| (19) |
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(11) |
EP 2 111 510 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
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27.04.2011 Patentblatt 2011/17 |
| (22) |
Anmeldetag: 19.02.2009 |
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| (51) |
Internationale Patentklassifikation (IPC):
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| (86) |
Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/EP2009/051977 |
| (87) |
Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 2009/103762 (27.08.2009 Gazette 2009/35) |
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| (54) |
KRAFTÜBERTRAGUNGSSYSTEM MIT EINEM HYDRAULIKZYLINDER UND EINEM DRUCKLAGER
FORCE TRANSFER SYSTEM COMPRISING A HYDRAULIC CYLINDER AND A THRUST BEARING
SYSTEME DE TRANSMISSION DE FORCE AVEC UN CYLINDRE HYDRAULIQUE ET UN PALIER DE PRESSION
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO
PL PT RO SE SI SK TR |
| (30) |
Priorität: |
22.02.2008 DE 102008010652
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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28.10.2009 Patentblatt 2009/44 |
| (73) |
Patentinhaber: POLYSIUS Aktiengesellschaft |
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59269 Beckum (DE) |
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| (72) |
Erfinder: |
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- GUERRERO PALMA, Pedro
59510 Lippetal (DE)
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| (74) |
Vertreter: Tetzner, Michael et al |
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Van-Gogh-Strasse 3 81479 München 81479 München (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 294 609 EP-A- 0 896 151
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EP-A- 0 341 390 JP-A- 2000 312 832
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Kraftübertragungssystem mit einem Hydraulikzylinder, der
einen mit Hydraulikflüssigkeit beaufschlagbaren Kolben aufweist und einem mit dem
Kolben in Wirkkontakt stehenden Drucklager, das wenigstens eine erste und eine zweite
Gleitfläche zur Ausübung einer Gleitbewegung aufweist.
[0002] Ein derartiges Kraftübertragungssystem wird beispielsweise bei Rollenmühlen mit wenigstens
einer Mahlrolle und einem rotierbaren Mahlteller sowie einem Kraftarm eingesetzt,
wobei der Kraftarm schwenkbeweglich und drehfest in einem Lager gehaltert ist und
die Mahlrolle drehbar am anderen Ende des Kraftarms gehaltert ist. Eine derartige
Rollenmühle ist beispielsweise aus der
JP-A-2000312832 bekannt. Das Kraftübertragungssystem dient dabei zur Ausübung einer Kraft auf dem
Kraftarm, der dann die Mahlrolle auf den Mahlteller drückt. Der Kraftarm führt dabei
eine Schwenkbewegung aus, so dass es im Bereich des Kraftübertragungssystems zu hohen
Querkräften kommt.
[0003] In der
EP-A2-0 341 390 wird eine Kolbeneinrichtung für eine Kolbeneinheit, insbesondere für eine Hydraulikpumpe
oder einen Hydraulikmotor, beschrieben, wobei die Kolbeneinrichtung einen mit dem
Ende eines Kolbens über eine Koppelstange verbundenen Gleitschuh aufweist und der
Gleitschuh einen Hohlraum ausbildet, der über eine Bohrung mit dem im Innenraum des
Kolbens befindlichen Druckmediums beaufschlagt ist.
[0004] Die
EP-A2-0 896 151 betrifft ebenfalls eine Hydraulikpumpe oder einen Hydraulikmotor, wobei der Kolben
mit einem Drucklager in Verbindung steht, das sowohl eine Gleitbewegung quer zur Bewegungsrichtung
des Kolbens als auch eine Schwenkbewegung ermöglicht.
[0005] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Kraftübertragungssystem anzugeben,
welches sich durch deutlich reduzierte Querkräfte auszeichnet.
[0006] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die Merkmale des Anspruches 1 gelöst.
[0007] Das erfindungsgemäße Kraftübertragungssystem besteht im Wesentlichen aus einem Hydraulikzylinder,
der einen mit Hydraulikflüssigkeit beaufschlagbaren Kolben aufweist und einem mit
dem Kolben in Wirkkontakt stehenden Drucklager, dass wenigstens eine erste und eine
zweite Gleitfläche zur Ausübung einer Gleitbewegung aufweist. Das Drucklager sieht
ferner einen Druckraum vor, der über wenigstens eine im Kolben ausgebildete Bohrung
mit der mit Hydraulikflüssigkeit beaufschlagten Seite des Kolbens in Verbindung steht.
