[0001] Die Erfindung betrifft eine Lösung zur Unterstützung der Orientierung im öffentlichen
Personenverkehr unter Nutzung mobiler Endgeräte. Sie bezieht sich insbesondere auf
ein Verfahren, nach welchem einem öffentliche Verkehrsmittel benutzenden Fahrgast
Reiseinformationen an einem von diesem Fahrgast mitgeführten mobilen Endgerät ausgegeben
werden. Gegenstand der Erfindung ist ferner ein zur Durchführung einer speziellen
Ausgestaltungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens ausgebildetes System.
[0002] Für Fahrgäste des öffentlichen Personenverkehrs ist es häufig vergleichsweise schwierig,
sich in der Infrastruktur dieses öffentlichen Personenverkehrs zu orientieren. Dies
resultiert aus der teilweise gegebenen Komplexität der zugehörigen Infrastruktur im
Allgemeinen, aber auch aus örtlichen Gegebenheiten an Bahnhöfen und/oder aus Ausprägungen
beziehungsweise der Beschaffenheit der jeweils von den Fahrgästen zu nutzenden Verkehrsmittel
im Besonderen. Entsprechende Probleme bei der Orientierung treten dabei beispielsweise
an Abfahrts- oder Ankunftsbahnhöfen größerer Orte beziehungsweise Städte auf, wobei
sich der Begriff Bahnhof im Kontext der nachstehenden Erläuterungen, soweit nicht
anders angegeben, sowohl auf Bahnhöfe des Schienenreiseverkehrs als auch auf Busbahnhöfe
beziehen soll. Entsprechendes gilt für die im Zusammenhang mit den Bahnhöfen genannten
Abfahrts- oder Ankunftsbahnsteigen.
[0003] Größere Bahnhöfe weisen eine Vielzahl von Bahnsteigen beziehungsweise Haltestellen
und folglich, sofern es sich um Bahnhöfe des Schienenreiseverkehrs handelt, eine große
Zahl von Gleisen auf. Hierbei ist es für den Reisenden beziehungsweise Fahrgast nicht
immer leicht, sich zurechtzufinden und zu erkennen, wo das von ihm für seine jeweilige
Reise zu benutzende Verkehrsmittel abfährt. Erschwerend kommt dabei hinzu, dass entsprechende
Festlegungen zu Abfahrts- und Ankunftsbahnsteigen aus betriebsbedingten Gründen häufig
vorübergehend gegenüber den allgemeinen, entsprechenden Aushängen zu entnehmenden
Verkehrsinformationen geändert werden. Bei Verkehrsmitteln mit einer größeren Anzahl
von Wagen beziehungsweise Waggons, wie beispielsweise bei Reisezügen, besteht für
einen jeweiligen Fahrgast, insbesondere dann, wenn er eine Platzreservierung besitzt,
häufig zusätzlich noch die Schwierigkeit, den Wagen aufzufinden, in dem der Platz
für ihn reserviert ist. Im Zugverkehr ist es üblich, zur Orientierung der Fahrgäste
im Bahnhof beziehungsweise auf den Bahnsteigen so genannte Wagenstandsanzeiger auszuhängen.
Allerdings erfordert dies von dem Fahrgast, dass er zunächst den entsprechenden Wagenstandsanzeiger
finden und sich zu diesem begeben muss. Sofern der Reisende mit viel Gepäck unterwegs
ist, kann bereits dieses eine beträchtliche Anstrengung für ihn bedeuten. Zudem besteht
auch hier das Problem, dass sich die Wagenreihung gelegentlich aus betrieblichen Gründen
ändert und dann nicht mehr im Einklang mit der am Wagenstandsanzeiger wiedergegebenen
Information steht. Berücksichtigt man nun noch, dass größere Bahnhöfe eine Mehrzahl
von Ein- und Ausgängen besitzen sowie ihre häufig sehr langen Bahnsteige mehrere Ab-
und Aufgänge aufweisen, so ist unmittelbar zu erkennen, dass für den Reisenden das
Auffinden eines von ihm zu benutzenden Verkehrsmittels und gegebenenfalls noch eines
bestimmten Wagens dieses Verkehrsmittels mit viel Mühe verbunden sein kann. Hinzu
kommt in manchen Fällen noch Zeitdruck, welcher insbesondere häufig beim Umsteigen
von einem Verkehrsmittel in ein anderes gegeben ist. Insbesondere im Hinblick auf
möglicherweise bestehenden Zeitdruck kann es daher sehr vorteilhaft sein, wenn der
Reisende beziehungsweise Fahrgast auf optimalem Wege zu dem von ihm zu benutzenden
Verkehrsmittel und dem von ihm gegebenenfalls reservierten Platz geführt wird, indem
er vorzugsweise den Bahnhof bereits über den für die jeweilige Situation günstigsten
Eingang betritt und/oder sich über den günstigsten Aufgang auf den Bahnsteig begibt.
