[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Emulgierung von mindestens zwei Flüssigkeiten,
mit einem Emulsionsreaktor, der einen Auslass zur Entnahme der bei der Mischung der
Flüssigkeiten entstehenden Emulsion aufweist, und in dem eine Mehrzahl von zum Einspritzen
auf im Wesentlichen einen gemeinsamen Kollisionspunkt ausgerichteten Düsen vorgesehen
ist, wobei jeder Düse jeweils eine Zufuhrleitung und eine Pumpe zugeordnet ist, die
jeweils eine Flüssigkeit aus einem zugeordneten Tank durch die Zufuhrleitung in den
Emulsionsreaktor pumpt. Sie betrifft weiterhin ein Verfahren zur Emulgierung von Flüssigkeiten,
bei dem wenigstens zwei Flüssigkeiten aus jeweils einem Tank durch zugeordnete Pumpen
über zugeordnete Zufuhrleitungen in einen Emulsionsreaktor geleitet werden.
[0002] Unter einer Emulsion versteht man gewöhnlichenroeise ein fein verteiltes Gemisch
zweier Flüssigkeiten. Dabei bildet eine der beiden Flüssigkeiten kleine Tröpfchen,
die in der anderen Flüssigkeit verteilt sind. Emulsionen sind disperse Systeme, das
heißt, dass sich die beiden Flüssigkeiten nicht oder kaum ineinander lösen. Aus diesem
Grund haben Emulsionen in der Regel eine begrenzte Lebensdauer. Emulsionen sind in
der Regel milchige Flüssigkeiten, Beispiele dafür sind Milch und Mayonnaise, sowie
Kosmetika, beispielsweise Cremes.
[0003] Bei der Herstellung einer Emulsion werden zwei Flüssigkeiten, die normalerweise nicht
mischen, miteinander vermischt. Diese Vermischung wird dadurch erreicht, dass kleine
Tröpfchen einer der beiden Flüssigkeiten, die auch disperse Phase genannt wird, in
der anderen Flüssigkeit, die auch kontinuierliche Phase genannt wird, fein und möglichst
homogen verteilt werden.
[0004] Es sind verschiedene Verfahren und Vorrichtungen zur Herstellung von Emulsionen bekannt.
Dabei werden entweder die Rohphasen der beiden Flüssigkeiten miteinander vermischt,
oder es wird eine Rohemulsion verwendet, wobei zur Herstellung der fertigen Emulsion
die Tröpfchengrößen der in ihr bereits vorliegenden Flüssigkeiten verkleinert werden
und das Gemisch insgesamt homogenisiert wird. Eine Emulsion kann beispielsweise dadurch
hergestellt werden, dass die Flüssigkeiten in ein gemeinsames Gefäß gegeben werden
und dann durch geeignete Mixer stark miteinander verrührt werden. Auf diese Weise
können beispielsweise Pasten, Cremes oder Lotionen hergestellt werden.
[0005] Alternativ dazu können Hochdruckhomogenisatoren eingesetzt werden. Dabei wird das
Fluid durch einen vergleichsweise dünnen Homogenisierungsspalt geleitet, wobei sich
seine Geschwindigkeit um ein Vielfaches erhöht. Anschließend prallt es auf ein Gehäuse.
Die Änderung der Geschwindigkeit des Fluides führt zu Scherkräften und das Aufprallen
des Fluides am Gehäuse zu einer Prallbeanspruchung.
[0006] Eine Emulsion kann weiterhin auch dadurch hergestellt werden, dass zwei Flüssigkeiten
durch Düsen aufeinander gespritzt werden und auf diese Weise mit hohen Geschwindigkeiten
miteinander kollidieren. Eine derartige Vorrichtung ist beispielsweise aus der
EP 1 165 224 B1 bekannt. Dabei werden zwei flüssige Medien in einem Reaktorraum auf einen gemeinsamen
Kollisionspunkt gespritzt, wobei zur Aufrechterhaltung der Gasatmosphäre im Reaktorraum
die Einleitung eines Gases oder einer Flüssigkeit vorgesehen ist, die auch zur Kühlung
der entstehenden Produkte dienen kann.
[0007] Emulsionen können durch so genannte Tenside bzw. Emulgatoren stabilisiert werden.
Auch aus anderen Gründen kann es nützlich sein, weitere Komponenten bzw. Additive
in die Emulsion mit eingehen zu lassen. Beispielsweise können Duftöle die geruchliche
Wahrnehmung der Emulsion beeinflussen.
[0008] Die Eigenschaften der Emulsion werden stark durch die Größenverteilung der Partikel
beeinflusst. Bei Hautcremes beispielsweise sollte die Partikelgröße einen Nanometer
nicht unterschreiten. Bei Salben wiederrum sind Partikelgrößen unter einem Nanometer
wünschenswert. Je kleiner die Partikelgröße ist, desto schneller und direkter geht
das Produkt in die Haut ein.
[0009] Bekannte Emulgieranlagen, bei denen die Flüssigkeiten in Rohform vorliegen, weisen
gewöhnlich einen Durchsatz von bis zu 50 Liter pro Stunde auf. Zudem ist der Ausschuss
relativ groß, und die zu produzierenden Mengen an Emulsion können nicht genau eingestellt
werden. Herkömmliche Emulgieranlagen sind zudem oft mit hohem wartungstechnischem
und finanziellem Aufwand verbunden.
[0010] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine möglichst kompakte und einfach
zu wartende Emulgiervorrichtung bereitzustellen, die bei minimalem Ausschuss einen
hohen Durchsatz von hochwertiger Emulsion bereit stellt. Weiterhin soll ein Verfahren
zur Emulgierung von Flüssigkeiten angegeben werden, das diese Eigenschaften aufweist.
[0011] In Bezug auf die Vorrichtung wird diese Aufgabe erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass
für jede Flüssigkeit eine Rezirkulationsleitung aus dem Emulsionsreaktor in den jeweiligen
Tank führt, und dass der Emulsionsreaktor ein Umschaltelement aufweist, welches in
einem Rezirkulationszustand die jeweilige Flüssigkeit aus ihrer Zufuhrleitung über
die jeweilige Düse in ihre Rezirkulationsleitung umleitet, während es in einem Entnahmezustand
den Kollisionspunkt frei gibt. Dabei ist im Entnahmezustand die Verbindung zwischen
Zufuhrleitung und Rezirkulationsleitung unterbrochen.
[0012] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0013] Die Erfindung baut auf der Erkenntnis auf, dass sich Emulsionen in besonders vorteilhafter
Weise durch Gegenstrominjektion herstellen lassen, bei der die beiden als Hauptkomponenten
der Emulsion fungierenden Flüssigkeiten durch Düsen auf einen gemeinsamen Kollisionspunkt
gespritzt werden. Dieser Kollisionspunkt befindet sich dabei vorzugsweise in einem
Reaktionsraum bzw. Emulsionsreaktor. Durch die heftige Kollision der beiden Flüssigkeiten
miteinander und durch ihre anschließende Reaktion werden aufgrund der resultierenden
Partikelgrößenverteilungen günstige Bedingungen zur Bildung einer Emulsion geschaffen.
