[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Unterstützung einer wenigstens teilweise
manuellen Steuerung einer Metallbearbeitungsstraße, in der band- oder brammenförmiges
oder vorprofiliertes Metall bearbeitet wird, sowie eine Metallbearbeitungsstraße.
[0002] Solche Metallbearbeitungsstraßen - beispielsweise Fertigungsstraßen zum Walzen des
Metalls, Kühlstrecken zur Abkühlung des Metalls oder eine Kombination beider - sind
allgemein bekannt. Häufig werden dabei im Endprodukt oder auch für bestimmte Bearbeitungsschritte
möglichst exakt bestimmte Phasenzustände des Metalls benötigt, das bedeutet, bestimmte
Phasenanteile verschiedener Phasen des Metalls, insbesondere des Stahls, sind als
Zielwerte vorgegeben. Die Einhaltung dieser Zielwerte ist ein wesentliches Kriterium
für die Qualität des Metalls.
[0003] Um in einer automatisch gesteuerten Anlage eine möglichst exakte Einhaltung des gewünschten
Phasenzustands des Metalls zu erreichen, wurde beispielsweise in der
WO 2005/099923 A1 vorgeschlagen, ein Phasenumwandlungsmodell zu verwenden, das unter Berücksichtigung
einer Wegverfolgung, der Betriebsparameter der Metallbearbeitungsstraße, der Primärdaten,
die das in die Metallbearbeitungsstraße einlaufende Metall und dessen Zustand beschreiben,
und von Messwerten wenigstens ein Phasenanteil an wegverfolgten Metallpunkten zu bestimmen
und anhand des Ergebnisses eine Kühlstrecke entsprechend anzusteuern.
[0004] Eine automatische Ansteuerung kann jedoch nicht in jedem Prozess die gewünschten
Zielparameter (beispielsweise Phasenanteile, Temperatur, Dicke und dergleichen) des
bearbeiteten Metalls tatsächlich erreichen, so dass Anlagen mit einer wenigstens teilweise
manuellen Steuerung bekannt sind. In diesen Anlagen kann eine Bedienperson diverse
Komponenten, beispielsweise Stellglieder zur Kühlung, Rollgänge oder Walzen, von Hand
ansteuern, um so eine Einstellung auf die gewünschten Zielparameter zu erreichen.
Am Ende der Bearbeitungsstraße wird dann beispielsweise die Temperatur gemessen und
der Bedienperson zur Anzeige gebracht, beispielsweise am Ende einer Kühlstrecke. Verschiedene
Einstellungen von Betriebsparametern können dabei zur selben Temperatur führen, jedoch
zu unterschiedlichen Phasenzuständen des Metalls, so dass - für die Bedienperson nicht
erkennbar - eine Ausschussproduktion auftreten kann. Auch wird mithin eine schlechtere
Qualität des bearbeiteten Metalls erhalten. Es kann auch vorkommen, dass aufgrund
des falschen Phasenzustandes eine Bearbeitung fehlschlägt und es zu so genannten Cobbles
in der Anlage kommt, das Metall sich also in der Anlage verkantet oder verhakt, was
wenigstens zu einem Stillstand der Anlage führen kann. Bei einem solchen Cobble ist
auch die Sicherheit eventuell anwesender Personen gefährdet.
[0005] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Unterstützung einer
wenigstens teilweise manuellen Steuerung einer Metallbearbeitungsstraße anzugeben,
das einer Bedienperson eine bessere Einstellung im Hinblick auf Zielparameter erlaubt
und daher die Qualität des bearbeiteten Metalls erhöht, die Ausschussproduktion verringert
und Cobbles verhindert.
[0006] Zur Lösung dieser Aufgabe ist bei einem Verfahren der eingangs genannten Art erfindungsgemäß
vorgesehen, dass kontinuierlich bezogen auf wenigstens eine bestimmte Stelle der Metallbearbeitungsstraße
der Anteil wenigstens einer metallurgischen Phase des Metalls unter Berücksichtigung
von den Phasenzustand beeinflussenden Betriebsparametern der Metallbearbeitungsstraße
und/oder von Zustandsparametern des Metalls ermittelt und der Anteil der wenigstens
einen Phase bezogen auf die bestimmte Stelle der Metallbearbeitungsstraße einem Bediener
zur Anzeige gebracht wird.
[0007] Erfindungsgemäß wird also zunächst der Anteil wenigstens einer Phase an einer bestimmten,
insbesondere für den Bearbeitungsprozess relevanten Stelle der Metallbearbeitungsstraße
ermittelt. Das Ermittlungsergebnis kann weiterhin zur teilweisen automatischen Steuerung
der Metallbearbeitungsstraße verwendet werden, wird jedoch im erfindungsgemäßen Verfahren
einem Bediener vorteilhafterweise auch in Echtzeit angezeigt, beispielsweise an einer
Steuerungseinrichtung. Der Bediener erhält somit zeitnah für die Qualität des bearbeiteten
Metalls relevante Informationen, die den Einfluss von ihm vorgenommener manueller
Ansteuerungen unmittelbar wiedergeben, so dass gegebenenfalls durch weitere Veränderungen
die manuellen Einstellungen weiter optimiert werden können. Die Anzeige dient also
der Qualitätssicherung, verhindert jedoch auch Cobbles und die Produktion von Ausschuss
und erhöht die Sicherheit an der Metallbearbeitungsstraße. Insbesondere kann die Anzeige
auch dann verwendet werden, wenn die Metallbearbeitungsstraße in einem automatischen
Modus betrieben wird, so dass frühzeitig erkannt wird, dass ein Qualitätsproblem auftritt
und auf eine manuelle Steuerung umgeschaltet werden kann, um entsprechende Korrekturen
vorzunehmen. Im Allgemeinen soll hier unter dem Begriff "manuelle Steuerung" jedoch
auch ein Minimaleingriff verstanden werden - kurz jede Art von Benutzerinformation,
die einen - wenn auch noch so kleinen - Einfluss auf den Betriebsablauf hat. Ein Beispiel
zu einem solchen Handeingriff, der auch eine manuelle Steuerung darstellt, ist die
Auswahl eines geeigneten Kühlplanes oder geeigneter Kühlparameter.
