[0001] Die Erfindung betrifft eine Löschvorrichtung ausgebildet zur lokalen Brandbekämpfung
in Gebäuden am Ort eines Brandherdes nach dem Oberbegriff von Anspruch 1 und ein entsprechendes
Verfahren nach dem Oberbegriff von Anspruch 23. Darüber hinaus betrifft die vorliegende
Erfindung ein Löschsystem mit einer Mehrzahl von Löschvorrichtungen der vorgenannten
Art nach Anspruch 19.
[0002] Soweit Gebäude mit Löscheinrichtungen ausgerüstet sind, handelt es sich dabei beispielsweise
um in dem betreffenden Gebäude bzw. Teilen davon, insbesondere an oder in Decken verlegte
Sprinkleranlagen, aus deren Düsen im Auslöse- bzw. Brandfall Wasser als Löschmittel
versprüht wird. Sprinkleranlagen sind automatische Feuerlöschanlagen, die zum vorbeugenden
Brandschutz in Sonderbauten wie Hochhäusern, Geschäftshäusern, Kaufhäusern, Industrieanlagen,
Versammlungsstätten und Tiefgaragen eingesetzt werden. An der Raumdecke oder im oberen
Bereich der Seitenwände werden mehrere Wasseraustrittsdüsen, sogenannte Sprinklerköpfe,
angebracht, die mit einem Wasserrohrnetz verbunden sind. Die Wasseraustrittsdüsen
wiederum sind mit Glasampullen verschlossen, welche mit einer gefärbten Spezialflüssigkeit
gefüllt sind. Innerhalb eines Sprinklersystems herrscht ein konstanter Wasserdruck,
der in der Sprinklerzentrale kontrolliert wird. Bei einem Feuer erwärmt sich die Spezialflüssigkeit
in den Glasampullen, dehnt sich aus, wodurch die Ampullen zerplatzen. Dadurch werden
die Düsen geöffnet und das Löschwasser tritt aus dem Sprinklerrohmetz aus. Der daraus
resultierende Druckabfall wird von einer Steuereinrichtung erkannt und führt zum Öffnen
weiterer Ventile und dem Starten von Pumpen. Ab diesem Zeitpunkt wird Wasser aus dafür
vorgesehenen Tanks oder über einen dafür dimensionierten Wasseranschluß mit hohem
Druck in das Sprinklersystem gepumpt. Dieses tritt an allen offenen Wasserdüsen aus
und löscht oder minimiert den Brand.
[0003] Ein Nachteil von Sprinkleranlagen ist, daß diese häufig als großflächig zusammengeschaltete
Systeme ausgelegt sind, so daß im Falle eines nur kleinen Brandes oder im Falle einer
Fehlauslösung erhebliche Schäden durch das versprühte Löschmittel die Folge sind.
Im übrigen können Gebäude mit den bekannten, fest installierten Sprinkleranlagen nur
mit einem erheblichen Aufwand nachgerüstet werden.
[0004] Aus dem Stand der Technik sind darüber hinaus Löschvorrichtungen bekannt, bei denen
eine Löschsäule zur lokalen Brandbekämpfung in Gebäuden am Ort eines Brandherdes eingesetzt
wird. Derartige Raumlöschsäulen bestehen aus einem transportablen Gehäuse mit über
dessen Gehäusewandung verteilt angeordneten Löschdüsen zum Austrag eines in dem Gehäuse
gespeicherten Löschmittels, wobei in dem Gehäuse ein an die Löschdüsen angeschlossener
Tank zur Aufnahme des Löschmittels, ein Energieversorgungsmodul sowie ein an Brandmeldesensoren
angeschlossenes Steuermodul zur Ansteuerung einer Löschfunktion der Raumlöschsäule
vorgesehen sind. Die bekannten Raumlöschsäulen können dezentral in einem Gebäude aufgestellt
werden, wobei es möglich ist, die Raumlöschsäulen bezüglich der Auslöse- und Löschfunktion
völlig autark zu betreiben. So kann je nach der Raumgröße eine einzige in dem betreffenden
Raum plazierte Raumlöschsäule ausreichend sein. Bei großen Räumen können wahlweise
auch mehrere Raumlöschsäulen aufgestellt werden. Die bekannten Raumlöschsäulen ermöglichen
das Nachrüsten eines Gebäudes bei geringem konstruktiven Aufwand und geringen Kosten,
wobei Fehlauslösungen nur eine einzelne Raumlöschsäule betreffen können, was zu geringeren
Schäden als bei der Fehlauslösung eines Sprinklersystems führt. Durch die Möglichkeit,
einen Brand nur lokal im Umgebungsbereich des Brandherdes zu löschen, können Schäden,
die auf das versprühte Löschmittel zurückzuführen sind, begrenzt werden, was insbesondere
bei lokal auftretenden vergleichsweise kleinen Brandherden von Vorteil ist.
[0005] Die bekannten Löschsäulen weisen jedoch nur eine vergleichsweise geringe Wirksamkeit
bei der lokalen Brandbekämpfung auf. Insbesondere können Glutnester mit den bekannten
Raumlöschsäulen nur unzureichend gelöscht werden, was nach Beendigung des Löschvorgangs
zu einem Wiederaufflammen des Brandes führen kann.
[0006] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Löschvorrichtung, ein Verfahren
und ein Löschsystem jeweils der eingangs genannten Art zur Verfügung zu stellen, die
eine wirkungsvolle Brandbekämpfung in Gebäuden, am Ort eines Brandherdes und in unmittelbarer
Umgebung des Brandherdes, ermöglichen, wobei insbesondere Glutnester am Ort des Brandherdes
möglichst vollständig gelöscht werden sollen.
[0007] Zur Lösung der vorgenannten Aufgabe ist bei einer Löschvorrichtung, die eine eine
Düseneinrichtung mit einer Mehrzahl von Löschdüsen aufweisende Löscheinheit ausgebildet
zum Austrag von vorzugsweise flüssigem Löschmittel lediglich am Ort des Brandherdes
und zur dezentralen Anordnung in dem Gebäude, wenigstens einen mit den Löschdüsen
fluidkommunizierend verbundenen Löschmittelbehälter, wenigstens eine Druckerzeugungseinrichtung
zum Austrag des Löschmittels über die Löschdüsen und wenigstens einen Brandsensor
aufweist, vorgesehen, daß die Druckerzeugungseinrichtung zur Erzeugung eines Austragsdrucks
des Löschmittels von wenigstens 10 bar, vorzugsweise bis 1.500 bar, insbesondere zwischen
20 bis 200 bar, ausgebildet ist.
