(19)
(11) EP 2 339 561 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
29.06.2011  Patentblatt  2011/26

(21) Anmeldenummer: 09180078.9

(22) Anmeldetag:  21.12.2009
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
G08G 1/005(2006.01)
G08G 1/133(2006.01)
G08G 1/127(2006.01)
G08G 1/123(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL BA RS

(71) Anmelder: Deutsche Telekom AG
53113 Bonn (DE)

(72) Erfinder:
  • Saar, Eva
    64347 Griesheim (DE)

   


(54) Verfahren und System zur Unterstützung der Orientierung im öffentlichen Personenverkehr


(57) Die Erfindung betrifft eine Lösung zur Unterstützung der Orientierung im öffentlichen Personenverkehr unter Nutzung mobiler Endgeräte. Erfindungsgemäß werden Daten wie Daten über Abfahrts- und Ankunftszeiten vom Fahrgast zu nutzender Verkehrsmittel, Daten über einen Abfahrts- oder Ankunftsbahnsteig innerhalb eines Abfahrts- oder Ankunftsbahnhofs, Daten über die organisatorische und/oder bauliche Beschaffenheit des Abfahrts- oder Ankunftsbahnhofs, Daten zur Positionierung von Wagen eines von dem Fahrgast zu nutzenden Verkehrsmittels an einem Abfahrts- oder Ankunftsbahnsteig oder Daten zur Position eines von dem Reisenden gebuchten Sitzplatzes innerhalb des betreffenden Verkehrsmittels auf ein von dem Fahrgast mitgeführtes mobiles Endgerät übertragen und mit Lokalisierungsdaten zum jeweiligen momentanen Aufenthaltsort dieses mobilen Endgeräts verknüpft. Dabei werden Leitinformationen abgeleitet, welche an dem mobilen Endgerät ausgegeben werden und den Fahrgast im Sinne einer Navigation zum jeweiligen Abfahrtsbahnsteig oder einem Einstieg des nächsten von ihm zu nutzenden Verkehrsmittels führen.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Lösung zur Unterstützung der Orientierung im öffentlichen Personenverkehr unter Nutzung mobiler Endgeräte. Sie bezieht sich insbesondere auf ein Verfahren, nach welchem einem öffentliche Verkehrsmittel benutzenden Fahrgast Reiseinformationen an einem von diesem Fahrgast mitgeführten mobilen Endgerät ausgegeben werden. Gegenstand der Erfindung ist ferner ein zur Durchführung einer speziellen Ausgestaltungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens ausgebildetes System.

[0002] Für Fahrgäste des öffentlichen Personenverkehrs ist es häufig vergleichsweise schwierig, sich in der Infrastruktur dieses öffentlichen Personenverkehrs zu orientieren. Dies resultiert aus der teilweise gegebenen Komplexität der zugehörigen Infrastruktur im Allgemeinen, aber auch aus örtlichen Gegebenheiten an Bahnhöfen und/oder aus Ausprägungen beziehungsweise der Beschaffenheit der jeweils von den Fahrgästen zu nutzenden Verkehrsmittel im Besonderen. Entsprechende Probleme bei der Orientierung treten dabei beispielsweise an Abfahrts- oder Ankunftsbahnhöfen größerer Orte beziehungsweise Städte auf, wobei sich der Begriff Bahnhof im Kontext der nachstehenden Erläuterungen, soweit nicht anders angegeben, sowohl auf Bahnhöfe des Schienenreiseverkehrs als auch auf Busbahnhöfe beziehen soll. Entsprechendes gilt für die im Zusammenhang mit den Bahnhöfen genannten Abfahrts- oder Ankunftsbahnsteigen.