[0008] Zur Ermittlung des Anteils kann insbesondere ein Modell zur Ermittlung des Phasenzustands
des Metalls an verschiedenen Metallpunkten (definierte Orte auf dem Metall) verwendet
werden, wobei eine Wegverfolgung der Metallpunkte und/oder Primärdaten, die das in
die Metallbearbeitungsstraße einlaufende Metall und dessen Zustand beschreiben, berücksichtigt
werden. Solche Modelle erreichen verlässliche Aussagen über den Phasenzustand des
Metalls an verschiedenen Metallpunkten. Das Modell wird für jeden in die Metallbearbeitungsstraße
einlaufenden Metallpunkt, gegebenenfalls aufgrund einer Messung, initialisiert. Alle
in der Straße befindlichen Metallpunkte werden wegverfolgt. Da aufgrund der Wegverfolgung
und der Betriebsparameter die Einflüsse an allen Metallpunkten bekannt sind, kann
kontinuierlich der Phasenzustand an jedem der betrachteten Metallpunkte aktualisiert
werden. Für die Anzeige muss dann lediglich die entsprechende Information an der bestimmten
Stelle der Metallbearbeitungsstraße abgefragt werden. Diese Information kann beispielsweise
dem Metallpunkt entnommen werden, der der bestimmten Stelle am nächsten liegt. Das
Modell kann auch in ein übergeordnetes Modell integriert sein, beispielsweise mit
einem Temperaturmodell. Selbstverständlich können auch andere Methoden verwendet werden,
um den oder die Phasenanteile zu bestimmen, beispielsweise Messvorgänge.
[0009] Wie bereits erwähnt, können in die Ermittlung des Phasenzustands des Metalls auch
Messgrößen eingehen. Dazu kann vorgesehen sein, dass wenigstens eine Messeinrichtung
zur Aufnahme von Zustandsparametern, insbesondere ein Pyrometer, verwendet wird. Mittels
eines Pyrometers lässt sich die Temperatur an einem bestimmten Metallpunkt messen,
so dass, insbesondere in Verbindung mit den Primärdaten, an einem solchen Punkt beispielsweise
eine Initialisierung des Modells vorgenommen werden kann. Selbstverständlich können
Zustandsparameter auch zur Adaption des Modells dienen, indem ein Messwert beispielsweise
eine Korrektur des vom Modell bestimmten Phasenzustands nahe legt.
[0010] Die Metallbearbeitungsstraße kann jegliche Art von Metallbearbeitungsstraße sein,
in der der Phasenzustand des Metalls eine wichtige Rolle spielt. So kann die Metallbearbeitungsstraße
beispielsweise eine Fertigungsstraße sein, in der ein ferritisches Walzen vorgesehen
ist. Ferritisches Metall lässt sich mit einer geringeren Walzkraft als beispielsweise
austenitisches Metall walzen. Wichtig ist hierbei, dass der Umwandlungspunkt von Ferrit
in Austenit möglichst genau bekannt ist und zwischen zwei bestimmten Walzgerüsten
liegt. Dann kann im erfindungsgemäßen Verfahren beispielsweise vorgesehen sein, dass
die Anzeige des Phasenanteils an jedem Walzgerüst erfolgt. Auf diese Weise ließe sich
ferritisches Walzen realisieren, da der Bediener zu jeder Zeit einen Überblick über
die Phasenzustände des Metalls hat und gegebenenfalls durch eine manuelle Ansteuerung
in den Walzprozess eingreifen kann.
[0011] Besonders vorteilhaft anwendbar ist das Verfahren jedoch, wenn das Metall in einer
als Kühlstrecke zur Kühlung des Metalls ausgebildeten Metallbearbeitungsstraße bearbeitet
wird. Kühlstrecken schließen sich häufig an eine Fertigungsstraße an und dienen der
Vorbereitung des Metalls zur Entnahme. Beispielsweise kann daher am Ende der Kühlstrecke
eine Haspel vorgesehen sein, auf die das bearbeitete Metall aufgehaspelt wird. Selbstverständlich
ist es genauso möglich, dass am Ende der Kühlstrecke eine Weiterbearbeitung erfolgt
oder eine andere Entnahme- beziehungsweise Lagereinrichtung vorgesehen ist. Ein Beispiel
hierfür ist die Grobblechstraße. Da dort nicht gehaspelt werden kann, werden die Bleche
stattdessen in einem Streckrichter geradegebogen und wie Platten gelagert. In einer
solchen Kühlstrecke sind Stellglieder vorgesehen, die zur Temperaturbeeinflussung
des Metalls dienen und daher auch auf die Phasenanteile Einfluss haben. Eine Kühlstrecke
kann beispielsweise oberhalb und unterhalb eines Rollganges angeordnete Ventile aufweisen,
über die Kühlmittel, insbesondere Wasser, auf das Metall aufgebracht wird. Manuell
oder automatisch angesteuert werden können beispielsweise die Wassermenge und der
Wasserdruck. Häufig wird am Anfang und am Ende der Kühlstrecke die Temperatur des
Metalls gemessen. Daher kann vorgesehen sein, dass als Zustandsparameter Messwerte
eines der Kühlstrecke vorgeschalteten ersten und eines der Kühlstrecke nachgeschalteten
zweiten Pyrometers verwendet werden. Selbstverständlich können auch weitere Temperaturmessungen
vorgenommen werden. Die Messwerte des ersten Pyrometers können gemeinsam mit Primärdaten
und einer allgemeinen Information über das einlaufende Metall, beispielsweise, dass
dieses zu 100 % aus Austenit gebildet ist, zur Initialisierung der Phasenanteile an
einem Metallpunkt dienen. Das zweite Pyrometer dient letztendlich zur Kontrolle und
zur Adaption des Modells.
[0012] Selbstverständlich kann auch eine Gesamtfertigung betrachtet werden, das bedeutet,
beispielsweise eine Kombination aus Fertigungsstraße und Kühlstrecke.
[0013] Um die Qualität des bearbeiteten Metalls ideal am relevanten Ort beurteilen zu können,
wird der Anteil zweckmäßigerweise bezogen auf eine Stelle am Ende der Bearbeitungsstraße
angezeigt, also beispielsweise am Ende der Kühlstrecke, vor dem Aufrollen auf eine
möglicherweise vorgesehene Haspel. Dann kann unmittelbar beurteilt werden, ob mit
den momentanen Betriebsparametern die gewünschten Zielparameter erreicht werden.