Um die beiden Flüssigkeiten zur Kollision zu bringen, werden diese aus Tanks durch
Zufuhrleitungen mit Hilfe von Pumpen in die Düsen geleitet.
[0014] Davon ausgehend beruht die Erfindung auf der Überlegung, dass zur Herstellung einer
qualitativ hochwertigen Emulsion bei der Einspritzung der beiden Flüssigkeiten möglichst
optimierte Bedingungen herrschen sollten. Insbesondere sollten die Drücke und die
Temperaturen der Flüssigkeiten und des Emulsionsreaktors die Emulsion besonders begünstigende
Werte haben. Ein Einspritzvorgang unter nicht optimalen Bedingungen führt zu einer
Emulsion von geringer Qualität bzw. im Extremfall zu Ausschuss. Dies beinhaltet in
beiden Fällen den Verlust an Rohstoffen und damit verbundene zusätzliche Kosten sowie
zusätzlichen Zeitaufwand und zusätzliche Betriebskosten der Emulgieranlage.
[0015] Wie sich nunmehr herausgestellt hat, lassen sich im Emulsionsreaktor optimierte Bedingungen
für die Herstellung der Emulsion herstellen und gleichzeitig der Ausschuss auf ein
Minimum reduzieren, indem die Flüssigkeiten eine gewisse Zeit lang vor der eigentlichen
Gegenstrominjektion ohne Vermischung jeweils durch den Emulsionsreaktor geführt werden.
Die Flüssigkeiten werden aus dem jeweiligen Tank durch eine Zufuhrleitung in den Emulsionsreaktor
geleitet und von dort durch eine Rezirkulationsleitung zurück in den Tank geleitet.
Für die Flüssigkeiten entsteht dadurch ein Kreislauf bzw. eine Rezirkulation durch
den Emulsionsreaktor, die solche Einstellungen ermöglicht. Während dieser Rezirkulation
der beiden Flüssigkeiten durch den Emulsionsreaktor können die für die Herstellung
der Emulsion vorteilhaften Drücke und Temperaturen und gegebenenfalls andere Eigenschaften
der Flüssigkeiten eingestellt werden. Darüber hinaus kann sich ein thermisches Gleichgewicht
zwischen den Flüssigkeiten und dem Emulsionsreaktor einstellen. Die Pumpendurchsatzleistungen
können derart adjustiert werden, dass für die zu produzierende Emulsion das gewünschte
Mischungsverhältnis der Flüssigkeiten vorliegt.
[0016] Wenn die optimalen Produktionsbedingungen hergestellt sind, wird erfindungsgemäß
durch ein Umschaltelement im Emulsionsreaktor von dem Rezirkulationsmodus der beiden
Flüssigkeiten in einen Entnahmemodus umgeschaltet. Hierbei werden die Flüssigkeiten
aufeinander gespritzt und die Emulsion wird dadurch hergestellt. Die hergestellte
Emulsion kann dann einem Auslass des Emulsionsreaktors entnommen werden. Wenn die
gewünschte Menge an Emulsion hergestellt ist, kann durch das Umschaltelement von dem
Entnahmebetrieb wieder in den Rezirkulationsbetrieb umgeschaltet werden.
[0017] In einer bevorzugten Ausführungsform der Vorrichtung ist zwischen dem jeweiligen
Tank und dem Emulsionsreaktor in der jeweiligen Zufuhrleitung ein Bypassventil vorgesehen,
an das eine Bypassleitung angeschlossen ist, die direkt oder über einen Abschnitt
der Rezirkulationsleitung in den jeweiligen Tank führt. Dabei leitet das Bypassventil
in einer Bypassstellung die aus dem Tank entnommene Flüssigkeit durch die Bypassleitung
unter Umgehung des Emulsionsreaktors zurück in den Tank, während es in einer Durchgangsstellung
die Flüssigkeit durch die Zufuhrleitung in den Emulsionsreaktor leitet. Auf diese
Weise ist gewissermaßen ein weiterer Zirkulationsmodus bereitgestellt, bei dem die
beiden Flüssigkeiten getrennt voneinander unter Umgehung des Emulsionsreaktors zirkuliert
werden. Diese Zirkulationsphase stellt beispielsweise die Möglichkeit bereit, die
Flüssigkeiten auf geeignete Temperaturen aufzuwärmen bzw. zu erhitzen oder auch abzukühlen.
Zudem können die Pumpendurchsatzleistungen adjustiert werden, um zu dem gewünschten
Mischungsverhältnis der Flüssigkeiten zu führen.
[0018] Nach Erreichen der gewünschten Temperaturen und/oder anderer Parameter kann das Bypassventil
auf die Durchgangsstellung gestellt werden, bei der es die Flüssigkeiten durch die
jeweiligen Zufuhrleitungen in den Emulsionsreaktor leitet. Dieser Zirkulationsphase,
die auch als Niederdruck-Rezirkulation bezeichnet werden kann, folgt dann vorzugsweise
die Rezirkulationsphase der beiden Flüssigkeiten durch den Emulsionsreaktor. In dieser
Rezirkulationsphase, die auch als Hochdruck-Rezirkulationsphase bezeichnet werden
kann, können nun auch die gewünschten Drücke eingestellt werden, da die Flüssigkeiten
von den Zufuhrleitungen in die Rezirkulationsleitungen durch die jeweiligen Düsen
geleitet werden. Die Emulsion kann dann beim Umschalten in den Entnahmemodus bzw.
in die Betriebsphase hergestellt werden.
[0019] Eine zusätzliche Scherung der Flüssigkeiten bzw. des Reaktionsproduktes kann erreicht
werden, indem im Emulsionsreaktor eine einstellbare Drossel vorgesehen ist. Das Mischprodukt
der Flüssigkeiten prallt so, bevor es den Emulsionsreaktor durch den Auslass verlässt,
gegen die Drossel. Aufgrund der Scherkräfte kann dem Mischprodukt auf diese Weise
zusätzliche Energie zugeführt werden.
[0020] Vorteilhafterweise sind an den jeweiligen Zufuhrleitungen und/oder Rezirkulationsleitungen
Temperiervorrichtungen vorgesehen. Dadurch ist die Herstellung der Emulsion nicht
auf Temperaturen beschränkt, die durch die Umgebungstemperatur oder die Temperatur
der Tanks vorgegeben sind. Beispielsweise können die Flüssigkeiten auf Temperaturen,
die für die Herstellung der Emulsion besonders vorteilhaft sind, erwärmt werden. Andererseits
können die Flüssigkeiten, insbesondere wenn sie während der Hochdruck-Rezirkulationsphase
eine zu hohe Temperatur erreicht haben, im Bedarfsfall auch gekühlt werden. Aufgrund
des Zirkulationsprinzips der Flüssigkeiten sind die Temperiervorrichtungen vorteilhafterweise
nach dem Prinzip der Durchlauferhitzung ausgebildet.
