[0001] Die Erfindung betrifft eine Hydraulikanordnung einer Wälzmühle gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 1.
[0002] Die Erfindung ist für Wälzmühlen vorgesehen, bei denen zwischen einer rotierenden
horizontalen Mahlbahn einer Mahlschüssel oder eines Mahltellers und ortsfesten, abrollenden
Mahlwalzen Mahlgut zerkleinert wird und welche als Überlaufmühlen mit über den Mahlteller-
oder Mahlschüsselrand nach unten fallendem, zerkleinertem Mahlgut oder als Luftstrom-
Wälzmühlen ausgebildet sind, bei denen das zerkleinerte Mahlgut in einem Luft- oder
Gasstrom einem insbesondere integrierten Sichter zugeführt wird.
[0003] Besonders vorteilhaft ist die Erfindung für große Wälzmühlen geeignet, welche beispielsweise
einen Mahlschüsseldurchmesser von 2 m und mehr und drei, vier oder sechs Mahlwalzen
aufweisen. Bekannt sind beispielsweise Walzmühlen mit einem Mahlschüsseldurchmesser
von 4,1 und 4,3 m, auf denen vier beziehungsweise sechs Mahlwalzen abrollen.
[0005] Bauteile der Modulbauweise sind Mahlwalze, Schwinghebel, in welchem die Mahlwalzenachse
gelagert ist, Ständer, an welchem der Schwinghebel verschwenkbar befestigt ist, und
eine hydropneumatische Federung zur Erzeugung des Anpressdruckes bzw. Mahldruckes.
[0006] Die hydropneumatische Federung weist pro Mahlwalze eine Federungseinheit mit einem
oder zwei Hydraulikzylindern je nach Walzengröße, Gas-/Ölspeicher und ein Hydraulik-Versorgungssystem
auf, welches über Rohrleitungen und Hochdruckschläuche mit der Federungseinheit verbunden
ist. Pumpen, Ventile, Absperrorgane, eine Steuerung und Bedienelemente des Hydraulik-Versorgungssystems
ermöglichen die Realisierung unterschiedlicher Betriebszustände der Hydraulikzylinder
und damit ein Anheben der Mahlwalzen infolge des sich auf der Mahlschüssel aufbauenden
Mahlbettes, ein Absenken, beispielsweise in einem Mahlbett-Tal und ein Anheben der
Mahlwalze von der Mahlbahn beim Start des Mühlenantriebs, wobei jeweils der Arbeitsdruck
beziehungsweise der Gegendruck erhöht oder abgesenkt wird.
[0007] Es ist bekannt, dass bei einer Drei-Walzen-Mühle alle Walzen an ein Hydrauliksystem
angeschlossen sind (
DD-PS 106 953). Bei Wälzmühlen mit zwei einander gegenüberliegenden Mahlwalzen ist es bekannt,
diese einander gegenüberliegenden Mahlwalzen hydraulisch miteinander zu verbinden.
[0008] Figur 6 zeigt ein Hydraulikschema einer Vier-Walzen-Mühle mit den Mahlwalzen 1 bis
4 und zwei Hydraulikschränken 5, 6. Dabei sind die Federungszylinder (nicht dargestellt)
des Walzenpaares mit den Mahlwalzen 1, 3 mit dem Hydraulikschrank 6 und die Federungszylinder
(nicht dargestellt) des Walzenpaares mit den Mahlwalzen 2, 4 mit dem Hydraulikschrank
5 sowie den jeweils zugehörigen Gas-/Ölspeichem (nicht dargestellt) verbunden.
[0009] Für diese Verbindungen sind Hochdruckschläuche und Rohrleitungen erforderlich. Ringleitungen
7, 8, welche in aller Regel um das Mühlenfundament verlegt werden, verbinden die jeweiligen
Mahlwalzen 1, 3 bzw. 2, 4 miteinander, und jeweils eine Stichleitung 9 führt zu dem
zugehörigen Hydraulikschrank 5, 6.