[0008] Durch den Druckraum kommt es zu einer deutlichen Entlastung im Bereich der Gleitflächen
und auch die auf den Kolben wirkenden Querkräfte werden reduziert. Je nach Dimensionierung
des Druckraumes könnten dabei Reduzierungen der Querkräfte im Bereich von 80 bis 95%
und mehr erreicht werden.
[0009] Das Drucklager ist weiterhin über eine Koppelstange mit dem Hydraulikzylinder verbunden,
wobei die Koppelstange gelenkig gelagert ist, um die Gleitbewegung des Drucklagers
zu ermöglichen. Durch diese Koppelstange wird der Zusammenhalt von Hydraulikzylinder
und Drucklager auch dann gewährleistet, wenn es, bei dynamischen Vorgängen, zu Druckunterschieden
zwischen den einzelnen Wirkflächen kommt. Die Koppelstange verläuft vorzugsweise durch
die Bohrung des Kolbens und ist an der dem Drucklager abgewandten Stirnseite des Kolbens
gehaltert.
[0010] Das Drucklager weist folgende Bauteile auf:
- a. ein erstes Druckelement, dessen eine Seite mit dem Kolben in Wirkverbindung steht
und dessen andere Seite die erste Gleitfläche bildet,
- b. ein zweites Druckelement, dessen eine Seite eine vierte Gleitfläche bildet und
dessen andere Seite zur Kraftübertragung dient sowie
- c. ein Zwischenelement, dessen eine Seite die zweite Gleitfläche bildet und als Gegenfläche
zur ersten Gleitfläche wirkt und dessen andere Seite eine dritte Gleitfläche bildet
und als Gegenfläche zur vierten Gleitfläche wirkt.
[0011] Weitere Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0012] Dabei können die erste und zweite Gleitfläche des Drucklagers beispielsweise eben
bzw. quer zur Bewegungsrichtung des Kolbens ausgerichtet sein, während die dritte
oder vierte Gleitfläche des Drucklagers ballig oder kugelförmig und die andere Gleitfläche
als komplementäre Gegenfläche ausgebildet ist, um die Ausübung einer Schwenkbewegung
zu ermöglichen.
[0013] Nachdem der Druckraum über die Bohrung mit der Hydraulikflüssigkeit beaufschlagt
wird, sind zwischen jeweils zugehörigen Gleitflächen, also zwischen der ersten und
zweiten bzw. der dritten und vierten Gleitfläche Dichtungen vorgesehen, bewirkt der
sich im Druckraum aufbauende Druck eine Entlastung der zugeordneten Gleitflächen und
des Kolbens. Man ist daher bestrebt, die sich durch die Dichtungen ergebenden Druckflächen
im Druckraum vorzugsweise zwischen 80 und 95% der Kolbenfläche zu wählen. Dadurch
werden die wirkenden Querkräfte im Bereich der Gleitflächen und des Kolbens um diesen
Prozentsatz reduziert. Es ist natürlich auch denkbar, dass die Druckflächen größer
als die Kolbenfläche ausgebildet werden. Dies hat aber dann zur Folge, dass das Drucklager
abhebt und schwimmt, so dass die Kolbenstange in entsprechender Weise vorgespannt
werden müsste.
[0014] Die deutliche Reduzierung der Querkräfte hat außerdem den Vorteil, dass die Einheit
aus Hydraulikzylinder und Drucklager wesentlich kompakter gebaut werden kann. Eine
Reduzierung der Baugröße um 30% ist dabei nicht ausgeschlossen. Dies führt auch zur
einer deutlichen Reduzierung der Kosten des Drucklagers.
[0015] Weitere Vorteile und Ausgestaltungen der Erfindung werden im Folgenden anhand der
Beschreibung und der Zeichnung näher erläutert.
[0016] In der Zeichnung zeigen
- Fig. 1
- eine Schnittdarstellung des Kraftübertragungssystems,
- Fig. 2
- eine geschnittene Teilansicht des Kraftübertragungssystems im Bereich des Drucklagers,
- Fig. 3
- eine geschnittene Detailansicht einer Rollenmühle und
- Fig. 4
- eine geschnittene Draufsicht einer Rollenpresse.
