Stand der Technik
[0001] Die Erfindung geht aus von einer Dichtungsbaugruppe zur Abdichtung eines in einer
Durchführung in einem Körper geführten Kraftübertragungselements.
[0002] Eine bekannte Dichtungsbaugruppe dieser Art ("
Das Handbuch der Metallbälge", Witzenmann GmbH, Pforzheim, Druckschrift 441, 1997,
Seite 176ff.) weist einen ein Kraftübertragungselement überziehenden Wellbalg aus Metall auf,
dessen eines Stirnende am Kraftübertragungselement und dessen anderes Stirnende konzentrisch
zur Körperdurchführung am Körper jeweils flüssigkeitsdicht festgelegt ist. Das Kraftübertragungselement
ist z.B. eine Spindel mit relativ zu dieser drehbarem Spindelkopf für ein Absperr-
oder Regelventil für Flüssigkeiten oder Gasen, die in einer Durchführung im Ventilkörper
drehgeführt ist und in eine im Ventilkörper ausgebildete Ventilkammer eintaucht und
über den axial verschieblich geführten Spindelkopf eine Ventilöffnung steuert.
[0003] Ein bekanntes Einspritzventil (
DE 10 2007 028 490 A1) ist in einem in ein Ventilgehäuse eingesetzten Ventilsitzkörper, der aus einem eine
Ventilöffnung und einen diese umschließenden Ventilsitz aufweisenden Ventilsitzträger
und einem den Ventilsitzträger stirnseitig abschließenden Deckel besteht, ein Ventilraum
ausgebildet und im Ventilgehäuse eine Verbindung zwischen einem Fluidzufluss und dem
Ventilraum hergestellt. In dem Ventilkörper, genauer gesagt im Deckel, ist eine zentrale
Durchführung ausgebildet, durch die hindurch sich ein Kraftübertragungselement in
Form einer einen Schließkopf tragenden Ventilnadel bis hin zur Ventilöffnung erstreckt.
Die Ventilnadel ist zum Schließen der Ventilöffnung mit einer Ventilschließfeder belastet
und zum Freigeben der Ventilnadel von einem piezoelektrischen Aktor angetrieben, an
dem die Ventilnadel mit ihren von dem Schließkopf abgekehrten Ende unter der Wirkung
der Ventilschließfeder kraftschlüssig anliegt. Zur Abdichtung des nicht fluidresistenten
Aktors gegenüber dem Fluid in dem Ventilraum ist ein die Ventilnadeldurchführung abdichtendes
Dichtungsglied vorgesehen, das als Wellbalg ausgeführt ist. Der Wellbalg ist auf die
Ventilnadel aufgeschoben und mit seinem einen Ende an der Ventilnadel und mit seinem
anderen Ende am Deckel fluiddicht durch Schweißen festgelegt. Der Deckel seinerseits
deckt das eine offene Stirnende eines den Aktor aufnehmenden Aktorgehäuses fluiddicht
ab.
Offenbarung der Erfindung
[0004] Die erfindungsgemäße Dichtungsbaugruppe mit den Merkmalen des Anspruchs 1 hat den
Vorteil, dass ein in der Durchführung vorhandener Führungsspalt zwischen Kraftübertragungselement
und Körper durch das Medium zuverlässig abgedichtet wird, das infolge seiner entsprechend
gewählten Fließgrenze nicht durch den Führungsspalt hindurchtreten kann. Die Dichtungsbaugruppe
dichtet zuverlässig auch bei auf die Membran wirkenden, sehr hohen Drücken ab, die
oberhalb der Grenzdruckbelastung von Wellbälgen liegen. Lediglich die Fließgrenze
des verwendeten Mediums muss entsprechend dem vorherrschenden maximalen Druck gewählt
werden. Das Medium ist bezüglich seiner Umweltverträglichkeit, Sauberkeit, Temperatur
und Quellverhalten frei wählbar, so dass sich ein weites Einsatzgebiet für das Dichtungsglied
eröffnet.