[0014] Betrachtet man beispielsweise eine Kühlstrecke, die eine Länge von etwa 70 Metern
aufweist, so benötigt ein schneller bewegtes Band, beispielsweise bei einer Geschwindigkeit
von 10 Metern/Sekunde, 7 Sekunden zum Durchfahren der Kühlstrecke. Häufig sind jedoch
auch langsamere Geschwindigkeiten, beispielsweise 2 Meter/Sekunde üblich, so dass
das Metall eine halbe Minute benötigt, um die Kühlstrecke zu durchlaufen. Wird nun
am Beginn der Kühlstrecke eine veränderte Ansteuerung vorgenommen, so bedingt die
Echtzeitanzeige beispielsweise an einer Stelle am Ende der Metallbearbeitungsstraße,
dass ein Bediener die Auswirkungen erst nach einigen Sekunden oder gar einer halben
Minute an der Anzeige beobachten kann.
[0015] Daher kann in einer vorteilhaften Weiterbildung des Verfahrens vorgesehen sein, dass
zusätzlich zur Bestimmung des aktuellen Anteils bei veränderter Ansteuerung wenigstens
einer Komponente der Bearbeitungsstraße auch eine Prognose für den zukünftigen Anteil
unter Berücksichtigung der veränderten Ansteuerung an der Stelle ermittelt und angezeigt
wird. Das bedeutet, unter Kenntnis der aktuellen Betriebsparameter und der aktuellen
Phasenanteile an der Position, an der die veränderte Ansteuerung vorgenommen wird,
kann ab dieser Position eine Vorausberechnung bis hin zu der Stelle, bezüglich der
die Anzeige erfolgt, vorgenommen werden, so dass die Auswirkung der Veränderung für
einen Bediener unmittelbar ersichtlich ist - insbesondere auch, wenn ihm der Vergleichswert
mit den vorherigen Einstellungen dort auch noch angezeigt wird. Eine solche Prognose
- die allerdings selbstverständlich nachfolgende, vom Bediener nicht kontrollierte
Änderungen des Bearbeitungsprozesses, beispielsweise eine ungeplante Erhöhung der
Transportgeschwindigkeit, noch nicht beachten kann - gibt dem Bediener früher Hinweise
darauf, auf welche Art sich eine Veränderung der Ansteuerung auswirkt. Mit besonderem
Vorteil kann zusätzlich vorgesehen sein, dass ein Testmodus angewählt werden kann.
In diesem Testmodus können an der Benutzerschnittstelle Veränderungen der Ansteuerung
festgelegt werden, die jedoch nicht unmittelbar übernommen werden können. Dennoch
ist es möglich, aufgrund der Ermittlung der Phasenanteile und der bekannten veränderten
und nicht veränderten Betriebsparameter eine Prognose zu erstellen, die anzeigt, welche
Auswirkungen die beabsichtigte Änderung haben wird. Ist der Bediener zufrieden, so
kann er die Änderungen, beispielsweise durch Betätigung eines weiteren Bedienelements,
in die Steuerung übernehmen.
[0016] Für Metalle, insbesondere für kohlenstoffhaltige Stähle, existieren komplexe Phasendiagramme,
in denen eine Vielzahl verschiedener Phasen enthalten ist. Eine Ermittlung und Anzeige
der Anteile aller dieser Phasen ist nicht zweckmäßig. Daher werden bevorzugt hauptsächlich
relevante Phasen angezeigt. Insbesondere kann vorgesehen sein, dass der Anteil der
austenitischen und/oder ferritischen und/oder perlitischen und/oder zementitischen
und/oder weiterer Phasen ermittelt und angezeigt wird.
[0017] Die Anzeige des Anteils kann in beliebiger, leicht zu erfassender und übersichtlicher
Form erfolgen. So kann zweckmäßigerweise die Anzeige des Anteils in Form einer Kurve
und/oder als Tortengraphik und/oder in numerischer Form und/oder als Balkendiagramm
und/oder als Farbgraphik erfolgen. Mit besonderem Vorteil kann auch vorgesehen sein,
dass bei Unterschreitung oder Überschreitung wenigstens eines vorgegebenen Werts für
wenigstens einen Anteil an der Stelle eine Warnmeldung ausgegeben wird. So können
beispielsweise Toleranzwerte vorgegeben sein, die eine Qualitätstoleranz darstellen,
die eingehalten werden sollten. Durch die Warnmeldung, die optisch und/oder akustisch
erfolgen kann, wird die Aufmerksamkeit des Bedieners auf das aufgetretene Problem
und die Anzeige des oder der Phasenanteile gelenkt und es können geeignete Gegenmaßnahmen
ergriffen werden.
[0018] Daneben betrifft die Erfindung auch eine Metallbearbeitungsstraße zur Behandlung
von band- oder brammenförmigem oder vorprofiliertem Metall mit einer Steuerungseinrichtung,
umfassend eine zur kontinuierlichen Ermittlung des Anteils wenigstens einer metallurgischen
Phase des Metalls bezogen auf wenigstens eine bestimmte Stelle der Metallbearbeitungsstraße
unter Berücksichtigung von den Phasenzustand beeinflussenden Betriebsparametern und/oder
von Zustandsparametern des Metalls ausgebildete Recheneinheit, eine Eingabevorrichtung
zur wenigstens teilweise selektiv möglichen manuellen Steuerung des Betriebs der Metallbearbeitungsstraße
sowie eine zur Anzeige des Anteils der wenigstens einen Phase bezogen auf die bestimmte
Stelle der Metallbearbeitungsstraße ausgebildete Anzeigevorrichtung. Insbesondere
ist eine solche Metallbearbeitungsstraße zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens
ausgebildet, und die Ausführungen bezüglich des Verfahrens lassen sich auf die Metallbearbeitungsstraße
übertragen. Die Recheneinheit empfängt somit Signale, die den Zustand des Metalls
bzw. der Metallbearbeitungsstraße angeben, in Form von Betriebsparametern und/oder
Zustandsparametern. Nach Ermittlung der wenigstens einen Phase werden entsprechende
Signale an die Anzeigevorrichtung gesendet, so dass die Anzeige erfolgen kann.
[0019] So kann vorgesehen sein, dass in der Recheneinheit zur Ermittlung des Anteils ein
Modell zur Ermittlung des Phasenzustands des Metalls an verschiedenen Metallpunkten
unter Berücksichtigung einer Wegverfolgung der Metallpunkte und/oder von Primärdaten,
die das in die Metallbearbeitungsstraße einlaufende Metall und dessen Zustand beschreiben,
abgelegt ist. Ein solches Modell kann beispielsweise auch Teil eines umfassenderen
Modells der Metallbearbeitungsstraße sein, das zusätzlich beispielsweise ein Temperaturmodell
umfassen kann.