[0008] Das Löschmittel wird erfindungsgemäß mit hohem Druck aus den Löschdüsen ausgetragen,
was eine entsprechende Ausbildung der Druckerzeugungseinrichtung erfordert. Die Druckerzeugungseinrichtung
kann hierzu wenigstens eine (Hochdruck)-Pumpe aufweisen. Im Zusammenhang mit der Erfindung
konnte festgestellt werden, daß der Austrag des Löschmittels unter Hochdruck zu einem
schnelleren und vollständigeren Ablöschen eines Brandes führt, wobei insbesondere
Glut- bzw. Brandnester schnell und vollständig gelöscht werden können. Im übrigen
kann durch den Hochdruck-Austrag des Löschmittels die zur Ablöschung eines Brandherdes
erforderliche Löschmittelmenge deutlich verringert werden, was das Entstehen von Schäden
durch das ausgetragene Löschmittel verringert.
[0009] Vorzugsweise kann vorgesehen sein, daß das Löschmittel als Sprühnebel ausgetragen
bzw. versprüht wird. Es versteht sich, daß in diesem Fall die Düseneinrichtung entsprechend
ausgebildet und das Druckniveau des Löschmittels entsprechend hoch sein muß, um das
Löschmittel fein verteilt, in der Art eines Nebels, unter Hochdruck auszubringen.
[0010] Der Öffnungswinkel des von einer Löschdüse erzeugten Sprühkegels kann weniger als
15°, vorzugsweise weniger als 10°, betragen. Je kleiner der Öffnungswinkel des erzeugten
Sprühkegels ist, desto mehr nähert sich der Sprühkegel einem Strahl an, was eine entsprechend
größere Reichweite des über die Löschdüsen ausgetragenen Löschmittels gewährleistet.
[0011] Die Löscheinheit kann vorzugsweise als Löschsäule ausgebildet sein, wobei der Begriff
"Säule" nicht auf Raumgebilde mit einem kreisförmigen Querschnitt beschränkt ist.
Im übrigen sind auch Raumgebilde denkbar, die einen polygonalen Querschnitt aufweisen.
Auch Flächengebilde, wie plattenförmige Löscheinheiten, sind von der Erfindung erfaßt.
Sind die Löscheinheiten säulenartig ausgebildet, können sich diese ausgehend von einem
Boden des Gebäudes bis zu einer Raumhöhe von wenigstens 1,5 m, vorzugsweise wenigstens
2,5 m, in Längsrichtung erstrecken. Die Löschsäulen können darüber hinaus zu dekorativen
Zwecken oder zu Werbezwecken eingesetzt werden, wobei jedoch sichergestellt sein muß,
daß ein unbehinderter Austrag des Löschmittels über die Löschdüsen zu jedem Zeitpunkt
gewährleistet ist.
[0012] Ist die Löscheinheit zum Aufstellen auf einem Boden des Gebäudes vorgesehen und weist
ein langgestrecktes Gehäuse auf, können die Düsen über die Gehäusewandung verteilt,
vorzugsweise gleichverteilt, angeordnet sein. Im Zusammenhang mit der Erfindung hat
sich herausgestellt, daß eine besonders gute Brandlöschwirkung von einer auf einem
Gebäudeboden aufgestellten Löscheinheit ausgeht, wenn Düsen in Längsrichtung der Gehäusewandung
mit einem Abstand von wenigstens 1,0 bis 3,5 m über dem Boden angeordnet sind, wobei,
vorzugsweise, die Düsen zumindest im oberen Drittel der Gehäusewandung vorgesehen
sein sollten. Um die Reichweite beim Austrag des Löschmittels noch weiter zu vergrößern,
kann wenigstens eine Düse oder, vorzugsweise, eine Mehrzahl von Düsen, an einer oberen
Stirnfläche der Gehäusewandung vorgesehen sein.
[0013] Im einfachsten Fall wird als Löschmittel Wasser eingesetzt. Das Löschmittel kann
jedoch auch wenigstens eine hydrophile, quellfähige Komponente aufweisen, wobei, vorzugsweise
die quellfähige Komponente in Wasser dispergierbar ist, und wobei, weiter vorzugsweise,
die Komponente ein superabsorbierendes Polymer ist. Hydrophile quellfähige Materialien,
die als Löschmittel eingesetzt werden können, sind beispielsweise aus der
DE 35 15 865 A1 und der
DE 38 14 751 A1 jeweils der Anmelderin bekannt. Beispielsweise können quellfähige Polymere auf Polyacrylat-
oder Polymethacrylatbasis und/oder auf Basis der Modifikationen eingesetzt werden.
[0014] Aus dem Stand der Technik ist von der Firma Degussa beispielsweise ein Konzentrat
mit dem Handelsnamen Firesorb® bekannt. Firesorb® ist eine flüssige Polymerzubereitung,
die ein Vielfaches an Wasser aufnehmen kann. Dabei bildet sich ein hitzeabschirmendes
Gel, das selbst an Decken und senkrechten Wänden haftet. Aufgrund seiner hohen Zähigkeit
(Viskosität) fließt das Firesorb®-Gel nur sehr langsam von Brandgut ab und verbleibt
deshalb länger löschwirksam. Der Schutzfilm nimmt die Verbrennungswärme an der Oberfläche
auf, darunter bleibt die luftabschließende Funktion bestehen. Wasser, das mit Firesorb®
versetzt wurde, wirkt wie eine flüssige Löschdecke, erstickt das Feuer durch Luftabschluß
und sorgt für Kühlung. Firesorb® ist ein Konzentrat aus superabsorbierenden Polymerteilchen,
die mit Wasser geringfügig vorgequollen sind. Durch die Einbindung in ein spezielles,
biologisch abbaubares Öl werden die Polymere an einer weiteren Wasseraufnahme gehindert.
In dieser Form ist das Additiv sehr gut transportier- und handhabbar. Sobald die vorgequollenen
Polymere in größere Wassermengen dosiert werden, beschleunigt sich die Wasserbindung
erheblich. Durch Rühren oder Pumpen kann dieser Effekt weiter verstärkt werden. Gemäß
dem zuletzt beschriebenen Beispiel kann es bei der Erfindung vorgesehen sein, daß
das Löschmittel aus einer Mischung von Löschwasser mit einem Konzentrat der zuvor
beschriebenen Art als Löschwasseradditiv erhältlich ist.
