[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Scharnier für eine Kabinenbedieneinheit, eine
Kabinenbedieneinheit mit einem solchen Scharnier, sowie ein Verfahren zum Öffnen einer
in einer Aufzugskabine befestigten Kabinenbedieneinheit.
[0002] In Aufzugskabinen sind üblicherweise Kabinenbedieneinheiten an Seitenwänden der Aufzugskabine
befestigt. Solche Kabinenbedieneinheiten dienen der Eingabe eines Zielstockwerkes
durch den Fahrgast, sowie der Anzeige von Informationen, wie beispielsweise eine Bezeichnung
eines Stockwerkes, auf welchem sich die Aufzugskabine momentan befindet.
[0003] Die Kabinenbedieneinheit ist mit Schalt- und Sicherheitskreisläufen der Aufzugsanlage
über Kabelverbindungen verbunden. Bei Servicearbeiten an der Aufzugsanlage kann es
erforderlich sein, die Kabinenbedieneinheit zu öffnen, um Zugang zum Innern der Kabinenbedieneinheit
zu erlangen.
[0004] Aus ästhetischen Gründen und zum Schutz vor Vandalismus ist es wünschenswert, dass
die Kabinenbedieneinheit überlappend mit Elementen der Seitenwand der Aufzugskabine
angeordnet ist. Durch eine solche überlappende Anordnung kann die Kabinenbedieneinheit
jedoch nicht ohne weiteres mit Scharnieren geöffnet werden, weil die überlappenden
Elemente der Kabinenbedieneinheit an überlappten Elementen der Kabinenwand anstehen.
[0005] Es ist daher eine Aufgabe dieser Erfindung, ein Scharnier bereitzustellen, mit welchem
eine überlappend angeordnete Kabinenbedieneinheit geöffnet werden kann. Das Scharnier
soll günstig herzustellen sein und platzsparend in der Kabinenbedieneinheit integrierbar
sein.
[0006] Diese Aufgabe wird durch ein Scharnier, insbesondere zur drehbaren Befestigung einer
Kabinenbedieneinheit an einer Kabinenseitenwand, gelöst. Das Scharnier umfasst ein
erstes Scharnierelement zur Befestigung an einem ersten Element, welches ein erstes
Führungselement aufweist. Das Scharnier umfasst weiter ein zweites Scharnierelement
zur Befestigung an einem zweiten Element. Das Scharnier umfasst weiter ein drittes
Scharnierelement mit einem zweiten Führungselement, welches im ersten Führungselement
des ersten Scharnierelementes führbar ist. Das zweite Scharnierelement und das dritte
Scharnierelement sind drehbar miteinander verbunden und bilden dadurch ein Gelenk.
Das dritte Scharnierelement und das erste Scharnierelement sind gegeneinander verschiebbar,
sodass das erste Element und das zweite Element drehbar und verschiebbar miteinander
verbindbar sind.
[0007] In einer bevorzugten Ausführungsform ist das erste Führungselement oder das zweite
Führungselement als im Wesentlichen U-förmiger Führungsschlitz ausgebildet, und das
jeweils andere Führungselement ist als im Führungsschlitz führbarer Bolzen ausgebildet.
[0008] Die Erfindung stellt weiter eine Kabinenbedieneinheit mit mindestens zwei Scharnieren
wie oben beschrieben zur Verfügung. Die mindestens zwei Scharniere sind vorzugsweise
an der Kabinenbedieneinheit, welche in einem eingebauten Zustand überlappend über
Befestigungselementen der Seitenwand angeordnet ist, angeordnet.
[0009] Die Erfindung stellt ein Verfahren zum Öffnen einer an einer Seitenwand einer Aufzugskabine
befestigten Kabinenbedieneinheit zur Verfügung. Das Verfahren umfasst in einem ersten
Schritt ein Verschieben der Kabinenbedieneinheit in horizontaler Richtung von einer
Mitte der Kabinenbedieneinheit zu einer Seitenwand der Kabinenbedieneinheit, an welcher
Scharniere angeordnet sind, hin. Das Verfahren umfasst in einem zweiten Schritt das
Drehen der Kabinenbedieneinheit, sodass ein Inhalt der Kabinenbedieneinheit zugänglich
gemacht wird.
