[0001] Picatinny-Schienen nach MIL-Std. 1913 haben sich im militärisch-taktischen Bereich
als standardisierte Schnittstelle zur Befestigung von Zusatzgeräten, wie Zielfernrohre,
Rotpunktvisiere und Lampen, auf Feuerwaffen durchgesetzt. Aber auch zur Befestigung
von Zusatzgeräten an Helmen, Gürteln und Ähnlichem finden solche Schienen Verwendung.
Auch im Bereich der Jagdwaffen werden Picatinny-Schienen verbaut.
[0002] Zur Befestigung von Zusatzgeräten auf Picatinny-Schienen sind verschiedene Klemmsysteme
bekannt. Montagesysteme, die nur selten von der Picatinny-Schiene abgenommen werden,
klemmen mittels Klemmbacke und Mutter, je nach Ausführung auch mittels Klemmbacke
und Schraube. Diese Systeme sind einfach, stabil und preiswert. Sie haben jedoch den
Nachteil, dass ein Werkzeug benötigt wird.
[0003] Montagesysteme, welche häufig auf- und abgesetzt werden, wie sie beispielsweise im
militärisch-taktischen Bereich zur Anwendung kommen, sind meist mit einem Hebelsystem
ausgerüstet.
[0004] In dem
US-Patent 7 493 721 B2 wird eine Montagevorrichtung beschrieben, die mittels eines Hebels bedient wird.
Eine Sicherung gegen ungewolltes Öffnen des Hebels ist nicht vorhanden. Eine Bedienung
der Montagevorrichtung durch eine preisgünstigere Mutter wird nicht beschrieben.
[0005] In dem
US-Patent 7 272 904 B2 wird eine durch einen Stellhebel lösbare Montagevorrichtung zur Montage einer Vorrichtung
in schnelllösbarer Verbindung auf ein Stützelement beschrieben.
[0006] Diese Montagevorrichtung beschreibt einen Hebel mit einstellbarer Klemmkraft. Eine
Sicherung gegen ungewolltes Öffnen ist nicht vorhanden. Der Hebel schabt mit seiner
Klemmfläche beim Betätigen an der Picatinny-Schiene und kann auf diese Weise diese
beschädigen.
[0007] In der
US-Anmeldung 2006/0207156 A1 wird eine mit einem Stellhebel betätigte Schienenklemme für Feuerwaffen beschrieben,
die zur Befestigung verschiedener Zusatzteile, wie optische Visiervorrichtungen, Laservisiervorrichtungen,
Zielbeleuchtungsvorrichtungen, auf verschiedenen Bereichen einer Feuerwaffe vorgesehen
ist, um die Nutzung der Feuerwaffe bei unterschiedlichen Bedingungen bei Tag und Nacht
zu gewährleisten.
[0008] In der
US-Patentanmeldung 2008/0168696 A1 werden Vorrichtungen und Verfahren zur Montage von Zusatzteilen auf einer Feuerwaffe
beschrieben. Die Vorrichtungen weisen eine Schienenverbindung und eine Schnelllösevorrichtung
zur Montage auf einer Feuerwaffe auf. Die Verbindung weist wenigstens eine Montageschiene
und ein Befestigungselement zum sicheren Befestigen der Verbindung direkt auf der
Feuerwaffe auf. Die Schnelllösevorrichtung wird dann auf die Montageschiene montiert.
[0009] Bei dem Gegenstand dieser Patentanmeldung wirkt die volle Klemmkraft je nach Einstellung
ohne zwischengeschaltetes Federelement. Das Joch in dem Klemmsystem ist aufgrund seiner
zylindrischen Ausgestaltung nicht in der Lage, als Anschlagsteg zur Aufnahme großer
Rückstoßkräfte zu dienen, da in den Quernuten der Picatinny-Schiene keine Flächen-
sondern nur Linienanlage vorliegt.
[0010] In der
US-Patentanmeldung 2008/0178511 A1 werden ebenfalls Vorrichtungen und Verfahren zur Montage von Zusatzgeräten auf einer
Feuerwaffe beschrieben. Eine stufenlose Einstellung des Hebels ist nicht möglich.