[0004] Auf der anderen Seite ist zu konstatieren, dass heute bereits die meisten Fahrgäste
unterschiedliche mobile Endgeräte, insbesondere Mobiltelefone beziehungsweise Smartphones,
persönliche digitale Assistenten oder so genannte Netbooks, mit sich führen. Zudem
werden in zunehmendem Maße Möglichkeiten bereitgestellt, Reisebuchungen und Platzreservierungen
unter Nutzung dieser mobilen elektronischen Endgeräte vorzunehmen.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Lösung für die bessere Orientierung von Passagieren
beziehungsweise Fahrgästen im öffentlichen Personenverkehr zur Verfügung zu stellen.
Hierzu sind ein entsprechendes Verfahren und ein zur Durchführung des Verfahrens ausgebildetes
System anzugeben, welche den Fahrgästen unter Zuhilfenahme von ihnen ohnehin zumeist
mitgeführter mobiler Endgeräte die Orientierung im öffentlichen Personenverkehr erleichtern.
[0006] Die Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst.
Ein die Aufgabe lösendes und zur Durchführung einer bevorzugten Ausgestaltung des
erfindungsgemäßen Verfahrens geeignetes System ist durch den ersten Sachanspruch charakterisiert.
Vorteilhafte Aus- beziehungsweise Weiterbildungen der Erfindung sind durch die jeweiligen
Unteransprüche gegeben.
[0007] Nach dem zur Lösung der Aufgabe vorgeschlagenen Verfahren werden einem öffentliche
Verkehrsmittel benutzenden Fahrgast Reiseinformationen an einem von ihm mitgeführten,
zur Durchführung des Verfahrens ausgebildeten mobilen Endgerät ausgegeben. Bei diesen
Reiseinformationen handelt es sich nicht nur um Angaben zu Abfahrts- und Ankunftszeiten
oder Platzreservierungsangaben, wie Wagen und Sitzplatz in einem Zug, deren Übermittlung
auf mobile Endgeräte, wie Mobiltelefone, aus dem Stand der Technik bereits bekannt
ist. Die Erfindung geht vielmehr einen Schritt weiter und leitet den Fahrgast mittels
des von ihm mitgeführten mobilen Endgeräts zu seinem jeweiligen Abfahrtsbahnsteig
oder einem Einstieg des nächsten von ihm auf seiner Reise zu nutzenden Verkehrsmittels.
Dazu werden erfindungsgemäß Daten zumindest einer der nachfolgend genannten Kategorien
auf das mobile Endgeräte des Fahrgastes übertragen:
- a) Allgemeine Reisedaten, nämlich Daten der schon erwähnten Art, wie Daten über Abfahrts-
und Ankunftszeiten der von dem Fahrgast bei seiner jeweiligen Reise zu nutzenden Verkehrsmittel
und zu in diesen Verkehrsmitteln gegebenenfalls gebuchten Sitzplätzen,
- b) Daten über einen Abfahrts- oder Ankunftsbahnsteig eines jeweiligen, von dem Fahrgast
gemäß Punkt a) zu nutzenden Verkehrsmittels innerhalb eines Abfahrts- oder Ankunftsbahnhofs,
- c) Daten über die organisatorische und/oder bauliche Beschaffenheit des Abfahrts-
oder Ankunftsbahnhofs,
- d) Daten über die Wagenreihung eines von dem Fahrgast zu nutzenden, mehrere Wagen
aufweisenden Verkehrsmittels,
- e) Daten zur Positionierung einzelner Wagen eines von dem Fahrgast zu nutzenden Verkehrsmittels
an einem Abfahrts- oder Ankunftsbahnsteig (wobei entsprechende Daten ebenfalls insbesondere
aber nicht ausschließlich dann sinnvoll sind, wenn das betreffende Verkehrsmittel
mehrere Wagen aufweist),
- f) Daten zur Position eines von dem Reisenden gebuchten Sitzplatzes innerhalb eines
von ihm zu nutzenden Verkehrsmittels oder innerhalb eines Wagens dieses Verkehrsmittels,
wobei das Übertragen der betreffenden Daten zumindest im Hinblick auf die allgemeinen
Reiseinformationen und die Buchungsinformationen gegebenenfalls auch deren teilweise
Eingabe von Hand durch den Nutzer des Endgeräts umfasst.
