[0001] Die Erfindung betrifft Dampfturbinen und insbesondere Turbinenschaufeln von Dampfturbinen.
Hintergrund der Erfindung
[0002] Turbinenschaufeln von Endstufen von Dampfturbinen erreichen sehr große Durchmesser
und damit große Umfangsgeschwindigkeiten, so dass Tropfen, die auf eine laufende Turbinenschaufel
auftreffen, zu Erosion der Turbinenschaufel führen können. Insbesondere bei einer
Kondensationsturbine, bei welcher der Dampf, das heißt das Betriebsmedium der Dampfturbine,
bis zum Sattdampfzustand oder sogar bis in ein Nassdampfgebiet hinein entspannt wird,
tritt bereits in den Endstufen teilweise Kondensation auf. Ferner wird Kondensationsturbinen
ein Kondensator nachgeschaltet, der die Temperatur des Dampfes und somit auch den
Druck reduziert. Somit arbeiten die letzten Stufen einer Kondensationsturbine fast
im Vakuum. Die im Dampf kondensierende Flüssigkeit kann sich hierbei als Wasserfilm
auf einer Leitschaufel absetzen. Dieser Film wird dann von der Dampfströmung zur Leitschaufelhinterkante
hin bewegt und löst sich dort in Form von Tropfen oder Schlieren ab. Diese sich ablösenden
Wassertropfen können vom Dampfstrom wegen ihrer großen Dichte nicht auf die Dampfgeschwindigkeit
beschleunigt werden. Sie schlagen deshalb mit großer Wucht auf dem Rücken der Laufschaufel
auf und verursachen dort starke Erosion. Zur Vermeidung von Erosion ist es bekannt,
den vorderen Bereich der Laufschaufeln, das heißt den der Dampfströmung zugewandten
Bereich der Laufschaufeln zu härten.
Zusammenfassung der Erfindung
[0003] Es ist Aufgabe der Erfindung, eine Erosion an Laufschaufeln von Dampfturbinen zu
reduzieren oder zu verhindern.
[0004] Diese Aufgabe wird durch die Gegenstände der unabhängigen Patentansprüche gelöst.
Vorteilhafte Ausführungsformen der hierin offenbarten Gegenstände sind in den abhängigen
Ansprüchen beschrieben.
[0005] Gemäß einem Aspekt der hierin offenbarten Gegenstände wird eine Dampfturbinenschaufel
(nachfolgend kurz mit Turbinenschaufel bezeichnet) zur Montage auf einer Welle einer
Dampfturbine bereitgestellt, wobei die Turbinenschaufel einen Schaufelfuß und einen
schaufelseitigen Flüssigkeitsströmungsweg mit einem schaufelseitigen Strömungswegeinlass
und einem schaufelseitigen Strömungswegauslass enthält. Der Begriff "schaufelseitig"
weist hier darauf hin, dass der Flüssigkeitsströmungsweg an oder in der Turbinenschaufel
enthalten ist. Gemäß dem ersten Aspekt der hierin offenbarten Gegenstände ist der
schaufelseitige Strömungswegeinlass (110) angeordnet und ausgebildet zum Aufnehmen
von Flüssigkeit von einem wellenseitigen Strömungswegauslass der Welle. Ferner ist
der schaufelseitige Strömungswegauslass in einer Richtung von dem Schaufelfuß weg
mit Abstand von dem schaufelseitigen Strömungswegeinlass und in einem vorderen Randbereich
der Turbinenschaufel angeordnet.
[0006] Gemäß einer Ausführungsform des ersten Aspektes ist das Betriebsmedium der Dampfturbine
Wasserdampf. Gemäß anderer Ausführungsformen kann das Betriebsmedium jedoch auch ein
anderer Dampf sein.
[0007] Gemäß einer Ausführungsform ist die Flüssigkeit, welche dem schaufelseitigen Strömungswegauslass
zugeführt wird, die selbe wie die Flüssigkeit, die die Basis für das Betriebsmedium
bildet, z. B. Wasser. Gemäß anderer Ausführungsform kann die Flüssigkeit, welche dem
schaufelseitigen Strömungswegauslass zugeführt wird, eine beliebige andere Flüssigkeit
sein, beispielsweise eine Flüssigkeit, welche von der Flüssigkeit, die die Basis für
das Betriebsmedium bildet, verschieden ist.
