[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Aufstecken von Säcken
und insbesondere zum Aufstecken von Ventilsäcken auf die Füllstutzen einer insbesondere
rotierenden Packmaschine.
[0002] Im Stand der Technik sind verschiedene Vorrichtungen und Verfahren zum Aufstecken
von Ventilsäcken auf die Füllstutzen von rotierenden Packmaschinen bekannt geworden.
Rotierende Packmaschinen mit 4, 6, 8, 10, 12 oder auch 16 oder einer anderen Zahl
an Füllstutzen sind im Stand der Technik bekannt geworden. Sie werden zum effektiven
Abfüllen unterschiedlichster Materialien eingesetzt. Beispielsweise werden Schüttgüter
wie Zement oftmals durch rotierende Packmaschinen abgefüllt. Moderne Packmaschinen
erlauben hohe Abfüllraten, bei denen beispielsweise pro Sekunde ein Sack oder mehr
gefüllt wird.
[0003] Zum automatischen Betrieb einer solchen Packanlage werden die Ventilsäcke durch einen
Aufsteckautomaten auf die Füllstutzen der Packmaschine während der Rotationsbewegung
aufgesteckt bzw. aufgeschossen. Der Begriff "aufgeschossen" ist insofern richtig,
als die Säcke ein kurzes Stück ungeführt den Zwischenraum zwischen den Aufsteckautomaten
und dem Füllstutzen der Packmaschine überbrücken müssen.
[0004] Um eine hohe Aufsteckquote zu erzielen, müssen die Säcke definiert aufgenommen und
aus einer definierten Position auf die Füllstutzen der Packmaschine aufgeschossen
werden.
[0005] Bei den hohen Aufsteckraten moderner Packmaschinen von beispielsweise 3600 Säcken
pro Stunde wird ein Sack pro Sekunde aufgesteckt. Wird beispielsweise nur ein Prozent
der Ventilsäcke nicht auf einen Füllstutzen aufgesteckt, da die Positionierung des
Ventilsacks vor dem Aufstecken ungenau war, so sammeln sich nach einer Stunde 36 Ventilsäcke
auf dem Boden an, die sich im Laufe von 10 Arbeitsstunden auf 360 Ventilsäcke aufsummieren
würden, sofern die Säcke nicht eingesammelt werden. Ein solches Einsammeln ist deshalb
in periodischen Abständen nötig, um die Funktion nicht zu beeinträchtigen. Es ist
deshalb wichtig, die Aufsteckquote zu erhöhen, da beispielsweise eine Erhöhung der
Aufsteckquote um nur 0,1 % von 99,5 % auf 99,6 % eine erhebliche relative Verringerung
der nicht korrekt aufgesteckten Ventilsäcke von in diesem Beispiel 20 % ergibt.
[0006] Oftmals bestehen solche Ventilsäcke aus Papier oder weisen eine äußere oder innere
Papierschicht auf, die zu einer gewissen Steifigkeit der Ventilsäcke führt. Ventilsäcke
aus einem solchen relativ steifen Material erlauben eine relativ einfache und dennoch
relativ genaue Positionierung, da die einzelnen Ventilsäcke und auch das gesamte Sackbündel
über Schieber, Greifer oder dergleichen in Längs- und Querrichtung einfach ausgerichtet
werden können.
[0007] Vielfach werden allerdings auch Ventilsäcke aus flexibleren Materialien verwendet,
die beispielsweise aus einem Gewebe oder ein Bändchengewebe aus Kunststoffmaterialien
bestehen. Auch Ventilsäcke aus Folie weisen oftmals eine größere Flexibilität auf.
Solche Ventilsäcke werden meist per Hand aufgesteckt.
[0008] Insbesondere Ventilsäcke aus Gewebe oder Bändchengewebe sind günstig herzustellen
und weisen eine relativ hohe Belastbarkeit auf. Für automatische Abfüll- und Aufstecksysteme
sind sie allerdings insofern ungünstig, da durch die Flexibilität der Ventilsäcke
bedingt, eine genaue und reproduzierbare Positionierung schwierig ist. Dabei ist sowohl
das Ausrichten des einzelnen Ventilsacks als auch das Ausrichten eines Sackbündels
schwieriger.
[0009] Werden Ventilsäcke mit einer nicht exakt definierten Position aufgenommen und in
Richtung des Füllstutzens der Packmaschine geschossen, so hängt die Aufsteckquote
stark von der jeweiligen und zufälligen Position des Sackventils ab.
[0010] Es ist deshalb die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Vorrichtung und ein Verfahren
zum Aufstecken von Säcken und insbesondere zum Aufstecken von Ventilsäcken zur Verfügung
zu stellen, womit eine höhere Reproduzierbarkeit und somit eine höhere Aufsteckquote
auch bei der Verarbeitung von flexibleren Säcken ermöglicht werden.
[0011] Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs
1 und durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 14. Bevorzugte Weiterbildungen
der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche. Weitere Vorteile und Merkmale der
vorliegenden Erfindung ergeben sich aus den Ausführungsbeispielen.
[0012] Die erfindungsgemäße Vorrichtung dient zum Aufstecken von Säcken und insbesondere
zum Aufstecken von Ventilsäcken auf einen Füllstutzen einer Packmaschine. Die Aufsteckvorrichtung
umfasst wenigstens eine Greifeinrichtung und wenigstens eine Aufsteckeinrichtung,
um einen Sack zu ergreifen und der Aufsteckeinrichtung in einer wenigstens teilweise
hängenden Position zum Aufstecken zu übergeben. Wenigstens eine Ausrichtvorrichtung
ist vorgesehen, welche wenigstens eine Blaseinrichtung umfasst. Die Blaseinrichtung
ist dazu ausgebildet und eingerichtet, einen wenigstens teilweise nach oben ausgerichteten
Luftstoß auszugeben, um eine definierte räumliche Ausrichtung des aufzusteckenden
Sacks zu gewährleisten.
