[0001] Die Erfindung betrifft eine Anordnung zur Axialsicherung von Laufschaufeln in einem
Rotor einer Gasturbine gemäß den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 1.
[0002] Aus der
WO 2007/028703 A1 ist beispielsweise eine derartige Anordnung bekannt und in den FIG 1 und 2 hier abgebildet.
Die Anordnung 10 umfasst einen von einer Rotorscheibe 19 gebildeten Wellenbund 21,
welcher Wellenbund 21 Teil des Rotors 23 einer Gasturbine ist. Am Außenumfang 52 des
Rotors 23, in der Rotorscheibe 19, sind in Axialrichtung verlaufende Nuten 12 vorgesehen.
In den Nuten 12 sind die Laufschaufelfüße 54 der jeweiligen Laufschaufeln 14 eingesetzt,
die gegen eine Verschiebung entlang der Nut 12 gesichert sind. Zur Sicherung sind
sogenannte Dichtelemente 16 vorgesehen, die die stirnseitige Öffnung der jeweiligen
Nut 12 zumindest teilweise überdecken und die zusammengesetzt einen stirnseitigen
Dichtring bilden. An der Stirnseite 56 des Wellenbunds 21 ist eine Ringnut 20 vorgesehen,
in der die im wesentlich rechteckigen Dichtelemente 16 sitzen. Radial außen liegen
die Dichtelemente 16 in Nuten 24, welche an den Unterseiten 26 der Plattformen 28
der Laufschaufeln 14 vorgesehen sind. Um die Dichtelemente 16 gegen eine Verschiebung
in Umfangsrichtung zu sichern, umfasst mindestens eines der Dichtelemente 16 einen
an diesen befestigten Blechstreifen 30 mit einem Schenkel 64, welcher Schenkel 64
entweder an den Laufschaufeln 14 bzw. deren Plattformen 28 (FIG 1) oder an der Rotorscheibe
19 (FIG 2) selber formschlüssig anliegt. Neben der Sicherung der Laufschaufeln 14
haben die Dichtelemente 16 auch die Aufgabe, eine Kühlluftströmung entlang der Stirnseite
der Rotorscheibe 19 zu führen.
[0003] Bei der Montage der Dichtelemente sowie beim Einbiegen des Blechstreifens können
diese jedoch unsachgemäß plastisch verformt werden, so dass das Dichtblech unter zu
großem Spiel in der Ringnut sitzen kann. Hierdurch kann es zu Kühlluftverlusten kommen.
Außerdem kann durch die nicht vorgesehene plastische Verformung die Integrität des
Dichtelements und des Blechstreifens negativ beeinflusst werden. Nachteilig ist zudem
das geringfügige Zurückfedern des Blechstreifens nach dem Einbiegevorgang aufgrund
seiner Elastizität.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist daher die Bereitstellung einer Anordnung zur Axialsicherung
von Laufschaufeln in einem Rotor einer Gasturbine, bei welcher die Dichtelemente besonders
zuverlässig montierbar und demontierbar sind.
[0005] Die Lösung sieht vor, dass das Material des Blechstreifens eine Formgedächtnislegierung
ist. Durch die Verwendung der Formgedächtnislegierung als Material für den Blechstreifen
kann sowohl die Montage als auch die Funktionszuverlässigkeit des Blechstreifens gesteigert
werden. Zudem ist vorgesehen dass der Blechstreifen spielfrei oder unter einer Vorspannung
am Dichtelement anliegt. Hierdurch kann ein ungewolltes Wandern des Dichtelements
in Umfangsrichtung sicher vermieden werden. Die sichere Vermeidung ist darauf zurückzuführen,
dass nun kein Spalt mehr zwischen Dichtelement und Blechstreifen vorhanden ist und
so der Blechstreifen vom daran anliegenden Maschinenbauteil - d.h. von der Plattform
der Laufschaufel oder von der Nocke der Rotorscheibe - sicher blockiert wird. Bei
Vorhandensein eines Spaltes zwischen Dichtelement und Blechstreifen könnte schlimmstenfalls
- je nach dessen Größe - eine Relativbewegung zwischen Dichtelement und Maschinenbauteil
auftreten, bei der sich das Maschinenbauteil in den Spalt einschieben würde. Letztgenanntes
wird jedoch mit der Erfindung verhindert, so dass eine besonders zuverlässige Sicherung
des Dichtelements gegen eine Umfangsverschiebung erreicht werden kann.
