[0001] Die Erfindung betrifft eine Schraubenpumpe zum Fördern eines Fördermediums, vorzugsweise
Schwerölpumpe für Schiffe, mit einem Pumpengehäuse (für mindestens eine Schraubenspindel),
aus welchem eine Antriebswelle in eine an dem Pumpengehäuse festgelegte Laterne ragt,
in welche die Antriebswelle mit einer Motorwelle eines Antriebsmotors gekoppelt und/oder
koppelbar ist.
[0002] Die
DE 92 11 523 U1, die
DE 87 08 756 U1 und die
DE 78 02 765 U1 der Anmelderin zeigen grundsätzliche Aufbauten von Schraubenpumpen. Diese umfassen
mindestens eine in einem Pumpengehäuse angeordnete Schraubenspindel, die entweder
mit einer Antriebswelle zur Verbindung mit einer Motorwelle koppelbar ist oder die
Antriebswelle selbst bildet, d.h. einstückig mit der Antriebswelle ausgebildet ist.
[0003] Aus der
EP 1 623 121 B1 ist eine Schraubenpumpe bekannt, bei der ein Pumpengehäuse unmittelbar die Verlängerung
eines Motorgehäuses bildet. Zur Minimierung von Leckageeffekten schlägt die Erfindung
für eine keine Laterne aufweisende Schraubenpumpe vor, eine Wellendichtung ganz oder
teilweise in einem Ringraum für den Rotor vorzusehen.
[0004] Aus der
US 5,343,736 ist eine Pumpe ohne Laterne bekannt, bei welcher sich ein Leckagesensor hinter einer
rotierenden Dichtung im Fluidraum befindet, wodurch es, wie in der Druckschrift beschrieben
möglich ist, den Flüssigkeitsdurchfluss zu überwachen. Bei der bekannten Pumpe handelt
es sich nicht um eine gattungsgemäße Schraubenpumpe, insbesondere nicht um eine Schwerölpumpe.
[0005] Aufgrund des auf Schiffen vorherrschenden Platzmangels werden als Schraubenpumpen
ausgebildete Schwerölförderpumpen auf Schiffen senkrecht verbaut, d.h. die Schraubenspindeln
erstrecken sich orthogonal zur Stellfläche. Bei bekannten Schwerölförderpumpen ist
die Antriebswelle gegenüber dem Pumpengehäuse mit einer leckagebehafteten Dichtung
abgedichtet, die für ein fehlerfreies Funktionieren einen Schmierfilm benötigt, der
von dem Fördermedium, hier dem Schweröl, selbst gebildet ist. Durch den Innendruck
innerhalb des Pumpengehäuses tritt stets eine kleine Menge an Fördermedium durch die
Dichtung nach außen in die zwischen Antriebsmotor und Pumpengehäuse angeordnete Laterne
hinein. Diese Art Leckage wird als Nennleckage bezeichnet. Neben der Nennleckage kann
es bei einer Fehlfunktion zu einer so genannten Fehlerleckage kommen, die - abhängig
von den Druckverhältnissen - im Vergleich zur Nennleckage ungleich größer sein kann.
[0006] Wird die sich in der Laterne ansammelnde Fördermediumleckage nicht rechtzeitig entleert
und/oder wird eine Fehlerleckage nicht erkannt, kann die Fördermediumleckagemenge,
insbesondere bei Schräglagen des Schiffes, aus seitlich in der Laterne befindlichen
Montage- bzw. Instandhaltungs- bzw. Kontrollöffnungen austreten, was zum einen aus
Umweltgesichtspunkten nachteilig ist und zum anderen eine Gefahr für die Schiffsbesatzung
darstellt, da diese auf der austretenden Leckage ausrutschen kann. Darüber hinaus
tritt die Fördermediumleckage - auch ohne Schiffsneigung - aus einem zwischen einem
Laternenflansch und einem Pumpengehäuseflansch ausgebildeten Spalt mit den vorerwähnten
Problemen, aus.
[0007] Es bestehen Bestrebungen, die aus dem Leckagemediumaustritt resultierende Umweltverschmutzung
sowie die Verletzungsgefahr für die Schiffsbesatzung zu reduzieren. Diese Forderung
könnte beispielsweise mit einem hermetisch dichten Pumpengehäuse, wie dieses von Magnetkupplungspumpen
bekannt ist, erfüllt werden. Derartige Spezialpumpen können sich - zumindest für den
vorerwähnten Anwendungszweck - aufgrund der vergleichsweise hohen Anschaffungskosten
nicht durchsetzen.
