[0001] Die Erfindung betrifft einen Beutel aus einem flexiblen Material mit gegenüberliegenden
Frontwänden, zwischen den Frontwänden angeordneten Seitenwänden und die Frontwände
mit den Seitenwänden verbindende Längskanten, wobei die Längskanten durch Siegelnähte
und in Richtung der Längskanten verlaufende Verstärkungsstreifen versteift sind. Bei
dem flexiblen Material handelt es sich insbesondere um eine Kunststofffolie, vorzugsweise
eine mehrschichtige Kunststofffolie. Unter den Begriff fallen ferner Verbundmaterialien
mit einer siegelfähigen Schicht, z. B. Verbundmaterialien aus Folie und Papier sowie
Folien mit Gewebeverstärkungen. Gegenstand der Erfindung sind auch Verfahren zur Herstellung
solcher Beutel.
[0002] Die Beutel werden als Verpackungen beispielsweise für stückiges, körniges oder pulverförmige
Schüttgut verwendet, die einen in etwa rechteckförmigen Querschnitt aufweisen. Die
Beutel sind häufig durch Ausformung eines Bodens als Standbeutel ausgebildet. Unter
die Erfindung sollen aber auch Beutel für Verpackungen fallen, die auf einer Seiten-
oder Frontfläche liegend gelagert und aufeinander gestapelt werden können. In allen
Fällen besteht das Problem, dass die Beutel sich aufgrund des darin enthaltenen Füllgutes
an den Front- und Seitenwänden nach außen ausbeulen, wodurch der Beutelkörper deutlich
verformt wird. Dies hat zur Folge, dass die Verpackung einen insgesamt wenig hochwertigen
Eindruck erweckt. Durch die mangelnde Formstabilität wird auch eine platzsparende
Lagerung erschwert und die Standfestigkeit beeinträchtigt.
[0003] Um insgesamt die Festigkeit des Beutels zu erhöhen, kann vorgesehen sein, eine dickere
Folie oder ein steiferes Material für die Bildung der Front- und Seitenwände zu verwenden.
Dies ist jedoch mit einem deutlich höheren Materialaufwand und damit mit höheren Kosten
und einer größeren Abfallmenge verbunden.
[0004] Um trotz einer an sich flexiblen Folie als Ausgangsmaterial eine hohe Formstabilität
zu erreichen, ist aus der
DE 42 03 798 C2 ein Beutel bekannt, der gemäß den eingangs beschriebenen Merkmalen an den die Frontwände
mit den Seitenwänden verbindenden Längskanten Siegelnähte zur Verstärkung aufweist.
Der Beutel ist durch Falten und Heißsiegeln aus einer Materialbahn gebildet, wobei
die Längsränder der Materialbahn an einer der beiden Frontwände miteinander versiegelt
sind, um den Beutel umfangsseitig zu schließen. Die Siegelnähte sind entsprechend
als Blindsiegelnähte ausgeführt, dienen also nicht dem Verschluss des Beutels, sondern
lediglich der Versteifung. Um die Formstabilität des Beutels weiter zu erhöhen, wird
vorgeschlagen bereits auf die Materialbahn, aus der der Beutel gebildet wird, Verstärkungsstreifen
aufzusiegeln, wobei dann die Längskanten im Bereich der Verstärkungsstreifen erzeugt
werden. Die Verstärkungsstreifen bestehen aus einer Folie und decken dabei die gesamten
Bereiche ab, von denen nachfolgend die verstärkten Längskanten gebildet werden. Bei
der Bildung der Längskanten werden jeweils ein die zugeordnete Frontwand bildender
Materialabschnitt und ein die zugeordnete Seitenwand bildender Materialabschnitt aufeinander
gelegt und über den dort vorgesehenen Verstärkungsstreifen miteinander verschweißt.
Die dabei gebildete Siegelnaht verschweißt den zur Versteifung vorgesehenen, auf sich
selbst gefalteten Verstärkungsstreifen an seiner der Beutelinnenseite zugewandten
Seite mit sich selbst, wobei diese Siegelnaht unmittelbar an den Beutelinnenraum angrenzt.
[0005] Durch die bekannte, mit einem Verstärkungsstreifen verstärkte Ausführung kann die
Formstabilität des Beutels deutlich erhöht werden. Jedoch besteht die Gefahr, dass
bei dem Auftreten von Schälkräften die Siegelnähte an den jeweils auf sich selbst
gefalteten Verstärkungsstreifen wieder aufgerissen werden. Solche Schälkräfte können
beispielsweise auftreten, wenn bei einem Zusammendrücken des Beutels durch ein Übereinanderstapeln
oder aufgrund kurzzeitiger Stöße, beispielsweise bei einem Fallenlassen des Beutels
der Innendruck in dem Beutel ansteigt. Wenn bei der bekannten Ausführung des Beutels
die Siegelnaht aufgetrennt wird, besteht die Gefahr, dass der Beutel dort unter Belastung
vollständig aufplatzt. Obwohl der zusätzliche Verstärkungsstreifen eine Materialverstärkung
darstellt, besteht diese Gefahr auch bei Blindsiegelnähten, da durch das Heißsiegeln
und das Knicken des den Beutel bildenden Materials sowie des Verstärkungsstreifens
Schwachstellen gebildet werden können. Ein Aufplatzen des Beutels soll möglichst auch
bei extremen Krafteinwirkungen vermieden werden, da nicht nur das in dem beschädigten
Beutel enthaltene Füllgut beeinträchtigt wird, sondern auch die Umgebung, beispielsweise
gemeinsam gelagerte Beutel oder andere Güter, erheblich verschmutzt werden können.