[0021] In einer vorteilhaften Ausgestaltung sind die Temperiervorrichtungen als Wärmetauscher
ausgestaltet. Sie werden dabei primärseitig von der jeweiligen Flüssigkeit und sekundärseitig
von einem Heiz- oder Kühlmedium durchflossen. Da die jeweiligen Flüssigkeiten zirkulieren,
eignet sich zur Temperierung der Flüssigkeiten besonders das Durchlaufprinzip. Die
Flüssigkeiten werden dabei beim Durchlaufen der Zufuhrleitungen und/oder der Rezirkulationsleitungen
erhitzt bzw. gekühlt, und werden in diesem Zustand wieder zurück in den Tank geführt.
Diese Art der Temperierung ist effektiver und energetisch günstiger, als die Flüssigkeiten
im jeweiligen Tank zu temperieren. Zudem wird sichergestellt, dass die jeweilige Flüssigkeit
auf ihrem Weg zum Emulsionsreaktor die gewünschte Temperatur hat.
[0022] Die jeweilige Temperiervorrichtung ist vorteilhafterweise ausgelegt, die Flüssigkeiten
auf Temperaturen zwischen 20°C und 75°C zu temperieren. Dieser Temperaturbereich ist
in besonderem Maße zur Herstellung von Emulsionen im Nahrungsmittelbereich und Gesundheitsbereich
sowie für Kosmetika geeignet.
[0023] Aus verschiedenen Gründen kann es wünschenswert sein, zusätzliche Flüssigkeiten bzw.
Stoffe, auch Additive genannt, zur Bildung oder Unterstützung der Emulsion heranzuziehen.
Dazu ist vorzugsweise wenigstens ein zusätzlicher Tank für ein Additiv mit zugeordneter
Pumpe vorgesehen, mit einer Zuführungsleitung, die in den Emulsionsreaktor oder in
eine der Zufuhrleitungen für die zu emulgierenden Flüssigkeiten mündet, und einem
Ventil mit einer daran angeschlossenen Rückführungsleitung zum Tank.
[0024] Vorzugsweise sind die Düsen als Lochblenden ausgestaltet. Auf diese Weise wird durch
eine baulich einfache und wartungsarme Konstruktion eine Querschnittsverengung der
in den Emulsionsreaktor strömenden Flüssigkeit erreicht. Vorteilhafterweise weisen
die Lochblenden einen Durchmesser von 0,6 bis 6 mm auf.
[0025] Vorteilhafterweise umfassen die Düsen eine in einem kegelförmigen Gehäuse verschiebbare
Nadel zur Eintrittsdruckeinstellung der jeweiligen Flüssigkeit in den Emulsionsreaktor.
Durch ein Verschieben der Nadel im Gehäuse kann der Querschnitt, durch den die Flüssigkeit
in den Emulsionsreaktor eingespritzt wird, auf einfache Weise verändert werden. Dadurch
lässt sich auch der gewünschte Druck der Flüssigkeit justieren.
[0026] In den oben beschriebenen Ausführungsformen der Düsen wird der Druck über den Querschnitt
der Lochblende bzw. über die Position der Nadel geregelt. Diese Ausgestaltungen der
Düsen sind statischer Natur in der Hinsicht, dass die Düse nicht auf den Flüssigkeitsstrom
reagiert. Strömungsspitzen der Flüssigkeiten beispielsweise werden nicht kompensiert,
so dass sich in diesem Fall die Flüssigkeit vor der Düse stauen kann. In einer bevorzugten
Ausführungsform ist die Nadel der Düse deshalb mit einer Feder zur dynamischen Eintrittsdruckeinstellung
verbunden ist. Die Druckeinstellung findet dabei, wie bei den oben beschriebenen Varianten,
im Hochdruck-Rezirkulationsmodus statt. Der durch die Feder auf die Nadel ausgeübte
Druck und der Druck der durch die Zufuhrleitung einströmenden Flüssigkeit befinden
sich dabei im Gleichgewicht. Die Feder reagiert somit auf Strömungsschwankungen der
Flüssigkeit. Der Druck der jeweiligen Flüssigkeit wird auf diese Weise im Wesentlichen
konstant gehalten, und Druckspitzen können ausgeglichen werden.
[0027] Die Düsen und die zugeordneten Pumpen sind vorzugsweise für Drücke zwischen 25 und
200 bar, insbesondere im Wesentlichen 100 bar, ausgelegt. Diese im Vergleich zu alternativen
Verfahren geringen Drücke lassen sich vor allem durch die Struktur der Düsen, insbesondere
durch die Größe des Querschnitts, durch den die Flüssigkeit in den Emulsionsreaktor
eintritt, realisieren. Dadurch werden Produktionsmengen der Emulsion von bis zu 15
Tonnen pro Stunde ermöglicht. Die genannten Drücke herrschen in den Zufuhrleitungen
zwischen der Düse im Emulsionsreaktor und der der Zufuhrleitung zugeordneten Pumpe.
In der entsprechenden Rezirkulationsleitung, die von dem Emulsionsreaktor zurück in
den Tank führt, herrschen gewöhnlich deutlich geringere Drücke von wenigen bar.
[0028] Zur Herstellung von Emulsionen mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung können die zu
emulgierenden Flüssigkeiten in Rohstoffform vorliegen. Der Betreiber dieser Vorrichtung
benötigt also keine Vor- bzw. Rohemulsion. Die zu emulgierenden Flüssigkeiten werden
dabei vorteilhafterweise in jeweiligen Vorratsbehältern bereitgestellt, die dem jeweiligen
Tank vorgeschaltet sind. Von dem jeweiligen Vorratsbehälter führt eine Zuleitung zu
dem Tank, und mit einer zugeordneten Pumpe kann im Bedarfsfall die jeweilige Flüssigkeit
aus dem Vorratsbehälter in den Tank gepumpt werden.
[0029] In einer bevorzugten Ausführungsform sind genau zwei Düsen vorgesehen, durch die
im Betriebszustand bzw. im Entnahmemodus zwei Flüssigkeiten im Wesentlichen frontal
aufeinander gespritzt werden. Eine Erweiterung auf drei oder mehr Düsen zur Emulgierung
von drei oder mehr Flüssigkeiten ist denkbar.
[0030] In Bezug auf das Verfahren wird die oben genannte Aufgabe erfindungsgemäß dadurch
gelöst, dass die Flüssigkeiten temperiert werden, und dass ein Rezirkulationsmodus
vorgesehen ist, bei dem die Flüssigkeiten ohne Vermischung aus den jeweiligen Zufuhrleitungen
durch Düsen in den Emulsionsreaktor und weiter durch Rezirkulationsleitungen zurück
in den Tank geleitet werden, und dass ein Entnahmemodus vorgesehen ist, bei dem die
Flüssigkeiten durch die Düsen im Emulsionsreaktor im Wesentlichen auf einen gemeinsamen
Kollisionspunkt gespritzt werden, wobei die als Mischprodukt entstehende Emulsion
entnommen wird.