[0010] Die Nachteile des bekannten Systems mit einem Hydraulikschrank pro Walzenpaar sind
erhebliche Kosten für Herstellung und Montage der Rohrleitungen, insbesondere für
die Rohrleitungsverlegung, ein relativ hohes Ausfallrisiko der Komponenten des Hydrauliksystems
durch Verschmutzungen, welche bei den Montagebedingungen vor Ort nicht vollständig
vermieden werden können, und relativ ungünstige Wartungs- und Austauschmöglichkeiten
des Hydrauliksystems beziehungsweise der Einzelkomponenten bei Defekten.
[0011] Die Vergrößerung der Wälzmühlen aufgrund der steigenden Anforderungen an deren Durchsatzleistung
ist mit noch längeren Verbindungs-/Ringleitungen verbunden, wodurch es zu Störungen
im Mahlbetrieb kommen kann. Durch die Auf- und Abwärtsbewegung der Mahlwalzen im Mahlbetrieb
strömt das Hydrauliköl, welches aus den Federungszylindern ausgedrückt beziehungsweise
eingesaugt wird, wegen der geringeren Leitungswiderstände vorrangig in die Gas-/Ölspeicher,
jedoch teilweise auch über die Verbindungsrohrleitung zu dem jeweils gegenüberliegenden
Federungszylinder. Aufgrund seiner Trägheit und der Widerstände kann das Hydrauliköl
nicht ausreichend schnell in die Verbindungsrohrleitungen strömen. Die Folge sind
unzulässig hohe Druckspitzen oder Kavitationserscheinungen, welche zu Schwankungen
des Öldruckes in den Zylinderkammern und damit auch zu ständig veränderten Zerkleinerungskräften
unter den Mahlwalzen führen. Dadurch werden die Laufruhe und die Produktionsleistung
der Wälzmühle negativ beeinflusst.
[0012] Bei Überschreitung von zulässigen Vibrationswerten werden die Mahlwalzen zudem hydraulisch
außer Eingriff mit dem Mahlgut angehoben, wenn die Pumpen gestartet und der Öldruck
in den unteren Zylinderkammern erhöht wird. Aufgrund von unterschiedlichen Widerständen
heben die Mahlwalzen nacheinander ab, das heißt, die zweite Mahlwalze gerät erst nach
einer Zeitspanne von etwa eineinhalb Minuten außer Eingriff mit dem Mahlgut, wobei
dann die erste Mahlwalze bereits einen oberen mechanischen Anschlag erreicht hat.
Erst dann ist aber die Laufruhe der Wälzmühle wieder hergestellt. Die Hebezeit von
etwa eineinhalb Minuten resultiert aus der gewählten Pumpenleistung der Hydraulik-Versorgungseinheit
und dem aufzufüllenden Volumen in den Federungszylindern und Gas-/Ölspeichern. Eine
größere Pumpenleistung wäre jedoch für die normale Funktion "Arbeitsdruck steigern"
von Nachteil, da schon bei kurzzeitigem Einschalten einer größeren Pumpe zu viel Öl
in das System gefördert würde, mit der Folge eines schnellen Druckanstieges, der dann
den Sollwert überschreitet und zum erneuten Befehl im Hydrauliksystem "Arbeitsdruck
senken" führt. Damit wäre eine ständige Hysterese in diesen Schaltvorgängen vorhanden.
[0013] Der Erfindung liegt die
Aufgabe zugrunde, durch eine Hydraulik-Anordnung die aufgezeigten nachteiligen Einflüsse
auf die Laufruhe und Durchsatzleistung zu beseitigen und eine nahezu konstante Zerkleinerungskraft
beziehungsweise einen einheitlichen Anpressdruck der Mahlwalzen zu gewährleisten.
Gleichzeitig sollen die Herstellungs- und Montagekosten, insbesondere für die Rohrleitungen
gesenkt werden, und das Ausfallrisiko der Komponenten des Hydrauliksystems minimiert
sowie die Wartungsarbeiten und ein Austausch von Komponenten oder des gesamten Systems
verbessert werden.
[0014] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Zweckmäßige
und vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen und in den Zeichnungsfiguren
enthalten.
[0015] Ein Grundgedanke der Erfindung kann darin gesehen werden, anstelle des bisherigen
Systems mit einem Hydraulikschrank pro Walzenpaar und den hierzu erforderlichen Verbindungsrohrleitungen
und Hochdruckschläuchen zu den Federungseinheiten der Mahlwalzen mit einem oder auch
zwei Hydraulikzylindern jeder Mahlwalze beziehungsweise deren Federungseinheit eine
Hydraulik-Versorgungseinheit als eine Kompakteinheit zuzuordnen, wobei in dieser Kompakteinheit
alle erforderlichen Versorgungs- und Steuerungskomponenten integriert sind.
[0016] Ein Speicherstand, welcher vorteilhaft Hydraulik-Blasenspeicher und Hydraulik-Kolbenspeicher
als eine kompakte Einheit aufweist, kann ebenfalls in die Hydraulik-Versorgungseinheit
integriert sein.
[0017] Erfindungsgemäß ist jeder Federungseinheit einer Mahlwalze der Wälzmühle eine eigene
Hydraulik-Versorgungseinheit als Kompakt-Hydraulik sowie ein Speicherstand zugeordnet
und ortsnah angeordnet, so dass mit Hilfe von relativ kurzen Rohrleitungen und Hochdruckschläuchen
die notwendigen Verbindungen realisiert werden können.
[0018] Es ist vorteilhaft, dass jede Hydraulik-Versorgungseinheit als Kompakt-Hydraulik-Einheit
ausgebildet und unter staubfreien Umgebungsbedingungen vormontiert werden kann, so
dass diese vormontierte Kompakteinheit, vorzugsweise in einem Hydraulikschrank aufgenommen,
vor Ort nur noch angeschlossen werden muss. Dadurch werden Verschmutzungen weitgehend
vermieden und das Ausfallrisiko gesenkt.
[0019] Dabei ist es von besonderem Vorteil, dass jeder Hydraulikschrank mit der vormontierten
Kompakt-Hydraulik auf einen Öltank aufgesetzt, von diesem abgehoben und somit in besonders
einfacher Weise und mit einem relativ geringen Zeitaufwand ausgetauscht werden kann,
wenn dies erforderlich ist.
[0020] Die Rohrleitungen beziehungsweise Hochdruckschläuche zwischen den Federungszylindern
und dem Hydraulikschrank, in welchem die Pumpeneinheit, Steuerelemente, Ventile, Absperrorgane
und Bedienelemente zum Schalten der Betriebszustände der Federungseinheiten beziehungsweise
Mahlwalzen aufgenommen sind, sind in ihrer Längen erheblich reduziert und nachteilige
Rohrleitungskrümmer, welche bei dem Hydrauliksystem mit einem Hydraulikschrank pro
Walzenpaar und einer Ringleitung erforderlich waren, sind weitestgehend vermieden.
[0021] Die erfindungsgemäße Hydraulikanordnung sieht insbesondere vor, dass der Hydraulikschrank
mit der Kompakthydraulik in direkter Linie der Abgänge des Federungszylinders oder
der Federungszylinder einer Mahlwalze angeordnet ist, so dass das Hydrauliköl nahezu
ohne Umlenkung in Krümmern und damit widerstandsarm pendeln kann.
[0022] Um eine annähernd gleichmäßige Belastung der Gleitlagerung des Getriebeabtriebsflansches
der Wälzmühle zu gewährleisten, ist es nach Wegfall der hydraulischen Ringleitung
mit dem hydraulischen Druckausgleich zwischen den Federungszylindern der einander
gegenüberliegenden Mahlwalzen zweckmäßig, eine elektrische Steuerung beziehungsweise
Regelung vorzusehen, bei welcher die jeweiligen Öldrücke in den gegenüberliegenden
Federungssystemen mittels Sensoren gemessen und innerhalb einer relativ geringen Toleranz
um einen Sollwert gehalten werden. Bei Unterschreiten des Sollwertes wird die Pumpe
des jeweiligen Hydrauliksystems gestartet beziehungsweise das jeweilige Ablassventil
kurzzeitig geöffnet.