[0006] Aus der
US 6 065 873 ist ein Seitenfaltenbeutel mit den eingangs beschriebenen Merkmalen bekannt, wobei
an den Längskanten Verstärkungsstreifen von außen aufgesetzt sind. Auch bei dieser
Ausführung besteht die Gefahr, dass die gebildeten Siegelnähte durch Schälkräfte aufgetrennt
werden. Der aus der
US 6 065 873 bekannte Beutel ist als Tragetasche vorgesehen, die nicht luftdicht und/oder feuchtigkeitsdicht
verschlossen werden soll. Die Herstellung des Beutels, bei der die Verstärkungsstreifen
um die Längskanten gelegt werden müssen, ist aufwendig.
[0007] Vor diesem Hintergrund liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, einen Beutel mit
den eingangs beschriebenen Merkmalen für Verpackungen anzugeben, die sich durch eine
erhöhte mechanische Belastbarkeit, insbesondere eine höhere Fallfestigkeit, auszeichnen.
[0008] Gemäß einer ersten erfindungsgemäßen Ausgestaltung wird die Aufgabe dadurch gelöst,
dass an den Längskanten jeweils ein die zugeordnete Frontwand bildender Materialabschnitt
und ein die zugeordnete Seitenwand bildender Materialabschnitt an der Siegelnaht direkt
miteinander verbunden sind, wobei der zugeordnete Verstärkungsstreifen an der Beutelinnenseite
eine zwischen den beiden Materialabschnitten gebildete Ecke abdeckt.
[0009] Gemäß einer zweiten erfindungsgemäßen Ausgestaltung ist zur Lösung der Aufgabe vorgesehen,
dass an den Längskanten jeweils der dort vorgesehene Verstärkungsstreifen sich ungefaltet
im Bereich der Siegelnaht erstreckt, wobei an der Siegelnaht durch Heißsiegeln ein
die zugeordnete Frontwand bildender Materialabschnitt an einer ersten Seite des Verstärkungsstreifens
und ein die zugeordnete Seitenwand bildender Materialabschnitt an der gegenüberliegenden
zweiten Seite des Verstärkungsstreifens befestigt ist.
[0010] Im Rahmen der ersten erfindungsgemäßen Ausgestaltung ist an den Längskanten die Siegelnaht,
welche die Materialabschnitte der Frontwand und der Seitenwand miteinander verbindet,
an der Beutelinnenseite von den in Richtung der Längskanten verlaufenden Verstärkungsstreifen
verdeckt und damit vor mechanischen Belastungen geschützt. Der Verstärkungsstreifen
ist dabei seitlich der die Materialabschnitte verbindenden Siegelnaht sowohl mit der
zugeordneten Frontwand als auch der zugeordneten Seitenwand verbunden. Während bei
den aus dem Stand der Technik bekannten Ausführungen die Längskanten bei einer mechanischen
Krafteinwirkung stark auf eine Schälung beansprucht werden, werden diese Schälkräfte
gemäß der ersten erfindungsgemäßen Ausgestaltung durch die Verstärkungsstreifen in
Scherkräfte umgewandelt, wodurch eine deutlich höhere Belastbarkeit erreicht wird.
Zusätzlich erfolgt eine gleichmäßige, großflächigere Kraftverteilung, so dass insgesamt
die Stabilität des Beutels und insbesondere die Fallfestigkeit stark erhöht werden
können.
[0011] Gemäß der zweiten erfindungsgemäßen Ausführung treten zwar wie bei den aus dem Stand
der Technik bekannten Ausführungen auch erhebliche Schälkräfte auf, diese werden jedoch
auf besonders vorteilhafte Weise auf beide Seiten der Richtung der Längskanten verlaufenden
Verstärkungsstreifens verteilt, wodurch auch hier eine erhöhte Belastbarkeit und insbesondere
eine höhere Fallfestigkeit des Beutels erreicht werden.
[0012] Der Beutel weist als wesentlichen Bestandteil Kunststoff auf, wobei das zur Bildung
des Beutels vorgesehene flexible Material zumindest an einer Seite heißsiegelbare
Eigenschaften aufweisen muss, damit die Siegelnähte erzeugt werden können. Vorzugsweise
besteht der Beutel aus einer Kunststofffolie. Bei einer mehrlagigen Ausgestaltung
der zur Beutelherstellung vorgesehenen Folie soll aber nicht ausgeschlossen sein,
dass bezogen auf den Schichtaufbau innen liegend oder an einer nicht zum Heißsiegeln
vorgesehenen Seite der Folie eine dünne Metallschicht, eine metallisierte Kunststoffschicht,
ein Gewebe einer Papierschicht und dergleichen vorgesehen ist.
[0013] Die Erfindung bezieht sich insbesondere auf Seitenfaltenbeutel, bei denen die Seitenwände
als Seitenfalten mit jeweils einer zwischen den Längskanten verlaufenden Faltlinie
ausgebildet sind. Bei Seitenfaltenbeuteln ergibt sich der Vorteil, dass diese zunächst
vorkonfektioniert und erst später befüllt werden, wobei sowohl die noch nicht verschlossenen
vorkonfektionierten Beutel als auch die nachfolgend befüllten und verschlossenen,
vorzugsweise luft- und/ oder feuchtigkeitsdicht verschlossenen Beutel, von der vorliegenden
Erfindung mit umfasst sind. Durch die Ausbildung von Seitenfalten können die Beutel
mit eingeklappten Seitenfalten im flachgelegten Zustand leicht übereinander gestapelt
und transportiert werden. Von Bedeutung ist dann zusätzlich, dass eine möglichst leichte
Befüllung ermöglicht werden soll. Durch die erfindungsgemäß an den Längskanten vorgesehene
Versteifung und die damit verbundene erhöhte Formfestigkeit kann leichter ein Einfülltrichter
einer Befüllvorrichtung in den an einer Seite offenen, vorkonfektionierten Seitenfaltenbeutel
eingeführt werden.
[0014] Des Weiteren wurde in der Praxis beobachtet, dass an der Beutelinnenseite aufgesiegelte,
in Querrichtung verlaufende Elemente wie Wiederverschlussstreifen zu einer weiteren
Erhöhung der Formstabilität beitragen und somit die Befüllung zusätzlich erleichtern.