[0005] Die erfindungsgemäße Dichtungsbaugruppe kann z.B. vorteilhaft in Ventilen eingesetzt
werden, insbesondere in Einspritzventilen im Kraftfahrzeugbau, in denen hohe Fluiddrücke
von z.B. bis 200bar und mehr auftreten.
[0006] Durch die in den weiteren Ansprüchen aufgeführten Maßnahmen sind vorteilhafte Weiterbildungen
und Verbesserungen der im Anspruch 1 angegebenen Dichtungsbaugruppe möglich.
[0007] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist das Medium in den von
Membran und Körper begrenzten Raum eingelegt oder eingespritzt. Dabei wird vorzugsweise
als Medium ein weiches Elastomer eingesetzt.
[0008] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung weist das Medium mindestens
zwei geschichtet angeordnete Substanzen mit unterschiedlicher Fließgrenze auf, wobei
die Substanz mit der höheren Fließgrenze unmittelbar den von der Membran überspannten
Bereich des Körpers überdeckt. Durch diese Maßnahmen ist eine zuverlässige Abdichtung
bei noch höheren Drücken möglich.
[0009] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist die Membran aus einem
dünnen Stahlblech oder aus einem Elastomer hergestellt und in beiden Fällen die Abdichtung
der Membranränder durch Stoffschluss vorgenommen. Im Falle der Ausbildung der Membran
aus Stahlblech wird der Stoffschluss zwischen Membran und Körper einerseits und Membran
und Kraftübertragungselement andererseits durch Schweißen oder Löten und im Falle
der Herstellung der Membran aus einem Elastomer durch Einspritzen in Körper und Kraftübertragungselement
erzielt.
[0010] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist auf dem Kraftübertragungselement
ein Ring fluiddicht befestigt, an dem die Abdichtung des inneren Membranrands der
Membran gegenüber dem Kraftübertragungselement vorgenommen ist. Mittels dieses Rings
lässt sich die Festlegung des inneren Membranrands fertigungstechnisch zuverlässig
und kostengünstig durchführen. Dabei kann der Ring zugleich die Funktion eines Gleitrings
zur Gleitführung des Kraftübertragungselements in der Durchführung übernehmen, der
zusammen mit dem Körper den in der Durchführung vorhandenen Gleitspalt begrenzt.
[0011] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist im Körper eine mit Medium
gefüllte Kammer ausgebildet, die mit dem von der Membran überdeckten Bereich des Körpers
in Verbindung steht. Über die Kammer kann der von der Membran überdeckte Bereich des
Körpers nach der Montage der Membran mit Medium gefüllt werden.
[0012] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist das Kraftübertragungselement
in einem Bereich der Durchführung gleitgeführt, der in einem die Kammer auf deren
von der Membran abgekehrten Rückseite begrenzenden Körperbereich liegt, und die Verbindung
der Kammer zudem von der Membran überdeckten Bereich des Körpers durch einen Ringkanal
hergestellt, der von dem den inneren Membranrand aufnehmenden Ring und dem Körper
begrenzt ist. Zur Gleitführung des Kraftübertragungselements ist auf diesem ein Führungsring
fluiddicht befestigt, der mit dem Körper den Gleitspalt begrenzt. Zusätzlich kann
der Gleitspalt mittels einer Radialdichtung abgedichtet sein.
[0013] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung erfolgt die Befüllung der
Kammer mit dem Medium über ein in dem Kraftübertragungselement verlaufendes und in
der Kammer mündendes Füllloch, das nach Füllung verschlossen ist. Bevorzugt ist das
Füllloch aus einer vom stirnseitigen Ende aus eingebrachten axialen Sacklochbohrung
und mindestens einer in dieser und in der Kammer mündenden Radialbohrung realisiert
und die Sacklochbohrung mittels einer eingepressten Kugel verschlossen.