[0008] Ausgehend von dem vorgenannten Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe
zugrunde, eine kostengünstige Schraubenpumpe anzugeben, mit der die Gefahr einer Umweltverschmutzung
und die Verletzungsgefahr durch austretendes Fördermedium reduziert wird.
[0009] Diese Aufgabe wird bei einer gattungsgemäßen Schraubenpumpe dadurch gelöst, dass
diese mindestens einen Sensor zum Detektieren einer in der Laterne befindlichen Fördermediumleckagemenge
umfasst.
[0010] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
In den Rahmen der Erfindung fallen sämtliche Kombinationen aus zumindest zwei von
in der Beschreibung, den Ansprüchen und/oder den Figuren offenbarten Merkmalen.
[0011] Der Erfindung liegt der Gedanke zugrunde, einen Überwachungssensor vorzusehen, mit
dem detektierbar, d.h. feststellbar ist, ob eine maximal zulässige Fördermediumleckagemenge
erreicht ist, bevorzugt um dem Bedienpersonal zu signalisieren, dass die Schraubenpumpe
gewartet bzw. dass Fördermediumleckage aus der Laterne abgelassen werden muss. Ganz
besonders bevorzugt bildet unmittelbar die Laterne, die zum Anflanschen des Pumpengehäuses
und eines Motorgehäuses ausgebildet ist, die Auffangwanne für die Fördermediumleckage.
Hierdurch kann auf einen externen, d.h. von der Laterne separaten Sammelbehälter verzichtet
werden. Bevorzugt ist der mindestens eine, vorzugsweise ausschließlich eine, Sensor
unmittelbar in und/oder an der Laterne, insbesondere einer Laternenumfangswand, angeordnet.
Erkennt der Sensor einen kritischen Leckagefüllstand in der Laterne, so gibt dieser
ein entsprechendes Signal an eine signalleitend mit dem Sensor verbundene Steuerung,
die dann ggf. weitere Schritte einleitet, beispielsweise ein akustisches und/oder
optisches Warnsignal ausgibt und/oder die Schraubenpumpe ausschaltet, um folgenschwere
Schäden für Mensch, Maschine und/oder Umwelt zu vermeiden. Eine nach dem Konzept der
Erfindung ausgebildete, mindestens eine Schraubenspindel, vorzugsweise drei Schraubenspindeln,
umfassende Schraubenpumpe hat gegenüber hermetisch dichten Pumpen den Vorteil, dass
diese wesentlich kostengünstiger in der Anschaffung ist. Darüber hinaus ist es möglich,
bereits im Einsatz befindliche ältere Schraubenpumpen durch die Nachrüstung eines
Sensors und ggf. eine zusätzliche Abdichtung der Verbindung zwischen Pumpengehäuse
und Laterne nachzurüsten und auf diese Weise neuesten Anforderungen zu genügen. Es
kann also auf einen kostenintensiven Austausch älterer, nicht hermetisch dichter und
damit leckagebehafteter Schraubenpumpen verzichtet werden. Falls später noch zu erläuternde
Montageöffnungen in der vorhandenen Laterne zu tief sitzen sollten, so dass bereits
bei einer geringen Schiffsneigung ein Auslaufen von Leckageflüssigkeit befürchtet
werden müsste, kann es vorteilhaft sein, die vorhandene Laterne auszutauschen, vorzugsweise
durch eine zumindest im unteren Bereich abgedichtete Laterne, die als Leckagemediumreservoir
dient und die bevorzugt derart ausgestaltet ist, dass ein Auslaufen von Leckageflüssigkeit
bis zu einer Schiffsneigung von mindestens 20°, vorzugsweise von mindestens 22,5°,
ganz besonders bevorzugt von 30°, sicher vermieden wird.
[0012] Bei Seegang überträgt sich das Rollen des Schiffes auf die Leckageflüssigkeit innerhalb
der Laterne, wodurch es zu einer Wellenbildung der Leckageflüssigkeit kommen kann,
die je nach Ausbildung und Anordnung des Sensors dazu führen kann, dass vorzeitig,
d.h. vor Erreichen einer kritischen Leckagemediummenge, ein Alarm ausgelöst wird.
Zur Vermeidung von Fehlalarmen ist es bevorzugt, wenn in einer dem Sensor zugeordneten
Steuerung oder unmittelbar im Sensor ein Zeitglied, von beispielsweise 30 Sekunden
berücksichtigt wird, vorzugsweise derart, dass nur wenn der Sensor mindestens über
eine dem Zeitglied entsprechende Zeitspanne eine kritische Leckagemenge detektiert,
ein Alarm ausgegeben bzw. ein Sensorsignal an eine Steuerung ausgegeben wird.
[0013] In Weiterbildung der Erfindung ist als Sensor ein optoelektronischer Sensor vorgesehen,
der bevorzugt mindestens eine LED, vorzugsweise eine Infrarot-LED, als Lichtquelle
und einen Lichtempfänger umfasst. Bevorzugt ist das Licht der Lichtquelle, insbesondere
der Infrarot-LED, von innen auf einen Reflektionskörper, vorzugsweise ein Prisma,
des Sensors gerichtet, von wo aus das Licht zum Empfänger reflektiert wird. Erreicht
die Fördermediumleckagemenge das eingestellte Maximum, erreicht das Licht bevorzugt
den Empfänger nicht mehr oder nur noch schwach. Ganz besonders bevorzugt ist der Sensor
derart ausgebildet, dass bei Erreichen des eingestellten Maximums die Fördermediumleckagemenge
eine in die Laterne gerichtete Prismenspitze umschließt und in der Folge der Strahlengang
zum Empfänger unterbrochen wird. Auf diese Veränderung reagiert der Sensor mit einem
entsprechenden Detektionssignal.
[0014] Grundsätzlich ist es auch möglich, auf anderen Prinzipien arbeitende Sensoren zum
Detektieren einer kritischen Leckagemenge in der Laterne einzusetzen. So könnte als
Sensor beispielsweise ein Schwimmerschalter vorgesehen werden, wobei dies insofern
problematisch sein kann, als dass im Falle der Ausbildung des Fördermediums als Schweröl,
dieses zu die Funktionsweise des Schwimmerschalters beeinträchtigenden Verkrustungen
führen kann. Zwar können auch äußerst robuste Schwimmerschalter realisiert werden,
dies in der Regel jedoch nur mit entsprechend hohen Kosten. Auch ist es denkbar, einen
Ultraschallsensor einzusetzen, wobei der Ultraschallsensor in der Regel anfällig ist
gegenüber Ölnebel oder Kondensat, welches insbesondere bei nicht auf Betriebstemperatur
befindlicher Schraubenpumpe auftreten kann. Diese Problematik kann durch das Vorsehen
einer die Schraubenpumpe im Stillstand heizenden Heizung, insbesondere eine Gehäuseheizung,
vermieden werden. Ganz besonders bevorzugt ist eine Ausführungsform, bei der eine
Heizung in das Schraubenpumpengehäuse integriert ist, beispielsweise durch das Vorsehen
eines in dem Gehäuse angeordneten Heizstabes.
[0015] Wie eingangs bereits angedeutet, ist es bevorzugt, wenn der Sensor an eine elektronische
Steuerung angeschlossen ist, die bei Erreichen einer kritischen Fördermediumleckagemenge,
d.h. bei Erreichen eines, insbesondere einstellbaren oder fest eingestellten Maximums
ein Signal von dem Sensor empfängt und noch weiter bevorzugt entsprechend, beispielsweise
mit einem Warnsignal für Bedienpersonen und/oder mit einem Pumpenmotorstopp reagiert.
[0016] Besonders bevorzugt ist es, wenn der Sensor an einer Umfangswand der, vorzugsweise
als eine Kupplungsstelle zwischen Motorwelle und Antriebswelle umschließende Kupplungslaterne
dienenden Laterne gehalten ist. Bevorzugt ist der Sensor in einer Umfangswandöffnung
der Laterne angeordnet, vorzugsweise derart, dass der Sensor die Öffnung durchsetzt,
insbesondere dergestalt, dass ein, vorzugsweise von einem Prisma gebildeter, Reflektor
in die Laterne ragt und mit seiner Außenseite in Kontakt mit der Fördermediumleckage
treten kann, wenn diese eine kritische Höhe, d.h. Füllmenge erreicht. Besonders bevorzugt
ist die den Sensor aufnehmende Öffnung mit Axialabstand zu einem mit dem Pumpengehäuse
verschraubten Laternenflansch angeordnet.
[0017] Besonders zweckmäßig ist es, wenn der Sensor lösbar an der Laterne festgelegt ist,
so dass er ausgetauscht werden kann. Ganz besonders bevorzugt ist hierzu eine Schraubverbindung
vorgesehen, insbesondere ein Außengewinde am Sensor, das mit einem Innengewinde der
Umfangswandöffnung der Laterne verschraubt ist.
[0018] Ganz besonders bevorzugt ist der Sensor derart angeordnet, dass Spannungsversorgungs-
und/oder Signalleitungen ausschließlich auf der Außenseite der Laterne in den Sensor
münden, so dass eine Einführung von Kabeln in die Laterne vermieden wird. Ganz besonders
bevorzugt ist es, wenn die Spannungsversorgungs- und/oder Signalleitungen über einen
Stecker, insbesondere einen Winkelstecker, mit einem Sensorgehäuse verbindbar sind.
