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(11) |
EP 1 886 743 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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15.06.2011 Patentblatt 2011/24 |
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Anmeldetag: 21.07.2007 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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Gesenk zum Hochtemperaturschmieden
High temperature forging die
Matrice de forgeage à haute température
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MT NL PL PT RO
SE SI SK TR |
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Priorität: |
11.08.2006 DE 102006037883
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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13.02.2008 Patentblatt 2008/07 |
| (73) |
Patentinhaber: Leistritz Turbinenkomponenten Remscheid GmbH |
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42859 Remscheid (DE) |
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| (72) |
Erfinder: |
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- Hufenbach, Werner, Dr.-Ing.
01324 Dresden (DE)
- Langkamp, Albert
01324 Dresden (DE)
- Janschek, Peter
40593 Düsseldorf (DE)
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| (74) |
Vertreter: Blaumeier, Jörg |
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LINDNER I BLAUMEIER
Patent- und Rechtsanwälte
Dr.-Kurt-Schumacher-Strasse 23 90402 Nürnberg 90402 Nürnberg (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
DE-A1- 2 506 701 DE-A1- 10 346 265 GB-A- 1 357 784
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DE-A1- 3 323 377 DE-A1- 19 916 566
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- DATABASE WPI Derwent Publications Ltd., London, GB; AN 1988-054963 XP002455227 -&
SU 1 323 167 A (PERM POLY) 15. Juli 1987 (1987-07-15)
- DATABASE WPI Derwent Publications Ltd., London, GB; AN 1979-H0659B XP002455228 -&
SU 631 248 A (TULYANKIN V F) 5. November 1978 (1978-11-05)
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Gesenk zum Hochtemperaturschmieden metallischer, insbesondere
intermetallischer Bauteile, umfassend ein oberes und ein unteres Gesenkteil.
[0002] Beim Hochtemperaturgesenkschmieden erfolgt die Umformung des Rohlings bei Temperaturen
oberhalb 1000 °C, bei der Umformung von Bauteilen aus intermetallischen Verbindungen
wie z. B. TiAl auch bei Temperaturen am Werkzeug von ca. 1150 °C. Ein Umformverfahren
betreffend ein solches Bauteil aus einer intermetallischen Verbindung ist beispielsweise
aus
WO 02/48420 A2 bekannt. Aus solchen Materialien werden üblicherweise leichtbauende und hoch belastbare
Bauteile für die konventionelle und Luftverkehrstechnik, beispielsweise für Flugtriebwerke
oder stationäre Gasturbinen, dort deren Schaufeln, hergestellt. Als Gesenkwerkzeug
wird ein Gesenk aus einer Molybdän-Legierung verwendet, die bis zu einer Werkzeugtemperatur
von 1150 °C eine ausreichende Warmfestigkeit besitzt. Diese Warmfestigkeit reicht
jedoch nicht aus, um Bauteile mit engen Maßtoleranzen zu fertigen, das heißt, es könnten
nur Aufmassschmiedeteile hergestellt werden, die einer nachfolgenden spanenden und/oder
elektrochemischen Nachbearbeitung bedürfen. Eine Umformung im Temperaturbereich oberhalb
des Eutektikums im α-γ-Phasengebiet, also bei Temperaturen von 1200 - 1300 °C oder
mehr, hat sich demgegenüber als vorteilhaft erwiesen. Dort können wesentlich maßgenauere
Bauteile hergestellt werden. Nachdem jedoch ein Gesenk aus einer Molybdän-Legierung
in diesem Temperaturbereich nicht verwendet werden kann, sind in diesem Fall Gesenke
aus Keramiken etwa auf Kohlenstoff- oder Siliziumbasis einzusetzen. Nachteilig dabei
ist jedoch, dass diese Gesenkwerkstoffe extrem empfindlich gegen Zugspannungen sind,
die beim Gesenkschmieden zwangsläufig entstehen, weshalb die Haltbarkeit solcher Gesenke
nur begrenzt ist.
[0003] Der Erfindung liegt damit das Problem zugrunde, ein Gesenk anzugeben, das zum Hochtemperaturschmieden
bei Temperaturen von oberhalb 1200 °C, bis wenigstens 1300 °C, verwendet werden kann,
und das eine hinreichende Stabilität gegenüber der beim Gesenkschmieden auftretende
Spannungen, insbesondere Zugspannungen aufweist.
[0004] Zur Lösung dieses Problems ist bei einem Gesenk der eingangs genannten Art erfindungsgemäß
vorgesehen, dass jedem Gesenkteil ein es bei Raumtemperatur mit Spiel umgebender Armierungsring
zugeordnet ist, an den sich das jeweilige Gesenkteil infolge seiner thermischen Ausdehnung
beim Aufheizen anlegt, und über den eine Druckspannung auf das jeweilige Gesenkteil
ausgeübt wird.