[0015] Ist das Löschmittel durch Mischung von Löschwasser mit einem Löschwasseradditiv erhältlich,
können zwei Löschmittelbehälter vorgesehen sein, wobei ein erster Löschmittelbehälter
zur Aufnahme von Löschwasser und ein zweiter Löschmittelbehälter zur Aufnahme des
Löschwasseradditivs vorgesehen sind. Sofern das Vermischen vor dem Austrag aus den
Löschdüsen erfolgen soll, ist eine Mischeinrichtung erforderlich, um das Löschwasser
und das Löschwasseradditiv zu dem gebrauchsfähigen Löschmittel zu vermischen. Dabei
können das Löschwasser und das Löschwasseradditiv getrennt voneinander der Düseneinrichtung
zugeführt und erst unmittelbar vor dem Austrag vermischt werden. Sofern vorgesehen
ist, das Löschwasser und das Löschwasseradditiv vor dem Austrag zu vermischen, versteht
es sich, daß die Löschdüsen entsprechend ausgebildet sind, vorzugsweise für eine Feinstvernebelung
der durchgesetzten Mischung aus Löschwasser und Löschwasseradditiv. In diesem Zusammenhang
versteht es sich weiter, daß es nach der Vermischung von Löschwasser und Löschwasseradditiv
zu einem weiteren Aufquellen einer im Löschwasseradditiv enthaltenen quellfähigen
Komponente kommen kann, was bei der Auslegung der Düseneinrichtung entsprechend berücksichtigt
werden muß.
[0016] Um einen sicheren Austrag des Löschmittels zu gewährleisten, kann auch vorgesehen
sein, daß das Löschwasser und das Löschwasseradditiv getrennt voneinander ausgetragen
werden. Es werden also an sich zwei unterschiedliche Löschmittel ausgetragen, nämlich
Löschwasser und Löschwasseradditiv. In diesem Fall kann vorgesehen sein, das Löschwasser
nebelförmig mit sehr kleinen Flüssigkeitströpfchen und das Löschwasseradditiv mit
größeren Flüssigkeitströpfchen auszutragen. Dies führt dann dazu, daß das Löschwasser
im Umgebungsbereich des Brandherdes weitgehend vollständig unter Wärmeaufnahme verdampft,
während sich das Löschwasseradditiv als flüssige Löschdecke auf den Brandherd legt.
[0017] Die Austragsmenge des Löschmittels kann zwischen 100 bis 5.000 1/h, vorzugsweise
zwischen 500 bis 2.500 1/h, betragen. In diesem Zusammenhang kann der erste Löschmittelbehälter
für das Löschwasser ein Füllvolumen zwischen 10 bis 1.000 1, vorzugsweise zwischen
100 bis 750 1, aufweisen, wobei, vorzugsweise, der zweite Löschmittelbehälter für
das Löschwasseradditiv ein kleineres Volumen beinhalten kann. Es versteht sich, daß
grundsätzlich auch beide Löschmittelbehälter gleich groß ausgebildet sein können.
Werden das Löschwasser und das Löschwasseradditiv getrennt voneinander ausgetragen,
so kann die Austragsmenge für Löschwasser und Löschwasseradditiv jeweils zwischen
100 bis 5000 1/h, vorzugsweise zwischen 500 bis 25001/h, betragen.
[0018] Um einen Brandherd möglichst vollständig zu löschen, wird es in der Regel erforderlich
sein, das Löschmittel über einen Gesamtzeitraum von 1 bis 10 Minuten, vorzugsweise
2 bis 5 Minuten, auszutragen. Zur Verringerung der bei einem Löschvorgang insgesamt
ausgetragenen Löschmittelmenge kann vorgesehen sein, daß Löschmittel in mehreren Takten
auszutragen, wobei der Gesamtzeitraum des Löschmittelaustrags eine Mehrzahl von Takten
umfassen kann und jeder Takt vorzugsweise eine Zeitdauer von weniger als 1 Minute
aufweist.
[0019] Um einen autarken Betrieb der Löschvorrichtung zu ermöglichen, können die Druckerzeugungseinrichtung,
insbesondere eine Pumpe, und ein Elektromotor als Antrieb für die Pumpe, innerhalb
der Löscheinheit angeordnet sein. Die Anordnung der Druckerzeugungseinrichtung innerhalb
der Löscheinheit läßt es zu, die Löschvorrichtung transportabel auszubilden. Sofern
der Aufstellungsort der Löschvorrichtung bzw. das entsprechende Gebäude dies zulassen,
kann nach einem Ausführungsbeispiel der Erfindung auch vorgesehen sein, daß der oder
die Löschmittelbehälter an eine externe Druckzufuhr anschließbar ist/sind.
[0020] Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, daß der Löschmittelbehälter
innerhalb der Löscheinheit angeordnet ist, wobei, vorzugsweise, der Löschmittelbehälter
durch eine Gehäusewandung der Löscheinheit gebildet sein kann. Dies ermöglicht es,
die Löschvorrichtung mit Löschmittel unabhängig von einer gebäudeseitigen stationären
Löschmittelleitung zu versorgen, was grundsätzlich jedoch auch möglich ist. Der Löschmittelbehälter
kann über einen gehäuseseitigen Zusatzanschluß an eine externe Löschmittelversorgung
anschließbar sein, was es ermöglicht, eine größere Löschmittelmenge im Brandfall zur
Verfügung zu stellen.
[0021] Ist vorgesehen, das Löschmittel durch Mischen von Löschwasser mit einem Löschwasseradditiv
zu erhalten, so kann die dazu erforderliche Mischeinrichtung ebenfalls innerhalb der
Löscheinheit angeordnet sein. Sofern ein autarker Betrieb der Löschvorrichtung vorgesehen
ist, ist für den Betrieb der Druckerzeugungseinrichtung eine Energieversorgungseinrichtung
erforderlich, die ebenfalls in der Löscheinheit angeordnet sein muß. Die Energieversorgungseinrichtung
weist beispielsweise einen Akkumulator als Energiespeicher auf. Es versteht sich,
daß die erfindungsgemäße Löschvorrichtung auch an eine externe Energieversorgung anschließbar
sein kann, wobei ein derartiger Anschluß der Löschvorrichtung an das gebäudeseitige
Stromnetz in der Regel leicht und flexibel zu realisieren ist.
[0022] Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Löscheinheit ortsfest
in dem Gebäude angeordnet. In diesem Zusammenhang können Mittel zum Befestigen bzw.
Aufstellen der Löscheinheit an einer Wand bzw. auf einem Boden des Gebäudes vorgesehen
sein. Grundsätzlich ist es aber auch möglich, die Löscheinheit transportabel auszubilden,
wobei Mittel zum Aufhängen bzw. Anklemmen an vorgesehene Halterungen an Decken, Wänden
oder auch Rollen, Räder oder dergleichen vorgesehen sein können, die ein Verfahren
der Löscheinheit zulassen.