[0020] Zweckmäßigerweise kann die Metallbearbeitungsstraße eine Messeinrichtung zur Aufnahme
von Zustandsparametern, insbesondere ein Pyrometer, umfassen.
[0021] Die Metallbearbeitungsstraße kann jede beliebige Art von Bearbeitungsstraße, beispielsweise
eine Fertigungsstraße oder eine Komplettstraße sein. Besonders vorteilhaft ist die
Ausgestaltung, wenn die Metallbearbeitungsstraße als eine Stellglieder zur Temperaturbeeinflussung
des Metalls umfassende Kühlstrecke ausgebildet ist. Am Anfang und am Ende einer solchen
Kühlstrecke können Pyrometer vorgesehen sein, wobei die Recheneinheit zur Berücksichtigung
der Messwerte der Pyrometer als Zustandsparameter ausgebildet ist. Selbstverständlich
können auch weitere Pyrometer oder sonstige Messeinrichtungen vorgesehen sein.
[0022] Die Anzeigevorrichtung kann zur Anzeige des Anteils in Form einer Kurve und/oder
als Tortengraphik und/oder in numerischer Form und/oder als Balkendiagramm und/oder
als Farbgraphik ausgebildet sein.
[0023] Schließlich sei angemerkt, dass die Erfindung nicht nur bei der Bearbeitung von band-
und brammenförmigen Metall vorteilhaft eingesetzt werden kann. Insbesondere bei der
Behandlung vorprofiliertem Metalls, beispielsweise der Herstellung von Rohren oder
Profilen, sind häufig manuelle Steuerungsmöglichkeiten gegeben, so dass ein Einsatz
auch hier gewinnbringend möglich ist.
[0024] Weitere Vorteile und Einzelheiten der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus dem
im Folgenden beschriebenen Ausführungsbeispiel sowie anhand der Zeichnungen. Dabei
zeigen:
- FIG 1
- eine erfindungsgemäße Metallbearbeitungsstraße,
- FIG 2
- eine mögliche Benutzerschnittstelle zur Anzeige von Informationen oder zur wenigstens
teilweise manuel- len Ansteuerung der Metallbearbeitungsstraße,
- FIG 3A - D
- mögliche Darstellungen von Phasenanteilen, und
- FIG 4
- eine mögliche Warnmeldung.
[0025] FIG 1 zeigt eine Metallbearbeitungsstraße 1, die hier als Kühlstraße 2 ausgebildet
ist. Die Kühlstraße 2 ist einer Fertigungsstraße nachgeschaltet, deren letztes Walzgerüst
bei 3 angedeutet ist. Ein zu bearbeitendes Metall 4, hier in Bandform, durchläuft
zunächst die Fertigungsstraße und danach die Kühlstrecke 2, woraufhin es zum Abtransport
oder zur Zwischenspeicherung für eine weitere Bearbeitung auf einer Haspel 5, die
der Kühlstrecke 2 nachgeschaltet ist, aufgehaspelt wird.
[0026] Die Kühlstrecke 2 umfasst Stellglieder 6, die zur Beeinflussung der Temperatur des
Metalls 4 dienen. In diesem Fall umfassen die Stellglieder 6 Klappen und Ventile,
mit denen Wasser auf das bandförmige Metall 4 aufbringbar ist, um es abzukühlen. Obwohl
in der Zeichnung nur einige Stellglieder 6 dargestellt sind, kann die Kühlstrecke
jedoch eine große Vielzahl solcher Stellglieder 6 umfassen.
[0027] Die Kühlstrecke 2 umfasst ferner eine Steuerungseinrichtung 7, die in FIG 1 schematisch
angedeutet ist. Die Steuerungseinrichtung 7 umfasst eine Recheneinheit 8, eine Eingabevorrichtung
9 zur teilweisen manuellen Ansteuerung der Stellglieder sowie eine Anzeigevorrichtung
10. Weiterhin ist der Kühlstraße jeweils ein Pyrometer 11 zur Messung der Temperatur
des Metalls 4 vor- beziehungsweise nachgeschaltet.
[0028] Die Recheneinheit 8 steuert die Stellglieder 6 (z.B. Ventile, Düsen oder Klappen
etc.) gemäß Betriebsparametern S an, die in einem manuellen Betriebsmodus zumindest
teilweise über die Eingabevorrichtung 9 von einem Bediener verändert werden können,
so dass die Stellglieder 6 in Gruppen oder separat angesteuert werden können. Die
manuelle Ansteuerbarkeit muss nicht permanent vorgesehen sein, es ist genauso gut
denkbar, dass zwischen einem automatischen Betriebsmodus und einem manuellen Betriebsmodus
umgeschaltet werden kann. Weiterhin ist es denkbar, dass Teile der Stellglieder 6
separat zur manuellen Ansteuerung ausgebildet werden können. Weiterhin ist es denkbar,
dass der Bediener Eingangsgrößen eines automatischen Betriebs variiert, z.B. einen
Verstärkungsfaktor, mit dem die Wassermenge bei Erhöhung der Bandgeschwindigkeit erhöht
wird (halbautomatisch). Andere Handeingriffe, die eine manuelle Steuerung darstellen,
sind beispielsweise die Veränderung von Primärdaten (z.B. Haspelsolltemperatur), die
Veränderung der Kühlstrategie (z.B. Kühlgradient), die Veränderung der Länge ungekühlter
Bandabschnitte oder auch eine Qualitätsbeurteilung, die keine Änderung der Automatik
selbst darstellt.
[0029] Weiterhin erhält die Recheneinheit 8 weitere Informationen über den Zustand der Kühlstrecke
2 beziehungsweise des Metalls 4. Neben den Messwerten T der Pyrometer 11 werden der
Recheneinheit 8 Primärdaten P des Metalls 4, die das Metall 4 beziehungsweise dessen
Zustand beim Einlaufen in die Kühlstrecke 2 beschreiben, sowie als weiterer Betriebsparameter
die Metallgeschwindigkeit v zugeführt.
[0030] Ferner ist eine Wegverfolgung 28 vorgesehen, die die Position eines Metallpunktes
des Metalls 4 während des Durchlaufens der Kühlstrecke 2 ständig nach verfolgt. Die
Wegverfolgung 28 kann auch in die Recheneinheit 8 integriert sein, in jedem Fall stehen
der Recheneinheit 8 auch die Daten der Wegverfolgung 28 zur Verfügung.
