[0001] Die Erfindung betrifft ein Sicherheitselement für Wertdokumente, welches ein transluzentes
Trägermaterial mit zwei Mustern umfasst, die sich erst bei Betrachtung im Durchlicht
zu einem visuell erkennbaren, vollständigen Bild ergänzen. Die Erfindung betrifft
des Weiteren ein Sicherheitsdokument mit einem solchen Sicherheitselement.
[0002] Solche, auch als "Durchsichtselemente" bezeichnete Sicherheitselemente sind beispielsweise
aus der
EP 0 388 090 A1 bekannt und werden insbesondere bei Banknoten, Schecks, Aktien, Fahrkarten, Eintrittskarten,
Ausweispapieren und anderen papierenen Wertdokumenten, aber auch Kreditkarten, Scheckkarten,
Ausweiskarten und dergleichen eingesetzt. Die dort beschriebenen Sicherheitsdokumente
besitzen auf der Vorder- und Rückseite Druckbilder, die sich im Durchlicht zu einem
vollständigen Bild ergänzen. Solche Sicherheitselemente sind schwer nachahmbar, da
sie nur im Simultandruck, d.h. bei gleichzeitigem Bedrucken beider Dokumentoberflächen,
registergenau erzeugbar sind. Die Druckbilder können als Linienmuster mit identisch
beabstandeten Linien identischer Breite ausgebildet sein, die sich im Durchlicht zum
Vollbild ergänzen. Zur zusätzlichen Erhöhung der Sicherheit können die Druckbilder
mit unsichtbarer Tinte gedruckt werden, die beispielsweise für Röntgenstrahlen absorbierend
ist, so dass das Sicherheitselement visuell unauffällig und maschinell prüfbar ist.
[0003] In der
DE 32 08 204 A1 wird ebenfalls vorgeschlagen, ein Linienmuster jeweils auf die Vorder- und Rückseite
eines Dokuments aufzudrucken, wobei die Linienmuster jedoch registerhaltig angeordnet
sind, so dass sie einander exakt überdecken. Im Auflicht wie im Durchlicht erkennt
man dann ein identisches Linienmuster. Im Falle von nicht im Simultandruck hergestellten
Fälschungen, bei denen die Linienmuster auf der Vorder- und Rückseite des Dokuments
nicht registergenau aufgetragen sind, lassen sich aufgrund der Feinheit der Linien
im Durchlicht Moire-Strukturen erkennen. Alternativ können Moiré-Strukturen beabsichtigt
sein und durch gewolltes, gegenseitiges Versetzen in Teilbereichen ein visuell erkennbares
Durchsichtsechtheitsmerkmal bilden.
[0004] Auch in der
EP 0 755 799 A1 wird vorgeschlagen, ein Druckbild, z.B. eine Nummer, registerhaltig auf beiden Seiten
des Dokuments aufzubringen, so dass registerungenaue Fälschungen bei Durchlichtbetrachtung
identifizierbar sind. Vorzugsweise ist das Druckbild auf der Rückseite des Dokuments
mit einer nicht sichtbaren Tinte gedruckt, wodurch ein Fälschen durch Kopieren verhindert
wird. Diese nicht sichtbare Tinte ist vorzugsweise im UV-Licht sichtbar, um eine maschinelle
Prüfung zu ermöglichen.
[0005] Darüber hinaus ist es in anderem Zusammenhang bekannt, Sicherheitsdokumente mit Aufdrucken
zu versehen, die besondere Eigenschaften im nicht sichtbaren Spektralbereich besitzen,
um maschinenlesbare, visuell nicht unbedingt erkennbare Sicherheitsmerkmale zu erzeugen.
So wird beispielsweise in dem Patent
CH 287332 ein Sicherheitsdokument mit einem visuell wahrnehmbaren, für IR-Strahlung transparenten
Farbaufdruck beschrieben, der im Auflicht farbig erscheint, bei Transmissionsprüfung
im IR-Wellenlängenbereich jedoch weiß ist. Eine Farbkopie des Dokuments würde visuell
ebenfalls farbig, bei IR-Transmissionsprüfung jedoch schwarz erscheinen und wäre somit
als Fälschung identifizierbar.