[0023] Zur Aktivierung einer Löschfunktion der Löschvorrichtung kann eine an den Brandmeldesensor
angeschlossene Steuereinrichtung vorgesehen sein. Über die Steuereinrichtung wird
der Betrieb der Löschvorrichtung gesteuert, wobei die Löschfunktion den Austrag von
Löschmittel im Brandfall betrifft. Vorzugsweise ist auch hier die Steuereinrichtung
innerhalb der Löscheinheit angeordnet, wobei es die Erfindung bedarfsweise auch zuläßt,
bei einem Löschsystem mit einer Mehrzahl von Löschvorrichtungen die Steuerung der
Löschvorrichtungen miteinander zu vernetzen, wobei die Löschvorrichtungen über ein
zentrales Steuerungssystem gesteuert werden können. Bei einer Mehrzahl von Löschvorrichtungen
kann jede Löschvorrichtung unabhängig von weiteren Löschvorrichtungen in der Löschfunktion
betreibbar sein. Damit ist es möglich, nur diejenigen Löschvorrichtungen zu aktivieren
bzw. zum Löschen eines Brandherdes einzusetzen, die unmittelbar benachbart zum Brandherd
angeordnet sind. Unmittelbar benachbart bedeutet beispielsweise in einem Umkreis um
einen Brandherd mit einem Radius von 5 bis 15 m. Dadurch können Schäden im Gebäude
durch das ausgetragene Löschmittel im Falle einer Fehlauslösung oder bei lokal auftretenden
Bränden örtlich begrenzt werden.
[0024] Um die Raumnutzung des Gebäudes durch die Löschvorrichtungen in möglichst geringem
Maße einzuschränken, können bei einem Löschsystem benachbarte Löschvorrichtungen einen
gegenseitigen Abstand von wenigstens 3 m, vorzugsweise wenigstens 5 m, aufweisen.
Der Abstand der Löschvorrichtungen sollte allerdings nur so groß gewählt sein, daß
im Bereich zwischen zwei benachbarten Löschvorrichtungen noch eine ausreichende Löschwirkung
im Brandfall gewährleistet ist.
[0025] Eine Mehrzahl von benachbarten Löschvorrichtungen in einem Löschsystem kann auch
gleichzeitig betreibbar sein, wobei die Aktivierung der Löschfunktion einer in der
Umgebung zu einem Brandherd angeordneten ersten Löschvorrichtung automatisch zur Aktivierung
der Löschfunktionen lediglich von solchen weiteren Löschvorrichtungen des Löschsystems
führt, die unmittelbar benachbart zur ersten Löschvorrichtung angeordnet sind. Die
Löschvorrichtungen, die nicht unmittelbar benachbart zu der ersten Löschvorrichtung
angeordnet sind, werden dagegen nicht aktiviert bzw. nicht in eine Löschfunktion überführt.
Dies setzt eine Vernetzung der Steuerung der Löschvorrichtungen voraus, wobei beispielsweise
alle Löschvorrichtungen in einem Umkreis von ca. 5 bis 15 m um einen Brandherd automatisch
aktiviert werden, sobald die zum Brandherd am nächsten gelegene Löschvorrichtung aktiviert
worden ist.
[0026] Eine gemeinsame Steuereinrichtung für alle Löschvorrichtungen in einem Löschsystem
ermöglicht es, die Löschvorrichtungen ausgehend von einer zentralen Stelle im Gebäude,
wie einem Leitstand oder dergleichen, zu steuern bzw. zu aktivieren, um eine gezielte
Brandbekämpfung zu ermöglichen.
[0027] Die Erfindung betrifft darüber hinaus eine Löschvorrichtung und ein Verfahren zur
lokalen Brandbekämpfung außerhalb von Gebäuden am Ort eines Brandherdes.
[0028] Bei der Brandbekämpfung im offenen Gelände, beispielsweise bei der Waldbrandbekämpfung,
kommen neben Löschflugzeugen und kompletten Feuerlöschzügen oft kleinere mobile Löscheinheiten
zum Einsatz, insbesondere wenn es um die Bekämpfung von Glutnestern bzw. Brandnestern
geht. Diese mobilen Löscheinheiten bestehen aus einem Vorratsbehälter, der sich auf
dem Rücken tragen läßt, und einer Sprüheinrichtung zum Versprühen von in dem Vorratsbehälter
gespeichertem Löschwasser auf Brand- bzw. Glutnester. Dies ist jedoch nur wenig wirksam,
da zum einen die Löschwassermenge begrenzt ist und zum anderen auf diese Weise nur
kleine Flächen mit dem Löschwasser benetzt werden können.
[0029] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Löschvorrichtung und ein Löschverfahren
jeweils der vorgenannten Art zur Verfügung zu stellen, die eine lokale Brandbekämpfung
außerhalb von Gebäuden am Ort eines Brandherdes mit hohem Wirkungsgrad ermöglichen
und leicht handhabbar sind.
[0030] Zur Lösung der vorgenannten Aufgabe weist die erfindungsgemäße Löschvorrichtung wenigstens
eine einen verfahrbaren Löschmittelbehälter aufweisende verfahrbare Löscheinheit auf,
wenigstens eine mit dem Löschmittelbehälter fluidkommunizierend verbundene, manuell
betätigbare Hochdrucksprüheinrichtung mit wenigstens einer Löschdüse und wenigstens
eine Druckerzeugungseinrichtung zum Austrag von Löschmittel über die Hochdrucksprüheinrichtung
auf den Brandherd, wobei die Druckerzeugungseinrichtung zur Erzeugung eines Austragsdrucks
des Löschmittels von wenigstens 10 bar, vorzugsweise bis 1500 bar, insbesondere zwischen
20 bis 200 bar, ausgebildet ist. Dementsprechend ist es bei dem erfindungsgemäßen
Verfahren vorgesehen, daß das Löschmittel mit Hochdruck ausgetragen wird.