[0005] Jedes erfindungsgemäße Gesenkteil besitzt einen speziellen es umgebenden Armierungsring,
der bei Raumtemperatur, wenn also das Gesenk nicht in der Presse angeordnet und auf
Betriebstemperatur geheizt ist, das Gesenkteil mit Spiel umgibt. Das Spiel beträgt
beispielsweise einen Millimeter. Dies lässt das Trennen von Gesenkteil und Armierungsring
bei Raumtemperatur zu, was gegebenenfalls bei einem Wechsel des Gesenkteils gegen
ein anderes Gesenkteil mit einer anderen Gravur erforderlich ist. Wird nun die Gesenkteil-Armierungsring-Kombination
erhitzt, so dehnt sich das Gesenkteil beim Aufheizen wesentlich stärker aus als der
Armierungsring, der je nachdem, aus welchem Material oder Materialverbund er aufgebaut
ist, gegebenenfalls eine auch nur vernachlässigbare Ausdehnung aufweist. Die thermisch
bedingte Ausdehnung des Gesenkteils führt nun dazu, dass sich das Gesenkteil fest
an dem umgebenden Armierungsring anlegt. Dies führt wiederum dazu, dass der Armierungsring
Druckspannungen auf das jeweilige Gesenkteil ausübt, die den beim Schmieden entstehenden
Zugspannung entgegenwirken bzw. entgegengerichtet sind. Es kommt hier also zu einem
gezielten Spannungsabbau, der eine wesentlich längere Standzeit des Gesenkteils zur
Folge hat.
[0006] Dabei wird das Spiel bei Raumtemperatur in Weiterbildung der Erfindung bevorzugt
unter Berücksichtigung des Ausdehnungsverhaltens des jeweiligen Gesenkteils und gegebenenfalls
des Armierungsrings, so dieser ein gewisses Ausdehnungsverhalten zeigt, derart ausgelegt,
dass die aufgebaute Druckspannung bei der Schmiedetemperatur einen vorbestimmten Wert
einnimmt. Es kann also durch geeignete Dimensionierung unter Berücksichtigung der
spezifischen Materialparameter des Gesenkteilmaterials wie auch des Armierungsringsmaterials
eine sehr genaue Einstellung der Höhe der aufgebauten Druckspannung erfolgen. Nachdem
die beim Schmieden auftretenden Zugspannungen ebenfalls relativ genau bestimmt werden
können, kann infolgedessen eine entsprechende Auslegung des Gesenkteils wie auch des
Armierungsrings im Hinblick auf das Spiel bei Raumtemperatur erfolgen, so dass eine
weitgehende Kompensation der beim Schmieden aufgebauten Zugspannungen möglich ist.
[0007] Die Gesenkteile selbst sind aus Keramik oder Graphit, gegebenenfalls partikel- oder
faserverstärkt. Diese Materialien halten den gegebenen hohen Schmiedetemperaturen,
die zum Schmieden im Temperaturbereich oberhalb des Eutektikums im α-γ-Phasengebiet
erforderlich sind, ohne weiteres stand und können infolge der erfindungsgemäßen Verwendung
des Armierungsrings zum Hochtemperaturschmieden eingesetzt werden.
[0008] Der Armierungsring selbst besteht erfindungsgemäß aus einem Faserverbundwerkstoff,
insbesondere Kohlefasern, die bei der Fertigung um einen Kern gewickelt werden. Kohlenstofffasern
besitzen in Faserrichtung einen extrem kleinen, gegebenenfalls sogar negativen thermischen
Ausdehnungskoeffizienten. Bei entsprechender Wicklung bzw. Ausrichtung der Faserlage
um den Kern kann so ein Armierungsring als gewickelte Armierungsstruktur hergestellt
werden, die beim Aufheizen annähernd keine Ausdehnung zeigt. Eine vorteilhafte Weiterbildung
der Erfindung sieht vor, dass der Armierungsring hybrid aufgebaut ist und einen inneren
Tragring aufweist, an dem das aufgeheizte Gesenkteil anliegt. Das heißt, der Armierungsring
besteht hier aus dem äußeren Armierungsringabschnitt aus gewickelten Kohlenstofffasern
und einem inneren Tragring, an dem das aufgeheizte Gesenkteil anliegt. Dieser innere
Tragring, der erfindungsgemäß aus einer bei der Herstellung um einen Kern gewickelten
Textilstruktur, insbesondere ein Gewebe oder Geflecht aus Kunststofffasern, besteht,
lässt einen relativ hohen Grad an Formgebungsmöglichkeiten und Gestaltungsfreiheiten
hinsichtlich der konstruktiven Auslegung des Armierungsrings zu. Denn es ist schwierig,
in den äußeren Armierungsringabschnitt aus gewickelten Kohlenstofffasern entsprechende,
von der reinen Zylinderform abweichende Geometrien zu integrieren bzw. auszuformen
bzw. beispielsweise in Form von Bohrungen oder dergleichen auszubilden, nachdem die
Festigkeit bzw. mechanischen Eigenschaften senkrecht zur Faserlängsrichtung bzw. der
Wickelstruktur deutlich schlechter sind. Dem wird dadurch Rechnung getragen, dass
der innere Tragring vorgesehen ist, der geringe Armierungs- oder Druckspannungserzeugungseigenschaften
besitzt, sondern primär der Ermöglichung konstruktiver oder geometrischer Eigenheiten
dient. Hierzu wird bei der Fertigung um den Kern des Tragrings eine textile Struktur
in Form eines Gewebes oder Geflechts gewickelt, das heißt, hier gibt es keine ausgezeichnete
Faserrichtung. Die Verwendung dieser textilen Struktur ermöglicht es nun, beispielsweise
Vorsprünge oder Hinterschneidungen oder dergleichen auszuführen oder an entsprechenden
Abschnitten Bohrungen oder dergleichen anzubringen, die aus welchen Gründen auch immer
erforderlich sind.