[0008] Die Turbinenschaufel ermöglicht es dadurch, über den schaufelseitigen Flüssigkeitsströmungsweg
Flüssigkeit in dem vorderen Randbereich der Turbinenschaufel abzugeben und dadurch
negative Wirkungen von Tropfen in dem Dampfstrom zu reduzieren oder zu vermeiden.
[0009] Gemäß einer Ausführungsform des ersten Aspektes ist der schaufelseitige Strömungswegauslass
angeordnet und ausgebildet zum Erzeugen eines Flüssigkeitsfilms auf einem Oberflächenabschnitt
mit einer durch den schaufelseitigen Strömungswegauslass abgegebenen Flüssigkeit.
Der Flüssigkeitsfilm auf dem Oberflächenabschnitt der Turbinenschaufel mindert den
Aufprall von Tropfen auf den Oberflächenabschnitt und vermindert oder vermeidet dadurch
eine Erosion des Oberflächenabschnitts.
[0010] Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist der schaufelseitige Strömungswegeinlass
in den Schaufelfuß der Turbinenschaufel gebildet. Dies hat den Vorteil, dass die Zuführung
von Flüssigkeit in den schaufelseitigen Flüssigkeitsströmungsweg keine Veränderungen
an der Oberfläche der Turbinenschaufel erfordert. Gemäß anderer Ausführungsformen
erfolgt eine Zuführung von Flüssigkeit in den schaufelseitigen Flüssigkeitsströmungsweg
nicht über den Schaufelfuß, sondern beispielsweise neben dem Schaufelfuß.
[0011] Gemäß einer weiteren Ausführungsform des ersten Aspektes weist der schaufelseitige
Flüssigkeitsströmungsweg einen Hauptkanal mit dem schaufelseitigen Strömungswegeinlass
und mindestens zwei Nebenkanäle auf, wobei die mindestens zwei Nebenkanäle mit dem
Hauptkanal strömungsmäßig verbunden sind und den schaufelseitigen Strömungswegauslass
bilden. Zum Beispiel ist gemäß einer Ausführungsform vorgesehen, dass jeder Nebenkanal
eine separate Auslassöffnung des Strömungswegauslasses bildet, das heißt der Strömungswegauslass
weist in diesem Fall zwei oder mehr Auslassöffnungen auf. Gemäß einer Ausführungsform
können die Auslassöffnungen einen kreisförmigen Querschnitt haben. Gemäß anderer Ausführungsform
sind die Auslassöffnungen jeweils durch einen Schlitz gebildet.
[0012] Diese Ausführungsformen erlauben eine kostengünstige und effiziente Realisierung
des Strömungswegeinlasses und des Strömungswegauslasses, wobei durch die mindestens
zwei Nebenkanäle die Charakteristik des Strömungswegauslasses einfach an die Anforderungen
der jeweiligen Turbine anpassbar ist.
[0013] Gemäß einem zweiten Aspekt der hierin offenbarten Gegenstände wird eine Turbine bereitgestellt,
welche eine Welle und eine Vielzahl von Turbinenschaufeln aufweist, die mit ihrem
Schaufelfuß an der Welle montiert sind. Die Turbinenschaufeln sind hierbei gemäß dem
ersten Aspekt oder einer Ausführungsform davon ausgebildet.
[0014] Die Welle weist den wellenseitigen Strömungsweg mit mindestens einem wellenseitigen
Strömungswegauslass auf, wobei jedem schaufelseitigen Strömungswegeinlass ein wellenseitiger
Strömungswegauslass zugeordnet ist. Beispielsweise kann ein einziger wellenseitiger
Strömungswegauslass vorgesehen sein, welcher jedem schaufelseitigen Einlass zugeordnet
ist. Eine Ausführungsform eines solchen wellenseitigen Strömungswegauslasses ist beispielsweise
ein ringförmiger Strömungswegauslass, zum Beispiel in Form einer Ringnut in der Welle.
Der schaufelseitige Strömungswegeinlass ist dem zugeordneten wellenseitigen Strömungswegauslass
gegenüberliegend angeordnet. Zum Beispiel können der schaufelseitige Strömungswegeinlass
und der zugeordnete wellenseitige Strömungswegauslass mit Abstand einander gegenüberliegend
angeordnet sein. Gemäß einer anderen Ausführungsform ist der schaufelseitige Strömungswegeinlass
mit dem zugeordneten wellenseitigen Strömungswegauslass verbunden.
