[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines wärmeempfindlichen Aufzeichnungsmaterials
mit einem Substrat und einer Farbbildner und Farbakzeptoren enthaltenden wärmeempfindlichen
Aufzeichnungsschicht, wobei zwischen Substrat und wärmeempfindlicher Aufzeichnungsschicht
eine Hohlkörperpigmente umfassende Zwischenschicht ausgebildet ist.
[0002] Ein wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial der genannten Art ist beispielsweise
aus der
EP-A-0 570 186 bekannt. Hier soll die Zwischenschicht des bekannten wärmeempfindlichen Aufzeichnungsmaterials
vernetzte Polymerteilchen mit einem Teilchendurchmesser von 0,2 bis 5,0 µm sowie zusätzlich
ein anorganisches Pigment enthalten, wobei das Letztgenannte über eine Ölabsorption
von weniger als 170 ml/100 g verfügt. Die Schrift offenbart ein Abmischungsverhältnis
von organischen Polymerteilchen zu anorganischem Pigment im Bereich von 1 : 1 bis
1 : 9. Hinsichtlich der Fragestellung, ob es sich um Polymerteilchen mit einer Hohlraumstruktur
handelt, enthält diese Schrift keinerlei Angaben. Die Wirkung der Zwischenschicht
wird in der Schrift dadurch erklärt, dass die organischen und anorganischen Pigmentteilchen
eine wechselseitige Wirkung besitzen und Unregelmäßigkeiten an der Oberfläche des
als Substrat eingesetzten Papiers ausgeglichen bzw. geglättet werden. Eine Penetration
der die Aufzeichnungsschicht bildenden Komponenten in das Substrat soll so unterdrückt
und eine wärmeisolierende Schicht mit hohem Hohlraumverhältnis erhalten werden.
[0003] Mit der
US 200610240981 A1 liegt eine Schrift vor, mit der ein wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial mit
neuartigem Farbakzeptor in der Aufzeichnungsschicht vorgeschlagen wird. Hinsichtlich
des Aufbaus dieses wärmeempfindlichen Aufzeichnungsmaterials und insbesondere hinsichtlich
der Komponenten der Aufzeichnungsschicht soll nach Möglichkeit keinerlei Einschränkung
- aber damit auch keinerlei Lehre - offenbart werden: so soll die Aufzeichnungsschicht
praktisch alle bekannten Farbbildner, alle bekannten Bindemittel und zahllose Zusatzstoffe
aufweisen und durch alle bekannten Auftragsaggregate aufgebracht sein können. Im Sinne
dieser Offenbarung kann das bekannte Aufzeichnungsmaterial auch eine mittels Curtain
Coater aufgebrachte Aufzeichnungsschicht aufweisen, die Polyvinylalkohol als Bindemittel
und Borsäure als Zusatzstoff aufweist. Wie eine Streichfarbe mit diesen Komponenten
mittels Curtain Coater zur Ausbildung der Aufzeichnungsschicht aufgebracht werden
soll, verrät die Schrift genauso wenig, wie Einzelheiten, ob ein solches Aufzeichnungsmaterial
dann noch zusätzlich Zwischenschicht und Schutzschicht aufweisen soll.
[0004] Gegenstand der
EP 1 738 920 A1 ist ein wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial, dessen Aufzeichnungsschicht neben
Leukofarbstoffen und Farbakzeptoren auch Polyvinylalkohol aufweisen kann. Eine optional
unterhalb der Aufzeichnungsschicht ausgebildete Zwischenschicht kann organische Holhlkörperpigmente
aufweisen, die zusätzliche Einbindung von Borsäure in die Zwischenschicht kann der
Schrift nicht entnommen werden.
[0005] Mit den beiden Schriften
EP 1 348 569 A2 und EP 1 254 780 A2 werden wärmeempfindliche Aufzeichnungsmaterialien vorgeschlagen, deren Aufzeichnungsschichten
jeweils eingekapselte farbbildende Komponenten aufweisen. Während die erste Schrift
für das Aufzeichnungsmaterial noch eine Zwischenschicht mit Borsäure als mögliche
Variante erwähnt, bevorzugt die zweite Schrift eher die Einbindung von Borsäure in
einer Schutzschicht. In welcher Form die einzelnen Schichten aufgebracht werden, gehört
nicht zum Offenbarungsgehalt der genannten Schriften.
[0006] Schließlich wird in der
JP 02 121879 A ein Aufzeichnungsmaterial mit Borsäure enthaltender Zwischenschicht und wärmeempfindlicher
Aufzeichnungsschicht vorgeschlagen. Der Zusammenfassung dieser Schrift ist kein Hinweis
zu entnehmen, welche weiteren Komponenten die Zwischenschicht aufweist und in welcher
Form die Aufzeichungsschicht ausgebildet wird.
[0007] Aus der
DE-A-39 01 234 ist ein wärmeempfindliches Aufzeichnungsmaterial bekannt, bei dem in einer Zwischenschicht
ein aufgeschäumter Anteil mit winzigen Zwischenräume vorgesehen ist. Dazu wird in
einem der offenbarten Verfahren vorgeschlagen, winzige Kunststoff-Hohlteilchen aus
thermoplastischem Material in expandiertem Zustand in eine solche Zwischenschicht
einzubringen, wobei in den hergestellten Teilchen Luft oder andere Gase enthalten
sind. Gemäß einer weiteren Verfahrensvariante ist eine Zwischenschicht vorgesehen,
die einen expandierbaren Kunststofffüllstoff enthält, der Hohlteilchen aus einem thermoplastischen
Material und ein in diesen Teilchen enthaltendes Lösungsmittel mit einem niedrigen
Siedepunkt umfasst. Beim Erhitzen expandiert die Zwischenschicht und es entstehen
gewisse Hohlräume. Schließlich wurde auch eine Zwischenschicht vorgeschlagen, die
ein Treibmittel und ein thermoplastisches Material enthält. Bei Erhitzung entsteht
so eine Zwischenschicht mit zellenförmiger Struktur.
[0008] Die Zwischenschicht kann auf eine das Substrat abdeckenden Grundschicht aufgetragen
werden, die anorganisches Pigment und Bindemittel enthält. Für die Zumischung von
anorganischem Pigment zur Zwischenschicht findet sich in der Schrift keine Offenbarung.