[0031] In einer bevorzugten Ausführungsform des Verfahrens ist ein Bypassmodus vorgesehen,
bei dem die Flüssigkeiten aus den jeweiligen Zufuhrleitungen vor Erreichen des Emulsionsreaktors
über Bypassleitungen in den jeweiligen Tank zurück geleitet werden. In diesem Bypassmodus
können die Flüssigkeiten auf die gewünschten Temperaturen erhitzt bzw. abgekühlt werden.
[0032] In Abhängigkeit von den die Emulsion bildenden Flüssigkeiten und speziellen Eigenschaften
der Emulsion, wie beispielsweise der Partikelgrößenverteilung, sollten zur Herstellung
der Emulsion besonders günstige Drücke und Temperaturen gewählt werden. Vorteilhafterweise
wird daher zur Erstellung einer Emulsion von dem Rezirkulationsmodus in den Entnahmemodus
gewechselt, wenn vorgegebene Drücke, vorgegebene Temperaturen der Flüssigkeiten bzw.
des Emulsionsreaktors und/oder vorgegebene Pumpendurchsatzleistungen erreicht sind.
Vorteilhafterweise werden die Flüssigkeiten bei deren Durchlauf durch die Zufuhrleitungen
und/oder die Rezirkulationsleitungen temperiert.
[0033] Die Umschaltung zwischen den Rezirkulationsmodus und dem Entnahmemodus geschieht
vorteilhafterweise durch Bewegung eines oder mehrerer Umschaltelemente im Emulsionsreaktor.
[0034] Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin, dass durch
aus dem Emulsionsreaktor führende Rezirkulationsleitungen und ein Umschaltelement
im Emulsionsreaktor, das die Flüssigkeiten ohne Vermischung aus den Zufuhrleitungen
über die Düsen in die Rezirkulationsleitungen umlenken kann, ein Modus geschaffen
wird, im dem die zur Herstellung der Emulsion benötigten bzw. optimierten Bedingungen
hinsichtlich Temperatur, Druck, und möglicherweise anderer Parameter eingestellt werden
können. Durch das im Emulsionsreaktor integrierte Umschaltelement kann eine schnelle
und im Wesentlichen verlustfreie Umschaltung zwischen diesem Rezirkulationsmodus und
der Betriebsphase bzw. dem Entnahmemodus geschehen. Dadurch wird der Ausschuss möglichst
klein gehalten. Durch in die Zufuhrleitungen integrierte Bypassventile mit daran angeschlossenen
Bypassleitungen kann ein weiterer Kreislauf bzw. Zirkulationsmodus geschaffen werden,
bei dem der Emulsionsreaktor umgangen wird. Dieser Modus kann dem Rezirkulationsmodus,
bei dem die Flüssigkeiten durch den Emulsionsreaktor laufen, vorausgehen. Er kann
beispielsweise zur Erhitzung der Flüssigkeiten verwendet werden.
[0035] Verschiedene Ausführungsbeispiele der Erfindung werden anhand einer Zeichnung näher
erläutert. Darin zeigen in stark schematisierter Ansicht:
- Fig. 1
- Eine Vorrichtung zur Emulgierung von Flüssigkeiten mit zwei Tanks, die die zu emulgierenden
Flüssigkeiten beinhalten, zugeordneten Pumpen, Wärmetauschern und Zufuhrleitungen,
die zu einem Emul- sionsreaktor führen, daran angeschlossenen Rezirkulationsleitungen,
und Bypassleitungen und -ventilen, und zwei weiteren Tanks für Additive in einer ersten
Ausführungsform,
- Fig. 2
- eine Vorrichtung zur Emulgierung von Flüssigkeiten in einer zweiten, erweiterten Ausführungsform,
und
- Fig. 3
- das Wirkungsprinzip eines Umschaltelementes in einem Emulsionsreaktor der Vorrichtung
in Draufsicht (das Emulsionsreak- torgehäuse ist der besseren Übersicht halber weggelassen).
[0036] Die in Fig. 1 dargestellte Vorrichtung 2 zur Emulgierung von Flüssigkeiten erlaubt
die Herstellung einer Emulsion, die hauptsächlich aus zwei fluiden Bestandteilen besteht.
Die beiden Flüssigkeiten liegen in Rohform in den Tanks 6 vor. Sie werden über zugeordnete
Pumpen 10 durch Zufuhrleitungen 14 in den Emulsionsreaktor 18 gepumpt. Zur Erhitzung
der Flüssigkeiten sind entlang der Zufuhrleitungen 14 Wärmetauscher 22 vorgesehen.
Die Flüssigkeiten werden im Emulsionsreaktor 18 nach dem Prinzip der Gegenstrominjektion
aufeinander gespritzt. Die Einspritzung der Flüssigkeiten erfolgt dabei in diesem
Beispiel im Wesentlichen frontal aufeinander. Im Emulsionsreaktor treten die Flüssigkeiten
dabei aus den Düsen 24 (nicht eingezeichnet) im Wesentlichen kegelförmig aus. Die
Flüssigkeiten reagieren auf diese Art miteinander, und können dann einem Auslass 25
des Emulsionsreaktors entnommen werden.
[0037] Für die Herstellung einer qualitativ hochwertigen Emulsion ist es wichtig, dass dafür
geeignete Drücke und Temperaturen vorherrschen. Eine Herstellung der Emulsion bei
ungünstigen Drücken und Temperaturen führt zu einem qualitativ minderwertigen Produkt
oder zu Ausschuss. Um eine präzise Einstellung von Druck und Temperatur zu ermöglichen,
besitzt die Vorrichtung 2 deshalb Rezirkulationsleitungen 26. In einem Rezirkulationsmodus
kann so die jeweilige Flüssigkeit über die Zufuhrleitung 14 und die Düse 24 (siehe
auch Fig. 3) durch den Emulsionsreaktor 18 und weiter über die Rezirkulationsleitung
26 zurück in den Tank geführt werden. Dadurch ist für jede Flüssigkeit jeweils ein
Kreislauf gegeben. Die Umschaltung der Vorrichtung 2 von dem Rezirkulationsmodus,
bei dem die beiden Flüssigkeiten getrennt voneinander und ohne Vermischung aus dem
Tank 6 über die Zufuhrleitung 14 durch den Emulsionsreaktor 18 und über die Rezirkulationsleitung
26 wieder zurück in den Tank geleitet werden, und dem Entnahmemodus bzw. der Betriebsphase,
in der die Flüssigkeiten durch die Düsen 24 aufeinander gespritzt werden, geschieht
durch ein in der Fig. 1 nicht dargestelltes Umschaltelement 28 im Emulsionsreaktor
18, dessen Funktionsprinzip weiter unten anhand von Fig. 3 erläutert wird.