[0019] Besonders zweckmäßig ist es, wenn der Sensor nachrüstbar ausgebildet ist.
[0020] Insbesondere dann, wenn die Schraubenpumpe als Schwerölförderpumpe auf einem Schiff
eingesetzt wird, ist zu beachten, dass die Schraubenpumpe auch bei Seegang noch zuverlässig
arbeiten muss. Bevorzugt ist das eine Montagefenster bzw. sind im Falle des Vorsehens
mehrerer Montagefenster sämtliche Montagefenster an der Laterne, insbesondere in der
Umfangswand der Laterne, derart angeordnet, dass die in der Laterne gesammelte Fördermediumleckage
bei einer Schiffsneigung von 20°, vorzugsweise von 22,5°, bevorzugt von 25°, ganz
besonders bevorzugt von 30° (insbesondere zur Sicherstellung der Notstromversorgung,
vorzugsweise auf Schiffen, zur Beförderung von flüssigen Gasen und/oder Chemikalien)
nicht austreten kann, wenn die in der Laterne befindliche Fördermediumleckagemenge
das zulässige, mittels des Sensors detektierbare Maximum nicht überschreitet. Bei
einer vertikal ausgerichteten Schraubenpumpe kann dies beispielsweise dadurch gewährleistet
werden, dass sich die einzige Montageöffnung oder die mehreren Montageöffnungen im
oberen Drittel der Axialerstreckung der Laterne bzw. der Laternenumfangswand befindet/befinden.
Für den denkbaren Fall einer horizontalen Montage der Pumpe befindet sich die mindestens
eine Montageöffnung bevorzugt oberhalb des halben Durchmessers der Laterne, d.h. oberhalb
der Längsmittelachse der Laterne.
[0021] Besonders bevorzugt ist es, wenn die Laterne derart abgedichtet ist, dass die Fördermediumleckage
aus der Laterne nicht aus einem Spalt zwischen Laterne und Pumpengehäuse austreten
kann. Bevorzugt ist hierzu mindestens eine, insbesondere als Flach- und/oder Ringdichtung
ausgebildete Dichtung zwischen Laterne und Pumpengehäuse angeordnet, beispielsweise
zwischen den aneinander anliegenden Flanschen und/oder zwischen einem von der Antriebswelle
durchsetzten Pumpengehäusedeckel und der Laterne. Bevorzugt ist es, wenn Fixierschrauben,
mit denen die Laterne an das Pumpengehäuse angeflanscht ist, ebenfalls abgedichtet
sind, insbesondere mit jeweils einem zwischen Schraubenkopf und Flansch, insbesondere
Pumpengehäuseflansch, angeordneten Dichtring.
[0022] Wie eingangs bereits angedeutet, ist es besonders bevorzugt, wenn es sich bei dem
Pumpengehäuse der Schraubenspindel nicht um ein hermetisch abgedichtetes Gehäuse handelt,
sondern um ein Gehäuse mit einer Durchgangsöffnung, die vorzugsweise in einem Gehäusedeckel
angeordnet ist, wobei die Antriebswelle gegenüber dem Pumpengehäuse, insbesondere
dem Pumpengehäusedeckel und/oder einem Lagergehäuse (Antriebswellenummantelung), einer
leckagebehafteten Dichtung abgedichtet ist, d.h. einer Dichtung, die axial eine gewisse
Leckagemenge in Richtung Laterne (Kupplungsgehäuse) durchlässt. Hierzu kann beispielsweise
eine Gleitringdichtung oder eine Radialwellendichtung vorgesehen werden.
[0023] Insbesondere dann, wenn es sich bei dem zum Einsatz kommenden Sensor um einen optoelektronischen
Sensor handelt, der mittels eines Prismas in die Laterne hineinragt, ist es vorteilhaft,
Schutzmittel vorzusehen, die die Gefahr einer Verschmutzung des Sensors und damit
einer Beeinträchtigung seiner Funktionsfähigkeit minimieren. Ganz besonders bevorzugt
kann hierzu ein, beispielsweise rohrförmiger oder becherartiger Vorsatz vorgesehen
werden, welcher den eigentlichen Sensor bevorzugt in radialer Richtung (bezogen auf
die Längsmittelachse der Antriebswelle) überragt. Bevorzugt ist der Vorsatz zumindest
mit einer unteren und/oder seitlichen Öffnung, vorzugsweise mit einer unteren und
einer oberen Öffnung, versehen, um sicherzustellen, dass das Leckagemedium den Sensor
erreichen kann. Bei einer Ausführungsform, bei der die Antriebswelle von einem radial
innerhalb der Umfangswand der Laterne angeordneten Lager gelagert ist und dieses Lager
innerhalb eines/einer Gehäuseteils/Antriebswellenummantelung angeordnet ist, das/die
die Antriebswelle in einem der Pumpenkammer zugewandten Abschnitt umgibt, kann ggf.
