[0001] Die Erfindung betrifft eine Wärmkraftanlage mit äußerer Beheizung, die nach einem
Stirling-ähnlichen Prinzip arbeitet. Mit der einfach aufgebauten und unkompliziert
regelbaren Wärmekraftanlage, können im Temperaturbereich von 150 bis 500 °C hohe Wirkungsrade
von 10 bis 30 % erreicht werden. Die Anlage eignet sich besonders für den Einsatz
in Blockheizkraftwerken, für unterbrechungsfreie Stromversorgungsaggregate, für Notstromaggregate
und für Kraftfahrzeug-Energieversorgungen, wie z.B. Auxillary Power Units oder Aggregate,
die die Wärme des Abgases nutzen.
[0002] Für Blockheizkraftwerke werden üblicherweise Wärmekraftmaschinen mit innerer Beheizung
eingesetzt, seltener werden auch Wärmekraftmaschinen mit externer Beheizung verwendet,
die auf dem Stirling-, dem Ericssen- oder dem Rankine -Prinzip basieren.
[0003] Die Gewinnung von mechanischer Energie aus der Wärme der Abgase, die beim Betrieb
von Kraftfahrzeugen entstehen, ist prinzipbedingt nur mit Wärmekraftmaschinen mit
externer Beheizung möglich. Hierzu werden meist Peltierelemente oder Wärmekraftmaschinen
verwendet, die nach einem Stirling-ähnlichen bzw. dem Rankine-Prinzip arbeiten.
[0004] Systeme mit Peltier-Elementen zeichnen sich durch einen einfachen Aufbau aus und
enthalten keine bewegten Teile; sie sind deshalb sehr zuverlässig und wartungsfrei.
Vorteilhaft ist auch, dass sie mit vergleichsweise geringen oberen Temperaturen von
ca. 200°C auskommen. Allerdings können mit Peltier-Elementen gegenwärtig Wirkungsgrade
von lediglich 1,5 bis 2% erreicht werden; die bekannten Systeme zur Gewinnung von
Energie aus Abgaswärme von Kraftfahrzeugen liefern auch nur maximal 300 W.
[0005] Wärmekraftanlagen, die nach dem Rankine-Prinzip arbeiten, benötigen eine sehr geringe
obere Temperatur (Erhitzertemperatur) von 100°C. Hierdurch wird es möglich, bei Anwendungen
im Kraftfahrzeugbereich neben der Abgaswärme auch die Wärme des Kühlwassers zu nutzen.
Ein großer Nachteil der Rankine-Anlagen besteht jedoch darin, dass für ihren Betrieb
technisch aufwendige und sperrige Nebenaggregate, wie Wärmetauscher, Kondensatoren,
und Kondensatpumpen erforderlich sind. Der Wirkungsgrad der Anlagen liegt im Bereich
von 5 bis 10%.
[0006] Mit Anlagen, die nach dem Stirling- oder dem Ericssen-Prinzip arbeiten, können hohe
Wirkungsgrade von 10 bis 30% erreicht werden. Die Anlagen sind einfach zu regeln,
für ihren Betrieb sind keine Nebenaggregate erforderlich. Nachteilig ist jedoch, dass
diese Anlagen eine vergleichsweise hohe Erhitzertemperatur benötigen, sodass ein effektiver
Betrieb erst bei Temperaturen von 500°C möglich ist. Für einen Einsatz in Kraftfahrzeugen
bedeutet dies, dass lediglich aus dem heißesten Anteil der Abgase Energie gewonnen
werden kann. Dasselbe gilt auch für einen großen Teil der Anlagen, die nach einem
Stirling-ähnlichen Prinzip arbeiten.
[0007] Aus
US 3,996,745 A ist eine mit Wasser als Arbeitsstoff betriebene 3-Zyklen-Stirlinganlage (serielle
Ringsschaltung dreier Stirlingmaschinen) bekannt, bei der in den kalten Bereichen
das ansonsten gasförmige Wasser durch Einspritzen von flüssigem Wasser teilweise zur
Kondensation gebracht wird. Hierdurch wird zwar die Dynamik des Arbeitsprozesses erhöht,
der Wirkungsgrad der Maschine verringert sich jedoch deutlich.