Um sich diesen Effekt gezielt zu Nutze zu machen, ist gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung
der Erfindung vorgesehen, dass an der Beutelinnenseite ein in Querrichtung zu den
Siegelnähten verlaufendes Versteifungselement in Form eines steifen Folienstückes
vorgesehen ist, welches sich an einer der Seiten- oder Frontwände oder vorzugsweise
im Wesentlichen um den gesamten Umfang erstreckt. Dabei kann es jedoch zweckmäßig
sein, zumindest die Bereiche, in denen Siegelnähte erzeugt werden sollen, auszusparen.
Der streifenförmige Abschnitt kann beispielsweise aus Polyethylen oder einer mehrschichtigen
Folie, beispielsweise einem Polyethylenterephthalat/Polyethylen (PET/PE)-Verbund gebildet
sein. Möglich ist auch eine Prägung dieses Versteifungselements, eine Prägung der
Beutelwand und/oder eine Anordnung zusätzlicher Siegelnähte, um die Festigkeit weiter
zu erhöhen. Bei vorkonfektionierten Beuteln, die erst nachträglich befüllt werden
sollen, kann durch das zusätzliche Versteifungselement insbesondere eine bessere und
schnellere Beutelöffnung der zunächst zusammengefalteten Bereiche der bereitgehaltenen
Beutel erreicht werden, was besonders kurze Taktzeiten an Befüllungsanlagen ermöglicht.
Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Befüllvorgang selbst abhängig von dem Füllgut
zum Teil sehr schnell erfolgen kann, wobei die gesamte Prozessgeschwindigkeit dann
im Wesentlichen von der Handhabung des Beutels, also insbesondere auch dem Öffnungsverhalten
des Beutels bestimmt wird.
[0015] Im Rahmen der Erfindung ist grundsätzlich nicht ausgeschlossen die Front- und Seitenwände
jeweils aus separaten Materialzuschnitten, z. B. Folienzuschnitten zu bilden, die
dann an den Längskanten miteinander verbunden sind. Bevorzugt ist jedoch eine Ausgestaltung,
bei der der Beutel durch Falten und Heißsiegeln aus einer Materialbahn gebildet ist,
wobei dann die Längskanten zumindest zum Teil als Faltkanten ausgebildet sind. Die
Ränder der Materialbahn können zur Bildung eines umfangsseitig geschlossenen Schlauchs
entweder an einer der Front- oder Seitenwände oder auch an einer der Längskanten miteinander
verbunden sein. Im ersten Fall können alle Siegelnähte an den Längskanten als Blindsiegelnähte,
in dem zweiten Fall an drei der vier Längskanten als Blindsiegelnähte ausgebildet
sein. Unter Blindsiegelnaht wird dabei im Rahmen der Erfindung eine Siegelnaht verstanden,
die nicht zum Verschluss des Beutels, sondern im Wesentlichen nur zu dessen Versteifung
vorgesehen ist. Eine vollständige Dichtheit der Blindsiegelnähte ist deshalb auch
nicht zwingend erforderlich. Die Blindsiegelnähte müssen sich auch nicht über die
gesamte Länge des Beutels erstrecken. Zum Erreichen der erfindungsgemäßen Wirkung
ist es ausreichend, wenn sich die Blindsiegelnähte und die in diesem Bereich in Längsrichtung
verlaufenden Verstärkungsstreifen über den größten Teil der Beutellänge erstrecken.
Zusätzlich ist es auch möglich, die Längskanten zumindest zum Teil als Faltkanten
auszubilden und dann zu besäumen, das heißt nach der Bildung der Siegelnähte jeweils
einen äußeren Rand abzuschneiden. Eine Besäumung kann insbesondere aus optischen Gründen
vorgesehen sein.
[0016] Bei dem erfindungsgemäßen Beutel sind die Front- und Seitenwände vorzugsweise aus
einer mehrschichtigen Folie gebildet, wobei die Folie an der Beutelinnenseite eine
erste heißsiegelbare Folienschicht und an der Außenseite eine zweite Folienschicht,
die nicht heißsiegelbar ist oder zumindest eine höhere Schmelztemperatur als die erste
Folienschicht hat, aufweist. Wie zuvor erläutert, kann insbesondere der gesamte Beutel
durch Falten und Heißsiegeln aus einer einzigen Material- bzw. Folienbahn gebildet
sein. Geeignet sind beispielsweise mehrschichtige Laminate, die eine innen liegende
heißsiegelbare Schicht aus einem Polyolefin, insbesondere Polyethylen (PE), und eine
außen liegende Schicht aus einem Polyester, insbesondere Polyethylenterephthalat (PET),
aufweisen. Dazwischen können optional Verbindungs- und Funktionsschichten aus Kunststoff
oder aber auch dünne Metallschichten vorgesehen sein, um insbesondere die Barriereeigenschaften
zu verbessern. Des Weiteren kann zur Bildung des Beutels auch ein Folienlaminat oder
eine Coextrusionsfolie vorgesehen sein, die vollständig aus Polyolefin besteht. Bei
einer innen liegenden, heißsiegelbaren ersten Folienschicht aus Polyethylen ist für
die zweite an der Außenseite angeordnete Folienschicht beispielsweise ein biaxial
orientiertes Polypropylen (BOPP) geeignet.
[0017] Im Hinblick auf die bevorzugte Ausgestaltung der an den Längskanten in Längsrichtung
verlaufenden Verstärkungsstreifen ergeben sich in Bezug auf die erste erfindungsgemäße
Ausführung und die zweite erfindungsgemäße Ausführung Unterschiede.