[0017] Das in den Figuren 1 und 2 dargestellte Kraftübertragungssystem besteht im Wesentlichen
aus einem Hydraulikzylinder 1, der einen mit Hydraulikflüssigkeit beaufschlagbaren
Kolben 10 aufweist und einem mit dem Kolben in Wirkkontakt stehenden Drucklager 2.
[0018] Das Drucklager weist im Wesentlichen folgende Bauteile auf:
- a. ein erstes Druckelement 20, dass mit seiner einen Seite an der unteren Stirnseite
des Kolbens 10 befestigt ist und dessen andere Seite eine erste Gleitfläche 20a bildet,
- b. ein zweites Druckelement 21, dessen eine Seite eine vierte Gleitfläche 21a und
dessen andere Seite 21b zur Kraftübertragung dient sowie
- c. ein Zwischenelement 22, dessen eine Seite die zweite Gleitfläche 22a bildet, die
als Gegenfläche zur ersten Gleitfläche 20a wirkt und dessen andere Seite eine dritte
Gleitfläche 22b bildet, die als Gegenfläche zur vierten Gleitfläche 21a wirkt.
[0019] Weiterhin sind zwischen der ersten und zweiten Gleitfläche 20a, 22a eine erste Dichtung
23 und zwischen der dritten und vierten Gleitfläche 22b, 21a eine zweite Dichtung
24 vorgesehen. Im Bereich des Drucklagers 2 wird dadurch ein Druckraum 25 ausgebildet,
der durch das erste und zweite Druckelement 20, 21, das Zwischenelement 22 und einen
Teil der dem Drucklager zugewandten Stirnseite des Kolbens 10 begrenzt wird. Die Abdichtung
nach außen im Bereich der Gleitflächen erfolgt über die Dichtungen 23, 24.
[0020] Der Druckraum 25 steht über eine oder mehrere im Kolben ausgebildete Bohrungen 11
mit der mit Hydraulikflüssigkeit beaufschlagten Seite des Kolbens 10 in Verbindung.
Auf diese Weise gelangt Hydraulikflüssigkeit in den Druckraum 25 und bewirkt dort
ein Auseinderdrücken des ersten und zweiten Druckelements 20, 21, wodurch der auf
die Gleitflächen wirkende Druck entsprechend der wirksamen Druckflächen reduziert
wird. Die wirksamen Druckflächen werden durch den Durchmesser (d) der ringförmigen
Dichtungen 23 und 24 nach der Formel (d/2)
2*π gebildet.
[0021] Um den Zusammenhalt von Hydraulikzylinder 1 und Drucklager 2 zu gewährleisten, ist
ferner eine Koppelstange 3 vorgesehen, die das Drucklager 2 mit dem Hydraulikzylinder
1 verbindet, wobei die Koppelstange sowohl im Bereich des Drucklagers als auch im
Bereich des Kolbens gelenkig gelagert ist, um die Gleitbewegung des Drucklagers im
Bereich der ersten und zweiten bzw. dritten und vierten Gleitfläche zu gewährleisten.
Wie insbesondere aus Fig. 1 zu ersehen ist, wird die Koppelstange 3 im Bereich des
Drucklagers am zweiten Druckelement 21 über ein Lager 30 und im Bereich der vom Drucklager
2 abgewandten Stirnseite 12 des Kolbens in einem Lager 31 gelenkig gehaltert.
[0022] Die erste und zweite Gleitfläche 20a, 22a sind quer zur Bewegungsrichtung des Kolbens
ausgerichtet und bilden eine ebene Gleitfläche. Von der dritten und vierten Gleitfläche
22b, 21a ist eine Gleitfläche ballig oder kugelförmig und die andere Gleitfläche als
entsprechend komplementäre Gegenfläche ausgebildet. Die dritte und vierte Gleitfläche
ermöglichen somit eine Schwenkbewegung des Drucklagers. Der Schwenkradius des Drucklagers
wird dabei auf die Schwenkbewegung des mit dem Kraftübertragungssystem in Verbindung
stehenden Kraftarms abgestellt.
[0023] Um die im Bereich der Gleitflächen und im Bereich des Kolbens wirkenden Querkräfte
möglichst weit zu reduzieren, sollten die durch die Dichtungen 23, 24, festgelegten
Druckflächen möglichst 80 bis 95% der Querschnittsfläche des Kolbens 10 betragen.