[0014] Ein Ventil mit einer erfindungsgemäßen Dichtungsbaugruppe ist in Anspruch 15 angegeben.
Kurze Beschreibung der Zeichnung
[0015] Die Erfindung ist anhand von in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispielen
in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Es zeigen ausschnittweise:
- Fig. 1
- einen Längsschnitt eines Einspritzventils für ein Fluid,
- Fig. 2
- eine vergrößerte Darstellung des Ausschnitts II in Fig. 1 mit einer konstruktiven
Modifikation,
- Fig. 3
- eine gleiche Darstellung wie in Fig. 1 mit einem modifizierten Dichtungsglied.
[0016] Die hier vorgestellte, neuartige Dichtungsbaugruppe wird nachfolgend in Verbindung
mit ihrem Einbau in ein Einspritzventil für Kraftstoff beschrieben, das in den Zylinderkopf
einer Brennkraftmaschine eingesetzt wird und unter hohem Druck stehenden Kraftstoff
dosiert in den Brennraum der Brennkraftmaschine einspritzt.
[0017] Die Dichtungsbaugruppe ist auch in anderen Ventilen einsetzbar, wo eine hohe Zuverlässigkeit
in der Abdichtung von das Ventil durchströmenden, z.B. umweltschädlichen Flüssigkeit
oder Gasen gefordert wird. Grundsätzlich ist die Dichtungsbaugruppe überall dort einsetzbar,
wo ein axial verschiebbares, durch eine in einem Körper ausgebildete Durchführung
hindurchtretendes, in der Durchführung gleit- oder drehgeführtes Kraftübertragungselement,
das bei Ventilen eine von einem manuellen oder elektromechanischen Aktor aufgebrachte
Verstellkraft auf eine die Ventilöffnung steuernden Schließkopf überträgt, zuverlässig
abzudichten ist.
[0018] Die in Fig. 2 in Alleinstellung skizzierte Dichtungsbaugruppe weist hierzu eine flexible,
z.B. kreisringförmige Membran 26, die mit einem inneren Membranrand 261 gegen das
Kraftübertragungselement 50 und mit einem äußeren Membranrand 262 gegen den Körper
51 abgedichtet ist, und ein Medium 24 mit definierter Fließgrenze auf, das zwischen
der Membran 26 und einem von der Membran 26 überdeckten Bereich des Körpers 51 eingeschlossen
ist. Die Membran 26 besteht z.B. aus einem dünnen Stahlblech und die Abdichtung ihrer
Membranränder 261, 262 erfolgt durch Stoffschluss zwischen dem metallischen Körper
51 und der Membran 26 einerseits und dem metallischen Kraftübertragungselement 50
und der Membran 26 andererseits. Der Stoffschluss ist hier durch Schweißen hergestellt
, wie dies durch die Schweißnähte 37 und 36 in Fig. 2 angedeutet ist. Alternativ ist
die Membran 26 aus einem Elastomer gefertigt. In diesem Fall erfolgt die Abdichtung
der Membranränder 261, 262 durch randseitiges Einspritzen der Membranränder 261, 262
in das Kraftübertragungselement 50 bzw. den Körper 51. Die Durchführung 52 bildet
eine Gleitführung für das Kraftübertragungselement 50, wobei in der Durchführung ein
von der Dichtungsbaugruppe abgedichteter Gleitspalt 53 verbleibt. Die Fließgrenze
des Mediums 24 ist abhängig von einem die Membran 26 beaufschlagenden Druck gewählt.