[0008] In
US 4,413,475 A und
WO 2006126241 A werden Stirlingmaschinen beschrieben, in die flüssiger Arbeitsstoff eingespritzt,
wobei der Arbeitsstoff nach dem Einspritzen in die Maschine sofort verdampft, bzw.
aus denen flüssiger Arbeitsstoff abgepumpt wird. Das Einspritzen bzw. das Abpumpen
des Arbeitsstoffs dient allerdings nur zur Leistungsregelung der Stirlingmaschinen,
eine relevante Absenkung der minimalen Erhitzertemperatur wird nicht erreicht.
[0009] Des Weiteren wird in
US 4,637,211 A eine Stirlingmaschine vorgestellt, die nach dem Malone-Prozess arbeitet, also mit
flüssigem Arbeitsstoff betrieben wird. Mit der Stirlingmaschine können nur vergleichsweise
geringe volumetrische Arbeitsleistungen erreicht werden. Nachteilig sind außerdem
die prinzipbedingt in der Maschine auftretenden hohen Druckbelastungen.
[0010] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Wärmekraftanlage mit externer Beheizung
zu schaffen, die bei Erhitzertemperaturen von 150 bis 500°C arbeitet, einen hohen
Wirkungsgrad erreicht und einfach zu regeln ist. Die Anlage soll einfach aufgebaut
sein und insbesondere ohne Nebenaggregate auskommen.
[0011] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs
1 gelöst. Weitere vorteilhafte Ausführungen ergeben sich aus den Ansprüchen 2 bis
10.
[0012] Ausgegangen wird von einer Wärmekraftanlage, die aus einer oder mehreren miteinander
verschalteten Wärmekraftmaschinen besteht. Die Wärmekraftmaschine/Wärmekraftmaschinen
ist/sind mechanisch aufgebaut wie bekannte Stirling-Wärmekraftmaschinen.
[0013] Nach Maßgabe der Erfindung werden, im Gegensatz zu bekannten Stirling-Wärmekraftmaschinen,
in denen die eingesetzten Arbeitsstoffe keine Phasenwechsel durchlaufen (die Arbeitsstoffe
liegen entweder ausschließlich gasförmig oder ausschließlich flüssig vor), Arbeitsstoffe
eingesetzt, deren Siedepunkt so gewählt ist, dass sie in den warmen Bereichen der
Wärmekraftanlage gasförmig (überhitzter Dampf) und in den kalten Bereichen flüssig,
als transkritische oder als überkritische Phase vorliegen. Bevorzugte Arbeitsstoffe
sind Butan, Pentan oder R245fa.
[0014] Dieser Stirling-ähnliche Prozess stellt eine Kombination des bekannten Stirling-Prinzips
(ohne Phasenwechsel des Arbeitsstoffs) und des Rankine-Prinzips dar. Er wird im Folgenden
als Verdampfer-Stirling-Prozess und nach diesem Prozess arbeitende Wärmekraftmaschinen
werden als Verdampfer-Stirling-Wärmekraftmaschinen bezeichnet.
[0015] Ein Vorzug des Verdampfer-Stirling-Prozesses besteht darin, dass, sofern ein Arbeitsstoff
verwendet wird, der einen Phasenübergang von flüssig zu gasförmig durchläuft, aufgrund
der Verdampfungs- und Kondensationsprozesse hohe Druckverhältnisse von >10, die etwa
so hoch sind wie die bei Rankine-Prozessen auftretenden, erreicht werden. Mit Stirling-Prozessen
werden typischerweise Druckverhältnisse von lediglich 1,2 bis 2,0 erreicht. Durch
die Erhöhung des Druckverhältnisses kann gegenüber bekannten Stirling-Prozessen die
volumetrische Arbeitsleistung um ein Vielfaches gesteigert werden.
[0016] Werden Arbeitsstoffe für den Verdampfer-Stirling-Prozess eingesetzt, die Phasen-übergange
von trans- bzw. superkritisch zu gasförmig durchlaufen, können zwar nur Druckverhältnisse
von ca. 2 bis 5 erreicht werden, dieser Nachteil wird jedoch durch die wesentlich
geringeren Viskositäten (Verringerung der mechanischen Reibung) der trans- bzw. superkritischen
Arbeitsstoffe kompensiert.