Die Querkräfte werden dann in entsprechendem Maße reduziert, so dass die Gleitflächen
nur noch mit 5 bis 20% des Druckes beaufschlagt werden. Ein gewisser Druck im Bereich
der Gleitflächen erscheint zweckmäßig, damit das Drucklager nicht abhebt und schwimmt.
Auch der Austritt von Hydraulikflüssigkeit kann dann leichter vermieden werden. Wird
jedoch die Kolbenstange 3 vorgespannt, indem das Drucklager 2 gegen den Kolben 10
gezogen wird, könnten die durch die Dichtungen 23, 24 gebildeten Druckflächen bis
zu 100 oder mehr Prozent der Kolbenquerschnittsfläche betragen. Bei den der Erfindung
zugrunde liegenden Versuchen hat sich jedoch gezeigt, dass ein Wert der durch die
Dichtungen 23, 24 gebildeten Druckflächen im Bereich von 75 bis 99%, vorzugsweise
zwischen 80 und 95%, ideal für hochdynamische Anwendungen sind.
[0024] Der Restdruck, mit dem die Gleitflächen aneinander gedrückt werden, wird zweckmäßigerweise
über Führungs- bzw. Stützringe 26, 27 übertragen, die sich durch einen besonders niedrigen
Reibwert auszeichnen. Der Stützring 26 ist daher zwischen der ersten und zweiten Gleitfläche
20a, 22a außerhalb der Dichtung 23 angeordnet. In entsprechender Weise liegt der Stützring
27 außerhalb der Dichtung 24 zwischen der dritten und vierten Gleitfläche 22b und
21a.
[0025] Wenngleich das oben beschriebene Drucklager 2 vier Gleitftächenflächen aufweist,
ist es natürlich auch denkbar, dass bei nicht erfindungsgemäßen Ausführungsformen
lediglich zwei Gleitflächen, beispielsweise die erste und zweite oder die dritte und
vierte Gleitfläche vorgesehen sind.
[0026] Das Drucklager ist ferner von einer Außenwandung 8 umgeben, welche so flexibel ausgebildet
ist, dass sie die Bewegung des Drucklagers nicht behindert. Diese Außenwandung kann
zudem einen Leckageanschluss aufweisen, um austretende Hydraulikflüssigkeit zum Reservoir
zurückzuführen.
[0027] Anhand von Fig. 3 wird im Folgenden ein konkretes Anwendungsbeispiel für das oben
beschriebene Kraftübertragungssystem anhand des Einsatzes in einer Rollenmühle näher
beschrieben. Die in Fig. 3 schematisch dargestellte Rollenmühle besteht im Wesentlichen
aus einer Mahlrolle 4 und einem rotierbaren Mahlteller 5. Weiterhin ist ein Kraftarm
6 vorgesehen, der schwenkbeweglich und drehfest in einem als Festlager ausgebildeten
Lager 7 gehaltert ist, wobei die Mahlrolle 4 am gegenüberliegenden Ende des Kraftarms
drehbar gelagert ist. Ferner ist ein Kraftübertragungssystems gemäß der obigen Beschreibung
vorgesehen, welches mit seinem Hydraulikzylinder 1 und seinem Drucklager 2 in einem
Mittelbereich des Kraftarms 6 auf diesen einwirkt.
[0028] Um den von der Mahlrolle 4 auf den Mahlteller 5 ausgeübten Druck einzustellen, wird
der Hydraulikzylinder 1 mit einem entsprechenden Hydraulikdruck beaufschlagt. Die
Schwenkbewegung des Kraftarms 6 wird durch das Drucklager 2 ausgeglichen, so dass
der Hydraulikzylinder 1 feststehend angeordnet werden kann. Für den Hydraulikzylinder,
wie er auch in den Figuren 1 und 2 dargestellt ist, eignet sich insbesondere ein Plungerzylinder.
[0029] Im dargestellten Ausführungsbeispiel wirkt das Kraftübertragungssystem in einem Mittelbereich
zwischen Mahlrolle 4 und Lager 7 auf dem Kraftarm 6. Im Rahmen der Erfindung wäre
es aber auch denkbar, dass die Positionen von Lager und Kraftübertragungssystem vertauscht
sind.