[0006] Dieser Gedanke wird in der
DE 26 54 208 B2 weiterentwickelt, wo ein IRtransparenter Farbaufdruck, der im visuellen Spektralbereich
schwarz erscheint, mit einem schwarzen, IR-absorbierenden Farbaufdruck überdeckt wird
oder umgekehrt. Der IR-absorbierende Farbaufdruck kann beispielsweise ein Barcode
sein, der jedoch aufgrund der schwarzen Umgebung lediglich bei Betrachtung im IR-Wellenlängenbereich
erkennbar ist. Je nachdem, welcher Farbaufdruck außen liegt, ist eine Auflicht- und/
oder Durchlichtprüfung möglich.
[0007] Auch die
JP-A-2167771 schlägt die Verwendung von IR-transparenten und IR-absorbierenden Druckfarben vor,
welche im visuellen Spektralbereich gleichfarbig erscheinen. Mit den unterschiedlichen
Farben werden die Balken eines Barcodes erzeugt, der dann für das bloße Auge als einheitlich
gefärbter Barcode erscheint. Die unterschiedlichen Materialien sind dann lediglich
maschinell detektierbar.
[0008] Auch die Patentschrift
UK 1534 403 offenbart Druckbilder, Barcodes und dergleichen, die mit im visuellen Spektralbereich
gleichfarbig erscheinenden Drucktinten gedruckt werden, welche im IR-Spektralbereich
unterschiedlich stark ausgeprägte Absorptionseigenschaften besitzen. Diese Druckfarben
können voneinander beabstandet oder aneinander grenzend und insbesondere wiederum
in einem gleichfarbigen Umfeld, welches mit herkömmlicher Farbe gedruckt ist, vorliegen,
so dass das Bild visuell nicht wahrnehmbar, sondern nur maschinenlesbar ist.
[0009] Aus dem Patent Nr
734 937,
AU 200043751 B2 (
AU734937B) ist eine Sicherheitsvorrichtung bekannt, die mit Aufdrucken auf beiden Seiten des
Substrats ausgestattet ist, welche durch ihr Zusammenwirken im Durchlicht betrachtet
eine Information darstellen, welche im Auflicht betrachtet weder von der einen noch
der anderen aufgedruckten Markierung dargestellt wird. Die Markierungen können sich
dabei teilsweise überdecken.
[0010] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Durchsichtssicherheitselement zu schaffen,
welches gegenüber herkömmlichen Durchsichtselementen eine erhöhte Sicherheit aufweist
und welches visuell und vorzugsweise auch maschinell prüfbar ist. Aufgabe der vorliegenden
Erfindung ist es des Weiteren, ein Sicherheitsdokument mit entsprechend erhöhter Sicherheit
vorzuschlagen.
[0011] Diese Aufgabe wird durch ein Sicherheitselement mit den Merkmalen des unabhängigen
Anspruchs 1 und durch ein mit einem solchen Sicherheitselement ausgestattetes Sicherheitsdokument
gelöst. In davon abhängigen Ansprüchen sind vorteilhafte Weiterbildungen und Ausgestaltungen
der Erfindung angegeben.
[0012] Im Gegensatz zum Stand der Technik, bei dem sich die auf gegenüberliegenden Seiten
des Dokuments liegenden Druckbilder entweder registerhaltig vollständig überdecken
(
DE 32 08 204 A1,
EP 0 755 799 A1) oder zu einem vollständigen Bild (
EP 0 388 090 A1) ergänzen, sieht die erfindungsgemäße Lösung vor, dass sich die beiden Bilder einerseits
zu einem eine konkrete Information oder einen Code vermittelnden vollständigen Durchsichtsbild
ergänzen, andererseits aber zumindest teilweise überlagern. Das hat zur Folge, dass
die Information bereits bei einem geringfügigen Versatz der beiden Muster weitgehend
verschleiert wird, da in diesem Falle auch diejenigen Teilbereiche des einen Musters,
die bei registergenauer Lage von dem anderen Muster überdeckt würden, zum Erscheinungsbild
des Durchsichtsbildes beitragen. Das Erkennen von Fälschungen wird dadurch wesentlich
erleichtert, da bei nicht registerhaltiger Platzierung der Muster die normalerweise
zu erwartende Information bei Durchlichtbetrachtung nicht erkennbar ist. Anders ausgedrückt
wirkt das eine Muster als Filter für eine durch das andere Muster vermittelte Information,
sofern die beiden Muster registergenau platziert sind.