[0003] Größere Bahnhöfe weisen eine Vielzahl von Bahnsteigen beziehungsweise Haltestellen und folglich, sofern es sich um Bahnhöfe des Schienenreiseverkehrs handelt, eine große Zahl von Gleisen auf. Hierbei ist es für den Reisenden beziehungsweise Fahrgast nicht immer leicht, sich zurechtzufinden und zu erkennen, wo das von ihm für seine jeweilige Reise zu benutzende Verkehrsmittel abfährt. Erschwerend kommt dabei hinzu, dass entsprechende Festlegungen zu Abfahrts- und Ankunftsbahnsteigen aus betriebsbedingten Gründen häufig vorübergehend gegenüber den allgemeinen, entsprechenden Aushängen zu entnehmenden Verkehrsinformationen geändert werden. Bei Verkehrsmitteln mit einer größeren Anzahl von Wagen beziehungsweise Waggons, wie beispielsweise bei Reisezügen, besteht für einen jeweiligen Fahrgast, insbesondere dann, wenn er eine Platzreservierung besitzt, häufig zusätzlich noch die Schwierigkeit, den Wagen aufzufinden, in dem der Platz für ihn reserviert ist. Im Zugverkehr ist es üblich, zur Orientierung der Fahrgäste im Bahnhof beziehungsweise auf den Bahnsteigen so genannte Wagenstandsanzeiger auszuhängen. Allerdings erfordert dies von dem Fahrgast, dass er zunächst den entsprechenden Wagenstandsanzeiger finden und sich zu diesem begeben muss. Sofern der Reisende mit viel Gepäck unterwegs ist, kann bereits dieses eine beträchtliche Anstrengung für ihn bedeuten. Zudem besteht auch hier das Problem, dass sich die Wagenreihung gelegentlich aus betrieblichen Gründen ändert und dann nicht mehr im Einklang mit der am Wagenstandsanzeiger wiedergegebenen Information steht. Berücksichtigt man nun noch, dass größere Bahnhöfe eine Mehrzahl von Ein- und Ausgängen besitzen sowie ihre häufig sehr langen Bahnsteige mehrere Ab- und Aufgänge aufweisen, so ist unmittelbar zu erkennen, dass für den Reisenden das Auffinden eines von ihm zu benutzenden Verkehrsmittels und gegebenenfalls noch eines bestimmten Wagens dieses Verkehrsmittels mit viel Mühe verbunden sein kann. Hinzu kommt in manchen Fällen noch Zeitdruck, welcher insbesondere häufig beim Umsteigen von einem Verkehrsmittel in ein anderes gegeben ist. Insbesondere im Hinblick auf möglicherweise bestehenden Zeitdruck kann es daher sehr vorteilhaft sein, wenn der Reisende beziehungsweise Fahrgast auf optimalem Wege zu dem von ihm zu benutzenden Verkehrsmittel und dem von ihm gegebenenfalls reservierten Platz geführt wird, indem er vorzugsweise den Bahnhof bereits über den für die jeweilige Situation günstigsten Eingang betritt und/oder sich über den günstigsten Aufgang auf den Bahnsteig begibt.

[0004] Auf der anderen Seite ist zu konstatieren, dass heute bereits die meisten Fahrgäste unterschiedliche mobile Endgeräte, insbesondere Mobiltelefone beziehungsweise Smartphones, persönliche digitale Assistenten oder so genannte Netbooks, mit sich führen. Zudem werden in zunehmendem Maße Möglichkeiten bereitgestellt, Reisebuchungen und Platzreservierungen unter Nutzung dieser mobilen elektronischen Endgeräte vorzunehmen.

[0005] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Lösung für die bessere Orientierung von Passagieren beziehungsweise Fahrgästen im öffentlichen Personenverkehr zur Verfügung zu stellen. Hierzu sind ein entsprechendes Verfahren und ein zur Durchführung des Verfahrens ausgebildetes System anzugeben, welche den Fahrgästen unter Zuhilfenahme von ihnen ohnehin zumeist mitgeführter mobiler Endgeräte die Orientierung im öffentlichen Personenverkehr erleichtern.

[0006] Die Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst. Ein die Aufgabe lösendes und zur Durchführung einer bevorzugten Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens geeignetes System ist durch den ersten Sachanspruch charakterisiert. Vorteilhafte Aus- beziehungsweise Weiterbildungen der Erfindung sind durch die jeweiligen Unteransprüche gegeben.