[0008] Die vorstehend genannten Daten werden erfindungsgemäß mit Lokalisierungsdaten zum
jeweiligen momentanen Aufenthaltsort des mobilen Endgeräts verknüpft. Als Ergebnis
der Verknüpfung dieser Daten werden Leitinformationen abgeleitet, welche an dem mobilen
Endgerät so ausgegeben, dass der Fahrgast durch diese Leitinformationen im Sinne einer
Navigation zum jeweiligen Abfahrtsbahnsteig oder einem Einstieg des nächsten von ihm
zu nutzenden Verkehrsmittels geführt wird. Die Erfindung geht also von der grundsätzlichen
Überlegung aus, allgemeine Reisedaten beziehungsweise Reisbuchungsdaten, spezielle
Daten zu örtlichen und baulichen Gegebenheiten von Bahnhöfen oder Haltepunkten und
Lokalisierungsdaten miteinander zu verknüpfen, um dem Reisenden einen optimalen, insbesondere
möglichst kurzen beziehungsweise direkten Weg zu einem von ihm zu benutzenden Verkehrsmittel
und gegebenenfalls sogar zu seinem Platz in diesem Verkehrsmittel durch Ausgabe entsprechender
Leitinformationen an dem von ihm mitgeführten mobilen Endgerät zu weisen. Bei den
örtlichen und baulichen Gegebenheiten kann es sich beispielsweise um Angaben zur Lage
von Aus- und Eingängen eines größeren Bahnhofsgebäudes beziehungsweise Bahnhofkomplexes
oder um Angaben zur Lage von Treppenaufgängen zu Bahnsteigen, Daten zur Anordnung
von Rolltreppen und/oder Aufzügen oder aber beispielsweise auch um Daten zur Lage
und Anordnung von Auffahrrampen für Rollstuhlfahrer handeln. Während die vorgenannten
Daten im Allgemeinen mehr oder weniger statisch sind, fließen aber gemäß noch zu erläuternder
vorteilhafter Weiterbildungen des Verfahrens insbesondere im Hinblick auf die Daten
zu den jeweiligen Verkehrsmitteln auch dynamische Daten in die Ableitung der Leitinformationen
mit ein, welche sich gegebenenfalls vorübergehend ändernde Ankunfts- und Abfahrbahnsteige
ebenso berücksichtigen wie eventuelle temporäre beziehungsweise außerordentliche Änderungen
der Wagenreihung eines Zuges. Alle vorgenannten Daten werden mit den Lokalisierungsdaten
zum jeweiligen momentanen Aufenthaltsort des für die Durchführung des Verfahrens genutzten
mobilen Endgeräts zeitperiodisch, also in festgelegten Abständen und/oder auf aufgrund
eines entsprechenden Bedienvorgangs des Nutzers an dem mobilen Endgerät mit den Lokalisierungsdaten
verknüpft.
[0009] Die Verknüpfung der genannten Daten und die Ableitung der Leitinformationen kann
je nach grundsätzlicher oder aber gegebenenfalls auch an die technische Ausstattung
des Endgeräts angepasster Ausgestaltung des Verfahrens zumindest teilweise im Ergebnis
der Verarbeitung einer entsprechenden Software durch eine dafür ausgebildete Verarbeitungseinheit
des Endgeräts in dem Endgerät selber oder durch einen zentralen Server erfolgen. Im
letztgenannten Fall werden die in dem mobilen Endgerät zu dessen jeweiliger augenblicklicher
Position vorliegenden Lokalisierungsdaten und die mit diesen Lokalisierungsdaten zu
verknüpfenden Daten durch das zur Durchführung des Verfahrens verwendete mobile Endgerät
von diesem Gerät an den zentralen Server übermittelt. Dieser leitet hieraus die Leitinformationen
ab und überträgt diese an das mobile Endgerät in Form von Daten, die durch das Endgerät
unmittelbar ausgegeben, also beispielsweise visualisiert werden können. Im Hinblick
auf die technische Ausstattung heute zur Verfügung stehender Endgeräte, wie beispielsweise
Smartphones oder Netbooks, ist es aber erfindungsgemäß ebenso vorgesehen, dass die
Verknüpfung der Daten auf dem mobilen Endgerät erfolgt. Denkbar ist aber auch eine
Mischform mit einer Vorverarbeitung der Daten auf einem zentralen Server und der Ableitung
der eigentlichen, unmittelbar auszugebenden Leitinformationen in dem mobilen Endgerät.