[0013] Indem nun das als Filter dienende Muster und das darüber liegende Muster, welches
bei registerhaltiger Anordnung zusammen mit dem Filtermuster eine Information, z.B.
einen Code, vermittelt, aus einem Material bestehen, welche für Strahlung in einem
definierten, nicht sichtbaren Wellenlängenbereich, nämlich im IR-Spektralbereich absorbierend
ist, kann zusätzlich zur visuellen Prüfung auch eine maschinelle Transmissionsprüfung
des Durchsichtssicherheitselements durchgeführt werden. Dabei ist es ausreichend,
wenn diejenigen Teilbereiche des informationsvermittelnden Musters, in denen sich
das informationsvermittelnde Muster nicht mit dem Filtermuster überdeckt, aus dem
absorbierenden Material bestehen, oder dass zumindest einzelne dieser Teilbereiche
aus absorbierendem Material bestehen. Je nachdem, welche Teilbereiche des informationsvermittelnden
Musters in dem definierten, nicht sichtbaren Wellenlängenbereich absorbierend sind,
lassen sich unterschiedliche Informationen bei Durchlichtbetrachtung mit sichtbarem
Licht einerseits und mit einer Strahlung im unsichtbaren Wellenlängenbereich andererseits
erzeugen. Erfindungsgemäß bestehen nun einzelne Teilbereiche des informationsvermittelnden
Musters, in denen es sich nicht mit dem Filtermuster überdeckt, aus dem absorbierenden
Material.
[0014] Ein Muster oder beide Muster können aus einer Farbe hergestellt sein, die im Auflicht
betrachtet gegenüber der Umgebungsfarbe nicht oder zumindest kaum visuell erkennbar
ist.
[0015] Besonders ausgeprägt ist die vorbeschriebene Wirkung, wenn es sich bei den beiden
Mustern um Linienmuster handelt, wobei das Filtermuster vorzugsweise ein gleichmäßiges
Linienraster ist und wobei das informationsvermittelnde Muster vorzugsweise ein Raster
aus zueinander versetzten Linien ist. Selbstverständlich kann auch das Filtermuster
ein Raster aus zueinander versetzten Linien sein. Registerungenaue Platzierungen der
beiden Linienraster sind im Durchlicht visuell sehr einfach erkennbar. Wenn der Abstand
zwischen den Linien und die Linienbreite der beiden Muster identisch sind, sind nicht
registerhaltige Platzierungen um so auffälliger.
[0016] Die beiden Muster werden vorzugsweise im Simultandruck auf gegenüberliegenden Seiten
eines transluzenten Trägermaterials aufgedruckt, d.h. auf einem durchscheinenden Trägermaterial,
so dass sich die beiden Muster bei Betrachtung im Durchlicht zu einem vollständigen
Bild ergänzen. Das transluzente Tägermaterial kann beispielsweise das Grundmaterial
des Wertdokuments selbst sein, im Falle von Banknoten und anderen Wertdokumenten beispielsweise
Papier. Das Sicherheitselement kann aber auch als Transferelement ausgebildet sein,
welches erst in einem weiteren Schritt auf ein Sicherheitsdokument appliziert wird.
Das Sicherheitselement kann aber auch ein Sicherheitsfaden zur Einlagerung in ein
Wertdokument sein.
[0017] Es ist nicht zwingend, dass die beiden Muster im Simultandruckverfahren hergestellt
werden. Sofern eine registergenaue Platzierung der beiden Muster gewährleistet ist,
können die Muster in jeder beliebigen Art und Weise erzeugt und gegebenenfalls auch
gemeinsam auf einer Seite des Trägermaterials vorliegen.
[0018] Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung sieht beispielsweise vor, dass das
Filtermuster durch eine teilweise demetallisierte Metallschicht gebildet ist, wobei
auf der Rückseite des Transferträgermaterials beispielsweise im Untergrunddruck ein
informationsvermittelndes Muster aufgebracht ist. Das metallische Filtermuster ist
für nahezu alle Wellenlängen vollständig absorbierend, so dass die Wahl des Materials
für das informationsvermittelnde Muster in weiten Bereichen frei wählbar ist. Es sind
Teilbereiche des informationsvermittelnden Musters absorbierend für Strahlung im IR-Wellenlängenbereich.
Sensoren zur Detektierung von IR-absorbierenden Sicherheitselementen im Auflicht und
im Durchlicht sind weit verbreitet, vergleichsweise preiswert und in zahlreichen Wertdokumentprüfungsvorrichtungen
bereits vorhanden.
[0019] Nachfolgend wird die Erfindung beispielhaft anhand der begleitenden Zeichnungen erläutert.
Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Banknote mit einem Durchsichtssicherheitselement;
- Fig. 2a
- ein informationsvermittelndes Muster;
- Fig. 2b
- ein Filtermuster;
- Fig. 2c
- ein Durchsichtselement, bestehend aus den Mustern gemäß Figuren 2a und 2b bei visueller
Durchlichtbetrachtung;
- Fig. 3a
- ein IR-absorbierendes Teilmuster des informationsvermittelnden Musters aus Figur 2a;
- Fig. 3b
- ein IR-transparentes Teilmuster des informationsvermittelnden Muster gemäß Figur 2a;
- Fig. 3c
- ein Durchsichtselement, bestehend aus den Mustern gemäß Figuren 2a und 2b bei IR-Durchlichtbetrachtung,
wobei sich das informationsvermittelnde Muster aus Figur 2a aus IR-absorbierenden
und IR-transparenten Teilmustern gemäß Fig. 3a, 3b zusammensetzt.
- Fig. 4a
- ein IR-absorbierendes Teilmuster des informationsvermittelnden Musters aus Fig. 2a;
- Fig. 4b
- ein IR-transparentes Teilmuster des informationsvermittelnden Musters gemäß Fig. 2a;
- Fig. 4c
- ein Durchsichtselement, bestehend aus den Mustern gemäß Fig. 2a und 2b bei IR-Durchlichtbetrachtung,
wobei sich das infor- mationsvermittelnde Muster aus Fig. 2a aus IR-absorbierenden
und IR-transparenten Teilmustern gemäß Fig. 4a, 4b zusammensetzt.
[0020] Fig.1 zeigt beispielhaft für alle anderen eingangs genannten Wertdokumente eine Banknote
1 mit einem Durchsichtselement 2 und einem Sicherheitsfaden 3, der nach Art eines
Fenstersicherheitsfadens periodisch an der Oberfläche der Banknote 1 erscheint. Der
Sicherheitsfaden 3 kann seinerseits in derselben Weise ausgebildet sein, wie dies
nachfolgend in Bezug auf das Durchsichtselement 2 beschrieben wird. Das heißt, der
Sicherheitsfaden kann ebenfalls ein erfindungsgemäßes Durchsichtssicherheitselement
bilden.
[0021] Das Durchsichtselement 2 wird gebildet durch einander überdeckende Muster, von denen
ein erstes Muster auf der Vorderseite der Banknote und ein zweites Muster auf der
Rückseite der Banknote platziert ist. Die Muster können drucktechnisch oder im Transferverfahren
auf das Dokument aufgebracht werden.
[0022] Fig. 2a zeigt beispielsweise ein erstes Muster 4, welches nachfolgend als "informationsvermittelndes
Muster" bezeichnet wird, und Fig. 2b zeigt ein zugehöriges zweites Muster 5, welches
nachfolgend als "Filtermuster" bezeichnet wird. Beide Muster können im Auflicht erkennbar
sein. Eines der Muster oder beide Muster können aber auch im visuellen Spektralbereich
vom Umgebungsmaterial nicht unterscheidbar ausgebildet sein oder als Untergrunddruck
vorliegen, so dass sie im Auflicht nicht erkennbar sind. Wesentlich für die visuelle
Prüfung ist lediglich, dass die Materialien der beiden Muster gemäß Fig. 2a und 2b
ausreichend opak sind, damit sie bei Betrachtung im Durchlicht als dunkle Bereiche
in einer hellen Umgebung erscheinen.
[0023] In Fig. 2c ist das Erscheinungsbild des aus den beiden Mustern 4 und 5 gebildeten
Durchsichtselements 2 bei Durchlichtbetrachtung mit normalem Licht dargestellt. Dieses
Erscheinungsbild wird nachfolgend auch als visuelles Durchsichtsbild 6 bezeichnet.
Man erkennt, wie sich aus dem vergleichsweise unregelmäßigen informationsvermittelnden
Muster 4 durch Überlagerung mit dem Filtermuster 5 ein regelmäßiges, eine klare Information
vermittelndes visuelles Durchsichtsbild 6 ergibt. Die Information kann beispielsweise
einen maschinenlesbaren Code bilden. Diese Information ist aus den Mustern 4 und 5
für sich genommen nicht ableitbar. Sie wäre auch nicht rekonstruierbar, wenn die beiden
Muster 4 und 5 nur geringfügig zueinander verschoben wären. Denn dann ergäbe sich
als visuelles Durchsichtsbild wiederum ein sehr unregelmäßiges Muster.