[0013] Die erfindungsgemäße Aufsteckvorrichtung hat viele Vorteile, da eine definierte Ausrichtung
des Sacks in räumlicher und insbesondere auch in vertikaler Richtung ermöglicht und
gewährleistet wird. Durch die definierte Ausrichtung des aufzusteckenden Sacks kann
eine deutlich höhere Aufsteckquote erreicht werden, selbst wenn Säcke aus einem flexiblen
Material verwendet werden. Beispielsweise wird es ermöglicht, unbeschichtete Säcke
aus einem Kunststoffgewebe mit hoher Zuverlässigkeit auf die Füllstutzen einer Packmaschine
aufzuschießen.
[0014] In einer bevorzugten Weiterbildung ist ein Ablagetisch zur Aufnahme eines flach liegenden
Sackbündels vorgesehen. Besonders bevorzugt wird von dem Sackbündel auf den Ablagetisch
jeweils der oberste Sack aufgenommen und von der Aufsteckeinrichtung auf den dafür
vorgesehenen Füllstutzen einer Packmaschine aufgesteckt.
[0015] Vor der Aufnahme des Sacks von dem Sackbündel auf den Ablagetisch kann eine insbesondere
definierte (horizontale) Ausrichtung des Sacks erfolgen, sodass der Sack von der Greifeinrichtung
gezielt aufgenommen wird.
[0016] Im Folgenden wird der Sack von der Greifeinrichtung der Aufsteckeinrichtung übergeben,
wobei die Greifeinrichtung den Ventilsack loslassen muss. Dabei kann es zu einer unkontrollierten
Bewegung des Sacks kommen. Deshalb richtet die erfindungsgemäß vorgesehene Ausrichteinrichtung
den Sack definiert räumlich und insbesondere auch vertikal aus, sodass eine definierte
Weiterbehandlung des Ventilsacks möglich ist. Dazu weist die Ausrichteinrichtung vorzugsweise
wenigstens eine Blaseinrichtung auf, wobei die Blaseinrichtung insbesondere wenigstens
eine Luftdüse umfasst.
[0017] Es ist möglich, dass eine kombinierte Greifeinrichtung und Aufsteckeinrichtung vorgesehen
wird, bei der eine solche kombinierte Einrichtung den Sack vom Stapel ergreift und
aufsteckt.
[0018] Die Blaseinrichtung gibt zur definierten Ausrichtung vorzugsweise einen wenigstens
teilweise nach oben ausgerichteten Luftstoß aus. Der Luftstoß kann praktisch senkrecht
nach oben ausgerichtet sein, kann aber auch schräg ausgerichtet werden. Der Luftstoß
kann kurzzeitig oder dauerhaft sein.
[0019] In einer bevorzugten Weiterbildung richtet die Ausrichteinrichtung den Sack gegen
eine Anlageeinrichtung mit einem oberen Anschlag aus. Möglich ist es auch, dass die
Ausrichteinrichtung den Sack gegen einen V-förmigen oberen Anschlag einer Anlageeinrichtung
ausrichtet. Der V-förmige obere Anschlag bildet eine obere Begrenzung der Anlageeinrichtung
aus. Solche insbesondere spitzwinkligen Anschläge eignen sich im besonderen Maße,
da damit in zwei Dimensionen eine definierte Position des Sackendes erreicht wird.
[0020] Zur Überführung des anzuhängenden Sacks von der Position auf dem Ablagetisch in die
wenigstens teilweise hängende Position kann die Greifeinrichtung eine parallelogrammartige
Bewegung oder auch eine Schwenkbewegung durchführen. Ein Vorteil einer Schwenkbewegung
um beispielsweise 90 Grad ist, dass der anzuhängende Sack direkt aus der liegenden
Stellung auf dem Ablagetisch in eine hängende Stellung überführt wird.
[0021] Auch die Anlageeinrichtung kann verschwenkbar vorgesehen sein.
[0022] Vorzugsweise ist wenigstens eine Ausrichteinrichtung der Greifeinrichtung zugeordnet.
Die Ausrichteinrichtung kann an der Greifeinrichtung angeordnet werden oder aber auch
in deren Nähe vorgesehen sein. Bei einer solchen Ausgestaltung kann die Ausrichteinrichtung
einen gezielten Luftstoß oder Luftstrom ausgeben, wenn die Greifeinrichtung den Sack
loslässt, sodass durch den Luftstoß eine gezielte Ausrichtung des Sacks erfolgt.
[0023] In allen Ausgestaltungen weist die Aufsteckeinrichtung vorzugsweise eine Beschleunigungseinrichtung
auf. Die Beschleunigungseinrichtung kann beispielsweise eine Rollenleiste und einen
Antriebsriemen umfassen, um den Sack zwischen der Rollenleiste und dem Antriebsriemen
aufzunehmen und durch Aktivierung des Antriebsriemens in Richtung auf den Füllstutzen
zu beschleunigen.
[0024] Möglich ist es auch, dass eine Ausrichteinrichtung der Beschleunigungseinrichtung
zugeordnet ist. Beispielsweise kann die Greifeinrichtung den Sack an die Beschleunigungseinrichtung
abgeben und der Sack kann von der Beschleunigungseinrichtung in den Bereich der Greifeinrichtung
verfahren werden. Dabei muss eine Ausrichtung in vertikaler Richtung noch nicht erfolgt
sein. In solchen Ausgestaltungen ist es möglich, dass eine Ausrichteinrichtung an
oder in der Nähe der Beschleunigungseinrichtung vorgesehen ist, die einen gezielten
Luftstoß auf den Sack ausgibt, während die Beschleunigungseinrichtung den Sack kurzfristig
freigibt. Beispielsweise können die Rollenleiste und der Antriebsriemen der Beschleunigungseinrichtung
gegeneinander verschwenkbar oder verfahrbar sein, um einen definierten Spalt zwischen
der Rollenleiste und dem Antriebsriemen zu ermöglichen. Das kann dazu benutzt werden,
dass die Ausrichteinrichtung den aufzuschießenden Sack definitiv in räumlicher und
insbesondere in vertikaler Richtung ausrichtet.