Zum Einstellen der Klemmkraft des Klemmhebels muss der Hebel mit Backen und Joch entgegen
der Federkraft verschoben werden, bis die Mutter freiliegt. Dies führt dazu, dass
ein ungewolltes Verstellen im nicht auf der Picatinny-Schiene montierten Zustand möglich
ist, wenn der Hebel mit Backen und Joch entgegen der Federkraft verschoben wird. Darüber
hinaus ist das Joch nicht fest im Grundkörper verbaut. Bei der Verwendung auf halbautomatischen
und vollautomatischen Waffen wird die Vorrichtung aufgrund des Rückschlags nicht nur
nach vorne angeschlagen sondern erfährt aufgrund des Vorschnellens des Verschlusses
abwechselnd auch einen Impuls in die Gegenrichtung. Auf diese Weise kann es zu Relativbewegungen
zwischen Joch und Grundkörper kommen. Von daher sind Beschädigungen am Grundkörper
und an der Picatinny-Schiene und damit einhergehende Ungenauigkeiten beim erneuten
Aufsetzen nicht auszuschließen.
[0011] In der deutschen Offenlegungsschrift
10 2004 008 211 A1 wird eine Montageeinrichtung für Feuerwaffen mit einer Klemmeinrichtung, einer Kniehebelanordnung
und zwei Federanordnungen beschrieben.
[0012] Die Klemmkraft des Hebels ist nicht einstellbar. Sie wird durch ein Federpaket erzeugt,
das beim Schließen des Hebels unter Vorspannung gesetzt wird. Der Anschlag ist lediglich
angeflanscht und durchgreift nicht den Montagekörper.
[0013] In der
US-Patentanmeldung 2006/0117636 A1 wird eine Anordnung und ein Verfahren beschrieben, die es ermöglichen, eine Kupplungsvorrichtung
an einer Hilfsvorrichtung zu befestigen und wirksam dazu zu benutzen, eine Hilfsvorrichtung
an eine Schwalbenschwanz-Schiene zu befestigen.
[0014] Die Klemmkraft des Hebels ist zwar einstellbar, jedoch nicht stufenlos. Zum Einstellen
muss eine Schraube demontiert werden, was das Risiko des Verlustes beinhaltet. Eine
Sicherung gegen ungewolltes Öffnen wird nicht beschrieben.
[0015] Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein Klemmsystem für Zusatzgeräte auf einer
Picatinny-Schiene bereitzustellen, das bei Verwendung gleicher Grundkörper unterschiedliche
Klemmungen zulässt. Gleichzeitig soll die Festlegung des Montagekörpers auf der Picatinny-Schiene
ohne zwischengeschaltetes Federelement erfolgen und das Klemmsystem eine sehr hohe
Festigkeit aufweisen.
[0016] Die Aufgabe der Erfindung wird durch ein Klemmsystem für Zusatzgeräte auf einer Picatinny-Schiene
gelöst, das dadurch gekennzeichnet ist, dass es mindestens einen von einem Querbolzen
oder einer Querschraube durchgriffenen Grundkörper aufweist und der Querbolzen oder
die Querschraube einen Anschlagsteg aufweist, der im auf der Picatinny-Schiene montierten
Zustand in eine Nut eingreifbar ist.
[0017] Der Grundkörper weist auf seiner der Picatinny-Schiene abgewandten Seite mindestens
eine Schnittstelle zur Aufnahme von Zusatzgeräten auf.
[0018] Der Grundkörper soll aus Gewichtsgründen aus Leichtmetall gefertigt sein. Um dem
Rückstoß auch von sehr starken Kalibern standhalten zu können, ist der Anschlag aus
Stahl und aus einem Stück gefertigt und durchgreift den Grundkörper quer zur Picatinny-Schiene
vollständig.
[0019] Grundkörper und Anschlag können eine starre Verbindung aufweisen. Ein aus dem Grundkörper
herausgearbeiteter Anschlagsteg wäre aus fertigungstechnischen Gründen quer zur Picatinny-Schiene
von zu geringer Breite und aufgrund der Ausführung des Grundkörpers aus Leichtmetall
von zu geringer Festigkeit.
