[0014] Zur Überführung des Medikamentes in eine Darreichungsform unmittelbar vor der Verabreichung
des Medikaments werden derzeit mehrere Möglichkeiten angewandt, wie das Abfüllen in
ein Behältnis, aus dem wiederum Spritzen befüllt werden, die direkte Abfüllung in
vom Arzt verwendete Spritzen, die direkte Applikation mittels Katheter oder Nadel
und die direkte Produktion von einnehmbaren Gebinden, wie beispielsweise Tabletten
oder Kapseln. In vielen Fällen wird das Medikament in ein Glasgefäß gefüllt, das über
ein Septum entleert wird. Entsprechend der gängigen Praxis werden auch diese Schritte
manuell durchgeführt.
[0015] Bei den vorstehend geschilderten Prozeßschritten zur Herstellung und Anwendung eines
eine oder mehrere kurzlebige Substanzen enthaltenden Medikaments gemäß des Stands
der Technik bestehen mehrere im Folgenden zusammengefaßte Nachteile.
[0016] Die bei der Patientendiagnose entstehenden Daten, die alle erforderlichen diagnostischen
und therapeutischen Maßnahmen einschließlich der Art und des Umfangs der Behandlung
mit allen benötigten Medikamenten, der Strahlendosis und Verabreichungsart umfassen,
werden bisher lediglich manuell erfaßt und in Patientenakten abgelegt. Eine Verbindung
oder Rückkoppelung zwischen der Diagnose und der Fertigung des Medikaments besteht
entweder überhaupt nicht oder nur im Rahmen von individuell erstellten und auf einzelne
Kliniken zugeschnittenen Systemen.
[0017] Aufgrund der manuell erfaßten und daher häufig mangelhaften Datenbasis besteht derzeit
ein hoher Aufwand bei der Therapieplanung und Kapazitätsplanung. Alle im Rahmen der
Patientendiagnose erfaßten Daten haben jedoch das bisher ungenutzte Potential, zur
Produktionsplanung, Logistikplanung, Steuerung des Herstellungsprozesses hinsichtlich
der erforderlichen Menge, Konzentration und Qualität sowie der Behandlungsplanung
unter Berücksichtigung der einschränkenden Bedingungen im klinischen Umfeld beitragen
zu können. Eine einfache Änderung des Therapieplans während der Vorbereitungszeit,
wie beispielsweise zur Berücksichtigung der Veränderung der Konstitution eines Patienten,
ist bei der derzeit gängigen Vorgehensweise nur schwierig durchführbar.
[0018] Bezüglich der Herstellung und Versorgung mit kurzlebigen Bestandteilen eines Medikaments
bestehen Defizite aufgrund der zwischen den Herstellern und den Kliniken derzeit nicht
oder nur unzureichend existierenden Absprachen über den Verwendungszweck und die erforderlichen
Qualitätsstandards der gelieferten Produkte. Der Hersteller hat in der Regel kein
umfassendes Wissen über die Bedürfnisse der einzelnen Therapien.
[0019] Erfaßte Qualitätsdaten gehen unzureichend in die Fertigung des Medikaments ein. In
der Regel ist der im Kliniklabor mit der Fertigung befaßte Mitarbeiter eigenverantwortlich
dafür zuständig, diese Daten angemessen zu berücksichtigen.
[0020] Die Logistikkette hinsichtlich der erforderlichen Menge und Qualität sowie der automatischen
Nachbestellung ist nicht geschlossen, im allgemeinen nicht flächendeckend standardisiert
und insgesamt zu träge. Daher sind Bestellzeiten für die Substanzen von mehreren Wochen
die Regel.
[0021] Aufgrund der manuellen Dokumentation findet in der Regel die Qualitätskontrolle der
hergestellten Medikamente nur in einem unzureichenden Umfang statt und gestaltet sich
aufgrund der kurzen Halbwertszeit der Medikamente sehr schwierig.
[0022] Bei der Verabreichung der Medikamente entsteht trotz der Verwendung von Abschirmungen
eine relativ hohe Strahlenbelastung. Durch die für das Personal zulässige Gesamtstrahlenbelastung
wird wiederum die Zahl der Einzeldosen, die in einem Zeitintervall hergestellt und
verabreicht werden können, begrenzt. Die Verabreichung der korrekten Dosis liegt derzeit
in der Verantwortung des Personals und eine umfassende, fehlerfreie Qualitätssicherung
ist nicht gewährleistet.
[0023] US 5,415,843 offenbart eine Vorrichtung zur Herstellung von Radiopharmazeutika, die eine Bleikammer
und eine Ladevorrichtung umfasst, auf der ein chemisches System in der Form eines
Einweg-Kits montiert ist.
[0024] US 2004/0028573 A1 offenbart eine Vorrichtung zur Synthese radiopharmazeutischer Produkte basierend
auf in Flaschen enthaltenen chemischen Reagenzien, wobei die Vorrichtung mehrere Reaktionskammern,
Transfermittel zwischen den Flaschen und den Reaktionskammern sowie mechanische Mittel
aufweist, die auf die Transfermittel wirken und ermöglichen den Transfer von chemischen
Reagenzien zu überwachen und zu steuern.
[0025] Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ein System sowie Komponenten
desselben und ein entsprechendes Verfahren zur Bereitstellung einer diagnostischen
oder therapeutischen Substanzverbindung bereitzustellen, mit dem die Nachteile des
Stands der Technik vermindert beziehungsweise überwunden werden können und mit dem
eine bezüglich der Kosten, Qualitätssicherung und Dokumentation verbesserte Herstellung
von Substanzverbindungen bzw. Medikamenten und insbesondere solcher, die zeitlich
instabile Substanzen enthalten, erreicht werden kann.
[0026] Diese Aufgabe wird gelöst mit einem Therapiemodul gemäß Anspruch 1, einem Basismodul
gemäß Anspruch 6, einem System gemäß Anspruch 13 und einem Verfahren gemäß Anspruch
18.
[0027] Erfindungsgemäß wird ein Therapiemodul zur Bereitstellung einer diagnostischen oder
therapeutischen Substanzverbindung vorgesehen, umfassend zumindest zwei miteinander
verbindbare Behältnisse zur Aufnahme zumindest einer Substanz und Mittel oder einen
Teil eines Mittels zur Zuführung einer Menge der zumindest einen Substanz von einem
der Behältnisse in ein anderes Behältnis des Therapiemoduls.
[0028] Das erfindungsgemäße Therapiemodul eignet sich zur Aufbewahrung, Lieferung und Bereitstellung
einer oder mehrerer vorzugsweise zeitlich im wesentlichen unveränderlicher Substanzen
und beinhaltet des weiteren ein Behältnis, in dem Substanzen unmittelbar vor einer
Verabreichung an einen Patienten und insbesondere in einer Klinik mit einer oder mehreren,
insbesondere auch zeitlich instabilen und ggf. von außen zugeführten Substanzen zusammengebracht
bzw. vereinigt werden können. Es ist denkbar, das Therapiemodul zumindest in Teilen
wiederverwendbar oder als Wegwerfprodukt zu gestalten. Das Mittel zur Zuführung von
Substanzen von einem der Behältnisse in ein anderes Behältnis des Therapiemoduls hat
die Funktion, die Substanzen zwischen den Behältnissen zu befördern, kann dabei jedoch
auch zur Dosierung der Substanzen sowie zur Steuerung der Menge einer gegebenenfalls
von außen zugeführten weiteren Substanz verwendet werden.
[0029] Der chemisch/physikalische Aufbau des Therapiemoduls inklusive von Reservoirs, Pumpen,
weiterer Komponenten oder Teilen derselben kann mittels geeigneter Fertigungsmethoden
als ein Block hergestellt oder aus Standardkomponenten aufgebaut werden. Des weiteren
können geeignete Beschichtungen auf den Innenseiten der eingesetzten Komponenten verwendet
werden, um die Dosierung, Qualitätssicherung und die gegebenenfalls ablaufenden Reaktionen
zu beeinflussen.
[0030] Das erfindungsgemäße Therapiemodul bildet somit eine kostengünstig herstellbare,
für eine Vielzahl von Substanzverbindungen verwendbare, leere, teilweise oder vollständig
befüllt lieferbare Einrichtung zur Herstellung einer diagnostischen oder therapeutischen
Substanzverbindung unmittelbar am Ort der Verabreichung an einen Patienten, wobei
zeitlich veränderliche, physikalisch; chemisch oder biologisch instabile oder radioaktive
Substanzen unmittelbar vor der Verabreichung hinzugefügt werden können, so daß eine
bezüglich des Zustands der zeitlich veränderlichen Substanz bzw. der Strahlungsdosis
kontrollierte Herstellung auf im wesentlichen automatisierte Weise erfolgen kann und
eine Kontamination von Personen, wie z.B. von Klinikpersonal oder im Labor tätigen
Personen weitestgehend vermieden wird.
[0031] Bei den hergestellten bzw. verabreichten Substanzverbindungen können dabei alle arzneimittel-
und gesundheitstechnischen Anforderungen hinsichtlich der Sicherheit für den Patienten,
Stabilität und biologischen bzw. chemischen Halbwertszeit, insbesondere, wenn sie
zeitlich instabile Ausgangssubstanzen beinhalten, eingehalten werden.
[0032] Gemäß einer Ausführungsform weist das Therapiemodul mehrere Behältnisse auf, wovon
zumindest ein Behältnis unmittelbar mit zumindest zwei weiteren Behältnissen des Therapiemoduls
verbunden ist. Des weiteren kann zumindest eines der Behältnisse zumindest einen Zugang,
insbesondere für ein Sensormittel, insbesondere zur Durchführung qualitätssichemder
Maßnahmen, oder eine mechanische Schnittstelle zur Außenseite des Therapiemoduls aufweisen.