[0009] Die bekannten wärmeempfindlichen Aufzeichnungsmaterialien konnten hinsichtlich ihres
Erscheinungsbildes in weiten Bereichen ihrer möglichen Anwendungsgebiete durchaus
überzeugen, jedoch stellt das Problem einer solchen Auflösung des Wärme induzierten
Druckbildes, die auch die Darstellung von Barcodes ermöglicht, welche ohne Schwierigkeiten
ausgelesen werden können, die Entwickler immer wieder vor große Schwierigkeiten. Die
Barcodes müssen gestochen scharf dargestellt werden: Fehlstellen in der Darstellung
der Barcodes, so genannte Missing Dots, führen sofort zu Schwierigkeiten im Erkennen
der Barcodes, was Störungen zur Folge hat in den Unternehmen, die Barcode-Kennzeichnungen
auf ihren Produkten benutzen. Auch müssen die Barcodes eine große Druckdichte aufweisen,
müssen also auch bei schneller Bedruckung mittels Thermodruckkopf ausreichend schwarz
sein, damit die Barcode-Erkennung ohne jegliche Schwierigkeiten funktioniert.
[0010] Zur Lösung für die obigen Probleme wird ein Verfahren zur Herstellung eines wärmeempfindlichen
Aufzeichnungsmaterials mit einem Substrat und einer Farbbildner und Farbakzeptoren
enthaltenden wärmeempfindlichen Aufzeichnungsschicht vorgeschlagen, wobei zwischen
Substrat und wärmeempfindlicher Aufzeichnungsschicht eine Hohlkörperpigmente umfassende
Zwischenschicht ausgebildet wird. Kennzeichnend für das neue Verfahren zur Herstellung
eines wärmeempfindlichen Aufzeichnungsmaterials ist die Kombination der Merkmale,
□ dass die Zwischenschicht ferner
- mindestens eine Komponente aufweist, ausgesucht aus der Liste, umfassend Borsäure
und (Di-)Natriumtetraborat-Decahydrat,
- ein Bindemittel umfasst, ausgewählt aus der Gruppe, umfassend Styrol-Butadien-Latex,
Stärke, Carboxy-Methyl-Cellulose und Cellulosederivate, und
□ dass die wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht mittels Schlitzgießer, sogenannter
Curtain Coater, oder Gleitflächengießer, sogenannter Slid (Curtain) Coater, aufgebracht
wird.
[0011] Dabei ist es von entscheidender Bedeutung, dass alle vorgenannten Merkmale miteinander
kombiniert werden, da nur allein durch die Merkmalskombination die Aufgabe überzeugend
gelöst werden kann.
[0012] Die Einbindung von Hohlkörperpigmenten, besser organischen Hohlkörperpigmenten, in
die Zwischenschicht ist wesentlich für die vorliegende Erfindung, da solche organischen
Hohlkörperpigmente in einem besonderen Maße einem hohen Wärmereflexionsvermögen der
Zwischenschicht zuträglich sind. Die in einer Zwischenschicht eines wärmeempfindlichen
Aufzeichnungsmaterials angeordneten organischen Hohlkörperpigmente weisen in ihrem
Inneren Luft auf, die einen guten Wärmeisolator darstellt. Die so als Wärmereflexionsschicht
optimierte Zwischenschicht erhöht das Ansprechverhalten der Aufzeichnungsschicht gegenüber
Wärme: die vom Thermokopf während des Druckprozesses emittierte Wärme bewirkt folglich
zum einen unmittelbar den Farbbildungseffekt in der wärmeempfindlichen Aufzeichnungsschicht
und zum anderen nach Reflexion an der Zwischenschicht bei erneutem Durchgang durch
die wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht. Durch diese zweifache Ausnutzung der vom
Thermokopf emittierten Wärme wird das Auflösungsvermögen des wärmeempfindlichen Aufzeichnungsmaterials
deutlich erhöht. Ferner vermögen diese Zusammenhänge die Druckgeschwindigkeit im Thermodrucker
nach oben zu setzen.
[0013] Da der Thermokopf während des wärmeinduzierten Druckprozesses in der wärmeempfindlichen
Aufzeichnungsschicht ein Schmelzen der wachsartigen Bestandteile in der Aufzeichnungsschicht
bewirkt, ist es zweckdienlich, wenn die Zwischenschicht neben den organischen Hohlkörperpigmenten
auch anorganische Pigmente enthält.
[0014] Die anorganischen Pigmente dieser Zwischenschicht bewirken eine Absorption der Schmelze.
Es ist dabei besonders vorteilhaft, wenn die Pigmente der Zwischenschicht eine Ölabsorption
von mindestens 80 cm
3/100 g und noch besser von 100 cm
3/100 g, bestimmt nach der japanischen Norm JIS K 5101, aufweisen. Kalzinierter Kaolin,
Kalziumkarbonat, Siliziumdioxid und Kaolin haben sich aufgrund ihres großen Absorptionsvermögens
besonders bewährt. Auch Mischungen aus mehreren verschiedenartigen anorganischen Pigmenten
sind vorstellbar.
[0015] Das Mengenverhältnis zwischen organischen Hohlkörperpigmenten und anorganischen Pigmenten
ist ein Kompromiss der von den beiden Pigmentarten bewirkten Effekte, der besonders
vorteilhaft gelöst wird, wenn die Pigmentmischung zu 15 bis 70 Gewichtsteilen bzw.
besser zu 20 bis 60 Gewichtsteilen aus organischem Hohlkörperpigment und zu 85 bis
30 Gewichtsteilen bzw. besser zu 80 bis 40 Gewichtsteilen aus anorganischem Pigment
besteht. Ganz besonders bevorzugt ist es, wenn die Pigmentmischung zu 45 bis 55 Gewichtsteilen
aus organischem Hohlkörperpigment und zu 55 bis 45 Gewichtsteile aus anorganischem
Pigment besteht. Dabei beziehen sich die Angaben zu den Gewichtsteilen hier auf den
Gesamtpigmentanteil in der Zwischenschicht, womit sich die Gewichtsteile aus organischen
Hohlkörperpigmenten und anorganischen Pigmenten jeweils auf 100 Gewichtsteile addieren.
[0016] Grundsätzlich kann der Anteil an organischen Hohlkörperpigmenten gezielt und bevorzugt
auf einen Anteil über 60 Gewichtsteile bis auf 100 Gewichtsteile, bezogen auf Gesamtpigmentanteil
in der Zwischenschicht, festgelegt werden, sofern das erfindungsgemäße Aufzeichnungsmaterial
eine die wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht abdeckende Schutzschicht aufweist,
die anorganische Pigmente mit einer Ölabsorption möglichst in einem Bereich von größer
100 cm
3/100 g, bestimmt nach der japanischen Norm JIS K 5101, enthält.
[0017] Die organischen Hohlkörperpigmente weisen eine Wandung aus thermoplastischem Harz
auf, der bevorzugt (Meth)Acrylnitril-Copolymer, Polyvinylchlorid, Polyvinylidenchlorid,
Polystyrol, Styrolacrylat, Polyacrylnitril oder Polyacrylsäureester umfasst. Pigmentmischungen
aus unterschiedlichen organischen Hohlkörperpigmenten sind vorstellbar. Eine Glasübergangstemperatur
größer oder gleich 100°C und bevorzugt größer oder gleich 105°C wurde als positiv
erkannt, weil unterhalb dieser Temperaturen ein erhöhter Vergilbungsgrad des erfindungsgemäßen
Aufzeichnungsmaterials festgestellt wurde.