[0010] In einer vorteilhaften Ausführungsform wird die Kabinenbedieneinheit vor dem Verschieben
in vertikaler Richtung angehoben, und die Kabinenbedieneinheit wird nach dem Verschieben
in vertikaler Richtung abgesenkt.
[0011] Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung werden im Folgenden an Hand von Ausführungsbeispielen
und unter Bezug auf die Zeichnungen beschrieben. Es zeigen:
Figur 1: eine Innenansicht einer beispielhaften Aufzugskabine mit einer darin angeordneten
Kabinenbedieneinheit;
Figur 2a: ein beispielhaftes Scharnier in einer geschlossenen Position in räumlicher
Darstellung;
Figur 2b: ein beispielhaftes Scharnier in einer versetzten Position in räumlicher
Darstellung;
Figur 2c: ein beispielhaftes Scharnier in einer offen Position in räumlicher Darstellung;
Figur 3a: ein beispielhaftes Scharnier in einer geschlossenen Position in Frontansicht;
Figur 3b: ein beispielhaftes Scharnier in einer versetzten Position in Frontansicht;
Figur 3c: ein beispielhaftes Scharnier in einer offen Position in Frontansicht;
Figur 4a: ein beispielhaftes Scharnier in einer geschlossenen Position in Draufsicht;
Figur 4b: ein beispielhaftes Scharnier in einer versetzten Position in Draufsicht;
Figur 4c: ein beispielhaftes Scharnier in einer offen Position in Draufsicht;
Figur 5a: ein beispielhaftes Scharnier an einer überlappenden Fläche in einer geschlossenen
Position in Draufsicht;
Figur 5b: ein beispielhaftes Scharnier an einer überlappenden Fläche in einer versetzten
Position in Draufsicht; und
Figur 5c: ein beispielhaftes Scharnier an einer überlappenden Fläche in einer offen
Position in Draufsicht.
[0012] In Figur 1 ist eine Aufzugskabine in räumlicher Darstellung gezeigt. Die Aufzugskabine
weist Seitenwände 2, eine Decke 4 sowie einen Boden 3 auf. In einer Seitenwand 2 ist
eine Kabinentüre 5 angeordnet. Wenn sich die Aufzugskabine auf einem Stockwerk befindet,
können Fahrgäste bei geöffneter Kabinentüre 5 durch eine Schachtöffnung 6 aus der
Kabine aussteigen. Üblicherweise ist auf jedem Stockwerk eine Schachttüre (nicht dargestellt),
welche synchron mit der Kabinentüre 5 bewegt werden kann, angeordnet.
[0013] An einer Seitenwand 2 ist eine Kabinenbedieneinheit 1 befestigt. Die Kabinenbedieneinheit
1 kann grundsätzlich an jeder Seitenwand 2 befestigt werden. Die Kabinenbedieneinheit
1 ist mit Schalt- und Sicherheitskreisläufen (nicht dargestellt) der Aufzugsanlage
verbunden.
[0014] Die Kabinenbedieneinheit 1 weist eine Anzeige 7 und Bedienelemente 8 auf. Die Anzeige
7 ist dazu geeignet, Informationen für den Fahrgast darzustellen, wie beispielsweise
eine Bezeichnung eines Stockwerkes, auf welchem sich die Aufzugskabine momentan befindet.
Die Bedienelemente 8 dienen beispielsweise der Eingabe eines Zielstockwerkes durch
den Fahrgast, oder zur Auslösung eines Notrufes in einer Notsituation.