Bevorzugt wird von allen Herstellern von Grundsubstanzen und Therapiemodulen eine
im wesentlichen vereinheitlichte Form verwendet, bei der bestimmte Vorgaben, wie beispielsweise
die Abmessungen und der Ort der Zugänge zum Therapiemodul eingehalten werden und andere
Merkmale des Aufbaus, wie z.B. die Zahl der im Therapiemodul enthaltenen Behältnisse
und deren Anordnung sowie die Zahl und Art der im Therapiemodul vorgesehenen technischen
Komponenten variabel sind.
[0033] Gemäß einer weiteren Ausführungsform kann das Therapiemodul ein oder mehrere zumindest
einem Behältnis zugeordnete Pumpmittel, Dosiermittel als Mittel zur Zuführung einer
Menge der zumindest einen Substanz von einem der Behältnisse in ein anderes Behältnis
des Therapiemoduls und/oder Sensormittel oder Teile derselben umfassen. Werden lediglich
Teile des Dosiermittels, Sensormittels und/oder eines Pumpmittels im Therapiemodul
vorgesehen, und andere, wesentliche Teile dieser Mittel außerhalb und in einer, mit
einer Vielzahl von Therapiemodulen wiederverwendbaren Form, können die Herstellungskosten
des Therapiemoduls gesenkt werden, wird für das Therapiemodul lediglich ein kleinerer
Bauraum benötigt und weisen die einzelnen Therapiemodule lediglich eine kleinere Ausfallwahrscheinlichkeit
auf.
[0034] Gemäß einer weiteren Ausführungsform umfaßt das Therapiemodul ein Gehäuse, in dem
die Behältnisse aufgenommen sind, und Leitungen, mittels derer die Behältnisse miteinander
verbindbar sind. Dadurch kann eine Kontamination von mit der Handhabung der Module
befassten Personen durch darin enthaltene Substanzen vermieden werden. Es ist jedoch
auch denkbar, daß einige oder alle Behältnisse direkt, d.h. ohne zusätzliche Leitungen
miteinander verbunden sind.
[0035] Gemäß noch einer weiteren Ausführungsform ist das Therapiemodul extern ansteuerbar
und weist Mittel zum Empfang von Steuerungs- und/oder Stromversorgungssignalen für
die Mittel zur Zuführung einer Menge der zumindest einen Substanz von einem der Behältnisse
in ein anderes Behältnis des Therapiemoduls und/oder für ein Sensormittel auf. Dadurch
können teuere Steuerungseinrichtungen sowie die Stromversorgung extern vorgesehen
und mehrfach verwendet werden.
[0036] Gemäß der vorliegenden Erfindung wird des weiteren ein Basismodul zur Bereitstellung
einer diagnostischen oder therapeutischen Substanzverbindung bereitgestellt, die eine
Aufnahme für ein Therapiemodul und Mittel zur Steuerung eines oder mehrerer am Therapiemodul
vorgesehener Mittel zur Zuführung einer Menge einer Substanz von einem der Behältnisse
in ein anderes Behältnis des Therapiemoduls und/oder eines oder mehrere Sensormittel,
insbesondere zur Durchführung qualitätssichernder Maßnahmen umfaßt.
[0037] Das Basismodul dient in erster Linie der vorzugsweise automatischen Steuerung der
Herstellung einer Substanzverbindung in einem Therapiemodul, wobei es im Prinzip beliebig
oft wiederverwendet werden und mit einer Vielzahl, ggf. von unterschiedlichen Arzneimittelherstellern
und Zulieferer ggf. mit einer oder mehreren Grundsubstanzen bereitgestellten Therapiemodulen
gekoppelt werden kann. Durch Verwendung des erfindungsgemäßen Basismoduls in Verbindung
mit einem oder mehreren Therapiemodulen ist eine weitestgehend automatische, berührungsfreie
und mit kontrollierten Parametern erfolgende Herstellung von Substanzverbindungen
möglich, wobei insbesondere zeitlich instabile Substanzen am Ort des Basismoduls,
der vorzugsweise nahe am Verabreichungsort gewählt wird, unmittelbar bei der Herstellung
der Substanzverbindung und vor der Verabreichung des Medikaments in kontrollierter
Weise hinzugefügt werden können.
[0038] Gemäß einer weiteren Ausführungsform kann das Basismodul Mittel zur Erfassung zumindest
eines Parameters aus der Gruppe umfassend die Art, Menge, Temperatur, Strahlungsdosis,
das Strahlungsspektrum, die Restlebensdauer, insbesondere einer kurzlebigen Substanz,
die Verweildauer, Konzentration und den pH-Wert zumindest einer im Therapiemodul enthaltenden
Substanz umfassen. Damit kann eine kontrollierte Herstellung und Qualitätssicherung
der im Therapiemodul hergestellten Substanzverbindung bzw. Medikaments erfolgen. Derartige
Mittel können zusätzlich oder alternativ auch an anderen Modulen vorgesehen sein.
[0039] Das Basismodul weist gemäß einer weiteren Ausführungsform eine Datenverarbeitungseinheit
zur Prozeßsteuerung und ein Datenspeichermittel auf. Damit kann eine Verwaltung und
Speicherung der mit dem Basismodul erfaßten Daten, insbesondere bezüglich der Parameter
der zur Herstellung des Medikaments bzw. der Substanzverbindung verwendeten Substanzen
zum Zeitpunkt der Herstellung, wie auch extern zugeführter Daten, wie z.B. von Patientendaten
sowie die gesamte Therapie- und Kapazitätsplanung im Basismodul erfolgen. Das Basismodul
kann zur Einhaltung von Qualitätsanforderungen für die herzustellenden Substanzverbindungen
auch mit externen "Qualitätsdaten" von zentralen Datenbanken versorgt werden. Gemäß
einer weiteren Ausführungsform kann vorgesehen werden, daß das Basismodul Mittel zur
Steuerung der Zufuhr einer Substanz in das Therapiemodul von außerhalb, wie z.B. ein
oder mehrere Pump- oder Dosiermittel aufweist. Ferner kann das Basismodul Mittel zur
Steuerung eines oder mehrerer Zugänge oder Schnittstellen des Therapiemoduls aufweisen.
Dadurch können noch nicht im Therapiemodul enthaltene, zur Herstellung einer Substanzverbindung
erforderliche Substanzen und insbesondere zeitlich instabile Substanzen am Ort des
Basismoduls in kontrollierter Menge und kontrolliertem Zustand hinzugefügt werden.
[0040] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform umfaßt das Basismodul zumindest
einen Teil zumindest eines im Therapiemodul vorgesehenen Pumpmittels, Dosiermittels,
Sensormittels und/oder eine Auswerteelektronik des Sensormittels. Durch die Aufteilung
von Antriebs-, Steuerungs- und Energieversorgungseinheiten zwischen dem Therapiemodul
und dem Basismodul, wie beispielsweise durch Vorsehen eines Pumpenkopfes im Therapiemodul
und eines Pumpenmotors im Basismodul, einer Piezopumpe im Therapiemodul und der entsprechenden
Elektronik im Basismodul, eines Sensorkopfes im Therapiemodul und entsprechender Auswerteelektronik
im Basismodul können die Kosten des vorzugsweise als Wegwerfprodukt hergestellten
oder in Teilen wiederverwendbaren Therapiemoduls reduziert werden, kann das Therapiemodul
mit einem kleineren Bauraum hergestellt werden und kann eine niedrigere Ausfallwahrscheinlichkeit
des Therapiemoduls bewirkt werden. Besonders erstrebenswert ist es dabei, den größtmöglichen
Teil der technischen Komponenten im wiederverwendbaren Basismodul anzuordnen. Voraussetzung
für eine derartige Aufteilung der Komponenten ist jedoch eine Verwendung von bis zu
einem bestimmten Grad genormten bzw. einheitlichen Therapiemodulen, so daß alle ggf.
von verschiedenen Herstellern gelieferten Therapiemodule an einem Basismodul verwendet
werden können. Beispielsweise ist denkbar, die Zugänge zu technischen bzw. Anschlüsse
für technische Komponenten bei allen Therapiemodulen an den gleichen Orten vorzusehen,
damit im Basismodul enthaltene Teile dieser Komponenten mit den Therapiemodulen kompatibel
sind. Anderseits ist es jedoch nicht erforderlich, daß in den Therapiemodulen dieselben
Komponenten oder dieselbe Zahl von Behältnissen vorgesehen werden.
[0041] Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist das Basismodul mit einem Computermittel
oder Computernetz koppelbar. Über einen entsprechenden Netzwerkanschluß können Qualitätsdaten,
Patienten- und Therapiedaten sowie Daten zur Prozeßplanung kommuniziert sowie eine
Fernwartung realisiert werden. Vom Basis- und/oder Therapiemodul erfaßte oder bereitgestellte
Qualitäts-, Fertigungs-, Identifikations- und Überwachungsdaten können ebenfalls über
diesen Netzwerkanschluß kommuniziert werden oder über geeignete Datenspeicher wie
beispielsweise eine Memorycard oder einen beschreibbaren RFID-Chip für eine externe
Verwendung bereitgestellt werden.
[0042] Das Basismodul kann des weiteren zur Energieversorgung und/oder Steuerung von im
Therapiemodul und/oder anderen Modulen vorgesehenen elektrischen Komponenten dienen
und umfaßt des weiteren gegebenenfalls eine Bedienerschnittstelle, wie beispielsweise
eine Tastatur und/oder einen berührungssensitiven Bildschirm, über die eine Eingabe
und Anzeige von Daten erfolgen kann. Ferner kann das Basismodul neben einer Andockmöglichkeit,
wie beispielsweise einer mechanischen Schnittstelle für das Therapiemodul weitere
Schnittstellen für andere Module aufweisen.
