[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Miederwarenkörbchen umfassend eine vorgeformte
Polsterschicht aus Schaumstoff oder Vlies, die beidseitig jeweils mit einer Materiallage
fest verbunden ist.
[0002] Miederwarenkörbchen werden beispielsweise gerne in Körbchen eines Büstenhalters eingearbeitet,
um einer Brust ein größeres Aussehen zu verleihen. Üblicherweise werden für die Miederwarenkörbchen
Polsterschichten aus Schaumstoff, Vlies oder Abstandstextilien verwendet. Da diese
Materialien keinen hohen Tragekomfort aufweisen und optisch nicht sehr schön anzusehen
sind, wird in der Regel eine Lage aus Textil um die Polsterschicht aus Schaumstoff
oder Vlies angeordnet.
[0003] Die aus Schaumstoff, Vlies oder Abstandstextilien vorgeformte Polsterschicht neigt
jedoch dazu, beim Waschen zu schrumpfen. Da die die Polsterschicht umgebenden Textillagen
in der Regel weniger schrumpfen als die aus Schaumstoff, Vlies oder Abstandstextilien
bestehende Polsterschicht, führt dies zu einem von den Verbrauchem unerwünschten Verziehen
des Wäschestückes, was sich beispielsweise in Form eines sogenannten "Orangenhauteffekts"
äußern kann.
[0004] Es ist bereits eine Reihe von Verfahren bekannt, um diesen sogenannten Orangenhauteffekt
zu vermeiden.
[0005] Einige Verfahren sind darauf gerichtet, den Schrumpf der Polster vor dem ersten Waschen
zu reduzieren. So beschreibt die
DE 1 460 112 beispielsweise ein Verfahren zum Formen oder Pressen von Geweben zur Verwendung beispielsweise
in Büstenhalterkörbchen, bei dem ein mit Wasser gesättigtes Gewebegemische während
des Formens einem Temperaturprozess unterworfen werden, um beim anschließenden Waschen
nicht zu schrumpfen. Auch die
DE 1 410 794 beschreibt ein Verfahren zur Herstellung eines porösen Vliesgegenstandes, z.B. für
Miederwaren, der aus verschiedenen Fasern hergestellt und einem vorgegebenen Temperaturprozess
unterworfen wird, so dass der Vliesgegenstand später unter Temperatureinwirkung formbeständig
bleibt. Diese beiden beschriebenen Verfahren sind sehr aufwändig und kostenintensiv.
[0006] Mit dem Problem der unterschiedlichen Schrumpfungen zwischen einem Körbchenkörper
einerseits und einem Futter einerseits beschäftigt sich die
DE 1 920 586. In der
DE 1 920 586 wird dieses Problem dadurch gelöst, dass als Futter ein Gewebe aus Fasern eines thermoplastischen
Kunststoffes verwendet wird, dessen Erweichungspunkt etwa im gleichen Temperaturbereich
liegt wie die zur bleibenden Verformung des Körbchenmaterials anzuwendende Formtemperatur.
Dieses Verfahren hat den Nachteil, dass die Auswahl geeigneter Materialien sehr begrenzt
und das Verfahren darüber hinaus aufwändig ist.
[0007] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Miederwarenkörbchen, insbesondere
ein Büstenhalterkörbchen bereitzustellen, das sich beim Waschen nicht verzieht bzw.
keinen Orangenhauteffekt ausbildet und welches einfach und kostengünstig herzustellen
ist.
[0008] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch ein Miederwarenkörbchen gelöst umfassend
eine vorgeformte Polsterschicht aus Schaumstoff, Fasermaterial oder Abstandstextilien,
die beidseitig jeweils mit einer Materiallage fest verbunden ist, wobei die mit der
Polsterschicht verbundene Materiallage in einem vorgegebenen Temperaturbereich wasserabweisend
und/oder wasserundurchlässig ist.
[0009] Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass das Schrumpfen eines Körbchenpolsters
aus Schaumstoff, einem Fasermaterial wie etwa Vlies oder Abstandstextilien nicht nur
auf eine erhöhte Temperatur beim Waschen zurückzuführen ist, sondern dass beim Waschen
auch eine starke Strömung an Wasser und Seife durch die Polsterschicht auftritt, welche
zum Kollabieren, d.h. zum Schrumpfen der Polsterschicht führt.