Hat beispielsweise der zwischen dem Kraftübertragungselement 50 und dem Körper 51
in der Durchführung 52 vorhandene Gleitspalt 53 eine Spaltbreite von 5µm und eine
Spaltlänge von 20mm, so ist bei einem auf die Membran 26 wirkenden Druck von maximal
300bar ein Medium 24 mit einer Fließgrenze von mindestens 3750N/m
2 gewählt. Als Medium 24 wird eine weiche Masse mit hoher Fließgrenze, vorzugsweise
Elastomer oder Fett, eingesetzt, die in den von der Membran 26 und dem Körper 51 begrenzten
Raum 29 eingelegt oder eingespritzt wird. In dem Ausführungsbeispiel der Fig. 2 weist
das Medium 24 mindestens zwei geschichtet angeordnete Substanzen 241 und 242 auf,
die z.B. Elastomere mit unterschiedlicher Fliessgrenze bzw. Festigkeit sind. Die Substanz
241, die unmittelbar an der Stirnseite des Körpers 51 anliegt, hat dabei die größere
Festigkeit.
Auf das Kraftübertragungselement 50 ist ein Ring fluiddicht aufgesetzt, wobei die
fluiddichte Verbindung durch Stoffschluss (Schweißnaht 31) hergestellt ist, und die
Festlegung des inneren Membranrands 261 der Membran 26 ist am Ring vorgenommen. Dadurch
kann die Membran 26 mit ihren inneren Membranrand 261 fertigungstechnisch günstig
an dem Kraftübertragungselement 50 festgelegt werden. Der Ring übernimmt als Gleitring
48 zugleich Gleit- und Führungsfunktion für das Kraftübertragungselement 50 in der
Durchführung 52.
[0019] In dem in Fig. 1 ausschnittweise im Längsschnitt dargestellten Ventil dient die vorstehend
beschriebene Dichtungsbaugruppe zum zuverlässigen Abdichten von nicht fluidresistenten
Bauteilen in dem Ventil gegenüber dem im Ventil unter Druck stehendem Fluid. Z.B.
ist das Ventil ein Einspritzventil und das Fluid Kraftstoff für Otto- oder Dieselmotoren
und dichtet die Dichtungsbaugruppe einen gegen Kraftstoff nicht resistenten, piezoelektrischen
Aktor 20 ab. Der Aktor 20 ist in einem Aktorgehäuse 21 aufgenommen, das seinerseits
in einem Ventilgehäuse 11 angeordnet ist. Am Ventilgehäuse 11 ist ein aus diesem axial
vorstehender, trichterartiger Ventilsitzträger 14 mittels einer umlaufenden Schweißnaht
13 befestigt. An dem vom Ventilgehäuse 11 abgekehrten freien Ende des Ventilsitzträgers
14 ist eine Ventilöffnung 16 und ein die Ventilöffnung 16 umgebender Ventilsitz 17
sowie eine Führung 18 für eine Ventilnadel 19 ausgebildet. Das andere Ende des Ventilsitzträgers
14 ist mit einem Deckel 27 fluiddicht verschlossen, der zugleich das Aktorgehäuse
21 ebenfalls fluiddicht verschließt. Sowohl im Ventilsitzträger 14 als auch im Aktorgehäuse
21 ist der Deckel 27 mittels die Fluiddichtigkeit herstellender, umlaufender Schweißnähte
29, 34 befestigt. In dem vom Deckel 27 verschlossenen Ventilsitzträger 14 ist ein
Ventilraum 22 ausgebildet, der über einen zwischen Ventilgehäuse 11 und Aktorgehäuse
21 vorhandenen Ringspalt 23 mit einem hier nicht dargestellten Zufluss für das Fluid
bzw. den Kraftstoff in Verbindung steht. Die Ventilnadel 19, die hier z.B. als eine
nach außen öffnende Ventilnadel 19 ausgeführt ist, trägt an ihrem einen Ende einen
Schließkopf 191, der mit dem Ventilsitz 17 am Ventilsitzträger 14 zum Schließen und
Freigeben der Ventilöffnung 16 zusammenwirkt. Das Schließen des Ventils wird durch
eine Ventilschließfeder 46 bewirkt, die sich am Ventilsitzträger 14 und über einen
Federteller 47 an der Ventilnadel 19 abstützt, das Öffnen des Ventils erfolgt durch
den Aktor 20, an dem die durch den Deckel 27 hindurchtretende und darin gleitgeführte
Ventilnadel 19 mit ihrem vom Schließkopf 191 abgekehrten Stirnende kraftschlüssig
anliegt.