[0015] Gemäß einer weiteren Ausführungsform des zweiten Aspektes ist der wellenseitige Strömungswegeinlass
auf einer Stirnseite der Welle angeordnet. Gemäß einer weiteren Ausführungsform weist
der wellenseitige Strömungswegeinlass eine Ringnut auf. Gemäß einer weiteren Ausführungsform
ist der wellenseitige Strömungswegeinlass durch eine Ringnut gebildet. Die Ringnut
kann beispielsweise auf der Stirnseite der Welle angeordnet sein, gemäß der oben angegebenen
Ausführungsform.
[0016] Gemäß einer weiteren Ausführungsform definiert die Ringnut, welche den wellenseitigen
Strömungswegeinlass bildet, eine stirnseitige Öffnung in der Welle. Hierbei kann gemäß
einer Ausführungsform vorgesehen sein, dass ein der stirnseitigen Öffnung gegenüberliegender
Nutgrund der Ringnut sich in radialer Richtung nach außen hin über die stirnseitige
Öffnung hinaus erstreckt und so eine Hinterschneidung bildet. Bei dieser Ausführungsform
wird eine Flüssigkeit in der Ringnut durch die Rotation der Welle und die hiermit
sich ergebende Zentrifugalkraft radial nach außen in die Hinterschneidung der Ringnut
gedrängt. Ein Wiederaustreten der Flüssigkeit aus der Ringnut durch die stirnseitige
Öffnung kann auf diese Weise wirksam vermieden oder zumindest reduziert werden.
[0017] Gemäß einer weiteren Ausführungsform des zweiten Aspektes ist der wellenseitige Strömungsweg
zwischen dem wellenseitigen Strömungswegeinlass und dem wellenseitigen Strömungswegauslass
durch mindestens zwei Kanäle, z. B. Bohrungen, in der Welle gebildet. Das Vorsehen
von zwei oder mehr Kanälen hat gegenüber einem Ringkanal den Vorteil einer höheren
mechanischen Festigkeit der Welle.
[0018] Gemäß einer weiteren Ausführungsform des zweiten Aspektes ist eine Einspritzvorrichtung
vorgesehen zum Einspritzen von Flüssigkeit in den wellenseitigen Strömungswegeinlass.
Durch Einspritzen der Flüssigkeit in den wellenseitigen Strömungswegeinlass kann ein
direkter Kontakt von ruhenden Komponenten der Turbine mit der rotierenden Welle vermieden
werden. Insbesondere kann beispielsweise auf Dichtungen zwischen dem wellenseitigen
Strömungswegeinlass und einem externen, ruhenden Strömungsweg verzichtet werden.
[0019] Im Folgenden werden exemplarische Ausführungsformen der hierin offenbarten Gegenstände
beschrieben, wobei beispielsweise auf eine Turbinenschaufel und eine Dampfturbine
enthaltend eine solche Turbinenschaufel Bezug genommen wird. Es sollte jedoch hervorgehoben
werden, dass natürlich jede Kombination von Merkmalen verschiedener Aspekte, Ausführungsformen
und Beispiele möglich ist. Insbesondere werden einige Ausführungsformen mit Bezug
auf die Turbinenschaufel beschrieben, während andere Ausführungsformen mit Bezug auf
die Dampfturbine beschrieben werden. Der Fachmann wird jedoch der vorstehenden und
der nachfolgenden Beschreibung, den Ansprüchen und den Zeichnungen entnehmen, dass,
so lange es nicht anders angegeben ist, Merkmale verschiedener Aspekte, Ausführungsformen
und Beispiele kombinierbar sind.
[0020] Weitere Vorteile und Merkmale der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der folgenden
beispielhaften Beschreibung von Ausführungsformen, auf welche die Erfindung jedoch
nicht beschränkt ist. Die einzelnen Figuren der Zeichnungen dieser Anmeldung sind
lediglich als schematisch und nicht als maßstabsgetreu anzusehen.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0021]
Fig. 1 zeigt in Teilschnittansicht einen Teil einer Dampfturbine gemäß Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung.
Fig. 2 zeigt eine Detailansicht einer Laufschaufel der Dampfturbine aus Fig. 1.
Fig. 3 zeigt eine Detailansicht einer Welle der Dampfturbine aus Fig. 1.