[0015] Für Unterhalts- und Servicearbeiten kann es notwendig sein, die Kabinenbedieneinheit
1 zu öffnen, um Zugang zu inneren Bauteilen der Kabinenbedieneinheit 1 zu erlangen.
Die Kabinenbedieneinheit 1 weist dazu seitlich angeordnete Scharniere 9 auf, so dass
die Kabinenbedieneinheit 1 geöffnet werden kann, ohne von der Kabinenseitenwand 2
getrennt zu werden.
[0016] In Figur 1 sind die Scharniere 9 sichtbar. In einer alternativen bevorzugten Ausführungsform
sind die Scharniere 9 derart angeordnet, dass sie von der Kabinenbedieneinheit 1 verdeckt
werden.
[0017] Es können wie in Figur 1 dargestellt zwei Scharniere 9 an der Kabinenbedieneinheit
1 angeordnet werden, jedoch können auch nur ein Scharnier 9 oder mehr als zwei Scharniere
9 verwendet werden.
[0018] In den Figuren 2a bis 5c ist eine beispielhafte Ausführungsform eines solchen Scharniers
9 dargestellt. In den Figuren 2a, 3a, 4a, und 5a ist das Scharnier 9 in einer geschlossenen
Position dargestellt. In den Figuren 2b, 3b, 4b, und 5b ist das Scharnier 9 in einer
versetzten Position dargestellt. In den Figuren 2c, 3c, 4c, und 5c ist das Scharnier
9 in einer offenen Position dargestellt.
[0019] Die Figuren 2a bis 2c zeigen das Scharnier 9 in räumlicher Darstellung, während in
den Figuren 4a bis 4c sowie 5a bis 5c das Scharnier 9 in Draufsicht dargestellt ist.
In den Figuren 3a bis 3c ist das Scharnier in Frontansicht dargestellt.
[0020] In den Figuren 2a bis 5c ist das Scharnier 9 jeweils an einem ersten Element 20 und
einem zweiten Element 21 befestigt. Dabei entspricht das erste Element 20 einem Befestigungselement
der Kabinenseitenwand 2 oder einem Bestandteil der Kabinenseitenwand 2, und das zweite
Element 21 entspricht einem Befestigungselement der Kabinenbedieneinheit 1 oder einem
Bestandteil der Kabinenbedieneinheit 1.
[0021] In den Figuren 5a bis 5c ist die Fläche 21 überlappend dargestellt. In den Figuren
2a bis 4c ist die Fläche 21 nicht-überlappend dargestellt.
[0022] Im Folgenden wird zur Erläuterung des erfindungsgemässen Scharniers 9 auf die Figuren
2a bis 5c Bezug genommen.
[0023] Das Scharnier 9 besteht aus drei Scharnierelementen: einem ersten Scharnierelement
10, einem zweiten Scharnierelement 11 und einem dritten Scharnierelement 12. Das dritte
Scharnierelement 12 ist sowohl mit dem ersten Scharnierelement 10 als auch mit dem
zweiten Scharnierelement 11 verbunden. Das zweite Scharnierelement 11 und das dritte
Scharnierelement 12 bilden zusammen ein drehbares Gelenk. Das erste Scharnierelement
10 und das dritte Scharnierelement 12 sind verschiebbar miteinander verbunden. Sowohl
das erste Scharnierelement 10 wie auch das dritte Scharnierelement 12 weisen Führungselemente
15, 16 auf, welche die Richtung und den Umfang einer Verschiebung dieser Scharnierelemente
10, 12 zueinander definieren.
[0024] Durch die dreiteilige Anordnung des Scharniers 9 kann das Scharnier 9 in einem eingebauten
Zustand (wie beispielsweise in Figur 3c dargestellt) nicht nur gedreht werden, sondern
es können die beiden Elemente 20, 21, welche durch das Scharnier 9 miteinander verbunden
sind, horizontal gegeneinander verschoben werden.