[0025] In allen Ausgestaltungen ist es auch möglich, dass die Beschleunigungseinrichtung
zwei Riemenantriebe oder zwei angetriebene Rollenleisten oder andere Beschleunigungskomponenten
umfasst.
[0026] Vorzugsweise umfasst die Aufsteckeinrichtung zwei Aufsteckteile, von denen wenigstens
eines verschwenkbar vorgesehen ist.
[0027] Insbesondere umfasst die Aufsteckeinrichtung einen Ventilöffnungskanal oder einen
Schusskanal, der aus zwei Kanalteilen bestehen kann, die jeweils mit einem der Aufsteckteile
verbunden sind. Vorzugsweise ist an dem einen der Aufsteckteile die Rollenleiste und
an dem anderen Aufsteckteil der Riemenantrieb vorgesehen, sodass bei einer Verschwenkung
der Aufsteckteile der Schusskanal geöffnet wird und sich der Riemenantrieb von der
Rollenleiste oder umgekehrt entfernt.
[0028] In bevorzugten Weiterbildungen ist die Anschlageinrichtung bewegbar und insbesondere
verschwenkbar angeordnet. Eine beweglich aufgenommene und insbesondere automatisch
bewegbare Anschlageinrichtung, die einen Anschlag zur räumlichen Ausrichtung des Sacks
aufweist, ist sehr vorteilhaft. Durch eine räumliche Ausrichtung kann auch eine Ausrichtung
in wenigstens teilweise vertikaler Richtung ermöglicht werden. Nach der räumlichen
Ausrichtung ist eine Überführung in eine definierte vertikale Lage möglich. Die Anschlageinrichtung
mit dem Anschlag kann z. B. weggeschwenkt werden, wenn der Platz benötigt wird.
[0029] Vorzugsweise sind die Anschlageinrichtung und die Greifeinrichtung beide verschwenkbar
vorgesehen. Insbesondere sind die Anschlageinrichtung und die Greifeinrichtung beide
gegensinnig zueinander verschwenkbar angeordnet. Durch einen Verschwenkvorgang können
dann beide Komponenten aus einer voneinander entfernten Stellung in eine zueinander
benachbarte Stellung verschwenkt werden.
[0030] Besonders bevorzugt ist die Anschlageinrichtung mit der Greifeinrichtung gekoppelt
über insbesondere einen gemeinsamen Antrieb bewegbar. Insbesondere sind die Anschlageinrichtung
und die Greifeinrichtung gemeinsam gegensinnig verschwenkbar angeordnet.
[0031] Die Erfindung ist auch auf eine Packanlage ausgerichtet, die wenigstens eine Aufsteckvorrichtung
aufweist, wie sie zuvor beschrieben wurde. Insbesondere kann die Packanlage eine oder
mehrere Packmaschinen umfassen.
[0032] Das erfindungsgemäße Verfahren dient zum Aufstecken von Ventilsäcken auf einen Füllstutzen
einer Packmaschine, bei dem eine Greifeinrichtung einen leeren Ventilsack ergreift
und bei dem die Aufsteckeinrichtung den leeren Ventilsack auf einen Füllstutzen aufsteckt.
Dabei wird der von der Greifeinrichtung aufgenommene Sack in eine wenigstens teilweise
hängende Position überführt und anschließend mit einem wenigstens teilweise nach oben
ausgerichteten Luftstoß einer Blaseinrichtung räumlich und insbesondere wenigstens
teilweise vertikal ausgerichtet, bevor der Sack mit der Aufsteckeinrichtung auf den
Füllstutzen aufgesteckt wird.
[0033] Das Verfahren kann an rotierenden Packmaschinen oder auch an stationären Packmaschinen
eingesetzt werden, welche einen oder mehrere Füllstutzen aufweisen.
[0034] Bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung und bei dem erfindungsgemäßen Verfahren kann
die Ausrichtung in vertikaler Richtung senkrecht nach oben erfolgen, die Ausrichtung
kann aber auch schräg nach oben erfolgen, da bei einer solchen geneigten räumlichen
Ausrichtung auch eine Ausrichtung in vertikaler Richtung erfolgt. Möglich ist es auch,
dass ein Sackende in horizontaler Richtung ausgerichtet wird und anschließend die
horizontale Ausrichtung in eine vertikale Ausrichtung überführt wird.
[0035] Vorzugsweise wird der Sack über eine Blaseinrichtung in vertikaler Richtung ausgerichtet.
Besonders bevorzugt gibt die Greifeinrichtung den Sack frei, bevor der Sack mit der
Blaseinrichtung vertikal ausgerichtet wird.
[0036] Vorzugsweise wird der Sack durch eine Beschleunigungseinrichtung erfasst, nachdem
der Sack vertikal definiert ausgerichtet wurde.
[0037] Zur gezielten Ausrichtung kann eine Anlageeinrichtung an den von der Greifeinrichtung
gegriffenen Sack verschwenkt werden. Eine solche Anlageeinrichtung kann auch den Anschlag
zur definierten Positionierung des Sacks aufweisen.
[0038] In allen Ausgestaltungen ist es bevorzugt, dass die Bewegungen der Greifeinrichtung,
der Beschleunigungseinrichtung und der Anlageeinrichtung gekoppelt erfolgen.