Dabei kann das Verfahren so ausgebildet sein, dass es im Hinblick auf die vorstehend
erläuterte Aufteilung einzelner Prozessschritte gewissermaßen skalierbar ist, das
heißt dass der Umfang einer eventuellen Verarbeitung der Daten und der Ableitung der
Leitinformationen durch das mobile Endgerät, an dessen technische Beschaffenheit angepasst
wird, wobei dies vorzugsweise durch eine Clientsoftware auf dem Endgerät gesteuert
wird, welche dessen Hardwareausstattung feststellt.
[0010] Gemäß einer bevorzugten Ausbildungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens empfängt
das mobile Endgerät des jeweiligen Fahrgasts die mit den Daten zum jeweiligen Bahnhof
oder Verkehrsmittel zu verknüpfenden Lokalisierungsdaten von einem System zur satellitengestützten
Positionsbestimmung, also beispielsweise als GPS-Daten. Sofern es sich bei dem mobilen
Endgerät um ein in ein zellulares Netz eingebuchtes Mobilfunkgerät handelt, ist eine
andere mögliche Ausbildungsform dadurch gegeben, dass das entsprechende Mobilfunkgerät
die mit den Daten zum Bahnhof oder zum Verkehrsmittel zu verknüpfenden Lokalisierungsdaten
als Zellinformation von Netzeinrichtungen des betreffenden zellularen Netzes empfängt.
[0011] Die Informationen zum jeweiligen Bahnhof, also beispielsweise dem Abfahrtsbahnhof,
oder zu dem Verkehrsmittel, beispielsweise Informationen zur Wagenreihung, welche
mit den Lokalisierungsdaten zu verknüpfen sind, können beispielsweise durch den Fahrgast
vor Fahrtantritt in seinem mobilen Endgerät hinterlegt werden. Dies kann einerseits
durch manuelle Eingabe geschehen oder aber durch Übertragung von einem PC, welcher
beispielsweise für die der Fahrt zugrunde liegende Reisebuchung verwendet wurde. Angaben,
wie das Gleis und damit der Bahnsteig, von welchem beispielsweise ein Zug abfährt,
oder über die Wagennummer, in welchem ein Sitzplatz für den Fahrgast reserviert ist,
sind in diesem Falle jedoch statischer Natur. Die Flexibilität des Verfahrens ist
daher gemäß einer solchen Verfahrensgestaltung noch insoweit eingeschränkt, als zum
Beispiel auf eventuelle Veränderungen des Abfahrtsbahnsteigs oder der Wagenreihung
nicht reagiert werden kann.
[0012] Die mit den Lokalisierungsinformationen zu verknüpfenden Daten können gemäß einer
bevorzugten Ausgestaltung des Verfahrens auch von Einrichtungen mindestens eines Informationsanbieters
(bei welchem es sich beispielsweise um den Betreiber eines Bahnhofs oder um den Anbieter
der Transportdienstleistung handelt) über eine Funkverbindung auf das mobile Endgerät
übertragen werden. Dies kann gegebenenfalls im Zusammenhang mit einer Reisebuchung
erfolgen, wobei jedoch im Falle einer Beschränkung auf eine solche Vorgehensweise
auf dem mobilen Endgerät ebenfalls nur statische Daten zur Verknüpfung mit der Lokalisierungsinformation
zur Verfügung stehen würden.