[0031] In der Recheneinheit 8 ist nun ein Modell 12 der Kühlstrecke 2 abgelegt, das ein
Modell 13 zur Ermittlung des Phasenzustands des Metalls 4 an verschiedenen Metallpunkten
sowie ein Temperaturmodell 14 zur Ermittlung der Temperatur beziehungsweise der Temperaturverteilung
des Metalls 4 an verschiedenen Metallpunkten umfasst. Die Modelle 13 und 14 können
auch als gemeinsames Modell implementiert sein. Das Modell 13 ist dazu ausgebildet,
unter Berücksichtigung der den Phasenzustand beeinflussenden Betriebsparameter S,
der Zustandsparameter des Metalls 4, hier der Temperaturmesswerte T, der Primärdaten
P und der Wegverfolgungsdaten x den Anteil wenigstens einer Phase des Metalls an mehreren
Metallpunkten zu ermitteln. Genauso ist das Temperaturmodell 14 dazu ausgebildet,
eine solche Ermittlung bezüglich der Temperatur beziehungsweise des Temperaturverlaufs
durchzuführen. Die Ermittlung des oder der Anteile beziehungsweise der Temperatur
erfolgt dabei kontinuierlich. Dabei arbeiten die Modelle 13 und 14 beispielsweise
wie folgt.
[0032] Zunächst wird am der Kühlstrecke 2 vorgeschalteten Pyrometer 11 die Temperatur an
einem bestimmten Metallpunkt gemessen. Gemeinsam mit den Primärdaten P lassen sich
dadurch ein oder mehrere initiale Phasenanteile bestimmen. Ab dort wird der Metallpunkt
wegverfolgt, wobei, beispielsweise durch die Betriebsparameter S und die Geschwindigkeit
v, die die Temperatur beziehungsweise den Phasenzustand des Metalls 4 beeinflussen
und deren Größe bekannt ist, eine kontinuierliche Nachführung des wenigstens einen
Phasenanteils beziehungsweise der Temperatur in Echtzeit realisiert ist. Vor der Haspel
5 endet die Wegverfolgung 28 der Metallpunkte. Das bedeutet, an allen wegverfolgten
Metallpunkten des Metalls 4 ist zu jeder Zeit der wenigstens eine Phasenanteil aus
dem Modell 13 bekannt.
[0033] Die zweite Temperaturmessung am nachgeschalteten Pyrometer 11 dient zur Konsistenzprüfung
und Adaption des Modells.
[0034] In der erfindungsgemäßen Metallbearbeitungsstraße 1 werden die durch das Modell 13
erhaltenen Informationen über den Phasenzustand des Metalls 4 nun nicht oder nicht
nur zur Ansteuerung der Kühlstrecke 2 verwendet, sondern der Anteil der wenigstens
einen Phase bezogen auf eine bestimmte Stelle 15 der Kühlstrecke 2, hier am Ende der
Kühlstrecke 2, bei oder kurz nach dem Pyrometer 11, mittels der Anzeigevorrichtung
10 einem Bediener zur Anzeige gebracht. Dadurch wird zum einen eine ständige qualitätssichernde
Überwachung ermöglicht, zum anderen kann ein Bediener im Rahmen einer manuellen Ansteuerung
den Effekt einer Veränderung der Betriebsparameter S beobachten. Daher stehen zusätzliche
Informationen zur Verfügung, die zu einer Verbesserung der Qualität des bearbeiteten
Metalls 4 und zu einer Erhöhung der Sicherheit im Bereich der Kühlstrecke 2 führen.
[0035] Dabei ist im Rahmen des in der Kühlstrecke durchgeführten erfindungsgemäßen Verfahrens
nicht nur die Ermittlung des oder der Phasenanteile unter Berücksichtigung von Betriebsparametern
und Zustandsparametern des Metalls 4 und die Anzeige des Anteils an der Anzeigevorrichtung
10 vorgesehen, sondern auch die Möglichkeit einer Prognose. Das Modell 13 ist dazu
ausgebildet, vorauszuberechnen, welche Auswirkungen eine veränderte Ansteuerung von
Stellgliedern 6 der Kühlstraße 2 auf den Phasenzustand des Metalls 4 an der Stelle
15 hat. Dazu werden die aktuellen Phasenanteile eines Metallpunktes unmittelbar vor
dem betroffenen Stellglied beziehungsweise dem ersten betroffenen Stellglied 6 verwendet,
um davon ausgehend eine Vorausberechnung durchzuführen, die unter Beachtung der aktuellen
und veränderten Betriebsparameter S beziehungsweise der weiteren Betriebsparameter,
beispielsweise der Geschwindigkeit v, den zu erwartenden Anteil der wenigstens einen
Phase an der Stelle 15 bestimmt. Auch diese Information wird dem Bediener nach der
Ermittlung vorteilhafterweise angezeigt, so dass dieser zur Beobachtung des Einflusses
auf die Phasenverteilung nicht erst warten muss, bis ein mit den neuen Betriebsparametern
bearbeiteter Metallpunkt auch tatsächlich die Stelle 15 erreicht. Zweckmäßigerweise
ist außerdem ein Testmodus vorgesehen, in den die Steuerungseinrichtung 7 z.B. durch
Anwählen eines entsprechenden an der Anzeigevorrichtung 10 dargestellten Schaltfeldes
schaltbar ist, wobei veränderte Betriebsparameter S nicht unmittelbar, sondern beispielsweise
erst nach Betätigung eines Bedienelements, übernommen werden. Es wird jedoch bereits
während der noch nicht angewandten veränderten Ansteuerung eine Prognose für die Stelle
15 erstellt und angezeigt, so dass ein Bediener seine Einstellung entsprechend anpassen
kann, ohne Ausschuss zu produzieren. Auch für diese Prognose wird von den aktuellen,
in den Modellen 13 und 14 enthaltenen Phasenanteilen beziehungsweise Temperaturen
ausgegangen.
[0036] Eine mögliche, auf der Anzeigevorrichtung 10 (einem Monitor) darzustellende Benutzerschnittstelle
29 zeigt FIG 2. Dabei werden in einem ersten Bereich 16 allgemeine Informationen über
die Metallbearbeitungsstraße 1 angezeigt, ein zweiter Bereich 17 dient der Anzeige
und Einstellung von Betriebsparametern S der Stellglieder 6. Die Ausgestaltung solcher
Bereiche ist allgemein bekannt und soll hier nicht näher ausgeführt werden. Zusätzlich
ist jedoch ein Bereich 18 zur Anzeige von Informationen über das Metall 4 vorgesehen.