[0031] Der Erfindung liegt an dieser Stelle zunächst der Grundgedanke zugrunde, die Löscheinheit
mit dem Löschmittelbehälter verfahrbar auszubilden, so daß diese in die unmittelbare
Nähe eines Brandherdes gefahren werden kann. Damit steht gegenüber den bislang bekannten
tragbaren Löscheinheiten ein größeres Fluidreservoir für Löschmittel am Ort des Brandherdes
zur Verfügung. Das Verfahren der Löscheinheit kann im einfachsten Fall mit Muskelkraft
erfolgen. Grundsätzlich ist es jedoch auch möglich, einen motorischen Antrieb zum
Verfahren im Gelände vorzusehen. Die Entnahme des Löschmittels aus dem Löschmittelbehälter
erfolgt über die Hochdrucksprüheinrichtung, die, vorzugsweise, von einem Feuerwehrmann
getragen und betätigt wird. Die Hochdrucksprüheinrichtung ist mit dem Löschmittelbehälter
fluidkommunizierend verbunden, wobei mittels der Druckerzeugungseinrichtung der gewünschte
Hochdruck erzeugt wird. Hierzu kann die Druckerzeugungseinrichtung wenigstens eine
(Hochdruck-)Pumpe aufweisen. Grundsätzlich können auch mehrere Hochdrucksprüheinrichtungen
mit einer Löscheinheit verbunden sein. Ebensogut ist es möglich, daß die Druckerzeugungseinrichtung
in die Hochdrucksprüheinrichtung integriert ist, so daß die Löscheinheit lediglich
als Löschmittelspeicher vorgesehen ist.
[0032] Im Zusammenhang mit der Erfindung konnte überraschenderweise festgestellt werden,
daß es der Austrag des Löschmittels unter Hochdruck ermöglicht, Glutnester bzw. Brandnester
mit hohem Wirkungsgrad zu löschen. Vorzugsweise wird das Löschmittel in Form eines
fein verteilten Nebels bzw. Sprühnebels ausgetragen, was ebenfalls zu einer verbesserten
Löschwirkung beiträgt. Die Kombination von Hochdrucktechnik und Hochstrahldüse ermöglicht
eine besonders feine Zerstäubung des Löschmittels. Die kleinen Tröpfchen verdampfen
vollständig und entziehen dadurch dem Brand ein Maximum an Energie. In der Praxis
ergibt das eine optimale Löschwirkung des eingesetzten Wassers. Durch Auswechseln
der Löschdüsen oder durch einfaches Verdrehen läßt sich eine Strahlverstellung vom
Sprühstrahl bis hin zum Vollstrahl erreichen. Vorzugsweise sollte der Öffnungswinkel
des von einer Löschdüse erzeugten Sprühkegels weniger als 15°, vorzugsweise weniger
als 10°, betragen. Bei noch kleinerem Öffnungswinkel ist es grundsätzlich auch möglich,
das Löschmittel als Vollstrahl auszutragen.
[0033] Im einfachsten Fall handelt es sich bei dem Löschmittel um Wasser. Das Löschmittel
kann aber auch wenigstens eine hydrophile, quellfähige Komponente aufweisen, wobei,
vorzugsweise, die Komponente in Wasser dispergierbar sein sollte. Insbesondere können
quellfähige Polymere, beispielsweise auf Polyacrylatbasis oder Polymethacrylatbasis
und/oder auf Basis der Modifikationen, als Löschwasseradditive dem Löschwasser zugesetzt
werden. In diesem Zusammenhang können wenigstens zwei Löschmittelbehälter vorgesehen
sein, wobei ein erster Löschmittelbehälter zur Aufnahme von Löschwasser und ein zweiter
Löschmittelbehälter zur Aufnahme des Löschwasseradditivs vorgesehen sein kann. In
dem zweiten Löschmittelbehälter kann als Löschwasseradditiv ein Konzentrat aus superabsorbierenden
Polymerteilchen enthalten sein, wobei die Polymerteilchen mit Wasser geringfügig vorgequollen
und durch Einbringen in eine organische Phase an der weiteren Wasseraufnahme gehindert
sind.
[0034] Um das Löschwasser und das Löschwasseradditiv zu vermischen, ist eine Mischeinrichtung
vorgesehen, wobei das Löschwasser und das Löschwasseradditiv vorzugsweise getrennt
voneinander der Löschdüse zugeführt und erst unmittelbar vor dem Austrag des Löschmittels
miteinander vermischt werden. Beim Vermischen beschleunigt sich die Wasserbindung
von superabsorbierenden Polymerteilchen erheblich. Hier muß sichergestellt sein, daß
es durch das Aufquellen nicht zu einer Behinderung des Austrags kommt. Dies setzt
eine entsprechende Ausbildung der Löschdüse voraus. Grundsätzlich kann es aber auch
vorgesehen sein, das Löschwasser und das Löschwasseradditiv über getrennte Löschdüsen
gleichzeitig oder über dieselben Löschdüsen nacheinander auszutragen. Hier kann weiter
vorgesehen sein, das Löschwasser fein verteilt in Form eines Nebels auszutragen, während
das Löschwasseradditiv weniger fein verteilt mit größeren Flüssigkeitstropfen ausgetragen
wird. Handelt es sich bei dem Löschwasseradditiv um superabsorbierende Polymerteilchen
im Gelzustand, legen sich diese wie ein Teppich über den Brandherd, so daß dieser
erstickt wird. Das fein verteilte Löschwasser dagegen verdampft vollständig und entzieht
dem Brand somit eine große Wärmemenge. Grundsätzlich ist es auch möglich, auch das
Löschwasseradditiv durch Hochdruckaustrag in Form eines fein verteilten, großflächigen
Nebels auszutragen, der eine größere Fläche abdeckt.
[0035] Die Austragsmenge des Löschmittels sollte zwischen 100 bis 2.500 1/h, vorzugsweise
zwischen 500 bis 1.600 1/h, betragen. Der erste Löschmittelbehälter für das Löschwasser
kann in diesem Zusammenhang ein Füllvolumen von wenigstens 50 l, insbesondere zwischen
100 bis 500 l, aufweisen. Der zweite Löschmittelbehälter für das Löschwasseradditiv
weist vorzugsweise ein kleineres Volumen auf. Je nach Art des Antriebs der Löscheinheit,
kann das Füllvolumen des ersten und/oder des zweiten Löschmittelbehälters auch entsprechend
größer sein. Hierbei kommt es darauf an, daß das Füllvolumen des oder der Löschmittelbehälter
ein Verfahren der Löscheinheit im Gelände zuläßt.
[0036] Zur Stromversorgung unabhängig von einem Löschzug oder einer stationären Energieversorgungsleitung
kann eine in der Löscheinheit angeordnete Energieversorgungseinrichtung vorgesehen
sein, wobei die Energieversorgungseinrichtung wenigstens einen Akkumulator als Energiespeicher
aufweisen kann. An der Stelle eines Akkumulators kann auch ein vorzugsweise benzinbetriebener
Generator eingesetzt werden.