[0018] Die Teilchengröße der organischen Hohlkörperpigmente liegt idealerweise in einem
Bereich von 0,4 µm bis kleiner 1,5 µm, besonders bevorzugt ist ein Bereich von 0,9
µm bis 1,2 µm. Teilchengrößen unterhalb von 0,4 µm können zum Teil mit erheblichen
Nachteilen auf Grund rheologischer Verarbeitungsschwierigkeiten verbunden sein. Teilchengrößen
oberhalb von 1,5 µm zeigen ein zu grobkörniges Verhalten und verhindern eine bevorzugte
egalisierende Wirkung der Zwischenschicht. Für die anorganischen Pigmente empfiehlt
sich besonders eine Teilchengröße von kleiner 2 µm, ganz besonders bevorzugt in einem
Bereich von 0,75 µm bis 1,8 µm, wobei die genannten Werte für die Teilchengröße sowohl
bei den organischen Hohlkörperpigmenten wie auch bei den anorganischen Pigmenten als
D
50-Werte zu verstehen sind. In Versuchen zeigte es sich als vorteilhaft, wenn das Verhältnis
der Teilchengröße des organischen Hohlkörperpigments zur Teilchengröße des anorganischen
Pigments in einem Bereich von 1 : 0,75 bis 1 : 2 und noch besser in einem Bereich
von 1 : 1,5 bis 1 : 1,9 liegt.
[0019] Ein erfindungskennzeichnendes Merkmal des vorgeschlagenen Verfahrens zur Herstellung
eines wärmeempfindlichen Aufzeichnungsmaterials ist die Einbindung einer Komponente,
ausgesucht aus der Liste, umfassend Borsäure und (Di-)Natriumtetraborat-Decahydrat
- das ist Borax, in die Zwischenschicht. Die beiden Komponenten, die allein oder auch
in Kombination untereinander verwendet werden können, bewirken eine besonders gute
Lagenhaftung zwischen der organische Hohlkörperpigmente aufweisenden Zwischenschicht
und der darauf ausgebildeten Farbbildner und Farbakzeptoren enthaltenden wärmeempfindlichen
Aufzeichnungsschicht, was in zahlreichen Versuchen mit und ohne die beiden Komponenten
in der Zwischenschicht herausgefunden wurde. Der Anteil von Borsäure und/oder Borax
in der Zwischenschicht beträgt bevorzugt zwischen 0,5 und 5 Gewichtsteile, bezogen
auf 100 Gewichtsteile Pigment.
[0020] Eine gute Verankerung der organische Hohlkörperpigmente aufweisenden Zwischenschicht
mit der wärmeempfindlichen Aufzeichnungsschicht bei Verwendung von Borsäure und/oder
Borax in der Zwischenschicht wird durch die Einbindung von Polyvinylalkohol in der
Aufzeichnungsschicht begünstigt. Dabei kann der Pollyvinylalkohol als Binder in der
Aufzeichnungsschicht von Beginn an eingearbeitet sein, genauso ist eine Eindiffundierung
des Polyvinylalkohols aus einer die Aufzeichnungsschicht abdeckenden Schutzschicht
oder aus einer zwischen einer solchen Schutzschicht und der Aufzeichnungsschicht vorzusehenden
Diffusionsschicht möglich. In allen Fällen weist die Aufzeichnungsschicht schließlich
Polyvinylalkohol auf, der dann mit der Borsäure bzw. dem Borax, der aus der Zwischenschicht
in die Aufzeichnungsschicht hineindiffundiert, vernetzend reagiert.
[0021] Im Sinne der vorherigen Ausführungen ist es eine erste bevorzugte Ausführungsvariante,
wenn die wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht als Bindemittel Polyvinylalkohol umfasst.
Bei einer zweiten bevorzugten Ausführungsvariante, die alternativ oder ergänzend zur
ersten Ausführungsvariante zu betrachten ist, wird die wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht
durch eine Schutzschicht abgedeckt, wobei die Schutzschicht Polyvinylalkohol enthält.
Eine dritte bevorzugte Ausführungsvariante, die alternativ oder ergänzend zur ersten
und zur zweiten Ausführungsvariante zu betrachten ist, sieht die Ausbildung einer
Diffusionsschicht zwischen wärmeempfindlicher Aufzeichnungsschicht und Schutzschicht
vor, wobei die Diffusionsschicht in erster Linie und hauptsächlich aus Polyvinylalkohol
besteht.
[0022] Der Polyvinylalkohol kann für alle beschriebenen Ausführungsvarianten ein handelsüblicher
nicht-modifizierter Polyvinylalkohol, beispielsweise NM11, sein. In Versuchen zeigte
es sich mitunter als besonders vorteilhaft, wenn der Polyvinylalkohol ein
- mit Carboxylgruppen oder mit Carbonylgruppen modifizierter,
- mit Silanolgruppen modifizierter,
- oder Diaceton-modifizierter
Polyvinylalkohol ist, weshalb solche Polyvinylalkohole als besonders bevorzugt gelten.
Auch die Mischung von unterschiedlich modifizierten Polyvinylalkoholen in den unterschiedlichen
Schichten ist nicht nur vorstellbar, sondern gilt als bevorzugt. So konnten beispielsweise
sehr gute Ergebnisse erzielt werden, wenn eine Mischung aus mit Carbonylgruppen modifiziertem
Polyvinylalkohol und mit Silanolgruppen modifiziertem Polyvinylalkohol benutzt wird.
[0023] Ein weiteres erfindungskennzeichnendes Merkmal für das hier vorgeschlagene Verfahren
zur Herstellung eines wärmeempfindlichen Aufzeichnungsmaterials ist, dass die wärmeempfindliche
Aufzeichnungsschicht mittels Schlitzgießer, sogenannter Curtain Coater, oder mittels
Gleitflächengießer, sogenannter Slid (Curtain) Coater, aufgebracht wird.