[0043] Ein weiterer wichtiger Aspekt der erfindungsgemäßen Basiseinheit besteht darin, daß
sie vorzugsweise so gestaltet ist, daß sie zu keinem Zeitpunkt mit Substanzen kontaminiert
wird und die chemischen/physikalischen Prozesse ausschließlich im Therapiemodul und/oder
anderen Modulen stattfinden. Eine Vermeidung einer Kontaminierung des Basismoduls
durch Substanzen kann einerseits dadurch erreicht werden, daß eines oder mehrere Module,
die zumindest eine Substanz enthalten, direkt mit dem Therapiemodul verbunden werden.
Jedoch ist es auch denkbar, eines oder mehrere Module, die zumindest eine Substanz
enthalten, an das Basismodul anzukoppeln, wobei diese Module jedoch so ausgestaltet
sind, daß eine direkte Verbindung untereinander bzw. mit dem Therapiemodul möglich
ist, so daß Substanzen ohne eine Kontamination des Basismoduls zwischen diesen Modulen
befördert werden können. Die Schnittstelle der Module mit dem Basismodul kann beispielsweise
zur Energieversorgung der Module oder zur Herstellung von Steuerungsverbindungen für
eine Steuerung der angeschlossenen Modulen durch das Basismodul verwendet werden.
[0044] Erfindungsgemäß wird des weiteren ein System umfassend ein Therapiemodul und eine
Basiseinheit bereit gestellt. Das System kann ferner ein Wirkmittelmodul bzw. Isotopenmodul
zur Aufbewahrung und/oder Herstellung physikalisch, biologisch oder chemisch kurzlebiger
Substanzen, wie zum Beispiel radioaktiver Isotope umfassen.
[0045] Der modulartige Aufbau des erfindungsgemäßen Systems hat verschiedene Vorteile. Die
Herstellung der Substanzverbindung erfolgt am Ort der Aufstellung des Basismoduls,
d.h. vorzugsweise in der Klinik, und vorzugsweise unter der Qualitätsüberwachung durch
das Basismodul. Dadurch können die einem Patienten zu verabreichenden Medikamente
unmittelbar vor der Verabreichung individuell und patientengerecht hergestellt werden,
wobei auch kurzlebige Substanzen wirkungsvoll und ohne die Notwendigkeit einer Berücksichtigung
von bereits erfolgten Zerfallsprozessen hinzugegeben werden können. Die Herstellung
erfolgt, ohne daß Substanzen mit Personen in Kontakt kommen, im wesentlichen automatisch
unter Steuerung durch das Basismodul, wobei jedoch abhängig von der individuellen
Therapieplanung sowie den im Therapiemodul enthaltenen oder von außen hinzugefügten
Substanzen vollkommen unterschiedliche Substanzverbindungen unter qualitativer und
quantitativer Kontrolle hergestellt werden können. Durch das System kann eine umfassende
Überwachung und ggf. Steuerung des Herstellungs- und/oder Therapieprozesses einschließlich
einer Qualitätsüberwachung und Rückkopplung zu den Zulieferern der Module und Substanzen
erfolgen.
[0046] Das erfindungsgemäße System ermöglicht die wirkungsvolle und flexible Handhabung
einer Vielzahl von zeitlich veränderlichen Substanzen und insbesondere radioaktiven
Isotopen bei einer Vielzahl von pharmazeutischen Anwendungen und verhindert Engpässe
bei der Versorgung mit den bzw. bei der Bereitstellung der zeitlich veränderlichen
Substanzen und insbesondere von Isotopen, wobei gleichzeitig die Qualitätsüberwachung
bei der Herstellung und Sicherheitsaspekte bei der Herstellung und Verabreichung von
Substanzverbindungen verbessert werden können.
[0047] Aufgrund des modulartigen Aufbaus können die wiederverwendbaren wertvollen bzw. teueren
technischen Mittel, wie beispielsweise Qualitätssicherungseinrichtungen, Mittel zur
Dosierung von Substanzen, Mittel zur Bestimmung von Parametern der Substanzen, Antriebsmittel,
Stromversorgungseinrichtungen und/oder Computer-, Prozessor- und Datenspeicherungsmittel
zumindest teilweise im wiederverwendbaren Basismodul angeordnet werden, während das
der Aufbewahrung von insbesondere zeitlich im wesentlichen unveränderlichen, d.h.
lagerungsfähigen Substanzen und zur Herstellung individueller Substanzverbindungen
dienende Therapiemodul, vorzugsweise als Wegwerfartikel oder zumindest teilweise recyclingfähig
ausgeführt werden kann. Das Basismodul kann ferner zur Verwaltung von Daten der Therapie,
wie beispielsweise von Patientendaten und dem Behandlungsablauf sowie von Qualitätsdatenfertigungs-,
Identifikations- und Überwachungsdaten verwendet werden.
[0048] Eine Schnittstelle der Basiseinheit kann längerfristig durch das Wirkmittelmodul
belegt sein, das der Herstellung beziehungsweise Aufbewahrung kurzlebiger, d.h. biologisch
oder chemisch instabiler sowie radioaktiver Substanzen dient und zeitweise von einem
Hersteller befüllt werden kann, so daß das Wirkmittelmodul in der Klinik lediglich
an das Gerät gekoppelt werden muß. Auch das Wirkmittelmodul kann austauschbar bzw.
recyclebar hergestellt werden, wobei vorzugsweise wiederum ein Teil der technischen
Komponenten, wie z.B. zur Entnahme von Substanzen aus dem Wirkmittelmodul oder zu
Messung von Parametern der darin enthaltenen Substanzen im Basismodul vorgesehen werden
kann.
[0049] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform umfaßt das System ein Transfermodul
zur Aufbewahrung und zum Transport einer oder mehrerer Substanzen oder Substanzverbindungen,
wobei das Transfermodul Mittel zur Dosierung einer Menge der Substanz oder Substanzverbindung
in Abhängigkeit von den bereits zerfallenden Substanzanteilen der einen Substanz oder
Substanzverbindung umfassen kann.
[0050] Das Transfermodul dient u.a. dem Transport der hergestellten Substanzverbindung vom
Therapiemodul zum Patienten zur Verabreichung und kann an eine bestimmte Applikationsform,
wie beispielsweise an die Form einer Spritze, eines Katheters oder einer Nadel angepaßt
sein.
[0051] Vorzugsweise weist das Transfermodul Mittel zur Durchführung einer Patientenauthentifizierung
auf, um eine eindeutige Zuordnung zu einem Patienten sicherzustellen und Verwechslungen
auszuschließen.
[0052] Gemäß einer weiteren Ausführungsform sind das Therapiemodul, das Wirkmittelmodul,
das Basismodul und/oder das Transfermodul mittels mechanischer, insbesondere steriler
Schnittstellen miteinander verbindbar. Des weiteren kann das System Mittel zum Transport
von Substanzen vom Wirkmittelmodul in das Therapiemodul und/oder vom Therapiemodul
in das Transfermodul umfassen, ohne daß das Basismodul kontaminiert wird. Einige oder
alle Schnittstellen können des weiteren ohne Leckagen und Todvolumina miteinander
verbindbar oder voneinander trennbar ausgeführt werden. Eine einfache Möglichkeit
zu ihrer Realisierung besteht in der Verwendung eines Septums (Gummischeibe), das
mit einer Nadel durchstochen wird. Eine alternative, technisch jedoch aufwendigere
Lösung stellt eine selbstschließende Kupplung dar. Um Verwechslungen beim Anschließen
von Modulen vorzubeugen, können geeignete Identifikationslösungen vorgesehen werden,
anhand derer ein Modul eindeutig identifiziert werden kann. Dies kann optisch mittels
eines Strichcodes, funktechnisch mittels eines RFID-Chips oder durch taktilen Kontakt
mittels integrierter Speicherelemente oder durch eine Formidentifikation o.ä. erfolgen.
[0053] Die oben genannten zur Aufnahme einer oder mehrerer Substanzen eingerichteten Module,
d.h. das Therapiemodul, das Transfermodul und/oder das Wirkmittelmodul, können entweder
direkt miteinander verbindbar oder auch an das Basismodul ankoppelbar ausgeführt sein.
Im letzteren Fall sind einige oder alle zur Aufnahme einer oder mehrerer Substanzen
eingerichteten Module vorzugsweise so ausgebildet, daß sie zur Beförderung von Substanzen
direkt mit einem anderen derartigen Modul verbindbar sind, ohne daß das Basismodul,
an das sie angeschlossen werden können, kontaminiert wird. Dazu können die Module
z.B. einen finger- oder rohrartigen Abschnitt aufweisen. Andererseits ist das Basismodul
an den zur Verbindung mit diesen Modulen vorgesehenen Schnittstellen vorzugsweise
mit einer Durchführung versehen und kann ggf. zur Energieversorgung und/oder Steuerung
der daran angeschlossenen Module dienen.
[0054] Gemäß einer weiteren Ausführungsform können das Therapiemodul, das Wirkmittelmodul,
das Basismodul und/oder das Transfermodul eine Abschirmung gegen radioaktive Strahlung
und/oder einen den Austritt von Substanzen verhindernden Aufbau aufweisen. Dadurch
kann eine Kontaminierung des Klinikpersonals vermieden werden und die Zahl der verabreichten
Einzeldosen sowie die Zahl der behandelten Patienten erhöht werden.
[0055] Vorzugsweise wird das Wirkmittelmodul mit einer standardisierten Form hergestellt,
die von einer Vielzahl von Arzneimittel- bzw. Isotopenherstellern und Lieferanten
verwendet werden kann. Damit kann eine flächendeckende und geographisch unbegrenzte
standardisierte Versorgung mit Wirksubstanzen erreicht werden.