[0037] Um sicherzustellen, daß Glut- oder Brandnester vollständig gelöscht werden, sollte
das Löschmittel über einen Zeitraum von 1 bis 10 min., vorzugsweise 2 bis 5 min.,
ausgetragen werden. Um eine möglichst optimale Löschwirkung der verfügbaren Löschmittelmenge
zu gewährleisten, kann vorgesehen sein, das Löschmittel getaktet auszutragen, wobei
in kurzen Sprühstößen jeweils eine vorgegebene Menge des Löschmittels ausgetragen
wird. Hierzu kann eine entsprechende Steuerungseinrichtung vorgesehen sein. Alternativ
kann der Austrag des Löschmittels auch manuell gesteuert werden.
[0038] Im übrigen läßt es die Erfindung bedarfsweise zu, die in den Ansprüchen genannten
und/oder die anhand der Zeichnung beschriebenen Merkmale miteinander zu kombinieren,
auch wenn dies nicht im einzelnen beschrieben ist. Auch eine Kombination von zuvor
beschriebenen Merkmalen der zur lokalen Brandbekämpfung in Gebäuden ausgebildeten
Löschvorrichtungen, mit Merkmalen von solchen Löschvorrichtungen die zur lokalen Brandbekämpfung
außerhalb von Gebäuden ausgebildet sind, ist möglich. Die vorstehenden Werteangaben
und die angegebenen Intervalle erfassen jeweils sämtliche Werte, also nicht nur die
Untergrenzen bzw. bei Intervallen die Intervallgrenzen, ohne daß dies einer ausdrücklichen
Erwähnung bedarf.
[0039] Im einzelnen gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, die erfindungsgemäßen Löschvorrichtungen
und die erfindungsgemäßen Verfahren auszugestalten und weiterzubilden, wobei einerseits
auf die abhängigen Patentansprüche und andererseits auf die nachfolgende detaillierte
Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele der Erfindung unter Bezugnahme auf die
Zeichnung verwiesen wird. In der Zeichnung zeigen
- Fig. 1
- eine schematische Querschnittsansicht einer erfindungsgemäßen Löschvorrichtung ausgebildet
zur lokalen Brandbekämpfung in Gebäuden am Ort eines Brandherdes und
- Fig. 2
- eine schematische Querschnittsansicht einer erfindungsgemäßen Löschvorrichtung ausgebildet
zur lokalen Brandbekämpfung au- ßerhalb von Gebäuden am Ort eines Brandherdes.
[0040] In Fig. 1 ist schematisch eine Löschvorrichtung 1 ausgebildet zur lokalen Brandbekämpfung
in Gebäuden am Ort bzw. in unmittelbarer Umgebung eines Brandherdes dargestellt. Die
Löschvorrichtung 1 weist eine Düseneinrichtung 2 mit einer Mehrzahl von Löschdüsen
3, ausgebildet zum Austrag von Löschmittel 4 lediglich am Ort bzw. in unmittelbarer
Umgebung des Brandherdes und zur dezentralen Anordnung in einem nicht dargestellten
Gebäude auf. Der Austrag des Löschmittels 4 ist in Fig. 1 schematisch lediglich für
eine einzelne Löschdüse 3 dargestellt. Es versteht sich, daß im Brandfall aus einer
Mehrzahl von Löschdüsen 3, vorzugsweise aus allen Löschdüsen 3, das Löschmittel 4
ausgetragen wird.
[0041] Die Düseneinrichtung 2 ist integraler Bestandteil einer als Löschsäule ausgebildeten
Löscheinheit 5, die bei der dargestellten Ausführungsform 2 Löschmittelbehälter 6,
7 sowie eine Druckerzeugungseinrichtung 8 und eine Mischeinrichtung 9 aufweist. Darüber
hinaus ist eine Mehrzahl von Brandsensoren 10 zur Detektion eines Brandes vorgesehen,
die auf eine insbesondere kombinierte Optik-, Rauch-, CO-, Temperaturindikation eingestellt
sind. Die von den Brandmeldesensoren 10 aufgenommenen Daten werden auf eine nicht
im einzelnen dargestellte Steuereinrichtung übertragen, wobei die Steuereinrichtung
in Abhängigkeit von den empfangenen Signalen die Aktivierung einer Löschfunktion bewirkt.
Nach Aktivierung der Löschfunktion erfolgt eine Abgabe von Löschmittel 4 über die
Löschdüsen 3. In der Steuereinrichtung kann zusätzlich eine Fernmeldefunktion zur
Übertragung einer Nachricht an einen vorgegebenen Empfänger integriert sein. Die Brandmeldesensoren
10 sind ebenso wie die Löschdüsen 3 über eine Gehäusewandung 11 der Löscheinheit 5
verteilt angeordnet.
[0042] Das Löschmittel 4 ist aus einer Mischung von Löschwasser 12 und wenigstens einem
Löschwasseradditiv 13 erhältlich, wobei als Löschwasseradditiv 13 ein gelförmiges
Konzentrat aus wenigstens einem in Wasser vorgequollenen Polymer in einer organischen
Phase eingesetzt wird. Das Löschwasser 12 ist in dem ersten Löschmittelbehälter 6
und das Löschwasseradditiv 13 in dem zweiten Löschmittelbehälter 7 gespeichert. Im
Brandfall wird nach Aktivierung der Löschfunktion von der Druckerzeugungseinrichtung
8 Löschwasser 12 und Löschwasseradditiv 13 in einem vorgegebenen Mischungsverhältnis
ausgesaugt und zu der Mischeinrichtung 9 geleitet. Vorzugsweise ist eine Zudosierung
von 1 bis 10 %, insbesondere von 2 bis 3 %, des Löschwasseradditivs 13 zum Löschwasser
12 vorgesehen. Die Druckerzeugungseinrichtung 8 erzeugt dabei den zum Austragen des
Löschmittels 4 über die Löschdüsen 3 erforderlichen Austragsdruck des Löschmittels
4 von wenigstens 10 bar, vorzugsweise bis 1.500 bar, insbesondere zwischen 20 bis
200 bar. Bei einer weiter bevorzugten Ausführungsform wird ein Austragsdruck von ca.
40 bar erzeugt. Die Druckerzeugungseinrichtung 8, bei der sich im einfachsten Fall
um eine Pumpe handeln kann, ist über Druckleitungen 14 mit den Löschdüsen 3 einerseits
und über Saugleitungen 15a-c mit der Mischeinrichtung 9 und den beiden Löschmittelbehältern
6, 7 verbunden.