[0024] Bei den so genannten Schlitzgießern tritt das flüssige Beschichtungsmaterial durch
einen nach unten gerichteten, quer über das zu beschichtende bahnförmige Trägermaterial
angeordneten Auslassspalt aus und bildet dort unmittelbar den frei fallenden Flüssigkeitsvorhang
aus. Bei den so genannten Gleitflächengießer wird das flüssige Beschichtungsmaterial
zunächst auf eine abwärts geneigte Gleitfläche aufgegeben, wo die Flüssigkeit in einem
dünnen Film unter dem Einfluss der Schwerkraft die Gleitfläche hinab fließt und an
deren Ende den frei fallenden Flüssigkeitsvorhang ausbildet. Der Farbvorhang trifft
entlang der Benetzungslinie auf das Trägermaterial, das im vorliegenden Fall Substrat
und die Zwischenschicht umfasst. Im Sinne der vorliegenden Erfindung ist dabei als
Benetzungslinie die quer über die Bahn des Trägermaterials verlaufende, im Idealfall
statische und geradlinige Schnittachse des Flüssigkeitsvorhangs mit der kontinuierlich
bewegten Trägerbahn zu verstehen.
[0025] Herausragender Vorteil der Gleitflächengießer ist insbesondere, dass mehr als ein
Beschichtungsmaterial simultan auf das Trägermaterial abgelegt werden kann. Im vorliegenden
Fall bedeutet dies, dass neben der wärmeempfindlichen Aufzeichnungsschicht die optional
vorgesehene Schutzschicht und gegebenenfalls auch noch die zwischen Aufzeichnungsschicht
und Schutzschicht vorgesehene Diffusiuonsschicht in einem einzigen Arbeitsgang mit
einem einzigen Gleitflächengießer auf das mit der Zwischenschicht versehenen Substrat
aufgebracht werden kann. Bei Verwendung von mehreren hintereinander angeordneten Schlitzgießern
ist insbesondere das energetisch vorteilhafte Verfahren der Nassin-nass-Beschichtungsmethode
vorteilhaft und gilt hier als besonders bevorzugt. In einem solchen Fall sind zwischen
den einzelnen Schlitzgießern keine Trocknungsaggregate notwendig und das Aufzeichnungsmaterial
wird erst getrocknet, nachdem die Aufzeichnungsschicht und die gegebenenfalls vorgesehenen
Schutz-und Diffusionsschichten aufgetragen sind.
[0026] Die erfindungsgemäß mittels Schlitzgießer oder Gleitflächengießer- optional zusammen
mit der Schutzschicht und/oder Diffusionsschicht - aufgetragene Aufzeichnungsschicht
weist neben dem oben erläutertem Vorteil ferner die positiven Eigenschaften auf, dass
eine derart aufgetragene Schicht bzw. dass derart aufgetragene Schichten hinsichtlich
ihrer Oberflächeneigenschaften zur Darstellung von Barcode-Kennzeichnungen optimiert
sind, ohne dass es hierfür nach ihrer Auftragung auf das Trägermaterial einer Nachbehandlung
zur weiteren Konditionierung, beispielsweise mittels Rakelstab oder Streichmesser
bedarf, wobei eine solche Nachbehandlung im Sinne der vorliegenden Erfindung nicht
ausgeschlossen wird. Das bedeutet, dass im bevorzugten Fall mit der Auftragung der
Aufzeichnungsschicht - optional zusammen mit der Schutzschicht und/oder Diffusionsschicht
- auf das Trägermaterial das erfindungsgemäße Aufzeichnungsmaterial fertig gestellt
ist. Eine anschließende Glättung und Verdichtung des Aufzeichnungsmaterials mittels
Online-Glättwerk bzw. Online-Kalander und/oder mittels Offline-Glättwerk bzw. Offline-Kalander
ist möglich und gilt wegen eines optimierten Erscheinungsbildes des erfindungsgemäßen
Aufzeichnungsmaterials als besonders bevorzugt.
[0027] Ein großes Problem bei mittels Flüssigkeitsvorhang aufgetragenen Schichten ist die
nicht optimale Verankerung der jeweiligen Schicht auf das sie tragende Trägermaterial.
Durch das erfindungsgemäße Verfahren mit Einbindung von Borsäure und/oder Borax in
die organische Hohlkörperpigmente aufweisende Zwischenschicht wird dieses Problem
nachhaltig gelöst, wobei - wie bereits ausgeführt - die gute Verankerung der Zwischenschicht
mit der wärmeempfindlichen Aufzeichnungsschicht durch die Einbindung von Polyvinylalkohol
in der Aufzeichnungsschicht begünstigt wird.
[0028] Die Zwischenschicht des it. erfindungsgemäßem Verfahren hergestellten wärmeempfindlichen
Aufzeichnungsmaterials umfasst neben den organischen Hohlkörperpigmenten und der mindestens
einen Komponente, ausgesucht aus der Liste, umfassend Borsäure und (Di-)Natriumtetraborat-Decahydrat,
ferner ein Bindemittel ausgewählt aus der Gruppe umfassend Styrol-Butadien-Latex,
Stärke, Carboxy-Methyl-Cellulose und Cellulosederivate, wobei besonders Styrol-Butadien-Latex
allein oder in Kombination insbesondere mit Stärke bevorzugt ist. Bei Bindemittelmischungen
besteht der Bindemittelanteil in der Zwischenschicht bevorzugt zu 10 bis 40 Gewichtsteilen,
noch besser zu 15 bis 25 Gewichtsteilen, aus Styrol-Butadien-Latex und zu 5 bis 20
Gewichtsteilen, noch besser zu 7 bis 15 Gewichtsteilen, aus Stärke, jeweils bezogen
auf 100 Gewichtsteile Pigment.
[0029] Die zwischen Substrat und wärmeempfindlicher Aufzeichnungsschicht positionierte Zwischenschicht
kann einen positiven Beitrag zur Egalisierung der Substratoberfläche leisten, womit
sich die Masse an notwendigerweise aufzubringender Streichfarbe für die wärmeempfindliche
Aufzeichnungsschicht reduziert. Zum Auftrag der Zwischenschicht bietet sich unter
anderem eine Filmpresse an, bevorzugt sind jedoch egalisierende Auftragswerke wie
beispielsweise Rollrakel und Streichmesser bzw. -klinge.
[0030] Besonders vorteilhaft wirkt sich die Ausbildung der Zwischenschicht mit einer flächenbezogenen
Masse in einem Bereich von 3 g/m
2 bis 20 g/m
2 und noch besser zwischen 5 g/m
2 und 8 g/m
2 aus.