[0013] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausbildungsform der Erfindung ist es daher vorgesehen,
dass die Daten von den Einrichtungen des Informationsanbieters während der Anwesenheit
des Fahrgasts im Bereich eines Bahnhofs und/oder in einem öffentlichen Verkehrsmittel
auf dessen mobiles Endgerät übertragen werden. Gegebenenfalls werden dabei bereits
auf dem betreffenden Endgerät vorhandene Daten aktualisiert, welches somit über dynamische
Daten zum jeweiligen Bahnhof oder Verkehrsmittel verfügt. Die Anwesenheit des Fahrgasts
im Bereich des betreffenden Bahnhofs und/oder in dem entsprechenden Verkehrsmittel
wird bei dieser Verfahrensgestaltung durch dessen mobiles Endgerät auf der Grundlage
der an diesem vorliegenden Lokalisierungsinformationen an die Einrichtungen des jeweiligen
Informationsanbieters signalisiert.
[0014] Die im Ergebnis der Verknüpfung der Lokalisierungsdaten mit den Daten zu einem Bahnhof
oder Verkehrsmittel gewonnenen Leitinformationen werden für den Fahrgast, in Abhängigkeit
der Art des von ihm mitgeführten mobilen Endgeräts, durch das betreffende Endgerät
vorzugsweise auf einem Display visualisiert. Darüber hinaus ist aber auch die Ausgabe
akustischer oder taktiler Leitinformationen möglich. Hieraus ergibt sich der weitere
Vorteil, dass insbesondere auch Menschen mit einem Handicap, wie beispielsweise einer
Sehbehinderung, durch das erfindungsgemäße Verfahren beim Auffinden des jeweils von
ihnen für die Reise zu nutzenden Verkehrsmittels und gegebenenfalls auch des darin
für sie reservierten Platzes unterstützt werden können.
[0015] Ein die Aufgabe lösendes System, welches zur Durchführung des Verfahrens entsprechend
einer bevorzugten Ausgestaltung ausgebildet ist, bei welcher die mit den Lokalisierungsinformationen
zu verknüpfenden Informationen über den jeweiligen Bahnhof und/oder das jeweilige
Verkehrsmittel durch Einrichtungen mindestens eines Informationsanbieters über eine
Funkverbindung auf das mobile Endgerät des Fahrgasts übertragen werden, ist als eine
Client-Server-Architektur realisiert. Diese umfasst einen Client, welcher durch ein
von einem Fahrgast mitzuführendes mobiles Endgerät mit einer Zentralverarbeitungseinheit
und einer auf diesem Endgerät ablaufende Software ausgebildet ist, sowie mindestens
einen mit dem Client über Funk in einer temporären Wirkverbindung stehenden Server.
Erfindungsgemäß besteht dabei die Wirkverbindung zwischen dem Client und dem mindestens
einen Server während der Anwesenheit des Clients in einem von dem Fahrgast genutzten
öffentlichen Verkehrsmittel und/oder der Anwesenheit des Clients im Bereich eines
Abfahrts- oder Ankunftsbahnhofs für ein solches öffentliches Verkehrsmittel. Der mindestens
eine Server hat zudem Zugriff auf Speichermittel, in denen die von dem Server auf
den Client zu übertragenden Daten mindestens einer der eingangs zum Verfahren genannten
Kategorien gehalten sind.
[0016] Wie bereits zum Verfahren ausgeführt, kann es sich bei dem vorstehend angesprochenen
mobilen Endgerät des erfindungsgemäßen Systems entsprechend einer Ausbildungsform
um ein Mobilfunkgerät handeln. Dieses oder auch ein andersartiges mobiles Endgerät
als Teil des erfindungsgemäßen Systems ist vorzugsweise mit Mitteln zum Empfang von
satellitengestützten Positionsdaten, wie zum Beispiel GPS-Daten ausgestattet.
[0017] Bei speziellen insbesondere für die Nutzung im Zusammenhang mit mehrere Wagen aufweisenden
Verkehrsmitteln, wie Zügen, vorgesehenen Ausbildungsformen der Erfindung sind der
mindestens eine Server oder Einheiten dieses Serververs innerhalb des von dem Fahrgast
genutzten Verkehrsmittels beziehungsweise in einem oder mehreren Wagen des betreffenden
Verkehrsmittels angeordnet.
[0018] Aspekte der Erfindung sollen nochmals anhand eines Ausführungsbeispiels mit Hilfe
des in der Fig. 1 wiedergegebenen Strukturschaubilds erläutert werden. Dabei werden
durch das Strukturschaubild gemäß Fig. 1 sowohl Komponenten des erfindungsgemäßen
Systems symbolisiert als auch Abläufe des von diesem System ausgeführten Verfahrens
dargestellt. Das in der Fig. 1 gezeigte Beispiel geht von einer Ausbildungsform der
Erfindung aus, bei welcher das Verfahren mit Hilfe eines von dem Fahrgast mitgeführten
Mobilfunkgeräts beziehungsweise Handys ausgeführt wird. Demgemäß werden in einem ersten
Schritt Reiseinformationen in Form statischer Daten auf das betreffende Mobilfunkgerät
übertragen. Hierbei handelt es sich neben einer Abfahrts- und Ankunftszeit vorzugsweise
um Angaben über einen Bahnsteig, von welchem das von dem Fahrgast zu nutzende Verkehrsmittel,
beispielsweise der von ihm zu nutzende Fernzug, abfährt und um Angaben zu einem in
diesem Verkehrsmittel für den Fahrgast reservierten Sitzplatz. Die betreffenden Angaben
können dabei beispielsweise durch den Fahrgast selbst per Tastatur in das Mobilfunkgerät
eingegeben oder aber von einem PC, mittels welchem eine Reisebuchung vorgenommen wurde,
über entsprechende Schnittstellen auf das Mobilfunkgerät übertragen werden. Insoweit
sind hierzu, wie auch an anderer Stelle, in der Zeichnung jeweils mehrere Datenübertragungsmöglichkeiten
beziehungsweise Datenübertragungswege dargestellt, welche jeweils alternativ oder
einander ergänzend zur Anwendung gelangen können. Das betreffende Mobilfunkgerät ist
vorzugsweise mit einer Einheit zum Empfangen und zur Verarbeiten von Daten eines Systems
zur satellitengestützten Positionsbestimmung, also beispielsweise mit einer GPS-Einheit
ausgestattet.
[0019] Ferner werden auf das Mobilfunkgerät Daten zur baulichen Beschaffenheit des Abfahrtsbahnhofs
übertragen. Dies kann ebenfalls bereits vor Reiseantritt erfolgen oder aber, indem
die entsprechenden Daten durch dafür vorgesehene Einrichtungen des Bahnhofsbetreibers
oder des Transportdienstleisters auf das Mobilfunkgerät übertragen werden, sobald
dieses den entsprechenden Einrichtungen signalisiert, dass es sich in der Nähe des
Bahnhofs, im Bahnhof oder in einem Verkehrsmittel befindet. Durch Verknüpfung der
auf dem Mobilfunkgerät vorliegenden Lokalisierungsinformationen mit den vor Reisenantritt
erhaltenen Informationen über eine Wagenreservierung und/oder den Abfahrtsbahnsteig
ist es der Zentralverarbeitungseinheit des Mobilfunkgeräts bei Ausführung einer entsprechenden
Client-Software möglich, Leitinformationen abzuleiten, mit Hilfe welcher der Fahrgast
zum entsprechenden Abfahrtsbahnsteig und gegebenenfalls bis hin zu seinem in dem zu
benutzenden Verkehrsmittel gebuchten Platz geführt wird. Um diese Vorgänge zu flexibilisieren,
ist es entsprechend dem dargestellten Ausführungsbeispiel der Erfindung darüber hinaus
vorgesehen, dass die Einrichtungen des Informationsanbieters, also entsprechende Server
des Bahnhofsbetreibers und/oder des Betreibers des Verkehrsmittels dynamische Daten
auf das Mobilfunkgerät des Fahrgasts übertragen. Durch solche dynamischen Daten kann
beispielsweise auf sich eventuell hinsichtlich der Wagenreihung oder des Abfahrtsbahnsteigs
ergebende betriebsbedingte Änderungen reagiert werden. Durch Verknüpfung dieser dynamischen
Daten mit den Lokalisierungsdaten des Mobilfunkgeräts wird dabei sichergestellt, dass
der Fahrgast auch im Falle des Eintretens derartiger Änderungen zuverlässig zu seinem
Verkehrsmittel beziehungsweise seinem reservierten Sitzplatz im Verkehrsmittel geleitet
wird. Im Hinblick auf eine platzgenaue Leitinformation kann es dabei vorgesehen sein,
dass in den einzelnen Wagen eines Zuges Einheiten eines Servers des Verkehrsmittelbetreibers
angeordnet sind, wie zum Beispiel Identifikationsmodule, welche Daten über ihre Identität,
wie beispielsweise die Wagennummer, und die Sitzverteilung innerhalb des Wagens an
das Mobilfunkgerät des Fahrgasts übertragen.