[0006] Aus Formgedächtnislegierungen hergestellte Bauteile zeichnen sich dadurch aus, dass
diese durch Temperatureinwirkung ihre äußere Form unter Aufrechterhaltung großer Festigkeit
dauerhaft ändern können. Diese Bauteile können also eine erste Geometrie d.h. Form,
Kontur und eine zweite Geometrie aufweisen. Diese Bauteile können von der zweiten
Geometrie in die erste Geometrie allein durch eine Wärmebehandlung zurückverformt
werden. Diejenige Geometrie, welche der Blechstreifen nach erfolgter Wärmebehandlung
einnimmt, wird nachfolgend auch Funktionsgeometrie genannt. Die zweite Geometrie kann
nahezu beliebig sein und lässt sich beim Herstellen des Bauteils vorgeben.
[0007] Insbesondere die im Stand der Technik der
WO 2007/028703 A1 beschriebene Anordnung gemäß FIG 1 und FIG 2 und insbesondere die gemäß der
WO 2007/028703 A1 erfindungsgemäße Anordnungen bezüglich FIG 3 und FIG 4 können durch die in dieser
Anmeldung beschriebene Erfindung weiter verbessert werden.
[0008] Der Blechstreifen wird in einer derartigen Form hergestellt, wie er später in eingebautem
Zustand die Lage der Dichtelemente sichern soll. Diese vorläufige Form entspricht
der ersten Geometrie. Noch vor dem Einbau wird der Blechstreifen dann in einer geeigneten
Weise in die zweite Geometrie verformt, so dass er an das Dichtelement befestigt werden
kann. Anschließend wird das Dichtelement an den Wellenbund montiert. Nach dem Einbau
erfolgt eine Temperaturbehandlung, wodurch der Blechstreifen versucht, sich in seine
erste Geometrie zurückzuformen. Die Temperaturbehandlung kann entweder noch vor Inbetriebnahme
der Gasturbine durch eine Aufheizung mittels einer externen Heizquelle erfolgen. Oder
der Erstbetrieb der Gasturbine, bei dem hohe Temperaturen auftreten, kann die Verformung
des Blechstreifens auslösen. Es ist auch möglich, dass beide Temperaturbehandlungen
angewendet werden, um eine endgültige Verformung des Blechstreifens zu erreichen.
Nach der Temperaturbehandlung hat der Blechstreifen seine Funktionsgeometrie angenommen
und sichert das Dichtelement sowohl gegen Verlust aus auch gegen eine Verschiebung
in Umfangsrichtung. Sofern Funktionsgeometrie und erste Geometrie voneinander abweichen,
kann eine vorgespannte Befestigung von Dichtelement resp. Blechstreifen erreicht werden.
[0009] Insgesamt wird hierdurch eine besonders einfache und sichere Montage des Blechstreifens
resp. des Dichtelementes am Wellenbund des Rotors ermöglicht, wodurch die beim Stand
der Technik auftretenden Nachteile vermieden werden können. Ein manuelles Einbiegen
des Blechstreifens braucht somit nur in eingeschränkten Umfang zu erfolgen, oder bestenfalls
gar nicht. Dementsprechend können manuelle Fehlmontagen ausgeschlossen werden, was
die Zuverlässigkeit der damit ausgestatteten Gasturbine erhöht.
[0010] Insbesondere, wenn der Schenkel unter einer Vorspannung an den Laufschaufeln oder
am Wellenbund anliegt, kann eine besonders zuverlässige Verbindung und Befestigung-des
Dichtelements am Wellenbund bzw. am Rotor ermöglicht werden. Vorzugsweise können die
in aus dem Stand der Technik bekannten Ausgestaltungen derartig weitergebildet werden.
Die vom erfindungsgemäßen Blechstreifen-erzeugte Vorspannung wirkt dann nämlich so
zwischen Laufschaufel und Dichtelement, dass das in der Nut sitzende äußere Ende des
Dichtelements aufgrund der Vorspannung gegen eine Seitenwand der Nut, welche in der
Unterseite der Plattform der Laufschaufel angeordnet ist, flächig angepresst werden
kann. Das flächige Anfressen führt zu einem besonders dichten Anliegen des Dichtelements
in der äußeren Nut. Eine Leckage von vom Dichtelement geleiteter Kühlluft, welche
Leckage zwischen dem äußeren Ende des Dichtelements und der Nut auftreten könnte,
kann dadurch verringert und bestenfalls vermieden werden. Gleiches gilt für das radial
innen in der Ringnut angeordnete innere Ende des Dichtelements, wenn der Blechstreifen
sich am Wellenbund vorgespannt abstützt und dabei das innere Ende des Dichtelements
an eine Seitenwand der Ringnut dicht und flächig anpresst. Vorteilhafte Ausgestaltungen
sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0011] Vorzugsweise weist das Material einen Einweg-Effekt auf. Dies bedeutet, dass beim
Aufheizen des zuvor im martensitischen Zustand pseudoplastisch verformten Blechstreifens
eine einmalige Formänderung erfolgt. Das Abkühlen nach erfolgter Aufheizung bewirkt
keine Formänderung mehr. Der Blechstreifen verbleibt in seiner ersten Geometrie bzw.
Funktionsgeometrie.
[0012] Es ist auch denkbar, dass am Blechstreifen ein weiteres Bauteil aus einer nicht Formgedächtnislegierung
angebracht ist, um einen verbesserten Formschluss zur Sicherung des Dichtelements
zu erreichen.
[0013] Die Erfindung wird anhand eines in einer Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels
erläutert, wobei identische Bauteile mit gleichen Bezugszeichen versehen sind. Aus
der Erläuterung ergeben sich weitere Vorteile und Merkmale.
- FIG 1, 2
- zeigen zwei Anordnungen von Axialsicherungen von Laufschaufeln.
- FIG 3 - 7
- zeigen weitere unterschiedliche Konstruktionen der Befestigung des aus dem Stand der
Technik bekannten Dichtelements mit einem erfindungsgemäßen Blechstreifen aus einer
Formgedächtnislegierung in rein schematischer Darstellung.
[0014] Bezug nehmend auf die Beschreibung der FIG 1 und FIG 2 im Stand der Technik kann
der dort dargestellte Blechstreifen 30 erfindungsgemäß aus einer Formgedächtnislegierung
sein. Die in FIG 1 und FIG 2 dargestellte Geometrie des Blechstreifens 30 stellt die
erste Geometrie dar. Zum Einbau des Blechstreifens 30 ist dieser vorab in die zweite
Geometrie zu verformen, so dass das Dichtelement 16 in eine Ringnut 20 eingesetzt
werden kann. Nach der Montage des Dichtelements 16 kann sich dann der Blechstreifen
30 durch eine Wärmebehandlung in die Funktionsgeometrie zurückverformen und den Formschluss
zwischen sich und den Plattformen 28 (FIG 1) oder der Rotorscheibe 19 (FIG 2) herstellen.
Sofern die Funktionsgeometrie der ersten Geometrie entspricht, sitzt der Blechstreifen
30 und somit das Dichtelemente 16 ungespannt oder mit Spiel am Rotor 23.
[0015] Besonders bevorzugt ist dagegen diejenige Ausgestaltung des erfindungsgemäß ausgebildeten
Blechstreifens 30, welche eine Funktionsgeometrie aufweist, die sich zumindest geringfügig
von der ersten Geometrie unterscheidet, um so eine Vorspannung zwischen Laufschaufel
14 resp. Wellenbund 21 einerseits und Dichtelement 16 andererseits zu erzeugen. Eine
Vorspannung wird erreicht, wenn die erste Geometrie des Blechstreifens 30 so gewählt
ist, dass diese trotz der Wärmebehandlung aufgrund einer mechanischen Blockade durch
andere Maschinenbauteile nicht erreicht werden kann. In diesem Fall verbleibt nach
erfolgter Wärmebehandlung der Blechstreifen 30 in der Funktionsgeometrie und liegt
dabei vorgespannt an dem blockierenden Maschinenbauteil an. Das blockierende Maschinenbauteil
kann von der Nut 24, der Ringnut 20, der Plattform 28 der Laufschaufel 14 oder auch
vom Wellenbund 21 gebildet werden. Sofern die Funktionsgeometrie so gewählt wird,
dass sich eine senkrecht zur Zeichnungsebene gerichtete Vorspannung ergibt, kann das
Dichtelement 16 radial außen an die Seitenwand der in der Unterseite 26 der Plattform
28 angeordneten Nut 24 und/oder radial innen an eine Seitenwand der Ringnut 20 flächig
dichtend angepresst werden, wodurch eine Leckage von vom Dichtelement geführter Kühlluft
reduziert und ggf. sogar vermieden werden kann.
[0016] Anstelle der in FIG 1 und FIG 2 dargestellten Ausgestaltungen kann die Erfindung
auch alternativen Ausgestaltungen erfindungsgemäß angewendet werden. Hierzu sind in
den Figuren 3 bis 7 unterschiedliche Ausgestaltungen mit unterschiedlichen Blechstreifen
30 gezeigt. Allen darin gezeigten Blechstreifen 30 ist gemein, dass sie in geeigneter
Weise an einem Dichtelement 16 befestigt sind. Jede der Figur 3 - 7 enthält drei Teildarstellungen,
welche entweder den Suffix a, b oder c haben. Die Teildarstellungen gemäß Suffix a
zeigen den erfindungsgemäßen Blechstreifen 30 in seiner Ursprungsgeometrie, d.h. ersten
Geometrie, wobei der Blechstreifen 30 mit geeigneten, aber nicht weiter dargestellten
Mitteln an dem Dichtelement 16 befestigt ist. Die Blechstreifen 30 werden durch eine
pseudoplastische Verformung in die zweite Geometrie überführt. Die Teildarstellungen
gemäß Suffix b zeigen den jeweiligen Blechstreifen 30 die zweite Geometrie aufweisend
in der Einbau- bzw. Montagesituation. In den Teildarstellungen gemäß Suffix c sind
jeweils die Blechstreifen 30 in ihrer Funktionsgeometrie gezeigt, welche Sie nach
einmaliger erfolgter Erwärmung erreichen und welche sie dann dauerhaft mit hoher Festigkeit
beibehalten. In den Teildarstellungen gemäß Suffix b und c ist jeweils zusätzlich
auch Verschlusselement 40 gezeigt, mit welchem der Blechstreifen 30 in Formschluss
gebracht werden kann. Hierzu ist der Blechstreifen 30 lediglich der Wärmebehandlung
zu unterziehen, so dass dieser versucht, aus der der zweiten Geometrie in die erste
Geometrie zu gelangen. Das Verschlusselement 40 kann beliebig ausgestaltet sein und
stellt in den Figuren 3 - 7 stellvertretend entweder die am Wellenbund 21 angeordnete
Tasche oder die zwischen den Plattformen 26 benachbarter Laufschaufeln 14 angeordnete,
spitz zulaufende Ausnehmung in abstrakter Weise dar.
[0017] Bezüglich der Figuren 3a, 3b, 3c weist der erfindungsgemäße, aus einer Formgedächtnislegierung
bestehende, zur Sicherungen des Dichtelements 16 gegen eine Verschiebung in Umfangsrichtung
daran befestigte Blechstreifen 30 eine im Querschnitt L-förmige, erste Geometrie auf.
Somit umfasst der Blechstreifen zwei Schenkel 62, 64. Einer der beiden Schenkel des
Blechstreifens, beispielsweise der Schenkel 62, wird mit geeigneten Mitteln an dem
Dichtelement 16 befestigt. Beispielsweise kann der Schenkel 62 des Blechstreifens
30 mit dem Dichtelement 16 verlötet sein. Der andere Schenkel 64 dient dann zur formschlüssigen
Befestigung des Dichtelements 16 bzw. des Blechstreifens 30 in einer Aussparung 38.
Die Aussparung 38 kann auch alternativ, wie in FIG 1 gezeigt, spitz zulaufend zwischen
den Plattformen 28 zweier unmittelbar benachbarten Laufschaufeln 14 angeordnet sein.
Oder die Aussparung 38 kann dabei von zwei an der Rotorscheibe 19 angeordneten Zähnen
68 gebildet sein (FIG 2).
[0018] Eine zu FIG 3 alternative Ausgestaltung des Blechstreifens 30 zeigt FIG 4. Anstelle
eines zweiten Schenkels 64 umfasst der Blechstreifen 30 in der ersten Geometrie gemäß
FIG 4a, 4c ein wulstartiges Ende 65, welches durch eine pseudoplastische Verformung
in eine zweite Geometrie überführt werden kann. In der zweiten Geometrie gemäß FIG
4b ist das Ende 65 plattenförmig ausgebildet, was die Montage des Dichtelements in
der Anordnung ermöglicht.