[0023] Die Vorteile der erfindungsgemäßen Hydraulikanordnung sind eine verbesserte Laufruhe,
Erhöhung der Durchsatzleistung und nahezu konstante Zerkleinerungskräfte unter den
Mahlwalzen einer Wälzmühle sowie neben der Senkung der Herstellungs-und Montagekosten,
insbesondere bezüglich der zu verlegenden Rohrleitungen, ein geringes Ausfallrisiko
der Komponenten der Hydraulik-Versorgungseinheiten aufgrund der vormontierten und
leicht austauschbaren Hydraulik-Versorgungseinheit. Neben dem Mahldruck-Regelsystem
mit Hilfe von Sensoren in gegenüberliegenden Federungseinheiten ist es außerdem vorteilhaft,
dass im Störungsfall alle Mahlwalzen gleichzeitig angehoben werden können und das
Anheben nicht mehr in Abhängigkeit von den hydraulischen Widerständen nacheinander
und zeitverzögert erfolgt.
[0024] Die Erfindung wird nachstehend anhand einer Zeichnung weiter erläutert; in dieser
zeigen
- Fig. 1
- eine Prinzipdarstellung des erfindungsgemäßen hydropneumatischen Federungssystems;
- Fig. 2
- eine vergrößerte Darstellung eines Hydraulikzylinders des erfindungsgemäßen hydropneumatischen
Federungssystems;
- Fig. 3
- eine vergrößerte Darstellung eines Hydraulik-Kolbenspeichers des erfindungsgemäßen
hydropneumatischen Federungssystems;
- Fig. 4
- einen Hydraulik-Blasenspeicher des erfindungsgemäßen hydropneumatischen Federungssystems;
- Fig. 5
- eine stark schematisierte Darstellung einer erfindungsgemäßen Hydraulikanordnung für
eine Sechs-Walzen-Mühle.
[0025] Fig. 1 zeigt ein hydropneumatisches Federungssystem 10 für eine Luftstrom-Wälzmühle
des LOESCHE-Typs in Modulbauweise. Gemäß der Erfindung ist jeder Mahlwalze (nicht
dargestellt) eine Federungseinheit 11 zugeordnet.
[0026] Die Federungseinheit 11 jeder Mahlwalze weist je nach Größe der Walzenmodule und
damit insbesondere der Mahlwalzen einen oder zwei Hydraulikzylinder 12 auf, welche
über Schwinghebel 13 mit den Mahlwalzen (nicht dargestellt) verbunden sind. Die Hydraulikzylinder
12 sind jeweils gelenkig über ein Gelenkauge 14 mit einem Ständer 21 bzw. Mühlenunterteil
und über einen Stangenkopf 15 am Schwinghebel 13 befestigt.
[0027] Jeder Federungseinheit 11 einer Mahlwalze ist eine eigene Hydraulik-Versorgungseinheit
20 zugeordnet. Die Hydraulik-Versorgungseinheit 20 beinhaltet motorbetriebene Pumpen,
Ventile und Absperrorgane, ein Mahldruckregelsystem bzw. eine elektronische Steuerung
und Bedienelemente zum Schalten der verschiedenen Betriebszustände der Walzenfederung.
[0028] Die Hydraulik-Versorgungseinheit 20 ist servicefreundlich in einem Hydraulikschrank
25 aufgenommen, wobei es besonders vorteilhaft ist, dass die erforderlichen Pumpen,
Ventile und Absperrorgane (nicht dargestellt) vormontiert sind, so dass jede Hydraulik-Versorgungseinheit
20 als Kompakt-Hydraulik ausgebildet ist.
[0029] Der gesamte Hydraulikschrank 25 mit der Kompakt-Hydraulik ist direkt auf einem Öltank
26 angeordnet, so dass die Kompakt-Hydraulik, beispielsweise bei größeren Reparaturen,
einfach und zeitsparend vom Öltank 26 abgehoben und gegen eine baugleiche Einheit
ausgetauscht werden kann.
[0030] Ein Speicherstand 22 weist vier Hydraulik-Kolbenspeicher 16, von welchen in der Seitenansicht
der Fig. 1 nur ein Hydraulik-Kolbenspeicher zu sehen ist, sowie 2 x vier hydraulische
Blasenspeicher 17 auf, von denen in Fig. 1 nur zwei zu sehen sind.
[0031] Hydraulikkolbenspeicher 16 und Hydraulik-Blasenspeicher 17 sind im Speicherstand
22 als eine kompakte Einheit zusammengefasst und über Rohrleitungen 23 mit dem zugeordneten
Hydraulikschrank 25 verbunden. Fig. 1 und auch Fig. 5 zeigen, dass der Speicherstand
22, bezogen auf das Walzenmodul mit Ständer 21, Federungseinheit 11 und Mahlwalze
(nicht dargestellt), vor dem Hydraulikschrank 25 und in direkter Linie mit diesem
und der Federungseinheit 11 angeordnet ist.
[0032] Die Verbindung der Hydraulik-Kolbenspeicher 16 und Hydraulik-Blasenspeicher 17 in
direkter Linie mit dem Hydraulikzylinder 12 erfolgt mittels Hochdruckschläuchen 24
und vorteilhaft im Wesentlichen ohne nachteilige Krümmer.
[0033] Fig. 2 zeigt einen Hydraulikzylinder 12, in welchem ein Kolben 18 mit Kolbenstange
19 geführt ist. Auf einer Kolbenstangenseite 28 ist jeder Hydraulikzylinder 12 im
eingebauten Zustand mit einem Arbeitsdrucksystem A und den Hydraulik-Blasenspeichern
17 und auf einer Kolbenseite 29 mit einem Gegendrucksystem G und einem Hydraulik-Kolbenspeicher
16 über Hydraulikschläuche 24 verbunden (siehe Fig.1).
[0034] Fig. 3 zeigt einen Hydraulik-Kolbenspeicher 16 mit einem Kolben 31, welcher ein Gasvolumen
32 im oberen Bereich von Hydrauliköl 33 im unteren Bereich trennt.
[0035] Der in Fig. 4 dargestellte Hydraulik-Blasenspeicher 17 weist eine Gummiblase 35 und
Hydrauliköl 36 auf, dessen Niveau ebenso wie das des Kolbens 31 im gezeigten Hydraulik-Kolbenspeicher
16 der Fig. 3 und des Kolbens 18 im Hydraulikzylinder 12 der Fig. 2 von der Arbeitsweise
der hydropneumatischen Federung bestimmt wird und in den Figuren 2 bis 4 nur beispielhaft
wiedergegeben ist.
[0036] Während des Mühlenbetriebs werden die Mahlwalzen durch das auf der Mühlschüssel liegende
Mahlgut angehoben. Dabei werden die Schwinghebel 13 ausgeienkt. Die Kolben 18 der
Hydraulikzylinder 12 bewegen sich nach oben und verdrängen Öl in das Arbeitsdrucksystem
A hinein in die Hydraulik-Blasenspeicher 17 des zugehörigen Speicherstandes 22 (siehe
Fig.1). Die stickstoffgefüllte Speicherblase 35 (siehe Fig. 4) in den Blasenspeichern
17 wird durch das einströmende Öl komprimiert.
[0037] Gleichzeitig arbeitet auf der Kolbenseite 29 des Hydraulikzylinders 12 das Gegendrucksystem
G (siehe Fig. 1). Im selben Moment wird deshalb Hydrauliköl 33 durch Stickstoffdruck
32 (siehe Fig. 3) aus dem Hydraulik-Kolbenspeicher 16 zurück in die Kolbenseite 29
des Hydraulikzylinders gedrückt.
[0038] Wenn die Mahlwalzen in ein Mahlbett-Tal rollen, kehrt sich der Vorgang um. Im Arbeitsdrucksystem
wird Hydrauliköl aus den Hydraulik-Blasenspeichem 17 in die Kolbenstangenseite 28
des Hydraulikzylinders 12 (Fig. 2) gedrückt. Dabei wird gleichzeitig Hydrauliköl von
der Kolbenseite 29 des Hydraulikzylinders 12 in die Hydraulik-Kolbenspeicher 16 verdrängt.
Wegen der Inhomogenität des Mahlbettes führen die Mahlwalzen fortwährend Vertikalbewegungen
aus, weshalb sich die beschriebenen Vorgänge ständig abwechseln.
[0039] Zum Anfahren und Abstellen einer Wälzmühle können die Mahlwalzen hydraulisch vom
Mahlbett abgehoben werden. Mit dem erfindungsgemäßen hydropneumatischen Federungssystem
ist dies gleichzeitig bzw. nahezu gleichzeitig möglich.
[0040] In Fig. 5 ist eine erfindungsgemäße Hydraulikanordnung für eine Sechs-Walzen-Mühle
in Modulbauweise stark schematisiert dargestellt. Die sechs Ständer 21 sowie die sechs
Hydraulik-Versorgungseinheiten 20, Speicherstände 22 und Federungseinheiten 11 der
sechs hydropneumatischen Federungssysteme 10 sind nur angedeutet .
[0041] Fig. 5 vermittelt, dass die Rohrleitungen 23 (siehe auch Fig. 1) zwischen dem Speicherstand
22 und dem zugehörigen Hydraulik-Versorgungssystem 20 und die Hochdruckschläuche 24
zwischen dem Speicherstand 22 und den Hydraulikzylindern 12 jedes hydropneumatischen
Federsystems 10 relativ kurz sind und Rohrleitungskrümmer deshalb entfallen können.
Der Hydraulikschrank 25 der Hydraulik-Versorgungseinheit 20 jedes hydropneumatischen
Federungssystems 10 steht in direkter Linie zu den Hydraulikzylindern 12, weshalb
das Hydrauliköl widerstandsarm pendeln kann.
[0042] Eine gleichmäßige Belastung der jeweils gegenüberliegenden Mahlwalzen auf das Getriebe
(nicht dargestellt) ohne eine hydraulische Ringleitung zur Vermeidung eines möglichen
Segmentlagerschadens wird mit einer elektrischen Steuerung/Regelung erreicht (nicht
dargestellt), bei welcher die jeweiligen Öldrücke in den gegenüberliegenden Federungseinheiten
mittels Sensoren (nicht dargestellt) gemessen und innerhalb einer relativ geringen
Toleranz um einen Sollwert gehalten werden. Bei Unterschreiten wird die Pumpe im jeweiligen
Hydraulikschrank gestartet und das jeweilige Ablassventil kurzzeitig geöffnet. Auf
diese Art und Weise wird ein wirkungsvoller Druckausgleich erreicht.
1. Hydraulikanordnung einer Wälzmühle, bei welcher auf einer rotierenden Mahlschüssel
und einem darauf von Mahlgut gebildetem Mahlbett Mahlwalzen abroilen und federnd mit
Hilfe eines hydropneumatischen Federungssystems (10) auf das Mahlgut gedrückt werden,
wobei jeder Mahlwalze ein hydropneumatisches Federungssystem (10) mit einer Federungseinheit
(11) und wenigstens einem Hydraulikzylinder (12) zugeordnet ist und
jedes hydropneumatische Federungssystem (10) neben der Federungseinheit (11) eine
eigene Hydraulik-Versorgungseinheit (20) und einen eigenen Speicherstand (22) aufweist,
welche ortsnah zueinander und zu der Federungseinheit (11) angeordnet und über kurze
Leitungen miteinander bzw. mit der Federungseinheit (11) verbunden sind,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Hydraulik-Zylinder (12) der hydropneumatischen Federungssysteme (10) zweiseitig
beaufschlagbar sind,
dass jede Hydraulik-Versorgungseinheit (20) als Kompakt-Hydraulik ausgebildet und vormontiert
sowie servicefreundlich in einem Hydraulikschrank (25) aufgenommen ist, wobei jeder
Hydraulikschrank (25) mit dem zugeordneten Speicherstand (22) in einer direkten Linie
mit der Federungseinheit (11) einer Mahlwalze angeordnet und verbunden ist, und
dass jeder Speicherstand (22), welcher Hydraulik-Kolbenspeicher (16) und Hydraulik-Blasenspeicher
(17) aufweist, als eine kompakte Einheit ausgebildet und in direkter Linie mit der
zugeordneten Federungseinheit (11) einer Mahlwalze angeordnet und über kurze Hydraulikschläuche
(24) sowie unmittelbar vor dem Hydraulikschrank (25) angeordnet und mit diesem über
kurze Rohrleitungen (23) verbunden ist.
2. Hydraulikanordnung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass jeder Hydraulikschrank (25) auf einem Öltank (26) angeordnet und von dem Öltank (26)
abhebbar und austauschbar ist.
3. Hydraulikanordnung nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Mahldruckregelsystem vorgesehen ist, mit welchem ein nahezu einheitlicher Anpressdruck
der Mahlwalzen einer Wälzmühle, zumindest der einander gegenüberliegenden Mahlwalzen,
einstellbar ist.
4. Hydraulikanordnung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Mahldruckregelsystem im Bereich der Federungseinheiten (11) Sensoren zur Messung
des Öldrucks aufweist.
5. Hydraulikanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekenntzeichnet,
dass jeder Hydraulikzylinder (12) einer Federungseinheit (11) mit der zugeordneten
Mahlwalze über einen Mahlwalzen-Schwinghebel (13) verbunden ist, wobei eine Kolbenstange
(19) eines Kolbens (18) im Hydraulikzylinder (12) über einen Stangenkopf (15) gelenkig
am Schwinghebel (13) und der Hydraulikzylinder (12) über ein Gelenkauge (14) am Mühlenunterteil
bzw. Ständer (21) eines Walzenmoduls befestigt ist.
1. Hydraulic arrangement of a roller mill, wherein grinding rollers roll on a rotating
grinding pan and on a grinding bed formed thereon by grinding material and are pressed
resiliently with the aid of a hydro-pneumatic spring system (10) onto the grinding
material,
wherein one hydro-pneumatic spring system (10) with a spring unit (11) and at least
one hydraulic cylinder (12) is assigned to each grinding roller and
each hydro-pneumatic spring system (10) comprises, besides the spring unit (11), its
own hydraulic supply unit (20) and its own accumulator stand (22), which are arranged
in close proximity to each other and to the spring unit (11) and connected to each
other or to the spring unit (11) via short lines,
characterised in that
the hydraulic cylinders (12) of the hydro-pneumatic spring systems (10) can be impacted
on two sides,
that each hydraulic supply unit (20) is formed as compact hydraulic unit and is received
pre-assembled and in a service-friendly manner in a hydraulic cabinet (25), wherein
each hydraulic cabinet (25) is arranged and connected with the assigned accumulator
stand (22) in a direct line with the spring unit (11) of a grinding roller, and
that each accumulator stand (22) which comprises hydraulic piston accumulators (16)
and hydraulic bladder accumulators (17) is formed as a compact unit and is arranged
in a direct line with the assigned spring unit (11) of a grinding roller and arranged
via short hydraulic hoses (24) and also directly before the hydraulic cabinet (25)
and is connected thereto via short pipelines (23).
2. Hydraulic arrangement according to claim 1,
characterised in that
each hydraulic cabinet (25) is arranged on an oil tank (26) and can be raised from
the oil tank (26) and exchanged.
3. Hydraulic arrangement according to one of claims 1 or 2,
characterised in that
a grinding pressure regulating system is provided, with which a virtually uniform
contact pressure of the grinding rollers of a roller mill, at least of the grinding
rollers lying opposite each other, can be set.
4. Hydraulic arrangement according to claim 3,
characterised in that
the grinding pressure regulating system comprises sensors in the region of the spring
units (11) for measuring the oil pressure.
5. Hydraulic arrangement according to one of the preceding claims,
characterised in that
each hydraulic cylinder (12) of a spring unit (11) is connected to the assigned grinding
roller via a grinding roller swing lever (13), wherein a piston rod (19) of a piston
(18) is fixed in the hydraulic cylinder (12) via a rod head (15) in an articulated
manner on the swing lever (13) and the hydraulic cylinder (12) via an articulated
eye element (14) on the mill lower part or pedestal (21) of a roller module.
1. Agencement hydraulique d'un broyeur à cylindres, dans lequel des cylindres de broyage
roulent sur un plateau de broyage rotatif et sur un lit de broyage formé au-dessus
par du produit à broyer et sont pressés élastiquement sur le produit à broyer à l'aide
d'un système de suspension hydropneumatique (10),
dans lequel à chaque cylindre de broyage est associé un système de suspension hydropneumatique
(10) avec une unité de suspension (11) et au moins un vérin hydraulique (12), et
chaque système de suspension hydropneumatique (10) comprend, outre l'unité de suspension
(11), sa propre unité d'alimentation hydraulique (20) et son propre accumulateur (22),
qui sont placés l'un près de l'autre et près de l'unité de suspension (11) et sont
reliés entre eux ou bien avec l'unité de suspension (11) par des conduites courtes,
caractérisé
en ce que les vérins hydrauliques (12) des systèmes de suspension hydropneumatique (10) peuvent
être chargés des deux côtés,
en ce que chaque unité d'alimentation hydraulique (20) est conformée en unité hydraulique compacte
et est logée dans une armoire hydraulique (25) de façon prémontée et facile d'entretien,
chaque armoire hydraulique (25) avec l'accumulateur (22) associé étant placée et reliée
en ligne directe avec l'unité de suspension (11) d'un cylindre de broyage, et
en ce que chaque accumulateur (22), qui comprend un accumulateur hydraulique à piston (16)
et un accumulateur hydraulique à vessie (17), est conformé en unité compacte et est
placé en ligne directe avec l'unité de suspension associée (11) d'un cylindre de broyage
et est disposé par l'intermédiaire de conduits hydrauliques courts (24) ainsi que
directement devant l'armoire hydraulique (25), à laquelle il est relié par des conduites
courtes (23).
2. Agencement hydraulique selon la revendication 1, caractérisé en ce que chaque armoire hydraulique (25) est placée sur un réservoir d'huile (26) et peut
être retirée du réservoir d'huile (26) et remplacée.
3. Agencement hydraulique selon l'une quelconque des revendications 1 ou 2, caractérisé en ce qu'un système de régulation de la pression de broyage est prévu, avec lequel une pression
quasi uniforme des cylindres de broyage d'un broyeur à cylindres, au moins des cylindres
de broyage mutuellement opposés, peut être ajustée.
4. Agencement hydraulique selon la revendication 3, caractérisé en ce que le système de régulation de la pression de broyage comprend, au niveau des unités
de suspension, des capteurs pour mesurer la pression de l'huile.
5. Agencement hydraulique selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que chaque vérin hydraulique (12) d'une unité de suspension (11) est relié au cylindre
de broyage associé par l'intermédiaire d'un levier oscillant de cylindre de broyage
(13), une tige (19) de piston d'un piston (18) placé dans le vérin hydraulique (12)
étant fixée, par l'intermédiaire d'une tête (15) de tige, de manière articulée au
levier oscillant (13) et au vérin hydraulique (12) par l'intermédiaire d'un oeillet
articulé (14) sur la partie inférieure du broyeur ou sur le bâti (21) d'un module
à cylindres.