[0025] Das zweite Scharnierelement 11 ist durch einen Stift 13 mit dem dritten Scharnierelement
12 verbunden. Diese beiden Scharnierelemente 11, 12 bilden das Gelenk des Scharniers
9. Das zweite Scharnierelement 11 ist auf einem zweiten Element 21 befestigt, beispielsweise
durch zwei Schrauben. Das dritte Scharnierelement 12 ist auf keinem Element befestigt,
sondern verbindet das zweite Scharnierelement 11 mit dem ersten Scharnierelement 10.
[0026] Das erste Scharnierelement 10 und das dritte Scharnierelement 12 weisen je ein Führungselement
15, 16 auf, welche zusammenwirken. In einer bevorzugten Ausführungsform ist das erste
Führungselement 15 als Bolzen ausgebildet, welcher am dritten Scharnierelement 12
angeordnet ist. Das zweite Führungselement 16 ist vorzugsweise als Führungsschlitz
ausgebildet, welcher im ersten Scharnierelement 10 angeordnet ist. Der Bolzen ist
im Führungsschlitz verschiebbar aufgenommen, sodass das erste und das dritte Scharnierelement
10, 13 verschiebbar miteinander verbunden sind.
[0027] Der Führungsschlitz gibt eine Richtung und einen Umfang einer Verschiebbewegung zwischen
dem ersten und dem dritten Scharnierelement 10, 12 vor. In einer bevorzugten Ausführungsform
ist der Führungsschlitz U-förmig ausgebildet. In einem eingebauten Zustand (wie beispielsweise
in Figur 3c dargestellt) sind dabei zwei Abschnitte des Führungsschlitzes im Wesentlichen
senkrecht angeordnet, und ein Abschnitt, welcher die beiden senkrechten Abschnitte
miteinander verbindet, ist im Wesentlichen horizontal angeordnet. Der horizontale
Abschnitt dient der horizontalen Verschiebbewegung zwischen dem ersten und dem dritten
Scharnierelement 10, 12 und folglich der horizontalen Verschiebbewegung des Scharniers
9 und damit der durch das Scharnier 9 verbundenen Elemente 20, 21. Eine Länge dieses
horizontalen Abschnittes gibt die maximal mögliche horizontale Verschiebbewegung des
Scharniers 9 vor. Die beiden vertikalen Abschnitte des Führungsschlitzes dienen einer
Arretierung des Scharniers 9 in zwei Positionen: in einer geschlossenen Position,
und in einer versetzten Position. In arretiertem Zustand ist das Scharnier 9 gegen
horizontales Verschieben gesichert.
[0028] In einer alternativen Ausführungsform ist der Führungsschlitz ebenfalls u-förmig
ausgebildet, jedoch ist der Abschnitt zwischen den beiden vertikalen Abschnitten nicht
horizontal sondern geneigt ausgebildet. Dadurch muss beispielsweise das zweite Element
21 beim Verschieben des Scharniers 9 angehoben oder abgesenkt werden, je nach Orientierung
der Neigung des Führungsschlitzes. Dies kann erwünscht sein, um beispielsweise das
Verschieben und somit auch das anschliessende Öffnen des Scharniers 9 zu erschweren.
[0029] In einer weiteren alternativen Ausführungsform weist der Führungsschlitz mehr als
zwei vertikale Abschnitte auf. Ein m-förmiger bzw. w-förmiger Führungsschlitz weist
einen zusätzlichen vertikalen Abschnitt auf zwischen den beiden randständigen vertikalen
Abschnitten. Dadurch kann das Scharnier 9 zusätzlich zur geschlossenen und zur versetzten
Position auch in einer halbversetzten Position arretiert werden.
[0030] Der Führungsschlitz kann einem Verwendungszweck des Scharniers 9 angepasst werden,
indem die Anzahl der vertikalen Abschnitte und die Neigung des im Wesentlichen horizontalen
Abschnittes entsprechend angepasst werden. Dadurch ergeben sich vielfältige Ausführungsvarianten,
auf die nicht weiter eingegangen wird.