1. Verfahren zur Unterstützung der Orientierung im öffentlichen Personenverkehr unter
Nutzung mobiler Endgeräte, nach welchem einem öffentliche Verkehrsmittel benutzenden
Fahrgast Reiseinformationen an einem von diesem Fahrgast mitgeführten, zur Durchführung
des Verfahrens ausgebildeten mobilen Endgerät ausgegeben werden,
dadurch gekennzeichnet, dass
a) Daten zu mindestens einer der nachfolgend genannten Kategorien auf das mobile Endgerät
des Fahrgastes übertragen werden, nämlich
i. Daten über Abfahrts- und Ankunftszeiten von dem Fahrgast bei einer Reise zu nutzender
Verkehrsmittel und zu in diesen Verkehrsmitteln gegebenenfalls gebuchten Sitzplätzen,
ii. Daten über einen Abfahrts- oder Ankunftsbahnsteig eines jeweiligen der gemäß vorstehendem
Punkt von dem Fahrgast zu nutzenden Verkehrsmittel innerhalb eines Abfahrts- oder
Ankunftsbahnhofs,
iii. Daten über die organisatorische und/oder bauliche Beschaffenheit eines Abfahrts-
oder Ankunftsbahnhofs,
iv. Daten über die Wagenreihung eines von dem Fahrgast zu nutzenden, mehrere Wagen
aufweisenden Verkehrsmittels,
v. Daten zur Positionierung einzelner Wagen eines von dem Fahrgast zu nutzenden Verkehrsmittels
an einem Abfahrts- oder Ankunftsbahnsteig
vi. Daten zur Position eines von dem Fahrgast gebuchten Sitzplatzes innerhalb eines
von ihm zu nutzenden Verkehrsmittels oder innerhalb eines Wagens dieses Verkehrsmittels,
b) die gemäß a) empfangenen Daten mit Lokalisierungsdaten zum jeweiligen momentanen
Aufenthaltsort des mobilen Endgeräts verknüpft werden,
c) aus der gemäß b) erfolgenden Verknüpfung der Daten Leitinformationen gewonnen und
an dem mobilen Endgerät ausgegeben werden, durch welche der Fahrgast zum Abfahrtsbahnsteig,
einem Einstieg des nächsten von ihm zu nutzenden Verkehrmittels oder zu einem Bahnhofsausgang
geleitet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Verknüpfung der Lokalisierungsdaten mit den anderen zur Ableitung der Leitinformationen
verwendeten Daten zumindest teilweise auf dem mobilen Endgerät erfolgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Verknüpfung der Lokalisierungsdaten mit den anderen zur Ableitung der Leitinformationen
verwendeten Daten auf einem zentralen Server erfolgt wobei die Lokalisierungsdaten
zu seinem jeweiligen momentanen Aufenthaltsort von dem betreffenden Endgerät zusammen
mit den mit ihnen zu verknüpfenden Daten an den zentralen Server übermittelt werden
und dieser das Ergebnis der Datenverknüpfung zur Ausgabe der Leitinformationen auf
das mobile Endgerät überträgt.
4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, dass das mobile Endgerät die mit den Daten zum jeweiligen
Bahnhof oder Verkehrsmittel zu verknüpfenden Lokalisierungsdaten als von einem System
zur satellitengestützten Positionsbestimmung empfängt.
5. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, wobei es sich bei dem mobilen Endgerät um ein in
ein zellulares Netz eingebuchtes Mobilfunkgerät handelt, dadurch gekennzeichnet, dass das Mobilfunkgerät die von ihm mit den Daten zum jeweiligen Bahnhof oder Verkehrsmittel
zu verknüpfenden Lokalisierungsdaten als Zellinformation von Netzeinrichtungen des
betreffenden zellularen Netzes empfängt.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Daten zum jeweiligen Bahnhof oder Verkehrsmittel von Einrichtungen mindestens
eines Informationsanbieters über eine Funkverbindung auf das mobile Endgerät übertragen
werden.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Daten im Zusammenhang mit einer mittels des mobilen Endgeräts über eine Verbindung
zu Einrichtungen des Informationsanbieters erfolgenden Reisebuchung auf das mobile
Endgerät übertragen werden.