[0017] Ein weiterer Vorteil des Verdampfer-Stirling-Prozesses besteht darin, dass der Arbeitsstoff
im Kühler als flüssige, transkritische oder überkritische Phase vorliegt. Wegen der
höheren Wärmeleitfähigkeit und der damit verbundenen höheren Wärmeübergangszahl zwischen
Kühler und Arbeitsstoff, kann der Kühler bei gleicher Leistung wesentlich kleiner
ausgeführt werden. Auch der Regenerator kann durch die Ausnutzung von Verdampfung
und Rekondensation kleiner dimensioniert werden, da auch in diesem höhere Wärmeübergangszahlen
erreicht werden als in herkömmlichen Gas-Regeneratoren.
[0018] Hinsichtlich der Leistungszahl und Leistungsdichte sind Verdampfer-Stirling-Prozesse
mit Rankine- und ORC-Prozessen vergleichbar; im Erhitzer-Temperaturbereich zwischen
150 und 500 °C sind sie den Stirling-Prozessen deutlich überlegen. Der Fülldruck von
Verdampfer-Stirling-Maschinen ist ähnlich wie der Ansaugdruck der Kondensatpumpe von
Rankine- und ORC-Maschinen, wobei der hohe Prozessmitteldruck erst nach Erwärmung
des Erhitzers aufgebaut wird. Die Druckmodulation im Kreisprozess verhält sich nahezu
wie die Druckdifferenz von Rankine- und ORC-Prozessen zwischen der Saug- und Druckseite
der Kondensatpumpe.
[0019] Mit Verdampfer-Stirling-Wärmekraftmaschinen werden somit gleichzeitig die Vorteile
von Stirling-Wärmekraftmaschinen, wie hohe Wirkungsgrade, einfacher Aufbau (keine
Nebenaggregate erforderlich) und eine unkomplizierte Prozessregelung sowie die von
nach dem Rankine-Prinzip arbeitenden Maschinen, insbesondere eine nachhaltige Absenkung
der minimalen Erhitzertemperatur auf ca. 150°C, erreicht.
[0020] In einer Ausführungsform ist die Wärmekraftanlage als Gamma-Stirling-Wärmekraftmaschine
realisiert, die aus einer Arbeitskammer mit einem darin beweglich gelagerten Arbeitskolben
und einem fluidisch mit der Arbeitskammer verbundenen, thermischen Kopf besteht. Dieser
umfasst eine fluidische Serienschaltung aus einem Kühler, einem als Verdampfer bzw.
Kondensator wirkenden Regenerator und einem Überhitzer, wobei zu dieser Serienschaltung,
entsprechend dem Gamma-Stirling-Prinzip, eine Verdrängerkammer, in der ein Verdrängerkolben
beweglich gelagert ist, fluidisch parallel geschaltet ist.
[0021] Zur Erhöhung der Leistung der Wärmekraftanlage können mehrere Wärmekraftmaschinen
parallel kaskadiert werden. Dabei ist es ist auch möglich, entweder mehrere thermische
Köpfe fluidisch an eine Arbeitskammer oder andersherum mehrere Arbeitskammern an einen
thermischen Kopf anzukoppeln.
[0022] In einer weiteren Ausführungsform ist die Wärmekraftanlage als Alpha-Stirling-Wärmekraftmaschine
realisiert, die eine Kompressionskammer, in der ein Kompressionskolben beweglich gelagert
ist, eine Expansionskammer, in der ein Expansionskolben beweglich gelagert ist, und
eine fluidische Serienschaltung aus einem Kühler, einem als Verdampfer/Kondensator
wirkenden Regenerator und einem Überhitzer umfasst. Die Kompressionskammer ist fluidisch
mit dem Kühler und die Expansionskammer fluidisch mit dem Überhitzer verbunden.
[0023] Wird die Anlage bei höheren Überhitzertemperaturen von 300 bis 500°C betrieben, ist
es vorteilhaft, zwischen der Expansionskammer und dem Überhitzer zusätzlich eine Pulsationsröhre
einzubringen. Hierdurch wird die Expansionskammer vom Temperaturniveau des Überhitzers
entkoppelt und es ist möglich, sowohl die Kompressions- als auch die Expansionskammer
bei Umgebungstemperatur zu betreiben. Auf diese Weise wird die Führung, Dichtung und
Schmierung der Kolben der beiden Kammern wesentlich vereinfacht.