[0043] Im Brandfall kommt es zum Austrag des Löschmittels 4 unter Überdruck, wobei das Löschmittel
4 als Sprühnebel ausgetragen wird. Der Hochdruckaustrag des Löschmittels 4 ermöglicht
eine besonders feine Zerstäubung des Löschmittels. In der Praxis ergibt das eine optimale
Löschwirkung des eingesetzten Löschmittels 4. Zudem wird das Raumtemperatumiveau im
Umgebungsbereich des Brandherdes sehr schnell gesenkt sowie Ruß und schwebende Partikel
aus der Umgebungsluft ausgewaschen. Somit wird auch die Sichtweite in einem brandbelasteten
Raum positiv beeinflußt. Der geringe Löschmittelverbrauch bei höchster Wirksamkeit
sorgt für einen kostengünstigen Schutz des Gebäudeinventars bei einer sehr kurzen
Zeitdauer, innerhalb der ein Brandherd vollständig gelöscht werden kann. Im übrigen
wird durch den Hochdruckaustrag des Löschmittels 4 sichergestellt, daß Glut- bzw.
Brandnester vollständig gelöscht werden können, so daß ein Wiederaufflammen des Brandes
nicht befürchtet werden muß.
[0044] Das Löschwasseradditiv 13 enthält superabsorbierende Polymerteilchen, die mit Wasser
geringfügig vorgequollen sind. Durch die Einbindung in ein spezielles, biologisch
abbaubares Öl werden die Polymere an einer weiteren Wasseraufnahme gehindert. In dieser
Form ist das Löschwasseradditiv 13 sehr gut transportier- und handhabbar. Sobald das
Löschwasseradditiv 13 in der Mischeinrichtung 9 mit dem Löschwasser 12 vermischt wird,
kommt es zur erneuten Wassereinbindung, wobei durch Rühren oder Pumpen dieser Effekt
weiter verstärkt werden kann. Bei der in Fig. 1 dargestellten Löschvorrichtung 1 ist
es daher erforderlich, daß nach dem Vermischen von Löschwasser 12 und Löschwasseradditiv
13 die so erhaltene Löschmittelmischung möglichst schnell über die Löschdüsen 3 ausgetragen
wird, bevor der Quellungsgrad der Polymerteilchen derart zugenommen hat, daß ein Versprühen
des Löschmittels 4 nicht mehr möglich ist oder behindert wird. Die im Löschwasseradditiv
13 enthaltenen Polymerteilchen legen sich nach dem Versprühen wie ein Löschteppich
über den Brandherd und ersticken diesen.
[0045] Nicht dargestellt ist, daß auch vorgesehen sein kann, das Löschwasser 12 und das
Löschwasseradditiv 13 erst unmittelbar vor dem Austritt aus den Löschdüsen 3 zu vermischen
oder auch getrennt voneinander über die Löschdüsen 3 zu versprühen. Werden das Löschwasser
12 und das Löschwasseradditiv 13 getrennt voneinander versprüht, so können zwei Druckerzeugungseinrichtungen
8 vorgesehen sein, um den notwendigen Austrittsdruck des Löschwassers 12 einerseits
und des Löschwasseradditivs 13 andererseits aufzubauen. Hier können Löschdüsen 3 für
das Löschwasser 12 einerseits und weitere Löschdüsen 3 für das Löschwasseradditiv
13 andererseits vorgesehen und entsprechend ausgebildet sein. Werden das Löschwasser
12 und das Löschwasseradditiv 13 getrennt voneinander versprüht, so kann es bei ausreichender
Menge des Löschwassers 12 dazu kommen, daß die im Löschwasseradditiv 13 enthaltenen
vorgequollenen Polymerteilchen unter Aufnahme von Löschwasser 12 nach dem Versprühen
noch weiter aufquellen, was sich günstig auf die Löschwirkung auswirkt.
[0046] Darüber hinaus wird darauf hingewiesen, daß im Brandfall vorzugsweise über die einem
Brandherd zugewandten Löschdüsen 3 ein Austrag des Löschmittels 4 vorgesehen ist.
Hier können die Brandmeldesensoren 10 derart ausgebildet sein, daß nicht nur das Auftreten
eines Brandherdes, sondern auch dessen Ausrichtung zur Löscheinheit 5 als Steuerinformation
an die Steuereinrichtung weitergegeben wird. In Abhängigkeit davon, auf welcher Seite
der Brandherd lokalisiert ist, erfolgt dann der Austrag des Löschmittels 4 lediglich
auf der einen oder anderen Seite bzw. auf der dem Brandherd zugewandten Außenseite
der Löscheinheit 5. Um eine hohe Löschwirkung sicher zu stellen, sind die Löschdüsen
3 vorzugsweise gleichverteilt über die Gehäusewandung 11 der Löscheinheit 5 angeordnet,
wobei sich die Löschdüsen 3 bei der dargestellten Ausführungsform über die gesamte
obere Hälfte der Gehäusewandung 11 erstrecken. Im übrigen sind eine Mehrzahl von Löschdüsen
3 an einer oberen Stirnfläche 16 der Gehäusewandung 11 vorgesehen. Dadurch kann der
Löschmittelaustrag über die gesamte Außenfläche einschließlich der oberen Stirnfläche
16 der Löscheinheit 5 erfolgen, wobei es grundsätzlich auch möglich ist, daß Löschdüsen
3 auch im Bereich der unteren Hälfte der Gehäusewandung 11 vorgesehen sind.
[0047] Nicht dargestellt ist im übrigen, daß in der Löscheinheit 5 eine Energieversorgungseinrichtung
vorgesehen ist, wobei die Energieversorgungseinrichtung wenigstens einen Akkumulator
als Energiespeicher zum Betrieb der Druckerzeugungseinrichtung 8 aufweist. Im übrigen
läßt sich die als Löschsäule ausgebildete Löscheinheit 5 bedarfsweise transportabel
oder auch ortsfest in dem Gebäude anordnen.
[0048] In Fig. 2 ist eine Löschvorrichtung 17 dargestellt, die zur lokalen Brandbekämpfung
außerhalb von Gebäuden am Ort bzw. in unmittelbarer Umgebung eines Brandherdes ausgebildet
ist. Die Löschvorrichtung 17 weist eine schematisch dargestellte verfahrbare Löscheinheit
18 und wenigstens eine schematisch dargestellte Hochdrucksprüheinrichtung 19 auf.