[0024] Die Filterwirkung wird nachfolgend an einem Beispielsbereich X erläutert. Der Beispielsbereich
X
4 des informationsvermittelnden Musters 4 besitzt vier obere Linien und vier untere
Linien, die teilweise zueinander versetzt sind. Der entsprechende Beispielsbereich
X
5 des Filtermusters 5 besitzt entsprechende Linien, die jedoch nicht zueinander versetzt,
sondern durchgehend sind. Die Linien der beiden Muster 4 und 5 haben identische Breite
und die Abstände zwischen den Linien entsprechen der Breite der Linien. Das bedeutet,
soweit die Linien in dem Beispielsbereich X
4 des informationsvermittelnden Musters 4 gegenüber den Linien des Filtermusters 5
versetzt sind, füllen sie die Zwischenbereiche bzw. Lücken zwischen den Linien des
Filtermusters 5 aus. Im Übrigen überdecken sich die Linien des informationsvermittelnden
Musters 4 und des Filtermusters 5 exakt. Dementsprechend ergibt sich bei Betrachtung
im Durchlicht der in Figur 2c mit X
6 gekennzeichnete Beispielsbereich im Durchsichtsbild 6, der eine visuell klar erkennbare
Gestalt besitzt. Wäre der Beispielsbereich X
4 des informationsvermittelnden Musters 4 nur geringfügig oder auch um eine Linienbreite
gegenüber dem Beispielsbereich X
5 des Filtermusters 5 verschoben, so hätte der Beispielsbereich X
6 des visuellen Durchsichtsbilds 6 eine völlig andere Gestalt. Indem sich die übrigen
Bereiche des informationsvermittelnden Musters 4 mit entsprechenden Bereichen des
Filtermusters 5 nach einem ähnlichen Schema überlagern, ergibt sich ein insgesamt
leicht erfassbares Erscheinungsbild des visuellen Durchsichtsbilds 6 gemäß Fig. 2c.
[0025] Um eine zusätzliche maschinelle Prüfung des Durchsichtselements 2 zu ermöglichen,
sind die Muster 4 und 5 aus Materialien hergestellt, die für Strahlung im IR-Wellenlängenbereich
absorbierend sind. Das Erscheinungsbild bei Durchlichtbetrachtung im IR-Wellenlängenbereich
entspricht dann dem visuellen Durchsichtsbild 6 und wird nachfolgend als "IR-Durchsichtsbild
7" bezeichnet. Das IR-Durchsichtsbild 7 bei Verwendung von IR-absorbierenden Materialien
für die Muster 4 und 5 ist nochmals in Fig. 3c dargestellt.
[0026] Es ist offensichtlich, dass zur Erlangung des IR-Durchsichtsbilds 7 gemäß Fig. 3c
nicht notwendigerweise alle Teilbereiche des informationsvermittelnden Musters 4 aus
einem IR-absorbierenden Material bestehen müssen, wenn das Filtermuster 5 selbst auch
aus IR-absorbierendem Material besteht. Es reicht aus, wenn lediglich die Teilbereiche
des informationsvermittelnden Musters 4 aus einem IR-absorbierenden Material bestehen,
welche Zwischenbereiche bzw. Lücken des Filtermusters 5 ausfüllen. In Fig. 3a ist
dementsprechend ein IR-absorbierendes Teilmuster 4a des informationsvermittelnden
Musters 4 aus Fig. 2a gezeigt. In Fig. 3b ist das entsprechende IRtransparente Teilmuster
4b des informationsvermittelnden Musters 4 aus Fig. 2a gezeigt. Beide Teilmuster 4a,
4b bilden zusammen das informationsvermittelnde Muster 4. Die eigentliche Information
vermittelt allerdings nur das IR-absorbierende Teilmuster 4a, welches die Zwischenbereiche
des ebenfalls IR-absorbierenden Filtermusters 5 ausfüllt, so dass sich bei IR-Transmissionsbetrachtung
das IR-Durchsichtsbild 7 gemäß Fig. 3c ergibt. Das IRtransparente Teilmuster 4b überdeckt
sich dagegen vollständig mit dem Filtermuster 5.