In grundsätzlich bekannter Weise werden Informationen 19 über die Temperatur des Metalls
4 an der Stelle 15 angezeigt. Zusätzlich ist jedoch eine Anzeige 20 der aktuell an
der Stelle 15 vorliegenden Phasenanteile des Metalls 4, wie sie von dem Modell 13
ermittelt wurden, vorgesehen. Zusätzlich kann auch eine Prognose 21 bei veränderter
Ansteuerung im Bereich 18 dargestellt werden. Wird in 21 zusätzlich noch der ursprüngliche
Wert vor veränderter Ansteuerung angezeigt, so ist ein unmittelbarer Vergleich möglich.
Weiterhin kann die Benutzerschnittstelle 16 ein Bedienelement 22 zur Aktivierung des
oben bereits beschriebenen Testmodus umfassen, sowie ein weiteres Bedienelement 23
zur Übernahme der in einem Testmodus eingegebenen veränderten Betriebsparameter. Selbstverständlich
können auch, wie bekannt, weitere beispielsweise mittels einer Maussteuerung anwählbare
Bedienelemente 24 vorgesehen sein.
[0037] Die Figuren 3A - 3D zeigen verschiedene Möglichkeiten der Ausgestaltung der Anzeige
20 des Anteils der wenigstens einen Phase. FIG 3A zeigt eine Anzeige 20a in Form einer
Tortengraphik. Dargestellt sind die Anteile der Phasen Ferrit, Austenit sowie der
Anteil weiterer Phasen.
[0038] FIG 3B zeigt eine Anzeige 20b in Form eines Balkendiagramms. Angezeigt werden die
Anteile der Phasen Ferrit, Austenit, Perlit und Zementit.
[0039] FIG 3C zeigt eine numerische Anzeige 20c der Anteile der Phasen Ferrit und Austenit
sowie anderer Phasen.
[0040] FIG 3D zeigt eine mögliche Anzeige 20d in Form einer Farbgraphik. Entlang eines einzigen
Balkens sind in verschiedenen Farben die Anteile der Phasen Austenit, Perlit, Zementit
und Ferrit gleich skaliert in entsprechender Länge angegeben. Die Grenzen 25 zwischen
den Farben verschieben sich entsprechend den Veränderungen, wie durch die Pfeile 26
angedeutet ist. Zusätzlich kann eine Skala von 0 % bis 100 % vorgesehen sein, so dass
die Anteile auch abgelesen werden können. Damit ist eine besonders intuitive Ausgestaltung
der Anzeige 20d gegeben. Selbstverständlich ist eine Farbkodierung auch bei den anderen
Anzeigen 20a, 20b und 20c möglich.
[0041] Bei einer Änderung der Phasenanteile ändern sich die jeweiligen Darstellungen entsprechend
der Echtzeit-Ermittlung der Anteile, so dass der Benutzer sofort die tatsächliche
Phasenverteilung - sei es im Arbeitsbetrieb oder im Testmodus - erkennen kann.
[0042] Die Steuerungseinrichtung 7 ist weiterhin zur Ausgabe einer Warnmeldung ausgebildet,
wenn wenigstens ein Anteil wenigstens einen vorgegebenen Wert an der Stelle 15 überschreitet
oder unterschreitet. Eine solche Warnmeldung 27 ist beispielhaft in FIG 4 dargestellt.
Die Anzeigevorrichtung 10 kann auch eine akustische Komponente umfassen, die ein akustisches
Warnsignal erzeugen kann. Die Warnmeldung lenkt die Aufmerksamkeit des Bedieners auf
die Anzeige 20 des Phasenzustands des Metalls 4. Er wird darauf hingewiesen, dass
ein Problem bei der Qualität oder gar eine Gefahrensituation besteht.
1. Verfahren zur Unterstützung einer wenigstens teilweise manuellen Steuerung einer Metallbearbeitungsstraße
(1), in der band- oder brammenförmiges oder vorprofiliertes Metall (4) bearbeitet
wird, wobei kontinuierlich bezogen auf wenigstens eine bestimmte Stelle (15) der Metallbearbeitungsstraße
(1) der Anteil wenigstens einer metallurgischen Phase des Metalls unter Berücksichtung
von den Phasenzustand beeinflussenden Betriebsparametern der Metallbearbeitungsstraße
(1) und/oder von Zustandsparametern (5) des Metalls ermittelt und der Anteil der wenigstens
einen Phase bezogen auf die bestimmte Stelle (15) der Metallbearbeitungsstraße (1)
einem Bediener zur Anzeige gebracht wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , dass zur Ermittlung des Anteils ein Modell (13) zur Ermittlung des Phasenzustands des
Metalls an verschiedenen Metallpunkten verwendet wird, wobei eine Megverfolgung (28)
der Metallpunkte und/oder Primärdaten (P), die das in die Metallbearbeitungsstraße
(1) einlaufende Metall und dessen Zustand beschreiben, berücksichtigt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet , dass wenigstens eine Messeinrichtung zur Aufnahme von Zustandsparametern, insbesondere
ein Pyrometer (11), verwendet wird.
4. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Metall in einer als Kühlstrecke (2) zur Kühlung des Metalls ausgebildeten Metallbearbeitungsstraße
(1) bearbeitet wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet , dass als Zustandsparameter Messwerte eines der Kühlstrecke (2) vorgeschalteten ersten
und eines der Kühlstrecke nachgeschalteten zweiten Pyrometers (11) verwendet werden.
6. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Anteil bezogen auf eine Stelle am Ende der Bearbeitungsstraße angezeigt wird.
7. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich zur Bestimmung des aktuellen Anteils bei veränderter Ansteuerung wenigstens
einer Komponente der Bearbeitungsstraße auch eine Prognose für den zukünftigen Anteil
unter Berücksichtigung der veränderten Ansteuerung an der Stelle ermittelt und angezeigt
wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet , dass ein Testmodus angewählt wird, in dem die veränderte Ansteuerung nicht unmittelbar
übernommen wird.
9. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Anteil der austenitischen und/oder ferritischen und/oder perlitischen und/oder
zementitischen und/oder weiterer Phasen ermittelt und angezeigt wird.
10. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Anzeige des Anteils in Form einer Kurve und/oder als Tortengraphik (20a) und/oder
in numerischer Form (20c) und/oder als Balkendiagramm (20b) und/oder als Farbgraphik
(20d) erfolgt.
11. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei Unterschreitung oder Überschreitung wenigstens eines vorgegebenen Werts für wenigstens
einen Anteil an der Stelle eine Warnmeldung ausgegeben wird.
12. Metallbearbeitungsstraße (1) zur Behandlung von band- oder brammenförmigem oder vorprofiliertem
Metall (4) mit einer Steuerungseinrichtung (7) umfassend eine zur kontinuierlichen
Ermittlung des Anteils wenigstens einer metallurgischen Phase des Metalls (4) bezogen
auf wenigstens eine bestimmte Stelle (15) der Metallbearbeitungsstraße (1) unter Berücksichtung
von den Phasenzustand beeinflussenden Betriebsparametern (S) und/oder von Zustandsparametern
des Metalls (4) ausgebildete Recheneinheit (8), eine Eingabevorrichtung (9) zur wenigstens
teilweise selektiv möglichen manuellen Steuerung des Betriebs der Metallbearbeitungsstraße
sowie eine zur Anzeige (20) des Anteils der wenigstens einen Phase bezogen auf die
bestimmte Stelle (15) der Metallbearbeitungsstraße (1) ausgebildete Anzeigevorrichtung
(10).
13. Metallbearbeitungsstraße nach Anspruch 12, d a - durch gekennzeichnet , dass in der Recheneinheit (8) zur Ermittlung des Anteils ein Modell (13) zur Ermittlung
des Phasenzustands des Metalls (4) an verschiedenen Metallpunkten unter Berücksichtigung
einer Wegverfolgung (28) der Metallpunkte und/oder von Primärdaten (P), die das in
die Metallbearbeitungsstraße (1) einlaufende Metall (4) und dessen Zustand beschreiben,
abgelegt ist.
14. Metallbearbeitungsstraße nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass sie wenigstens eine Messeinrichtung zur Aufnahme von Zustandsparametern, insbesondere
ein Pyrometer (11), umfasst.
15. Metallbearbeitungsstraße nach einem der Ansprüche 12 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine Stellglieder (6) zur Temperaturbeeinflussung des Metalls (4) umfassende
Kühlstrecke (2) ist.
16. Metallbearbeitungsstraße nach Anspruch 15, d a - durch gekennzeichnet , dass jeweils am Anfang und am Ende der Kühlstrecke (2) ein Pyrometer (11) vorgesehen
sind, wobei die Recheneinheit (8) zur Berücksichtigung der Messwerte (T) der Pyrometer
(11) als Zustandsparameter ausgebildet ist.
17. Metallbearbeitungsstraße nach einem der Ansprüche 12 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Anzeigevorrichtung (10) zur Anzeige des Anteils in Form einer Kurve und/oder
als Tortengraphik (20a) und/oder in numerischer Form (20c) und/oder als Balkendiagramm
(20b) und/oder als Farbgraphik (20d) ausgebildet ist.
18. Metallbearbeitungsstraße nach einem der Ansprüche 12 bis 17, ausgebildet zur Durchführung
des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 11.
1. Method for assisting at least partially manual control of a metal working line (1)
in which metal (4) in strip or slab form or in a pre-profiled state is worked, wherein
the proportion of at least one metallurgical phase of the metal is determined continuously
with respect to at least one specific location (15) of the metal working line (1)
taking into account operating parameters of the metal working line (1) that influence
the phase state and/or state parameters (5) of the metal, and the proportion of the
at least one phase with respect to the specific location (15) of the metal working
line (1) is displayed to an operator.
2. Method according to Claim 1, characterized in that the proportion is determined using a model (13) for determining the phase state of
the metal at different points of the metal, wherein displacement monitoring (28) of
the points of the metal and/or primary data (P), which describe the metal running
into the metal working line (1) and the state of said metal, are taken into account.
3. Method according to Claim 1 or 2, characterized in that at least one measuring device for recording state parameters, in particular a pyrometer
(11), is used.
4. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the metal is worked in a metal working line (1) which is in the form of a cooling
section (2) for cooling the metal.
5. Method according to Claim 4, characterized in that the state parameters used are measured values from a first pyrometer (11), which
is arranged upstream of the cooling section (2), and from a second pyrometer (11),
which is arranged downstream of the cooling section.
6. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the proportion is displayed with respect to a location at the end of the working
line.
7. Method according to one of the preceding claims, characterized in that, in addition to determining the current proportion, when the control of at least
one component of the working line is changed, a prognosis for the future proportion
is also determined and displayed taking into account the changed control at the location.
8. Method according to Claim 7, characterized in that a test mode is selected, in which the changed control is not adopted immediately.
9. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the proportion of austenitic and/or ferritic and/or pearlitic and/or cementitic and/or
further phases is determined and displayed.
10. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the proportion is displayed in the form of a curve and/or as a pie chart (20a) and/or
in numerical form (20c) and/or as a bar chart (20b) and/or as color graphics (20d)
.
11. Method according to one of the preceding claims, characterized in that a warning message is emitted when at least one predetermined value for at least one
proportion at the location is undershot or exceeded.
12. Metal working line (1) for handling metal (4) in strip or slab form or in a pre-profiled
state, having a control device (7) comprising a computation unit (8) designed to continuously
determine the proportion of at least one metallurgical phase of the metal (4) with
respect to at least one specific location (15) of the metal working line (1) taking
into account operating parameters (S) that influence the phase state and/or state
parameters of the metal (4), an input apparatus (9) for the at least partially manual
control of the operation of the metal working line, which is possible selectively,
and a display apparatus (10) designed to display (20) the proportion of the at least
one phase with respect to the specific location (15) of the metal working line (1).
13. Metal working line according to Claim 12, characterized in that the proportion is determined by providing the computation unit (8) with a model (13)
for determining the phase state of the metal (4) at different points of the metal,
taking into account displacement monitoring (28) of the points of the metal and/or
primary data (P) which describe the metal (4) running into the metal working line
(1) and the state of said metal.
14. Metal working line according to Claim 12 or 13, characterized in that it comprises at least one measuring device for recording state parameters, in particular
a pyrometer (11).
15. Metal working line according to one of Claims 12 to 14, characterized in that it is a cooling section (2) comprising actuators (6) for influencing the temperature
of the metal (4).
16. Metal working line according to Claim 15, characterized in that a pyrometer (11) is provided both at the start and at the end of the cooling section
(2), wherein the computation unit (8) is designed for taking into account the measured
values (T) from the pyrometers (11) as state parameters.