[0031] In der geschlossenen Position und in der offenen Position ist das Scharnier 9 prinzipiell
drehbar. Falls jedoch beispielsweise das zweite Element 21 überlappend über das erste
Element 20 angeordnet ist (siehe Figuren 5a bis 5c), dann ist das Scharnier 9 nur
in der versetzten Position (Figur 5b) drehbar. In der geschlossenen Position (Figur
5a) ist das Scharnier 9 nicht drehbar, weil das überlappende Element 21 am überlappten
Element 20 ansteht und so eine Drehbewegung des Scharniers 9 verhindert.
[0032] Das erste Scharnierelement 10 ist beispielsweise mit Schrauben am ersten Element
20 befestigbar. Vorzugsweise sind Schrauben oberhalb und unterhalb des Führungsschlitzes
vorgesehen.
[0033] In einer alternativen Ausführungsform weist das dritte Scharnierelement 12 den Führungsschlitz
auf, und das erste Scharnierelement 10 weist den Bolzen auf. Es sind auch andere Ausführungsformen
von Führungselementen 15, 16 denkbar, beispielsweise Rollen und Rollenführungen oder
Gleitschuhe und Gleitschuhführungen.
[0034] In einem eingebauten Zustand verbindet das Scharnier 9 das erste Element 20 und das
zweite Element 21 drehbar und verschiebbar miteinander. In einem Ausführungsbeispiel
ist das erste Element 20 ein Befestigungselement an der Kabinenseitenwand 2 oder ein
Bestandteil der Kabinenseitenwand 2, und das zweite Element 21 ist ein Befestigungselement
an der Kabinenbedieneinheit 1 oder ein Bestandteil der Kabinenbedieneinheit 1. Dabei
ist es möglich, entweder das erste oder das zweite Scharnierelement 10, 11 an der
Kabinenbedieneinheit 1 zu befestigen und das jeweils andere an der Kabinenseitenwand
2. Es muss lediglich darauf geachtet werden, dass die Kabinenbedieneinheit 1 in die
gewünschte Richtung horizontal verschoben werden kann. Dabei kommen beispielsweise
eine horizontale Verschiebung parallel zur Seitenwand 2 (also entlang der Seitenwand
2) oder eine horizontale Verschiebung senkrecht zur Seitenwand 2 (also in einen Fahrgastraum
hinein) in Frage.
[0035] Unter Kabinenbedieneinheit 1 werden im Zusammenhang dieser Erfindung nur Bestandteile
verstanden, welche verschoben oder gedreht werden beim Öffnen. In einer ersten Ausführungsform
beinhaltet die Kabinenbedieneinheit 1 nur eine Frontplatte mit der Anzeige 7 und den
Bedienelementen 8. In einer zweiten Ausführungsform beinhaltet die Kabinenbedieneinheit
1 zudem weitere elektronische und / oder mechanische Bestandteile, welche mit der
Frontplatte verbunden sind. Die Kabinenbedieneinheit 1 kann auch als Kasten ausgebildet
sein, welcher als ganzes verschoben und gedreht werden kann.
[0036] Die Kabinenbedieneinheit 1 ist vorzugsweise durch mindestens zwei Scharniere 9 mit
der Kabinenseitenwand 2 verbunden. In einer alternativen Ausführungsform ist die Kabinenbedieneinheit
1 nur durch ein Scharnier 9 mit der Kabinenseitenwand 2 verbunden.
[0037] Zum Öffnen der Kabinenbedieneinheit 1 wird in einem vorteilhaften Ausführungsbeispiel
wie folgt vorgegangen:
Zunächst befinden sich die mindestens zwei Scharniere 9 in der geschlossenen Position
(Figuren 2a, 3a, 4a und 5a). Dann wird die Kabinenbedieneinheit 1 angehoben, wodurch
sich die Kabinenbedieneinheit 1 parallel zur Kabinenseitenwand 2 in vertikaler Richtung
nach oben verschiebt. Dabei verschiebt sich der Bolzen des dritten Scharnierelements
12 im U-förmigen Führungsschlitz entlang des ersten vertikalen Abschnittes, bis der
Bolzen in einer Ecke zwischen dem ersten vertikalen Abschnitt und dem horizontalen
Abschnitt ist. Dieses Anheben wird durch eine Länge des ersten vertikalen Abschnittes
begrenzt.