[0024] Sofern die Wärmekraftanlage aus mehreren fluidisch verbundenen Stirling-Wärmekraftmaschinen
besteht, kann eine Erhöhung des Wirkungsgrades dadurch erreicht werden, dass jeweils
alle warmen und jeweils alle kalten Bereiche der einzelnen Wärmekraftmaschinen in
möglichst guten thermischen Kontakt zueinander gebracht werden (parallele Kaskadierung).
[0025] Die Kompressions- und die Expansionskammer können strukturell als eine sog. doppelwirkende
Kompressions-/Expansionskammer zusammengefasst werden. Die doppelwirkende Kammer ist
röhrenförmig und beidseitig geschlossen, wobei in ihr ein sog. doppelwirkender Kolben
beweglich gelagert ist. Die eine Seite des Kolbens bildet mit dem an ihn angrenzenden
Abschnitt der doppelwirkenden Kammer die Kompressionskammer, während die andere Seite
des Kolbens mit dem angrenzenden Abschnitt der doppelwirkenden Kammer die Expansionskammer
bildet. So bewirkt bei einer Bewegung des Kolbens seine eine Seite die Expansion und
gleichzeitig die andere Seite die Kompression (Doppelwirkung).
[0026] Da in der doppelwirkenden Kammer prinzipbedingt die Kompression um 360° phasenverschoben
zur Expansion erfolgt, für einen effektiven Betrieb von Alpha-Stirling-Wärmekraftmaschinen
jedoch eine Phasenverschiebung von 80 bis 120° erforderlich ist, ist ein Einsatz von
doppelwirkenden Kammern nur sinnvoll, wenn drei bis fünf Wärmekraftmaschinen in Form
einer Ringsschaltung fluidisch seriell miteinander verbunden sind.
[0027] In einer bevorzugten Variante ist entsprechend die Wärmekraftanlage als System von
drei bis fünf Alpha-Stirling-Wärmekraftmaschinen ausgeführt, wobei jede der Alpha-Stirling-Wärmekraftmaschinen
aus einer Pulsationsröhre, einer Serienschaltung aus einem Kühler, einem Regenerator
und einem Überhitzer sowie aus einer doppelwirkenden Kompressions-/Expansionskammer
besteht. Bei jeder der Stirling-Wärmekraftmaschinen ist die Kompressionskammer mit
dem Kühler und der Überhitzer mit dem warmen Ende der Pulsationsröhre fluidisch verbunden.
Das kalte Ende der Pulsationsröhre der jeweils ersten bis vorletzten Wärmekraftmaschine
ist mit der Expansionskammer der nachfolgenden Wärmekraftmaschine und das kalte Ende
der Pulsationsröhre der letzten Wärmekraftmaschine ist mit der Expansionskammer der
ersten Wärmekraftmaschine fluidisch verbunden. Die kalten und die warmen Bereiche
der Wärmekraftmaschinen sind jeweils parallel kaskadiert. Aufgrund der Kombination
von Doppelwirkung und paralleler Kaskadierung sind mit dieser Variante besonders hohe
Wirkungsgrade erreichbar.
[0028] Als Alternative zu den Arbeitskolben bei Gamma-Stirlingmaschinen bzw. Kompressions-/Expansionskolben
oder doppelwirkenden Kolben bei Alpha-Stirlingmaschinen, können auch Membranen eingesetzt
werden.
[0029] Die in der Wärmekraftanlage erzeugte mechanische Arbeit wird entweder mechanisch
oder elektrisch von den sich linear bewegenden Kolben bzw. Membranen abgegriffen.
[0030] Ein mechanischer Abgriff der Arbeit kann entweder rotatorisch unter Anwendung eines
Kurbeltriebs oder einer Kurbelschleife, indem z.B. ein Pleuel oder die Öse der Kurbelschleife
mittig am Kolben befestigt wird, oder linear mechanisch erfolgen, indem z.B. direkt
eine Pumpe angetrieben wird.
[0031] Ein elektrischer Abgriff kann mittels elektrischer Generatoren, wie z.B. Systemen
mit bewegter Spule, Systemen mit bewegter Spule und Magnetkern oder Piezoelektrischen
Systemen, erfolgen.