[0030] Ein weiteres Anwendungsbeispiel ist in Fig.4 veranschaulicht und stellt eine Rollenpresse
mit zwei gegenläufig angetriebenen Mahlrollen 40, 50 dar. Die Mahlrolle 50 ist mit
einer Mahlrollenachse 51 in einem Festlager 52 gelagert, während die Mahlrolle 40
mit ihrer Mahlrollenachse 41 in einem Loslager 42 gehaltert ist. Das zu zerkleinernde
Mahlgut 70 wir dem sich zwischen den Mahlrollen 40, 50 ausgebildeten Spalt zugeführt
und zwischen den Rollen zerkleinert.
[0031] Ferner ist ein Kraftübertragungssystems gemäß der obigen Beschreibung vorgesehen,
welches sich mit seinem Hydraulikzylinder 1 an einem Kraftrahmen 60 abstützt und mit
seinem Drucklager 2 mit dem Loslager 42 in Wirkkontakt steht. Im dargestellten Ausführungsbeispiel
sind die Mahlrollenachsen in jeweils zwei Lagern gelagert, sodass auch zwei Kraftübertragungssysteme
vorgesehen sind. Das Kraftübertragungssystem bei einer Rollenpresse ist somit auch
dafür geeignet, eine sich im Betrieb einstellende Schrägstellung der beiden Mahlrollen
auszugleichen. Mit dem oben beschriebenen Kraftübertragungssystem können die Querkräfte
im Bereich der Gleitflächen und die auf den Kolben wirkenden Querkräfte deutlich reduziert
werden. Je nach Auslegung der Druckflächen im Druckraum betragen die Querkräfte nur
noch 20% bis 5% oder weniger als die ursprünglichen Querkräfte.
[0032] Hydraulikzylinder und Drucklager können daher für die verringerten Querkräfte ausgelegt
werden, wodurch sich eine kompaktere Bauweise ergibt und sich die Kosten für die Herstellung
reduzieren lassen.
1. Kraftübertragungssystem mit
a. einem Hydraulikzylinder (1), der einen mit Hydraulikflüssigkeit beaufschlagbaren
Kolben (10) aufweist,
b. einem mit dem Kolben in Wirkkontakt stehenden Drucklager (2), das wenigstens eine
erste und eine zweite Gleitfläche (20a, 22a) zur Ausübung einer Gleitbewegung aufweist
und
c. einer Koppelstange (3), die das Drucklager (2) mit dem Hydraulikzylinder (1) verbindet,
wobei die Koppelstange (3) gelenkig gelagert ist, um die Gleitbewegung des Drucklagers
(2) zu erlauben,
wobei, das Drucklager (2) einen Druckraum (25) aufweist, der über wenigstens eine
im Kolben (10) ausgebildete Bohrung mit der mit Hydraulikflüssigkeit beaufschlagten
Seite des Kolbens (10) in Verbindung steht und
dadurch gekennzeichnet, dass das Drucklager (2) folgende Bauteile aufweist:
d. ein erstes Druckelement (20), dessen eine Seite mit dem Kolben (10) in Wirkverbindung
steht und dessen andere Seite die erste Gleitfläche (20a) bildet,
e. ein zweites Druckelement (21), dessen eine Seite eine vierte Gleitfläche (21 a)
bildet und dessen andere Seite (21b) zur Kraftübertragung dient sowie
f. ein Zwischenelement (22), dessen eine Seite die zweite Gleitfläche (22a) bildet
und als Gegenfläche zur ersten Gleitfläche (20a) wirkt und dessen andere Seite eine
dritte Gleitfläche (22b) bildet und als Gegenfläche zur vierten Gleitfläche (21a)
wirkt.
2. Kraftübertragungssystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Koppelstange (3) durch eine Bohrung (11) des Kolbens verläuft und an der dem
Drucklager (2) abgewandten Stirnseite des Kolbens gehaltert ist.
3. Kraftübertragungssystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die dritte und vierte Gleitfläche (22a, 21a) zur Ausübung einer Schwenkbewegung ausgebildet
sind.
4. Kraftübertragungssystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die erste und zweite Gleitfläche (20a, 22a) des Drucklagers (2) eben ausgebildet
sind.
5. Kraftübertragungssystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die erste und zweite Gleitfläche (20a, 22a) des Drucklagers (2) quer zur Bewegungsrichtung
des Kolbens (10) ausgerichtet sind.
6. Kraftübertragungssystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die dritte oder vierte Gleitfläche (22b, 21a) des Drucklagers (2) ballig oder kugelförmig
und die andere Gleitfläche (21a, 22b) als komplementäre Gegenfläche ausgebildet ist.
7. Kraftübertragungssystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der ersten und zweiten Gleitfläche (20a, 22a) eine erste Dichtung (23) vorgesehen
ist.
8. Kraftübertragungssystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der ersten und zweiten Gleitfläche (20a, 22a) ein Stützring (26) zur mechanischen
Kraftübertragung vorgesehen ist.
9. Kraftübertragungssystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Koppelstange im Bereich des Drucklagers (2) am zweiten Druckelement (21) gelenkig
gelagert ist.
10. Rollenmühle mit wenigstens einer Mahlrolle (4) und einem rotierbaren Mahlteller (5),
einem Kraftarm (6), der schwenkbeweglich und drehfest in einem Lager (7) gehaltert
ist, wobei die Mahlrolle (4) drehbar an einem Ende des Kraftarms (6) gelagert ist
sowie einem Kraftübertragungssystem zur Ausübung einer Kraft auf den Kraftarm (6),
dadurch gekennzeichnet, dass das Kraftübertragungssystem nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche
ausgebildet ist.
11. Rollenpresse mit zwei gegenläufig angetriebenen Mahlrollen und ein Kraftübertragungssystem
zur Ausübung einer Kraft auf wenigstens eine der Mahlrollen,
dadurch gekennzeichnet, dass das Kraftübertragungssystem nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 9 ausgebildet
ist.
1. Force transfer system having
a. a hydraulic cylinder (1), which comprises a piston (10) pressurisable by hydraulic
fluid and
b. a thrust bearing (2) in operative contact with the piston, which thrust bearing
comprises at least a first and a second slide face (20a, 22a) for performing a sliding
motion, and
c. a coupling rod (3), which connects the thrust bearing (2) with the hydraulic cylinder
(1), the coupling rod (3) being mounted in an articulated manner in order to permit
the sliding motion of the thrust bearing (2),
wherein the thrust bearing (2) comprises a pressure chamber (25), which is connected
by way of at least one bore formed in the piston (10) to the side of the piston (10)
pressurised with hydraulic fluid and
characterised in that the thrust bearing (2) comprises the following components:
d. a first thrust element (20), one side of which is in operative connection with
the piston (10) and the other side of which forms the first slide face (20a),
e. a second thrust element (21), one side of which forms a fourth slide face (21a)
and the other side (21b) of which serves for the force transfer, as well as
f. an intermediate element (22), one side of which forms the second slide face (22a)
and acts as mating face to the first slide face (20a) and the other side of which
forms the third slide face (22b) and acts as mating face to the fourth slide face
(2 1 a).
2. Force transfer system according to claim 1, characterised in that the coupling rod (3) runs through a bore (11) of the piston and is retained at the
end face of the piston remote from the thrust bearing (2).
3. Force transfer system according to claim 1, characterised in that the third and fourth slide faces (22a, 21a) are configured for performing a pivoting
motion.
4. Force transfer system according to 1, characterised in that the first and second slide faces (20a, 22a) of the thrust bearing (2) are of flat
construction.
5. Force transfer system according to claim 1, characterised in that the first and second slide faces (20a, 22a) of the thrust bearing (2) are oriented
transversely to the direction of movement of the piston (10).
6. Force transfer system according to claim 1, characterised in that the third or fourth slide face (22b, 21a) of the thrust bearing (2) is of convex
or spherical form and the other slide face (21a, 22b) is in the form of a complementary
mating face.
7. Force transfer system according to claim 1, characterised in that a first seal (23) is provided between the first and second slide faces (20a, 22a).
8. Force transfer system according to claim 1, characterised in that a support ring (26) for mechanical force transfer is provided between the first and
second slide faces (20a, 22a).
9. Force transfer system according to claim 1, characterised in that the coupling rod is mounted in an articulated manner at the second thrust element
(21) in the region of the thrust bearing (2).
10. Roller mill having at least one grinding roller (4) and a rotatable grinding table
(5), an arm applying grinding force (6) that is retained so as to be pivotally movable
and rotationally secure in a bearing (7), wherein the grinding roller (4) is rotatably
mounted at one end of the arm applying grinding force (6), and furthermore a transfer
system for exerting a force on the arm applying grinding force (6),
characterised in that the force transfer system is constructed according to one or more of the preceding
claims.