[0038] Nach vollständigem Anheben, d.h. wenn sich der Bolzen auf einer Höhe des horizontalen
Abschnittes des Führungsschlitzes befindet, wird die Kabinenbedieneinheit 1 horizontal
und parallel zur Kabinenseitenwand 2 verschoben. Diese Verschiebbewegung ist durch
eine Länge des horizontalen Abschnittes des Führungsschlitzes begrenzt.
[0039] Nach vollständiger Verschiebbewegung, d.h. wenn der Bolzen die gesamte Länge des
horizontalen Abschnittes durchlaufen hat und sich nun in einer vertikalen Linie mit
dem zweiten vertikalen Abschnitt des Führungsschlitzes befindet, wird die Kabinenbedieneinheit
1 abgesenkt. Dabei durchläuft der Bolzen den zweiten vertikalen Abschnitt des Führungsschlitzes.
Diese Absenkbewegung ist durch eine Länge des zweiten vertikalen Abschnittes begrenzt.
Wenn der Bolzen an einem unteren Ende des zweiten vertikalen Abschnittes ansteht,
befindet sich die Kabinenbedieneinheit 1 in der versetzten Position (Figuren 2b, 3b,
4b und 5b). In dieser versetzten Position sind die Scharniere 9 wiederum arretiert
(wie in der geschlossenen Position) und die Bolzen der Scharniere hängen in den zweiten
vertikalen Abschnitten der Führungsschlitze des ersten Scharnierelements 10.
[0040] Nachdem die verschobene Position erreicht ist, wird die Kabinenbedieneinheit 1 von
der Kabinenseitenwand 2 weggedreht in den Fahrgastraum der Aufzugskabine hinein. Bei
dieser Drehbewegung verdrehen sich das zweite und das dritte Scharnierelement 11,
12 relativ zueinander. Nach erfolgter Drehung befinden sich die Scharniere 9 in einer
offenen Position (Figuren 2c, 3c, 4c und 5c).
[0041] In dem die oben beschriebenen Schritte in umgekehrter Reihenfolge durchgeführt werden,
kann die Kabinenbedieneinheit 1 von der offenen Position über die versetzte Position
zurück in die geschlossene Position zurückgeführt werden.
[0042] Dadurch, dass die Bolzen der dritten Scharnierelemente 12 sowohl in der geschlossenen
wie auch in der verschobenen Position durch das Eigengewicht der Kabinenbedieneinheit
1 in den ersten bzw. zweiten vertikalen Abschnitten der Führungsschlitze der ersten
Scharnierelemente 10 hängen, weisen die Scharniere 9 in beiden oder allen Positionen
(auch in der offenen Position) eine erhöhte Stabilität auf. In beiden oder allen Positionen
ist die Kabinenbedieneinheit 1 gegen eine vertikale Verschiebung geschützt.
[0043] Das Scharnier 9 kann anstelle der Kabinenbedieneinheit 1 auch andere Bauelemente
mit Wänden oder dergleichen verbinden. Das Scharnier 9 wird vorzugsweise dort eingesetzt,
wo wenig Platz für ein Scharnier 9 vorhanden ist, und wo dennoch nicht auf die Funktionen
Drehen, horizontal Verschieben, und Arretieren versichtet werden kann.