[0007] Nach dem zur Lösung der Aufgabe vorgeschlagenen Verfahren werden einem öffentliche Verkehrsmittel benutzenden Fahrgast Reiseinformationen an einem von ihm mitgeführten, zur Durchführung des Verfahrens ausgebildeten mobilen Endgerät ausgegeben. Bei diesen Reiseinformationen handelt es sich nicht nur um Angaben zu Abfahrts- und Ankunftszeiten oder Platzreservierungsangaben, wie Wagen und Sitzplatz in einem Zug, deren Übermittlung auf mobile Endgeräte, wie Mobiltelefone, aus dem Stand der Technik bereits bekannt ist. Die Erfindung geht vielmehr einen Schritt weiter und leitet den Fahrgast mittels des von ihm mitgeführten mobilen Endgeräts zu seinem jeweiligen Abfahrtsbahnsteig oder einem Einstieg des nächsten von ihm auf seiner Reise zu nutzenden Verkehrsmittels. Dazu werden erfindungsgemäß Daten zumindest einer der nachfolgend genannten Kategorien auf das mobile Endgeräte des Fahrgastes übertragen:
  1. a) Allgemeine Reisedaten, nämlich Daten der schon erwähnten Art, wie Daten über Abfahrts- und Ankunftszeiten der von dem Fahrgast bei seiner jeweiligen Reise zu nutzenden Verkehrsmittel und zu in diesen Verkehrsmitteln gegebenenfalls gebuchten Sitzplätzen,
  2. b) Daten über einen Abfahrts- oder Ankunftsbahnsteig eines jeweiligen, von dem Fahrgast gemäß Punkt a) zu nutzenden Verkehrsmittels innerhalb eines Abfahrts- oder Ankunftsbahnhofs,
  3. c) Daten über die organisatorische und/oder bauliche Beschaffenheit des Abfahrts- oder Ankunftsbahnhofs,
  4. d) Daten über die Wagenreihung eines von dem Fahrgast zu nutzenden, mehrere Wagen aufweisenden Verkehrsmittels,
  5. e) Daten zur Positionierung einzelner Wagen eines von dem Fahrgast zu nutzenden Verkehrsmittels an einem Abfahrts- oder Ankunftsbahnsteig (wobei entsprechende Daten ebenfalls insbesondere aber nicht ausschließlich dann sinnvoll sind, wenn das betreffende Verkehrsmittel mehrere Wagen aufweist),
  6. f) Daten zur Position eines von dem Reisenden gebuchten Sitzplatzes innerhalb eines von ihm zu nutzenden Verkehrsmittels oder innerhalb eines Wagens dieses Verkehrsmittels,
wobei das Übertragen der betreffenden Daten zumindest im Hinblick auf die allgemeinen Reiseinformationen und die Buchungsinformationen gegebenenfalls auch deren teilweise Eingabe von Hand durch den Nutzer des Endgeräts umfasst.

[0008] Die vorstehend genannten Daten werden erfindungsgemäß mit Lokalisierungsdaten zum jeweiligen momentanen Aufenthaltsort des mobilen Endgeräts verknüpft. Als Ergebnis der Verknüpfung dieser Daten werden Leitinformationen abgeleitet, welche an dem mobilen Endgerät so ausgegeben, dass der Fahrgast durch diese Leitinformationen im Sinne einer Navigation zum jeweiligen Abfahrtsbahnsteig oder einem Einstieg des nächsten von ihm zu nutzenden Verkehrsmittels geführt wird. Die Erfindung geht also von der grundsätzlichen Überlegung aus, allgemeine Reisedaten beziehungsweise Reisbuchungsdaten, spezielle Daten zu örtlichen und baulichen Gegebenheiten von Bahnhöfen oder Haltepunkten und Lokalisierungsdaten miteinander zu verknüpfen, um dem Reisenden einen optimalen, insbesondere möglichst kurzen beziehungsweise direkten Weg zu einem von ihm zu benutzenden Verkehrsmittel und gegebenenfalls sogar zu seinem Platz in diesem Verkehrsmittel durch Ausgabe entsprechender Leitinformationen an dem von ihm mitgeführten mobilen Endgerät zu weisen. Bei den örtlichen und baulichen Gegebenheiten kann es sich beispielsweise um Angaben zur Lage von Aus- und Eingängen eines größeren Bahnhofsgebäudes beziehungsweise Bahnhofkomplexes oder um Angaben zur Lage von Treppenaufgängen zu Bahnsteigen, Daten zur Anordnung von Rolltreppen und/oder Aufzügen oder aber beispielsweise auch um Daten zur Lage und Anordnung von Auffahrrampen für Rollstuhlfahrer handeln. Während die vorgenannten Daten im Allgemeinen mehr oder weniger statisch sind, fließen aber gemäß noch zu erläuternder vorteilhafter Weiterbildungen des Verfahrens insbesondere im Hinblick auf die Daten zu den jeweiligen Verkehrsmitteln auch dynamische Daten in die Ableitung der Leitinformationen mit ein, welche sich gegebenenfalls vorübergehend ändernde Ankunfts- und Abfahrbahnsteige ebenso berücksichtigen wie eventuelle temporäre beziehungsweise außerordentliche Änderungen der Wagenreihung eines Zuges. Alle vorgenannten Daten werden mit den Lokalisierungsdaten zum jeweiligen momentanen Aufenthaltsort des für die Durchführung des Verfahrens genutzten mobilen Endgeräts zeitperiodisch, also in festgelegten Abständen und/oder auf aufgrund eines entsprechenden Bedienvorgangs des Nutzers an dem mobilen Endgerät mit den Lokalisierungsdaten verknüpft.