[0056] Erfindungsgemäß wird des weiteren ein Verfahren zur Bereitstellung einer diagnostischen
oder therapeutischen Substanzverbindung vorgesehen. Es umfaßt die Schritte eines Bereitstellens
eines Therapiemoduls mit zumindest mit einem ersten und einem damit verbindbaren zweiten
Behältnis und zumindest einer im ersten Behältnis aufgenommenen Substanz, das Anordnen
des Therapiemoduls an einer Basiseinheit, das Zuführen einer Menge der zumindest einen
Substanz vom ersten Behältnis in das zweite Behältnis des Therapiemoduls unter Steuerung
durch das Basismodul und das Zuführen einer Menge einer weiteren Substanz in das zweite
Behältnis.
[0057] Entsprechend dem erfindungsgemäßen System hat das erfindungsgemäße Verfahren ebenfalls
die Vorteile einer weitestgehend automatisierten und unter der Kontrolle der Parameter
der verwendeten Substanzen erfolgenden Herstellung einer Substanzverbindung unter
Steuerung durch eine zentrale Einheit.
[0058] Das Verfahren kann gemäß einer weiteren Ausführungsform umfassen, daß die weitere
Substanz von einem dritten vom Therapiemodul umfaßten und mit dem zweiten Behältnis
verbindbaren Behältnis zugeführt wird. Im Therapiemodul können beispielsweise mehrere
Substanzen enthalten sein, deren Lagerung unproblematisch ist und die keinen zeitlich
kurzfristigen Veränderungen unterworfen sind.
[0059] Gemäß einem weiteren Verfahrensschritt kann eine weitere Substanz jedoch auch von
außerhalb zum Therapiemodul zugeführt werden. Dies ist insbesondere bei kurzlebigen
chemisch und/oder biologisch instabilen Substanzen oder radioaktiven Substanzen von
Vorteil, da diese unmittelbar vor der Verabreichung des Medikaments zugeführt werden
können, wobei davor erfolgte Veränderungen der Substanzen sowie Zerfälle nicht berücksichtigt
werden müssen, da der Zustand der kurzlebigen Substanz unmittelbar bei der Zuführung
zur Substanzverbindung bestimmt werden kann. Des weiteren kann die erforderliche Qualitätssicherung
unmittelbar zum Zeitpunkt der Herstellung des Medikaments vor Ort in der Klinik durchgeführt
werden.
[0060] Gemäß einer weiteren Ausführungsform kann das Verfahren das Zusammenführen mehrerer
unterschiedlicher in mehreren Behältnissen des Therapiemoduls enthaltener Substanzen
in ein mit den mehreren Behältnissen unmittelbar verbundenes Behältnis des Therapiemoduls
umfassen.
[0061] Gemäß noch einer weiteren Ausführungsform kann das Verfahren den Schritt eines Zuführens
einer sich bezüglich zumindest einer ihrer Eigenschaften zeitlich verändernden Substanz
in das Therapiemodul und das Erfassen zumindest eines Parameters aus der Gruppe umfassend
die Art, Menge, Temperatur, Strahlungsdosis, das Strahlungsspektrum, die Restlebensdauer,
Verweildauer, Konzentration und den PH-Wert, der in das Transfermodul zugeführten
Substanz umfassen. Gemäß dieser Ausführungsform können als Teil einer Qualitätssicherungsmaßnahme
Parameter der in der Substanzverbindung enthaltenen Substanzen vor oder nach deren
Zusammenführen bestimmt werden. Diese Daten werden vorzugsweise in einer vorzugsweise
im Basismodul enthaltenen Datenspeichereinheit abgelegt und können in einer automatisierten
Prozeßsteuerung berücksichtigt werden.
[0062] Gemäß noch einer weiteren erfindungsgemäßen Ausführungsform umfaßt das Verfahren
den Schritt eines Zuführens einer kurzlebigen, insbesondere chemisch oder biologisch
instabilen oder radioaktiven Substanz in das Therapiemodul.
[0063] Des weiteren kann das Verfahren den Schritt eines Zuführens zumindest einer Substanz
vom Therapiemodul in ein Transfermodul umfassen. Das Transfermodul dient dem Transport
einer hergestellten Substanzmittelverbindung zum Patienten und kann Mittel zur Dosierung
der richtigen Menge in Abhängigkeit von in der Substanzverbindung enthaltenen zerfallenden
Substanzen umfassen. Ferner kann es an die Applikationsform, wie beispielsweise eine
Spritze, einen Katheter, eine Nadel, angepaßt sein. Des weiteren kann das Transfermodul
mit einem Mittel zur Identifizierung eines Patienten versehen sein, um eine richtige
Zuordnung sicherzustellen und Verwechslungen zu vermeiden.
[0064] Entsprechend einer weiteren Ausführungsform kann das Verfahren das Zuführen der Substanzen
von und in die einzelnen Module unter der Steuerung des Basismoduls umfassen. Der
modulartige Aufbau des Systems, wobei wichtige Steuerungsaufgaben durch das Basismodul
ausgeführt werden, dient der Kontrollierbarkeit der Prozeßabläufe und Erfassung der
Daten, so daß eine weitgehend vollständig Automatisierung erreicht werden kann und
Änderungen an Prozeßabläufen einfach vorgenommen werden können.
[0065] Des weiteren wird erfindungsgemäß ein Computerprogramm umfassend einen Programmcode,
der, wenn er auf einem Computer installiert ist, diesen zur Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens veranlaßt, bereitgestellt. Ferner wird ein computerlesbares Medium bereitgestellt,
auf dem dieses Computerprogramm implementiert ist. Es kann auch ein Computer vorgesehen
werden, der dazu eingerichtet ist, das erfindungsgemäße Verfahren zu führen.
[0066] Das erfindungsgemäße Verfahren, sowie das Therapiemodul, das Basismodul und das System
können zu einer Vielzahl von therapeutischen und diagnostischen Zwecken verwendet
werden Besonders bevorzugt sind dabei Anwendungen, bei welchen eine Herstellung einer
therapeutischen oder einer diagnostischen Substanzverbindung nahe am Verabreichungsort,
wie beispielsweise in einer Klink, von Vorteil ist.
[0067] Beispielhafte Anwendungen umfassen die Verabreichung von radioaktive Nuklide (Radioisotope)
umfassenden Substanzverbindungen beispielsweise zur Behandlung und Diagnose von Krebs,
in der Schmerztherapie, sowie bei der Wundbehandlung. Es werden hierbei vorzugsweise
Isotope mit geeigneten Halbwertszeiten und Dosisraten und möglichst kurzen Reichweiten
verwendet.
[0068] Bei diagnostischen Anwendungen ermöglichen Isotope das Sichtbarmachen von Stoffwechselvorgängen
und die Lokalisierung von Zellarten. Hierzu werden die Isotope in Moleküle eingebaut,
die am Stoffwechsel teilnehmen, oder an Antikörper und ähnliche Proteine gekoppelt,
die ihrerseits wiederum an spezifischen Rezeptoren gebunden werden. Für eine möglichst
geringe Belastung des Patienten werden hierbei kleine Dosisraten sowie eine sehr kurze
Halbwertszeit von wenigen Stunden bzw. Minuten angestrebt.
[0069] Für diagnostische Zwecke können des weiteren radioaktive Substanzen zur PET Tomographie,
zur Röntgen- oder CT- Untersuchung oder auch fluoreszierende Substanzen verwendet
werden.
[0070] Alle mittels des erfindungsgemäßen Systems und Verfahrens hergestellten Substanzverbindungen
müssen die arzneimittel- und gesundheitstechnischen Erfordernisse erfüllen. Dies bedeutet,
daß insbesondere chemisch oder biologisch instabile Ausgangssubstanzen nach ihrer
Verbindung mit anderen Substanzen nach dem Herstellungsprozeß eine stabile, sichere
und logistisch handhabbare Substanzverbindung ergeben müssen.
[0071] Das erfindungsgemäße modulare System sowie einzelne Komponenten desselben und das
erfindungsgemäße Verfahren werden im Folgenden anhand einer beispielhaften Ausführungsform
erläutert.
[0072] Die Figur zeigt schematisch das erfindungsgemäße Integrierte radiopharmazeutische
Produkt-Qualitätssicherungs und Sicherheitssystems (IQS) gemäß einer Ausführungsform.
[0073] Das in der Figur dargestellte System umfaßt ein Therapiemodul 1 mit zumindest zwei
(nicht gezeigten) miteinander verbindbaren Behältnissen zur Aufnahme zumindest einer
Substanz und einem oder mehreren Mitteln, insbesondere Pumpen oder Dosiermitteln,
zur Zuführung zumindest einer Substanz von einem der Behältnisse in ein anderes Behältnis
des Therapiemoduls 1 oder zumindest Teile dieser Mittel. Das Therapiemodul umfaßt
Schnittstellen 7, 9 zu einzelnen Behältnissen oder Modulen und kann auch einen oder
mehrere (nicht dargestellte) Zugänge von Außen zur Zuführung von Substanzen oder zur
Einführung von Sensormitteln umfassen.
[0074] Im Therapiemodul 1 können auch mehrere zur Aufnahme von Grundsubstanzen vorgesehene
Behältnisse und zumindest ein weiteres Behältnis vorgesehen werden, das unmittelbar
mit zumindest zwei anderen Behältnissen verbunden ist und zum Herstellen einer Substanzverbindung
im Therapiemodul 1 verwendet wird. Der innere Aufbau des Therapiemoduls, die Zahl
der darin enthaltenen Behältnisse sowie deren Verbindungen, die Zahl von Pumpmitteln
und/oder Sensormitteln kann bei verschiedenen Therapiemodulen variieren. Auch die
Abmessungen des Therapiemoduls sind im Prinzip variabel, wenngleich eine in etwa einer
Videokassette entsprechende Größe bevorzugt wird. Das Therapiemodul weist vorzugsweise
die Form eines Quaders mit einer Seitenlänge von vorzugsweise weniger als 20 cm, besonders
bevorzugt weniger als 5 cm, einer Breite von vorzugsweise weniger als 10 cm, besonders
bevorzugt weniger als 2,5 cm und einer Höhe von vorzugsweise weniger als 5 cm und
besonders bevorzugt weniger als 1 cm auf.