[0018] Bei der ersten erfindungsgemäßen Ausführung, bei der die Verstärkungsstreifen an
der Beutelinnenseite jeweils die zwischen den beiden angrenzenden Materialabschnitten
gebildete Ecke abdecken, werden bevorzugt mehrschichtig ausgebildete Verstärkungsstreifen
eingesetzt, wobei eine außen liegende heißsiegelbare Schicht an der zugeordneten Frontwand
sowie der zugeordneten Seitenwand festgesiegelt wird und wobei die gegenüberliegende
Schicht nicht heißsiegelbar ist oder zumindest eine höhere Schmelztemperatur aufweist.
Wie nachfolgend noch erläutert wird, können die Verstärkungsstreifen auf besonders
einfache Weise an den angrenzenden Materialabschnitten befestigt werden, wenn der
Beutel zusammengefaltet ist. Dabei muss jedoch vermieden werden, dass die dann auf
sich gefalteten Verstärkungsstreifen innen liegend verkleben, also mit sich selbst
versiegelt werden.
[0019] Gemäß der ersten Ausführung der Erfindung ist auch von Vorteil, wenn an den Längskanten
jeweils der dort vorgesehene Verstärkungsstreifen mit Siegelnähten an der zugeordneten
Frontwand sowie der zugeordneten Seitenwand befestigt ist, wobei diese Siegelnähte
in einem Abstand zu der Siegelnaht verlaufen, die an der betrachteten Längskante den
Materialabschnitt der Frontwand mit dem Materialabschnitt der Seitenwand direkt verbindet.
[0020] Dabei wird vorzugsweise genau der mittlere Knickbereich des Verstärkungsstreifens
ausgespart. Dadurch wird vermieden, dass durch das Siegeln neue Schwachstellen entstehen.
Mechanische Belastungen werden so auch in einem gewissen Maße von dem Knick als Schwachstelle
und der dahinter angeordneten Verbindung von Front- und Seitenwand ferngehalten.
[0021] Gemäß der zweiten erfindungsgemäßen Ausführung verbleiben die zur Verstärkung an
den Längskanten vorgesehenen Verstärkungsstreifen ungefaltet und werden an ihren beiden
Seiten mit einer Siegelnaht in die Längskante eingesiegelt. Dabei ist es grundsätzlich
ausreichend, wenn als Verstärkungsstreifen einlagige Folienstreifen verwendet werden.
Wenn beispielsweise als innen liegende Schicht an den Front- und Seitenwänden Polyethylen
(PE) vorgesehen ist, bestehen bevorzugt auch die Verstärkungsstreifen aus PE. Alternativ
ist es auch möglich den Verstärkungsstreifen zumindest dreischichtig auszubilden,
wobei zwischen den heißsiegelbaren außen liegenden Schichten eine Zwischenschicht
angeordnet ist. So kann beispielsweise mit einer Zwischenschicht aus einem Polyamid
(PA) oder einem thermoplastischen Elastomer eine weitere Erhöhung der Belastbarkeit
erreicht werden, die nicht nur durch die erfindungsgemäß vorgesehene beidseitige Versiegelung
an den Verstärkungsstreifen sondern auch durch eine gewisse Elastizität oder Zähigkeit
der Verstärkungsstreifen bestimmt wird.
[0022] Gegenstand der Erfindung sind auch Verfahren zur Herstellung eines Beutels. Gemäß
einer ersten Verfahrensvariante, die insbesondere zur Herstellung eines Beutels nach
einem der Ansprüche 1 bis 3 vorgesehen ist, wird eine Materialbahn zugeführt, wobei
dann Verstärkungsstreifen in einem Abstand zueinander auf die Materialbahn aufgelegt
und mit der Materialbahn verbunden werden. In diesem Verfahrensschritt bleiben die
Verstärkungsstreifen zumindest an der Hälfte ihrer Breite unverbunden, wobei zunächst
eine Vorfixierung der Verstärkungsstreifen, beispielsweise durch ein Rotations-Siegelwerkzeug,
ausreichend ist.
[0023] Erfindungsgemäß ist gemäß der ersten Verfahrensvariante vorgesehen, dass die Materialbahn
im Bereich der Verstärkungsstreifen zur Bildung von Längskanten derart auf sich selbst
gefaltet wird, dass dort auch die Verstärkungsstreifen auf sich selbst gefaltet sind.
Dabei soll auch mit umfasst sein, dass die Verstärkungsstreifen vor dem Auflegen auf
die Materialbahn vorgefaltet werden, so dass diese bei der Bildung der Längskanten
leicht mit umgeknickt werden können. Die Faltung der Materialbahn erfolgt dabei so,
dass die Materialbahn sich im Bereich der Verstärkungsstreifen in Richtung der jeweiligen
Außenkante über den zugeordneten auf sich selbst gefalteten Verstärkungsstreifen hinaus
erstreckt, wobei nachfolgend zwischen der Außenkante und dem jeweiligen Verstärkungsstreifen
die gefaltete Beutelfolie an ihrer Innenfläche unmittelbar mit sich selbst durch eine
Siegelnaht heißgesiegelt wird und wobei eine im gefalteten Zustand außen liegende
erste Seite des Verstärkungsstreifens zusätzlich mit der Materialbahn versiegelt wird,
ohne dass die Verstärkungsstreifen in ihrer zweiten, im gefalteten Zustand innen liegenden
Seite mit sich selbst versiegelt werden. Die Zuordnung der außen liegenden ersten
Seite der Verstärkungsstreifen und der im gefalteten Zustand innen liegenden zweiten
Seite der Verstärkungsstreifen bezieht sich nur auf den Verstärkungsstreifen selbst.
Bezogen auf den aus der Beutelfolie gebildeten Folienschlauch sind die gesamten Verstärkungsstreifen
innen liegend angeordnet.
[0024] Die gefalteten Verstärkungsstreifen werden bevorzugt derart mit der Materialbahn
für die Beutelfolie versiegelt, dass jeweils eine Knickkante der Verstärkungsstreifen
von einer Heißsiegelung ausgespart wird. Wie zuvor beschrieben ergibt sich daraus
der Vorteil, dass mit einer solchen Verfahrensführung eine besonders hohe Festigkeit
der Beutel an den Längskanten erreicht werden kann.