[0009] Die Verknüpfung der genannten Daten und die Ableitung der Leitinformationen kann je nach grundsätzlicher oder aber gegebenenfalls auch an die technische Ausstattung des Endgeräts angepasster Ausgestaltung des Verfahrens zumindest teilweise im Ergebnis der Verarbeitung einer entsprechenden Software durch eine dafür ausgebildete Verarbeitungseinheit des Endgeräts in dem Endgerät selber oder durch einen zentralen Server erfolgen. Im letztgenannten Fall werden die in dem mobilen Endgerät zu dessen jeweiliger augenblicklicher Position vorliegenden Lokalisierungsdaten und die mit diesen Lokalisierungsdaten zu verknüpfenden Daten durch das zur Durchführung des Verfahrens verwendete mobile Endgerät von diesem Gerät an den zentralen Server übermittelt. Dieser leitet hieraus die Leitinformationen ab und überträgt diese an das mobile Endgerät in Form von Daten, die durch das Endgerät unmittelbar ausgegeben, also beispielsweise visualisiert werden können. Im Hinblick auf die technische Ausstattung heute zur Verfügung stehender Endgeräte, wie beispielsweise Smartphones oder Netbooks, ist es aber erfindungsgemäß ebenso vorgesehen, dass die Verknüpfung der Daten auf dem mobilen Endgerät erfolgt. Denkbar ist aber auch eine Mischform mit einer Vorverarbeitung der Daten auf einem zentralen Server und der Ableitung der eigentlichen, unmittelbar auszugebenden Leitinformationen in dem mobilen Endgerät. Dabei kann das Verfahren so ausgebildet sein, dass es im Hinblick auf die vorstehend erläuterte Aufteilung einzelner Prozessschritte gewissermaßen skalierbar ist, das heißt dass der Umfang einer eventuellen Verarbeitung der Daten und der Ableitung der Leitinformationen durch das mobile Endgerät, an dessen technische Beschaffenheit angepasst wird, wobei dies vorzugsweise durch eine Clientsoftware auf dem Endgerät gesteuert wird, welche dessen Hardwareausstattung feststellt.

[0010] Gemäß einer bevorzugten Ausbildungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens empfängt das mobile Endgerät des jeweiligen Fahrgasts die mit den Daten zum jeweiligen Bahnhof oder Verkehrsmittel zu verknüpfenden Lokalisierungsdaten von einem System zur satellitengestützten Positionsbestimmung, also beispielsweise als GPS-Daten. Sofern es sich bei dem mobilen Endgerät um ein in ein zellulares Netz eingebuchtes Mobilfunkgerät handelt, ist eine andere mögliche Ausbildungsform dadurch gegeben, dass das entsprechende Mobilfunkgerät die mit den Daten zum Bahnhof oder zum Verkehrsmittel zu verknüpfenden Lokalisierungsdaten als Zellinformation von Netzeinrichtungen des betreffenden zellularen Netzes empfängt.

[0011] Die Informationen zum jeweiligen Bahnhof, also beispielsweise dem Abfahrtsbahnhof, oder zu dem Verkehrsmittel, beispielsweise Informationen zur Wagenreihung, welche mit den Lokalisierungsdaten zu verknüpfen sind, können beispielsweise durch den Fahrgast vor Fahrtantritt in seinem mobilen Endgerät hinterlegt werden. Dies kann einerseits durch manuelle Eingabe geschehen oder aber durch Übertragung von einem PC, welcher beispielsweise für die der Fahrt zugrunde liegende Reisebuchung verwendet wurde. Angaben, wie das Gleis und damit der Bahnsteig, von welchem beispielsweise ein Zug abfährt, oder über die Wagennummer, in welchem ein Sitzplatz für den Fahrgast reserviert ist, sind in diesem Falle jedoch statischer Natur. Die Flexibilität des Verfahrens ist daher gemäß einer solchen Verfahrensgestaltung noch insoweit eingeschränkt, als zum Beispiel auf eventuelle Veränderungen des Abfahrtsbahnsteigs oder der Wagenreihung nicht reagiert werden kann.