[0039] Weitere Vorteile und Merkmale der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus den Ausführungsbeispielen,
die mit Bezug auf die beiliegenden Figuren im Folgenden erläutert werden.
[0040] Darin zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Aufsicht auf eine Packanlage mit einer Packmaschine und einer Vorrichtung
zum Aufstecken von Ventilsäcken;
- Fig. 2
- eine Gesamtansicht der erfindungsgemäßen Vorrichtung zum Aufstecken von Ventilsäcken;
- Fig. 3
- eine vergrößerte Detailansicht der Aufnahmeeinrichtung zum Aufnehmen der Ventilsäcke;
- Fig. 4
- die Aufnahmeeinrichtung nach Fig. 3 nach Ergreifen eines Ventilsacks;
- Fig. 5
- die Aufnahmeeinrichtung nach Fig. 3 vor einer vertikalen Ausrichtung des Ventilsacks;
- Fig. 6
- die Aufnahmeeinrichtung nach Fig. 3 nach erfolgter vertikaler Ausrichtung des Ventilsackes;
- Fig. 7
- eine alternative Ausführungsform einer Aufnahmeeinrichtung;
- Fig. 8
- die Aufnahmeeinrichtung nach Fig. 7 beim Ergreifen eines Sacks;
- Fig. 9
- die Aufnahmeeinrichtung nach Fig. 7 vor der vertikalen Ausrichtung des Ventilsacks;
- Fig. 10
- die Aufnahmeeinrichtung nach Fig. 7 mit vertikal ausgerichtetem Ventilsack;
- Fig. 11
- einen Ventilsack in dem Ventilöffnungskanal der Aufsteckeinrichtung vor dem Aufschießen;
- Fig. 12
- einen Querschnitt durch Fig. 11 in Höhe der Luftdüsen;
- Fig. 13
- den Ventilöffnungskanal mit der Aufsteckeinrichtung kurz vor dem Aufschießen des Ventilsacks;
- Fig. 14
- einen Querschnitt durch den Ventilöffnungskanal in Höhe der Luftdüsen;
- Fig. 15
- eine Draufsicht auf einen flachliegenden Ventilsack und einen Querschnitt des Sackumschlagendes;
- Fig. 16
- eine schematische perspektivische Ansicht einer anderen Anschlageinrichtung und der
Greifeinrichtung;
- Fig. 17
- eine schematische Vorderansicht der Anschlageinrichtung und der Greifeinrichtung nach
Fig. 16 in einer ersten Stellung;
- Fig. 18
- eine schematische Vorderansicht der Anschlageinrichtung und der Greifeinrichtung nach
Fig. 16 in einer zweiten Stellung;
- Fig. 19
- eine stark schematische Ansicht der Anschlageinrichtung und der Greifeinrichtung nach
Fig. 16 bei der Aufnahme eines Sacks in einer ersten Position;
- Fig. 20
- eine stark schematische Ansicht der Anschlageinrichtung und der Greifeinrichtung nach
Fig. 16 bei der Aufnahme eines Sacks in einer zweiten Position;
- Fig. 21
- eine stark schematische Ansicht der Anschlageinrichtung und der Greifeinrichtung nach
Fig. 16 bei der Ausrichtung eines Sacks in einer dritten Position; und
- Fig. 22
- eine stark schematische Ansicht der Anschlageinrichtung und der Greifeinrichtung nach
Fig. 16 mit vertikal ausgerichtetem Sack.
[0041] Mit Bezug auf die beiliegenden Figuren werden im Folgenden einige Ausführungsbeispiele
einer erfindungsgemäßen Vorrichtung erläutert.
[0042] Fig. 1 zeigt eine stark schematisierte Draufsicht auf eine Packanlage 60, die eine
rotierende Packmaschine 1 und eine Aufsteckvorrichtung 10 sowie ein Austrageband 70
umfasst.
[0043] Die Packmaschine 1 dient zum Füllen von Ventilsäcken 2 und weist im hier dargestellten
Ausführungsbeispiel sechs über dem Umfang verteilt angeordnete Füllstutzen 3 auf,
von denen an fünf Füllstutzen 3 jeweils Ventilsäcke 2 angeordnet sind.
[0044] Die Packmaschine 1 befindet sich in der Aufsteckposition. Der Winkelsensor 61 hatte
zuvor das Vorbeirotieren des nächsten Füllstutzens 3 in der vorbestimmten Winkelposition
46 erfasst und damit den nächsten Aufsteckvorgang ausgelöst. Neben der Verwendung
eines der Aufsteckvorrichtung 10 zugeordneten Sensors ist auch die Verwendung eines
in der Packmaschine vorhandenen Sensors möglich, der die vorbestimmte Winkelposition
46 erfasst.
[0045] Die Aufsteckvorrichtung 10 verfügt hier über ein Leersackmagazin 71 und eine Aufsteckeinrichtung
20. Fig. 2 zeigt in einer perspektivischen Gesamtansicht die Aufsteckvorrichtung 10.
Das Leersackmagazin kann als Leersackzellenmagazin ausgeführt sein und zum automatischen
Transport von Sackbündeln 5 der Aufnahmeeinrichtung 30 der Aufsteckvorrichtung 10
geeignet sein.
[0046] In der Darstellung nach Fig. 2 wird ein Sackbündel 5 gerade in Richtung auf die als
Ablagetisch 34 ausgebildete Ablageeinrichtung 42 transportiert. Der Ablagetisch 34
verfügt über eine Ablagefläche 58, auf der ein Sackbündel 5 abgelegt werden kann.