[0020] Im Vergleich zu dem zu Fig. 2 beschriebenen Dichtungsbaugruppe ist der den Ventilraum
22 begrenzende Deckel 27, der Körper 51 mit Durchführung 52 und das hier in der Durchführung
52 gleitgeführte Kraftübertragungselement 50 die Ventilnadel 19, die die Schließkraft
der Ventilschließfeder 46 und die Öffnungskraft des Aktors 20 auf den auf dem Ventilsitz
17 aufsitzenden Schließkopf 191 überträgt. Im Bereich der Durchführung 52 sitzt auf
der Ventilnadel 19 der Gleitring 48 auf, der mit der Ventilnadel 19 über die Schweißnaht
31 fluiddicht verbunden ist, wobei zwischen dem Gleitring 48 und dem Deckel 27 der
von Membran 26 und Medium 24 abgedichtete Gleitspalt 53 besteht. Die Membran 26 ist
in gleicher Weise am Gleitring 48 und Deckel 27 befestigt, wie dies zu Fig. 2 beschrieben
ist. Das von der Membran 26 und dem Deckel 27 eingeschlossene Medium 24 besteht anders
als in Fig. 2 aus einer einheitlichen Substanz, wie sie in den Ausführungen zu Fig.
2 angegeben ist. Das Medium 24 wird eingelegt oder eingespritzt. Der zwischen Membran
26 und Deckel 27 eingeschlossene Raum 29 kann aber auch von der Rückseite des Deckels
27 her mit dem Medium 24 über einfache Axialkanäle gefüllt werden, die dann verschlossen
werden.
[0021] In dem in Fig. 3 ausschnittweise und im Längsschnitt dargestellten Ausführungsbeispiel
des ebenfalls als Einspritzventil ausgebildeten Ventils ist die Dichtungsbaugruppe
insofern modifiziert, als in dem Körper 51 zusätzlich eine mediumgefüllte Kammer 25
vorhanden ist, die den Körper 51 in einen mit der Membran 26 versehenen vorderen Körperteil
511 und einen das Aktorgehäuse 21 abschließenden hinteren Körperteil 512 unterteilt.
In dem im vorderen Körperteil 511 liegenden Bereich der Durchführung 52 ist eine Verbindung
der Kammer 27 zu dem von der Membran 26 und dem Körper 51 eingeschlossenen Raum 29
hergestellt, und in dem im hinteren Körperteil 512 liegenden Bereich der Durchführung
52 ist die Gleitführung des Kraftübertragungselements 50 realisiert. Der zwischen
Kraftübertragungselement 50 und Körper 51 vorhandene Gleitspalt 53 ist zusätzlich
mittels einer Radialdichtung abgedichtet, wodurch auch Schleppverluste durch den Gleitspalt
53 vermieden werden.
[0022] Konkret ist in Fig. 3 der vordere Körperteil 511 von dem den Ventilraum 22 abschließenden
Deckel 27 und der hintere Körperteil 512 durch eine das Aktorgehäuse 21 fluiddicht
abschließende Abschlussplatte 33 gebildet. die Abschlussplatte 33 sitzt fluiddicht
auf einem über den Deckel 27 axial vorstehenden Überstand des Ventilsitzträgers 14
auf, der die zwischen Deckel 27 und Abschlussplatte 33 eingeschlossene Kammer 25 an
deren Umfang begrenzt. Die fluiddichten Verbindungen der Abschlussplatte 33 sind wiederum
durch Schweißnähte 34 und 35 hergestellt. Anders als in Fig. 1 ist hier der Ventilsitzträger
14 zweiteilig und aus einem mittels der Schweißnaht 13 am Gehäuse fluiddicht befestigten
Gehäuseeinsatz 142 und einer in dem Gehäuseeinsatz 142 axial eingeführten und mit
einer Schweißnaht 15 fluiddicht an diesem festgelegten Hülse 141 zusammengesetzt.