auf den Sensor umgebende Schutzmittel verzichtet werden, wenn der Sensor sich auf
der axialen Höhe, d.h. innerhalb der Axialerstreckung, der Antriebswellenummantelung
befindet, da die Antriebswellenummantelung einen unmittelbaren Kontakt der rotierenden
Antriebswelle zu der gesammelten Leckagemediummenge innerhalb der Laterne verhindert,
wodurch einen Wellengang der Leckagemediummenge verursachende Rührbewegungen innerhalb
der Laterne verhindert werden.
[0024] Die Erfindung führt auch auf eine Verwendung eines, beispielsweise optoelektronischen
Sensors zum Detektieren einer Fördermediumleckagemenge in einer Laterne einer Schraubenpumpe.
Hierunter sollen insbesondere nachrüstbare Sensoren bzw. das Nachrüsten von Sensoren
in bestehenden Schraubenpumpen verstanden werden.
[0025] Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele sowie anhand der Zeichnungen.
[0026] Diese zeigen in:
- Fig. 1:
- eine teilgeschnittene Ansicht einer als Schwerölförderpumpe für Schiffe ausgebildeten
Schraubenpumpe,
- Fig. 2:
- eine Schraubenpumpe von außen,
- Fig. 3:
- in einer perspektivischen, teilgeschnittenen Ansicht eine an ein Motorgehäuse und
ein Pumpengehäuse einer Schraubenpumpe angeflanschte Laterne mit daran festgelegtem,
optoelektroni- schem Sensor zur Detektierung eines Fördermediumleckagefüll- standes
in der Laterne, und
- Fig. 4:
- eine alternative Ausführungsvariante mit Schutzmitteln für den Sensor.
[0027] In den Figuren sind gleiche Elemente und Elemente mit der gleichen Funktion mit den
gleichen Bezugszeichen gekennzeichnet.
[0028] In den Fig. 1 bis 3 sind unterschiedliche Darstellungen einer als Drei-Spindel-Schraubenpumpe
ausgebildeten Schraubenpumpe 1 gezeigt. Diese ist als Schiffspumpe zum Fördern von
Schweröl ausgebildet. Wie bei Schwerölförderpumpen für Schiffe üblich, wird die Schraubenpumpe,
wie in den Fig. 1 und 2 gezeigt, vertikal verbaut, so dass eine Pumpenlängsachse A
vertikal zu einer Stellfläche 2 orientiert ist.
[0029] Die Schraubenpumpe 1 umfasst ein Pumpengehäuse 3, in welchem etwa mittig eine als
Antriebsspindel ausgebildete, einen durchmessererweiterten Umfangsbundabschnitt 12
aufweisende, Schraubenspindel 4 angeordnet ist, die zwei, die Schraubenspindel 4 sandwichartig
aufnehmende als Laufspindeln 5 ausgebildete Schraubenspindeln antreibend angeordnet
ist. In dem gezeigten Ausführungsbeispiel ist die Schraubenspindel 4 gleichzeitig
eine Antriebswelle 6, die eine Durchgangsöffnung 7 in einem Pumpengehäusedeckel 8
durchsetzend angeordnet ist, und die axial in eine benachbart zum Pumpengehäuse 3
angeordnete Laterne 9 hineinragt, in welcher sie mit einer von der gegenüberliegenden
Seite in die Laterne 9 hineinragenden Motorwelle 10 eines Antriebsmotors 11 gekoppelt
ist.
[0030] In dem gezeigten Ausführungsbeispiel mündet die Durchgangsöffnung 7 in einen radial
außen von einer Antriebswellenummantelung 36 umschlossenen Innenraum 37. Innerhalb
des Innenraums 7 befindet sich eine in dem gezeigten Ausführungsbeispiel als Schleifringdichtung
ausgebildete Dichtung 38, die für eine leckagebehaftete Abdichtung des Pumpengehäuses
3 gegenüber der Laterne 9 Sorge trägt. Auf der von der Pumpenkammer 13 abgewandten
Seite der Dichtung 38 befindet sich innerhalb der Antriebswellenummantelung 36 (Lagergehäuse)
ein als Kugellager ausgebildetes Lager 39 zur drehbaren Lagerung der Antriebswelle
6.