[0031] Die wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht kann grundsätzlich alle bekannten Farbbildner
sowie dazu im einzelnen passende Farbakzeptoren, insbesondere organische Farbakzeptoren
beinhalten. Besonders bevorzugt sind als Farbbildner
- 6'-(dipentylamino)-3'-methyl-2'-(phenylamino)-spiro[isobenzofuran-1(3H),9'-[9H]xanthen]-3-one
sowie
- Spiro[isobenzofuran-1(3H),9'-[9H]xanthen]-3-one-6'-(diethylamino)-3'-methyl-2'-(3-tolylamino)
und solche, ausgewählt aus der Gruppe der Fluoranverbindungen, wie beispielsweise
- 3-(N-methyl-N-propyl)amino-6-methyl-7-Anilinofluoran,
- 3-(N-ethyl-N-isoamyl)amino-6-methyl-7-Anilinofluoran,
- 3-(N-methyl-N-cyclohexyl)amino-6-methyl-7-Anilinofluoran,
- 3-(N-ethyl-N-tolyl)amino-6-methyl-7-Anilinofluoran und
- 3-(N-ethyl-N-tetrahydrofuryl)-amino-6-methyl-7-Anilinofluoran und ganz besonders
- 3-(Ethylisoamylamino)-6-methyl-7-anilinofluoran und
- 3-Dibutylamino-6-methyl-7-anilinofluoran (= ODB 2).
[0032] Zu den genannten Farbbildnern im einzelnen passende organische Farbakzeptoren sind
insbesondere solche, ausgewählt aus der Gruppe, umfassend
- 2,2 bis (4-hydroxyphenyl)-Propan (= BPA),
- 4-[(4-(1-methylethoxy)phenyl)sulfonyl]-Phenol,
- 4,4'-Dihydroxy-Diphenylsulfon,
- 4-hydroxy-4'-isopropoxy-Diphenylsulfon,
- N-(p-toluensulphonyl)-N'-(3-p-toluensulphonyl-oxy-phenyl)-Harnstoff,
- 2,4'-dihydroxy-diphenylsulfon,
- N-(2-hydroxyphenyl)-2-[(4-hydroxyphenyl)thio]acetamid,
freilich ohne auf die genannten Farbakzeptoren beschränkt zu sein. Für die Farbbildner
empfiehlt sich eine mittlere Teilchengröße in einem Bereich von größer 0,3 µm bis
maximal 1 µm, insbesondere von 0,45 µm bis 0,9 µm. Die Grenzen werden nach oben durch
eine zu geringe Empfindlichkeit und nach unten durch eine sonst zu starke Neigung
des wärmeempfindlichen Aufzeichnungsmaterials zur Vergrauung vorgegeben.
[0033] Wie bereits ausgeführt umfasst die wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht Polyvinylalkohol
zur Begünstigung einer guten Verankerung der organische Hohlkörperpigmente aufweisenden
Zwischenschicht mit der wärmeempfindlichen Aufzeichnungsschicht. Zusätzliche geeignete
Bindemittel zur Einbindung in die wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht sind beispielsweise
Stärke, Hydroxyethylzellulose, Methylzellulose, Carboxymethylzellulose, Gelatine,
Kasein, Natriumpolyacrylate, Acrylamid-Acrylat-Copolymere, Acrylamid-Acrylat-Methacrylat-Terpolymere,
Alkalisalze von Styrol-Maleinsäure-anhydrid-Copolymeren oder Ethylen-Maleinsäureanhydrid-Copolymeren,
die als Beispiele für wasserlösliche Bindemittel allein oder in Kombination untereinander
eingesetzt werden können; auch wasserunlösliche Latexbinder wie Styrol-Butadiene-Copolymere,
Acrylnitril-Butadien-Copolymere und Methyl-Acrylat-Butadien-Copolymere bieten sich
als zusätzliche Bindemittel zur Einbindung in die wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht
an. Im Sinne der vorliegenden Erfindung gelten neben Polyvinylalkohol insbesondere
Stärke in Verbindung mit Styrol-Butadiene-Copolymere als besonders bevorzugte Bindemittel.
Die Bindemittel sollen, einzeln oder in Kombination untereinander in die wärmeempfindliche
Aufzeichnungsschicht eingebunden, bevorzugt einen Bereich von 12 bis 21 Gew.-% in
der wärmeempfindlichen Aufzeichnungsschicht, bezogen auf das Gesamtgewicht der Aufzeichnungsschicht,
ausmachen.
[0034] Zur Vermeidung einer übermäßigen Abnutzung des Thermokopfes während der Zeiten, in
denen das wärmeempfindliche Aufzeichnungsmaterial während des Druckprozesses am Thermokopf
entlang geführt wird, und um ein übermäßiges Ablegen des Aufzeichnungsmaterials während
dieser Zeiten am Thermokopf zu vermeiden, kann das Beschichtungsmaterial zur Ausbildung
der wärmeempfindlichen Aufzeichnungsschicht Gleit- und Trennmittel enthalten wie Metallsalze
höherer Fettsäuren, zum Beispiel Zinkstearat, Kalziumstearat und Wachse, wie zum Beispiel
Paraffin, oxidiertes Paraffin, Polyethylen, Polyethylenoxid, Stearamide und Kastorwachs.
Zur Sicherstellung eines stabilen Flüssigkeitsvorhangs aus dem Beschichtungsmaterial
zur Ausbildung der wärmeempfindlichen Aufzeichnungsschicht enthält das Beschichtungsmaterial
Benetzungsmittel, wie beispielsweise Nopcowet 50 der Firma Nopco Paper Technology
GmbH, Deutschland, ohne auf dieses spezielle Produkt in irgendeiner Art und Weise
beschränkt zu sein.
[0035] Weitere Bestandteile der Aufzeichnungsschicht sind beispielsweise Pigmente, bevorzugt
anorganische Pigmente wie beispielsweise Aluminium(hydr)oxid, Kieselsäure sowie kalziniertes
Kaolin und Kalziumkarbonat, wobei hier insbesondere kalziniertes Kaolin und Kalziumkarbonat
als bevorzugt gelten, die jeweils bevorzugt in einer Menge von 15 bis 28 Gew.-% und
noch besser zwischen 20 und 26,5 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Aufzeichnungsschicht,
in die Aufzeichnungsschicht eingebunden sein sollen.
[0036] Die Aufzeichnungsschicht des It. erfindungsgemäßem Verfahren hergestellten wärmeempfindlichen
Aufzeichnungsmaterials kann zur Erhöhung der thermischen Ansprechempfindlichkeit bevorzugt
auch Sensibilisatoren mit einem Schmelzpunkt idealerweise zwischen 60°C und 180°C,
besonders bevorzugt mit einem Schmelzpunkt zwischen 80°C und 140°C, enthalten. Derartige
Sensibilisatoren sind beispielsweise: Benzyl-p-benzyloxy-benzoat, Stearamid, N-Methylolstearamid,
p-Benzylbiphenyl, 1,2-Di(phenoxy)-ethan, 1,2-Di(m-methylphenoxy)ethan, m-Terphenyl,
Dibenzyloxalat, Benzyl-naphthylether (= BNE), Diphenylsulfon und 2-(2H-benzotriazol-2-yl)-p-cresol,
wobei Benzylnaphthylether, Diphenylsulfon, 1,2-Di(m-methylphenoxy)ethan und 1,2-Di(phenoxy)-ethan
als bevorzugt gelten.