[0020] In einer ersten Variante ist das Klemmsystem dadurch gekennzeichnet, dass es zu seiner
Bedienung einen Klemmhebel an dem Querbolzen aufweist.
[0021] Die Klemmkraft des Klemmhebels ist stufenlos einstellbar. Der Querbolzen übernimmt
gleichzeitig die Aufgabe des Rückstoßstollens.
[0022] In einer bevorzugten Ausführungsform ist das Klemmsystem dadurch gekennzeichnet,
dass der Grundkörper mittels eines Klemmelements durch den Klemmhebel auf die Picatinny-Schiene
klemmbar ist.
[0023] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist das Klemmsystem
dadurch gekennzeichnet, dass einer Querbohrung im Grundkörper mindestens eine Senkung
für eine Schraube zugeordnet ist.
[0024] Ein einer weiteren besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist das Klemmsystem
dadurch gekennzeichnet, dass der Querbolzen mit seinem Kopf an der Seitenfläche des
Grundkörpers abstützbar und das Klemmelement durch den Durchbruch vom Querbolzen durchgreifbar
ist.
[0025] Des Weiteren ist ein Klemmsystem besonders bevorzugt, das dadurch gekennzeichnet
ist, dass der Querbolzen auf seiner dem Kopf abgewandten Seite ein Innengewinde mit
einer Einstellschraube aufweist, wobei die Einstellschraube mit einer Gewindesicherung
gesichert sein kann. Die Gewindesicherung ist vorzugsweise als Kunststoffeinlage ausgeführt.
Die Gewindesicherung kann jedoch auch als Schraubenlack oder Konterschraube ausgeführt
sein.
[0026] Bei dem Klemmsystem kann das Klemmelement durch eine Druckfeder, bevorzugt jedoch
durch zwei Druckfedern im nicht auf der Picatinny-Schiene montierten Zustand mit seiner
Gleitfläche gegen die Rastfläche des Klemmhebels in der geöffneten Stellung gepresst
werden.
[0027] In einer weiteren besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist das Klemmsystem
dadurch gekennzeichnet, dass ein Scharnierstift in einen kleinen zylindrischen Abschnitt,
einen Vierkant und einen großen zylindrischen Abschnitt unterteilt ist, wobei der
kleine zylindrische Abschnitt in seinem Durchmesser kleiner oder gleich der Schlüsselweite
des Vierkants und der Durchmesser des großen zylindrischen Abschnitts größer als die
Schlüsselweite des Vierkants ist. Die Lage des Scharnierstifts quer zur Picatinny-Schiene
wird durch die auf der abgewandten Seite des Kopfes angeordnete Einstellschraube festgelegt.
[0028] In einer weiteren besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist das Klemmsystem
dadurch gekennzeichnet, dass der Querbolzen ein Langloch aufweist, in dem der Vierkant
des Scharnierstifts verschiebbar geführt ist.
[0029] In einer weiteren besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist das Klemmsystem
dadurch gekennzeichnet, dass ein Sicherungshaken den Durchbruch durchgreift und mittels
einer Welle drehbar im Klemmhebel gelagert ist.
[0030] Bei dem Klemmsystem kann der Querbolzen eine untere Gleitfläche und eine dazu parallel
verlaufende Gleitfläche aufweisen. Des Weiteren können bei dem Klemmsystem der kleine
zylindrische Abschnitt des Scharnierstifts in der kleinen Scharnierbohrung des Klemmhebels
und der große zylindrische Abschnitt des Scharnierstifts in der großen Scharnierbohrung
des Klemmhebels drehbar gelagert sein.
[0031] Bei dem Klemmsystem kann der Scharnierstift durch eine Sicherungsschraube entgegen
der Montagerichtung gegen Verlust gesichert sein und mit seinem Absatz je nach Montagerichtung
an der unteren Gleitfläche oder der oberen Gleitfläche anschlagen. Je nach Montagerichtung
des Scharnierstifts von unten oder oben kann der Klemmhebel in Richtung der Picatinny-Schiene
nach vorne oder hinten zeigen. Der Scharnierstift kann als Zylinderstift oder Spannhülse
ausgeführt sein und der Klemmhebel, je nach seiner Montagerichtung in Richtung der
Picatinny-Schiene nach vorne oder hinten zeigen. Die Einstellschraube kann direkt
auf den Scharnierstift wirken oder es kann zwischen Einstellschraube und Scharnierstift
ein Anlaufbolzen geschaltet sein.