[0012] Die mit den Lokalisierungsinformationen zu verknüpfenden Daten können gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung des Verfahrens auch von Einrichtungen mindestens eines Informationsanbieters (bei welchem es sich beispielsweise um den Betreiber eines Bahnhofs oder um den Anbieter der Transportdienstleistung handelt) über eine Funkverbindung auf das mobile Endgerät übertragen werden. Dies kann gegebenenfalls im Zusammenhang mit einer Reisebuchung erfolgen, wobei jedoch im Falle einer Beschränkung auf eine solche Vorgehensweise auf dem mobilen Endgerät ebenfalls nur statische Daten zur Verknüpfung mit der Lokalisierungsinformation zur Verfügung stehen würden.

[0013] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausbildungsform der Erfindung ist es daher vorgesehen, dass die Daten von den Einrichtungen des Informationsanbieters während der Anwesenheit des Fahrgasts im Bereich eines Bahnhofs und/oder in einem öffentlichen Verkehrsmittel auf dessen mobiles Endgerät übertragen werden. Gegebenenfalls werden dabei bereits auf dem betreffenden Endgerät vorhandene Daten aktualisiert, welches somit über dynamische Daten zum jeweiligen Bahnhof oder Verkehrsmittel verfügt. Die Anwesenheit des Fahrgasts im Bereich des betreffenden Bahnhofs und/oder in dem entsprechenden Verkehrsmittel wird bei dieser Verfahrensgestaltung durch dessen mobiles Endgerät auf der Grundlage der an diesem vorliegenden Lokalisierungsinformationen an die Einrichtungen des jeweiligen Informationsanbieters signalisiert.

[0014] Die im Ergebnis der Verknüpfung der Lokalisierungsdaten mit den Daten zu einem Bahnhof oder Verkehrsmittel gewonnenen Leitinformationen werden für den Fahrgast, in Abhängigkeit der Art des von ihm mitgeführten mobilen Endgeräts, durch das betreffende Endgerät vorzugsweise auf einem Display visualisiert. Darüber hinaus ist aber auch die Ausgabe akustischer oder taktiler Leitinformationen möglich. Hieraus ergibt sich der weitere Vorteil, dass insbesondere auch Menschen mit einem Handicap, wie beispielsweise einer Sehbehinderung, durch das erfindungsgemäße Verfahren beim Auffinden des jeweils von ihnen für die Reise zu nutzenden Verkehrsmittels und gegebenenfalls auch des darin für sie reservierten Platzes unterstützt werden können.

[0015] Ein die Aufgabe lösendes System, welches zur Durchführung des Verfahrens entsprechend einer bevorzugten Ausgestaltung ausgebildet ist, bei welcher die mit den Lokalisierungsinformationen zu verknüpfenden Informationen über den jeweiligen Bahnhof und/oder das jeweilige Verkehrsmittel durch Einrichtungen mindestens eines Informationsanbieters über eine Funkverbindung auf das mobile Endgerät des Fahrgasts übertragen werden, ist als eine Client-Server-Architektur realisiert. Diese umfasst einen Client, welcher durch ein von einem Fahrgast mitzuführendes mobiles Endgerät mit einer Zentralverarbeitungseinheit und einer auf diesem Endgerät ablaufende Software ausgebildet ist, sowie mindestens einen mit dem Client über Funk in einer temporären Wirkverbindung stehenden Server. Erfindungsgemäß besteht dabei die Wirkverbindung zwischen dem Client und dem mindestens einen Server während der Anwesenheit des Clients in einem von dem Fahrgast genutzten öffentlichen Verkehrsmittel und/oder der Anwesenheit des Clients im Bereich eines Abfahrts- oder Ankunftsbahnhofs für ein solches öffentliches Verkehrsmittel. Der mindestens eine Server hat zudem Zugriff auf Speichermittel, in denen die von dem Server auf den Client zu übertragenden Daten mindestens einer der eingangs zum Verfahren genannten Kategorien gehalten sind.

[0016] Wie bereits zum Verfahren ausgeführt, kann es sich bei dem vorstehend angesprochenen mobilen Endgerät des erfindungsgemäßen Systems entsprechend einer Ausbildungsform um ein Mobilfunkgerät handeln. Dieses oder auch ein andersartiges mobiles Endgerät als Teil des erfindungsgemäßen Systems ist vorzugsweise mit Mitteln zum Empfang von satellitengestützten Positionsdaten, wie zum Beispiel GPS-Daten ausgestattet.