[0009] Wie beschrieben umgibt der Armierungsring das Gesenkteil, das - worauf nachfolgend
noch eingegangen wird - ein- oder mehrteilig sein kann, bei Raumtemperatur mit leichtem
Spiel. Um zu vermeiden, dass beim Transportieren der Gesenkteil-Armierungsring-Kombination
das Gesenkteil aus dem Armierungsring fällt, ist oder sind am inneren Tragring bevorzugt
ein oder mehrere der Halterung des eingelegten Gesenkteils dienende radial nach innen
gerichtete Vorsprünge vorgesehen, bevorzugt in Form eines um wenigstens 180° umlaufenden
Rands. Auf diesem Vorsprung liegt das Gesenkteil auf und kann, über den Vorsprung
und die gegebenenfalls bei vorhandenem Spiel leichte Verkippung zum inneren Tragring
hin fixiert, nicht aus dem Armierungsring fallen.
[0010] Sofern das Gesenk zum Einsatz bei einer Kalt-Heiß-Prozess-Technologie vorgesehen
ist, bei welchem das Gesenk aus der Presse genommen und beladen wird, wonach es wieder
in die Presse transportiert und aufgeheizt wird und nach Beendigung des Pressvorgangs
wieder der Presse entnommen wird, ist auch der innere Tragring von seiner Grundform
her zylindrisch. Er ist an beiden Seiten offen, so dass das Gesenkteil mit seiner
der jeweiligen Gravur gegenüberliegenden Seite flächig und direkt am jeweiligen Pressstempel
anliegt. Ein erfindungsgemäßes Gesenk ist aber auch zur Verwendung im Rahmen einer
reinen Heiß-Prozess-Technologie verwendbar. Hierbei verbleibt das Gesenk in der Presse,
das heißt, die beiden einzelnen Gesenkteile sind fest mit dem jeweiligen Pressenstempel
verbunden. Um eine Verbindung zu ermöglichen, ist bei einem für einen solchen Einsatz
geeigneten Gesenk der Tragring erfindungsgemäß an einer Seite zumindest abschnittsweise
geschlossen. Der Tragring weist also an der Seite, an der das Gesenkteil mit seiner
gravurfreien Seite anliegt, eine zumindest abschnittsweise geschlossene Fläche auf,
in welcher entsprechende Bohrungen oder dergleichen vorgesehen sein können, über die
die Fixierung des Tragrings und über diesen des Armierungsrings nebst Gesenkteil am
jeweiligen Pressenstempelboden möglich ist.
[0011] Damit die Gesenkteile auch in der richtigen Relativposition zueinander in die Pressstellung
bewegt werden können, sind zweckmäßigerweise an beiden Gesenkteilen beim Aufeinandersetzen
der Gesenkteile zusammenwirkende Zwangsführungen vorgesehen, die bevorzugt einen oder
mehrere Bolzen oder Zapfen umfassen, der oder die in die jeweilige Bolzen- oder Zapfenaufnahmen
am gegenüberliegenden Gesenkteil eingreifen. Dabei müssen beispielsweise bei Verwendung
zweier Bolzen oder Zapfen beide Bolzen oder Zapfen nicht unbedingt am gleichen Gesenkteil
vorgesehen sein. Es ist auch denkbar, an jedem Gesenkteil einen Bolzen und diesem
jeweils gegenüberliegend am anderen Gesenkteil eine entsprechende Aufnahme vorzusehen.
Auch diese Bolzen oder Zapfen sind bevorzugt aus Graphit oder Keramik, gegebenenfalls
ebenfalls faser- oder textilverstärkt, vornehmlich unter Verwendung von Kohlenstofffasern,
hergestellt.
[0012] Wie bereits beschrieben besteht die Möglichkeit, ein Gesenkteil einstückig auszuführen
oder aber aus zwei oder mehreren einzelnen Gesenkteilelementen zusammenzusetzen. Dies
ist dann erforderlich, wenn am Schmiedeteil Hinterschnitte oder dergleichen ausgeformt
werden müssen, um das Gesenkteil öffnen und um das Schmiedeteil auszuformen zu können.
Die zwei oder mehr Gesenkteile werden, wenn sie in den Armierungsring eingesetzt werden,
so eingebracht, dass jedes Gesenkteilelement an einem oder dem zu seiner Halterung
dienenden Vorsprung am jeweiligen Innenring anliegt, wozu gegebenenfalls am Gesenkteil
bzw. Gesenkteilelement eine entsprechende Hinterschneidung, in die der Vorsprung eingreift,
ausgebildet sein kann. Auch die Gesenkteilelemente weisen bei Raumtemperatur ein gewisses
Spiel zueinander auf, so dass die einzelnen Gesenkteilelemente ohne weiteres innerhalb
des Armierungsrings angeordnet bzw. eingepasst werden können.
[0013] Zweckmäßig ist es ferner, wenn das Gesenkteil, gegebenenfalls die Gesenkteilelemente
über wenigstens ein Halteelement mit dem Armierungsring verbunden sind. Dieses Halteelement,
dem wie auch den oder den Vorsprüngen eine gewisse Fixierungsfunktion zukommt, dient
auch als Führung der Bauteile relativ zueinander während der thermisch bedingten radialen
Ausdehnungsbewegung. Ein solches Halteelement ist bevorzugt ein Haltestift, der in
entsprechenden Steckaufnahmen am Armierungsring und am Gesenkteil oder einem Gesenkteilelement
aufgenommen ist.
[0014] Schließlich kann jedes Gesenkteil entweder eine einzelne Gravur oder aber auch mehrere
Gravuren aufweisen, je nachdem welcher Art und welcher Größe das herzustellende Schmiedeteil
ist.