[0032] Die Welle kann als Zylinderstift, vorzugsweise als Spannhülse, ausgeführt sein.
[0033] Im auf der Picatinny-Schiene montierten Zustand kann der Sicherungshaken mit seinem
Fortsatz in die Ausnehmung des Klemmelements greifen und der/die Nocken von der Hakenfläche
umgriffen und von der Drehfeder oder einer Druckfeder dort gehalten werden. Ungewolltes
Öffnen wird somit zuverlässig verhindert.
[0034] Der Sicherungshaken muss entgegen der Federkraft der Drehfeder beziehungsweise einer
Druckfeder entriegelt werden, um den Klemmhebel in die offene Stellung zu überführen.
[0035] Das Klemmelement kann zwei Ausnehmungen und zwei Nocken aufweisen, welche im Abstand
von 180° um die Mittelachse des Durchbruchs angeordnet sind.
[0036] In einer zweiten Variante ist das Klemmsystem dadurch gekennzeichnet, dass es zu
seiner Bedienung eine Mutter an einer Querschraube aufweist.
[0037] Sowohl der Querbolzen als auch die Querschraube können durch Verstemmen oder Verkleben
am Grundkörper befestigt sein.
[0038] Bei dem erfindungsgemäßen Klemmsystem für Zusatzgeräte kann also bei Verwendung gleicher
Grundkörper wahlweise ein Klemmbacken und Mutter oder ein Klemmelement und Klemmhebel
eingesetzt werden.
[0039] Des Weiteren erfolgt die Festlegung des Montagekörpers auf der Picatinny-Schiene
ohne zwischengeschaltetes Federelement und stellt somit eine starre Verbindung dar.
[0040] Der Grundkörper weist eine Winkelfläche und eine Grundfläche auf, die in einem Winkel
β zwischen 0° und 90°, vorzugsweise 60°, zueinander angeordnet sind.
[0041] Der Grundkörper liegt im auf der Picatinny-Schiene montierten Zustand mit seiner
Grundfläche auf der Oberfläche und die starre Klemmbacke an der zweiten unteren Prismenfläche
der Picatinny-Schiene an. Der Grundkörper kann auch im auf der Picatinny-Schiene montierten
Zustand auf der ersten und zweiten oberen Prismenfläche und die starre Klemmbacke
an der zweiten unteren Prismenfläche und der Grundkörper nicht mit seiner Grundfläche
auf der Oberfläche aufliegen.
[0042] Im auf der Picatinny-Schiene montierten Zustand kann das Klemmelement mit seiner
Klemmfläche an der ersten unteren Prismenfläche der Picatinny-Schiene und mit seiner
Stützfläche an der Winkelfäche des Grundkörpers anliegen.
[0043] Die Oberseite des Grundkörpers dient der Aufnahme der Zusatzgeräte und ist mit entsprechenden
Schnittstellen, wie beispielsweise Klemmringen, Bohrungen, Verschraubverbindungen,
Stehbolzen, Aufnahmeprismen, versehen.