[0031] Die Laterne 9 ist in dem gezeigten Ausführungsbeispiel einteilig ausgebildet und
dient zur Zentrierung des Antriebsmotors 11 relativ zum Pumpengehäuse 3, wobei die
Laterne 9 einen unteren, ausgehend von der Umfangswand nach radial innen gerichteten
Ringflansch 14 und einen oberen, ebenfalls nach radial innen gerichteten Ringflansch
15 umfasst, wobei die Laterne 9 mittels des unteren Ringflansches 14 mit einem für
Pumpengehäusedeckel 8 gebildeten Flansch 16 verschraubt ist und mit dem oberen Ringflansch
15 mit einem Motorflansch 17 des Antriebsmotors 11. Zwischen dem unteren und dem oberen
Ringflansch 14, 15 erstreckt sich eine einstückig mit diesen ausgebildete, im Wesentlichen
zylindrische Umfangswand 18, in der auf zwei einander gegenüberliegenden Seiten jeweils
eine zum Durchgreifen ausgebildete Montageöffnung 19 eingebracht ist, wobei jede Montageöffnung
19 mit einem durchlässigen, d.h. offenen Gitter 20 verschlossen ist, um ein versehentliches
Eingreifen zu verhindern. Die Gitter 20 können zu Montage- und Instandhaltungszwecken
abgenommen werden. In dem gezeigten Ausführungsbeispiel befinden sich die Montageöffnungen
19 oberhalb der axialen Mitte der Laterne 9.
[0032] Axial zwischen dem unteren Ringflansch 14 der Laterne 9 und der in der Zeichnungsebene
nach oben gerichteten Kontaktfläche des Flansches 16 des Pumpengehäuses 3 befindet
sich eine Flachdichtung 21, die einen Austritt von in der Laterne 9 befindlicher Fördermediumleckage
verhindert. Um eine gute Abdichtung der Laterne 9 zu erreichen, sind auch Befestigungsschrauben
22, mit denen die Laterne 9 am Pumpengehäuse 3 festgelegt ist, abgedichtet - in dem
gezeigten Ausführungsbeispiel mit jeweils einer Ringdichtung 23 zwischen einem Schraubenkopf
und dem Pumpengehäuse 3, genauer der unteren Seite bzw. Fläche des Pumpengehäusedeckels
8.
[0033] Wie weiter den Fig. 1 und 2 zu entnehmen ist, weist die Laterne 9 in der Umfangswand
18 zwei übereinander angeordnete Öffnungen 24, 25 auf, die mit jeweils einer Verschlussschraube
26, 27 (alternativ sind auch andere Dichtmittel realisierbar) abgedichtet sind. Die
als Zugang, beispielsweise zur Fettschmierung oder zur Betätigung eines Ventils dienenden
Öffnungen 24, 25 sind bei Schraubenpumpen nach dem Stand der Technik dauerhaft offen,
da hier die Laterne (im Gegensatz zur vorgeschlagenen Pumpe) nicht als Auffanggefäß
für Leckage dient.
[0034] In Fig. 2 ist auch eine in etwa auf Laternengrundniveau angeordnete Ablassschraube
46 zu erkennen, die eine Ablassöffnung verschließt, durch welche nach Entfernen der
Ablassschraube 46 die gesammelte Leckagemediummenge abgelassen werden kann.
[0035] Auf einer den Verschlussschrauben 26, 27 gegenüberliegenden Seite der Umfangswand
18 befindet sich in der Umfangswand 18 eine Umfangswandöffnung 28, in welcher ein
optoelektronischer Sensor 29 gehalten ist, mit dem detektierbar ist, wenn eine kritische
Fördermediumleckagemenge innerhalb der Laterne 9 erreicht ist. Hierzu ragt der Sensor
29 einer Spitze 30 eines Prismas 31 in das Innere der Laterne 9 hinein, wobei sich
die Reflektionseigenschaften an der äußeren Grenzfläche zum Prisma 31 verschlechtern,
sobald Fördermediumleckage die Spitze 30 erreicht, so dass bei Erreichen der Spitze
30 ein nicht dargestellter Lichtempfänger kein Licht mehr detektiert, wodurch ein
Schaltvorgang ausgelöst wird.
[0036] Der Sensor 29 ist mittels einer zwischen einem Umfangsbund des Sensors 29 und dem
Außenumfang der Umfangswand 18 der Laterne 9 angeordneten Dichtscheibe 32 gegenüber
dem Innenraum der Laterne 9 abgedichtet, so dass ein Austritt von Leckagemedium vermieden
wird.