[0032] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von fünf Ausführungsbeispielen näher erläutert;
hierzu zeigen schematisch:
- Fig. 1:
- eine Gamma-Stirling-Verdampfer-Wärmekraftmaschine;
- Fig. 2:
- eine Alpha-Stirling-Verdampfer-Wärmekraftmaschine;
- Fig. 3:
- eine Alpha-Stirling-Verdampfer-Wärmekraftmaschine mit Pulsationsröhre;
- Fig.4:
- eine 3-Zyklen-Alpha-Stirling-Verdampfer-Wärmekraftanlage mit Pulsationsröhren;
- Fig.5:
- eine 4-Zyklen-Alpha-Stirling-Verdampfer-Wärmekraftanlage mit Pulsationsröhren;
[0033] Die in Fig. 1 dargestellte Gamma-Stirling-Verdampfer-Wärmekraftmaschine besteht aus
der Arbeitskammer 1 mit dem Arbeitskolben 2 und dem fluidisch mit der Arbeitskammer
1 verbundenen, thermischen Kopf 3. Der thermische Kopf 3 umfasst seinerseits die fluidische
Serienschaltung aus dem Kühler 4, dem Regenerator 5 und dem Überhitzer 6, wobei dieser
Serienschaltung eine Verdrängerkammer 7 mit einem Verdrängerkolben 8 fluidisch parallel
geschaltet ist. Der Betrieb der Wärmekraftmaschine erfolgt zyklisch in den folgenden
vier Phasen:
- 1.) Kompression: der Verdrängerkolben 8 befindet sich in seiner oberen Stellung und
die kalte Teilkammer 9 der Verdrängerkammer 7 hat die maximale Größe. Der Arbeitskolben
2 bewegt sich nach oben und verdichtet flüssigen 10 und dampfförmigen 11 Arbeitsstoff
im thermischen Kopf 3; dort steigt der Druck an und der Arbeitskolben 2 leistet Arbeit.
- 2.) Überschieben in die warme Teilkammer 12 der Verdrängerkammer 7: der Arbeitskolben
8 befindet sich in der oberen Stellung. Der Verdrängerkolben 8 bewegt sich nach unten
und verschiebt den flüssigen Arbeitsstoff 10 über die Serienschaltung in die warme
Teilkammer 12. Der Druck steigt aufgrund der Verdampfung und Überhitzung des Arbeitsstoffs
weiter an.
- 3.) Expansion: Der Verdrängerkolben 7 befindet sich in der unteren Stellung, die warme
Teilkammer 12 der Verdrängerkammer 7 hat dann ihre maximale Größe. Der Arbeitskolben
2 bewegt sich nach unten und entspannt flüssigen 10 und dampfförmigen 11 Arbeitsstoff
im thermischen Kopf 3. Der Druck sinkt, am Arbeitskolben 2 wird Arbeit verrichtet.
- 4.) Überschieben in die kalte Teilkammer 9: Der Arbeitskolben 2 befindet sich in der
unteren Stellung. Der Verdrängerkolben 8 bewegt sich nach oben und verschiebt Arbeitsstoff
in Form von überhitztem Dampf über die Serienschaltung zurück in die kalte Teilkammer
9. Der Druck sinkt aufgrund der Abkühlung des dampfförmigen Arbeitsstoffs 11 und aufgrund
der Rekondensation auf den Ausgangsdruck vor der Kompression.
[0034] Die in Fig. 2 dargestellte Alpha-Stirling-Verdampfer-Wärmekraftmaschine besteht aus
der Kompressionskammer 13 mit dem Kompressionskolben 14, der Expansionskammer 15 mit
dem Expansionskolben 16 und der fluidischen Serienschaltung aus dem Kühler 4, dem
Verdampfer 5 und dem Überhitzer 6. Die Kompressionskammer 13 ist fluidisch mit dem
Kühler 4 und die Expansionskammer 15 mit dem Überhitzer 6 verbunden. Auch der Betrieb
der Alpha-Stirling-Verdampfer-Wärmekraftmaschine erfolgt zyklisch in vier Phasen:
- 1.) Kompression: durch eine Bewegung des Kompressionskolbens 14 vom unteren Totpunkt
in Richtung des oberen Totpunkts wird der Arbeitsstoff im thermischen Kopf 3 komprimiert,
wobei am System Arbeit geleistet wird.