[0038] Das Umschaltelement 28 kann folglich im Wesentlichen zwei Zustände einnehmen. Im
Rezirkulationszustand werden die beiden Flüssigkeiten durch den Emulsionsreaktor 18
ohne Vermischung geleitet. Im Entnahmezustand werden die beiden Flüssigkeiten aufeinander
gespritzt, was zur Bildung der Emulsion führt.
[0039] Die Wärmetauscher 22 sind zu einer Temperierung, also einer Erwärmung oder Abkühlung,
der Flüssigkeiten im Temperaturbereich zwischen 20°C und 75°C ausgelegt. Der Rezirkulationsmodus,
bei dem die Flüssigkeiten durch den Emulsionsreaktor 18 ohne gegenseitige Vermischung
geleitet werden, kann als Hochdruck-Rezirkulationsmodus bezeichnet werden, weil in
diesem Modus die zur Herstellung der Emulsion erforderlichen Drücke eingestellt werden
können. Zudem können auch alle weiteren Parameter zur Erstellung der Emulsion eingestellt
werden. Dazu gehören die Temperaturen der Flüssigkeiten sowie die Austragsleistungen
bzw. Pumpendurchsatzleistungen der Pumpen 10. Durch die Pumpendurchsatzleistungen
kann das Mischungsverhältnis der beiden hauptsächlichen Komponenten, beispielsweise
Fett und Wasser, in der Emulsion eingestellt werden.
[0040] Die Vorrichtung 2 erlaubt noch eine weitere Art von Rezirkulation, bei der der Emulsionsreaktor
18 vollständig umgangen wird. Dieser auch als Niederdruck-Rezirkulation bezeichnete
Modus wird dadurch erreicht, dass in die jeweilige Zufuhrleitung 14 ein Bypassventil
30 eingebaut ist. Das Bypassventil 30 ist dabei als Umschaltventil ausgebildet. Es
kann im Wesentlichen zwei verschiedene Zustände einnehmen. In seiner Durchgangsstellung
(das Bypassventil 30 ist geschlossen) wird die jeweilige Flüssigkeit im Wesentlichen
einfach durch das Ventil hindurch geleitet und somit weiter in den Emulsionsreaktor
18 geführt. An das Ventil ist eine Bypassleitung 34 angeschlossen, über die in der
Bypassstellung (das Bypassventil 30 ist offen) des Bypassventils 30 die Flüssigkeit
in die Rezirkulationsleitung 26 und dann weiter zurück in den Tank 6 geleitet wird.
In der hier gezeigten Ausführungsform mündet die Bypassleitung über ein T-förmiges
Leitungsstück in die Rezirkulationsleitung 26. Dabei ist aus hydrodynamischen Gründen
sichergestellt, dass die Flüssigkeit nicht über die Rezirkulationsleitung in den Emulsionsreaktor
18 fließt.
[0041] In diesem Niederdruck-Rezirkulationsmodus ist ein Umlauf der Flüssigkeit geschaffen,
bei dem sie nach dem Durchlaufprinzip mit Hilfe des Wärmetauschers 22 erhitzt wird.
Dieser Modus kann beispielsweise solange aufrecht erhalten werden, bis die zur Emulgierung
benötigten Flüssigkeiten die gewünschte Temperatur erreicht haben. Wird das Ventil
dann von der Bypassstellung in die Durchgangstellung umgeschaltet, kann die Flüssigkeit
im Hochdruck-Rezirkulationsmodus durch den Emulsionsreaktor 18 zirkulieren. Sofern
dann alle wichtigen Parameter, wie beispielsweise Druck, Temperatur und Pumpenfördermengen,
eingestellt sind, was typischerweise 15 Minuten dauert, kann durch das Umschaltelement
28 der Entnahmemodus bzw. die Betriebsphase aktiviert werden, in der die beiden Flüssigkeiten
zur Bildung einer Emulsion aufeinander gespritzt werden. Diese Umschaltung kann in
sehr kurzen Zeiten von wenigen Millisekunden geschehen.
[0042] Die Vorrichtung 2 wird vorzugsweise derart betrieben, dass der Niederdruck-Rezirkulationsmodus,
der Hochdruck-Rezirkulationsmodus, und der Betriebsmodus bzw. der Entnahmemodus in
dieser Reihenfolge zeitlich nacheinander gefahren werden, um einen "Schuss" Emulsion
herzustellen. Sind die Flüssigkeiten bereits auf die richtige Temperatur erwärmt,
kann der Niederdruck-Rezirkulationsmodus für folgende Schüsse ausgelassen werden.
Durch die Zirkulationsmodi können optimierte Bedingungen für die Herstellung der Emulsion
erreicht werden, da alle einstellbaren Parameter vor dem jeweiligen Schuss auf gewünschte
Werte eingestellt werden können.
[0043] Die Vorrichtung 2 bzw. das Verfahren zur Emulgierung von Flüssigkeiten ermöglichen
zudem mit Hilfe der Rezirkulationsmodi die Neuerstellung von Rezepturen bzw. Rezepten
für neue Emulsionen und damit auch neue Produkte. Es kann in einem Schuss immer eine
geringe Menge an Emulsion, beispielsweise ein Kilogramm, hergestellt und auf seine
Eigenschaften untersucht werden. Daraufhin können die Parameter der Flüssigkeiten
und/oder Additive, beispielsweise die Mischungsverhältnisse, Drücke und Temperaturen,
neu justiert werden und eine neue Probe kann hergestellt werden. So lassen sich ohne
großen Materialaufwand Testreihen mit jeweils unterschiedlichen Parametern fahren,
wobei die zur Herstellung der Emulsion optimierten Parameterwerte empirisch aus den
Messergebnissen heraus "kondensiert" werden können.
[0044] In vielen Anwendungsbereichen von Emulsionen ist es wünschenswert bzw. erforderlich,
dass die Emulsion nicht nur zwei Bestandteile, im Wesentlichen eine Wasserphase und
eine Fettphase, enthält. Zur Stabilisierung der Emulsion, zur Erhöhung ihrer Wirkungskraft
beispielsweise bei gesundheitlichen Produkten, zur Anreicherung der Emulsion mit Duftölen
oder ähnlichen Substanzen oder aus anderen produkttechnischen Gründen soll die Emulsion
oft weitere Bestandteile enthalten. Diese zusätzlichen Bestandteile werden auch als
Additive bezeichnet. Die Zumischung von bis zu zwei Additiven wird in der Vorrichtung
2 gemäß Fig. 1 ermöglicht, wobei die Vorrichtung 2 hinsichtlich der Anzahl der beimischbaren
Additive skalierbar ausgelegt ist. Die Additive sind dazu in Additiv-Tanks 40 gespeichert.