[0017] Bei speziellen insbesondere für die Nutzung im Zusammenhang mit mehrere Wagen aufweisenden Verkehrsmitteln, wie Zügen, vorgesehenen Ausbildungsformen der Erfindung sind der mindestens eine Server oder Einheiten dieses Serververs innerhalb des von dem Fahrgast genutzten Verkehrsmittels beziehungsweise in einem oder mehreren Wagen des betreffenden Verkehrsmittels angeordnet.

[0018] Aspekte der Erfindung sollen nochmals anhand eines Ausführungsbeispiels mit Hilfe des in der Fig. 1 wiedergegebenen Strukturschaubilds erläutert werden. Dabei werden durch das Strukturschaubild gemäß Fig. 1 sowohl Komponenten des erfindungsgemäßen Systems symbolisiert als auch Abläufe des von diesem System ausgeführten Verfahrens dargestellt. Das in der Fig. 1 gezeigte Beispiel geht von einer Ausbildungsform der Erfindung aus, bei welcher das Verfahren mit Hilfe eines von dem Fahrgast mitgeführten Mobilfunkgeräts beziehungsweise Handys ausgeführt wird. Demgemäß werden in einem ersten Schritt Reiseinformationen in Form statischer Daten auf das betreffende Mobilfunkgerät übertragen. Hierbei handelt es sich neben einer Abfahrts- und Ankunftszeit vorzugsweise um Angaben über einen Bahnsteig, von welchem das von dem Fahrgast zu nutzende Verkehrsmittel, beispielsweise der von ihm zu nutzende Fernzug, abfährt und um Angaben zu einem in diesem Verkehrsmittel für den Fahrgast reservierten Sitzplatz. Die betreffenden Angaben können dabei beispielsweise durch den Fahrgast selbst per Tastatur in das Mobilfunkgerät eingegeben oder aber von einem PC, mittels welchem eine Reisebuchung vorgenommen wurde, über entsprechende Schnittstellen auf das Mobilfunkgerät übertragen werden. Insoweit sind hierzu, wie auch an anderer Stelle, in der Zeichnung jeweils mehrere Datenübertragungsmöglichkeiten beziehungsweise Datenübertragungswege dargestellt, welche jeweils alternativ oder einander ergänzend zur Anwendung gelangen können. Das betreffende Mobilfunkgerät ist vorzugsweise mit einer Einheit zum Empfangen und zur Verarbeiten von Daten eines Systems zur satellitengestützten Positionsbestimmung, also beispielsweise mit einer GPS-Einheit ausgestattet.

[0019] Ferner werden auf das Mobilfunkgerät Daten zur baulichen Beschaffenheit des Abfahrtsbahnhofs übertragen. Dies kann ebenfalls bereits vor Reiseantritt erfolgen oder aber, indem die entsprechenden Daten durch dafür vorgesehene Einrichtungen des Bahnhofsbetreibers oder des Transportdienstleisters auf das Mobilfunkgerät übertragen werden, sobald dieses den entsprechenden Einrichtungen signalisiert, dass es sich in der Nähe des Bahnhofs, im Bahnhof oder in einem Verkehrsmittel befindet. Durch Verknüpfung der auf dem Mobilfunkgerät vorliegenden Lokalisierungsinformationen mit den vor Reisenantritt erhaltenen Informationen über eine Wagenreservierung und/oder den Abfahrtsbahnsteig ist es der Zentralverarbeitungseinheit des Mobilfunkgeräts bei Ausführung einer entsprechenden Client-Software möglich, Leitinformationen abzuleiten, mit Hilfe welcher der Fahrgast zum entsprechenden Abfahrtsbahnsteig und gegebenenfalls bis hin zu seinem in dem zu benutzenden Verkehrsmittel gebuchten Platz geführt wird. Um diese Vorgänge zu flexibilisieren, ist es entsprechend dem dargestellten Ausführungsbeispiel der Erfindung darüber hinaus vorgesehen, dass die Einrichtungen des Informationsanbieters, also entsprechende Server des Bahnhofsbetreibers und/oder des Betreibers des Verkehrsmittels dynamische Daten auf das Mobilfunkgerät des Fahrgasts übertragen. Durch solche dynamischen Daten kann beispielsweise auf sich eventuell hinsichtlich der Wagenreihung oder des Abfahrtsbahnsteigs ergebende betriebsbedingte Änderungen reagiert werden. Durch Verknüpfung dieser dynamischen Daten mit den Lokalisierungsdaten des Mobilfunkgeräts wird dabei sichergestellt, dass der Fahrgast auch im Falle des Eintretens derartiger Änderungen zuverlässig zu seinem Verkehrsmittel beziehungsweise seinem reservierten Sitzplatz im Verkehrsmittel geleitet wird. Im Hinblick auf eine platzgenaue Leitinformation kann es dabei vorgesehen sein, dass in den einzelnen Wagen eines Zuges Einheiten eines Servers des Verkehrsmittelbetreibers angeordnet sind, wie zum Beispiel Identifikationsmodule, welche Daten über ihre Identität, wie beispielsweise die Wagennummer, und die Sitzverteilung innerhalb des Wagens an das Mobilfunkgerät des Fahrgasts übertragen.