[0019] Den Ausgestaltungen gemäß FIG 3 und FIG 4 ist gemein, dass die Funktionsgeometrie
und die zweite Geometrie übereinstimmen und demnach das Dichtelement 16 mit Spiel
in der Aussparung 38 befestigt sein kann.
[0020] FIG 5 und FIG 6 zeigen Ausgestaltungen eines Verschlusselements 40 und eines Blechstreifens
30, bei dem die Geometrie des Verschlusselements 40 und die erste Geometrie des Blechstreifens
so gewählt sind, dass eine Vorspannkraft von Blechstreifen 30 auf das Verschlusselement
40 einwirken kann. Mittels der Vorspannkraft wird eine spielfreie Befestigung von
Blechstreifen 30 resp. Dichtelement 16 an dem Verschlusselement 40 erzielt. Im dies
zu erreichen, unterscheidet sich die Funktionsgeometrie von der ersten Geometrie.
Das Erreichen der ersten Geometrie des aus der Formgedächtnislegierung bestehenden
Blechstreifens 30 während erfolgender Wärmebehandlung wird aufgrund der gewählten
Form des Verschlusselements 40 verhindert, indem die vollständige Zurückverformung
des Blechstreifens 30 zumindest in geringem Maße durch das Verschlusselement 40 blockiert
wird. Hierdurch kann eine spielfreie und vorgespannte Befestigung von Dichtelement
16 und Verschlusselement 40 erreicht werden. Folglich unterscheidet sich die Ausgestaltung
gemäß FIG 5 von FIG 3 lediglich in Form und Kontur des Verschlusselements.
[0021] FIG 7 zeigt eine weiterentwickelte Konstruktion gemäß FIG 3. An dem "beweglichen"
zweiten Schenkel 64 ist ein weiteres Element 60 aus einer nicht Formgedächtnislegierung
befestigt. Das Element 60 kann dabei zapfenförmig ausgebildet sein. Nach erfolgter
Wärmebehandlung befindet sich das Element 60 in einer Ausnehmung 70, wodurch der Blechstreifen
30 resp. das Dichtelement 16 formschlüssig gegen eine Bewegung gegenüber dem Verschlusselement
40 verriegelt wird.
[0022] Allen Ausführungsbeispielen ist gemein, dass durch die Verwendung einer Formgedächtnislegierung
als Material des Blechstreifens eine besonders zuverlässige Montage des Dichtelements
erreicht werden kann, ohne dass es aufgrund von manuellen Biegeprozessen zu ungewollten
Beschädigungen des Dichtelements kommen kann. Außerdem kann durch geschickt aufeinander
abgestimmte Bauteile eine vorgespannte Befestigung des Dichtelements am Rotor erzielt
werden, was eine Leckage von Kühlluft durch den ansonsten vorhandenen spielbehafteten
Sitz des Dichtelements in der Nut verringert.
[0023] Insgesamt wird mit der Erfindung eine Anordnung zur Axialsicherung von Laufschaufeln
eines Rotors einer Gasturbine angegeben, welches ein an der stirnseitigen Fläche des
Rotors angeordnetes Dichtelement umfasst, welches mittels eines aus einer Formgedächtnislegierung
bestehenden Blechstreifens besonders zuverlässig befestigt werden kann.
1. Anordnung (10) zur Axialsicherung von Laufschaufeln (14) in einem Rotor (23),
mit einem Wellenbund (21), an dessen Außenumfang (52) in Axialrichtung des Rotors
(23) verlaufende Laufschaufelhaltenuten (12) vorgesehen sind, in denen jeweils Laufschaufeln
(14) mit zur Laufschaufelhaltenut (12) korrespondierenden Schaufelfüßen (54) angeordnet
sind,
mit einer an einer stirnseitigen Seitenfläche (56) des Wellenbundes (21) im Bereich
der Laufschaufelhaltenuten (12) angeordneten radial nach außen offenen umlaufenden
Nut (20),
wobei zur Axialsicherung der Laufschaufeln (14) jeweils in der umlaufenden Nut (20)
blechförmige Dichtelemente (16) sitzen, die in Umfangsrichtung einen stirnseitigen
Dichtring bilden,
wobei zur Sicherung der Dichtelemente (16) gegen eine Verschiebung in Umfangsrichtung
mindestens eines der Dichtelemente (16) einen an diesem befestigten Blechstreifen
(30) mit einem Schenkel (64) umfasst, welcher an den Laufschaufeln (14) oder am Wellenbund
(21) formschlüssig anliegt,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Material des Blechstreifens (30) eine Formgedächtnis-Legierung ist und der Schenkel
(64) des Blechstreifens (30) nach erfolgter thermischer Behandlung unter einer. Vorspannung
an den Laufschaufeln (14) oder am Wellenbund (21) anliegt und
dabei das Dichtelement (16) an eine Seitenwand der Nut (24) resp. Ringnut (20) anpresst.