[0037] Weiterhin als bevorzugt gilt, wenn in der Aufzeichnungsschicht unter Einwirkung von
Wärme ein permanentes Farb- bzw. Schriftbild ausgebildet werden kann.
[0038] Die flächenbezogene Masse der wärmeempfindlichen Aufzeichnungsschicht soll bevorzugt
zwischen 1,5 und 10 g/m
2 und besonders bevorzugt zwischen 2 und 5,5 g/m
2 liegen.
[0039] Als bevorzugt gilt, wenn die zur Ausbildung der Aufzeichnungsschicht genutzte Streichfarbe
wässerig ist. Die anschließende Trocknung der Streichfarbe kann mittels Mikrowellenbestrahlung
geschehen. Üblicherweise und bewährt ist es genauso, Wärme zuzuführen, wie es durch
Heißluft-Schwebetrockner oder auch Kontakttrockner geschieht. Auch denkbar ist eine
Kombination aus den aufgeführten Trockenverfahren.
[0040] Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung eines wärmeempfindlichen Aufzeichnungsmaterials
kann die Ausbildung einer Schutzschicht aufweisen, die auf die wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht
aufgetragen wird und diese ganz oder teilweise abdeckt. Die Schutzschicht nimmt dabei
zum einen die Aufgabe wahr, die unter ihr angeordnete Aufzeichnungsschicht vor Umwelteinflüssen
wie Öle, Fette, Wasser und Weichmacher zu schützen und zum anderen, die Bedruckbarkeit
des vorgeschlagenen Aufzeichnungsmaterials insbesondere im Offset- und Flexodruck
zu verbessern.
[0041] Eine mögliche Ausführungsform zur Ausbildung für eine die wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht
ganz oder teilweise abdeckenden Schutzschicht sieht Zinkstearat, als Bindemittel Polyvinylalkohol,
als Pigment Aluminiumhydroxid und/oder alternativ auch Siliciumdioxid sowie einen
oder mehrere Vernetzer vor, wobei besonders bevorzugte Mengen für eine solche Schutzschicht
in der nachfolgenden Tabelle 1 wiedergegeben sind:
Tabelle 1:
| Produkt |
Gew.-% [otro] |
| Alumininhydroxid |
10 - 25 |
| Polyvinylalkohol |
55 - 70 |
| Zinkstearat |
7 - 9 |
| Vernetzer |
6 - 7 |
[0042] Die Schutzschicht selbst kann mittels üblicher Streichwerke aufgetragen werden, wofür
unter anderem eine Streichfarbe nutzbar ist, wie sie oben beschrieben ist und für
die eine flächenbezogene Masse in einem Bereich von 1,0 bis 4,5 g/m
2 bevorzugt ist. Ganz besonders bevorzugt wird die Schutzschicht mittels Schlitzgießer
oder mittels Gleitflächengießer aufgebracht. Sofern sie mittels Gleitflächengießer
aufgebracht wird, gilt die simultane Aufbringung von Aufzeichnungsschicht und Schutzschicht
bzw. von Aufzeichnungsschicht, Diffusionsschicht und Schutzschicht als ganz besonders
bevorzugt.
[0043] Alternativ zu der streichtechnischen Aufbringung der Schutzschicht kann die Schutzschicht
auch aufgedruckt werden.
[0044] Verarbeitungstechnisch und hinsichtlich ihrer technologischen Eigenschaften besonders
geeignet sind solche Schutzschichten, die mittels aktinischer Strahlung härtbar sind.
Unter dem Begriff "aktinische Strahlung" sind UV- oder ionisierende Strahlungen, wie
Elektronenstrahlen, zu verstehen.
[0045] Als Substrat wird Papier und ganz besonders ein nicht oberflächenbehandeltes Streichrohpapier
bevorzugt, ohne dass die Erfindung auf solche Substrate beschränkt ist. Unter einem
nicht oberflächenbehandelten Streichrohpapier ist ein nicht in einer Leimpresse oder
mittels Streichvorrichtung behandeltes Streichrohpapier zu verstehen. Für die Erfindung
sind im gleichen Maße Folien beispielsweise aus Polyolefin und mit Polyolefin beschichtete
Papiere als Substrat möglich, ohne dass eine solche Ausführung ausschließenden Charakter
aufweist.
[0046] Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung eines wärmeempfindlichen Aufzeichnungsmaterials
kann in einer besonderen Ausführungsform auch die Ausbildung einer Rückseitenbeschichtung
aufweisen, die auf der Substratseite aufgetragen wird, die der mit der wärmeempfindlichen
Aufzeichnungsschicht versehenen Seite gegenüberliegt. Eine solche Rückseitenbeschichtung
wird beispielsweise in der
DE-A-197 48 258 vorgeschlagen und dient dann einer verbesserten rückseitigen Bedruckbarkeit des Aufzeichnungsbogens
im Offset- und Flexodruckverfahren sowie einer verbesserten Sperrwirkung der Rückseite
gegenüber Weichmachern, Ölen und Fetten. Für die flächenbezogene Masse der Rückseitenbeschichtung
haben sich Auftragsmengen in einem Bereich von 1 bis 3 g/m
2 und besonders zwischen 1,5 und 2,5 g/m
2 als vorteilhaft erwiesen.
[0047] Die in der Beschreibung und in den Ansprüchen gemachten Angaben zur flächenbezogenen
Masse, zu Gew.-% (Gewichts-%) und zu Gewichtsteilen beziehen sich jeweils auf das
"otro"-Gewicht, d. h. auf absolut trockene Gewichtsteile.
[0048] Die Erfindung soll anhand der folgenden erfindungsgemäßen Beispiele 1 und 2 sowie
der Vergleichsbeispiele 3 und 4 näher erläutert werden:
[0049] Auf einer Langsieb-Papiermaschine wird zunächst für alle Beispiele und Vergleichsbeispiele
als Substrat eine Papierbahn aus einer Mischung aus gebleichtem und gemahlenem Nadelholzsulfatzellstoff
und Eukalyptuszellstoff mit einer flächenbezogenen Masse von 66 g/m
2 unter Zusatz üblicher Beischlagstoffe in üblichen Mengen hergestellt.