1. Scharnier (9) zur drehbaren Befestigung einer Kabinenbedieneinheit (1) an einer Kabinenseitenwand
(2), das Scharnier (9) umfassend:
ein erstes Scharnierelement (10) zur Befestigung an einem ersten Element (20), wobei
das erste Scharnierelement (10) ein erstes Führungselement (16) aufweist;
ein zweites Scharnierelement (11) zur Befestigung an einem zweiten Element (21); und
ein drittes Scharnierelement (12) mit einem zweiten Führungselement (15), welches
im ersten Führungselement (16) des ersten Scharnierelementes (10) führbar ist;
wobei das zweite Scharnierelement (11) und das dritte Scharnierelement (12) drehbar
miteinander verbunden sind und ein Gelenk bilden, und wobei das dritte Scharnierelement
(12) und das erste Scharnierelement (10) gegeneinander verschiebbar sind, sodass das
erste Element (20) und das zweite Element (21) drehbar und verschiebbar miteinander
verbindbar sind.
2. Scharnier (9) nach Anspruch 1, wobei das erste Führungselement (16) oder das zweite
Führungselement (15) als im Wesentlichen U-förmigen Führungsschlitz ausgebildet ist,
und wobei das jeweils andere Führungselement (15, 16) als im Führungsschlitz führbaren
Bolzen ausgebildet ist.
3. Scharnier (9) nach Anspruch 2, wobei der U-förmige Führungsschlitz in einem eingebauten
Zustand des Scharniers (9) einen im Wesentlichen horizontalen Abschnitt und zwei im
Wesentlichen vertikale Abschnitte aufweist, wobei sich der im Wesentlichen horizontale
Abschnitt zwischen den im Wesentlichen vertikalen Abschnitten befindet, und wobei
die im Wesentlichen vertikalen Abschnitte eine geschlossene und eine versetzte Position
definieren.
4. Scharnier (9) nach Anspruch 3, wobei die Bolzen in der geschlossenen Position und
in der versetzten Position an einem unteren Ende der im Wesentlichen vertikalen Abschnitte
sind, sodass das Scharnier (9) in der geschlossenen und in der versetzten Position
gegen horizontales Verschieben gesichert ist.
5. Scharnier (9) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei das erste Element (20) starr
mit einer Kabinenseitenwand (2) verbunden ist oder ein Bestandteil der Kabinenseitenwand
(2) ist, und wobei das zweite Element (21) starr mit der Kabinenbedieneinheit (1)
verbunden ist oder ein Bestandteil der Kabinenbedieneinheit (1) ist.
6. Kabinenbedieneinheit (1) mit einem Scharnier (9) nach einem der Ansprüche 1 bis 5.
7. Kabinenbedieneinheit (1) nach Anspruch 6, wobei das Scharniere (9) an einer Seitenwand
der Kabinenbedieneinheit (1), welche in einem eingebauten Zustand überlappend über
Befestigungselementen der Seitenwand (2) angeordnet ist, angeordnet ist.
8. Verfahren zum Öffnen einer an einer Seitenwand (2) einer Aufzugskabine befestigten
Kabinenbedieneinheit (1), das Verfahren umfassend:
Verschieben der Kabinenbedieneinheit (1) in horizontaler Richtung von einer Mitte
der Kabinenbedieneinheit (1) zu einer Seitenwand der Kabinenbedieneinheit (1), an
welcher mindestens ein Scharnier (9) angeordnet ist, hin; und
Drehen der Kabinenbedieneinheit (1), sodass ein Inhalt der Kabinenbedieneinheit (1)
zugänglich gemacht wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8, wobei die Kabinenbedieneinheit (1) vor dem Verschieben
in vertikaler Richtung angehoben wird, und wobei die Kabinenbedieneinheit (1) nach
dem Verschieben in vertikaler Richtung abgesenkt wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9, wobei die Kabinenbedieneinheit (1) beim Anheben aus einer
arretierten Position herausgehoben wird, und wobei die Kabinenbedieneinheit (1) beim
Absenken in eine arretierte Position geführt wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 10, wobei ein Scharnier (9) nach einem der
Ansprüche 1 bis 5 verwendet wird.