[0044] Die Erfindung wird im Folgenden anhand der Figuren näher erläutert. Es zeigen
- Fig. 1
- den Grundkörper 1 mit Klemmelement 4 und Klemmhebel 5 in geschlossener Stellung in
perspektivischer Darstellung,
- Fig. 2
- den Grundkörper 1 mit Klemmbacken 2 und Mutter 3 in perspektivischer Darstellung,
- Fig. 3
- den Grundkörper1 ohne Klemmsystem im Schnitt,
- Fig. 4
- die Querschraube 8, den Querbolzen 7 und die Picatinny-Schiene 10 in perspektivischer
Darstellung,
- Fig. 5
- den Grundkörper 1 mit Klemmbacke 2 und Mutter 3, montiert auf der Picatinny-Schiene
10 im Schnitt,
- Fig. 6
- den Grundkörper 1 mit Klemmelement 4 und Klemmhebel 5, montiert auf der Picatinny-Schiene
10 im Schnitt,
- Fig. 7
- das Klemmelement 4 in perspektivischer Darstellung,
- Fig. 8
- die Klemmbacke 2 mit der Stützfläche 19a der Klemmfläche 20a und der Bohrung 26,
- Fig. 9
- den Grundkörper 1 mit Klemmelement 4 und Klemmhebel 5 in der Seitenansicht und angedeuteter
zweiter möglicher Stellung des Klemmhebels 5,
- Fig. 10
- den Grundkörper 1 mit Klemmelement 4 und Klemmhebel 5 in geschlossener Stellung in
Ansicht von unten,
- Fig. 11
- den Grundkörper 1 mit Klemmelement 4 und Klemmhebel 5 in geschlossener Stellung in
Ansicht von hinten,
- Fig. 12
- den Grundkörper 1 mit Klemmelement 4 und Klemmhebel 5 in einer Explosionszeichnung,
- Fig. 13
- den Grundkörper 1 mit Klemmelement 4 und Klemmhebel 5 in offener Stellung in Ansicht
von unten,
- Fig. 14
- das Klemmelement 4 in perspektivischer Darstellung,
- Fig. 15
- den Scharnierstift 24 in perspektivischer Darstellung
- Fig. 16
- den Querbolzen 7 in Ansicht von unten.
[0045] Die Figuren 1 und 2 zeigen die beiden Ausgestaltungen der Erfindung, wobei der Grundkörper
1 bei Fig. 1 mit dem Querbolzen 7 und bei Fig. 2 mit der Querschraube 8 dargestellt
ist. in den Querbolzen 7 ist die Einstellschraube 13 einschraubbar. Die Einstellschraube
13 ermöglicht ein stufenloses Einstellen der Klemmkraft des Klemmhebels 5. Der Sicherungshaken
6 ragt durch den Klemmhebel 5. Durch diesen wird das Klemmelement 4 an der Picatinny-Schiene
10 befestigt.
[0046] Im Fall der Querschraube 8 wird der Klemmbacken 2 durch die Mutter 3 an der Picatinny-Schiene
10 befestigt.
[0047] In Fig. 3 kann die Querbohrung 9 sowohl die Querschraube 8 als auch den Querbolzen
7 aufnehmen. Jeder Grundkörper 1 ist mit mindestens einer Querbohrung 9 versehen.
Jeder Querbohrung 9 ist mindestens eine Senkung 15 a und/oder 15b zugeordnet, durch
die mittels je einer Schraube 16a, 16b die Querschraube 8 oder der Querbolzen 7 befestigt
wird. Der Grundkörper 1 ist beispielhaft mit einer Schnittstelle in Form einer Halbschraube
zur Befestigung eines Zielfernrohres dargestellt.
[0048] In Fig. 4 sind der Querbolzen 7 und die Querschraube 8 mit mindestens je einem Innengewinde
17a, 17b, 17c, 17d versehen, das zum Befestigung im Grundkörper 1 mittels der Schrauben
16a, 16b dient. Der Anschlagsteg 14a oder 14b greift im montierten Zustand in eine
der Nuten 18 der ebenfalls gezeigten Picatinny-Schiene 10 und nimmt die Rückstoßkräfte
bei der Verwendung als Montage auf Feuerwaffen auf.
[0049] In Fig. 5 ist die Querschraube 8 zur Aufnahme der Mutter 3 mit einem Außengewinde
50 versehen. Die Klemmbacke 2 liegt mit ihrer Klemmfläche 20a an der ersten unteren
Prismenfläche 21 der Picatinny-Schiene 10 an und stützt sich dabei mit ihrer Stützfläche
19a an der Winkelfläche 46 des Grundkörpers 1 ab. Die Winkelfläche 46 und die Grundfläche
47 sind in einem Winkel β zwischen 0° und 90°, vorzugsweise 60° angeordnet. Der Kopf
23a der Querschraube 8 stützt sich an der Seitenfläche 22 des Grundkörpers 1 ab. Die
Querschraube 8 durchgreift die Klemmbacke 2 durch die Bohrung 26. Zum Klemmen des
Grundkörpers 1 auf der Picatinny-Schiene 10 wird die Mutter 3 angezogen. Die Grundfläche
47 des Grundkörpers 1 liegt dabei auf der Oberfläche 55 der Picatinny-Schiene 10 auf
und die starre Klemmbacke 63 kommt an der zweiten unteren Prismenfläche 56 zu liegen.
