(19)
(11) EP 2 418 342 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
15.02.2012  Patentblatt  2012/07

(21) Anmeldenummer: 11174612.9

(22) Anmeldetag:  20.07.2011
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
E05C 9/00(2006.01)
E06B 3/263(2006.01)
E05B 17/00(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME

(30) Priorität: 10.08.2010 DE 202010011238 U

(71) Anmelder: KFV Karl Fliether GmbH & Co. KG
42551 Velbert (DE)

(72) Erfinder:
  • Kaufmann, Markus
    42549 Velbert (DE)

   


(54) Fenster oder Tür


(57) Die Erfindung betrifft ein Fenster oder eine Türe mit aus Hohlprofilen zusammengesetztem Rahmen und/oder Flügel, bei dem das oder die Hohlprofile aus einem wärmeleitfähigen Werkstoff bestehen und zur Trennung einer Innenschale (3, 4) von einer Außenschale (5, 6) ein diese verbindender Abschnitt (Verbinder (7)) vorgesehen ist, der aus einem wärmeisolierenden Werkstoff besteht, und der bezogen auf die horizontale Erstreckung des Flügels oder Rahmens im Bereich einer Nut (9, 10) liegt, welche zur Aufnahme eines Treibstangenbeschlages (11) oder einem diesem zugeordneten Riegeleingriffselement (12) dient, welcher bzw. welches zumindest bereichsweise eine die Nut (9, 10) überdeckende Schiene (14, 15) aus Metall aufweist.
Zur Vermeidung einer Kopplung der Innen- (3, 4) und Außenschale (5, 6) und damit verbundenen Kondensatbildung an der Schiene (14,15) ist zumindest ein Distanzhalter (24, 25, 26, 27) aus wärmeisolierendem Werkstoff vorgesehen, welcher die Schiene (14, 15) von der Innen- (3,4) und Außenschale (5, 6) beabstandet.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft ein Fenster oder eine Türe nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

[0002] Die Ausgestaltung eines Fensters oder einer Türe dessen bzw. deren Rahmen und/oder Flügel aus Hohlprofilen zusammengesetzt ist, gehört bereits seit langem zum Stand der Technik. Die Hohlprofile sind aus Leichtmetall angefertigt, welches in besonderem Maße wärmeleitfähig ist. Dies führt oft zu Kondensatbildungen an der eine höhere Luftfeuchtigkeit aufweisenden gebäudeinnenseitig liegenden Profilwandung, wenn das Profil infolge niedriger Außentemperaturen stark abgekühlt ist. Zur Vermeidung dieser Kondensatbildung werden diese Profile daher mit einer sogenannten thermischen Trennung versehen. Dabei ist eine Innen- und eine Außenschale vorgesehen, die jeweils aus dem wärmeleitfähigen Leichtmetall gebildet sind und zwischen denen ein Abschnitt aus einem schlecht wärmeleitenden Werkstoff angebracht ist, welcher die Innen- und die Außenschale verbindet. Nun sind Ausgestaltungen bekannt geworden, welche diese thermische Trennung in einer Ebene vorsehen, in der eine Nut zur Aufnahme eines Treibstangenbeschlags angeordnet ist. Die thermische Trennung bildet dadurch die Nut aus. Die Treibstangenbeschläge weisen oftmals Nutabdeckungen oder Beschlagelemente aus Metall auf, um die Verriegelungskräfte zuverlässig aufnehmen zu können. Dabei stützen sich die Längsränder der Nutabdeckungen oder Beschlagelemente einerseits auf der Innen- und andererseits auf der Außenschale ab. Dies führt zu einer Überbrückung der thermischen Trennung und einer erhöhten Kondensatbildung im Bereich des Treibstangenbeschlages.

[0003] Es ist Aufgabe der Erfindung diesen Umstand zu vermeiden.

[0004] Zur Lösung dieser Aufgabe bei einem Fenster oder einer Tür nach dem Oberbegriff sieht die Erfindung mindestens einen Distanzhalter aus wärmeisolierendem Werkstoff vor, welcher die Schiene von der Innen- und/oder Außenschale beabstandet. Die Treibstangenbeschläge können dadurch in ihrem grundsätzlichen Aufbau unverändert bleiben, was die Kosten reduziert. Zudem wird die Tragfähigkeit der Nutabdeckung bzw. des Beschlagelementes an sich nicht in Frage gestellt. Nach der Erfindung wird die Schiene zumindest von einer der Schalen entkoppelt, kann aber auch von beiden entkoppelt sein.

[0005] Es sind zwar durch die DE 19859546 A1 und die DE 19859587 A1 sowie die DE 8117338 U1 Treibstangenbeschläge bekannt, welche Befestigungs- und Führungselemente von Treib- bzw. Schubstangen offenbaren, die augenscheinlich elastische Eigenschaften eines Kunststoffs erfordern. Diese dienen jedoch der schraublosen Befestigung der Treib- oder Schubstangen und sind in der Praxis nicht geeignet, die hohen Verriegelungskräfte sicher zu übertragen.