11. Roller press having two grinding rollers driven in opposite directions and a force
transfer system for exerting a force on at least one of the grinding rollers, characterised in that the force transfer system is constructed according to one or more of claims 1 to
9.
1. Système de transmission de force, avec
a) un cylindre hydraulique (1), qui est doté d'un piston (10) pouvant être soumis
à un fluide hydraulique,
b) un palier de butée (2), qui, étant en contact actif avec le piston, est doté d'une
première et d'une deuxième surfaces de glissement (20a, 20b) pour l'exécution d'un
mouvement de glissement,
c) une barre de couplage (3), qui relie le palier de butée (2) au cylindre hydraulique
(1), sachant que la barre de couplage (3) est montée de manière articulée afin de
permettre le mouvement de glissement du palier de butée (2),
le palier de butée (2) présentant une chambre de pression (25), qui, par l'intermédiaire
d'au moins un alésage pratiqué dans le piston (10), est en communication avec la face
du piston (10) soumise au fluide hydraulique,
caractérisé en ce que le palier de butée (2) comprend les composants suivants :
d) un premier élément de pression (20), dont un côté est en relation active avec le
piston (10) et dont l'autre côté forme la première surface de glissement (20a),
e) un deuxième élément de pression (21), dont un côté forme une quatrième surface
de glissement (21a) et dont l'autre côté (21b) sert à transmettre la force,
f) un élément intermédiaire (22), dont un côté forme la deuxième surface de glissement
(22a) et agit en tant que contre-surface par rapport à la première surface de glissement
(20a), et dont l'autre côté forme une troisième surface de glissement (22b) et agit
en tant que contre-surface par rapport à la quatrième surface de glissement (21a).
2. Système de transmission de force selon la revendication 1, caractérisé en ce que la barre de couplage (3) s'étend à travers un alésage (11) du piston et est maintenue
sur la face frontale du piston opposée au palier de butée (2).
3. Système de transmission de force selon la revendication 1, caractérisé en ce que les troisième et quatrième surfaces de glissement (22a, 21a) sont conçues pour l'exécution
d'un mouvement de pivotement.
4. Système de transmission de force selon la revendication 1, caractérisé en ce que les première et deuxième surfaces de glissement (20a, 22a) du palier de butée (2)
sont de conception plane.
5. Système de transmission de force selon la revendication 1, caractérisé en ce que les première et deuxième surfaces de glissement (20a, 22a) du palier de butée (2)
sont orientées transversalement par rapport à la direction de déplacement du piston
(10).
6. Système de transmission de force selon la revendication 1, caractérisé en ce que la troisième ou la quatrième surface de glissement (22b, 21a) du palier de butée
(2) est bombée ou sphérique et que les autres surfaces de glissement (21a, 22b) sont
réalisées en tant que contre-surfaces complémentaires.
7. Système de transmission de force selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'un premier joint d'étanchéité (23) est prévu entre les première et deuxième surfaces
de glissement (20a, 22a).
8. Système de transmission de force selon la revendication 1, caractérisé en ce que, pour la transmission mécanique de la force, une bague d'appui (26) est prévue entre
les première et deuxième surfaces de glissement (20a, 22a)
9. Système de transmission de force selon la revendication 1, caractérisé en ce que la barre de couplage est montée, de manière articulée, sur le deuxième élément de
pression (21), dans la région du palier de butée (2).
10. Broyeur à rouleaux avec au moins un rouleau de broyage (4) et un plateau de broyage
(5) rotatif, un bras de puissance (6), qui est maintenu mobile en pivotement et solidaire
en rotation dans un support (7), le rouleau de broyage (4) étant monté à rotation
à une extrémité du bras de puissance (6), ainsi qu'avec un système de transmission
de force pour l'exercice d'une force sur l'arbre de puissance (6), caractérisé en ce que le système de transmission de force est conçu selon l'une ou plusieurs des revendications
précédentes.
11. Presse à rouleaux avec deux rouleaux de broyage entraînés en marche contraire et avec
un système de transmission de force pour l'exercice d'une force sur l'un des rouleaux
de broyage, caractérisé en ce que le système de transmission de force est conçu selon l'une ou plusieurs des revendications
1 à 9.
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