[0025] Gemäß einer zweiten erfindungsgemäßen Verfahrensvariante, die insbesondere zur Herstellung
eines Beutels nach einem der Ansprüche 4 bis 6 geeignet ist, wird auch zunächst eine
Materialbahn zugeführt, wobei dann Verstärkungsstreifen in einem Abstand zueinander
auf die Materialbahn aufgelegt und mit der Materialbahn verbunden werden. Auch hier
ist zunächst eine Vorfixierung ausreichend, um die Verstärkungsstreifen bei den anschließenden
Verfahrensschritten in der vorgegebenen Position auf der Materialbahn zu halten. Erfindungsgemäß
ist dann vorgesehen, dass die Materialbahn im Bereich der Verstärkungsstreifen zur
Bildung von Längskanten derart auf sich gefaltet wird, dass dort der jeweilige Verstärkungsstreifen
nicht gefaltet wird, wobei sich die Beutelfolie an beiden Seiten des Verstärkungsstreifens
erstreckt und wobei die Beutelfolie nachfolgend an beiden Seiten durch eine Siegeinaht
fixiert wird. An drei der vier Längskanten wird dabei die Beutelfolie um die selbst
nicht gefalteten Verstärkungsstreifen herumgelegt. An einer der Längskanten kann dagegen
vorgesehen sein, dass dort die beiden Ränder der Materialbahn zusammenkommen.
[0026] Gemäß der ersten und der zweiten Verfahrensvariante werden üblicherweise nach dem
Falten und Erzeugen von Siegelnähten Quersiegelungen gebildet sowie einzelne an einem
Ende offene Beutel abgetrennt. Diese Beutel können sodann als vorkonfektionierte Seitenfaltenbeutel
gelagert und transportiert werden, wobei die Beutel erst nachfolgend an ihrem offenen
Ende befüllt und verschlossen werden.
[0027] Die Erfindung wird im Folgenden anhand von Ausführungsbeispielen erläutert. Es zeigen
schematisch:
- Fig. 1
- einen Beutel, der an seinen Längskanten verstärkt ist,
- Fig. 2
- eine erste erfindungsgemäße Ausgestaltung des Beutels in einem horizontalen Schnitt,
- Fig. 3
- eine Detailansicht des Ausschnitts A der Fig. 2,
- Fig. 4
- eine alternative Ausgestaltung des Beutels in einer Ansicht gemäß der Fig. 3,
- Fig. 5
- eine Materialbahn zur Bildung eines Beutels,
- Fig. 6
- einen Verfahrensschritt zur Befestigung von Verstärkungsstreifen auf einer Materialbahn,
und
- Fig. 7
- die Bildung von verstärkten Längskanten durch Heißsiegeln.
[0028] Der erfindungsgemäße Beutel umfasst gemäß der Fig. 1 gegenüberliegende Frontwände
1, zwischen den Frontwänden 1 angeordnete Seitenwände 2 und die Frontwände 1 mit den
Seitenwänden 2 verbindende Längskanten 3, wobei die Längskanten 3 durch Siegelnähte
4 verstärkt sind. Der Beutel ist im Ausführungsbeispiel als Standbeutel ausgebildet
und weist in üblicher Weise einen Boden 5 und eine Kopfsiegelnaht 6 auf, die den Beutel
an seiner Oberseite verschließt. Der dargestellte Beutel ist als Seitenfaltenbeutel
ausgeführt, wobei die Seitenwände 2 als Seitenfalten zwischen den Längskanten 3 jeweils
eine in Längsrichtung verlaufende Faltlinie 7 aufweisen. Der Beutel kann so zunächst
vorkonfektioniert und flach zusammengelegt werden. Die Befüllung und der Verschluss
an der Kopfsiegelnaht 6 erfolgen dann erst nachträglich an einer entsprechenden Befüllvorrichtung.
Durch die Verstärkung an den Längskanten 3 weist der Beutel insgesamt eine erhöhte
Formstabilität auf, wodurch auch der Befüllvorgang erleichtert wird. Zusätzlich ist
an der Beutelinnenseite ein streifenförmiges Versteifungselement 8 vorgesehen, welches
sich in Querrichtung erstreckt. Durch das Versteifungselement 8 wird die Formstabilität
des Beutels weiter erhöht. Insbesondere kann der vorkonfektionierte, zunächst flachgelegte
Beutel bei der Handhabung in einer Befüllvorrichtung einfacher und schneller geöffnet
werden, wodurch der gesamte Befüllvorgang deutlich beschleunigt werden kann.
[0029] Erfindungsgemäß sind im Bereich der Längskanten 3 Verstärkungsstreifen 9, 9' zur
weiteren Verstärkung vorgesehen, die in Längsrichtung des Beutels verlaufen und aus
einer Kunststofffolie bestehen.
[0030] Gemäß der in Fig. 2 dargestellten ersten Variante der Erfindung sind an den Längskanten
3, 3' ein die zugeordnete Frontwand 1 bildender Materialabschnitt und ein die zugeordnete
Seitenwand 2 bildender Materialabschnitt an der Siegelnaht 4 direkt miteinander verbunden,
wobei der zugeordnete Verstärkungsstreifen 9 an der Beutelinnenseite eine zwischen
den beiden Materialabschnitten gebildete Ecke abdeckt.
[0031] Die Fig. 3 zeigt eine Detailansicht dieser Ausgestaltung im Bereich einer der Längskanten
3. Die dargestellte Längskante 3 ist wie zwei weitere Längskanten 3 als Faltkante
ausgebildet, wobei die sich dort vorzugsweise über die gesamte Länge des Beutels erstreckende
Siegelnaht 4 als Blindsiegelnaht ausgeführt ist, also nicht dem Verschluss des Beutels
sondern im Wesentlichen nur der Verstärkung dient.