- 2.) Überschieben mit Verdampfung: durch eine Bewegung des Expansionskolbens 16 in
Richtung des unteren Totpunkts und des Kompressionskolbens 14 in Richtung des oberen
Totpunkts wird flüssiger Arbeitsstoff 10 aus der Kompressionskammer 13 über den Kühler
4, den Regenerator/Verdampfer 5 und den Überhitzer 6 verschoben. Die Expansionskammer
15 füllt sich mit überhitztem Dampf 11 des Arbeitsstoffs, wobei der Druck stark ansteigt.
- 3.) Expansion: durch eine Bewegung des Expansionskolbens 16 in Richtung des unteren
Totpunkts wird der überhitzte Dampf 11 entspannt, wobei das System Arbeit leistet.
- 4.) Überschieben mit Kondensation: durch eine Bewegung des Expansionskolbens 16 in
Richtung des oberen Totpunkts und des Kompressionskolbens 14 in Richtung des unteren
Totpunkts wird überhitzter Dampf aus der Expansionskammer 15 über den Überhitzer 6,
den Regenerator/Kondensator 5 und den Kühler 4 verschoben. Die Kompressionskammer
13 füllt sich mit flüssigem Arbeitsstoff 10, wobei der Druck beträchtlich absinkt.
[0035] Die in Fig. 3 dargestellte Alpha-Stirling-Verdampfer-Wärmekraftmaschine unterscheidet
sich von der vorhergehenden dadurch, dass zwischen dem Überhitzer 4 und der Expansionskammer
15 eine Pulsationsröhre eingebracht ist.
[0036] Fig. 4 und Fig. 5 zeigen jeweils Wärmekraftanlagen, die aus drei bzw. vier in Form
einer Ringsschaltung fluidisch in Serie geschalteten, identischen Alpha-Stirling-Verdampfer-Wärmekraftmaschinen
aufgebaut sind. Die Kompressions- 14 und die Expansionskammer 15 sind funktional in
der doppelwirkenden Kompressions-/Expansionskammer 20 zusammengefasst, wobei der doppelwirkende
Kolben 21 mit seiner einen Seite die Kompression und mit seiner anderen Seite die
Expansion bewirkt. Die Kompression und die Expansion erfolgen in der Kammer 20 konstruktionsbedingt
um 360° phasenverschoben zueinander, sodass aufgrund der Verschaltung der einzelnen
Wärmekraftmaschinen mit den 3-Zyklen-Anlage/4-Zyklen-Anlagen die für den Stirling-Verdampfer-Prozess
erforderlichen Phasenverschiebungen von 120°/90° erreicht werden.
Liste der verwendeten Bezugszeichen
[0037]
- 1
- Arbeitskammer
- 2
- Arbeitskolben
- 3
- thermischer Kopf
- 4
- Kühler
- 5
- Regenerator/Verdampfer
- 6
- Überhitzer
- 7
- Verdrängerkammer
- 8
- Verdrängerkolben
- 9
- kalte Teilkammer der Verdrängerkammer
- 10
- flüssiger, transkritischer oder überkritischer Arbeitsstoff
- 11
- dampfförmiger Arbeitsstoff
- 12
- warme Teilkammer der Verdrängerkammer
- 13
- Kompressionskammer
- 14
- Kompressionskolben
- 15
- Expansionskammer
- 16
- Expansionskolben
- 17
- Pulsationsröhre
- 18
- warmes Ende der Pulsationsröhre
- 19
- kaltes Ende der Pulsationsröhre
- 20
- doppelwirkende Kompressions-/Expansionskammer
- 21
- doppelwirkender Kolben
1. Wärmekraftanlage bestehend aus mindestens einer Wärmekraftmaschine, die mechanisch
wie eine Stirlingmaschine aufgebaut ist, dadurch gekennzeichnet, dass ein Arbeitsstoff eingesetzt ist, dessen Siedepunkt derart gewählt ist, dass er in
den warmen Bereichen der Wärmekraftanlage gasförmig ist und in den kalten Bereichen
als flüssige, als transkritische oder als überkritische Phase vorliegt.
2. Wärmekraftanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Arbeitsstoff im Butan, Pentan oder R245fa eingesetzt ist.
3. Wärmekraftanlage nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass sie als eine Gamma-Stirling-Wärmekraftmaschine ausgeführt ist, die aus einer Arbeitskammer
(1) mit einem darin beweglich gelagerten Arbeitskolben (2) und einen fluidisch mit
der Arbeitskammer (1) verbundenen, thermischen Kopf (3) besteht, wobei dieser eine
fluidische Serienschaltung aus einem Kühler (4), einem als Verdampfer bzw. Kondensator
wirkenden Regenerator (5) und einem Überhitzer (6) umfasst, zu der eine Verdrängerkammer
(6), in der ein Verdrängerkolben (6) beweglich gelagert ist, fluidisch parallel geschaltet
ist.
4. Wärmekraftanlage nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass sie als System aus mehreren Stirling-Wärmekraftmaschinen ausgeführt ist, wobei jeweils
entweder mehrere thermische Köpfe (3) thermisch an eine Arbeitskammer (1) oder mehrere
Arbeitskammern (1) an einen thermischen Kopf (3) angekoppelt sind.
5. Wärmekraftanlage nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass sie als Alpha-Stirling-Wärmekraftmaschine ausgeführt ist, die eine Kompressionskammer
(13), in der ein Kompressionskolben (14) beweglich gelagert ist, eine Expansionskammer
(15), in der ein Expansionskolben (16) beweglich gelagert ist, und eine fluidische
Serienschaltung aus einem Kühler (4), einem als Verdampfer wirkenden Regenerator (5)
und einem Überhitzer (6) umfasst, wobei die Kompressionskammer (13) fluidisch mit
dem Kühler (4) und die Expansionskammer (15) fluidisch mit dem Überhitzer (6) verbunden
ist.
6. Wärmekraftanlage nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Expansionskammer (15) und dem Überhitzer (6) eine Pulsationsröhre (17)
eingebracht ist.
7. Wärmekraftanlage nach Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass sie aus mehreren fluidisch verbundenen Stirling-Wärmekraftmaschinen besteht und jeweils
die warmen und die kalten Bereiche der einzelnen Wärmekraftmaschinen thermisch miteinander
verbunden sind.
8. Wärmekraftanlage nach Anspruch 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass sie aus mehreren fluidisch in Serie geschalteten Stirling-Wärmekraftmaschinen besteht.
9. Wärmekraftanlage nach Anspruch 7 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass eine doppelwirkende Kompressions-/Expansionskammer (20) verwendet ist, die röhrenförmig
und beidseitig geschlossen ausgeführt ist, wobei in der doppelwirkenden Kammer ein
doppelwirkender Kolben (21) beweglich gelagert ist, und die eine Seite des Kolbens
mit dem an diesen angrenzenden Abschnitt der Kammer (20) die Kompressionskammer (13)
und die andere Seite des Kolbens (21) mit dem angrenzenden Abschnitt der Kammer (20)
die Expansionskammer (15) bildet.
10. Wärmekraftanlage nach Anspruch 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass sie
als System von drei bis fünf Alpha-Stirling-Wärmekraftmaschinen ausgeführt ist, wobei
jede der Alpha-Stirling-Wärmekraftmaschinen aus einer Pulsationsröhre (17), einer
Serienschaltung aus einem Kühler (4), einem als Verdampfer wirkenden Regenerator (5)
und einem Überhitzer (6) sowie aus einer doppelwirkenden Kompressions-/Expansionskammer
(20) besteht, und bei jeder der Stirling-Wärmekraftmaschinen die Kompressionskammer
(13) mit dem Kühler (4) sowie der Überhitzer (6) mit dem warmen Ende (18) der Pulsationsröhre
(17) fluidisch verbunden ist, wobei jeweils dass kalte Ende (19) der Pulsationsröhre
(17) der ersten bis vorletzten Wärmekraftmaschine mit der Expansionskammer (15) der
nachfolgenden Wärmekraftmaschine und dass kalte Ende (19) der Pulsationsröhre (17)
der letzten Wärmekraftmaschine mit der Expansionskammer (15) der ersten Wärmekraftmaschine
fluidisch verbunden ist.