[0015] Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus den im
folgenden beschriebenen Ausführungsbeispielen sowie anhand der Zeichnungen. Dabei
zeigen:
- Fig. 1
- eine Schnittansicht durch ein erfindungsgemäßes Obergesenk einer ersten Ausführungsform,
- Fig. 2
- eine Schnittansicht durch das zugehörige Untergesenk,
- Fig. 3
- eine Schnittansicht durch ein Obergesenk einer erfindungsgemäßen zweiten Ausführungsform,
- Fig. 4
- eine Aufsicht auf das Obergesenk aus Fig. 3 mit Blick auf die Gravurseite,
- Fig. 5
- das zugehörige Untergesenk, und
- Fig. 6
- eine Aufsicht auf ein Gesenk einer dritten Ausführungsform mit mehreren Gravuren.
[0016] Fig. 1 zeigt das Oberteil 1 eines erfindungsgemäßen Gesenks 2, während Fig. 2 das
Unterteil 3 zeigt. Das Oberteil 2 besteht aus einem Gesenkteil 4, hier bestehend aus
zwei Gesenkteilelementen 5, 6. Das Oberteil 2 weist ferner einen Armierungsring 7
auf, bestehend aus dem äußeren Armierungsringteil 8 und einem inneren Tragring 9.
Das Gesenkteil 4 bestehend aus den beiden Gesenkteilelementen 5, 6 weist an seiner
Pressseite ein Formnest 10 auf, das zur Formgebung eines im Hochtemperaturgesenkschmieden
herzustellenden Formteils dient. Die Fig. 1 zeigt das Obergesenk 2 bei Raumtemperatur,
während Fig. 3 das Untergesenk bei Betriebstemperatur von 1200 °C oder mehr zeigt.
[0017] Wie aus Fig. 1 zu entnehmen ist, weist das Gesenkteil 4 ein leichtes Spiel zum Armierungsring
7, hier der zylindrischen Innenwand des Tragrings 9 auf, dargestellt durch den schmalen
Spalt der Breite d, wobei d ≤ 1 mm ist. Auch die beiden Gesenkteilelemente 5, 6 besitzen
ein geringes Spiel zueinander, wie ebenfalls durch den angedeuteten Abstand d dargestellt
ist, wobei das Spiel nicht gleich dem Spiel zum Tragring sein muss. In jedem Fall
sitzen die Gesenkteilelemente 5, 6 locker im Armierungsring 7, wenn diese Kombination
auf Raumtemperatur ist.
[0018] Damit die in den Tragring 7 eingesetzten Gesenkteilelemente 5,6 während des Handlings
des Oberteils nicht nach unten aus dem Armierungsring 7 fallen, weist der innere Tragring
9 einen nach innen gerichteten Vorsprung 11 in Form eines Halteflanschs auf, der entweder
um 360° umläuft, zumindest aber um wenigstens 180°. Auf ihm liegen die Gesenkteilelemente
5, 6 randseitig auf, sie weisen entsprechende Hinterschneidungen 12, 13 auf, in die
der randseitige Vorsprung 11 eingreift. Weiterhin ist ein Führungsstift 14 vorgesehen,
der eine Bohrung 15 durch den Tragring 7 durchgreift und in eine Einsteckbohrung 16
eines Gesenkteilelements, hier das Gesenkteilelement 6, eingreift. Dieser Führungsstift,
der zugleich eine gewisse Halte- oder Tragfunktion besitzt, dient primär der radialen
Führung des Gesenkteilelements beim Ausdehnvorgang, worauf nachfolgend noch eingegangen
wird.
[0019] Die Gesenkteilelemente 5, 6 sind bevorzugt aus Keramik oder einem Keramik-Matrix-Verbundwerkstoff
beliebiger Art, der derart gewählt ist, dass er bei Schmiedetemperaturen oberhalb
von 1200 °C eingesetzt werden kann, wobei ein erfindungsgemäßes Gesenk durchaus auch
bei Temperaturen von 1500 - 2000 °C verwendet werden kann.
[0020] Der Armierungsring 7 selbst ist wie beschrieben hybrid aus dem äußeren Armierungsringteil
8 und dem inneren Tragring 9 aufgebaut. Das äußere Armierungsringteil 8 besteht aus
einem Ring aus Kohlenstofffaserverbundwerkstoff. Die Fasern werden mit ihrer Faserlängsrichtung
entsprechend ausgerichtet, um Druckspannungen im aufgeheizten Oberteil 2 zu erzeugen,
die auf das Gesenkteil 4 ausgeübt werden, um etwaigen beim Schmieden im Gesenkteil
4 aufgebauten Zugspannungen, die primär radial gerichtet sind, entgegenzuwirken. Der
Armierungsringteil 8 besitzt einen extrem niedrigen, gegebenenfalls je nach verwendetem
Kohlenfasermaterial sogar negativen thermischen Ausdehnungskoeffizienten in Faserlängsrichtung,
was dazu führt, dass er beim Aufheizen annähernd keine thermische Ausdehnung zeigt.
[0021] Der Innenring 9 hingegen besteht ebenfalls aus einem Ring aus Kohlenstofffaserverbundwerkstoff
mit einer Verstärkungsstruktur, vorzugsweise einem Gewebe oder Geflecht aus Kohlenstofffasern,
so dass sich eine textile Tragstruktur ergibt, anders als bei den allesamt exakt gleich
ausgerichteten Wickelfasern am Armierungsringteil 8. Die Verwendung eines Fasergewebes
oder -geflechts ermöglicht es, unterschiedliche geometrische Formen auszuführen, beispielsweise
um am Innenring den nach innen springenden Flansch oder Vorsprung 11 auszubilden.