[0075] Das Therapiemodul 1 bzw. der darin enthaltene chemisch/physikalische Aufbau ist gegebenenfalls
inklusive Reservoirs und Pumpen mittels geeigneter Fertigungsmethoden als ein einzelner
Mono-Block hergestellt werden oder mit Standardkomponenten aufgebaut. Geeignete Materialien
zur Herstellung des Basismoduls und insbesondere der Behältnisse und von Leitungen
zu ihrer Verbindung umfassen Kunststoffe, Metalle, insbesondere oxidationsfreie Metalle
und Glas oder Kombinationen daraus. Des weiteren können geeignete Beschichtungen auf
den Innenseiten der eingesetzten Komponenten zur Beeinflussung der Dosierung, Qualitätssicherung
und ablaufender Reaktionen eingesetzt werden.
[0076] Des weiteren umfaßt das System ein Basismodul 2 mit einer Aufnahme 3, in die das
Therapiemodul 1 eingeführt werden kann. Das Basismodul 3 umfaßt ein Bedienfeld 6,
über das Parameter zur Steuerung von Prozessen eingegeben sowie gegebenenfalls erfaßte
Daten oder Prozeßabläufe angezeigt werden können. Gemäß der gezeigten Ausführungsformen
weist das Basismodul 2 des weiteren vorzugsweise zumindest einen Teil nicht dargestellter
Antriebs-, Energieversorgungs- und Sensormittel, insbesondere zur Qualitätssicherung,
für das Therapiemodul 1 auf, wie beispielsweise einen oder mehrere Pumpenmotoren für
ggf. im Therapiemodul vorgesehene Pumpenköpfe und eine Ansteuerungs- und Auswerteelektronik
für ggf. im Therapiemodul angeordnete Piezopumpen oder Sensorköpfe. Gegebenenfalls
können die Sensormittel auch vollständig am Basismodul 2 vorgesehen werden.
[0077] Die Sensormittel können Mittel zur Erfassung von Parametern der im Therapiemodul
1 enthaltenen Substanzen sowie hergestellten Substanzverbindungen, wie beispielsweise
der Art, der Menge, der Temperatur, der Strahlungsdosis, des Strahlungsspektrums,
der Restlebensdauer, der Verweildauer, der Konzentration und des PH-Werts umfassen.
Dadurch können am Basismodul 2 Qualitäts-, bzw. Zustandsmerkmale der Substanzen bzw.
der Substanzverbindungen erfaßt und kann eine Qualitätssicherung der Substanzverbindung
durchgeführt werden.
[0078] Bevorzugt werden berührungsfreie Sensormittel eingesetzt, wie z.B. Detektoren zur
Strahlungsmessung, Mittel zur Messung der Lichtbrechung u.a. zur Bestimmung des Vorhandenseins
und der Art einer Flüssigkeit, Lichtschranken zur Bestimmung des Vorhandenseins von
Feststoffen, Mittel zur Messung von Farbänderungen, insbesondere zur Detektion und
Erfassung des Ablaufs chemischer Reaktionen.
[0079] Andere Sensoren umfassen Gamma-, Betasensoren, Bohrlochszintillationszähler, HPLC-Säulen,
CCD- und Videokameras etc.
[0080] Durch das Vorsehen dieser mehrfach verwendbaren Komponenten im Basismodul 2 und nicht
im Therapiemodul 1 können die Herstellungskosten des Therapiemoduls 1 verringert werden,
kann das Therapiemodul 1 mit kleineren Abmessungen hergestellt werden und weist das
Therapiemodul 1 eine geringere Ausfallwahrscheinlichkeit auf. Das Basismodul 2 kann
bei einer Vielzahl von Therapiemodulen 1 verwendet werden, die sich bezüglich ihres
Aufbaus unterscheiden können.
[0081] Aufgrund des modulartigen Aufbaus kommt das Basismodul 2 zu keinem Zeitpunkt mit
den Substanzen oder Substanzverbindungen in Berührung und die ablaufenden Prozesse
finden ausschließlich im Therapiemodul 1 ggf. unter Einbeziehung anderer Module statt.
Auch mit der Herstellung und Verabreichung der Substanzverbindung befaßte Personen
kommen nicht mit den Substanzen in Berührung.
[0082] Das Basismodul 2 beinhaltet des weiteren vorzugsweise ein vorzugsweise einen Prozessor
umfassendes Informationssystem zur Speicherung von Daten, zur Verknüpfung von Daten
beispielsweise zur Therapie- und Kapazitätsplanung und/oder zur Anzeige des technischen
Zustands einzelner Module. Des weiteren bietet das Basismodul 2 ferner vorzugsweise
einen Zugang 8 zu einem lokalen oder globalen Netz, wie beispielsweise dem Internet,
so daß Daten von anderen beteiligten Komponenten, wie beispielsweise den Arzneimittelherstellern
in die Prozeßsteuerung mit eingebunden werden können und vom Basismodul 2 erfaßte
Daten an Arzneimittelhersteller oder andere Verwender versandt werden können.
[0083] Das in der Figur gezeigte Basismodul 2 ist lediglich beispielhaft und könnte auch
einen veränderten Aufbau bzw. eine andere Form aufweisen. Insbesondere die Aufnahme
3 für das Therapiemodul 1 könnte so gestaltet sein, daß Therapiemodule 1 unterschiedlicher
Größe oder mehrere Therapiemodule 1 gleichzeitig angeschlossen werden können.
[0084] Wie in der Figur zu erkennen ist, umfaßt das System des weiteren ein Wirkmittelmodul
4, das vorzugsweise mittels einer weiteren Schnittstelle an das Basismodul 2 oder
direkt an das Therapiemodul 1 angekoppelt werden kann. Bei der gezeigten Ausführungsform
ist das Wirkmittelmodul 4 an das Basismodul 2 ankoppelbar. Damit das Basismodul 2
vor einer Kontamination durch Substanzen geschützt ist, weist das Wirkmittelmodul
4 auf der für den Anschluß an das Basismodul 2 vorgesehenen Seite einen fingerartigen
Abschnitt auf (nicht gezeigt), der in eine am Basismodul 2 vorgesehene und zum Therapiemodul
2 führende (nicht gezeigte) Öffnung bzw. Durchführung eingeführt werden kann und direkt
mit dem Therapiemodul 2 verbindbar ist, so daß Substanzen ohne mit dem Basismodul
2 in Berührung zu kommen transferiert werden können.
[0085] Das Wirkmittelmodul 4 dient der Speicherung bzw. Herstellung chemischer oder physikalisch
instabiler oder radioaktiver Substanzen. Das Wirkmittelmodul 4 ist vorzugsweise gegen
einen Austritt giftiger Substanzen gesichert oder mit einer Strahlungsabschirmung
versehen. Die aus dem Wirkmittelmodul 4 entnommenen kurzlebigen Substanzen werden
unmittelbar und unter Steuerung durch das Basismodul 2 in ein zur Herstellung der
Substanzverbindung vorgesehenes Behältnis des Therapiemoduls 1 zugeführt. Da die Verwendung
des Basismoduls 2 bzw. der Standort desselben vorzugsweise in der Klinik liegt, können
die kurzlebigen Substanzen im Wesentlichen ohne zeitliche Verzögerung kurz vor einer
Verabreichung der Substanzverbindung an einen Patienten zur Herstellung verwendet
werden. Beispielhafte zeitlich instabile Substanzen umfassen radioaktive Isotope,
wie z.B. die Betastrahler Yttrium, Jod, Holmium, Fluor, Rhenium, Lutetium und Alphastrahler
und auch andere chemisch oder biologisch instabile Substanzen, die z.B. zur Chemotherapie
eingesetzt werden können. Halbwertszeiten therapeutisch oder diagnostisch verwendeter
chemisch oder biologisch instabiler oder radioaktiver Substanzen betragen gemäß einer
Ausführungsform weniger als 2 Wochen, bevorzugt weniger als 100 Stunden und besonders
bevorzugt weniger als 50 Minuten.
[0086] An das Basismodul 2 ist mit Hilfe einer weiteren Schnittstelle 7 ein Transfermodul
5 anschließbar. Damit das Basismodul 2 vor einer Kontamination durch Substanzen geschützt
ist, weist auch das Transfermodul 5 auf der für den Anschluß an das Basismodul 2 vorgesehenen
Seite einen fingerartigen Abschnitt auf (nicht gezeigt), der in eine am Basismodul
2 vorgesehene und mit der Schnittstelle für das Therapiemodul 2 verbundene (nicht
gezeigte) Öffnung eingeführt werden kann. Damit wird das Transfermodul 5 direkt mit
dem Therapiemodul 1 verbunden und es können Substanzen zwischen den Modulen ausgetauscht
werden, ohne daß eine Kontamination des Basismoduls 2 erfolgt. Im durch das Basismodul
2 geführten Abschnitt des Transfermoduls kann z.B. die Qualitätskontrolle von in das
Transfermodul 5 transferierten Substanzen oder Substanzverbindungen erfolgen.
[0087] Das Transfermodul 5 dient der Aufnahme einer im Therapiemodul 1 hergestellten Substanzverbindung
und dem Transport zur Verabreichung an einen Patienten. Vorzugsweise ist das Transfermodul
5 an eine bestimmte Applikationsform, wie beispielsweise eine Spritze, einen Katheter,
eine Nadel angepaßt und weist eine entsprechende Verbindungsschnittstelle 10 auf.