[0006] Eine Weiterbildung sieht vor, dass die Schiene einen U-Querschnitt aufweist, dessen freie Schenkel in Richtung der Nut weisen und die Schiene an Nutrand oder aufeinander zuweisenden Randstegen der Nut abstützen, wobei die Schenkel mit einem annähernd U-förmigen Distanzhalter umgriffen sind. Die Schiene erhält dadurch ein höheres Widerstandsmoment gegen Durchbiegung und die Distanzhalter sind nur in dem Bereich wirksam, der mit der Innen- und/oder Außenschale zusammenwirkt.

[0007] Alternativ dazu kann vorgesehen werden, dass die Schiene einen flachrechteckigen Querschnitt besitzt und der Distanzhalter die Längskanten umgreift. Die Schiene erhält dadurch einen einfacheren und kostengünstigeren Aufbau.

[0008] Eine besonders einfache und kostengünstige Ausgestaltung sieht vor, dass der Distanzhalter als Kunststoffprofil ausgebildet ist. Dieses kann sich entlang des gesamten Längsrandes oder in Abschnitten, z.B. höherer Belastung, erstrecken.

[0009] Eine sehr einfache Ausgestaltung ist gekennzeichnet durch einen R-förmigen Querschnitt des Distanzhalters, dessen bereichsweise nach innen geneigt verlaufender Schenkel an einer Stelle einen lichten Abstand zum gegenüberliegenden gerade verlaufenden Schenkel einnimmt, der geringfügig geringer bemessen ist als die Dicke des Schenkels der Schiene.

[0010] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus der Zeichnung.

[0011] In der einzigen Zeichnung ist ein Ausschnitt einer aus Hohlprofilen zusammengesetzten Tür dargestellt, in der der Flügel mit 1 und der Rahmen mit 2 bezeichnet sind. Sowohl der Rahmen 2 als auch der Flügel 1 weisen eine Innenschale 3, 4 und eine Außenschale 5, 6 auf. Innenschalen 3, 4 und Außenschalen 5, 6 sind über einen Verbinder 7, 8 miteinander gekoppelt. Die Verbinder 7, 8 sind aus Kunststoff angefertigt und dienen der thermischen Entkopplung der Innen- 3, 4 und der Außenschalen 5, 6. Die Verbinder 7, 8 erstrecken sich über die gesamte Profillänge und sind im Bereich einer Nut 9 bzw. 10 des Flügels 1 und des Rahmens 2 angeordnet. Die Nut dient zur Aufnahme eines Treibstangenbeschlages und zumindest einem diesem zugeordneten Beschlagelemente. Im Ausführungsbeispiel besteht der Treibstangenbeschlag aus einem Schloss 11 und das zugeordnete Beschlagelement aus einem Schließblech 12. Die Lage der Nut 9 bzw. 10 bezogen auf die Verbinder erleichtert die Montage der Beschlagteile. Da für diese benötigte Ausnehmungen nur im Kunststoff eingebracht werden müssen und Befestigungselemente im Kunststoff leichter verankerbar sind.

[0012] Das Schloss 11 und das Schließblech sind mit Schiene 14, 15 versehen, die einen U-Querschnitt aufweisen, deren freie Schenkel 16, 17 und 18, 19 in Richtung der Nuten 9, 10 weisen. Die Schienen 14,15 sind aus Metall gefertigt. Im dargestellten Ausführungsbeispiel stützen die Schenkel 16, 17, 18, 19 die Schienen 14, 15 am Nutrand an aufeinander zuweisenden Randstegen 20, 21, 22, 23 der Nuten 9, 10 ab. Ausweislich der Zeichnung sind die Schenkel 16, 17, 18, 19 mit annähernd U-förmigen Distanzhaltern 24, 25, 26, 27 umgriffen. Dadurch sind die Schienen 14, 15 von der Innen- 3, 4 und Außenschale 5, 6 beabstanden. Alternativ zu der in der Zeichnung dargestellten Ausgestaltung kann noch vorgesehen werden, dass die Schienen 14, 15 einen flachrechteckigen Querschnitt besitzt und der bzw. die Distanzhalter 24, 25, 26, 27 die Längskanten der Schiene umgreift.

[0013] Vorzugsweise ist der Distanzhalter 24, 25, 26, 27 als Kunststoffprofil ausgebildet. Er kann abschnittsweise an den Schienen 14, 15 angebracht werden - oder zur Vermeidung von Unterbrechungen sich über deren ganze Länge erstrecken und ist dann mit einer Kunststoffendkappe der Schiene 14,15 koppelbar.