Im Anschluss daran wird der oberste Ventilsack 2 des Sackbündels 5 von der Aufnahmeeinrichtung
30 ergriffen und der Aufsteckeinrichtung 20 zugeführt. Möglich ist es auch, dass die
Säcke vorvereinzelt werden und einzeln auf der Ablageeinrichtung 42 bzw. dem Ablagetisch
34 angeordnet und dort ergriffen werden.
[0047] Die Aufsteckvorrichtung 10 kann auch an bestehenden Packmaschinen nachgerüstet werden.
[0048] Die Packmaschine 1 eignet sich insbesondere zum Abfüllen von pulverförmigen oder
granulatartigen Stoffen in Ventilsäcke 2. Das Sackgewicht der einzelnen Säcke kann
variieren und liegt insbesondere zwischen etwa 5 und 50 kg, und vorzugsweise zwischen
20 und 50 kg, kann aber je nach Anwendungsfall auch größer oder kleiner sein.
[0049] In Fig. 3 ist in einer vergrößerten schematischen Darstellung die Aufnahmeeinrichtung
30 dargestellt, mit der ein definiertes Aufnehmen der Ventilsäcke 2 erfolgt, auch
wenn die Ventilsäcke nicht aus einem relativ steifen Material, sondern aus einem flexiblen
Kunststoffmaterial wie einem Gewebe bestehen.
[0050] Auf dem Ablagetisch 34 ist ein Sackbündel 5 aus mehreren Ventilsäcken 2 angeordnet,
wobei zum besseren Verständnis hier die einzelnen Ventilsäcke 2 in Längsrichtung versetzt
angeordnet eingezeichnet sind. Dies kann insbesondere bei flexiblen Säcken auch in
der Praxis leicht vorkommen, da sich Säcke aus flexiblem Material nicht so leicht
ausrichten lassen, wie dies bei Säcken beispielsweise aus Papier der Fall ist.
[0051] Die Aufnahmeeinrichtung 30 verfügt über eine Greifeinrichtung 4, die hier eine Saugerleiste
mit mehreren hintereinander angeordneten Saugern 59 umfasst. Die einzelnen Sauger
59 können je nach Breite der zu verarbeitenden Ventilsäcke gezielt zuoder abgeschaltet
werden und/oder sind verstellbar angeordnet.
[0052] Die Aufnahmeeinrichtung 30 verfügt weiterhin über eine Positioniereinrichtung 50,
die hier eine Blaseinrichtung 51 umfasst, die eine oder mehrere Luftdüsen 53 aufweist.
Die Luftdüse 53 kann grundsätzlich einen beliebigen Querschnitt aufweisen und insbesondere
auch als Flachdüse 54 ausgeführt sein und sich über die Tiefe des Sacks erstrecken.
Die Positioniereinrichtung 50 bewirkt mit der Blaseinrichtung 51 ein Ausrichten des
obersten Sacks an dem Anschlag 52 des Ablagetisches 34. Durch einen gezielten Luftstoß
der Luftdüsen 53 der Blaseinrichtung 51 wird der Sack in Richtung auf den Anschlag
52 bewegt und wird mit dem Sackanschlagende 48 definiert an den Anschlag 52 gebracht.
Das andere Ende 49 des Sacks richtet sich entsprechend aus. Auch zuvor vereinzelte
Säcke können entsprechend ausgerichtet werden.
[0053] Fig. 4 zeigt eine nochmals vergrößerte Darstellung der Aufnahmeeinrichtung 30 in
der Aufnahmeposition. Zusätzlich eingezeichnet ist ein Pfeil von der Luftdüse 53 in
Richtung auf das Sackende 48, um den Sack an dem Anschlag 52 auszurichten. Der eingezeichnete
Pfeil deutet den Luftstrom an. Der Luftstrom kann an dem überstehenden Ende hinter
der Sacknaht angreifen oder er greift an einer Lasche 55 an, die sich beispielsweise
durch Umlegen des Sackendes bildet, wenn das Sackventil 8 an dem Ventilsack 2 geformt
wird. Dabei ergibt es sich, dass ein bestimmter Bereich laschenartig absteht, der
hier zum Transport des Ventilsackes 2 auf den Anschlag 52 hin verwendet wird. Durch
einen Luftstoß hebt die Lasche 55 mit dem freien Ende von der Oberfläche des Ventilsacks
2 ab und ermöglicht so einen besonders wirksamen Transport zu dem Anschlag 52.
[0054] Auch Kastenventilsäcke können entsprechend ausgerichtet werden. Der Luftstrom kann
dort unter den umgeklappten Sackboden angreifen. Möglich ist es auch, eine Tasche
oder dergleichen auf der Seitenwand anzubringen, um Säcke auszurichten.
[0055] Wie in Fig. 4 klar erkennbar ist, liegt der oberste aufzunehmende Ventilsack 2 mit
seinem Ende 48 an dem Anschlag 52 an, obwohl die darunter liegenden Ventilsäcke 2
des Sackbündels 5 nicht perfekt ausgerichtet sind.
[0056] Nachdem in der Position von Fig. 4 die Greifeinrichtung 4 mit der Saugerleiste und
den Saugern 59 das Ende 48 des Ventilsacks 2 neben der Lasche 55 ergriffen hat, wird
in dieser Ausgestaltung die Greifeinrichtung 4 um 90 Grad nach oben geschwenkt, wobei
das Ende des Sackes 48 nach oben und in Richtung des zweiten Sackendes 49 verbracht
wird. Das zweite Ende 49 des Sacks kann auf dem Sackbündel 5 verbleiben oder aber
es wird durch geeignete weitere Sauger angehoben, um ein versehentliches Verhaken
mit den darunter liegenden Ventilsäcken 2 zu verhindern. Diese Position ist in Fig.
5 dargestellt.