[0027] Die in Bezug auf Fig. 3a und Figur 3b beschriebene Variante hat den Vorteil, dass
zusätzlich zu der IR-Durchlichtbetrachtung, die zu dem IR-Durchsichtsbild 7 gemäß
Fig. 3c führt, auch eine IR-Auflichtbetrachtung zu einem sinnvollen Messergebnis führt,
da bei IR-Auflichtbetrachtung lediglich das die eigentliche Information, vermittelnde
Teilmuster 4a gemäß Fig. 3a gemessen wird. Es ergibt sich somit ein identisches Bild
bei Durchlichtbetrachtung im visuellen wie im IR-Spektralbereich, wohingegen bei Auflichtbetrachtung
im visuellen Spektralbereich keine Information identifizierbar ist, im IR-Spektralbereich
jedoch die Information gemäß Teilmuster 4a (Fig. 3a) erkennbar wird.
[0028] Eine Ausführungsform der Erfindung ist in den Fig. 4a bis 4c dargestellt. In diesem
Falle unterscheidet sich das IR-Durchsichtsbild 7' von dem visuellen Durchsichtsbild
6. Das informationsvermittelnde Muster 4 besitzt somit einen unterschiedlichen Informationsgehalt,
je nachdem, ob es bei normalem Licht oder bei IR-Beleuchtung im Durchlicht betrachtet
wird. Dies wird erreicht, indem Zwischenbereiche des Filtermusters 5 teilweise von
IR-absorbierendem Material und teilweise von IR-transparentem Material des informationsvermittelnden
Musters 4 überdeckt werden. Fig. 4a zeigt dazu ein IR-absorbierendes Teilmuster 4a'
und Fig. 4b ein IR-transparentes Teilmuster 4b', die zusammen wiederum das informationsvermittelnde
Muster 4 gemäß Fig. 2a bilden. Durch Vergleich mit den Fig. 3a und 3b wird unmittelbar
ersichtlich, dass das die eigentliche IR-Information tragende Teilmuster 4a' aus Fig.
4a gegenüber dem IR-absorbierenden Teilmuster 4a aus Fig. 3a reduziert ist. Entsprechend
umfangreicher ist das IRtransparente Teilmuster 4b' aus Fig. 4b im Vergleich zu dem
IR-transparenten Teilmuster 4b aus Fig. 3b. In Überlagerung mit dem Filtermuster 5
gemäß Fig. 2b ergibt sich damit bei IR-Durchlichtbetrachtung ein IR-Durchsichtsbild
7', wie in Figur 4c dargestellt. Das visuelle Durchsichtsbild 6 ändert sich dadurch
jedoch nicht und entspricht dem gemäß Fig. 2c.
[0029] Somit erhält man bei dieser Ausführungsvariante unterschiedliche Durchsichtsbilder
7', 6 bei Betrachtung im IR-Spektralbereich einerseits und bei Betrachtung in normalem
Licht andererseits. Darüber hinaus ist auch bei dieser Ausführungsvariante die Information
gemäß dem Teilmuster 4a' bei IR-Auflichtbetrachtung wahrnehmbar, wohingegen bei Auflichtbetrachtung
unter normalen Bedingungen nur das undefinierte Muster 4 gemäß Fig. 2a sichtbar ist.
[0030] Die in Bezug auf Fig. 4a bis 4c beschriebene Variante ist besonders geeignet für
unterschiedliche, chargenbezogene IR-Codierungen von Dokumenten, ohne dass dadurch
das visuelle Erscheinungsbild beeinflusst wird.
1. Sicherheitselement (2) für Wertdokumente (1), umfassend ein transluzentes Trägermaterial
mit einem ersten und einem zweiten Muster (4, 5), die sich erst bei Betrachtung im
Durchlicht zu einem visuell erkennbaren, vollständigen Durchsichtsbild (6) ergänzen,
wobei sich die beiden Muster teilweise überdecken und das ergänzte Durchsichtsbild
(6) durch die sich überdeckenden und die sich nicht überdeckenden Bereiche der beiden
Muster (4, 5) gebildet wird,
wobei das erste Muster (4) in einzelnen Teilbereichen, in denen es sich nicht mit
dem zweiten Muster (5) überdeckt, aus einem Material besteht, welches für Strahlung
in einem definierten, nicht sichtbaren Wellenlängenbereich absorbierend ist, und wobei
auch das zweite Muster (5) für diese Strahlung absorbierend ist,
wobei sich das erste Muster (4) aus mindestens einem ersten und einem zweiten, aus
unterschiedlichen Materialien bestehenden Teilmustern (4a, 4b; 4a', 4b') zusammensetzt,
wobei das Material des ersten Teilmusters (4b; 4b') in dem definierten, nicht sichtbaren
Spektralbereich transparent ist und das Material des zweiten Teilmusters (4a; 4a')
in dem definierten, nicht sichtbaren Spektralbereich absorbierend ist,
dadurch gekennzeichnet, dass der definierte, nicht sichtbare Spektralbereich im IR-Spektralbereich liegt und dass
nur einzelne Teilbereiche des ersten Musters (4), in denen sich das erste Muster (4)
nicht mit dem zweiten Muster (5) überdeckt, aus dem absorbierenden Material bestehen.