In dem im Deckel 27 sich befindlichen Bereich der Durchführung 52, der im Vergleich
zur Durchführung 52 in Fig. 1 und 2 deutlich größer ausgelegt ist, trägt die Ventilnadel
19 einen Ring 30, der anders als in Fig. 1 und 2 keine Gleitfunktion hat, sondern
ausschließlich zur Befestigung des inneren Membranrands 261 der Membran 26 dient.
Zwischen dem Ring 30 und dem Deckel 27 verbleit ein Ringkanal 32, der die Verbindung
der Kammer 25 zu dem von Membran 26 und Deckel 27 eingeschlossenen Raum 29 herstellt.
[0023] Die Gleitführung in dem in der Abschlussplatte 33 sich befindlichen Bereich der Durchführung
52 ist durch einen auf der Ventilnadel 19 mittels einer Schweißnaht 41 fluiddicht
befestigten Führungsring 42 realisiert, der mit der Abschlussplatte 33 den Gleitspalt
53 begrenzt. Die Radialdichtung ist mittels eines Dichtungsrings 40 realisiert, der
in einer in die Abschlussplatte 33 eingestochenen Ringnut 39 einliegt und sich an
den Führungsring 42 anpresst. Wegen der hohen Fließgrenze des in der Kammer 25 befindlichen
Mediums 24 kann zur Radialabdichtung ein einfacher O-Ring verwendet werden.
[0024] Die Füllung der Kammer 25 und damit des Raums 29 erfolgt über ein in die Ventilnadel
19 eingebrachtes Füllloch, das in der Kammer 25 mündet. Im dargestellten Ausführungsbeispiel
setzt sich das Füllloch aus einer stirnseitig in die Ventilnadel 19 eingebrachten
Sacklochbohrung 43 und mindestens einer im Bereich der Kammer 25 in die Ventilnadel
19 eingebrachten Radialbohrung 44 zusammen, die in die Sackbohrung 43 einläuft. Im
dargestellten Ausführungsbeispiel sind zwei Radialbohrungen 44 vorhanden, die durch
eine in der Kammer 25 mündende Querbohrung realisiert sind. Nach Einfüllen des Mediums
24 wird die Sackbohrung 43 verschlossen, was hier durch Einpressen einer Kugel 45
vorgenommen ist. Als Medium 24 kann auch hier eine weiche Masse mit hoher Fließgrenze,
z.B. Elastomer oder Fett, oder eine Flüssigkeit mit hoher Fließgrenze, z.B. Bingham-Fluid,
dickflüssiges Silikonöl, Transformatorenöl, u. dgl. eingesetzt werden.
1. Dichtungsbaugruppe zur Abdichtung eines in einer Durchführung (52) in einem Körper
(51) geführten Kraftübertragungselements (50), gekennzeichnet durch eine flexible Membran (26), die mit einem inneren Membranrand (261) gegen das Kraftübertragungselement
(50) und mit einem äußeren Membranrand (262) gegen den Körper (51) abgedichtet ist,
und durch ein Medium (24) mit definierter Fließgrenze, das zwischen Membran (26) und einem
von der Membran (26) überdeckten Bereich des Körpers (51) eingeschlossen ist.
2. Dichtungsbaugruppe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Fließgrenze des Mediums (24) abhängig von einem die Membran (26) beaufschlagenden
maximalen Druck gewählt ist.
3. Dichtungsbaugruppe nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Kraftübertragungselement (50) in der Durchführung (52) gleitgeführt ist und ein
Medium (24) gewählt ist, dessen Fließgrenze bei einem in der Durchführung (52) vorhandenen
Gleitspalt (53) mit einer Spaltbreite von 5µm und einer Spaltlänge von 20mm und bei
einem auf die Membran (26) wirkenden Druck von maximal 300bar mindestens 3750 N/m2 beträgt.