Ansprüche

1. Verfahren zur Unterstützung der Orientierung im öffentlichen Personenverkehr unter Nutzung mobiler Endgeräte, nach welchem einem öffentliche Verkehrsmittel benutzenden Fahrgast Reiseinformationen an einem von diesem Fahrgast mitgeführten, zur Durchführung des Verfahrens ausgebildeten mobilen Endgerät ausgegeben werden, dadurch gekennzeichnet, dass

a) Daten zu mindestens einer der nachfolgend genannten Kategorien auf das mobile Endgerät des Fahrgastes übertragen werden, nämlich

i. Daten über Abfahrts- und Ankunftszeiten von dem Fahrgast bei einer Reise zu nutzender Verkehrsmittel und zu in diesen Verkehrsmitteln gegebenenfalls gebuchten Sitzplätzen,

ii. Daten über einen Abfahrts- oder Ankunftsbahnsteig eines jeweiligen der gemäß vorstehendem Punkt von dem Fahrgast zu nutzenden Verkehrsmittel innerhalb eines Abfahrts- oder Ankunftsbahnhofs,

iii. Daten über die organisatorische und/oder bauliche Beschaffenheit eines Abfahrts- oder Ankunftsbahnhofs,

iv. Daten über die Wagenreihung eines von dem Fahrgast zu nutzenden, mehrere Wagen aufweisenden Verkehrsmittels,

v. Daten zur Positionierung einzelner Wagen eines von dem Fahrgast zu nutzenden Verkehrsmittels an einem Abfahrts- oder Ankunftsbahnsteig

vi. Daten zur Position eines von dem Fahrgast gebuchten Sitzplatzes innerhalb eines von ihm zu nutzenden Verkehrsmittels oder innerhalb eines Wagens dieses Verkehrsmittels,

b) die gemäß a) empfangenen Daten mit Lokalisierungsdaten zum jeweiligen momentanen Aufenthaltsort des mobilen Endgeräts verknüpft werden,

c) aus der gemäß b) erfolgenden Verknüpfung der Daten Leitinformationen gewonnen und an dem mobilen Endgerät ausgegeben werden, durch welche der Fahrgast zum Abfahrtsbahnsteig, einem Einstieg des nächsten von ihm zu nutzenden Verkehrmittels oder zu einem Bahnhofsausgang geleitet wird.


 
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Verknüpfung der Lokalisierungsdaten mit den anderen zur Ableitung der Leitinformationen verwendeten Daten zumindest teilweise auf dem mobilen Endgerät erfolgt.
 
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Verknüpfung der Lokalisierungsdaten mit den anderen zur Ableitung der Leitinformationen verwendeten Daten auf einem zentralen Server erfolgt wobei die Lokalisierungsdaten zu seinem jeweiligen momentanen Aufenthaltsort von dem betreffenden Endgerät zusammen mit den mit ihnen zu verknüpfenden Daten an den zentralen Server übermittelt werden und dieser das Ergebnis der Datenverknüpfung zur Ausgabe der Leitinformationen auf das mobile Endgerät überträgt.
 
4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, dass das mobile Endgerät die mit den Daten zum jeweiligen Bahnhof oder Verkehrsmittel zu verknüpfenden Lokalisierungsdaten als von einem System zur satellitengestützten Positionsbestimmung empfängt.
 
5. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, wobei es sich bei dem mobilen Endgerät um ein in ein zellulares Netz eingebuchtes Mobilfunkgerät handelt, dadurch gekennzeichnet, dass das Mobilfunkgerät die von ihm mit den Daten zum jeweiligen Bahnhof oder Verkehrsmittel zu verknüpfenden Lokalisierungsdaten als Zellinformation von Netzeinrichtungen des betreffenden zellularen Netzes empfängt.
 