Dies ist bei Verwendung einzelner gelegter Fasern, wie sie beim Außenringteil 8 gewickelt
werden, ohne Einbußen an mechanischen Eigenschaften nicht möglich. Dem Innenring 9
kommt folglich keine Spannungserzeugungsfunktion und damit Armierungsfunktion zu,
die Funktion zum Druckspannungsaufbau übernimmt allein der äußere Armierungsringteil
8. Der innere Tragring hat primär die Funktion, etwaige geometrische Formen und Gestaltungen
zur Verfügung zu stellen, die - wie hier - beispielsweise zum Auflagern der Gesenkteilelemente
erforderlich sind.
[0022] Wird nun unter Verwendung einer Induktionsheizung 17, in welcher sich das Oberteil
2 gemäß Fig. 1 befindet, das Oberteil 2 aufgeheizt, so dehnt sich das Gesenkteil 4
bzw. die Gesenkteilelemente 5, 6 thermisch bedingt in Abhängigkeit des gegebenen thermischen
Ausdehnungskoeffizienten des Graphit- oder Keramikmaterials primär radial aus. Dies
führt dazu, dass mit zunehmender Ausdehnung die Spalte zwischen den Gesenkteilelementen
5, 6 wie auch zum Tragring 9 geschlossen werden. Je stärker die Ausdehnung ist, umso
stärker liegt das Gesenkteil 4 radial an dem Armierungsring 7 an. Nachdem der Armierungsring
7 bzw. das äußere Armierungsringteil 8 trotz der extrem hohen Temperatur keine oder
nur eine verringerbare Ausdehnung zeigt, jedoch das Gesenkteil 4 infolge seiner eigenen
Ausdehnung stark gegen den Armierungsring 7 gepresst wird, werden über den Armierungsring
7 hohe Druckspannungen in das Gesenkteil 4 induziert. Diese Druckspannungen wirken
nun den beim Schmieden auftretenden Zugspannungen entgegen. Die Auslegung der Spalte
bzw. des Spiels d erfolgt unter Berücksichtigung der Ausdehnungskoeffizienten der
verwendeten Materialien des Gesenkteils wie auch des Armierungsrings 7, hier insbesondere
des Armierungsringteils 8, so, dass bei der Arbeitstemperatur die induzierten Druckspannungen
einen vorbestimmten Wert einnehmen. Nachdem es möglich ist, die beim Schmieden im
Gesenkteil 4 auftretenden Zugspannungen sowie deren Richtung ermitteln zu können,
kann also eine Auslegung des Spiels in Bezug auf die Betriebstemperatur derart erfolgen,
dass die erzeugten Druckspannungen die pressbedingten Zugspannungen im Wesentlichen
kompensieren.
[0023] Fig. 2 zeigt das Unterteil 3, dessen Gesenkteil 4 ebenfalls aus zwei Gesenkteilelementen
5, 6 besteht, die in einem Armierungsring 7 bestehend aus dem äußeren Armierungsringteil
8 und dem inneren Tragring 9 aufgenommen sind. Hier jedoch ist das Unterteil 3 über
die Induktionsheizung 17 bereits auf Betriebstemperatur oder nur unwesentlich darunter
aufgeheizt. Ersichtlich sind die bei Raumtemperatur (s. Fig. 1) noch gegebenen Spalte
d allesamt geschlossen.
[0024] Das Gesenk 1 gemäß der Fig. 1 und 2 ist primär zur Kalt-Heiß-Prozesstechnologie vorgesehen.
Das Gesenk hat also keine feste Verbindung zur Umformmaschine.
[0025] Es wird außerhalb der Maschine kalt zusammengebaut, also bei Raumtemperatur zusammengesetzt
und mit einem in die Gravur 10 eingelegten Rohling, der kalt oder vorgewärmt sein
kann, versehen. Anschließend werden die beiden Gesenkelemente, also das Oberteil 2
und das Unterteil 3 in den Pressenraum, der zur Vermeidung von Oxidation unter Vakuum
oder Schutzgas steht, durch eine geeignete Schleuse eingebracht. Das Oberteil 2 und
das Unterteil 3 werden im Pressenraum auf die erforderliche Umformtemperatur von beispielsweise
1200 - 1300 °C erwärmt, entweder induktiv (wie in den Figuren dargestellt) oder durch
Strahlungsheizung. Nach Erreichen der Schmiedetemperatur wird das Gesenk 1 zwischen
die ebenfalls auf dieser Temperatur befindlichen Pressenplatten der Umformpresse gebracht
und der Umformvorgang mit der geforderten niedrigen Geschwindigkeit zum Umformen des
Rohlings durchgeführt. Anschließend kühlt das Gesenk mit dem umgeformten Bauteil unter
Schutzgas nach Entnahme aus der Umformpresse ab und wird über die Schleuse wieder
ausgeschleust, wonach das Bauteil entnommen und ein neues Bauteil eingelegt wird.
[0026] Um sicherzustellen, dass das Oberteil 2 und das Unterteil 3 relativ zueinander auch
richtig bewegt werden, ist im gezeigten Beispiel eine Zwangsführung vorgesehen, im
gezeigten Beispiel bestehend aus zwei Bolzen 18, die hier am Unterteil in entsprechenden
Bolzenaufnahmen aufgenommen sind. Am Oberteil sind entsprechende Bolzenführungen 19
vorgesehen, in die die Bolzen 18 beim Zusammenführen der Gesenkwerkzeuge eintauchen
und geführt werden. Die Bolzen 18 bestehen bevorzugt ebenfalls aus Graphit oder einem
geeigneten Keramikwerkstoff, sie können ebenfalls textil- oder faserverstärkt sein.