[0050] In einer weiteren, nicht gezeigten, Ausführungsform der Erfindung liegt im geklemmten
Zustand der Grundkörper 1 nicht mit seiner Grundfläche 47 auf der Oberfläche 55 der
Picatinny-Schiene 10 auf. Das Anliegen des Grundkörpers 1 erfolgt über die starre
Klemmbacke 63 an der zweiten unteren Prismenfläche 56 und zudem über zwei weitere
Anlageflächen auf der ersten und zweiten oberen Prismenfläche 57 und 58 der Picatinny-Schiene
10. Die Klemmfläche 20a des Klemmbackens 2 und die Klemmfläche 20b des Klemmelements
4 liegen an der ersten unteren Prismenfläche 21 der Picatinny-Schiene 10 an.
[0051] In Fig. 6 liegt das Klemmelement 4 mit seiner Klemmfläche 20b an der ersten unteren
Prismenfläche 21 der Picatinny-Schiene 10 an und stützt sich dabei mit seiner Stützfläche
19b an der Winkelfäche 46 des Grundkörpers 1 ab. Der Kopf 23b des Querbolzens 7 stützt
sich an der Seitenfläche 22 des Grundkörpers 1 ab. Der Querbolzen 7 durchgreift das
Klemmelement 4 durch den Durchbruch 27. Mittels der Einstellschraube 13, welche auf
den Vierkant 37 des Scharnierstifts 24 wirkt, kann die Klemmkraft des Klemmhebels
5 stufenlos eingestellt werden. Ist der Scharnierstift 24 als Zylinderstift oder Spannhülse
ausgeführt, wirkt die Einstellschraube 13 direkt auf dessen Durchmesser. Um in diesem
Fall eine Deformation aufgrund der Linienberührung zu verhindern, kann ein gehärteter
Anlaufbolzen, hier nicht dargestellt, zwischengeschaltet sein.
[0052] Fig. 7 zeigt das Klemmelement 4 mit der Stützfläche 19b der Klemmfläche 20b, dem
Durchbruch 27 sowie der Ausnehmung 12a. Die Nocke 49a dient der Verrastung mit dem
Fortsatz 11 des Sicherungshakens 6.
[0053] In Fig. 9 ist die Einstellschraube 13 mit einer Kunststoffeinlage 25 gegen Verdrehen
gesichert. Andere Arten der Schraubensicherung, wie beispielsweise Sicherungslack
oder eine Konterschraube sind ebenso möglich.
[0054] In Fig. 10 weist der Klemmhebel 5 einen zur kleinen Scharnierbohrung 42 und zur großen
Scharnierbohrung 43 angeordneten Exzenter 60 auf. Die Mantelfläche 28 des Exzenters
60 drückt in dieser Stellung gegen die Gleitfläche 29 des Klemmelements 4.
[0055] In Fig. 11 wurde der Klemmhebel 5 im Bereich des schräg verlaufenden Durchbruchs
30 geschnitten. Der Sicherungshaken 6 greift in dieser Stellung mit seinem Fortsatz
11 in die Ausnehmung 12a oder 12b des Klemmelements 4. Die Nocken 49a oder 49b werden
von der Hakenfläche 48 des Fortsatzes 11 umgriffen. Der Sicherungshaken 6 ist mittels
der Welle 31 drehbar im Klemmhebel 5 gelagert und durchgreift diesen durch den Durchbruch
30 vollständig.
[0056] In Fig. 12 greift der erste Schenkel 51 der Drehfeder 32 in die Ausnehmung 52 des
Klemmhebels 5. Der zweite Schenkel 53 der Drehfeder 32 greift in die Ausnehmung 54
des Sicherungshakens 6 und zwingt diesen in die in Fig. 11 dargestellte Lage. Anstelle
der Drehfeder 32 kann zwischen der Wandung 61 und der Außenfläche 62 des Sicherungshakens
6 eine nicht dargestellte Druckfeder eingebaut sein. Um den Klemmhebel 5 in die offene
Stellung zu bringen, muss der Sicherungshaken 6 entgegen der Federkraft der Drehfeder
32 oder der Druckfeder entriegelt werden.