[0050] Zur Ausbildung der jeweiligen Zwischenschicht für die beiden erfindungsgemäßen Beispiele
1 und 2 und für die beiden Vergleichsbeispiele 3 und 4 werden die folgenden Rezepturen
aus Tabelle 2 benutzt:
Tabelle 2:
| Bestandteil |
Gewichtsteile (otro) |
| Beispiel 1 |
Beispiel 2 |
Vergleichs-beispiel 3 |
Vergleichs-beispiel 4 |
| Vernetzer |
Borax |
1 |
1 |
1 |
--- |
| Dispergiermittel |
Dispex N40 |
0,2 |
0,2 |
0,2 |
0,2 |
| Anorganisches Pigment |
Ansilex 93 (Kalziniertes Kaolin) |
50 |
50 |
50 |
50 |
| Organisches Hohl-körperpigment |
Ropaque AF 1055 |
50 |
50 |
50 |
50 |
| Stärke |
--- |
10 |
10 |
10 |
10 |
| Styrol-Butadien-Latex |
Litex P5100 |
20 |
20 |
20 |
20 |
Bezugsquellen:
[0051]
- Dispex N40: CIBA Spezialitätenchemie Lampertheim GmbH, 68623 Lampertheim, Deutschland
- Ansilex 93: Engelhard, 101 Wood Avenue, New Youk, USA
- Ropaque AF 1055: Rohm & Haas, In der Kron 4, 60489 Frankfurt, Deutschland
- Litex P5100: Polymer Latex GmbH & Co. KG, 45764 Marl, Deutschland
[0052] Unter Nutzung einer separaten Streichmaschine werden jeweils auf das Substrat frontseitig
und mittels eines Klingen-Auftragwerkes die Streichmassen lt. Tabelle 2 zur Ausbildung
jeweils einer Zwischenschicht von 6 g/m
2 aufgebracht, wobei die Zwischenschicht in jedem der Beispiele bzw. Vergleichsbeispiele
das Substrat vollständig abdeckt.
[0053] Zur Ausbildung einer für alle Beispiele und Vergleichsbeispiele wirkungsgleich aufgebauten
wärmeempfindlichen Aufzeichnungsschicht wird die folgende Rezeptur aus Tabelle 3 benutzt.
Tabelle 3:
| Bestandteil |
Gewichtsteile (otro) |
Gew.-% (otro)*1 |
| Verschiedene Disper-giermittel |
--- |
0,93 |
2,86 |
| Farbbildner |
ODB 2 |
3 |
9,22 |
| Farbakzeptor |
BPA |
7 |
21,51 |
| Sensibilisator |
BNE |
7 |
21,51 |
| Pigment |
Kalziumkarbonat |
8 |
24,59 |
| Benetzungsmittel*2 |
Nopcowet 50 |
0,1 |
0,31 |
| Gleitmittel |
--- |
1 |
3,07 |
| Polyvinylalkohol |
Gohsenol NM 11 |
5,5 |
16,91 |
*1) %-Werte gültig für die Beispiele 1 und 2
*2) Eintrag nur bei den Beispielen 1 und 2
Bezugsquellen:
- Gohsenol NM 11: Nippon Gohsei, Osaka, Japan |
[0054] Im Falle der beiden erfindungsgemäßen Beispiele 1 und 2 unter Verwendung eines Schlitzgießer-Auftragwerkes
(Curtain Coater) und im Falle der beiden Vergleichsbeispiele 3 und 4 unter Verwendung
eines Lüftbürsten-Auftragwerkes wird auf die Zwischenschicht eine wärmeempfindliche
Aufzeichnungsschicht lt. Rezeptur aus Tabelle 3 mit einer flächenbezogenen Masse von
2,5 g/m
2 aufgetragen. Dabei kommt im Falle der beiden erfindungsgemäßen Beispiele 1 und 2
die gleiche Streichmaschine zum Einsatz, mit der auch zuvor die Zwischenschicht aufgetragen
und getrocknet wurde. In diesem Fall können somit die beiden Schichten, Zwischenschicht
und Aufzeichnungsschicht, in einem einzigen Streichmaschinendurchgang ausgebildet
werden.
[0055] Im gleichen Arbeitsgang und nach Trocknung von Zwischenschicht und Aufzeichnungsschicht
wird innerhalb des erfindungsgemäßen Beispiels 2 mittels eines zweiten Curtain Coaters
eine die Aufzeichnungsschicht vollständig abdeckende Schutzschicht von 1,5 g/m
2 aufgetragen. Zur Ausbildung der Schutzschicht wird eine Rezeptur verwendet, wie sie
in der folgenden Tabelle 4 wiedergegeben wird.
Tabelle 4:
| Bestandteil |
Gewichtsteile (otro) |
| Dispergiermittel |
Dispex N40 |
0,05 |
| Pigment |
Al(OH)3 |
5 |
| Gleitmittel |
--- |
2 |
| Polyvinylalkohol |
NM 11 |
15 |
[0056] Die beiden erfindungsgemäßen Beispiele 1 und 2 sowie die beiden Vergleichsbeispiele
3 und 4 sollen hinsichtlich der Wiedergabe von Barcodes und dem Vorhandensein von
Missing Dots beurteilt werden. Zu diesem Zweck werden Thermoausdrucke mit einem Gerät
der Type Atlantek 400 der Fa. Atlantek (USA) auf Proben gemäß der beiden erfindungsgemäßen
Beispiele sowie der beiden Vergleichsbeispiele erstellt. Dabei wird ein Thermokopf
mit 300 dpi bei 11,74 mJ/mm
2 verwendet. Die schwarz/weiß-Übergänge der Thermoausdrucke sowie die vollflächig schwarz
gefärbten Bereiche werden visuell unter Zuhilfenahme von Vergrößerungsgläsern beurteilt
mit folgenden Ergebnissen, siehe Tabelle 5:
Tabelle 5:
| |
Kurzzusammenfassung der wichtigsten Merkmale |
| Beispiel 1 |
Beispiel 2 |
Vergleichs-beispiel 3 |
Vergleichs-beispiel 4 |
| Zwischenschicht |
Organische Hohl-körperpigmente + anorganische Pigmente, Stärke + Styrol-Butadien-Latex
als Binder, Borax |
wie Beispiel 1 |
wie Beispiel 1 |
Organische Hohl-körperpigmente + anorganische Pigmente, Stärke + Styrol-Butadien-Latex;
- kein Borax - |
| Auftrag der wärmeempfindlichen Aufzeichnungsschicht |
Curtain Coater |
Curtain Coater |
Luftbürste |
Luftbürste |
| Auftrag der Schutzschicht |
--- |
Curtain Coater |
--- |
--- |
| Benotung *, Missing Dots |
1 |
2 |
4 |
5 |
| Benotung *, Darstellung Barcode |
1 |
2 |
5 |
6 |
| *) Maßstab: Schulnoten von 1 bis 6 |
[0057] Tabelle 5 beweist die Überlegenheit des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Herstellung
eines wärmeempfindlichen Aufzeichnungsmaterials gegenüber dem Stand der Technik.