[0027] Fig. 3 - 5 zeigen eine weitere Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Gesenks 1,
ebenfalls bestehend aus einem in Fig. 3 gezeigten Oberteil 2 und einem in Fig. 5 gezeigten
Unterteil 3. Beide besitzen jeweils ein Gesenkteil 4 bestehend aus zwei Gesenkteilelementen
5, 6, die in einem Armierungsring 7 ebenfalls bestehend aus einem äußeren Armierungsringteil
8 und einem inneren Tragring 9 aufgenommen sind. Auch hier sind alle Elemente bei
Raumtemperatur mit Spiel zueinander angeordnet, wie diesbezüglich Fig. 1 beschrieben
wurde. Der Einfachheit halber sind in den Fig. 3 und 5 die beiden Gesenkwerkzeuge
jedoch so dargestellt, als wenn sie bereits erwärmt wären, mithin also sich das jeweilige
Gesenkteil 4 vollständig ausgedehnt hat, fest am Armierungsring 7 anliegt und über
diesen Druckspannungen in das Gesenkteil 4 induziert werden.
[0028] Bei dem dort beschriebenen Ausführungsbeispiel ist jedoch der innere Tragring 9 anders
ausgeführt als der Tragring 9 beim Ausführungsbeispiel nach den Fig. 1 und 2. Während
auch hier an der einen Tragringseite der nach innen radial gerichtete Vorsprung 11
vorgesehen ist, ist die andere Seite des Tragrings 9 vollständig geschlossen, es ist
also eine obere (in Fig. 3) bzw. untere (in Fig. 5) Bodenplatte 20 vorgesehen. Über
diese Bodenplatte 20 kann nun das gesamte Oberteil 2 bzw. Unterteil 3 an der entsprechenden
Pressenplatte befestigt werden. Hierzu sind, wenngleich nicht näher gezeigt, an der
jeweiligen Bodenplatte 20 entsprechende Durchbrechungen zur Aufnahme von Verbindungsschrauben
oder dergleichen vorgesehen, die eine Fixierung ermöglichen. Bei dem in den Fig. 3,
4, 5 gezeigten Gesenk handelt es sich um ein Gesenk, das für eine Heiß-Prozess-Technologie
konzipiert ist, das heißt, das Ober- und Unterteil 2, 3 bleibt stets in der Umformpresse
und werden nicht entnommen, entnommen wird lediglich der umgeformte Pressling. Das
heißt, das Ober- und Unterteil 2, 3 verbleibt kontinuierlich auf der Arbeitstemperatur.
Zum Ausformen ist hier - anders als bei der Gravur 10 aus Fig. 2 - die Gravur 10 am
Unterteil im einen Abschnitt mit einer Ausformschräge 24 versehen, die unter einem
leichten Winkel α zur Vertikalen steht, anders als bei der Gravur 10 aus Fig. 2, die
in diesem Abschnitt vertikal verläuft. Beim Trennen der auch hier über die Zwangsführung
über die Bolzen 18 und die Bolzenführungen 19 zueinander zwangsgeführten Werkzeugteile
verbleibt das geschmiedete Bauteil im Oberteil 2. Zum Entnehmen des Pressteils aus
dem Oberteil wird dieses soweit abgekühlt, dass sich der Spalt zwischen den Gesenkteilelementen
5, 6 leicht öffnet und das Schmiedeteil infolge seines Eigengewichts aus dem Oberteil
herausfällt und mit Hilfe eines einfachen Manipulators aus dem Gesenk genommen werden
kann.
[0029] Fig. 4 zeigt eine Aufsicht auf die Unterseite mit der Gravur 10 des Oberteils aus
Fig. 3. Ersichtlich läuft der Vorsprung 11 des inneren Tragrings 9 des Armierungsrings
7 nur um etwa 240° um. Dies ermöglicht es, die beiden Gesenkteilelemente 5, 6 in den
an der anderen Seite geschlossenen, quasi topfartigen Tragring 9 einzusetzen. Gleichwohl
sind die beiden Gesenkteilelemente 5, 6, wenngleich sie wie ausgeführt bei Raumtemperatur
zueinander wie auch zum Armierungsring ein Spiel aufweisen, sicher und unverlierbar
geführt. Gezeigt ist in Fig. 4 ferner, dass bei diesem Ausführungsbeispiel insgesamt
vier Bolzendurchbrechungen 19 vorgesehen sind, mithin sind also auch am Unterteil
vier Bolzen 18 vorgesehen, wenngleich in Fig. 5 nur zwei gezeigt sind.
[0030] Fig. 6 zeigt schließlich ein weiteres Ausführungsbeispiel eines Gesenks 1, wobei
hier nur das Oberteil 2 dargestellt ist. Dieses Oberteil 2 besteht - in entsprechender
Weise natürlich auch das Unterteil - aus insgesamt acht einzelnen Gesenkteilelementen,
wobei die Gesenkteilelemente 21 allesamt gleich ausgeführt sind, lediglich die beiden
Gesenkteilelemente 22 und 23 sind in ihrer Form und hinsichtlich der vorhandenen Gravur
unterschiedlich ausgeführt. In jedem Fall sind hier insgesamt sieben Gravuren 10 realisiert,
anders als bei den bisher beschriebenen Ausführungsbeispielen, die lediglich über
eine Gravur verfügen. Auch hier verlaufen die Trennlinien zwischen den einzelnen Gesenkteilelementen
21, 22, 23 so, dass beim Lösen der Gesenkteilelemente voneinander die jeweilige Gravur
geöffnet wird, wie dies auch bei den Gesenkteilelementen 5, 6 der Ausführungsbeispiele
nach den Fig. 1 und 2 bzw. 3 - 5 der Fall ist. Das heißt, wenn das Gesenkteil geöffnet
wird, öffnet sich automatisch auch die Gravur.