Es kann ferner Mittel zur Dosierung der korrekten Menge gegebenenfalls in Abhängigkeit
von den enthaltenen, seit der Befüllung zerfallenen Substanzen umfassen. Je nach Anwendungsform
kann es eine Abschirmung für giftige und/oder radioaktive Stoffe gegenüber den damit
in Berührung kommenden Personen, wie beispielsweise dem Klinikpersonal oder Ärzten
umfassen. Das Transfermodul 5 kann des weiteren (nicht gezeigte) Mittel zur Identifikation
und Zuordnung zu einem speziellen Patienten beinhalten, so daß die enthaltenen Substanzen
nur nach eindeutiger Identifikation und Sicherstellung der Einhaltung zeitlicher Qualitätsparameter
freigegeben werden. Des weiteren kann es eine Informationsschnittstelle 9 sowie einen
entsprechenden (nicht gezeigten) Datenspeicher zur Übernahme von Daten, wie beispielsweise
Patientendaten, Identifikationsdaten, Therapie- und Diagnosedaten, Produkt- und Qualitätsdaten
umfassen.
[0088] Auch das dargestellte Transfermodul 5 ist lediglich beispielhaft und kann auch anders
gestaltet sein. Insbesondere ist denkbar, Funktionen bzw. Merkmale des Transfermoduls
5 im Therapiemodul 1 vorzusehen, so daß ggf. auf das Transfermodul 5 verzichtet werden
kann.
[0089] Auch weitere (nicht gezeigte) an das Basismodul 2 anschließbare Module können vorgesehen
werden und auf die oben beschriebene Weise mit dem Therapiemodul 1 oder dem Transfermodul
5 verbindbar ausgestaltet sein. Alternativ ist es jedoch auch denkbar, einige oder
alle Module direkt an das Therapiemodul 1 ankoppelbar auszuführen.
[0090] Im folgenden wird der Ablauf eines beispielhaften therapeutischen Verfahrens unter
Einbeziehung des erfindungsgemäßen Systems bzw. Verfahrens beschrieben.
[0091] Zunächst wird vom Arzt bei der Untersuchung eines Patienten die notwendige Diagnose
oder Therapie festgelegt. Die dabei entstehenden Daten werden in das IQS-Informationssystem
und gegebenenfalls über den Umweg des Informationssystems einer Klinik eingegeben.
[0092] Vorzugsweise im Basismodul 2 des IQS-Systems wird darauffolgend ein Therapie- oder
Diagnoseplan aufgrund einer verfügbaren Menge eines radioaktiven Isotops bzw. einer
chemisch instabilen Substanz mit Hilfe des gegebenenfalls speziell dazu ausgebildeten
Personals erstellt. Im Therapieplan werden ggf. neben den das Medikament und den Patienten
betreffenden Aspekten, wie z.B. der Art, Menge, der Verabreichungszeitpunkte usw.
des Medikaments auch die Geräte-, Laborkapazität, Personalverfügbarkeit und Behandlungskapazitäten
der Klinik berücksichtigt. Der Therapieplan kann von einer verantwortlichen Person,
wie beispielsweise dem Leiter eines Nuklearmedizinischen Labors oder dem Leiter der
Onkologieabteilung angepaßt und verabschiedet werden.
[0093] Aufgrund des Therapieplans werden vorzugsweise automatisch Bestellungen für eines
oder mehrere notwendige Therapiemodule ausgelöst.
[0094] Während dieser Vorbereitungszeit können Änderungen im Gesundheitszustand des Patienten
laufend während der Therapie-/Diagnoseplanung berücksichtigt werden.
[0095] Am Behandlungstag wird im Wirkmittelmodul automatisch die nötige Menge einer zeitlich
instabilen Substanz oder z.B. des Isotops für diesen Tag bereitgestellt und für die
einzelnen Behandlungen gebucht. Dazu ist das Wirkmittelmodul an das IQS-Basismodul
2 angeschlossen.
[0096] Zum geplanten Zeitpunkt der Behandlung wird das Therapiemodul 1 in das Basismodul
2 eingelegt, werden die entsprechenden Patientendaten abgerufen und wird das entsprechende
Transfermodul 5, wie beispielsweise ein Spritzenapplikator, angeschlossen. Mit Hilfe
des Basismoduls 2 des IQS-Systems werden die angeschlossenen Module identifiziert,
wird deren Identität sowie die gespeicherten Qualitätsdaten geprüft, wird die gewünschte
Menge für die Therapie/Diagnose ermittelt bzw. abgerufen, werden Alarmmeldungen bei
Fehlern ausgegeben oder der Herstellungsprozeß in Gang gesetzt. Alle dabei generierten
Daten werden gespeichert und den Patientendaten und Produktionsdaten im Basismodul
2 hinzugefügt.
[0097] Während des Herstellungsprozesses wird die benötigte Menge einer Isotopenlösung aus
dem Wirkmittelmodul 4 in das Therapiemodul 1 gepumpt. Dort wird es beispielsweise
mit gelabelten monoklonalen Antikörpern (MAB), die bereits im Therapiemodul 1 vorhanden
sind, vermischt. Durch Zugabe von Radikalbindern, wie beispielsweise von Vitamin C,
Pufferlösungen und ähnlichen Stoffen wird der Prozeß optimiert und es werden korrekte
chemische Werte eingestellt. Im Therapiemodul 1 wird ferner sichergestellt, daß geeignete
Umgebungsbedingungen, wie beispielsweise ein vorbestimmter Druck und eine vorbestimmte
Temperatur für einen optimalen Prozeß sichergestellt sind. Mit Hilfe einer Größenausschlussäule,
die ebenfalls im Therapiemodul 1 integriert oder am Basismodul 2 vorgesehen sein kann,
wird die Substanzverbindung beispielsweise von nicht gebundenen Isotopen getrennt
und über einen Chromatographieschritt kann die Qualität des Produktes durch Ermittlung
des Verhältnisses von gebundenen und nicht gebundenen Isotopen gemessen werden. Alle
erfaßten Daten werden über das IQS-Basismodul 2 gespeichert.
[0098] Schließlich wird das Produkt bzw. die Substanzverbindung in das Transfermodul 5 überführt.
Nach Verabreichung der Substanzverbindung(en) wird das gebrauchte Therapiemodul 5
ggf. durch das IQS-Basismodul 2 automatisch dem Recycling zugeführt.
[0099] Das Transfermodul 5 wird vom IQS-Basismodul 2 getrennt und zum Patienten transportiert.
Eine Verabreichung der darin enthaltenen Substanzverbindung kann durch Einbringen
der an Antikörper gebundenen Substanzverbindung in den Körper, d.h. in die Blutbahn
oder in durch Operationen entstandene Körperhöhlen, durch Einspritzen in natürliche
Gelenke oder künstlich z.B. durch Operationen hervorgerufene Körperöffnungen zur Reizung
oder Zerstörung von Gewebe, durch Einführen eines Katheters in ein Blutgefäß zur lokalen
Beeinflussung von Gewebe, durch Binden einer Substanzverbindung an Peptide (Eiweiße),
Zucker oder andere in den Stoffwechsel miteinbeziehbare Stoffe für bildgebende Verfahren
oder zur Krebstherapie erfolgen.
[0100] Anhand der verstrichenen Zeitspanne und von internen Meßdaten kann gegebenenfalls
die Veränderung, d.h. der Zerfall des Produktes mittels des Transfermoduls 5 überprüft
werden und sichergestellt werden, daß eine definierte Verfallszeit durch einen zu
lange dauernden Transfer zum Patienten nicht überschritten wird. Des weiteren kann
mit Hilfe des Tränsfermoduls 5 ein Patient, beispielsweise mit Hilfe biometrischer
Verfahren, einer Karte oder eines Strichcodes etc. identifiziert werden und die zu
applizierende Menge der im Transfermodul 5 enthaltenen Substanzverbindung festgelegt
werden. Auch die Applikation selbst, die beispielsweise durch eine intravenöse Injektion
erfolgen kann, kann durch das Transfermodul mittels einer an diesem vorgesehenen Sperrvorrichtung
bzw. eine geeignete Schnittstelle gesteuert werden. Die relevanten Parameter sind
dabei die Menge, der anliegende Druck und die Injektionsrate. Aufgrund des speziellen
automatischen Transfermoduls 5 wird der Arzt von einer zeitaufwendigen langsamen Injektion
entlastet.
[0101] Darauffolgend wird das Transfermodul 5 dem Recycling zugeführt und ggf. das Isotopmodul
zur Neubefüllung an einen Zulieferer gesandt.
[0102] Schließlich werden Patientendaten über den Erfolg der Behandlung sowie ggf. die verabreichte
Strahlendosis im IQS-Basismodul 2 gespeichert oder an eine an einem anderen Ort bereitgestellte
Patientendatei übermittelt, womit Prozesse laufend verbessert werden können oder auch
Studiehdaten erhoben werden können.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0103]
- 1.
- Therapiemodul
- 2.
- Basismodul
- 3.
- Aufnahme
- 4.
- Wirkmittelmodul
- 5.
- Transfermodul
- 6.
- Bedienfeld
- 7.
- Schnittstelle
- 8.
- Netzzugang
- 9.
- Informationsschnittstelle
- 10.
- Verbindungsschnittstelle
1. Therapiemodul zur Bereitstellung einer radioaktiven diagnostischen oder therapeutischen
Substanzverbindung,
gekennzeichnet durch
- ein Gehäuse,
- zumindest zwei im Gehäuse aufgenommene, mittels Leitungen miteinander verbundene
Behältnisse zur Aufnahme zumindest einer Substanz umfasst, wobei
- das Therapiemodul mit einem Basismodul (2) koppelbar ist,
- einen Teil eines durch das Basismodul steuerbaren Pumpmittels zur Zuführung einer Menge der zumindest einen
Substanz von einem der Behältnisse in ein anderes Behältnis des Therapiemoduls (1)
aufweist, und
- eine durch das Basismodul steuerbare mechanische Schnittstelle zu einem direkt mit dem Therapiemodul
verbindbaren weiteren Modul (4, 5) umfasst zur Beförderung einer Substanz zwischen
den Modulen unter Steuerung durch das Basismodul.