[0057] In Fig. 13 befindet sich der Klemmhebel 5 in offener Stellung. Mindestens eine Druckfeder
34a und/oder 34b presst das Klemmelement 4 mit seiner Gleitfläche 29 gegen die Rastfläche
33 des Klemmhebels 5. Fig. 13 zeigt eine bevorzugte Ausführungsform mit zwei Druckfedern
34a und 34b. Die Prismenfläche 21 der Picatinny-Schiene 10 ist so freigegeben und
der Grundkörper 1 mit Klemmsystem kann abgenommen werden.
[0058] Fig. 14 zeigt das Klemmelement 4 mit eingezeichneter Mittelachse 35 des Durchbruchs
27 für den Querbolzen 7. die Ausnehmungen 12a und 12b sowie die Nocken 49a und 49b
sind um die Mittelachse 35 im Abstand von 180° jeweils angeordnet.
[0059] In Fig. 15 kann der Scharnierstift 24 aufgrund seiner Außenform in drei Abschnitte
36, 37 und 38 unterteilt werden. Der kleine zylindrische Abschnitt 36 ist mit seinem
Durchmesser gleich oder kleiner der Schlüsselweite des Vierkants 37. Der Durchmesser
des großen zylindrischen Abschnitts 38 ist mit seinem Durchmesser größer als die Schlüsselweite
des Vierkants 37.
[0060] Fig. 16 zeigt den Querbolzen 7 mit dem Langloch 39 und der unteren Gleitfläche 40.
Gegenüber der unteren Gleitfläche 40 liegt die obere Gleitfläche 41. Im montierten
Zustand wird der Scharnierstift 24 mit seinem Vierkant 37 im Langloch 39 des Querbolzens
7 geführt. Sein kleiner zylindrischer Abschnitt 36 ist in der kleinen Scharnierbohrung
42 des Klemmhebels 5 und der große zylindrische Abschnitt 38 in der großen Scharnierbohrung
43 drehbar gelagert. Der Scharnierstift 27 ist durch die Sicherungsschraube 44 entgegen
seiner Montagerichtung gegen Verlust gesichert. In Montagerichtung schlägt der Scharnierstift
24 mit seinem Absatz 45 auf der unteren Gleitfläche 40 oder der oberen Gleitfläche
41 an. Somit ergibt sich je nach Montagerichtung des Scharnierstifts 24 von unten
oder oben ein in Richtung der Picatinny-Schiene 10 nach vorne oder hinten zeigender
Klemmhebel 5.
Bezugszeichenliste
[0061]
- 1
- Grundkörper
- 2
- Klemmbacken
- 3
- Mutter
- 4
- Klemmelement
- 5
- Klemmhebel
- 6
- Sicherungshaken
- 7
- Querbolzen
- 8
- Querschraube
- 9
- Querbohrung
- 10
- Picatinny-Schiene
- 11
- Fortsatz
- 12a, 12b
- Ausnehmung im Klemmelement 4
- 13
- Einstellschraube
- 14a, 14b
- Anschlagsteg
- 15a, 15b
- Senkung
- 16a, 16b
- Schraube
- 17a, 17b, 17c, 17d
- Innengewinde
- 18
- Nut
- 19a, 19b
- Stützfläche
- 20a, 20b
- Klemmfläche
- 21
- erste untere Prismenfläche
- 22
- Seitenfläche
- 23a, 23b
- Kopf
- 24
- Scharnierstift
- 25
- Gewindesicherung
- 26
- Bohrung
- 27
- Durchbruch
- 28
- Mantelfläche des Exzenters 60
- 29
- Gleitfläche des Klemmelements 4
- 30
- schräg verlaufender Durchbruch
- 31
- Welle
- 32
- Drehfeder
- 33
- Rastfläche
- 34a, 34b
- Druckfeder
- 35
- Mittelachse
- 36
- kleiner zylindrischer Abschnitt
- 37
- Vierkant
- 38
- großer zylindrischer Abschnitt
- 39
- Langloch
- 40
- untere Gleitfläche
- 41
- obere Gleitfläche
- 42
- kleine Scharnierbohrung
- 43
- große Scharnierbohrung
- 44
- Sicherungsschraube
- 45
- Absatz
- 46
- Winkelfläche
- 47
- Grundfläche
- 48
- Hakenfläche des Fortsatzes 11
- 49a, 49b
- Nocken