1. Gesenk zum Hochtemperaturschmieden metallischer, insbesondere intermetallischer Bauteile,
umfassend ein oberes und ein unteres Gesenkteil, dadurch gekennzeichnet, dass jedem Gesenkteil (4) ein es bei Raumtemperatur mit Spiel umgebender Armierungsring
(7) zugeordnet ist, an den sich das jeweilige Gesenkteil (4) infolge seiner thermischen
Ausdehnung beim Aufheizen anlegt, und über den eine Druckspannung auf das jeweilige
Gesenkteil (4) ausgeübt wird, wobei die Gesenkteile (4) aus Keramik oder Graphit sind
und der Armierungsring (7) aus einem Faserverbundwerkstoff mit gewickelten Fasern
besteht.
2. Gesenk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Spiel bei Raumtemperatur unter Berücksichtigung des Ausdehnungsverhaltens des
jeweiligen Gesenkteils (4) und gegebenenfalls des Armierungsrings (7) derart ausgelegt
ist, dass die aufgebaute Druckspannung bei der Schmiedetemperatur einen vorbestimmten
Wert einnimmt.
3. Gesenk nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Gesenkteile partikel- oder faserverstärkt sind.
4. Gesenk nach einem der vorangehenden Ansprüche, das der Armierungsring (7) aus gewickelten
Kohlenstofffasern besteht.
5. Gesenk nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Armierungsring (7) einen inneren Tragring (9) aufweist, an dem das aufgeheizte
Gesenkteil (4) anliegt.
6. Gesenk nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der innere Tragring (9) aus einer gewickelten textilen Struktur, insbesondere ein
Gewebe oder Geflecht aus Kohlenstofffasem, besteht.
7. Gesenk nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass am inneren Tragring (9) ein oder mehrere der Halterung des eingelegten Gesenkteils
(4) dienende Vorsprünge (11) aufweist.
8. Gesenk nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass ein um wenigstens 180° umlaufender randseitiger Vorsprung (11) vorgesehen ist.
9. Gesenk nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Tragring (9) an einer Seite (20) zumindest abschnittsweise geschlossen ist.
10. Gesenk nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an beiden Gesenkteilen (4) beim Aufeinandersetzen der Gesenkteile (4) zusammenwirkende
Zwangsführungen vorgesehen sind.
11. Gesenk nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Zwangsführungen einen oder mehrere Bolzen (18) oder Zapfen umfassen, der oder
die in jeweilige Bolzen- oder Zapfenaufnahmen (19) am gegenüberliegenden Gesenkteil
eingreifen.
12. Gesenk nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der oder die Bolzen (18) oder Zapfen aus Graphit oder Keramik, gegebenenfalls faser-
oder textilverstärkt, sind.
13. Gesenk nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Gesenkteil (4) aus zwei oder mehr einzelnen Gesenkteilelementen (5, 6, 21, 22,
23) besteht.
14. Gesenk nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Gesenkterelemente (5, 6, 21, 22, 23) bei Raumtemperatur ein Spiel zueinander
aufweisen.
15. Gesenk nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Gesenkteil (4), gegebenenfalls die Gesenkteilelemente (5, 6, 21, 22, 23) über
wenigstens ein Halteelement mit dem Armierungsring (7) verbunden sind.
16. Gesenk nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass ein Halteelement ein Haltestift (14) ist, der in entsprechenden Steckaufnahmen am
Armierungsring (7) und am Gesenkteil (4) oder einem Gesenkteilelement (5, 6, 21, 22,
23) aufgenommen ist.
17. Gesenk nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jedes Gesenkteil (4) mehrere Gravuren (10) aufweist.
1. A die for high-temperature forging of metallic, especially intermetallic, components,
comprising an upper and a lower die part,
characterised in that
each die part (4) is allocated a reinforcing ring (7) surrounding it with clearance
at room temperature, which the respective die part (4) contacts as a result of its
thermal expansion during heating, and through which a compressive stress is exerted
on the respective die part (4), wherein the die parts (4) comprise ceramic or graphite,
and the reinforcing ring (7) comprises a fibre-composite material with wound fibres.
2. The die according to claim 1,
characterised in that,
taking into consideration the expansion properties of the respective die part (4)
and optionally of the reinforcing ring (7), the clearance at room temperature is designed
in such a manner that the accumulated compressive stress reaches a predetermined value
at the forging temperature.
3. The die according to claim 1 or 2,
characterised in that
the die parts are particle-reinforced or fibre-reinforced.
4. A die according to any one of the preceding claims which provides a reinforcing ring
(7) comprising wound carbon fibres.
5. The die according to claim 4,
characterised in that
the reinforcing ring (7) comprises an inner support ring (9) which the heated die
part (4) contacts.
6. The die according to claim 5,
characterised in that
the inner support ring (9) comprises a wound textile structure, especially a woven
structure or a mesh of carbon fibres.