[0057] Nach dem Hochschwenken der Greifeinrichtung 4 wird die Anlageeinrichtung 40 mit der
Rollenleiste 35 runtergeschwenkt, wobei ein kleiner Spalt zwischen der Rollenleiste
35 und dem Antriebsriemen 36 verbleibt, damit der Ventilsack 2 noch in vertikaler
Richtung bewegbar ist.
[0058] Im Anschluss daran wird der Ventilsack 2 in vertikaler Richtung ausgerichtet. Dazu
wird eine Ausrichteinrichtung 32 eingesetzt, die über eine Blaseinrichtung 39 und
die Anlageeinrichtung 40 verfügt. Die Anlageeinrichtung 40 liegt auf der dem Sauger
59 gegenüberliegenden Seite an dem Ventilsack 2 an. Im Anschluss daran wird das Vakuum
des Saugers 59 abgeschaltet, während gleichzeitig ein Luftstoß durch die Blaseinrichtung
39, die mit Luftdüsen 41 ausgerüstet ist, aktiviert wird. Der Luftstrom der Blaseinrichtung
39 ist vertikal nach oben oder im Wesentlichen nach oben ausgerichtet, um unter die
Lasche 55 des Ventilsacks 2 zu greifen und den Sack insgesamt von der in Fig. 5 dargestellten
hängenden Position 37 in die Fig. 6 dargestellte ausgerichtete Position 38 zu überführen.
[0059] Der Ventilsack 2 wird durch die Blaseinrichtung 39 vertikal angehoben, bis er durch
den V-förmigen oberen Anschlag 44 in seiner weiteren Bewegung nach oben begrenzt wird.
In dieser Konstruktion ist der Sack in der ausgerichteten Position 38 definiert gehalten,
sodass ein definiertes Aufstecken ermöglicht wird.
[0060] In Fig. 7 ist ein anderes Ausführungsbeispiel einer Aufsteckeinrichtung 20 zur Verwendung
an einer Aufsteckvorrichtung 10 schematisch dargestellt. Die Aufsteckeinrichtung 20
verfügt ebenfalls über eine Greifeinrichtung 4, die mit einer Saugerleiste mit mehreren
Saugern 59 ausgerüstet ist. Im Unterschied zu der Aufsteckeinrichtung nach Fig. 5
und 6 ist hier im Ausführungsbeispiel nach den Fig. 7 und 8 die Greifeinrichtung 4
nicht verschwenkbar vorgesehen, sondern über eine Struktur parallelogrammartig verfahrbar
vorgesehen.
[0061] Fig. 8 zeigt die Greifeinrichtung 4 beim Greifen eines Ventilsacks 2 von dem Sackbündel
5 mittels der Sauger 59. Es hat sich überraschenderweise herausgestellt, dass die
Sauger 59 auch zur Verwendung bei grundsätzlich luftdurchlässigen textilen Säcken
aus einem Gewebe oder einem Bändchengewebe einen ausreichenden Halt finden, sodass
ein zuverlässiges Ergreifen und Anheben mit der Greifeinrichtung 4 möglich ist.
[0062] In Fig. 8 ist die Rollenleiste 35 mit der Anlageeinrichtung 40 weggeklappt, sodass
die Greifeinrichtung 4 mit dem ergriffenen Ventilsack 2 von der in Fig. 8 dargestellten
Position in die in Fig. 9 dargestellte Position überführbar ist, in der der Ventilsack
2 in der hängenden Position bzw. teilweise hängenden Position 37 angeordnet ist.
[0063] Dadurch, dass der Greifer eine parallelogrammartige Bewegung durchführt, ist das
mit dem Sauger 59 ergriffene Ende 48 parallel zu dem Sackbündel etwa horizontal ausgerichtet,
während der restliche Ventilsack 2 hinabhängt. In der in Fig. 9 dargestellten Stellung
ist die Rollenleiste 35 noch ein wenig von dem Antriebsriemen 36 beabstandet, um eine
freie vertikale Bewegung des Ventilsacks 2 zu ermöglichen.
[0064] Die Ausrichteinrichtung 32 umfasst hier eine Blaseinrichtung 39 und die Anlageeinrichtung
40.
[0065] Nach dem Erreichen der in Fig. 9 dargestellten Position wird das Saugervakuum abgestellt
und mittels der Blaseinrichtung 39 Luft schräg nach oben in Richtung des V-förmigen
Anschlags 44 geblasen, sodass der Ventilsack von der in Fig. 9 dargestellten Position
in die in Fig. 10 dargestellte ausgerichtete Position 38 überführt wird. Der eingezeichnete
Pfeil zeigt die Luftströmung an, die unter die Lasche 55 des Ventilsacks 2 greift
und den Sack zuverlässig in den V-förmigen Anschlag 44 positioniert.
[0066] Im Hintergrund ist der Ventilöffnungskanal 31 zu erkennen, wo der Ventilsack 2 mit
der als Beschleunigungseinrichtung 6 ausgebildeten Sackzufuhreinrichtung 62 beschleunigt
und schließlich auf einen Füllstutzen 3 einer Packmaschine 1 aufgeschossen wird. Der
Ventilöffnungskanal 31 ist als Schusskanal 7 ausgebildet und dient zum Aufschießen
der Ventilsäcke 2 auf die Füllstutzen 3. In anderen Ausgestaltungen ist es auch möglich,
die Ventilsäcke 2 mit der Sackzufuhreinrichtung 62 direkt an den Füllstutzen 3 anzuhängen.
[0067] Nachdem der Ventilsack 2 an dem V-förmigen Anschlag 44 positioniert wurde, fährt
die Rollenleiste 35 dicht an den Antrieb 36, sodass der Ventilsack 2 fest dazwischen
aufgenommen und in Längsrichtung des Schusskanals 7 antreibbar ist.