Im übrigen sind innerhalb der Löscheinheit 18 ein erster Löschmittelbehälter 20 für
Löschwasser 21 und ein zweiter Löschmittelbehälter 22 für ein Löschwasseradditiv 23
angeordnet. Das Löschwasseradditiv 23 entspricht dem Löschwasseradditiv 13, das bei
der in Fig. 1 dargestellten Löschvorrichtung 1 eingesetzt wird.
[0049] Im übrigen weist die Löscheinheit 18 eine Druckerzeugungseinrichtung 24 und eine
Mischeinrichtung 25 auf. Mittels der Druckerzeugungseinrichtung 24, bei der es sich
um eine Hochdruckpumpe handelt, wird der notwendige Austragsdruck für ein Löschmittel
26 aufgebaut, wobei das Löschmittel 26 durch Mischen von Löschwasser 21 mit dem Löschwasseradditiv
23 in einem vorgegebenen Mischungsverhältnis in der Mischeinrichtung 25 erhältlich
ist. Vorzugsweise ist eine Zudosierung von 1 bis 10 %, insbesondere von 2% bis 3 %,
des Löschwassers 21 vorgesehen. Dabei wird von der Druckerzeugungseinrichtung 24 über
Saugleitungen 27a und 27b das Löschwasser 21 und das Löschwasseradditiv 23 zur Mischeinrichtung
25 angesaugt. Das Löschmittel 26 wird dann über die weitere Saugleitung 27c und eine
Druckleitung 28 einer Löschdüse 29 der Hochdrucksprüheinrichtung 19 zugeführt. Der
Austrag des Löschmittels 26 erfolgt in Form eines Sprühnebels unter Hochdruck, was
zu den im Zusammenhang mit der in Fig. 1 dargestellten Löschvorrichtung 1 beschriebenen
Vorteilen beim Löschvorgang führt.
[0050] Die Hochdrucksprüheinrichtung 19 ist manuell von einem Feuerwehrmann trag- und betätigbar,
so daß der Sprühnebel des Löschmittels 26 zielgerichtet auf den Ort eines Brandherdes
ausgerichtet werden kann. Nicht dargestellt ist darüber hinaus, daß die Löscheinheit
18 eine Energieversorgungseinrichtung mit wenigstens einem Akkumulator als Energiespeicher
für die Druckerzeugungseinrichtung 24 aufweist. Damit ist ein autarker Betrieb der
Löschvorrichtung 17 unabhängig von einer stationären Stromversorgung möglich. An der
Stelle eines Akkumulators kann die Energieversorgungseinrichtung auch einen Generator
aufweisen.
[0051] Die in Fig. 2 dargestellte Löschvorrichtung 17 ermöglicht es, eine größere Löschwassermenge
zum Ort eines Brandherdes zu transportieren und mittels der Hochdrucksprüheinrichtung
19 das Löschwasser 21 zusammen mit dem Löschwasseradditiv 23 auszutragen, so daß insbesondere
Glut- und Brandnester wirkungsvoll bekämpft werden können.
1. Löschvorrichtung (17), ausgebildet zur lokalen Brandbekämpfung außerhalb von Gebäuden
am Ort eines Brandherdes und aufweisend
- eine wenigstens einen Löschmittelbehälter (20, 22) aufweisende verfahrbare Löscheinheit
(18),
- wenigstens eine mit dem Löschmittelbehälter (20, 22) fluidkommunizierend verbundene,
manuell betätigbare Hochdrucksprüheinrichtung (19) mit wenigstens einer Löschdüse
(28) und
- wenigstens eine Druckerzeugungseinrichtung (24) zum Austrag von Löschmittel (26)
über die Hochdrucksprüheinrichtung (19),
wobei die Druckerzeugungseinrichtung zur Erzeugung eines Austragsdrucks des Löschmittels
(26) von wenigstens 10 bar ausgebildet ist und
wobei das Löschmittel (26) als Sprühnebel austragbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Löschmittel (26) aus einer Mischung von Löschwasser (21) mit wenigstens einem
Löschwasseradditiv (23) erhältlich ist, wobei als Löschwasseradditiv (23) ein Konzentrat
aus wenigstens einem vorgequollenen superabsorbierenden Polymer in einer organischen
Phase vorgesehen ist, und
daß der Öffnungswinkel des von der Löschdüse (28) erzeugten Sprühkegels weniger als 15°
beträgt.
2. Löschvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Öffnungswinkel des von der Löschdüse (28) erzeugten Sprühkegels weniger als 10°
beträgt.
3. Löschvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens eine Mischeinrichtung zur Mischung von Löschwasser (21) und Löschwasseradditiv
(23) vorgesehen ist.
4. Löschvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Austragsmenge des Löschmittels (26) 100 bis 2500 1/h, vorzugsweise 500 bis 16001/h,
beträgt.
5. Löschvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der erste Löschmittelbehälter (20) ein Füllvolumen von wenigstens 50 l, insbesondere
zwischen 100 bis 500 l, aufweist und daß, vorzugsweise, der zweite Löschmittelbehälter
(22) ein kleineres Volumen aufweist.
6. Verfahren zur lokalen Brandbekämpfung außerhalb von Gebäuden am Ort eines Brandherdes
mittels wenigstens einer Löschvorrichtung (17) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei
die Löschvorrichtung (17) aufweist
- eine wenigstens einen Löschmittelbehälter (20, 22) aufweisende verfahrbare Löscheinheit
(18),
- wenigstens eine mit dem Löschmittelbehälter (20, 22) fluidkommunizierend verbundene,
manuell betätigbare Hochdrucksprüheinrichtung (19) mit wenigstens einer Löschdüse
(28) und
- wenigstens eine Druckerzeugungseinrichtung (24) zum Austrag des Löschmittels (26)
über die Hochdrucksprüheinrichtung (19),
wobei das Löschmittel (26) mit einem Überdruck von wenigstens 10 bar als Sprühnebel
ausgetragen wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Löschmittel (26) aus einer Mischung von Löschwasser (21) mit wenigstens einem
Löschwasseradditiv (23) erhältlich ist, wobei als Löschwasseradditiv (13) ein Konzentrat
aus wenigstens einem vorgequollenen superabsorbierenden Polymer in einer organischen
Phase vorgesehen ist, und
daß der Öffnungswinkel des von der Löschdüse (28) erzeugten Sprühkegels weniger als 15°
beträgt.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Löschwasser (21) und das Löschwasseradditiv (23) getrennt voneinander der Löschdüse
(28) zugeführt werden und daß, weiter vorzugsweise, das Löschwasser (21) und das Löschwasseradditiv
(23) unmittelbar vor dem Austrag vermischt werden.