[0010] Das erfindungsgemäße Miederwarenkörbchen hat den Vorteil, dass nun auch kostengünstig
herzustellende, schrumpfende Polsterschichten verwendet werden können, ohne dass beim
Waschen ein Verziehen der Wäsche oder ein Orangenhauteffekt auftritt, denn die mit
der Polsterschicht verbundene Materiallage verhindert, dass Wasser und Seife durch
die Polsterschicht strömt. Die vorgeformte Polsterschicht bleibt beim Waschen in dem
vorgegebenen Temperaturbereich in ihrer bestimmungsgemäßen ursprünglichen Form.
[0011] Die Materiallage kann beispielsweise eine Folienlage aus Kunststoff sein, wobei bei
einer Ausführungsform die Materiallage einseitig mit einer wasserabweisenden und/oder
wasserundurchlässigen Schicht versehen ist.
[0012] Zur Verbesserung des Tragekomforts ist es weiterhin vorteilhaft, dass die Materiallage
eine feuchtigkeits- und luftdurchlässige Membran ist.
[0013] Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist die Materiallage in dem vorgegebenen Temperaturbereich
im Wesentlichen formstabil. Insbesondere ist es bevorzugt, dass die Materiallage in
dem vorgegebenen Temperaturbereich nicht schrumpft.
[0014] Der vorgegebene Temperaturbereich entspricht vorzugsweise einem Temperaturbereich,
der beim Waschen üblich ist und im Bereich zwischen 0°C bis 100° C liegt.
[0015] Zur Herstellung eines kostengünstigen Miederkörbchens ist es von Vorteil, dass die
Materiallage und die Polsterschicht wenigstens abschnittsweise miteinander verklebt
sind.
[0016] Um zu gewährleisten, dass während des Waschens möglichst kein Wasser an die Polsterschicht
gelangt, sind die beiden Materiallagen miteinander verbunden, insbesondere miteinander
versiegelt.
[0017] Viele Schaumstoffe, Vliese oder Abstandsgewirke haben die Eigenschaft, dass sie im
Laufe der Zeit beispielsweise aufgrund von UV-Strahlung oder NOx-Gasen vergilben.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist die Materiallage daher geeignet, ein Vergilben
der vorgeformten Polsterschicht zu vermeiden. Dies kann beispielsweise dadurch erzielt
werden, dass die Materiallage mit einem Schutz gegen UV-Strahlung ausgestattet ist.
[0018] Zur Verbesserung des Tragekomforts ist es vorteilhaft, wenn wenigstens eine Textillage
vorgesehen ist, die die mit wenigstens einer Materiallage versehene Polsterschicht
wenigstens abschnittsweise umgibt.
[0019] Eine vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung wird anhand der beigefügten Zeichnung
beschrieben, in der zeigt:
- Fig. 1
- einen Querschnitt durch ein Miederwarenkörbchen gemäß einer bevorzugten Ausführungsform.
[0020] Fig. 1 zeigt einen Querschnitt durch ein Miederwarenkörbchen 10 gemäß einer bevorzugten
Ausführungsform. Das Miederwarenkörbchen 10 besteht aus einer vorgeformten Polsterschicht
12 aus Schaumstoff. An der Innen- und Außenseite der vorgeformten Polsterschicht 12
ist jeweils eine Folienlage 14 bzw. 16 angeordnet. Die beiden Folienlagen 14 und 16
sind mit der Polsterschicht 12 verklebt, insbesondere laminiert.
[0021] Die Folienlagen 14, 16 sind wasserabweisend, bestehen aus Kunststoff und sind zur
Verbesserung des Tragekomforts atmungsaktiv. Beispielsweise sind die Folienlagen 14,
16 als Membran ausgebildet.
[0022] Das dargestellte Miederwarenkörbchen 10 kann beispielsweise in ein Körbchen eines
Büstenhalters eingenäht werden, so dass eine nicht dargestellte Textillage die Polsterschicht
12 mit den beiden Folienlagen 14, 16 umgibt. Im Gegensatz zu der Textillage weisen
die Materialen der Polsterschicht 12 in einem beim Waschen üblichen Temperaturbereich
einen vergleichsweise hohen Schrumpf auf, so dass die Textillage und die Polsterlage
beim Waschen unterschiedlich schrumpfen mit der Folge eines Verziehens des Büstenhalters
und der Ausbildung eines unerwünschten Orangenhauteffekts.
[0023] Die Folienlagen 14 und 16 weisen beim Waschen das Wasser und die Seife ab, so dass
möglichst kein Wasser an die vorgeformte Polsterschicht 12 gelangt und die vorgeformte
Polsterschicht 12 beim Waschen in dem vorbestimmten Temperaturbereich ihre bestimmungsgemäße
ursprüngliche Form beibehält. Das Material der Folienlagen 14, 16 ist darüber hinaus
so gewählt, dass es in dem vorbestimmten Temperaturbereich zwischen 0° C und 100°
C formstabil ist, insbesondere unter Wärme- und Wassereinfluss nicht schrumpft.
[0024] Wenn bei der dargestellten Ausführungsform die Folienlagen 14 und 16 vollflächig
mit der vorgeformten Polsterschicht 12 verklebt, insbesondere laminiert, sind, so
können im Rahmen der vorliegenden Erfindung die beiden Folienlagen auch nur abschnittsweise
mit der vorgeformten Polsterschicht 12 verbunden sein.
[0025] Um möglichst zu vermeiden, dass Wasser an die Polsterschicht 12 gelangt, können die
beiden Materiallagen miteinander verbunden sein, um die Polsterschicht 12 vollständig
zu umgeben.
[0026] Die verwendeten Folienlagen 14 bzw. 16 können darüber hinaus geeignet sein, ein Vergilben
der vorgeformten Polsterschicht 12 aufgrund von UV-Strahlung oder irgendwelcher Gase
zu vermeiden. Zusätzlich kann eine Folienlage 14 oder 16 mit einem Schutz gegen UV-Strahlung
ausgestattet sein.
[0027] Als Folienlagen eignen sich nicht nur obengenannte wasserabweisende Kunststoffe,
sondern alle Materialien, die wasserabweisend und/oder wasserundurchlässig sind. Weiterhin
sind auch Materiallagen verwendbar, die einseitig mit einer wasserabweisenden und/oder
wasserundurchlässigen Schicht versehen sind.
[0028] Anstelle einer vorgeformten Polsterschicht aus Schaumstoff sind im Rahmen der Erfindung
auch Polsterschichten aus Fasermaterial oder Abstandstextilien wie Abstandsgestrick
oder Abstandsgewirke verwendbar.
1. Miederwarenkörbchen, umfassend eine vorgeformte Polsterschicht (12) aus Schaumstoff,
Fasermaterial oder Abstandstextilien, die beidseitig jeweils mit einer Materiallage
(14, 16) fest verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, dass die mit der Polsterschicht (12) verbundene Materiallage (14, 16) in einem vorgegebenen
Temperaturbereich wasserabweisend und/oder wasserundurchlässig ist.
2. Miederwarenkörbchen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Materiallage (14, 16) eine Folienlage aus Kunststoff ist.
3. Miederwarenkörbchen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Materiallage (14, 16) einseitig mit einer wasserabweisenden und/oder wasserundurchlässigen
Schicht versehen ist.
4. Miederwarenkörbchen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Materiallage (14, 16) eine feuchtigkeits- und luftdurchlässige Membran ist.
5. Miederwarenkörbchen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Materiallage (14, 16) in dem vorgegebenen Temperaturbereich im Wesentlichen formstabil
ist, insbesondere nicht schrumpft.
6. Miederwarenkörbchen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der vorgegebene Temperaturbereich einen Bereich zwischen etwa 0°C bis 100°C umfasst.
7. Miederwarenkörbchen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Materiallage (14, 16) und die Polsterschicht (12) wenigstens abschnittsweise
miteinander verklebt sind.
8. Miederwarenkörbchen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Materiallagen (14, 16) miteinander verbunden, insbesondere miteinander
versiegelt sind.
9. Miederwarenkörbchen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Materiallage (14, 16) geeignet ist, ein Vergilben der vorgeformten Polsterschicht
(12) zu vermeiden.
10. Miederwarenkörbchen nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Materiallage (14, 16) mit einem Schutz gegen UV-Strahlung ausgestattet ist.
11. Miederwarenkörbchen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine Textillage vorgesehen ist, die die mit wenigstens einer Materiallage
(14, 16) versehene Polsterschicht (12) wenigstens abschnittsweise umgibt.