17. Metal working line according to one of Claims 12 to 16, characterized in that the display apparatus (10) is designed for displaying the proportion in the form
of a curve and/or as a pie chart (20a) and/or in numerical form (20c) and/or as a
bar chart (20b) and/or as color graphics (20d).
18. Metal working line according to one of Claims 12 to 17, designed for carrying out
the method according to one of Claims 1 to 11.
1. Procédé d'assistance d'une commande manuelle, au moins en partie, d'une chaîne ( 1
) de traitement de métaux, dans laquelle on traite du métal ( 4 ) sous forme de feuillard
ou de brames ou profilé à l'avance, dans lequel, en continu par rapport à au moins
un point ( 15 ) déterminé de la chaîne ( 1 ) de traitement du métal, on détermine
la proportion d'au moins une phase métallurgique du métal, en tenant compte des paramètres
de fonctionnement de la chaîne ( 1 ) de traitement du métal qui influencent l'état
de phase et/ou des paramètres ( 5 ) d'état du métal et on indique à un opérateur la
proportion de la au moins une phase rapportée au point ( 15 ) déterminé de la chaîne
( 1 ) de traitement du métal.
2. Procédé suivant la revendication 1, caractérisé en ce que, pour la détermination de la proportion, on utilise un modèle ( 13 ) de détermination
de l'état de phase du métal en divers points du métal en suivant le trajet ( 28 )
des points du métal et/ou en tenant compte des données ( P ) primaires, qui décrivent
le métal entrant dans la chaîne ( 1 ) de traitement du métal et son état.
3. Procédé suivant la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce qu'on utilise au moins un dispositif de mesure pour l'enregistrement des paramètres d'état,
notamment un pyromètre ( 11 ) .
4. Procédé suivant l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'on traite le métal dans une chaîne ( 1 ) de traitement du métal formée en section
( 2 ) de refroidissement pour le refroidissement du métal.
5. Procédé suivant la revendication 4, caractérisé en ce qu'on utilise comme paramètre d'état, des valeurs de mesure d'un premier pyromètre monté
en amont de la section ( 12 ) de refroidissement et d'un deuxième pyromètre ( 11 )
monté en aval de la section de refroidissement.
6. Procédé suivant l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'on indique la proportion rapportée à un point à la fin de la chaîne de traitement.
7. Procédé suivant l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'en plus, pour la détermination de la proportion présente, on détermine, alors que
la commande d'au moins un élément de la chaîne de traitement est modifiée, également
un pronostic sur la proportion à venir en tenant compte de la commande modifiée en
le point et on l'indique.
8. Procédé suivant la revendication 7, caractérisé en ce qu'on choisit un mode de test, dans lequel la commande modifiée n'est pas prise en compte
directement.
9. Procédé suivant l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'on détermine la proportion de phase austénitique et/ou ferritique et/ou perlitique
et/ou cémentique et/ou une autre phase et on l'indique.
10. Procédé suivant l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'on effectue l'indication de la proportion sous la forme d'une courbe et/ou sous
la forme d'un diagramme ( 20a ) à secteur et/ou sous une forme ( 20c ) numérique et/ou
sous la forme d'un histogramme ( 20b ) et/ou sous la forme d'un graphique ( 20d )
en couleurs.
11. Procédé suivant l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que si l'on passe en-dessous ou au-dessus d'au moins une valeur prescrite pour au moins
une proportion en le point, on émet un message d'avertissement.
12. Chaîne ( 1 ) de traitement des métaux pour le traitement de métal ( 4 ) sous forme
de feuillard ou de brames ou profilé à l'avance, comprenant un dispositif ( 7 ) de
commande comportant une unité ( 8 ) informatique constituée pour déterminer en continu
la proportion d'au moins une phase métallurgique du métal ( 4 ) rapportée au moins
à un point ( 15 ) déterminé de la chaîne ( 1 ) de traitement du métal, en tenant compte
de paramètres ( S ) de fonctionnement influençant l'état de phase et/ou de paramètres
d'état du métal, un dispositif ( 9 ) d'acquisition pour la commande, éventuellement
manuelle, au moins en partie sélective du fonctionnement de la chaîne de traitement
du métal, ainsi qu'un dispositif ( 10 ) d'affichage constitué pour l'affichage ( 20
) de la proportion de la au moins une phase rapportée au point ( 15 ) déterminé de
la chaîne ( 1 ) de traitement du métal.
13. Chaîne de traitement des métaux suivant la revendication 12, caractérisée en ce que, dans l'unité ( 8 ) informatique de détermination de la proportion, est mémorisée
un modèle ( 13 ) de la détermination de l'état de phase du métal ( 4 ) en divers points
du métal, en tenant compte d'une poursuite ( 28 ) des points du métal et/ou de données
( P ) primaires, qui décrivent le métal ( 4 ) entrant dans la chaîne ( 1 ) de traitement
des métaux et son état.
14. Chaîne de traitement des métaux suivant la revendication 12 ou 13, caractérisée en ce qu'elle comprend au moins un dispositif de mesure pour l'enregistrement du paramètre
d'état, notamment un pyromètre ( 11 ).
15. Chaîne de traitement des métaux suivant l'une des revendications 12 à 14, caractérisée en ce qu'elle a une section ( 2 ) de refroidissement, comprenant des éléments ( 6 ) de réglage
pour influer sur la température du métal ( 4 ) .
16. Chaîne de traitement des métaux suivant la revendication 15, caractérisée en ce qu'il est prévu, respectivement au début et à la fin de la section ( 2 ) de refroidissement,
un pyromètre ( 11 ), l'unité ( 8 ) informatique étant constituée pour tenir compte
des valeurs ( T ) de mesure des pyromètres ( 11 ) en tant que paramètres d'état.
17. Chaîne de traitement des métaux suivant l'une des revendications 12 à 16, caractérisée en ce que le dispositif ( 10 ) d'affichage est constitué pour l'affichage de la proportion
sous la forme d'une courbe et/ou sous la forme d'un diagramme ( 20a ) à secteur et/ou
sous une forme ( 20c ) numérique et/ou sous la forme d'un histogramme ( 20b ) et/ou
sous la forme d'un graphique ( 20d ) en couleurs.
18. Chaîne de traitement des métaux suivant l'une des revendications 12 à 17, constituée
pour la mise en oeuvre du procédé suivant l'une des revendications 1 à 11.