[0032] Der gesamte Beutel ist aus einer einzigen Materialbahn 10 gebildet, wobei die Ränder
der Materialbahn 10 an der nicht im Detail dargestellten vierten Längskante 3' zusammengeführt
und entsprechend der Darstellung der Fig. 3 miteinander versiegelt sind. Die Materialbahn
10 besteht aus einer vorzugsweise mehrschichtigen Kunststofffolie oder einem flexiblen
Laminat, welches zumindest eine Schicht aus einer siegelfähigen Kunststofffolie aufweist.
[0033] Der Detailansicht der Fig. 3 ist zu entnehmen, dass der Verstärkungsstreifen 9, der
die zwischen der Frontwand 1 und der Seitenwand 2 gebildete Ecke abdeckt, mit zusätzlichen
Siegelnähten 4' an der Materialbahn 10 befestigt ist. In dem unmittelbaren Knickbereich
sind die Siegelnähte 4, 4' ausgespart, um dort eine Materialschwächung zu vermeiden.
[0034] Während bei den aus dem Stand der Technik bekannten Ausführungen ein Überdruck in
dem Beutel, der beispielsweise bei einem Fallenlassen des Beutels stoßweise entstehen
kann, die Siegelnaht 4 zwischen dem die Frontwand 1 bildenden Materialabschnitt und
dem die Seitenwand 2 bildenden Materialabschnitt auf Schälung beansprucht, ist diese
Siegelnaht 4 erfindungsgemäß von dem Verstärkungsstreifen 9 abgedeckt und damit geschützt.
Bei einer Kraftbeanspruchung werden die Siegelnähte 4', welche den Verstärkungsstreifen
9 mit der Beutelfolie 10 verbinden, auf Scherung beansprucht, wobei zusätzlich eine
großflächige Verteilung der einwirkenden Kraft erzeugt wird. Durch die Kombinationen
dieser Maßnahmen wird im Bereich der Längskanten 3, 3' die Stabilität und insbesondere
die Fallfestigkeit maßgeblich erhöht. Die Beutel können so für eine höhere Belastung
ausgelegt werden. Schließlich ergibt sich auch der Vorteil, dass gegenüber den aus
dem Stand der Technik bekannten Ausführungen selbst bei der Verwendung einer dünneren
Beutelfolie eine gleichbleibende oder sogar erhöhte Fallfestigkeit erreicht werden
kann, da die Längskanten 3, 3' wegen der erfindungsgemäßen Ausgestaltung nicht mehr
wie bei den bekannten Beuteln eine die gesamte Festigkeit begrenzende Schwachstelle
darstellen.
[0035] Die Beutelfolie 10 ist mehrschichtig ausgebildet und weist an der Beutelinnenseite
eine erste heißsiegelbare Folienschicht 11 und an der Außenseite eine zweite Folienschicht
12, die nicht heißsiegelbar ist oder zumindest eine höhere Schmelztemperatur als die
erste Folienschicht 11 hat, auf. Als erste Folienschicht 11 wird bevorzugt ein Polyolefin
mit einem niedrigen Schmelzpunkt, beispielsweise PE, eingesetzt. Als zweite, außen
liegende Folienschicht 12 kann beispielsweise PET oder BOPP vorgesehen sein. Zwischen
der ersten Folienschicht 11 und der zweiten Folienschicht 12 können ohne Einschränkung
auch zusätzliche Zwischenschichten vorgesehen sein.
[0036] Auch der in der Fig. 3 dargestellte Verstärkungsstreifen 9 ist als mehrschichtige
Kunststofffolie ausgebildet und weist eine außen liegende heißsiegelbare Schicht 13
sowie eine gegenüberliegende Schicht 14 auf, die nicht heißsiegelbar ist oder zumindest
eine höhere Siegeltemperatur aufweist.
[0037] Fig. 4 zeigt eine Variante der Erfindung, bei der an den Längskanten 3, 3' der dort
jeweils vorgesehene Verstärkungsstreifen 9' sich ungefaltet im Bereich der Siegelnaht
4 erstreckt, wobei an der Siegelnaht 4 durch Heißsiegeln ein die zugeordnete Frontwand
1 bildender Materialabschnitt an einer ersten Seite 15 und ein die zugeordnete Seitenwand
2 bildender Materialabschnitt an einer gegenüberliegenden zweiten Seite 16 des Verstärkungsstreifens
9' befestigt ist. Bei dieser Ausgestaltung können Schälkräfte nicht vermieden werden,
jedoch ergibt sich der Vorteil, dass die Krafteinwirkung auf zwei Siegelbereiche an
der ersten Seite 15 sowie an der zweiten Seite 16 des Verstärkungsstreifens 9' verteilt
werden. Zusätzlich weist der Verstärkungsstreifen 9' eine gewisse Elastizität auf,
so dass dadurch gerade kurzfristige Stöße aufgenommen werden können.
[0038] Die Materialbahn 10 ist wie zuvor beschrieben ausgeführt, wobei auch hier drei der
vier Längskanten 3 durch Falten der Materialbahn 10 gebildet werden. Wie in der Fig.
4 gestrichelt angedeutet, erstreckt sich dann die Materialbahn 10 an den Längskanten
3 zunächst vollständig um den Verstärkungsstreifen 9' herum. Aus optischen Gründen
ist dort jedoch eine Besäumung vorgesehen, das heißt der außen liegende, den Verstärkungsstreifen
9' umgreifende Bereich der Materialbahn 10 wurde nachträglich abgetrennt. Schließlich
kann durch das Besäumen auch die Dicke der Längskanten 3 reduziert werden, wodurch
die Beutel bei einer Ausführung als Seitenfaltenbeutel besser gestapelt werden können.
An der vierten Längskante 3' sind wie zuvor beschrieben, die Ränder der Beutelfolie
10 zusammengeführt.
[0039] Da beide Seiten 15, 16 des Verstärkungsstreifens 9' heißsiegelbar ausgeführt sein
müssen, kann dieser, wie in dem Ausführungsbeispiel dargestellt, einschichtig ausgebildet
sein. Im Rahmen der Erfindung liegt jedoch auch, den Verstärkungsstreifen 9' zumindest
dreischichtig auszubilden, wobei zwischen heißsiegelbaren außen liegenden Schichten
zumindest eine Zwischenschicht vorgesehen ist.
[0040] Um die in den Fig. 2 bis 4 dargestellten Beutel herzustellen, kann gemäß der Fig.
5 zunächst eine Materialbahn 10 zugeführt werden, wobei dann Verstärkungsstreifen
9, 9' in einem Abstand zueinander auf die Materialbahn 10 aufgelegt und mit der Materialbahn
10 verbunden werden. Die Längskanten 3, 3' werden dann nachfolgend unmittelbar im
Bereich der Verstärkungsstreifen 9, 9' erzeugt. Zum besseren Verständnis sind in der
Fig. 5 auch die später an den als Seitenfalten ausgeführten Seitenwänden 2 erzeugten
Faltlinien 7 angedeutet.
[0041] Um den in Fig. 2 und Fig. 3 dargestellten Beutel herstellen zu können, werden die
Verstärkungsstreifen vorzugsweise zunächst auf sich selbst vorgefaltet und dann wieder
auf einen Winkel von etwa von 90° aufgefaltet, damit wie in der Fig. 6 dargestellt,
die Verstärkungsstreifen 9 an einer Seite des Knicks mit der Materialbahn 10 verbunden
werden können, wozu beispielsweise ein Rotationssiegelwerkzeug vorgesehen sein kann.
Bei der Bildung des in Fig. 2 und Fig. 3 dargestellten Beutels ist nachfolgend vorgesehen,
dass die Materialbahn 10 im Bereich der Verstärkungsstreifen 9 zur Bildung von Längskanten
3, 3' derart auf sich selbst gefaltet wird, dass dort auch die Verstärkungsstreifen
9 auf sich selbst gefaltet sind und dass die Materialbahn 10 sich im Bereich der Verstärkungsstreifen
9 in Richtung der jeweiligen Außenkante 17 über den zugeordneten auf sich selbst gefalteten
Verstärkungsstreifen 9 hinaus erstreckt, wobei dort nachfolgend zwischen der Außenkante
17 und dem jeweiligen Verstärkungsstreifen 9 die gefaltete Materialbahn 10 an ihrer
Innenfläche unmittelbar mit sich selbst durch eine Siegelnaht 4 heißgesiegelt wird
und wobei eine im gefalteten Zustand außen liegende erste Seite des Verstärkungsstreifens
9 zusätzlich mit der Materialbahn 10 versiegelt wird, ohne dass der Verstärkungsstreifen
9 an seiner zweiten, im gefalteten Zustand innen liegenden Seite mit sich selbst versiegelt
wird.
[0042] Die Fig. 7 zeigt eine entsprechend auf sich selbst gefaltete Materialbahn 10, wobei
zwei gegenüberliegende Frontwände 1 mit dazwischen angeordneten Seitenwänden 2 gebildet
sind. Die Seitenwände 2 sind als nach innen eingeklappte Seitenfalten ausgebildet.
In der Fig. 7 ist des Weiteren ein Siegelwerkzeug 18 angedeutet, mit dem an den Längskanten
3, 3' Siegelnähte 4, 4' erzeugt werden, die durch eine Aussparung 19 in dem Siegelwerkzeug
18 voneinander beabstandet sind. Die Aussparung 19 ist genau dort angeordnet, wo sich
der Knickbereich des Verstärkungsstreifens 9 befindet.
[0043] Das Verfahren zur Herstellung des in Fig. 4 dargestellten Beutels ist nicht im Detail
dargestellt. Im Unterschied zu dem zuvor beschriebenen Verfahren ist jedoch gerade
kein Falten oder Vorfalten des Verstärkungsstreifens 9' vorgesehen. Die Faltung der
Materialbahn 10 auf sich selbst erfolgt dann gemäß der alternativen Verfahrensführung
ähnlich wie in der Fig. 7 dargestellt, wobei auch entsprechende Frontwände 1 und Seitenwände
2 gebildet werden.
[0044] Die Beutelfolie wird aber unmittelbar um die Verstärkungsstreifen 9' herumgelegt,
ohne dass diese selbst gefaltet werden. Sodann wird im Bereich der Längskanten 3,
3' jeweils lediglich eine einzige Siegelnaht 4 erzeugt, welche dort den jeweiligen
Verstärkungsstreifen 9' an seinen beiden Seiten mit der Beutelfolie 10 verbindet.
1. Beutel aus einem flexiblen Material mit gegenüberliegenden Frontwänden (1), zwischen
den Frontwänden (1) angeordneten Seitenwänden (2) und die Frontwände (1) mit den Seitenwänden
(2) verbindende Längskanten (3, 3'), wobei die Längskanten (3, 3') durch Siegelnähte
(4) und in Richtung der Längskanten (3, 3') verlaufende Verstärkungsstreifen (9) versteift
sind, dadurch gekennzeichnet, dass an den Längskanten (3, 3') jeweils ein die zugeordnete Frontwand (1) bildender Materialabschnitt
und ein die zugeordnete Seitenwand (2) bildender Materialabschnitt an der Siegelnaht
(4) direkt miteinander verbunden sind, wobei der zugeordnete Verstärkungsstreifen
(9) an der Beutelinnenseite eine zwischen den beiden Materialabschnitten gebildete
Ecke abdeckt.
2. Beutel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstärkungsstreifen (9) jeweils mehrschichtig ausgebildet sind, wobei eine außen
liegende heißsiegelbare Schicht (13) an der zugeordneten Frontwand (1) sowie der zugeordneten
Seitenwand (2) festgesiegelt ist und wobei die gegenüberliegende Schicht (14) nicht
heißsiegelbar ist oder zumindest eine höhere Schmelztemperatur aufweist.