4. Dichtungsbaugruppe nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Medium (24) eine weiche Masse mit hoher Fließgrenze, vorzugsweise Elastomer oder
Fett, oder eine Flüssigkeit mit hoher Fließgrenze, vorzugsweise Bingham-Flüssigkeit,
dickflüssiges Silikonöl oder Transformatorenöl, ist.
5. Dichtungsbaugruppe nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Membran (26) aus einem dünnen Stahlblech oder aus Elastomer hergestellt und die
Abdichtung der Membranränder (261, 262) durch Stoffschluss zwischen Membran (26) und
Körper (51) einerseits und Membran (26) und Kraftübertragungselement (50) andererseits,
vorzugsweise durch Schweißen oder Einspritzen, vorgenommen ist.
6. Dichtungsbaugruppe nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass auf dem Kraftübertragungselement (50) ein Ring fluiddicht befestigt ist, an dem die
Abdichtung des inneren Membranrands (261) der Membran (26) gegen das Kraftübertragungselement
(50) vorgenommen ist.
7. Dichtungsbaugruppe nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Ring ein Gleitring (48) ist, der zusammen mit dem Körper (51) den Gleitspalt
(53) begrenzt.
8. Dichtungsbaugruppe nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass im Körper (51) eine mit dem Medium (24) gefüllte Kammer (25) ausgebildet ist, die
mit dem von der Membran (26) überdeckten Bereich des Körpers (51) in Verbindung steht.
9. Dichtungsbaugruppe nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Kraftübertragungselement (50) in einem Bereich der Durchführung (52) gleitgeführt
ist, der in einem die Kammer (25) auf deren von der Membran (26) abgekehrten Rückseite
begrenzenden Körperbereich liegt, und dass die Verbindung der Kammer (25) zu dem von
der Membran (26) überdeckten Bereich des Körpers (51) durch einen Ringkanal (32) hergestellt
ist, der von dem den inneren Membranrand (261) aufnehmenden Ring (30) und dem Körper
(51) begrenzt ist.
10. Dichtungsbaugruppe nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass auf dem Kraftübertragungselement (50) ein Führungsring (42) fluiddicht befestigt
ist, der mit dem Körper (51) den Gleitspalt (53) in der Durchführung (52) begrenzt.
11. Dichtungsbaugruppe nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Gleitspalt (53) mittels einer Radialdichtung abgedichtet ist.
12. Dichtungsbaugruppe nach einem der Ansprüche 8 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Kammer (25) über mindestens ein in dem Kraftübertragungselement (50) verlaufendes,
in der Kammer (25) mündendes Füllloch mit dem Medium (24) füllbar ist und das Füllloch
bei gefüllter Kammer (25) verschlossen ist.
13. Dichtungsbaugruppe nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Medium (24) in den von der Membran (26) überdeckten Bereich des Körpers (51)
eingelegt oder eingespritzt ist.
14. Dichtungsbaugruppe nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Medium (24) mindestens zwei geschichtet angeordnete Substanzen (241, 242) mit
unterschiedlicher Fließgrenze aufweist und dass die Substanz (241) mit der höheren
Fließgrenze unmittelbar den Körper (51) bedeckt.
15. Ventil, insbesondere Einspritzventil für ein Fluid, gekennzeichnet durch eine Dichtungsbaugruppe nach einem der Ansprüche 1 bis 14, wobei der Körper (51)
einen eine Ventilöffnung (16) aufweisenden, mit einem Zufluss in Verbindung stehenden
Ventilraum (22) begrenzt und das Kraftübertragungselement (50) von einer in der Durchführung
(52) im Körper (51) gleitgeführten,den Ventilraum (22) durchdringenden Ventilnadel
(19) gebildet ist.