2. Therapiemodul nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es mehrere Behältnisse aufweist, wovon zumindest ein Behältnis unmittelbar mit zumindest
zwei anderen Behältnissen des Therapiemoduls (1) verbunden ist.
3. Therapiemodul nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest eines der Behältnisse zumindest einen Zugang, insbesondere für einen Sensor,
aufweist.
4. Therapiemodul nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß es ein oder mehrere zumindest einem Behältnis zugeordnete Pumpmittel, Dosiermittel
und/oder Sensormittel oder Teile davon umfaßt.
5. Therapiemodul nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß es extern ansteuerbar ist und Mittel zum Empfang von Steuerungs- oder Stromversorgungssignalen
für ein Mittel zur Zuführung einer Menge der zumindest einen Substanz von einem der
Behältnisse in ein anderes Behältnis des Therapiemoduls (1) oder für ein Sensormittel
oder eine Kombination dieser Mittel aufweist.
6. Basismodul zur Bereitstellung einer radioaktiven diagnostischen oder therapeutischen
Substanzverbindung,
gekennzeichnet durch
- eine Aufnahme (3) für ein mit dem Basismodul koppelbares Therapiemodul (1) gemäß
einem der vorhergehenden Ansprüche,
- Mittel zur Steuerung eines Pumpmittels des Therapiemoduls zur Zuführung einer Menge
einer Substanz von einem der Behältnisse in ein anderes Behältnis des Therapiemoduls
und
- Mittel zur Steuerung einer mechanischen Schnittstelle des Therapiemoduls (1) und
Mittel zur Steuerung der Zufuhr einer Substanz von einem anderen mit dem Basismodul
verbindbaren Modul (4, 5) in das Therapiemodul umfaßt.
7. Basismodul nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß es Mittel zur Erfassung zumindest eines Parameters aus der Gruppe umfassend die Art,
Menge, Temperatur, Strahlungsdosis, Strahlungsspektrums, Restlebensdauer, Verweildauer,
Konzentration und den pH-Wert zumindest einer im Therapiemodul (1) enthaltenen Substanz
umfaßt.
8. Basismodul nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß es eine Datenverarbeitungseinheit zur Prozeßsteuerung und ein Datenspeichermittel
aufweist.
9. Basismodul nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß es Mittel zur Steuerung für ein Sensormittel aufweist.
10. Basismodul nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß es zumindest einen Teil zumindest eines im Therapiemodul vorgesehenen Dosiermittels,
Sensormittels und/oder eine Auswerteelektronik des Sensormittels umfaßt.
11. Basismodul nach einem der Ansprüche 6 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß es mit einem Computermittel oder Computernetz koppelbar ist.
12. System, umfassend ein Therapiemodul (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 5 und ein Basismodul
(3) nach einem der Ansprüche 7 bis 11.
13. System nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß es ein Wirkmittelmodul (4) zur Aufbewahrung und/oder Herstellung kurzlebiger, insbesondere
chemisch und/oder biologisch instabiler Substanzen und/oder radioaktiver Isotope aufweist.
14. System nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, daß es ein Transfermodul (5) zur Aufbewahrung und zum Transport einer oder mehrerer Substanzen
oder Substanzverbindungen umfaßt, wobei das Transfermodul (5) Mittel zur Dosierung
einer Menge der Substanz oder Substanzverbindung in Abhängigkeit von den bereits zerfallenen
Substanzanteilen der einen Substanz oder Substanzverbindung umfaßt.
15. System nach einem der Ansprüche 12 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß das Therapiemodul (1), Wirkmittelmodul (4), das Basismodul (2) und/oder das Transfermodul
(5) mittels Schnittstellen miteinander verbunden sind und daß es Mittel zum Transport
von Substanzen vom Wirkmittelmodul (4) in das Therapiemodul (1) und/oder vom Therapiemodul
(1) in das Transfermodul (5) umfaßt.
16. System nach einem der Ansprüche 12 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß das Therapiemodul (1), Wirkmittelmodul (4), das Basismodul (2) und/oder das Transfermodul
(5) eine Abschirmung gegen radioaktive Strahlung und/oder einen den Austritt von Substanzen
verhindernden Aufbau aufweisen.
17. Verfahren zur Bereitstellung einer radioaktiven diagnostischen oder therapeutischen
Substanzverbindung, umfassend die Schritte:
- Bereitstellen eines Therapiemoduls (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 5 mit zumindest
einem ersten und einem damit verbundenen zweiten Behältnis und zumindest einer im
ersten Behältnis aufgenommenen Substanz;
- Anordnen des Therapiemoduls (1) an einem Basismodul (2) nach einem der Ansprüche
6 bis 11;
- Zuführen einer Menge der zumindest einen Substanz vom ersten Behältnis in das zweite
Behältnis des Therapiemoduls (1) unter Steuerung durch das Basismodul (2);
- Anschließen eines weiteren Moduls an das Basismodul (2) und direktes Verbinden des
Therapiemoduls (1) mit dem Modul (4, 5)
- Zuführen einer Menge einer weiteren Substanz in das zweite Behältnis aus dem Modul
(4, 5) unter Steuerung durch das Basismodul.
18. Verfahren nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, daß die weitere Substanz von einem dritten vom Therapiemodul (1) umfaßten und mit dem
zweiten Behältnis verbindbaren Behältnis zugeführt wird.
19. Verfahren nach einem der Ansprüche 17 oder 18, dadurch gekennzeichnet, daß es das Zusammenführen mehrerer unterschiedlicher in mehreren Behältnissen des Therapiemoduls
(1) enthaltener Substanzen in ein mit den mehreren Behältnissen unmittelbar verbundenes
Behältnis des Therapiemoduls (1) umfaßt.
20. Verfahren nach einem der Ansprüche 17 bis 19, dadurch gekennzeichnet, daß es ein Zuführen einer sich bezüglich zumindest einer ihrer Eigenschaften zeitlich
verändernden Substanz in das Therapiemodul (1) und das Erfassen zumindest eines Parameters
aus der Gruppe umfassend die Art, Menge, Temperatur, Strahlungsdosis, Strahlungsspektrums,
Restlebensdauer, Verweildauer, Konzentration und den pH-Wert der in das Transfermodul
(1) zugeführten Substanz umfaßt.
21. Verfahren nach einem der Ansprüche 17 bis 20, dadurch gekennzeichnet, daß es ein Zuführen einer kurzlebigen, insbesondere chemisch oder biologisch instabilen
oder radioaktiven Substanz in das Therapiemodul umfaßt.
22. Verfahren nach einem der Ansprüche 17 bis 21, dadurch gekennzeichnet, daß es ein Zuführen zumindest einer Substanz vom Therapiemodul (1) in ein Transfermodul
(5) umfaßt.
23. Computerlesbares Medium, auf dem Befehle implementiert sind, die, wenn sie auf einem
Computer ausgeführt werden, die Ausführung eines Verfahrens gemäß einem der Ansprüche
17 bis 22 bewirken.
1. Therapy module for the preparation of a radioactive diagnostic or therapeutic substance,
characterized in that a housing includes incorporated within it at least two containers for receiving at
least one substance, which are connected to each other by means of pipes, whereby
the therapy module, which can be connected to a basic module (2), has a least one
part of a pumping device for the supplying of a quantity of at least one substance
from one of the containers into another container of the therapy module (1), and includes
a mechanical interface controllable by the basic module (2) that can be directly connected
to further modules (4, 5) for the conveying of a substance between the modules, subject
to control by the basic module (2).
2. Therapy module as per Claim 1, characterized in that it has several containers, whereby at least one container is directly connected to
at least two other containers of the therapy module (1).
3. Therapy module as per Claims 1 or 2, characterized in that at least one of the containers has at least one access point that is suitable for
the installation of a sensor.
4. Therapy module as per one of the aforementioned claims, characterized in that it includes one or several pumping devices, metering devices and/or sensor devices
or parts thereof fitted to at least one container.
5. Therapy module as per one of the aforementioned claims, characterized in that it is externally controllable and has a device for receiving control or power supply
signals for a device that feeds a quantity of at least one substance from one of the
containers into another container of the therapy module (1) or for a sensor device
or a combination of such devices.
6. Basic module for the preparation of a radioactive diagnostic or therapeutic substance
compound, characterized in that a mounting (3) for a therapy module (1) that can be connected to the basic module
as per one of the aforementioned claims, includes a device for the control of a pumping
device of the therapy module for the feeding of a substance from one of the containers
into another container of the therapy module and a device for the control of a mechanical
interface of the therapy module (1) and a device for controlling the feeding of a
substance from one of the other modules (4, 5) that are connected to the basic module,
into the therapy module.
7. Basic module as per Claim 6, characterized in that it includes devices for the detection of at least one parameter from the group that
includes the type, quantity, temperature, radiation dose, radiation spectrum, remaining
life time, retention period, concentration and the pH value of at least one of the
substances contained in the therapy module (1).
8. Basic module as per Claims 6 or 7, characterized in that it has a data processing unit for the process control and a means for storing data.
9. Basic module as per one of the Claims 6 to 8, characterized in that it has a device for control of a sensor unit.
10. Basic module as per one of the Claims 6 to 9, characterized in that it includes at least a part of at least one specified dosage metering device, sensor
device and/or an electronic evaluation unit of the sensor device.
11. Basic module as per one of the Claims 6 to 10, characterized in that it can be connected to a computer means or computer network.
12. System, including a therapy module (1) as per one of the claims 1 to 5 and a basic
module (3) as per one of the Claims 7 to 11.
13. System as per Claim 12, characterized in that it has an active agent (4) for the storage and/or production of short-lived and in
particular chemical and/or biologically unstable substances and/or radioactive isotopes.
14. System as per Claims 12 or 13 characterized in that it includes a transfer module (5) for the storage and for the conveying of one or
several substances or substance compounds, whereby the transfer module (5) includes
devices for the metering of a quantity of the substance or substance compound depending
on the already degenerated components of a substance or of a substance compound.