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Daten zum jeweiligen Bahnhof oder Verkehrsmittel von Einrichtungen mindestens eines Informationsanbieters über eine Funkverbindung auf das mobile Endgerät übertragen werden.
 
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Daten im Zusammenhang mit einer mittels des mobilen Endgeräts über eine Verbindung zu Einrichtungen des Informationsanbieters erfolgenden Reisebuchung auf das mobile Endgerät übertragen werden.
 
8. Verfahren nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Daten von den Einrichtungen des Informationsanbieters während der Anwesenheit des Fahrgastes im Bereich eines Bahnhofs und/oder in einem öffentlichen Verkehrsmittel auf das mobile Endgerät übertragen oder dazu bereits auf dem betreffenden Endgerät vorhandene Daten aktualisiert werden, wobei das mobile Endgerät den Einrichtungen des Informationsanbieters seine Anwesenheit im Bereich des betreffenden Bahnhofs und/oder in dem betreffenden Verkehrsmittel signalisiert.
 
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Leitinformationen für den Fahrgast auf dem von ihm mitgeführten mobilen Endgerät visualisiert werden.
 
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Leitinformationen für den Fahrgast auf dem von ihm mitgeführten mobilen Endgerät in Form akustischer Signale ausgegeben werden.
 
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Leitinformationen für den Fahrgast auf dem von ihm mitgeführten mobilen Endgerät in Form taktiler Signale ausgegeben werden.
 
12. System zur Unterstützung der Orientierung eines Fahrgasts im öffentlichen Personenverkehr gemäß dem Verfahren nach Anspruch 8, bestehend aus einem Client, der von einem durch den Fahrgast mitzuführenden mobilen Endgerät mit Mitteln zum Empfang von Lokalisierungsdaten zum jeweiligen Aufenthaltsort des mobilen Endgeräts, mit einer Verarbeitungseinheit und mit einer von der Verarbeitungseinheit verarbeitbaren Clientsoftware gebildet ist und aus mindestens einem, zur funkgestützten Übertragung von Daten mit dem Client temporär in einer Wirkverbindung stehenden Server, dadurch gekennzeichnet, dass die Wirkverbindung zwischen dem Client und dem mindestens einen Server während der Anwesenheit des Clients in einem von dem Fahrgast genutzten öffentlichen Verkehrsmittel und/oder während der Anwesenheit des Clients im Bereich eines Abfahrts- oder Ankunftsbahnhofs für ein solches öffentliches Verkehrsmittel besteht und dass der mindestens eine Server über einen Zugriff auf Speichermittel verfügt, in denen von dem Server auf den Client zu übertragende Daten mindestens einer der nachfolgend genannten Kategorien gehalten sind

a) Daten über Abfahrts- und Ankunftszeiten von dem Fahrgast bei seiner jeweiligen Reise zu nutzender Verkehrsmittel und Daten zu in diesen Verkehrsmitteln gegebenenfalls gebuchten Sitzplätzen,

b) Daten über den Abfahrts- oder Ankunftsbahnsteig eines jeweiligen, von dem Fahrgast gemäß Punkt a) genutzten Verkehrsmittels innerhalb des Abfahrts- oder Ankunftsbahnhofs,

c) Daten über die organisatorische und/oder bauliche Beschaffenheit des Abfahrts- oder Ankunftsbahnhofs,

d) Daten über die Wagenreihung des von dem Fahrgast genutzten Verkehrsmittels,

e) Daten zur Positionierung einzelner Wagen des von dem Fahrgast genutzten Verkehrsmittels an dem Abfahrts- oder Ankunftsbahnsteig,

f) Daten zur Position eines von dem Fahrgast gebuchten Sitzplatzes innerhalb des von ihm genutzten Verkehrsmittels oder innerhalb eines Wagens dieses Verkehrsmittels.


 
13. System nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem mobilen Endgerät um ein Mobilfunkgerät handelt.
 
14. System nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass das mobile Endgerät über Mittel zum Empfang von Daten eines Systems zur satellitengestützten Positionsbestimmung verfügt.
 
15. System nach einem der Ansprüche 12 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Server oder periphere Einheiten des Serververs innerhalb des von dem Fahrgast genutzten Verkehrsmittels angeordnet sind.
 
16. System nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass, sofern das von dem Fahrgast genutzte Verkehrsmittel mehrere Wagen aufweist, in mehreren Wagen dieses Verkehrsmittels Server des Systems oder periphere Einheiten mindestens eines Servers des Systems angeordnet sind.
 




Zeichnung







Recherchenbericht