Fig. 4 zeigt eine Querschnittsansicht einer Laufschaufel und einer Leitschaufel der
Dampfturbine aus Fig. 1 entlang der Linie IV-IV.
Detaillierte Beschreibung
[0022] Es wird angemerkt, dass in verschiedenen Figuren ähnliche oder identische Elemente
oder Komponenten mit denselben Bezugszeichen versehen sind. Solche Merkmale bzw. Komponenten,
die mit den entsprechenden Merkmalen bzw. Komponenten in einer anderen Figur gleich
oder zumindest funktionsgleich sind, werden nur bei ihrem ersten Auftreten in dem
nachfolgenden Text detailliert beschrieben und die Beschreibung wird bei dem nachfolgenden
Auftreten dieser Merkmale und Komponenten (bzw. der entsprechenden Bezugszahlen) nicht
wiederholt.
[0023] Fig. 1 zeigt eine Dampfturbine gemäß Ausführungsformen der hierin offenbarten Gegenstände.
Die Dampfturbine 100 umfasst eine Dampfturbinenschaufel 102 (nachfolgend kurz mit
Turbinenschaufel bezeichnet) mit einem Schaufelfuß 104. Gemäß einer Ausführungsform
ist die Turbinenschaufel eine Laufschaufel, wie die Turbinenschaufel 102. Ferner weist
die Turbine 100 Leitschaufeln 103 auf. Die Turbinenschaufel 102 weist einen schaufelseitigen
Flüssigkeitsströmungsweg 106 auf, welcher sich in einer Richtung 108 von dem Schaufelfuß
104 weg erstreckt.
[0024] Der schaufelseitige Flüssigkeitsströmungsweg 106 weist einen schaufelseitigen Strömungswegeinlass
110 und einen schaufelseitigen Strömungswegauslass 112 auf. Der schaufelseitige Strömungswegauslass
112 ist in der Richtung 108 von dem Schaufelfuß 104 weg mit Abstand von dem schaufelseitigen
Strömungswegeinlass 110 angeordnet. Gemäß einer Ausführungsform ist der schaufelseitige
Strömungswegauslass 112 in einem vorderen Randbereich der Turbinenschaufel 114 angeordnet,
wie in Fig. 1 dargestellt. Der vordere Randbereich der Turbinenschaufel ist in Fig.
1 durch eine gestrichelte Linie 116 markiert.
[0025] Gemäß einer Ausführungsform kann vorgesehen sein, dass der vordere Randbereich 114
der Turbinenschaufel gehärtet ist. Der Begriff "vorderer" Randbereich bezieht sich
hier auf die Anordnung der Turbinenschaufel 102 in der Turbine 100 bezüglich einer
allgemeinen Dampfstromrichtung, die in Fig. 1 mit 118 gekennzeichnet ist.
[0026] Die Dampfturbine 100 weist ferner eine Welle 120 auf, in welcher die exemplarisch
in Schnittdarstellung dargestellte Schaufel 102 montiert ist und welche um eine Drehachse
121 rotierbar ist. Der schaufelseitige Strömungswegeinlass 110 ist angeordnet und
ausgebildet zum Aufnehmen von Flüssigkeit von einem wellenseitigen Strömungswegauslass
122 der Welle 120.
[0027] Gemäß einer Ausführungsform ist der schaufelseitige Strömungswegauslass 112 ausgebildet
zum Abgeben von Flüssigkeit 124 und dadurch Reduzieren einer Erosion der Turbinenschaufel
102.
[0028] Beispielsweise kann gemäß einer Ausführungsform vorgesehen sein, dass der schaufelseitige
Strömungswegauslass angeordnet und ausgebildet ist zum Erzeugen eines Flüssigkeitsfilms
auf dem Oberflächenabschnitt mit der durch den schaufelseitigen Strömungswegauslass
112 abgegebenen Flüssigkeit, welche in Fig. 1 durch die Bezugszahl 124 gekennzeichnet
ist. Hierzu kann der schaufelseitige Strömungswegauslass zum Beispiel bezüglich seines
Querschnittes, seiner Austrittsrichtung, etc. angepasst sein, um mit der aus dem schaufelseitigen
Strömungswegauslass austretenden Flüssigkeit eine Erosion der Schaufel 102 zu vermindern
oder zu vermeiden. Der Flüssigkeitsfilm auf der Schaufeloberfläche dämpft dabei die
Wucht des Aufpralls der Flüssigkeitstropfen (Wassertropfen).