15. System as per Claims 12 to 14, characterized in that the therapy module (1), active agent module, the basic module (2) and/or the transfer
module (5) are connected to each other via interfaces and in that it includes a device for conveying substances from the active agent module (4) into
the therapy module (1) and/or from the therapy module into the transfer module (5).
16. System as per one of the Claims 12 to 15, characterized in that the therapy module (1), active agent module (4), the basic module (2) and/or the
transfer module (5) have a shield against radioactive radiation and/or a design that
prevents the emission of substances.
17. Procedures for the preparation of a radioactive diagnostic or therapeutic substance
compound , including the stages:
- Preparation of a therapy module (1) as per one of the Claims 1 to 5 with at least
a first and a second container that are connected to each other and at least substance
that is accommodated in the first container; mounting of the therapy module (1) onto
a basic module (2) as per one of the Claims 6 to 11;
- Feeding of a quantity of the substance, of which there is at least one, from the
first container into the second container of the therapy module (1) to control by
the basic module (2);
- Connecting of a further module to the basic module and direct connection of the
therapy module (1) to the modules (4, 5);
- Feeding of a quantity of a further substance into the second container from the
modules (4, 5), subject to control by the basic module.
18. Process as per Claim 17, characterized in that the further substance is fed by a third container covered by the therapy module (1)
and which can be connected with the second container.
19. Process as per one of the Claims 17 or 18, characterized in that it includes the merging of the feeding of several differing substances contained
in several containers of the therapy module (1) into one container of the therapy
module (1) that is directly connected to these various containers.
20. Process as per one of the Claims 17 to 19 , characterized in that it includes a means of feeding into the therapy module (1) of a substance that is
related, at least in one of its characteristics, to a substance that changes with
time and the detecting of at least of one parameter from the group including the type,
quantity, temperature, radiation dose, radiation spectrum, remaining life time, retention
period, concentration and the pH value of the substance that is fed into the transfer
module(1).
21. Process as per one of the Claims 17 to 20, characterized in that it includes a means of feeding a short-lived, especially chemical or biologically
unstable or radioactive substance into the therapy module.
22. Process as per one of the Claims 17 to 21, characterized in that it includes a means of feeding at least one substance from the therapy module (1)
into a transfer module (5).
23. Machine-readable medium, on which commands are implemented, which, when they are performed
on a computer, activate the performance of a process as per one of the Claims 17 to
22.
1. Module de thérapie pour préparer un composé de substance de diagnostic ou de thérapie
radioactive,
caractérisé par
- un boîtier,
- au moins deux conteneurs placés dans le boîtier, reliés l'un à l'autre au moyen
de conduites, pour recevoir au moins une substance, dans lequel
- le module de thérapie peut être couplé à un module de base (2),
- une partie comprenant des moyens de pompage pouvant être commandés par le module
de base pour transférer une quantité de la au moins une substance à partir de l'un
des conteneurs dans un autre conteneur du module de thérapie (1), et
- une interface mécanique pouvant être commandée par le module de base, comportant
un autre module (4, 5) pouvant être directement connecté au module de thérapie pour
transporter une substance entre les modules sous la commande du module de base.
2. Module de thérapie selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'il comporte plusieurs conteneurs dont au moins un conteneur est directement relié
à au moins deux autres conteneurs du module de thérapie (1).
3. Module de thérapie selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce qu'au moins un des conteneurs comporte au moins un accès, en particulier pour un détecteur.
4. Module de thérapie selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'il comporte un ou plusieurs éléments parmi au moins des moyens de pompage, des moyens
de dosage et/ou des moyens de détection, ou des parties de ceux-ci, associés à un
conteneur.
5. Module de thérapie selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'il peut être commandé extérieurement et en ce qu'il comporte des moyens pour recevoir des signaux de commande ou d'alimentation en
courant pour des moyens destinés à transférer une quantité de la au moins une substance
depuis l'un des conteneurs dans un autre conteneur du module de thérapie (1), ou pour
des moyens de détection ou une combinaison de ces moyens.
6. Module de base pour préparer un composé de substance de diagnostic ou de thérapie
radioactive,
caractérisé par
- un récepteur (3) pour un module de thérapie (1) selon l'une quelconque des revendications
précédentes, pouvant être couplé au module de base,
- des moyens pour commander des moyens de pompage du module de thérapie afin de transférer
une quantité d'une substance depuis l'un des conteneurs dans un autre conteneur du
module de thérapie et
- des moyens pour commander une interface mécanique du module de thérapie (1) et des
moyens pour commander le transfert d'une substance depuis un autre module (4, 5) pouvant
être relié au module de base dans le module de thérapie.
7. Module de base selon la revendication 6, caractérisé en ce qu'il inclut des moyens pour détecter au moins un paramètre choisi dans le groupe comportant
le type, la quantité, la température, la dose de rayonnement, le spectre de rayonnement,
la durée de vie restante, la durée de séjour, la concentration et le pH d'au moins
une substance contenue dans le module de thérapie (1).
8. Module de base selon la revendication 6 ou 7, caractérisé en ce qu'il comporte une unité de traitement de données pour la commande de processus, et des
moyens de mémorisation de données.
9. Module de base selon l'une quelconque des revendications 6 à 8, caractérisé en ce qu'il comporte des moyens pour commander des moyens de détection.
10. Module de base selon l'une quelconque des revendications 6 à 9, caractérisé en ce qu'il comporte au moins une partie d'au moins des moyens de dosage prévus dans le module
de thérapie, des moyens de détection et/ou une électronique d'évaluation des moyens
de détection.
11. Module de base selon l'une quelconque des revendications 6 à 10, caractérisé en ce qu'il peut être couplé à des moyens informatiques ou à un réseau informatique.
12. Système comportant un module de thérapie (1) selon l'une des revendications 1 à 5,
et un module de base (3) selon l'une des revendications 7 à 11.
13. Système selon la revendication 12, caractérisé en ce qu'il comporte un module d'ingrédient actif (4) pour le stockage et/ou la préparation
de substances à courte durée de vie, en particulier des substances chimiquement et/ou
biologiquement instables et/ou des isotopes radioactifs.
14. Système selon la revendication 12 ou 13, caractérisé en ce qu'il comporte un module de transfert (5) pour le stockage et le transport d'une ou plusieurs
substances ou composés de substances, dans lequel le module de transfert (5) comporte
des moyens pour doser une quantité de la substance ou du composé de substance en fonction
des proportions de substances déjà décomposées de la substance ou du composé de substance.
15. Système selon l'une quelconque des revendications 12 à 14, caractérisé en ce que le module de thérapie (1), le module d'ingrédient actif (4), le module de base (2)
et/ou le module de transfert (5) sont reliés les uns aux autres au moyen d'interfaces,
et en ce qu'il comporte des moyens pour le transport de substances à partir du module d'ingrédient
actif (4) dans le module de thérapie (1) et/ou à partir du module de thérapie (1)
dans le module de transfert (5).
16. Système selon l'une quelconque des revendications 12 à 15, caractérisé en ce que le module de thérapie (1), le module d'ingrédient actif (4), le module de base (2)
et/ou le module de transfert (5) comportent un écran contre le rayonnement radioactif
et/ou une structure empêchant la sortie de substances.
17. Procédé de préparation d'un composé de substance de diagnostic ou de thérapie radioactive,
comportant les étapes consistant à :
- fournir un module de thérapie (1) selon l'une quelconque des revendications 1 à
5 comportant au moins un premier conteneur et un deuxième conteneur relié à celui-ci,
et au moins une substance contenue dans le premier conteneur,
- agencer le module de thérapie (1) sur un module de base (2) selon l'une quelconque
des revendications 6 à 11,
- transférer une quantité de la au moins une substance à partir du premier conteneur
dans le deuxième conteneur du module de thérapie (1) sous la commande du module de
base (2),
- raccorder un autre module au module de base (2) et raccorder directement le module
de thérapie (1) au module (4, 5),
- transférer une quantité d'une autre substance dans le deuxième conteneur à partir
du module (4, 5) sous la commande du module de base.
18. Procédé selon la revendication 17, caractérisé en ce que l'autre substance est transférée à partir d'un troisième conteneur pouvant être relié
au deuxième conteneur et inclus dans le module de thérapie (1).
19. Procédé selon l'une quelconque des revendications 17 ou 18, caractérisé en ce qu'il comporte l'étape consistant à transférer conjointement plusieurs substances différentes
contenues dans plusieurs conteneurs du module de thérapie (1), dans un conteneur du
module de thérapie (1) directement relié à la pluralité de conteneurs.
20. Procédé selon l'une quelconque des revendications 17 à 19, caractérisé en ce qu'il comporte les étapes consistant à transférer dans le module de thérapie (1) une
substance dont au moins une des propriétés varie dans le temps, et détecter au moins
un paramètre choisi dans le groupe comportant le type, la quantité, la température,
la dose de rayonnement, le spectre de rayonnement, la durée de vie restante, la durée
de séjour, la concentration et le pH de la substance transférée dans le module de
transfert (5).
21. Procédé selon l'une quelconque des revendications 17 à 20, caractérisé en ce qu'il comporte l'étape consistant à transférer dans le module de thérapie une substance
à courte durée de vie, en particulier une substance chimiquement ou biologiquement
instable ou radioactive.
22. Procédé selon l'une quelconque des revendications 17 à 21, caractérisé en ce qu'il comporte l'étape consistant à transférer au moins une substance à partir du module
de thérapie (1) dans un module de transfert (5).
23. Support lisible par ordinateur, sur lequel sont mises en oeuvre des commandes qui,
lorsqu'elles sont exécutées sur un ordinateur, entraînent la mise en oeuvre d'un procédé
selon l'une quelconque des revendications 17 à 22.