[0037] Wie sich aus Fig. 1 ergibt, befindet sich der Sensor 29, genauer das Prisma 31 des
Sensors 29, auf axialer Höhe der Antriebswellenummantelung 36. Die hülsenartige Antriebswellenummantelung
36 (Lager- und Dichtungsgehäuse) verhindert gegenüber später noch erläuternden Bauformen,
bei denen die Antriebswelle nicht-ummantelt in die Laterne 9 ragt, ein Aufrühren der
in der Laterne 9 befindlichen Leckageflüssigkeit, so dass Wellenbewegungen des Leckagemediums
aufgrund der Antriebswellenrotation vermieden werden. Insbesondere bei einer derartigen
Ausführungsform kann auf ein Prisma 31 des Sensors 29 vor Leckagewellen und/oder Leckagespritzern
schützende Schutzummantelung (Schutzmittel) verzichtet werden.
[0038] In Fig. 3 ist die Laterne 9 im aufgeschnittenen Zustand gezeigt. Zu erkennen sind
die Ringflansche 14, 15 und die einstückig damit ausgebildete Umfangswand 18, die
im unteren Bereich eine Umfangwandöffnung 28 aufweist, durch die der als optoelektronischer
Sensor ausgebildete Sensor 29 in den Innenraum ragt und zwar mit einem Prisma 31.
In den Sensor 29 mündet ein Anschlusskabel 33 mit Leitungen für die Stromversorgung
und für Sensorsignale, welches beispielsweise zu einer lediglich schematisch angedeuteten
Steuerung 34 geführt ist.
[0039] Axial zwischen dem unteren Ringflansch 14 der Laterne 9 und einer in der Zeichnungsebene
nach oben gewandten oberen Kontaktfläche des Flansches 16 des Pumpengehäuses 3 ist
eine nicht gezeigte Ringdichtung angeordnet. Zu erkennen sind die Schraubenöffnungen
35 im Flansch 16, durch die die in Fig. 1 gezeigten Befestigungsschrauben 22 geführt
sind. Ein Fördermediumaustritt durch diese Öffnungen 35 wird durch geeignete Dichtungen
vermieden.
[0040] In Fig. 4 ist eine alternative Ausführungsvariante einer Schraubenpumpe 1 gezeigt.
Diese unterscheidet sich von der zuvor beschriebenen Schraubenpumpe u.a. im Wesentlichen
dadurch, dass die Antriebswelle 6 innerhalb der Laterne 9 nicht von einer Antriebswellenummantelung
36 umgeben ist - vielmehr ist die Antriebswelle 6 bereits im Bereich eines Nutbodens
ummantelungsfrei, was dazu führt, dass die Antriebswelle 6 aufgrund ihrer Rotationsbewegung
Wellenbewegungen innerhalb der von der Laterne 9 gesammelten Leckagemenge verursacht.
Da der Sensor 29 auf Höhe der frei drehenden, d.h. nicht abgeschirmten bzw. umhüllten
Antriebswelle 6 angeordnet ist, könnte dies (ohne geeignete Schutzmechanismen) ggf.
zu einer Beeinträchtigung des Sensors 29 führen, insbesondere dann, wenn das Prisma
31 des Sensors 29 beschmutzt wird. Um dies zu verhindern, sind dem Sensor 29 Schutzmittel
40 zugeordnet, die in dem gezeigten Ausführungsbeispiel als becherförmiger Schraubaufsatz
41 ausgebildet sind, der auf ein Sensorhalteelement 42 aufgeschraubt ist, welches
in der Umfangswand 18 der Laterne 9, genauer in der Umfangswandöffnung 28, gehalten
ist. Die Schutzmittel 40 verringern das Verschmutzungsrisiko des Prismas 31 des Sensors
29 aufgrund von Leckagewellen und/oder Leckagespritzern. Der Schraubaufsatz 41 ist
hierzu auf der radial inneren Seite geschlossen ausgebildet und weist in seiner Mantelfläche
43 zwei einander gegenüberliegende Löcher 44, 45 auf, die zwar ein Ansteigen des Leckagepegels
innerhalb der Schutzmittel 40 und damit eine Detektion eines kritischen Leckagestandes
ermöglichen, die jedoch derart angeordnet und bemessen sind, dass ein weitgehender
Schutz des Sensors 29 vor Verschmutzung durch Leckagemediumwellengang und/oder Leckagespritzer
verhindert wird. Gegebenenfalls kann der Sensor 29 nach Entfernen der Schutzmittel
40 gereinigt werden.
[0041] Die Dichtung 38 zur Abdichtung der Pumpenkammer 13 gegenüber der Laterne 9 und das
Lager 39 für die Antriebswelle 6 befinden sich unterhalb der Laterne 9 und nicht innerhalb
dieser. Die Ablassschraube 46 ist derart angeordnet, dass die Leckagemediummenge,
zumindest näherungsweise, vollständig abgelassen werden kann. Im gezeigten Ausführungsbeispiel
befindet sich diese im Ringflansch 14.