Mit Hilfe von Additiv-Pumpen 44 können die Additive über Additiv-Zufuhrleitungen 48
in den Emulsionsreaktor 18 geleitet werden. Auch für die Additive ist vorteilhafterweise
ein Kreislauf bzw. eine Rezirkulation vorgesehen, bei der die Additive über Additiv-Rezirkulationsleitungen
52 ohne Vermischung mit den anderen Flüssigkeiten wieder in den Additiv-Tank 40 geleitet
werden. In die Additiv-Leitungen 48, 52 kann zu diesem Zweck auch ein Additiv-Ventil
56 eingebaut sein, durch das das jeweilige Additiv durch eine angeschlossene Leitung
zurück in den Additiv-Tank 40 geleitet werden kann. Für die Additive können Rezirkulationskreisläufe
vorgesehen sein, die denen der beiden hauptsächlichen Komponenten der zu erstellenden
Emulsion entsprechen.
[0045] Da der Mengenbeitrag eines Additivs zur Emulsion oftmals weniger als 1 Prozent beträgt,
kann auf eine Temperierung des Additivs in der Praxis oft verzichtet werden. Wird
eine Erwärmung oder eine Abkühlung gewünscht bzw. ist sie erforderlich, können äquivalent
zu den Kreisläufen der Hauptkomponenten der Emulsion Temperiervorrichtungen, bevorzugt
Wärmetauscher, an den Additiv-Zufuhrleitungen oder Additiv-Rezirkulationsleitungen
angebracht werden. Eine geringe Erwärmung kann auch direkt über den jeweiligen Pumpenkörper
erfolgen. Im allgemeinsten Fall sind alle Komponenten der Emulsion temperierbar.
[0046] Die Beimischung des jeweiligen Additivs zur Emulsion kann auf zwei verschiedene Arten
erfolgen. Einerseits kann das Additiv direkt in eine der beiden Zufuhrleitungen über
ein Einleitungsstück 58 eingeleitet werden. Es wird dabei unter einem Druck eingeleitet,
der gegenüber dem Druck der Zufuhrleitung um beispielsweise 10 bar erhöht ist. Diese
Art der Beimischung erfolgt vorzugsweise bei Komponenten, die sich nur schwer mit
anderen Flüssigkeiten vermischen lassen. Durch die Injektion in den Flüssigkeitsstrom
und die nachfolgende Eindüsung treten zweimal kurz hintereinander Scherungen der Additiv-Flüssigkeit
auf, was sich auf die Partikelverteilung in der fertigen Emulsion begünstigend auswirkt.
Anderseits kann das Additiv auch direkt über ein Eintrittsstück 59 und eine daran
sich anschließende Düse 24 (nicht eingezeichnet) in den Emulsionsreaktor 18 eingespritzt
werden.
[0047] Die Düsen 24 können als statische Düsen ausgestaltet sein, beispielsweise als Lochblenden
oder Nadelventile. In einer dynamischen Ausgestaltung der Düsen 24 ist eine den Querschnitt
in einem kegelförmigen Gehäuse verengende Nadel mit einer Feder verbunden. Im Gleichgewichtszustand
bei Umlauf der Flüssigkeit sind Druck der Flüssigkeit und Federdruck im Gleichgewicht.
Druckspitzen werden in dieser Ausgestaltung automatisch durch eine zeitweilige Vergrößerung
des Querschnitts (entgegen der Wirkung der Federkraft) ausgeglichen.
[0048] Die Tanks 6 sind zur wärmetechnischen Isolierung gegenüber der Umgebung vorteilhafterweise
mit einer Wärmeisolationsschicht, insbesondere in Form eines Doppelmantels, ausgestattet.
[0049] Die Vorrichtung 2 zur Emulgierung von Flüssigkeiten ist in Fig. 2 in einer zweiten
bevorzugten Ausführungsform dargestellt. Diese Ausführungsform beinhaltet gewissermaßen
eine Erweiterung der in Fig. 1 gezeigten Vorrichtung 2, die im Wesentlichen zusätzlich
die Komponenten enthält, die für einen vollständigen Produktionsablauf notwendig sind.
Die mit der Vorrichtung 2 aus Fig. 1 gemeinsamen Komponenten befinden sich innerhalb
des gestrichelten Kastens. Abweichend von der Darstellung in Fig. 1 sind in Fig. 2
die Zufuhrleitungen 14 und die Rezirkulationsleitungen 26 zum Teil überlagert gezeichnet.
Die in Fig. 2 dargestellte Vorrichtung 2 umfasst zusätzlich Vorratsbehälter 60, in
denen die Flüssigkeiten als Rohstoffe bzw. in ihrer Rohform vorliegen. Diese Vorratsbehälter
60 sind dementsprechend austauschbar und möglichst einfach zu montieren. Durch Vorratspumpen
64 werden die sich in den Vorratsbehältern 60 befindenden Flüssigkeiten nach Bedarf
in die Tanks 6 gepumpt.
[0050] Die Vorratsbehälter 60 werden gewöhnlich auf einer vorgegebenen Temperatur gehalten,
die nicht der zur Herstellung der Emulsion benötigten Temperatur entsprechen muss.
Die zur Emulgierung gewünschte Temperatur kann, wie oben dargestellt, mit Hilfe der
Wärmetauscher 22 eingestellt werden. Dazu sind vorteilhafterweise ein oder mehrere
Temperaturfühler an oder im Emulsionsreaktor 18 platziert, über den die Temperaturen
der jeweiligen Flüssigkeiten gemessen werden können. Über eine mit den Temperaturfühlern
und den Heizapparaturen bzw. mit Stellgliedern der Wärmetauscher 22 verbundene Temperaturregeleinheit
(nicht dargestellt) können dann die gewünschten Temperaturen der Flüssigkeiten eingeregelt
werden. Die Strömungsrichtung der Flüssigkeiten von den Tanks 6 in den Emulsionsreaktor
18 ist durch die Pfeile 65 angedeutet.
[0051] Bei der in der Fig. 2 dargestellten Ausführungsform der Vorrichtung 2 ist wieder
die Beimischung von bis zu zwei Additiven aus Additiv-Tanks 40 vorgesehen. Die im
Entnahmemodus produzierte Emulsion kann den Emulsionsreaktor 18 aus dem Auslass 25
entnommen werden. Sie wird dann über die Entnahmeleitung 68 durch einen Entnahmewärmetauscher
72 in den Emulsionsbehälter 76 geleitet. Durch den Entnahmewärmetauscher 72 kann die
Emulsion vor ihrer Abfüllung in den Emulsionsbehälter 76 auf eine geeignete Temperatur
gebracht werden. Sobald die bedarfsgerechte Menge an Emulsion hergestellt ist, kann
der Emulsionsbehälter 76 von der Entnahmeleitung 68 gelöst werden. Die in dem Emulsionsbehälter
76 abgefüllte Emulsion kann auf diese Weise ihrem Bestimmungszweck zugeführt werden.