2. Anordnung (10) nach Anspruch 1,
bei der das Material einen Einweg-Effekt aufweist.
3. Anordnung (10) nach Anspruch 1 oder 2,
bei der am Blechstreifen (30) ein weiteres Element aus einer nicht Formgedächtnis-Legierung
angebracht ist.
1. Arrangement (10) for axially securing rotor blades (14) in a rotor (23),
with a shaft collar (21), on the outer periphery (52) of which provision is made for
rotor blade grooves (12) which extend in the axial direction of the rotor (23) and
in which rotor blades (14) are arranged in each case with blade roots (54) which correspond
to the rotor blade retaining groove (12),
with a radially outwardly open, encompassing groove (20) which is arranged on an end
face (56) of the shaft collar (21) in the region of the rotor blade retaining grooves
(12),
wherein for axially securing the rotor blades (14), sheet metal-like sealing elements
(16) are seated in the encompassing grooves (20) in each case and in the circumferential
direction form an end-face sealing ring, wherein for securing the sealing elements
(16) against displacement in the circumferential direction at least one of the sealing
elements (16) comprises a metal strip (30), which is fastened upon this, with a leg
(64) which butts against the rotor blades (14) or against the shaft collar (21) in
a form-fitting manner,
characterized in that
the material of the metal strip (30) is a shape-memory alloy and the leg (64) of the
metal strip (30), after thermal treatment has been carried out, butts against rotor
blades (14) or against the shaft collar (21) under a pretension, and
in the process presses the sealing element (16) against a sidewall of the groove (24)
or annular groove (20).
2. Arrangement (10) according to Claim 1,
in which the material has a one-way effect.
3. Arrangement (10) according to Claim 1 or 2,
in which a further element consisting of a non-shape-memory alloy is attached on the
metal strip (30).
1. Dispositif de fixation axiale d'aubes (14) mobiles dans un rotor (23),
comprenant un collier (21) d'arbre sur le pourtour (52) extérieur duquel sont prévues
des rainures (12) de maintien d'aubes mobiles s'étendant dans la direction axiale
du rotor (23), rainures dans lesquelles sont montées respectivement des aubes (14)
mobiles par des emplantures (54) d'aubes correspondant à la rainure (12) de maintien
d'aubes mobiles, comprenant une rainure (20) faisant le tour, ouverte radialement
vers l'extérieur et disposée sur une surface (56) latérale du côté frontal du collier
(21) d'arbre dans la zone des rainures (12) de maintien d'aubes mobiles,
dans lequel, pour la fixation axiale des aubes (14) mobiles, des éléments (16) d'étanchéité
en forme de tôle, qui forment un anneau d'étanchéité frontale dans la direction du
pourtour, sont mis respectivement dans la rainure (20) faisant le tour,
dans lequel, pour la fixation des éléments (16) d'étanchéité en vue de les empêcher
de se déplacer dans la direction du pourtour, au moins l'un des éléments (16) d'étanchéité
comprend une bande (30) de tôle, qui est fixée à celui-ci et qui a une branche (64),
laquelle s'applique à complémentarité de forme aux aubes (14) mobiles ou au collier
(21) d'arbre,
caractérisé en ce que
le matériau de la bande (30) de tôle est un alliage à mémoire de forme et la branche
(64) de la bande (30) de tôle s'applique, après avoir effectué un traitement thermique,
sous une précontrainte aux aubes (14) mobiles ou au collier (22) d'arbre, et
l'élément (16) d'étanchéité étant ainsi pressé sur une paroi latérale de la rainure
(24) ou de la rainure (20) annulaire.
2. Dispositif oblong suivant la revendication 1,
dans lequel le matériau a un effet une seule fois,
3. Dispositif oblong suivant la revendication 1 ou 2,
dans lequel un autre élément en un alliage qui n'est pas à mémoire de forme est mis
sur la bande (30) de tôle.