8. Verfahren nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Daten von den Einrichtungen des Informationsanbieters während der Anwesenheit
des Fahrgastes im Bereich eines Bahnhofs und/oder in einem öffentlichen Verkehrsmittel
auf das mobile Endgerät übertragen oder dazu bereits auf dem betreffenden Endgerät
vorhandene Daten aktualisiert werden, wobei das mobile Endgerät den Einrichtungen
des Informationsanbieters seine Anwesenheit im Bereich des betreffenden Bahnhofs und/oder
in dem betreffenden Verkehrsmittel signalisiert.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Leitinformationen für den Fahrgast auf dem von ihm mitgeführten mobilen Endgerät
visualisiert werden.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Leitinformationen für den Fahrgast auf dem von ihm mitgeführten mobilen Endgerät
in Form akustischer Signale ausgegeben werden.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Leitinformationen für den Fahrgast auf dem von ihm mitgeführten mobilen Endgerät
in Form taktiler Signale ausgegeben werden.
12. System zur Unterstützung der Orientierung eines Fahrgasts im öffentlichen Personenverkehr
gemäß dem Verfahren nach Anspruch 8, bestehend aus einem Client, der von einem durch
den Fahrgast mitzuführenden mobilen Endgerät mit Mitteln zum Empfang von Lokalisierungsdaten
zum jeweiligen Aufenthaltsort des mobilen Endgeräts, mit einer Verarbeitungseinheit
und mit einer von der Verarbeitungseinheit verarbeitbaren Clientsoftware gebildet
ist und aus mindestens einem, zur funkgestützten Übertragung von Daten mit dem Client
temporär in einer Wirkverbindung stehenden Server,
dadurch gekennzeichnet, dass die Wirkverbindung zwischen dem Client und dem mindestens einen Server während der
Anwesenheit des Clients in einem von dem Fahrgast genutzten öffentlichen Verkehrsmittel
und/oder während der Anwesenheit des Clients im Bereich eines Abfahrts- oder Ankunftsbahnhofs
für ein solches öffentliches Verkehrsmittel besteht und dass der mindestens eine Server
über einen Zugriff auf Speichermittel verfügt, in denen von dem Server auf den Client
zu übertragende Daten mindestens einer der nachfolgend genannten Kategorien gehalten
sind
a) Daten über Abfahrts- und Ankunftszeiten von dem Fahrgast bei seiner jeweiligen
Reise zu nutzender Verkehrsmittel und Daten zu in diesen Verkehrsmitteln gegebenenfalls
gebuchten Sitzplätzen,
b) Daten über den Abfahrts- oder Ankunftsbahnsteig eines jeweiligen, von dem Fahrgast
gemäß Punkt a) genutzten Verkehrsmittels innerhalb des Abfahrts- oder Ankunftsbahnhofs,
c) Daten über die organisatorische und/oder bauliche Beschaffenheit des Abfahrts-
oder Ankunftsbahnhofs,
d) Daten über die Wagenreihung des von dem Fahrgast genutzten Verkehrsmittels,
e) Daten zur Positionierung einzelner Wagen des von dem Fahrgast genutzten Verkehrsmittels
an dem Abfahrts- oder Ankunftsbahnsteig,
f) Daten zur Position eines von dem Fahrgast gebuchten Sitzplatzes innerhalb des von
ihm genutzten Verkehrsmittels oder innerhalb eines Wagens dieses Verkehrsmittels.
13. System nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem mobilen Endgerät um ein Mobilfunkgerät handelt.
14. System nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass das mobile Endgerät über Mittel zum Empfang von Daten eines Systems zur satellitengestützten
Positionsbestimmung verfügt.
15. System nach einem der Ansprüche 12 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Server oder periphere Einheiten des Serververs innerhalb des
von dem Fahrgast genutzten Verkehrsmittels angeordnet sind.
16. System nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass, sofern das von dem Fahrgast genutzte Verkehrsmittel mehrere Wagen aufweist, in mehreren
Wagen dieses Verkehrsmittels Server des Systems oder periphere Einheiten mindestens
eines Servers des Systems angeordnet sind.