[0014] Ausweislich der Zeichnung hat der Distanzhalter 24, 25, 26, 27 einen R förmigen Querschnitt, der dadurch entsteht, dass ein zumindest bereichsweise nach innen - in Richtung des zweiten Schenkels 28 geneigt verlaufender Schenkel 29 an einer Stelle einen lichten Abstand zum gegenüberliegenden gerade verlaufenden Schenkel 28 einnimmt, der geringfügig geringer bemessen ist als die Abmessung 30 des Schenkels 16, 17, 18, 19 der Schienen 14, 15.

[0015] Im dargestellten Ausführungsbeispiel sind die Distanzhalter 24, 25, 26, 27 jeweils identisch ausgebildet. Es kann alternativ aber auch vorgesehen werden, dass die Abmessungen der Distanzhalter 24, 25, 26, 27 angepasst an die Profilierung gewählt werden. Auch kann eine angepasste Ausgestaltung sinnvoll sein, wenn die Stärken der Schienen 14, 15 differieren.

[0016] Schließlich kann noch vorgesehen sein, dass bei über die gesamte Länge der Schienen verlaufenden Distanzhalter 24, 25, 26, 27 die Schienen 14, 15 zwecks Materialreduzierungen mit Unterbrechungen an den Schenkeln 16, 17, 18, 19 versehen sind, welche durch die Distanzhalter 24, 25, 26, 27 abgedeckt werden. Dabei kann auch vorgesehen werden, dass die Schienen 14, 15 übergreifende zusätzliche Beschlagelemente in solche Unterbrechungen eingreifen und von den Distanzhaltern 24, 25, 26, 27 fixiert werden. Die Distanzhalter haben dann neben der eigentlichen Funktion des Entkoppelns noch eine ausrichtende Funktion, z.B. beim Transport.

Bezugszeichenliste



[0017] 
1
Flügel
2
Rahmen
3
Innenschale
4
Innenschale
5
Außenschale
6
Außenschale
7
Verbinder
8
Verbinder
9
Nut
10
Nut
11
Schloss
12
Schließblech
14
Schiene
15
Schiene
16
Schenkel
17
Schenkel
18
Schenkel
19
Schenkel
20
Randsteg
21
Randsteg
22
Randsteg
23
Randsteg
24
Distanzhalter
25
Distanzhalter
26
Distanzhalter
27
Distanzhalter
28
Schenkel
29
Schenkel
30
Abmessung



Ansprüche

1. Fenster oder Türe mit aus Hohlprofilen zusammengesetztem Rahmen und/oder Flügel, bei dem das oder die Hohlprofile aus einem wärmeleitfähigen Werkstoff bestehen und zur Trennung einer Innenschale (3, 4) von einer Außenschale (5, 6) ein diese verbindender Abschnitt (Verbinder (7)) vorgesehen ist, der aus einem wärmeisolierenden Werkstoff besteht, und der bezogen auf die horizontale Erstreckung des Flügels oder Rahmens im Bereich einer Nut (9, 10) liegt, welche zur Aufnahme eines Treibstangenbeschlages (11) oder einem diesem zugeordneten Riegeleingriffselement (12) dient, welcher bzw. welches zumindest bereichsweise eine die Nut (9, 10) überdeckende Schiene (14, 15) aus Metall aufweist, gekennzeichnet durch zumindest einen Distanzhalter (24, 25, 26, 27) aus wärmeisolierendem Werkstoff, welcher die Schiene (14, 15) von der Innen- (3, 4) und/oder Außenschale (5, 6) beabstandet.
 
2. Fenster oder Türe, nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schiene (14, 15) einen U-Querschnitt aufweist, dessen freie Schenkel (16, 17, 18, 19) in Richtung der Nut (9, 10) weisen und die Schiene (14, 15) an Nutrand oder aufeinander zuweisenden Randstegen (20, 21, 22, 23) der Nut (9, 10) abstützen, und dass die Schenkel (16, 17, 18, 19) mit einem annähernd U-förmigen Distanzhalter (24, 25, 26, 27) umgriffen sind.
 
3. Fenster oder Türe, nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schiene (14, 15) einen flachrechteckigen Querschnitt besitzt und der Distanzhalter (24, 25, 26, 27) die Längskanten umgreift.
 
4. Fenster oder Türe, nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Distanzhalter (24, 25, 26, 27) als Kunststoffprofil ausgebildet ist.
 
5. Fenster oder Türe, nach Anspruch 4, gekennzeichnet durch einen R-förmigen Querschnitt des Distanzhalters (24, 25, 26, 27), dessen bereichsweise nach innen geneigt verlaufender Schenkel (29) an einer Stelle einen lichten Abstand zum gegenüberliegenden gerade verlaufenden Schenkel (28) einnimmt, der geringfügig geringer bemessen ist als die Abmessung (30) des Schenkels (16, 17, 18, 19) der Schiene (14, 15).
 




Zeichnung







Recherchenbericht










Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente