[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Anordnung zur Erfassung
von Passierzeiten an Kontrollstellen, insbesondere bei Sportveranstaltungen, bei denen
Teilnehmer mit jeweils mindestens einem Transponder versehen sind.
[0002] Das Erfassen der genauen Passierzeiten von Personen an Kontrollstellen bildet eine
grundlegende Anforderung bei der Bewertung und Auswertung von Sportveranstaltungen.
Aus dem Stand der Technik sind Erfassungsmethoden von Personen an Kontrollstellen
bekannt, die über ein magnetisches oder elektromagnetisches Wechselfeld einen Informationsaustausch
zwischen der Kontrollstelle und einem der Person zugeordneten Identifikationselement
(Identelement) realisieren. Die Antenne der Kontrollstellensendeeinrichtung kann beispielsweise
als Schleifenantenne boden- oder kopfseitig realisiert werden. Weiterhin sind ein-
oder zweiseitig seitlich zur Laufrichtung angeordnete Antennen unterschiedlicher Geometrien
bekannt. Insbesondere bei Erfassungseinrichtungen mit Erfassungsdistanzen von einigen
Metern kann es bei den bekannten Lösungen zu Abgrenzungsproblemen kommen, da die Wirkung
des magnetischen bzw. elektromagnetischen Wechselfeldes nicht auf den unmittelbaren
Identifikationsraum eingegrenzt werden kann. Das begünstigt Fehlauslösungen bei Personen,
die zwar an der Sportveran-staltung teilnehmen, aber sich zeitweise als Zuschauer
an der Erfassungsstelle aufhalten.
[0003] Die
DE 100 05 169 A1 beinhaltet eine Identifikations- und Zeitnahmevorrichtung für Teilnehmer von Sportveranstaltungen
mit einem stationären Erfassungsgerät zur Auswertung individueller Codes, welche durch
von den Teilnehmern getragene Transponder übermittelt werden. Das Erfassungsgerät
umfasst wenigstens eine Antennenanordnung, die bei Annäherung der Transponder den
ausgesendeten Code empfängt. Die Antennenanordnung erstreckt sich am Erfassungsort
über die gesamte Breite der Wettkampfbahn und umfasst wenigstens eine längliche, mit
ihrer längeren Seite quer zur Wettkampfbahn ausgerichtete Leiterschleife.
[0004] In der
DE 102 27 451 A1 sind ein Verfahren und eine Vorrichtung zur automatischen Zeitnahme bei sportlichen
Massenveranstaltungen beschrieben. Die Teilnehmer tragen jeweils einen Transponder
mit einem individuellen Code, der nach einem Zieleinlauf gelesen und mit einer Erfassungszeit
verknüpft wird. Beim Zieleinlauf wird ein interner Zeitnehmer des Transponders aktiviert
und dessen Transponderzeit bei der Ermittlung einer Zieleinlaufzeit aus der Erfassungszeit
als Korrekturgröße ausgewertet.
[0005] Die
EP 0 074 330 B1 beinhaltet eine Anlage für die Identifizierung und Bestimmung des Durchgangszeitpunktes
einer Mehrzahl von beweglichen Körpern an einem bestimmten Punkt ihrer Bahn. Die Körper
sind unter anderem mit einem Oszillator ausgestattet, der jeweils eine spezifische
Frequenz erzeugt, anhand derer eine eindeutige Zuordnung erfolgen kann.
[0006] Aus der
DE 29 14 137 C2 ist eine Einrichtung zur Erfassung des Zieldurchganges von Teilnehmern eines Rennens
bekannt, bei der die Teilnehmer jeweils mit einem Sender ausgestattet sind und mindestens
zwei Empfangsantennen am Ziel mit angeschlossenem Empfänger vorhanden sind. Die Empfangsantennen
sind mit im Wesentlichen rechtwinklig zueinander verlaufender Richtempfindlichkeit
angeordnet. Es wird ein Zieldurchgangssignal erzeugt, wenn das Signal der einen Empfangsantenne
oberhalb eines hohen ersten Schwellwertes und das Signal der anderen Empfangsantenne
unterhalb eines niedrigen zweiten Schwellwertes liegen. Auf diese Weise kann der Zieldurchgang
relativ exakt ermittelt werden. Die Lösung ist gegen Nah- und Fernstörungen relativ
unempfindlich.
[0007] Die
EP 1 447 681 A2 beinhaltet ein Verfahren zur Bestimmung der Position und des Zeitpunktes des Passierens
einer Kontrollstation mit Hilfe eines beweglichen Transponders. Im Transponder wird
mehrfach die Stärke des von der Kontrollstation gesendeten Signals bestimmt. Der Transponder
sendet eine Nachricht mit der gemessenen Signalstärke an einen Empfänger, welcher
aus dem Verlauf der Signalstärke die Position des Transponders und den Zeitpunkt des
Passierens der Kontrollstation berechnet.
[0008] Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein Verfahren zur Erfassung von Passierzeiten
an Kontrollstellen zur Verfügung zu stellen, mit welchem eine exaktere Ermittlung
der Passierzeit möglich ist, wobei Fehlauslösungen durch unzureichende örtliche Abgrenzungen
der Erfassungsstelle vermieden werden sollen. Weiterhin soll eine Anordnung zur genaueren
Erfassung von Passierzeiten an Kontrollstellen zur Verfügung gestellt werden, welche
leicht zu installieren ist sowie mobil und energiearm betrieben werden kann. Verfahren
und Anordnung sollen für weitgehend beliebige Umgebungsbedingungen und unterschiedlichste
Passierarten einsetzbar sein. Insbesondere sollen bauliche Veränderungen am Untergrund
einer linienförmigen Kontrollstelle (z.B. ein Zieleinlauf) überflüssig werden.
[0009] Zur Lösung der Aufgabe dient ein Verfahren zur Erfassung von Passierzeiten an Kontrollstellen
nach Anspruch 1 sowie eine Anordnung nach Anspruch 9.
[0010] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren sind die Teilnehmer, deren Passierzeit an einer
Kontrollstelle z.B. bei einer Sportveranstaltung erfasst werden soll, jeweils mit
einem Transponder ausgerüstet. Der Transponder kann vom Teilnehmer mitgeführt werden
oder an dessen Kleidung bzw. Sportgerät angeordnet sein. Der Fachmann wird erkennen,
dass unterschiedlichste Anwendungen für die Erfindung in Betracht kommen, wobei es
auf die Bauform des Transponders nicht ankommt.
[0011] Das Verfahren umfasst folgende Schritte. Zunächst werden ein erster und ein zweiter
Sender mit einem Abstand zueinander an einer Kontrollstelle angeordnet. Die Sender
senden im Wechsel jeweils ein Sendetelegramm im Wesentlichen identischer Signalstärke.
Die Signalstärke wird abgesehen von toleranzbedingten Abweichungen möglichst gleich
groß an den Sendern eingestellt, was werkseitig durch eine Kalibrierung erfolgen kann.
Hierbei weist mindestens ein Sendetelegramm eine Zeitinformation auf und mindestens
ein Sendetelegramm umfasst eine die Kontrollstelle kennzeichnende Information. Ein
erstes Sendetelegramm des ersten Senders wird durch den zweiten Sender empfangen.
Anschließend erfolgen durch den zweiten Sender ein Dekodieren und eine Bewertung des
ersten Sendetelegramms sowie ein Signalisieren des Empfangsstatus. Dabei erfolgt eine
Bewertung der Signalstärke des ersten Sendetelegramms. Diese Signalstärke wird als
Referenzsignalstärke erfasst. Sie stellt ein Maß für den räumlichen Abstand zwischen
den beiden Sendern dar, welches bei der Aufstellung der beiden Sender an den Enden
einer Ziellinie deren Länge entspricht. Vom zweiten Sender wird im Anschluss daran
ein zweites Sendetelegramm ausgesendet, wobei die ermittelte Referenzsignalstärke
als Bestandteil des zweiten Sendetelegramms übertragen wird. Im nächsten Schritt wird
ein zusammengehöriges Sendetelegrammpaar des ersten und zweiten Senders durch einen
Transponder empfangen. Der Transponder ist in der Lage, die im empfangenen Sendetelegrammpaar
enthaltene Zeitinformation zu dekodieren und diese Zeitinformation als mögliche Passierzeit
zu der im Sendetelegrammpaar enthaltenen, die Kontrollstelle kennzeichnenden Information
zuzuordnen. Diese Daten werden entweder durch den Transponder zwischengespeichert
oder nur bei Bedarf ermittelt, wenn die nachfolgend beschriebene Bedingung für die
Gültigkeit der Passierzeit eintritt. Weiterhin erfolgt durch den Transponder eine
Bewertung der Signalstärken des empfangenen Sendetelegrammpaars. Die Summe der Signalstärken
des Sendetelegrammpaars wird als Gesamtsignalstärke zwischengespeichert. Im nächsten
Schritt werden durch den Transponder die Gesamtsignalstärken aufeinanderfolgender
Sendetelegramme zur Ermittlung des ortsgenauen Passierens der Kontrollstelle durch
den Transponder verglichen, wobei beim Passieren der Kontrollstelle eine maximale
Signalstärke erreicht wird. Ebenso wird durch den Transponder die im Sendetelegrammpaar
enthaltene Referenzsignalstärke ausgewertet, wobei lediglich in dem Fall, dass sowohl
die Signalstärke des ersten Senders als auch des zweiten Senders gleich oder größer
der Referenzsignalstärke sind, ein Passieren der Kontrollstelle angenommen wird und
nur in diesem Fall werden die im zugehörigen Sendeprotokoll enthaltenen Daten durch
den Transponder als Passierzeit erfasst bzw. als gültig akzeptiert (ggf. nach vorheriger
Dekodierung) und für eine spätere Auswertung dauerhaft abgespeichert.
[0012] Durch das erfindungsgemäße Verfahren ist eine exakte Erfassung der Passierzeiten
an Kontrollstellen möglich. Dadurch, dass nur Passierzeiten als gültig erfasst werden,
wenn die Signalstärken sowohl des ersten als auch des zweiten Senders mindestens gleich
der Referenzsignalstärke sind bzw. wenn die Referenzsignalstärke überschritten wird,
können Fehlauslösungen bzw. -aufzeichnungen bei Transpondern von Teilnehmern, die
sich z.B. als Zuschauer an der Kontrollstelle befinden oder diese bereits wirksam
passiert haben, wirksam vermieden werden.
[0013] Nach einer vorteilhaften Ausführungsform arbeitet der erste Sender als unabhängiger
Master und der zweite Sender als abhängiger Slave. Der Slave wird hierbei vom Master
getriggert. Durch die Verwendung einer Master-Slave-Anordnung ergibt sich eine vergleichsweise
einfache Struktur, was nicht zuletzt auch zu Einsparungen führt.
[0014] Bei einer zweckmäßigen Ausführungsform empfängt der Slave das Sendetelegramm des
Masters. Denkbar wäre natürlich auch, dass stattdessen der Master das Sendetelegramm
des Slaves empfängt bzw. das Master und Slave jeweils die Sendetelegramme des anderen
empfangen.
[0015] Als günstig hat es sich erwiesen, wenn im Sendetelegramm des Masters eine Information
über den Betriebsmode mit dem zugeordneten Slave übertragen wird.
[0016] Bei einer weiteren, vorteilhaften Ausführungsform überträgt der Transponder über
eine Sendeeinrichtung Daten an einen Informationsempfangspunkt. Auf diese Weise können
die Daten mehrerer Transponder zentral abgespeichert werden, was nicht zuletzt den
Vorteil hat, dass eine zentrale Sicherungskopie der Transponderdaten vorliegt, womit
Datenverlusten, hervorgerufen beispielsweise durch Beschädigungen des Transponders,
vorgebeugt werden kann.
[0017] Nach einer weitergebildeten vorteilhaften Ausführungsform ist der Informationsempfangspunkt
mit einer Auswerteeinheit verbunden. Mittels einer solchen Auswerteeinheit können
die Daten mehrerer Teilnehmer zeitnah miteinander verglichen werden. Zusätzlich bietet
sich die Möglichkeit von Zwischenauswertungen.
[0018] Bei weiteren zweckmäßigen Ausführungsformen kommen zur Ermittlung des ortsgenauen
Passierens der Kontrollstelle durch Vergleich der Gesamtsignalstärke aufeinanderfolgender
Sendetelegramme unterschiedliche Algorithmen zum Einsatz. Hierbei sind die Algorithmen
an den Signalstärkeverlauf der bei den Sendern verwendeten Antennen angepasst.
[0019] Von Vorteil ist es, wenn ein Master und zwei Slaves an der Kontrollstelle angeordnet
werden. Der Master ist bei dieser Ausführung mittig zwischen den Slaves angeordnet.
Die Slaves senden ihre Sendetelegramme aufeinanderfolgend nach dem sie das Sendetelegramm
des Masters empfangen. Auf diese Weise wird vermieden, dass sich die einzelnen Sendetelegramme
überlagern. Der Transponder nutzt das Sendetelegramm des Slaves mit der höheren Signalstärke
zur Bildung der Gesamtsignalstärke und für den Vergleich mit der Referenzsignalstärke.
[0020] Für bestimmte Kontrollstellen ist lediglich das Erfassen der passierenden Wettkämpfer
an der Kontrollstelle von Bedeutung, eine ortsgenaue Zeitnahme ist weniger bedeutsam,
ebenso besteht keine Gefahr von Fehlauslösungen durch nicht unmittelbar im Wettkampf
befindliche Teilnehmer. In diesem Fall genügt der Einsatz von nur einem Sender. Im
Sinne eines robusten und einfach zu nutzenden Zeitmesssystems sollen die Masterstationen
bei einer bevorzugten Ausführung so konfiguriert sein, dass sie ohne Änderung ihrer
Konfiguration auch für diesen Zweck eingesetzt werden können. Dafür wird auch die
Masterstation mit einer Einrichtung zum Empfang des Sendesignals der Slavestation
ausgestattet. In Abhängigkeit davon, ob ein Signal der Slavestation empfangen wird
oder nicht, erfolgt eine entsprechende Modifikation des vom Master gesendeten Telegramms.
Der Transponder wertet bei Empfang des Mastertelegramms diese Information aus und
erkennt, ob eine Kontrollstelle mit nur einem Sender passiert wird oder ob zur Bewertung
der Passierinformation noch der Empfang eines Slave-telegramms notwendig ist.
[0021] Die erfindungsgemäße Anordnung zur Erfassung von Passierzeiten an Kontrollstellen
bei Sportveranstaltungen umfasst mindestens einen Transponder sowie einen ersten und
einen zweiten Sender. Die beiden Sender sind an einer Kontrollstelle voneinander beabstandet
angeordnet. Die beschriebene Anordnung umfasst wenige, verhältnismäßig leicht zu installierende
Bestandteile. Die Transponder lassen sich auf einfache Art und Weise am Körper der
Teilnehmer befestigen, beispielsweise am Arm als Armband oder am Bein. Weiterhin können
die Transponder auch an der Kleidung der Teilnehmer befestigt werden, denkbar wäre
zum Beispiel eine Integration der Transponder in die Startnummer. Als Transponder
können vorzugsweise RFID (Radio frequency identification)-Transponder zum Einsatz
kommen. Die Sender sind vorzugsweise als mobile Einheiten aufgebaut und lassen sich
problemlos von der Kontrollstelle entfernen und können anschließend an einer anderen
Kontrollstelle zum Einsatz kommen. Hierbei muss natürlich im Sendetelegramm eine Anpassung
der die Kontrollstelle eindeutig kennzeichnenden Information erfolgen.
[0022] Nach einer zweckmäßigen Ausführungsform ist die Kontrollstelle als Start- und/oder
Ziellinie ausgebildet. In diesem Fall hat es sich als günstig, wenn der erste und
der zweite Sender an einander gegenüberliegenden Endpunkten der Start- bzw. Ziellinie
angeordnet sind.
[0023] Weitere Vorteile, Einzelheiten und Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus
der nachfolgenden Beschreibung einer bevorzugten Ausführungsform, unter Bezugnahme
auf die Zeichnung.
[0024] Die einzige Figur zeigt eine bevorzugte Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Anordnung
zur Erfassung von Passierzeiten an Kontrollstellen. Links ist zusätzlich noch der
Signalstärkeverlauf dargestellt. Der Darstellung ist zu entnehmen, dass beim Passieren
der Kontrollstelle ein Maximum erreicht wird. Die erfindungsgemäße Anordnung umfasst
mindestens einen Transponder 01. Der Transponder 01 ist beispielsweise am Körper bzw.
an der Kleidung eines Teilnehmers (nicht dargestellt) befestigt. Der Transponder nutzt
vorzugsweise RFID-Technik.
[0025] Zur Anordnung gehören weiterhin ein erster und ein zweiter Sender 03, 05. Im beschriebenen
Anwendungsfall wird eine Master-Slave-Anordnung verwendet. Hierbei arbeitet der erste
Sender 03 als unabhängiger Master und der zweite Sender 05 als vom Master abhängiger
Slave. Der Slave 05 wird hierbei vom Master 03 getriggert. Master 03 und Slave 05
sind vorzugsweise einheitlich aufgebaut und verfügen neben der Sendeeinheit über einen
Empfänger, eine Antenne und eine Auswerteeinheit. Master 03 und Slave 05 sind an einer
Kontrollstelle 07 mit einem Abstand A und einander gegenüberliegend angeordnet. Die
Kontrollstelle 07 kann beispielsweise eine Start- oder Ziellinie sein. Master 03 und
Slave 05 befinden sich an den einander gegenüberliegenden Endpunkten der Kontrollstelle
07. Der zwischen Master 03 und Slave 05 bestehende Abstand A entspricht demnach im
Wesentlichen der Länge der Kontrollstelle 07. Die Kontrollstelle 07 erstreckt sich
vorzugsweise über die Breite einer Laufbahn 09, auf welcher die Teilnehmer die Kontrollstelle
passieren sollen. Für zahlreiche Anwendungen hat sich ein Abstand A von etwa 3 Metern
als günstig erwiesen. Ein anderer Abstand ist selbstverständlich realisierbar. Eine
Passierzeit soll von den Transpondern der Teilnehmer nur als gültig erfasst und aufgezeichnet
werden, wenn sich der jeweilige Teilnehmer mit seinem Transponder zwischen den beiden
Sendern 03, 05 durch die Kontrollstelle 07 bewegt.
[0026] Der Transponder 01 kann eine Sendeeinrichtung (nicht dargestellt) aufweisen, über
welche der Transponder 01 mit einem Informationsempfangspunkt (nicht dargestellt)
in Verbindung treten kann. Der Informationsempfangspunkt ist wiederum vorzugsweise
mit einer Auswerteeinheit (nicht dargestellt) verbunden.
[0027] Im Folgenden wird ein in der erfindungsgemäßen Anordnung ablaufendes erfindungsgemäßes
Verfahren zur Erfassung von Passierzeiten an Kontrollstellen beschrieben. Das erfindungsgemäße
Verfahren wird vorzugsweise bei Sportveranstaltungen im Breitensport, an denen zahlreiche
Teilnehmer beteiligt sind, eingesetzt. Jeder Teilnehmer wird dabei mit einem Transponder
01 ausgestattet. Die Teilnehmer bewegen sich vorzugsweise mit einer Geschwindigkeit
von maximal 40 km/h, wobei keine Einschränkung auf diese Höchstgeschwindigkeit erfolgen
soll, andere Geschwindigkeiten sind durchaus möglich.
[0028] Durch den Master 03 und den Slave 05 wird abwechselnd ein Sendetelegramm im Wesentlichen
identischer Signalstärke ausgesendet. In der Fig. sind die Sendebereiche mit einer
von den beteiligten Einheiten sicher auswertbaren Signalfeldstärke von Master 03 und
Slave 05 durch gestrichelte Kreisbögen dargestellt. Wie der Fig. zu entnehmen ist,
überschneiden sich beide Sendebereiche soweit, dass mindestens die Kontrollstelle
07 von dem Überschneidungsbereich vollständig eingenommen ist. In mindestens einem
der wiederkehrend ausgesandten Sendetelegramme der Sender ist eine Zeitinformation
enthalten. Des Weiteren weist zumindest eines der Sendetelegramme eine die konkrete
Kontrollstelle 07 kennzeichnende Information auf. Eine Sendeperiode, umfassend das
Senden beider Sendetelegramme sowie eine dazwischen liegende Pause, beträgt in etwa
50 ms. Der Slave 05 empfängt ein erstes Sendetelegramm des Masters 03. Das erste Sendetelegramm
wird anschließend vom Slave 05 dekodiert und bewertet. Außerdem wird durch den Slave
05 der Empfangsstatus signalisiert. Bei diesem Schritt erfolgt eine Bewertung der
Signalstärke des vom Master 03 empfangenen ersten Sendetelegramms durch den Slave
05. Diese Signalstärke wird als Referenzsignalstärke erfasst. Diese Erfassung wird
dem Teilnehmer vorzugsweise optisch bzw. akustisch signalisiert. Im Anschluss daran
sendet der Slave 05 ein zweites Sendetelegramm aus, hierbei wird die Referenzsignalstärke
mit übertragen.
[0029] Die zeitliche Steuerung der Sendetelegramme erfolgt durch den Master 03. Der Slave
05 sendet erst nach Empfang und Auswertung des empfangenen Sendetelegramms. Die Übertragung
der Sendetelegramme erfolgt mit einem Wechselmagnetfeld, das sendeseitig von einer
als Sendeantenne wirkenden stromdurchflossenen Flachspule erzeugt wird. Den Spulenstrom
liefert ein HF-Generator mit definierter Leistung. Die Ebenen der Flachspulen sind
so ausgerichtet, dass sie parallel zueinander und mit einem definierten Abstand an
der Kontrollstelle 07 angeordnet sind. Die Flachspule der Sender 03, 05 wird auch
als Empfangsantenne benutzt. In der im Bereich des Wechselmagnetfeldes befindlichen
Spule wird eine Spannung induziert und im Empfänger verstärkt. Der Pegel dieser Signalspannung
ist proportional von der magnetischen Feldstärke an der Position der Empfangsspule
und diese Feldstärke ist wiederum vom Abstand zur Sendespule abhängig. Da, wie nachfolgend
beschrieben, der empfangende Sender und jeder Transponder 01 aus dem empfangenen Sendetelegramm
ein Signal regeneriert und mit der Signalstärke des nachfolgenden Sendetelegramms
vergleicht, ist es erforderlich, dass die Sendeleistung und die Signalverstärkung
des Empfängers beider Sender 03, 05 gleiche Werte haben, wobei die Bauform der Flachspulen
exakt baugleich sind. Abgesehen von toleranzbedingten Abweichungen werden werkseitig
diese Werte abgeglichen und kalibriert. Infolge der oben beschriebenen Anordnung der
Flachspulen und der gleichen Sendeleistungen beider Sender 03, 05 sind die Feldlinienstrukturen
der beiden Magnetfelder gleich und spiegelsymmetrisch zur vertikalen Mittelebene der
Kontrollstelle 07. Diese Eigenschaften der Magnetfelder werden für das erfindungsgemäße
Verfahren genutzt. Sie ermöglichen die Angabe einer Passierzeit, die unabhängig von
dem Durchlaufweg zwischen den beiden Sendern 03, 05 ist.
[0030] Nachfolgend im Verfahren - aber zeitlich innerhalb derselben Sendeperiode - empfängt
der Transponder 01 ein zusammengehöriges Sendetelegrammpaar bestehend aus dem aufeinander
folgenden ersten und zweiten Sendetelegramm. Die im empfangenen Sendetelegrammpaar
enthaltenen Zeitinformationen werden durch den Transponder 01 dekodiert. Es erfolgt
eine Zuordnung der Zeitinformation als mögliche Passierzeit zu der im Sendetelegrammpaar
enthaltenen, die Kontrollstelle 07 kennzeichnende Information. Der dabei entstehende
Datensatz wird in einem Datenspeicher des Transponders 01 abgelegt.
[0031] Vom Transponder 01 erfolgt weiterhin eine Bewertung der Signalstärken des empfangenen
Sendetelegrammpaars. Die Summe der Signalstärken des Sendetelegrammpaars wird als
Gesamtsignalstärke abgelegt. Auf diese Weise kann bei kontinuierlichem Empfang mehrerer,
aufeinander folgender Sendetelegrammpaare ein Vergleich der Gesamtsignalstärken erfolgen,
um auf dieser Basis ein Kriterium für das ortsgenaue Passieren der Kontrollstelle
07 zu erhalten. In diesem Zusammenhang können unterschiedliche Algorithmen zum Einsatz
kommen, welche an den Signalstärkeverlauf bei den Sendern verwendeter Antennen angepasst
sind. Bei Passieren der Kontrollstelle 07 wird eine maximale Signalstärke erreicht,
sodass die hierbei aus den Sendetelegrammen extrahierte Zeitinformation als tatsächliche
Passierzeit in Frage kommt.
[0032] Erfindungsgemäß beschränkt sich die Auswahl der gültigen Passierzeit aber nicht auf
die Ermittlung der maximalen Signalstärke. Des Weiteren wird durch den Transponder
01 zusätzlich noch die im Sendetelegramm des Slaves 05 enthaltene Referenzsignalstärke
ausgewertet. Ein Datensatz über ein erfolgtes Passieren der Kontrollstelle 07 wird
nur dann gebildet bzw. als gültig bewertet, wenn sowohl die Signalstärke des Masters
03 als auch des Slaves 05 mindestens gleich oder größer der Referenzsignalstärke sind.
[0033] Auf diese Weise können Fehlaufzeichnungen einer weiteren Passierzeit in Transpondern
01 von Teilnehmern vermieden werden, die sich zeitweise z.B. als Zuschauer 11 an der
Erfassungsstelle 07 befinden. Diese die Kontrollstelle 07 nicht passierenden Teilnehmer/Zuschauer
11 halten sich z.B. kurze Zeit nach dem Zieleinlauf noch in der Nähe der Kontrollstelle
07, jedoch außerhalb der Laufbahn 09, auf. In diesen Außenbereichen wird von den Transpondern
01 zwar eine maximale Gesamtsignalfeldstärke ermittelt, jedoch ist die weitere Bedingung
nicht erfüllt, dass die Einzelsignalstärken beider Sender mindestens gleich groß der
ebenfalls empfangenen Referenzfeldstärke sein müssen. Denn die Signalfeldstärke des
weiter entfernten Senders ist aufgrund des größeren Abstands zwischen Teilnehmer 11
und entferntem Sender (im Vergleich mit dem Abstand A zwischen den Sendern) kleiner
als die Referenzfeldstärke.
[0034] Die vom Transponder 01 ermittelte Signalstärke ist proportional der induzierten Spannung
in der Transponder-Empfangsspule. Diese Spannung hängt unter anderem von dem Betrag
der magnetischen Feldstärke an der Spulenposition und von der geometrischen Ausrichtung
der Spulenfläche gegenüber der Feldlinienrichtung ab. Wenn ein Transponder 01 innerhalb
der Kontrollstelle 07 in Durchlaufrichtung bewegt wird, ändern sich entlang des Weges
von Position zu Position der Wert und die Richtung der Feldstärke. Ein Maximalwert
der induzierten Spannung bzw. der daraus ermittelte Signalstärke im Transponder 01
kann nicht eindeutig einer Position auf dem Durchlaufweg zugeordnet werden.
[0035] Durch eine besondere Ausführung der Transponderspule kann der Einfluss der Feldstärkerichtung
sehr stark vermindert werden. Dazu besteht die Flachspule der Transponderempfangsspule
aus drei Flachspulen, die zueinander senkrecht angeordnet sind. Die Empfangsfeldstärke
jeder einzelnen Spule wird getrennt ermittelt und nachfolgend werden diese einzelnen
Werte aufsummiert. Die Summe der induzierten Spannung entspricht damit mit guter Näherung
dem Betrag der Feldstärke. Die Bewegungsrichtung eines Transponders 01 durch eine
Kontrollstelle 07 ist im Idealfall rechtwinklig zur Kontrollstelle 07. In einem Sportwettkampf
ist die Abweichung vom Idealfall gering. Entlang einer solchen Laufbahn ändert sich
der Betrag der magnetischen Feldstärke, sie nimmt vor der Kontrollstelle 07 zu, erreicht
im Kontrollstellenbereich einen Maximalwert und nimmt hinter der Kontrollstelle wieder
ab.
[0036] Zur Auswertung der empfangenen und als gültig bewerteten Daten kann der Transponder
in an sich bekannter Weise mit einer Auswerteeinheit in Verbindung gebracht werden.
Alternativ kann der Transponder 01 über seine Sendeeinrichtung den Datensatz an einen
Informationsempfangspunkt übertragen, der die Daten an die Auswerteeinheit übermittelt.
[0037] Bei Wettkämpfen werden in der Regel mehrere Kontrollstellen von den Teilnehmern passiert.
Jede dieser Kontrollstellen ist zumindest mit einem im Masterbetrieb arbeitenden Sender
ausgestattet. Der Master ist spezifisch mit einem die zugehörige Kontrollstelle kennzeichnenden
Ortskode konfiguriert, der im Sendetelegramm mit übertragen wird. Die einzelnen Master
können flexibel mit einheitlichen Slaves ergänzt werden, um an der jeweiligen Kontrollstelle
eine höhere Ortsgenauigkeit der Passierzeit sowie Abgrenzung zum Umgebungsbereich
zu erreichen. Werden einem Master zwei Slaves zugeordnet, so sind diese Slaves unterschiedlich
als Slave1 und Slave2 zu konfigurieren, um eine Überlagerung der gesendeten Telegramme
zu vermeiden.
Bezugszeichenliste
[0038]
- 01 -
- Transponder
- 02 -
- -
- 03 -
- erster Sender / Master
- 04 -
- -
- 05 -
- zweiter Sender / Slave
- 06 -
- -
- 07 -
- Kontrollstelle
- 08 -
- -
- 09 -
- Laufbahn
- 10 -
- -
- 11 -
- Teilnehmer außerhalb der Laufbahn
- A
- Abstand zwischen den Sendern
1. Verfahren zur Erfassung der Passierzeiten von Teilnehmern an einer Kontrollstelle
(07), insbesondere bei Sportveranstaltungen, wobei die Teilnehmer mit jeweils mindestens
einem mitgeführten Transponder (1) ausgerüstet sind, mit folgenden Schritten:
- Anordnen eines ersten und eines zweiten Senders (03, 05) an der Kontrollstelle (07),
wobei die Sender (03, 05) einen Abstand (A) zueinander aufweisen und wobei die gerade
Verbindungslinie zwischen den Sendern (03, 05) die örtliche Position der Kontrollstelle
(07) bestimmt;
- wiederholtes Aussenden jeweils eines ersten und eines zweiten Sendetelegramms mit
im Wesentlichen identischer Signalstärke durch die ersten und zweiten Sender (03,
05), wobei das erste oder/und das zweite Sendetelegramm eine Zeitinformation und eine
die Kontrollstelle (07) kennzeichnende Information aufweist;
- Empfangen des ersten Sendetelegramms des ersten Senders (03) durch den zweiten Sender
(05), Bewerten der am zweiten Sender (05) herrschenden Signalstärke des ersten Sendetelegramms
und Erfassen dieser herrschenden Signalstärke als Referenzsignalstärke;
- Einbringen der Information über die Referenzsignalstärke in das auszusendende zweite
Sendetelegramms des zweiten Senders (05);
- Empfangen zumindest eines zusammengehörigen Sendetelegrammpaars aus erstem und zweitem
Sendetelegramm des ersten und zweiten Senders (03, 05) durch den Transponder (01),
einschließlich der im zweiten Sendetelegramm eingefügten Information über die Referenzfeldstärke;
- Bestimmen der Signalstärken beider Sendetelegramme des empfangenen Sendetelegrammpaars
und Bilden der Summe der Signalstärken als Gesamtsignalstärke im Transponder (01);
- Vergleichen der Gesamtsignalstärken aufeinander folgender Sendetelegrammpaare, Bestimmen
einer maximalen Gesamtsignalstärke, die beim Passieren der Kontrollstelle (07) durch
den Transponder (01) auftritt, Dekodieren der Zeitinformation als mögliche Passierzeit
zu der zugeordneten Kontrollstelle (07) aus dem Sendetelegrammpaar im Transponder
(01);
- Vergleichen der Referenzsignalstärke mit der Signalstärke des ersten und zweiten
Sendetelegramms desselben Sendetelegrammpaars und Bestätigen der Passierzeit, nur
wenn die Signalstärken sowohl des ersten als auch des zweiten Sendetelegramms gleich
oder größer der Referenzsignalstärke sind, und Abspeichern der bestätigten Passierzeit
im Transponder (01).
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Sender (03) als unabhängiger Master und der zweite Sender (05) als abhängiger
Slave arbeitet.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Slave (05) das Sendetelegramm des Masters (03) empfängt.
4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass im Sendetelegramm des Masters (03) eine Information über den Betriebsmode mit dem
zugeordneten Slave (05) übertragen wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Transponder (01) über eine Sendeeinrichtung Daten an einen Informationsempfangspunkt
überträgt.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Informationsempfangspunkt mit einer Auswerteeinheit verbunden ist.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass zur Ermittlung des ortsgenauen Passierens der Kontrollstelle (07) durch Vergleich
der Gesamtsignalstärke aufeinanderfolgender Sendetelegramme Algorithmen verwendet
werden, die an den Signalstärkeverlauf bei den Sendern (03, 05) verwendeter Antennen
angepasst sind.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass ein Master und zwei Slaves an der Kontrollstelle angeordnet werden, wobei der Master
mittig zwischen den Slaves angeordnet ist, dass die Slaves ihre Sendetelegramme aufeinanderfolgend
nach dem sie das Sendetelegramm des Masters empfangen haben, senden, und dass der
Transponder (01) das Sendetelegramm des Slaves mit der höheren Signalstärke zur Bildung
der Gesamtsignalstärke und für den Vergleich mit der Referenzsignalstärke nutzt.
9. Anordnung zur Erfassung von Passierzeiten an Kontrollstellen (07), insbesondere bei
Sportveranstaltung, umfassend mindestens einen bewegten Transponder (01), einen ersten
und einen zweiten stationären Sender (03, 05), wobei die Sender (03, 05) an einer
Kontrollstelle (07) voneinander beabstandet angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, dass sie zur Ausführung eines Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 8 konfiguriert
ist.