[0029] Gemäß einer Ausführungsform weist der schaufelseitige Flüssigkeitsströmungsweg 106
einen Hauptkanal 126 auf und mindestens einen Nebenkanal, beispielsweise vier Nebenkanäle
128 auf. Die Nebenkanäle 128 sind mit dem Hauptkanal 126 strömungsgemäß verbunden.
Beispielsweise kann gemäß einer Ausführungsform vorgesehen sein, dass der Hauptkanal
durch eine radiale Bohrung ist, welche von dem Schaufelfuß her in der Turbinenschaufel
102 gebildet ist. Gemäß einer weiteren Ausführungsform können die Nebenkanäle 128
durch Bohrungen gebildet sein, die von dem vorderen Randbereich 114 bis in den Hauptkanal
126 hinein gebildet sind.
[0030] Entsprechend einer Ausführungsform der hierin offenbarten Gegenstände bilden die
vier in Fig. 1 dargestellten Nebenkanäle 128 den Strömungswegauslass 112. Gemäß einer
Ausführungsform weist jeder Nebenkanal eine separate Auslassöffnung 130 auf und die
Auslassöffnungen 130 bilden zusammen den Strömungswegauslass 112. Dies ist detaillierter
in Fig. 2 dargestellt.
[0031] Gemäß einer Ausführungsform ist der schaufelseitige Strömungswegeinlass 110 in dem
Schaufelfuß 104 gebildet.
[0032] Gemäß einer Ausführungsform kann vorgesehen sein, dass ein wellenseitiger Strömungswegauslass
einer einzigen Turbinenschaufel zugeordnet ist. Gemäß einer anderen Ausführungsform
kann ein wellenseitiger Strömungswegauslass zwei oder mehr schaufelseitigen Strömungswegeinlässen
zugeordnet sein. Beispielsweise kann ein einziger wellenseitiger Strömungswegauslass
allen Turbinenschaufeln einer Turbinenstufe, bzw. deren Strömungswegeinlässen, zugeordnet
sein. Eine Turbinenstufe kann beispielsweise eine Turbinenendstufe 132 sein, wie in
Fig. 1 dargestellt. Gemäß einer Ausführungsform ist der wellenseitige Strömungswegauslass
122 durch eine Ringnut gebildet, wie in Fig. 1 dargestellt. Der schaufelseitige Strömungswegeinlass
110 und der wellenseitige Strömungswegauslass 122 sind einander gegenüberliegend angeordnet,
so dass aus dem wellenseitigen Strömungswegauslass 122 austretende Flüssigkeit in
den schaufelseitigen Strömungswegeinlass 110 eintritt.
[0033] Die Welle weist ferner einen wellenseitigen Strömungsweg 134 auf. Der wellenseitige
Strömungsweg 134 weist den wellenseitigen Strömungswegauslass 122 und einen wellenseitigen
Strömungswegeinlass 136 auf. Der wellenseitige Strömungswegeinlass 136 ist gemäß einer
Ausführungsform auf einer Stirnseite 138 der Welle 120 angeordnet. Der wellenseitige
Strömungswegeinlass kann durch eine Ringnut gebildet sein, wie in Fig. 1 dargestellt.
Ferner kann gemäß einer Ausführungsform vorgesehen sein, dass die Ringnut des wellenseitigen
Strömungswegeinlasses 136 eine stirnseitige Öffnung 140 in der Welle definiert. Gemäß
einer weiteren Ausführungsform erstreckt sich ein der stirnseitigen Öffnung 140 gegenüberliegender
Nutgrund 142 der Ringnut 136 in radialer Richtung 108 nach außen hin über die stirnseitige
Öffnung 140 um einen Abstand 144 hinaus. Die Ringnut 136 bildet auf diese Weise eine
Hinterschneidung 146, wie detaillierter in Fig. 3 dargestellt. Durch die Fliehkräfte
wird bei einer Rotation der Welle 120 eine Flüssigkeit in der Ringnut 136 in Richtung
in die Hinterschneidung 146 hineingedrängt.
[0034] Von dem Nutgrund 142 der Ringnut 136 erstreckt sich der wellenseitige Strömungsweg
134 weg. Gemäß einer Ausführungsform ist der wellenseitige Strömungsweg 134 durch
mindestens eine Bohrung, beispielsweise durch zwei oder mehr Bohrungen gebildet, die
gemäß einer weiteren Ausführungsform in Umfangsrichtung des Nutgrundes 142 gleichmäßig
verteilt sind.
[0035] Die Dampfturbine 100 weist ferner eine Einspritzvorrichtung 148 auf, welche bezüglich
eines Turbinengehäuses 150 ortsfest angeordnet ist. Dies erleichtert die Zuführung
von Flüssigkeit zu der Einspritzvorrichtung 148. Die Einspritzvorrichtung 148 ist
ferner konfiguriert zum Einspritzen von Flüssigkeit 124 in den wellenseitigen Strömungswegeinlass,
beispielsweise in die Ringnut 136. Dadurch, dass die Flüssigkeit durch Einspritzen
in den wellenseitigen Strömungswegeinlass 136 eingebracht wird, sind Dichtungen und
Lager, welche einen gehäuseseitigen Strömungsweg 151 gegen den wellenseitigen Strömungswegeinlass
136 abdichten oder abstützen, nicht erforderlich. Auf diese Weise kann ein Flüssigkeitseintrag
in den wellenseitigen Strömungswegeinlass 136 verschleißfrei erfolgen.
[0036] Fig. 4 zeigt exemplarisch eine Querschnittsansicht durch drei Leitschaufeln 103 und
zwei Laufschaufeln 102 der Endstufe 132.
[0037] Die Leitschaufeln 103 richten einen Dampfstrom 154 gegen die Turbinenendstufe 132
mit den Laufschaufeln 102. Der Dampfstrom 154 treibt somit die Endstufe 132 mit den
Laufschaufeln 102 in eine Drehbewegung an, die in Fig. 4 mit 156 gekennzeichnet ist.
Jede Laufschaufel 102 weist einen dem Dampfstrom 154 zugewandten vorderen Randbereich
114, eine Schaufelvorderseite 158 und eine Schaufelrückseite 160 auf. Der Dampfstrom
154 trifft auf die Schaufelvorderseite 158 und treibt so die Endstufe 132 an. Flüssigkeitstropfen,
die sich zum Beispiel von der Leitschaufel 103 ablösen, werden aufgrund ihrer relativ
großen Masse von dem Dampfstrom nicht auf die Dampfstromgeschwindigkeit beschleunigt.
Solche Flüssigkeitstropfen schlagen deshalb auf der Schaufelrückseite 160 auf, die
dadurch einer Erosion unterliegen kann. Eine solche Erosion wird gemäß einer Ausführungsform
durch einen Flüssigkeitsfilm 162 vermindert oder vermieden, wobei der Flüssigkeitsfilm
162 durch Flüssigkeit gebildet ist, die aus dem schaufelseitigen Strömungswegauslass
112 austritt.
[0038] Es wird darauf hingewiesen, dass die hier beschriebenen Ausführungsformen lediglich
eine beschränkte Auswahl an möglichen Ausführungsvarianten der hierin offenbarten
Gegenstände darstellen. So ist es möglich, die Merkmale einzelner Ausführungsformen
in geeigneter Weise miteinander zu kombinieren, so dass der Fachmann mit den hier
explizit beschriebenen Ausführungsvarianten eine Vielzahl von verschiedenen Ausführungsformen
als offensichtlich offenbart anzusehen sind. Ferner sollte erwähnt werden, dass die
Begriffe wie "ein" oder "eines" eine Mehrzahl nicht ausschließen. Begriffe wie "enthaltend"
oder "aufweisend" schließen weitere Merkmale oder Verfahrensschritte nicht aus.
[0039] Zusammenfassend bleibt festzustellen, dass hierin eine Turbine und eine Turbinenschaufel
für eine Turbine offenbart werden, wobei die Turbinenschaufel einen schaufelseitigen
Flüssigkeitsströmungsweg mit einem schaufelseitigen Strömungswegeinlass und einem
schaufelseitigen Strömungswegauslass aufweist, wobei dem schaufelseitigen Strömungswegeinlass
von einer Welle her Flüssigkeit zuführbar ist, die dann durch den schaufelseitigen
Strömungswegauslass austritt, um auf diese Weise eine Erosion der Turbinenschaufel
zu vermindern oder zu vermeiden. Wellenseitig wird die Flüssigkeit in einen entsprechenden
Flüssigkeitskanal geführt, in welchen die Flüssigkeit beispielsweise in einen auf
einer Stirnseite der Welle angeordneten, wellenseitigen Strömungswegeinlass eingespritzt
wird.