[0052] In Fig. 3 ist schematisch die Funktionsweise des Umschaltelementes 28 im Emulsionsreaktor
18 für zwei miteinander zu vermischende Flüssigkeiten dargestellt. Das Gehäuse des
Emulsionsreaktors 18 sowie weitere Details sind übersichtlichkeitshalber in dieser
Darstellung weggelassen. Als Emulsionsreaktor 18 eignet sich beispielsweise ein Mischkopf.
Die Zufuhrleitungen 14 und die Rezirkulationsleitungen 26 sind - jedenfalls in ihrem
Mündungsbereich in den Emulsionsreaktor 18 - vorzugsweise nebeneinander angeordnet,
so dass die Fig. 2 einer Draufsicht auf die Leitungen 14, 26 und das Umschaltelement
28 entspricht.
[0053] Das Umschaltelement 28 umfasst einen Umschaltkörper 80 sowie zwei in den in den Umschaltkörper
integrierte Umleitkanäle 84. Jeder der Umleitkanäle 84 ist jeweils einer der beiden
Flüssigkeiten zugeordnet. Der Abstand der Öffnungen 86 des jeweiligen Umleitkanals
84 entspricht dabei dem Abstand zwischen der auf jeder der beiden Seiten in den Emulsionsreaktor
eingehenden Zufuhrleitung 14 und der zugehörigen Rezirkulationsleitung 26. Emulsionsreaktorseitig
ist an jeder Zufuhrleitung 14 eine Düse 24 zum Einspritzen der Flüssigkeit in den
Emulsionsreaktor 18 angebracht. Das Umschaltelement 28 kann in Bewegungsrichtung 88
hin und her zwischen zwei verschiedenen Positionen bewegt werden. Diese Bewegung kann
beispielsweise elektromagnetisch durch strombeaufschlagte Schaltspulen (nicht dargestellt)
oder dergleichen initiiert werden.
[0054] In dem in Fig. 3 gezeigten Entnahmezustand gibt das Umschaltelement 28 den Kollisionspunkt
K frei. Die Flüssigkeiten schießen in Einspritzrichtung 92 auf den gemeinsamen Kollisionspunkt
K. Die Emulsion kann dem Auslass 25 des Emulsionsreaktors 18 entnommen werden. Die
Entnahmemenge der Emulsion kann durch eine hier schematisch dargestellte Drossel 96
im Bedarfsfall begrenzt werden. Der Auslass 25 ist hierbei räumlich unterhalb des
Kollisionspunktes K gelagert.
[0055] In seinem zweiten Zustand, dem Rezirkulationszustand, ist das Umschaltelement 28
derart positioniert, dass die Öffnungen 86 der Umleitkanäle 84 jeweils mit den Aus-
bzw. Eingängen der Zufuhrleitungen 14 bzw. der Düsen 24 und der Rezirkulationsleitungen
26 in Deckung gebracht sind. Die Verbindung zwischen den Öffnungen 86 des Umleitkanals
84 und den jeweiligen Leitungen ist so ausgestaltet, dass die Flüssigkeit im Wesentlichen
verlustfrei von der Zufuhrleitung 14 und der Düse 24 über den Umleitkanal 84 in die
Rezirkulationsleitung 26 geleitet wird. Die Übergänge zwischen Umleitkanal 84 und
den Leitungen 14, 26 müssen entsprechend dicht ausgestaltet sein. Der wesentliche
Zweck des Umschaltelementes 28 ist die vermischungsfreie Rezirkulation der Flüssigkeiten
durch den Emulsionsreaktor 18 zurück in den jeweiligen Tank 6.
[0056] Auch im Hochdruck-Rezirkulationsmodus wird die Flüssigkeit durch die jeweilige Düse
24 geleitet, bevor sie durch das Umschaltelement 28 in die Rezirkulationsleitung 26
umgeleitet wird. Dadurch wird der Aufbau und die präzise Einregelung des für den "Schuss"
(Entnahme) gewünschten Druckes zwischen Pumpe und Düse ermöglicht. Da das Umschalten
zwischen Hochdruck-Rezirkulationsmodus und Entnahmemodus in wenigen Millisekunden
geschehen kann, wird sichergestellt, dass beim Schuss im Wesentlichen die Bedingungen
vorliegen, die kurz davor während der Zirkulation vorlagen.
[0057] Gemäß Fig. 3 ist diese Funktionalität durch zwei in den Umschaltkörper 80 integrierte
Umleitkanäle 84 realisiert. Es sind natürlich auch andere Realisierungen denkbar.
Das Umschaltelement 28 kann beispielsweise aus einer Stange oder einem Kolben bestehen,
der zwischen die Leitungen 14, 26 geführt wird, und in dem auf zwei gegenüberliegenden
Seiten Längsnuten eingelassen sind, über die die jeweiligen Flüssigkeiten umgeleitet
werden können. Die Stange bzw. der Kolben kann sich in einem zylinderförmigen Gehäuse
befinden, in dem er maschinell zwischen den beiden Stellungen hin- und her bewegt
werden kann. Alternativ ist auch eine Realisierung mit einem drehbaren Umschaltkörper
denkbar.
[0058] Die gleiche Funktionalität kann auch durch mehrere Umschaltelemente, beispielsweise
je eins für die jeweilige Flüssigkeit, erreicht werden. Von dem Rezirkulationsmodus
wird in den Entnahmemodus vorteilhafterweise dann umgeschaltet, wenn die zur Herstellung
der Emulsion benötigten Bedingungen vorliegen.
[0059] Das in Fig. 3 nicht eingezeichnete Emulsionsreaktorgehäuse ist derart konstruiert,
dass die Emulsion nach der Kollision der Flüssigkeiten im Kollisionspunkt K von dem
Gehäuse abprallt und in den Auslass 25 fließt. Der Kollisionspunkt K ist hier als
im Wesentlichen zentraler Punkt der Kollision zu verstehen; tatsächlich kollidieren
die in der Art gegeneinander gerichteter Kegelstrahlen in den Mischraum eingedüsten
Flüssigkeiten miteinander in der Regel in einem ausgedehnten Raumbereich im Emulsionsreaktor
18. Bei Bedarf können weitere Flüssigkeiten in den Emulsionsreaktor 18 eingedüst und
auf den Kollisionspunkt K beschleunigt werden.