7. The die according to claim 5 or 6,
characterised in that,
on the inner support ring (9), [?] comprises one or more projections (11) serving
as holders for the inserted die parts (4).
8. The die according to claim 7,
characterised in that
a projection (11) extending at least 180° around the edge is provided.
9. The die according to any one of claims 5 to 8,
characterised in that
the support ring (9) is closed at least in parts on one side (20).
10. The die according to any one of the preceding claims, characterised in that
positive guides cooperating for the fitting together of the die parts (4) are provided
on both die parts (4).
11. The die according to claim 10,
characterised in that
the positive guides comprise one or more bolts (18) or pins, which engage in respective
bolt or pin retainers (19) in the opposing die part.
12. The die according to claim 11,
characterised in that
the bolt(s) (18) or pin(s) comprise graphite or ceramic; optionally fibre-reinforced
or textile-reinforced.
13. The die according to one of the preceding claims,
characterised in that
a die part (4) comprises two or more individual die-part elements (5, 6, 21, 22, 23).
14. The die according to claim 13,
characterised in that
the die-part elements (5, 6, 21, 22, 23) provide a clearance from one another at room
temperature.
15. The die according to any one of the preceding claims,
characterised in that
the die part (4), and if necessary the die-part elements (5, 6, 21, 22, 23), are connected
to the reinforcing ring (7) by at least one holding element.
16. The die according to claim 15,
characterised in that
a holding element is a holding pin (14), which fits into the respective plug-in retainers
in the reinforcing ring (7) and in the die part (4) or in a die-part element (5, 6,
21, 22, 23).
17. The die according to any one of the preceding claims,
characterised in that
each die part (4) provides several die cavities (10).
1. Matrice pour le forgeage à haute température de pièces métalliques, en particulier
intermétalliques, comportant une partie de matrice supérieure et une partie de matrice
inférieure, caractérisée en ce qu'à chaque partie de matrice (4) est associée une bague d'armature (7), qui entoure
ladite partie avec un jeu à température ambiante et contre laquelle vient s'appliquer
la partie de matrice (4) respective à la suite de sa dilatation thermique au moment
du chauffage et par l'intermédiaire de laquelle une contrainte de pression est exercée
sur la partie de matrice (4) respective, lesdites parties de matrice (4) étant réalisées
en céramique ou en graphite et la bague d'armature (7) étant réalisée dans un matériau
composite renforcé par des fibres enroulées.
2. Matrice selon la revendication 1, caractérisée en ce que le jeu à température ambiante est dimensionné en tenant compte du comportement de
dilatation de la partie de matrice (4) respective et, le cas échéant, de la bague
d'armature (7), de telle sorte que la contrainte de pression appliquée prend une valeur
prédéfinie en présence de la température de forgeage.
3. Matrice selon la revendication 1 ou 2, caractérisée en ce que les parties de matrice sont renforcées par des particules ou des fibres.
4. Matrice selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisée en ce que la bague d'armature (7) est réalisée en fibres de carbone enroulées.
5. Matrice selon la revendication 4, caractérisée en ce que la bague d'armature (7) comporte une bague de support (9) intérieure, contre laquelle
est en appui la partie de matrice (4) chauffée.
6. Matrice selon la revendication 5, caractérisée en ce que la bague de support (9) intérieure est réalisée dans une structure textile enroulée,
en particulier un tissu ou un treillis en fibres de carbone.
7. Matrice selon la revendication 5 ou 6, caractérisée en ce que l'intérieur de la bague de support (9) comporte une ou plusieurs saillies (11) destinées
à supporter la partie de matrice (4) insérée.
8. Matrice selon la revendication 7, caractérisée en ce qu'il est prévu une saillie (11) s'étendant sur le pourtour, du côté du bord, sur au
moins 180°.
9. Matrice selon l'une quelconque des revendications 5 à 8, caractérisée en ce que la bague de support (9) est formée, au moins par zones, sur une face (20).
10. Matrice selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisée en ce que sur les deux parties de matrice (4) sont prévus des guidages forcés, coopérant entre
eux lorsque les parties de matrice (4) sont posées l'une sur l'autre.
11. Matrice selon la revendication 10, caractérisée en ce que les guidages forcés comportent un ou plusieurs boulons (18) ou tenons, lequel ou
lesquels s'engagent dans des logements (19) respectifs sur la partie de matrice située
en regard.
12. Matrice selon la revendication 11, caractérisée en ce que le ou les boulons (18) ou tenons sont en graphite ou en céramique, le cas échéant,
renforcés par des fibres ou par un textile.
13. Matrice selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisée en ce qu'une partie de matrice (4) est formée par deux éléments partiels (5, 6, 21, 22, 23)
individuels ou plus.
14. Matrice selon la revendication 13, caractérisée en ce que les éléments partiels (5, 6, 21, 22, 23) individuels ont un jeu les uns par rapport
aux autres à température ambiante.
15. Matrice selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisée en ce que la partie de matrice (4), le cas échéant, les éléments partiels (5, 6, 21, 22, 23)
sont reliés à la bague d'armature (7) par l'intermédiaire d'au moins un élément de
fixation.
16. Matrice selon la revendication 15, caractérisée en ce qu'un élément de fixation est une goupille de fixation (14), qui est reçue dans des logements
d'enfichage correspondants au niveau de la bague d'armature (7) et au niveau de la
partie de matrice (4) ou d'un élément partiel (5, 6, 21, 22, 23).
17. Matrice selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisée en ce que chaque partie de matrice (4) comporte plusieurs gravures (10).
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