[0068] Bei beginnender Bewegung wird der zuvor mit seinem oberen Ende 48 schräg nach oben
ausgerichtete Ventilsack 2 mit der Umlenkeinrichtung 28 von der schrägen in eine senkrechte
Position überführt. Dabei verändert sich nichts daran, dass der Sack wohldefiniert
gehalten wird.
[0069] Im Anschluss daran kann die Sackzufuhreinrichtung 62 bzw. Beschleunigungseinrichtung
6 aktiviert bleiben, bis beispielsweise das vordere Ende des Sacks in den Erfassungsbereich
des in Fig. 12 dargestellten Sensors 21 gelangt. In dieser Sackposition 22 erfolgt
ein vollständiger Stopp des Ventilsacks 2, bis das Signal zum Aufschießen des Ventilsacks
2 gegeben wird.
[0070] Fig. 11 zeigt eine Vorderansicht in den Ventilöffnungskanal 31 hinein, wobei unterhalb
des Ventilöffnungskanals 31 der Antriebsriemen 36 und die Rollenleiste 35 dargestellt
sind, zwischen denen der Ventilsack 2 aufgenommen und beschleunigbar ist.
[0071] Der Ventilöffnungskanal 31 bzw. Schusskanal 7 besteht aus zwei Kanalteilen 25 und
26, die den Aufsteckteilen 23 und 24 der Aufsteckeinrichtung 20 zugeordnet sind.
[0072] Die Form des Querschnitts 27 ist hier rautenförmig, kann aber auch mehreckig, oval
oder rund ausgebildet sein.
[0073] Im Hintergrund ist die Anlageeinrichtung 40 mit dem V-förmigen oberen Anschlag 44
und der Umlenkeinrichtung 28 sichtbar.
[0074] Der Ventilsack 2 befindet sich in der hängenden Position 29, in der er in vertikaler
Richtung exakt ausgerichtet ist. Die hängende Position 29 kann der ausgerichteten
Position 38 entsprechen.
[0075] In dem Ventilöffnungskanal 31 bzw. Schusskanal 7 ist eine Blaseinrichtung 9 vorgesehen,
die hier zwei Luftdüsen 11 und 12 umfasst. Die Luftdüsen 11 und 12 sind auf beiden
Seiten 14 und 15 des Ventilöffnungskanals 31 vorgesehen, sodass sie beiderseits des
Ventils 8 des Ventilsacks 2 angeordnet sind. Die Luftdüsen 11 und 12 sind dafür vorgesehen,
Luft in Richtung der Austrittsöffnung 13 des Schusskanals 7 zu blasen. Die Position
der Luftdüsen 11 und 12 kann an die vorliegenden Bedingungen angepasst werden. Die
genaue Strahlrichtung kann einstellbar sein. Eine Strahlrichtung leicht nach außen
hat positive Ergebnisse gebracht.
[0076] Die Luftdüsen 11 und 12 sind hier an Strömungsleiteinrichtungen 17 und 18 angeordnet,
die zu einer Querschnittsverengung des Strömungskanals führen. Die Strömungsleiteinrichtungen
17 und 18 sind hier jeweils als Einbauteil 19 ausgeführt, können aber auch integraler
Bestandteil des Ventilöffnungskanals 31 bzw. Schusskanals 7 sein.
[0077] Die Strömungsleiteinrichtungen 17 und 18 sind in dem Bereich vor den Luftdüsen 11
und 12 strömungsgünstig ausgebildet, sodass bei der Strömung durch den Ventilöffnungskanal
31 die Wirbelbildung reduziert wird.
[0078] Die Luftdüsen 11 und 12 blasen jeweils einen Luftstrom 16, wie er durch die Pfeile
in Fig. 12 angedeutet ist.
[0079] Die durch die Strömungsleiteinrichtungen 17 und 18 hervorgerufene Querschnittsverengung
führt dort zu einer Erhöhung der Strömungsgeschwindigkeit und somit in den seitlichen
Bereichen zu einem Unterdruck, der zu einer Öffnung des Sackventils 8 führt.
[0080] Das Signal zum Aufstecken wird kurze Zeit vor der Aktivierung der Beschleunigungseinrichtung
6 gegeben. Zwischen 0,05 und etwa 1 Sekunde vor dem Aktivieren der Beschleunigungseinrichtung
und dem tatsächlichen Aufschießen des Ventilsacks 2 wird der Luftstrom 16 der Luftdüsen
11 und 12 eingeschaltet und kann ein etwa stationäres Strömungsprofil aufbauen, was
schon zu einer Öffnung des Sackventils 8 führt. Nachdem der Luftstrom 16 für vorzugsweise
0,2 bis 0,5 Sekunden aktiviert war, wird der Antriebsriemen auf maximale vorgesehene
Leistung geschaltet, um den Ventilsack 2 zu beschleunigen und auf den Füllstutzen
3 einer Packmaschine 1 aufzuschießen.
[0081] Je nach gewünschter Kapazität der Packmaschine 1 und nach dem Beschleunigungsvermögen
der Beschleunigungseinrichtung 6 kann selbstverständlich auch nur mit einer Teilleistung
beschleunigt werden.
[0082] Fig. 14 zeigt einen Querschnitt in der Höhe der Luftdüsen 11 und 12 den Zustand des
Ventilsacks 2 beim Verlassen des Schusskanals 7. Das Sackventil 8 ist ausreichend
geöffnet und kann auf den Füllstutzen 3 der Packmaschine 1 aufgesteckt bzw. aufgeschossen
werden.
[0083] Fig. 15 zeigt einen Ventilsack 2 in einer stark schematischen Draufsicht und in einer
schematischen Seitenansicht des Sackendes 48.
[0084] Der Ventilsack 2 besteht hier aus Bändchengewebe 57, welches luftdurchlässig ist.