Bezugszeichenliste
[0060]
- 2
- Vorrichtung
- 6
- Tank
- 10
- Pumpe
- 14
- Zufuhrleitung
- 18
- Emulsionsreaktor
- 22
- Wärmetauscher
- 24
- Düse
- 25
- Auslass
- 26
- Rezirkulationsleitung
- 28
- Umschaltelement
- 30
- Bypassventil
- 34
- Bypassleitung
- 40
- Additiv-Tank
- 44
- Additiv-Pumpe
- 48
- Additiv-Zufuhrleitung
- 52
- Additiv-Rezirkulationsleitung
- 56
- Additiv-Ventil
- 58
- Einleitungsstück
- 59
- Eintrittsstück
- 60
- Vorratsbehälter
- 64
- Vorratspumpe
- 65
- Pfeil
- 68
- Entnahmeleitung
- 72
- Entnahmewärmetauscher
- 76
- Emulsionsbehälter
- 80
- Umschaltkörper
- 84
- Umleitkanal
- 86
- Öffnung
- 88
- Bewegungsrichtung
- 92
- Einspritzrichtung
- 96
- Drossel
- K
- Kollisionspunkt
1. Vorrichtung (2) zur Emulgierung von mindestens zwei Flüssigkeiten, mit einem Emulsionsreaktor
(18), der einen Auslass (25) zur Entnahme der bei der Mischung der Flüssigkeiten entstehenden
Emulsion aufweist, und in dem eine Mehrzahl von zum Einspritzen auf im Wesentlichen
einen gemeinsamen Kollisionspunkt (K) ausgerichteten Düsen (24) vorgesehen ist, wobei
jeder Düse (24) jeweils eine Zufuhrleitung (14) und eine Pumpe (10) zugeordnet ist,
die jeweils eine Flüssigkeit aus einem zugeordneten Tank (6) durch die Zufuhrleitung
(14) in den Emulsionsreaktor (18) pumpt, dadurch gekennzeichnet,
dass für jede Flüssigkeit eine Rezirkulationsleitung (26) aus dem Emulsionsreaktor (18)
in den jeweiligen Tank (6) führt, und dass der Emulsionsreaktor (18) ein Umschaltelement
(28) aufweist, welches in einem Rezirkulationszustand die jeweilige Flüssigkeit aus
ihrer Zufuhrleitung (14) über die jeweilige Düse (24) in ihre Rezirkulationsleitung
(26) umleitet, während es in einem Entnahmezustand den Kollisionspunkt (K) freigibt.
2. Vorrichtung (2) nach Anspruch 1, wobei zwischen dem jeweiligen Tank (6) und dem Emulsionsreaktor
(18) in der jeweiligen Zufuhrleitung (14) ein Bypassventil (30) vorgesehen ist, an
das eine Bypassleitung (34) angeschlossen ist, die direkt oder über einen Abschnitt
der Rezirkulationsleitung (26) in den jeweiligen Tank (6) führt, und wobei das Bypassventil
(30) im Betriebszustand in einer Bypassstellung die aus dem Tank (6) entnommene Flüssigkeit
durch die Bypassleitung (34) unter Umgehung des Emulsionsreaktors (18) zurück in den
Tank (6) leitet, während es in einer Durchgangsstellung die Flüssigkeit durch die
Zufuhrleitung (14) in den Emulsionsreaktor (18) leitet.
3. Vorrichtung (2) nach Anspruch 1 oder 2, wobei im Emulsionsreaktor (18) eine einstellbare
Drossel (96) zur zusätzlichen Scherung des Mischprodukts der Flüssigkeiten vorgesehen
ist.
4. Vorrichtung (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei wenigstens ein zusätzlicher
Tank (6) für ein Additiv mit zugeordneter Pumpe (44) vorgesehen ist, mit einer Zuführungsleitung
(48), die in den Emulsionsreaktor (18) oder in eine der Zufuhrleitungen (14) mündet,
und einem Ventil (56) mit einer daran angeschlossenen Rückführungsleitung (52) zum
Tank.
5. Vorrichtung (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei die Düsen (24) als Lochblenden
ausgestaltet sind.
6. Vorrichtung (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei die Düsen (24) eine in einem
kegelförmigen Gehäuse verschiebbare Nadel zur Eintrittsdruckeinstellung der jeweiligen
Flüssigkeit in den Emulsionsreaktor (18) umfassen.
7. Vorrichtung (2) nach Anspruch 6, wobei die Nadel mit einer Feder zur dynamischen Eintrittsdruckeinstellung
verbunden ist.
8. Vorrichtung (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei die Düsen (24) und die zugeordneten
Pumpen (10) für Drücke zwischen 25 und 200 bar, insbesondere im Wesentlichen 100 bar,
ausgelegt sind.
9. Vorrichtung (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei dem jeweiligen Tank (6) ein
Vorratsbehälter (60) vorgeschaltet ist, mit einer Zuleitung zu dem Tank (6) und einer
zugeordneten Pumpe (64), die im Bedarfsfall die jeweilige Flüssigkeit aus dem Vorratsbehälter
(60) in den Tank (6) pumpt.
10. Vorrichtung (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei genau zwei Düsen (24) vorgesehen
sind, durch die im Betriebszustand zwei Flüssigkeiten im Wesentlichen frontal aufeinander
gespritzt werden.
11. Verfahren zur Emulgierung von Flüssigkeiten, bei dem wenigstens zwei Flüssigkeiten
aus jeweils einem Tank (6) durch zugeordnete Pumpen (10) über zugeordnete Zufuhrleitungen
(14) in einen Emulsionsreaktor (18) geleitet werden,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Flüssigkeiten temperiert werden, und dass ein Rezirkulationsmodus vorgesehen
ist, bei dem die Flüssigkeiten ohne Vermischung aus den jeweiligen Zufuhrleitungen
(14) durch Düsen (24) in den Emulsionsreaktor (18) und weiter durch Rezirkulationsleitungen
(26) zurück in den Tank (6) geleitet werden, und dass ein Entnahmemodus vorgesehen
ist, bei dem die Flüssigkeiten durch die Düsen (24) im Emulsionsreaktor (18) im Wesentlichen
auf einen gemeinsamen Kollisionspunkt (K) gespritzt werden, wobei die als Mischprodukt
entstehende Emulsion entnommen wird.
12. Verfahren nach Anspruch 11, wobei ein Bypassmodus vorgesehen ist, bei dem die Flüssigkeiten
aus den jeweiligen Zufuhrleitungen (14) vor Erreichen des Emulsionsreaktors (18) über
Bypassleitungen (34) in den jeweiligen Tank (6) zurückgeleitet werden.
13. Verfahren nach Anspruch 11 oder 12, wobei zur Erstellung einer Emulsion von dem Rezirkulationsmodus
in den Entnahmemodus gewechselt wird, wenn vorgegebene Drücke, vorgegebene Temperaturen
der Flüssigkeiten und/oder des Emulsionsreaktors und/oder vorgegebene Pumpendurchsatzleistungen
erreicht sind.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 13, wobei die Flüssigkeiten bei deren Durchlauf
durch die Zufuhrleitungen (14) und/oder die Rezirkulationsleitungen (26) temperiert
werden.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 14, wobei zwischen dem Rezirkulationsmodus
und dem Entnahmemodus durch Bewegung eines oder mehrerer Umschaltelemente (28) im
Emulsionsreaktor umgeschaltet wird.