- 50
- Außengewinde
- 51
- erster Schenkel der Drehfeder 32
- 52
- Ausnehmung für Drehfeder 32
- 53
- zweiter Schenkel der Drehfeder 32
- 54
- Ausnehmung im Sicherungshaken 6
- 55
- Oberfläche des Picatinny-Prismas
- 56
- zweite untere Prismenfläche
- 57
- erste obere Prismenfläche
- 58
- zweite obere Prismenfläche
- 59
- Innengewinde
- 60
- Exzenter
- 61
- Wanderung
- 62
- Außenfläche
- 63
- starre Klemmbacke
1. Klemmsystem für Zusatzgeräte auf einer Picatinny-Schiene, dadurch gekennzeichnet, dass es mindestens einen von einem Querbolzen (7) oder einer Querschraube (8) durchgriffenen
Grundkörper (1) aufweist und der Querbolzen (7) oder die Querschraube (8) einen Anschlagsteg
(14a oder 14b) aufweist, der im auf der Picatinny-Schiene (10) montierten Zustand
in eine Nut (18) eingreifbar ist.
2. Klemmsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass es zu seiner Bedienung einen Klemmhebel (5) an dem Querbolzen (7) aufweist.
3. Klemmsystem nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Grundkörper (1) mittels eines Klemmelements (4) durch den Klemmhebel (5) auf
die Picatinny-Schiene (10) klemmbar ist.
4. Klemmsystem nach einem der Ansprüche 1-3, dadurch gekennzeichnet, dass einer Querbohrung (9) im Grundkörper (1) mindestens eine Senkung (15a; 15b) für eine
Schraube (16a; 16b) zugeordnet ist.
5. Klemmsystem nach einem der Ansprüche 1-4, dadurch gekennzeichnet, dass der Querbolzen (7) mit seinem Kopf (23b) an der Seitenfläche (22) des Grundkörpers
(1) abstützbar und das Klemmelement (4) durch den Durchbruch (27) vom Querbolzen (7)
durchgreifbar ist.
6. Klemmsystem nach einem der Ansprüche 1-5, dadurch gekennzeichnet, dass der Querbolzen (7) auf seiner dem Kopf (23b) abgewandten Seite ein Innengewinde (59)
mit einer Einstellschraube (13) aufweist.
7. Klemmsystem nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Einstellschraube (13) mit einer Gewindesicherung (25) gesichert ist.
8. Klemmsystem nach einem der Ansprüche 1-7, dadurch gekennzeichnet, dass ein Scharnierstift (24) in einen kleinen zylindrischen Abschnitt (36), einen Vierkant
(37) und einen großen zylindrischen Abschnitt (38) unterteilt ist, wobei der Abschnitt
(36) in seinem Durchmesser kleiner oder gleich der Schlüsselweite des Vierkants (37)
und der Durchmesser des Abschnitts (38) größer als die Schlüsselweite des Vierkants
(37) ist.
9. Klemmsystem nach einem der Ansprüche 1-8, dadurch gekennzeichnet, dass der Querbolzen (7) ein Langloch (39) aufweist, in dem der Vierkant (37) des Scharnierstifts
(24) verschiebbar geführt ist.
10. Klemmsystem nach einem der Ansprüche 1-9, dadurch gekennzeichnet, dass ein Sicherungshaken (6) den Durchbruch (30) durchgreift und mittels einer Welle (31)
drehbar im Klemmhebel (5) gelagert ist.
11. Klemmsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass es zu seiner Bedienung eine Mutter (3) an einer Querschraube (8) aufweist.
12. Klemmsystem nach einem der Ansprüche 1-11, dadurch gekennzeichnet, dass der Querbolzen (7) oder die Querschraube (8) durch Verschrauben, Verstemmen oder
Verkleben im Grundkörper (1) befestigt ist.