1. Verfahren zur Herstellung eines wärmeempfindlichen Aufzeichnungsmaterials mit einem
Substrat und einer Farbbildner und Farbakzeptoren enthaltenden wärmeempfindlichen
Aufzeichnungsschicht, wobei zwischen dem Substrat und der wärmeempfindlichen Aufzeichnungsschicht
eine Hohlkörperpigmente umfassende Zwischenschicht ausgebildet wird,
dadurch gekennzeichnet,
■ dass die Zwischenschicht ferner
- mindestens eine Komponente aufweist, ausgesucht aus der Liste, umfassend Borsäure
und (Di-)Natriumtetraborat-Decahydrat,
- ein Bindemittel umfasst, ausgewählt aus der Gruppe, umfassend Styrol-Butadien-Latex,
Stärke, Carboxy-Methyl-Cellulose und Cellulosederivate,
und
■ dass die wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht mittels Schlitzgießer, sogenannter
Curtain Coater, oder Gleitflächengießer, sogenannter Slid (Curtain) Coater, aufgebracht
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zwischenschicht organische Hohlkörperpigmente umfasst.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Zwischenschicht neben den organischen Hohlkörperpigmenten auch anorganische Pigmente
enthält.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Zwischenschicht eine Bindemittelkombination aus Styrol-Butadien-Latex zusammen
mit Stärke aufweist.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die wärmeempfindliche Aufzeichnungsschicht als Bindemittel Polyvinylalkohol umfasst.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren die Ausbildung einer die Aufzeichnungsschicht abdeckenden, Polyvinylalkohol
enthaltenden Schutzschicht aufweist.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren die Ausbildung einer die Aufzeichnungsschicht abdeckenden Schutzschicht
sowie die Ausbildung einer zwischen wärmeempfindlicher Aufzeichnungsschicht und Schutzschicht
gelegenen, Polyvinylalkohol enthaltenden Diffusionsschicht aufweist.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 und 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Schutzschicht Zinkstearat, als Bindemittel einen Polyvinylalkohol, als Pigment
Aluminiumhydroxid oder/und Siliciumdioxid sowie einen oder mehrere Vernetzer aufweist.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 und 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufzeichnungsschicht, die Schutzschicht und, sofern gegeben die Diffusionsschicht
simultan mittels Gleitflächengießer aufgebracht werden.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren die Ausbildung einer Rückseitenbeschichtung aufweist.
1. Process for the production of a heat-sensitive recording material having a substrate
and a heat-sensitive recording layer containing colour formers and colour acceptors,
there being formed between the substrate and the heat-sensitive recording layer an
intermediate layer comprising hollow pigments,
characterised in that
■ the intermediate layer also
- has at least one component selected from the list comprising boric acid and (di)sodium
tetraborate decahydrate,
- comprises a binder selected from the group comprising styrene-butadiene latex, starch,
carboxymethyl cellulose and cellulose derivatives,
and
■ the heat-sensitive recording layer is applied by means of slot coaters, so-called
curtain coaters, or slide surface coaters, so-called slide (curtain) coaters.
2. Process according to claim 1, characterised in that the intermediate layer comprises organic hollow pigments.
3. Process according to claim 2, characterised in that, in addition to containing the organic hollow pigments, the intermediate layer also
contains inorganic pigments.
4. Process according to any one of claims 1 to 3, characterised in that the intermediate layer has a binder combination of styrene-butadiene latex together
with starch.
5. Process according to any one of claims 1 to 4, characterised in that the heat-sensitive recording layer comprises polyvinyl alcohol as binder.
6. Process according to any one of claims 1 to 4, characterised in that the process comprises the formation of a protective layer containing polyvinyl alcohol,
which protective layer covers the recording layer.
7. Process according to any one of claims 1 to 4, characterised in that the process comprises the formation of a protective layer that covers the recording
layer and the formation of a diffusion layer containing polyvinyl alcohol, which diffusion
layer is located between the heat-sensitive recording layer and the protective layer.
8. Process according to either one of claims 6 and 7, characterised in that the protective layer comprises zinc stearate, a polyvinyl alcohol as binder, aluminium
hydroxide and/or silicon dioxide as pigment, and also one or more cross-linkers.
9. Process according to either one of claims 6 and 7, characterised in that the recording layer, the protective layer and, if provided, the diffusion layer are
applied simultaneously by means of slide surface coaters.
10. Process according to any one of claims 1 to 9, characterised in that the process comprises the formation of a rear-side coating.
1. Procédé de fabrication d'un matériel d'enregistrement thermosensible avec un substrat
et une couche d'enregistrement thermosensible contenant des agents chromogènes et
des accepteurs de couleur, dans lequel une couche intermédiaire comportant des pigments
à corps creux est formée entre le substrat et la couche d'enregistrement thermosensible,
caractérisé en ce que
■ la couche intermédiaire comporte en outre :
- au moins un composant choisi dans la liste comprenant l'acide borique et le tétraborate
disodique décahydraté,
- un liant choisi dans le groupe comprenant un latex de styrène-butadiène, de l'amidon,
de la carboxyméthylcellulose et de dérivés de cellulose,
et
■ la couche d'enregistrement thermosensible est appliquée au moyen d'un dispositif
d'enduction au rideau, appelé aussi « Curtain Coater », ou d'un dispositif d'enduction
tobogan, appelé aussi « Slide (Curtain) Coater ».
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que la couche intermédiaire comporte des pigments à corps creux organiques.
3. Procédé selon la revendication 2, caractérisé en ce que la couche intermédiaire contient également, en plus des pigments organiques à corps
creux, des pigments inorganiques.
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que la couche intermédiaire présente une combinaison de liants constituée de latex de
styrène-butadiène et d'amidon.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que la couche d'enregistrement thermosensible comporte du poly(alcool de vinyle) comme
liant.
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que le procédé présente la formation d'une couche protectrice recouvrant la couche d'enregistrement
et contenant du poly(alcool de vinyle).
7. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que le procédé présente la formation d'une couche protectrice recouvrant la couche d'enregistrement
ainsi que la formation d'une couche de diffusion contenant du poly(alcool de vinyle),
située entre la couche d'enregistrement thermosensible et la couche protectrice.
8. Procédé selon l'une quelconque des revendications 6 et 7, caractérisé en ce que la couche protectrice présente du stéarate de zinc, du poly(alcool de vinyle) comme
liant, de l'hydroxyde d'aluminium et/ou du dioxyde de silicium comme pigment ainsi
qu'un ou plusieurs agents de réticulation.
9. Procédé selon l'une quelconque des revendications 6 et 7, caractérisé en ce que la couche d'enregistrement, la couche protectrice et, si d'application, la couche
de diffusion sont appliquées simultanément au moyen d'un dispositif d'enduction au
rideau.
10. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 9, caractérisé en ce que le procédé comporte la formation d'un revêtement en face arrière.