1. Dampfturbinenschaufel (102) zur Montage auf einer Welle (120), die Dampfturbinenschaufel
(102) enthaltend:
- einen Schaufelfuß (104)
- einen schaufelseitigen Flüssigkeitsströmungsweg (106) mit einem schaufelseitigen
Strömungswegeinlass (110) und einem schaufelseitigen Strömungswegauslass (112);
- wobei der schaufelseitige Strömungswegeinlass (110) angeordnet und ausgebildet ist
zum Aufnehmen von Flüssigkeit von einem wellenseitigen Strömungswegauslass (122) der
Welle (120);
- wobei der schaufelseitige Strömungswegauslass (112) in einer Richtung (108) von
dem Schaufelfuß (104) weg mit Abstand von dem schaufelseitigen Strömungswegeinlass
(110) und in einem vorderen Randbereich (114) der Dampfturbinenschaufel (102) angeordnet
ist.
2. Dampfturbinenschaufel (102) nach Anspruch 1, wobei der schaufelseitige Strömungswegauslass
(112) angeordnet und ausgebildet ist zum Erzeugen eines Flüssigkeitsfilms (162) auf
einem Oberflächenabschnitt mit einer durch den schaufelseitigen Strömungswegauslass
(112) abgegebenen Flüssigkeit (124).
3. Dampfturbinenschaufel (102) nach Anspruch 1 oder 2, wobei der schaufelseitige Strömungswegeinlass
(110) in dem Schaufelfuß (104) gebildet ist.
4. Dampfturbinenschaufel (102), nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der schaufelseitige
Flüssigkeitsströmungsweg (106) einen Hauptkanal (126) mit dem schaufelseitigen Strömungswegeinlass
(110) und mindestens zwei Nebenkanäle (128) aufweist, wobei die mindestens zwei Nebenkanäle
mit dem Hauptkanal (126) strömungsmäßig verbunden sind und den schaufelseitigen Strömungswegauslass
(112) bilden.
5. Turbine, enthaltend
- eine Welle (120) und
- eine Vielzahl von Dampfturbinenschaufeln (102) nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
welche mit ihrem Schaufelfuß (104) an der Welle (120) montiert sind,
- wobei die Welle (120) den wellenseitigen Strömungsweg mit mindestens einem wellenseitigen
Strömungswegauslass (122) aufweist, wobei jedem schaufelseitigen Strömungswegeinlass
(110) ein wellenseitiger Strömungswegauslass (122) zugeordnet ist und der schaufelseitige
Strömungswegeinlass (110) dem zugeordneten wellenseitigen Strömungswegauslass (122)
gegenüberliegend angeordnet ist.
6. Turbine nach Anspruch 5, wobei der mindestens eine wellenseitige Strömungswegauslass
(122) eine Ringnut umfasst oder durch eine Ringnut gebildet ist.
7. Turbine nach Anspruch 5 oder 6, wobei der wellenseitige Strömungswegeinlass (136)
auf einer Stirnseite der Welle angeordnet ist.
8. Turbine nach einem der Ansprüche 5 bis 7, wobei der wellenseitige Strömungswegeinlass
(136) eine Ringnut aufweist oder durch eine Ringnut gebildet ist.
9. Turbine nach Anspruch 5 oder 6, wobei
- der wellenseitige Strömungswegeinlass (136) durch eine Ringnut auf einer Stirnseite
(138) der Welle (120) gebildet ist;
- die Ringnut eine stirnseitige Öffnung (140) in der Welle (120) definiert; und
- ein der stirnseitigen Öffnung (140) gegenüberliegender Nutgrund (142) der Ringnut
sich in radialer Richtung nach außen hin über die stirnseitige Öffnung hinaus erstreckt
und so eine Hinterschneidung (146) bildet.
10. Turbine nach einem der Ansprüche 5 bis 9, wobei der wellenseitige Strömungsweg zwischen
dem wellenseitigen Strömungswegeinlass (136) und dem wellenseitigen Strömungswegauslass
(122) durch mindestens zwei Kanäle (134) in der Welle (120) gebildet ist.
11. Turbine nach einem der Ansprüche 1 bis 10, ferner enthaltend:
- eine Einspritzvorrichtung (148) zum Einspritzen von Flüssigkeit in den wellenseitigen
Strömungswegeinlass (136).