[0042] Weiterhin ist in Fig. 4 zu erkennen, dass die Laterne 9 über eine Ringdichtung 47,
die radial zwischen dem Ringflansch 14 und einem Deckelteil 48 angeordnet ist, gegenüber
dem Deckelteil 48 des Pumpengehäuses 3 abgedichtet ist. Das Deckelteil 48 ist über
zwei weitere Ringdichtungen 49, 50 gegenüber der Pumpenkammer 13 abgedichtet, wobei
sich die Ringdichtung 49 radial zwischen einem Gehäuseteil und dem Deckelteil 48 befindet
und die Ringdichtung 50 axial zwischen dem Gehäuseteil und dem Deckelteil 48.
1. Schraubenpumpe zum Förden eines Fördermediums, vorzugsweise Schwerölförderpumpe für
Schiffe, mit einem Pumpengehäuse (3), aus welchem eine Antriebswelle (6) in eine an
dem Pumpengehäuse (3) festgelegte Laterne (9) ragt, in welcher die Antriebswelle (6)
mit einer Motorwelle (10) gekoppelt und/oder koppelbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens ein Sensor (29) zum Detektieren einer in der Laterne (9) befindlichen
Fördermediumleckagemenge vorgesehen ist.
2. Schraubenpumpe nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Sensor (29) ein optoelektronische Sensor, vorzugsweise umfassend mindestens eine
LED und/oder mindestens ein Prisma (31), ist.
3. Schraubenpumpe nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Sensor (29) derart angeordnet ist, dass diese bei Erreichen einer kritischen
Fördermediumleckagemenge ein Signal an eine Steuerung (34) ausgebend angeordnet ist.
4. Schraubenpumpe nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuerung (34) ein Warnsignal ausgebend und/oder einen Pumpenmotor anhaltend
ausgebildet ist.
5. Schraubenpumpe nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Sensor (29) in einer Umfangswandöffnung (28) der Laterne (9),
vorzugsweise die Umfangswandöffnung (28) durchsetzend, angeordnet ist.
6. Schraubenpumpe nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Sensor (29) lösbar, insbesondere über eine Schraubverbindung, an der Laterne
(9) festgelegt ist.
7. Schraubenpumpe nach einem der vorhergehen den Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass in der Laterne (9) mindestens eine, vorzugsweise mit einem Schutzgitter (20) verschließbare
und/oder verschlossene, Montage-und/oder Instandhaltungsöffnung (19) derart positioniert
ist, dass die Fördermediumleckagemenge bis zu einer Schräglage der Schraubenpumpe
(1), vorzugsweise einer Längsachse (A) der Schraubenpumpe (1), gegenüber der Vertikalen
von 20°, vorzugsweise von 22,5°, besonders bevorzugt von 25°, ganz besonders bevorzugt
von 30° nicht ausströmen kann, insbesondere derart, dass die Montage- und/oder Instandhaltungsöffnung
(19) sich vollständig oberhalb des halben Durchmessers der Laterne (9) oder ausschließlich
oberhalb der halben Axialerstreckung der Laterne (9) befindet.
8. Schraubenpumpe nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass zwischen dem Pumpengehäuse (3) und der Laterne (9), vorzugsweise zwischen einem Laternenflansch
(14) und einem Pumpengehäuseflansch (16) und/oder einem Pumpengehäusedeckel (8), eine
Dichtung (21), insbesondere eine Flachdichtung, zum Verhindern eines Austritts einer
Fördermediumleckage aus der Laterne (9) angeordnet ist.
9. Schraubenspindel nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Antriebswelle (6) mittels einer leckagebehafteten Dichtung, insbesondere einer
Gleitringdichtung oder einer Radialwellendichtung gegenüber dem Pumpengehäuse (3)
abgedichtet ist.
10. Schraubenpumpe nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass den Sensor (29), insbesondere ein Prisma (31) des Sensors (29), vor Leckagemediumspritzern
und/oder Leckagemediumwellen schützende, in der Laterne (9) angeordnete Schutzmittel
(40) vorgesehen sind und/oder dass der Sensor (29) auf axialer Höhe einer in der Laterne
(9) angeordneten Antriebswellenummantelung (36), insbesondere einem Lager- und/oder
Dichtungsgehäuse, angeordnet ist.
11. Verwendung mindestens eines, insbesondere nachrüstbaren, Sensors (29) zum Detektieren
einer in der Laterne (9) einer Schraubenpumpe (1) befindlichen Fördermediumleckagemenge.