2. Sicherheitselement nach Anspruch 1, wobei das Durchsichtsbild (6) einen maschinenlesbaren
Code bildet.
3. Sicherheitselement nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Teilbereiche aus absorbierendem
Material des ersten Musters (4) einen maschinenlesbaren Code bilden.
4. Sicherheitselement nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei zumindest das erste Muster
(4) im Auflicht nicht oder zumindest kaum visuell erkennbar ist.
5. Sicherheitselement nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei das erste Muster (4) aus
einem Raster von zueinander versetzten Linien besteht.
6. Sicherheitselement nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei das zweite Muster (5) aus
einem Linienraster besteht.
7. Sicherheitselement nach Anspruch 5 und 6, wobei die Linien des ersten und zweiten
Musters (4,5) eine identische Linienbreite besitzen und die Abstände zwischen den
Linien der Linienbreite oder einem ganzzahligen Vielfachen der Linienbreite entsprechen.
8. Sicherheitselement nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei das erste und das zweite
Muster (4,5) auf gegenüberliegenden Seiten des Trägermaterials vorliegen.
9. Sicherheitselement nach einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei es sich um ein Transferelement
handelt.
10. Sicherheitselement nach einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei das Sicherheitselement
(2) einen integralen Bestandteil eines Sicherheitsdokuments (1) bildet und das Trägermaterial
durch das Grundmaterial des Sicherheitsdokuments gebildet wird.
11. Sicherheitselement nach einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei es sich um einen Sicherheitsfaden
handelt.
12. Sicherheitselement nach einem der Ansprüche 1 bis 11, wobei zumindest eines der beiden
Muster (4,5) ein Druckmuster ist.
13. Sicherheitselement nach einem der Ansprüche 1 bis 12, wobei zumindest eines der beiden
Muster (4,5) eine teilweise demetallisierte Metallschicht ist.
14. Sicherheitsdokument (1) umfassend ein Sicherheitselement nach einem der Ansprüche
1 bis 13.
1. A security element (2) for value documents (1), comprising a translucent, carrier
material having a first and a second pattern (4, 5) which complement each other to
form a visually recognizable, complete see-through image (6) only on viewing in transmitted
light,
wherein the two patterns partly overlap, and the complemented see-through image (6)
is formed by the overlapping and the non-overlapping areas of the two patterns (4,
5),
wherein the first pattern (4), in individual partial areas where it does not overlap
with the second pattern (5), consists of a material that is absorbent to radiation
in a defined, invisible wavelength range, and wherein the second pattern (5) is also
absorbent to said radiation,
wherein the first pattern (4) is composed of at least a first and a second partial
pattern (4a, 4b; 4a', 4b') consisting of different materials, wherein the material
of the first partial pattern (4b; 4b') is transparent in the defined, invisible spectral
region and the material of the second partial pattern (4a; 4a') is absorbent in the
defined, invisible spectral region,
characterized in that the defined, invisible spectral region is in the IR spectral region, and that only
individual partial areas of the first pattern (4) where the first pattern (4) does
not overlap with the second pattern (5) consist of the absorbent material.
2. The security element according to claim 1, wherein the see-through image (6) forms
a machine-readable code.
3. The security element according to claim 1 or 2, wherein the partial areas of absorbent
material of the first pattern (4) form a machine-readable code.
4. The security element according to any of claims 1 to 3, wherein at least the first
pattern (4) is not, or at least hardly, visually recognizable in incident light.
5. The security element according to any of claims 1 to 4, wherein the first pattern
(4) consists of a screen of mutually offset lines.
6. The security element according to any of claims 1 to 5, wherein the second pattern
(5) consists of a line screen.
7. The security element according to claims 5 and 6, wherein the lines of the first and
second patterns (4, 5) have an identical line width and the spacing between the lines
corresponds to the line width or to an integral multiple of the line width.