3. Beutel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass an den Längskanten (3, 3') jeweils der dort vorgesehene Verstärkungsstreifen (9)
mit Siegelnähten (4') an der zugeordneten Frontwand (1) sowie der zugeordneten Seitenwand
(2) befestigt ist, wobei diese Siegelnähte (4') in einem Abstand zu der Siegelnaht
(4) verlaufen, die an der betrachteten Längskante (3, 3') den Materialabschnitt der
Frontwand (1) mit dem Materialabschnitt der Seitenwand (2) direkt verbindet.
4. Beutel aus einem flexiblen Material mit gegenüberliegenden Frontwänden (1), zwischen
den Frontwänden (1) angeordneten Seitenwänden (2) und die Frontwände (1) mit den Seitenwänden
(2) verbindende Längskanten (3, 3'), wobei die Längskanten (3, 3') durch Siegelnähte
(4) und in Richtung der Längskanten (3, 3') verlaufende Verstärkungsstreifen (9')
versteift sind, dadurch gekennzeichnet, dass an den Längskanten (3, 3') jeweils der dort vorgesehene Verstärkungsstreifen (9')
sich ungefaltet im Bereich der Siegelnaht (4) erstreckt, wobei an der Siegelnaht (4)
durch Heißsiegeln ein die zugeordnete Frontwand (1) bildender Materialabschnitt an
einer ersten Seite (15) des Verstärkungsstreifens (9') und ein die zugeordnete Seitenwand
(2) bildender Materialabschnitt an einer gegenüberliegenden zweiten Seite (16) des
Verstärkungsstreifens (9') befestigt ist.
5. Beutel nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstärkungsstreifen (9') einschichtig ausgebildet sind.
6. Beutel nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstärkungsstreifen (9') zumindest dreischichtig ausgebildet sind und heißsiegelbare
außen liegende Schichten aufweisen.
7. Beutel nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Seitenwände (2) als Seitenfalten mit jeweils einer zwischen den Längskanten (3,
3') verlaufenden Faltlinie (7) ausgebildet sind.
8. Beutel nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Front- und Seitenwände (1, 2) aus einem mehrschichtigen Verbundmaterial gebildet
sind, wobei das Verbundmaterial an der Beutelinnenseite eine erste heißsiegelbare
Schicht (11) und an der Außenseite eine zweite Schicht (12), die nicht heißsiegelbar
ist oder zumindest eine höhere Schmelztemperatur als die erste Schicht (11) hat, aufweist.
9. Beutel nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Siegelnähte (4) zumindest teilweise als Blindsiegelnähte ausgebildet sind.
10. Beutel nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Beutel durch Falten und Heißsiegeln aus einer Materialbahn (10) gebildet ist.
11. Beutel nach einem der Ansprüche 1 bis 10, gekennzeichnet durch ein Versteifungselement (8), welches sich in Querrichtung zu den Siegelnähten (4)
erstreckt.
12. Verfahren zur Herstellung eines Beutels aus einem flexiblen Material, wobei eine Materialbahn
(10) zugeführt wird und
Verstärkungsstreifen (9) in einem Abstand zueinander auf die Materialbahn (10) aufgelegt
und mit der Materialbahn (10) verbunden werden,
dadurch gekennzeichnet, dass die Materialbahn (10) im Bereich der Verstärkungsstreifen (9) zur Bildung von Längskanten
(3, 3') derart auf sich selbst gefaltet wird, dass dort auch die Verstärkungsstreifen
(9) auf sich selbst gefaltet sind, und dass die Materialbahn (10) sich im Bereich
der Verstärkungsstreifen (9) in Richtung der jeweiligen Außenkante (17) über den zugeordneten
auf sich selbst gefalteten Verstärkungsstreifen (9) hinaus erstreckt, wobei dort nachfolgend
zwischen der Außenkante (17) und dem jeweiligen Verstärkungsstreifen (9) die gefaltete
Materialbahn (10) an ihrer Innenfläche mit sich selbst durch eine Siegelnaht (4) heißgesiegelt
wird und wobei eine im gefalteten Zustand außen liegende erste Seite des Verstärkungsstreifens
zusätzlich mit der Materialbahn (10) versiegelt wird, ohne dass der Verstärkungsstreifen
(9) an seiner zweiten, im gefalteten Zustand innen liegenden Seite mit sich selbst
versiegelt wird.
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die gefalteten Verstärkungsstreifen (9) derart mit der Materialbahn (10) versiegelt
werden, dass jeweils eine Knickante der Verstärkungsstreifen (9) von der Heißsiegelung
ausgespart wird.
14. Verfahren nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstärkungsstreifen (9) vor dem Aufliegen auf die Materialbahn (10) vorgefaltet
werden.
15. Verfahren zur Herstellung eines Beutels aus einem flexiblen Material, wobei eine Materialbahn
(10) zugeführt wird und
Verstärkungsstreifen (9') in einem Abstand zueinander auf die Materialbahn (10) aufgelegt
und mit der Materialbahn (10) verbunden werden,
dadurch gekennzeichnet, dass die Materialbahn (10) im Bereich der Verstärkungsstreifen (9') zur Bildung von Längskanten
(3, 3') derart auf sich selbst gefaltet wird, dass dort der jeweilige Verstärkungsstreifen
(9') nicht auf sich gefaltet wird, wobei sich die Materialbahn (10) an beiden Seiten
des Verstärkungsstreifens (9') erstreckt und wobei die Materialbahn (10) nachfolgend
an beiden Seiten des Verstärkungsstreifens (9') durch eine Siegelnaht fixiert wird.
16. Verfahren nach einem der Ansprüche 12 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem Falten und Erzeugen von Siegelnähten (4) Quersiegelungen gebildet und einzelne
an einem Ende offene Beutel abgetrennt werden.
17. Verfahren nach Anspruch 16, wobei die Beutel an ihrem offenen Ende gefüllt und nachfolgend
geschlossen werden.