8. The security element according to any of claims 1 to 7, wherein the first and second
patterns (4, 5) are present on opposite sides of the carrier material.
9. The security element according to any of claims 1 to 8, wherein said element is a
transfer element.
10. The security element according to any of claims 1 to 8, wherein the security element
(2) forms an integral part of a security document (1) and the carrier material is
formed by the basic material of the security document.
11. The security element according to any of claims 1 to 8, wherein said element is a
security thread.
12. The security element according to any of claims 1 to 11, wherein at least one of the
two patterns (4, 5) is a printed pattern.
13. The security element according to any of claims 1 to 12, wherein at least one of the
two patterns (4, 5) is a partly demetalized metal layer.
14. A security document (1) comprising a security element according to any of claims 1
to 13.
1. Elément de sécurité (2) pour des documents de valeur (1), comprenant un matériau substrat
translucide avec un premier et un deuxième motif (4, 5), qui ne se complètent qu'en
cas d'observation par transparence pour former une image par transparence (6) complète
et visuellement identifiable,
les deux motifs se chevauchant partiellement, et l'image par transparence (6) complétée
étant formée par les zones des deux motifs (4, 5) qui se chevauchent et celles qui
ne se chevauchent pas,
le premier motif (4) étant, dans quelques zones partielles où il ne chevauche pas
le deuxième motif (5), constitué d'une matière absorbante pour un rayonnement dans
une plage de longueur d'onde définie non visible, et le deuxième motif (5) étant lui
aussi absorbant pour ce rayonnement,
le premier motif (4) étant composé d'au moins un premier et un deuxième motifs partiels
(4a, 4b ; 4a', 4b') constitués de matières différentes, la matière du premier motif
partiel (4a ; 4a') étant transparente dans la plage spectrale non visible définie,
et la matière du deuxième motif partiel (4b ; 4b') étant absorbante dans la plage
spectrale non visible définie,
caractérisé en ce que la plage spectrale non visible définie est comprise dans la plage spectrale infrarouge,
et que seules des zones partielles du premier motif (4), où le premier motif (4) ne
chevauche pas le deuxième motif (5), sont constituées de la matière absorbante.
2. Elément de sécurité selon la revendication 1, dans lequel l'image par transparence
(6) forme un code lisible par machine.
3. Elément de sécurité selon la revendication 1 ou la revendication 2, dans lequel les
zones partielles en matière absorbante du premier motif (4) forment un code lisible
par machine.
4. Elément de sécurité selon l'une des revendications 1 à 3, dans lequel au moins le
premier motif (4) n'est pas visuellement identifiable, ou est au plus à peine visuellement
identifiable sous une lumière incidente.
5. Elément de sécurité selon l'une des revendications 1 à 4, dans lequel le premier motif
(4) est constitué d'une trame de lignes décalées les unes par rapport aux autres.
6. Elément de sécurité selon l'une des revendications 1 à 5, dans lequel le deuxième
motif (5) est constitué d'une trame linéaire.
7. Elément de sécurité selon les revendication 5 et 6, dans lequel les lignes du premier
et du deuxième motif (4, 5) sont de largeur identique, et où les intervalles entre
les lignes correspondent à la largeur de ligne ou à un multiple entier de la largeur
de ligne.
8. Elément de sécurité selon l'une des revendications 1 à 7, dans lequel le premier et
le deuxième motifs (4, 5) sont présentés sur des faces opposées du matériau support.
9. Elément de sécurité selon l'une des revendications 1 à 8, dans lequel ledit élément
de sécurité est un élément transfert.
10. Elément de sécurité selon l'une des revendications 1 à 8, dans lequel ledit élément
de sécurité (2) est un composant intégrant d'un document de sécurité (1) et dans lequel
le matériau substrat est formé par le matériau de base du document de sécurité.
11. Elément de sécurité selon l'une des revendications 1 à 8, dans lequel ledit élément
de sécurité est un fil de sécurité.
12. Elément de sécurité selon l'une des revendications 1 à 11, dans lequel au moins un
des deux motifs (4, 5) est un motif imprimé.
13. Elément de sécurité selon l'une des revendications 1 à 12, dans lequel au moins un
des deux motifs (4, 5) est une couche métallique au moins partiellement démétallisée.
14. Document de sécurité (1) comprenant un élément de sécurité selon l'une des revendications
1 à 13.