Der Ventilsack 2 weist an dem Ende 48 das Sackventil 8 auf, welches durch Einfalten
und mehrfaches Umlegen des Sackendes bzw. des Endbereichs 56 entstand. Dadurch bedingt
ergibt sich eine Lasche 55 am Ende 48 des Sackes, die etwa 0,5 bis 4 cm lang ist und
einen ausreichenden Strömungswiderstand bietet, wenn unter die Lasche 55 ein Luftstrom
geblasen wird, um den Ventilsack 2 seitlich oder vertikal auszurichten.
[0085] Insgesamt stellt die Erfindung eine vorteilhafte Vorrichtung und ein vorteilhaftes
Verfahren zur Verfügung, womit auch Ventilsäcke 2 aus flexiblen Materialien mit hoher
Geschwindigkeit und zuverlässig auf die Füllstutzen 3 von rotierenden oder stationären
Packmaschinen aufgesteckt werden können. Dabei erfolgt ein zuverlässiges Ausrichten
der Ventilsäcke 2 auf dem Ablagetisch 34, um ein definiertes Aufnehmen der Ventilsäcke
2 zu gewährleisten. Weiterhin werden die Ventilsäcke 2 in vertikaler Richtung wiederholbar
ausgerichtet und es erfolgt durch den Luftstrom in dem Ventilöffnungskanal 31 ein
zuverlässiges Öffnen der Sackventile 8 der Ventilsäcke 2.
[0086] Unter dem Begriff "Luft" wird im Sinne der vorliegenden Erfindung nicht nur Luft,
sondern auch ein beliebiges anderes Gas oder Gasgemisch verstanden. Der Begriff "Luftdüse"
umfasst grundsätzlich beliebige Gasaustrittsorgane und Gasaustrittsflächen. Möglich
sind runde, eckige, ovale, abgerundete, flache und sonstige Querschnittsformen an
der Gasaustrittsfläche. Möglich ist es beispielsweise auch, dass ein Rohroder Schlauch
als Gasaustritt verwendet wird. Die Gestaltung muss nicht düsenförmig im engeren Sinne
sein. Auch ein Ende eines Rohres oder Schlauches ohne Querschnittsänderung wird als
Luftdüse im Sinne der vorliegenden Erfindung angesehen.
[0087] In Fig. 16 ist eine schematische perspektivische Ansicht einer anderen Anschlageinrichtung
und der Greifeinrichtung abgebildet. In diesem Ausführungsbeispiel ist die Anschlageinrichtung
72 mit dem oberen Anschlag 43 zur definierten räumlichen Ausrichtung des Ventilsacks
2 beweglich ausgeführt. Die Anschlageinrichtung 72 ist um den Schwenkpunkt 73 schwenkbar
aufgenommen. Ein Antrieb 74, der hier einen Antriebsyzylinder umfasst, dient hier
zur gemeinsamen Verschwenkung der Anschlageinrichtung 72 und der Greifeinrichtung
4. Eine Koppelstange 74 koppelt die Anschlageinrichtung 72 mit der Greifeinrichtung
4. Dadurch sind beide Komponenten zwangsgekoppelt bewegbar vorgesehen. Dadurch werden
Einstellarbeiten und die Gefahr von Kollisionen vermieden.
[0088] Fig. 17 zeigt dabei eine erste Stellung, die zur Aufnahme eines Ventilsacks von dem
Sackbündel dient, wie es in Fig. 8 dargestellt ist. Die Anschlageinrichtung 72 mit
dem V-förmigen Anschlag 44 ist zurückgeschwenkt.
[0089] Fig. 18 zeigt dabei eine zweite Stellung, in der ein Ventilsack räumlich ausgerichtet
wird, indem das Vakuum des Saugers der Greifeinrichtung 4 abgeschaltet und ein Luftstoß
ausgegeben wird, um den Sack räumlich auszurichten. Hier sind die beiden Komponenten
Anschlageinrichtung 72 und Greifeinrichtung 4 aufeinander zu verschwenkt worden, sodass
der Sauger eng beabstandet von dem Blech der Anschlageinrichtung ausgerichtet ist.
[0090] Fig. 19 bis 22 zeigen in stark schematischer Form unterschiedliche Poitionen der
Anschlageinrichtung und der Greifeinrichtung der Ausgestaltung nach Fig. 16 in einer
stark schematischen Vorderansicht.
[0091] In Fig. 19 ist eine Position der Greifeinrichtung 4 anlog zu Fig. 16 abgebildet.
Die Rollenleiste 35 mit den einzelnen Saugern 59 liegt auf dem Sackbündel 5 auf. Durch
Erzeugen eines Unterdrucks wird der oberste Ventilsack 2 angesaugt und ergriffen.
Der obere Anschlag 43 der Anschlageinrichtung 72 ist gegenüber der Vertikalen leicht
geneigt ausgerichtet. Nach dem Ergreifen des obersten Ventilsack 2 kann der Antrieb
74 aktiviert werden, wodurch die Anschlageinrichtung 72 und die Greifeinrichtung 4
um den gemeinsamen Schwenkpunkt 73 verschwenkt werden.
[0092] Fig. 20 zeigt eine Zwischenposition. Ein Blech des oberen Anschlags 43 ist nahezu
vertikal ausgerichtet. Der Sauger 59 der Greifeinrichtung wurde mit der Saugerleiste
35 auf den oberen Anschlag 43 zu verschwenkt, während die Anschlageinrichtung 72 auf
die Greifeinrichtung 4 zu verschwenkt wurde. Die Schwenkbewegungen der Anschlageinrichtung
72 und der Greifeinrichtung 4 erfolgen gegensinnig und werden durch den gemeinsamen
Antrieb 74 bewirkt. Die Koppelstange 74 oder eine vergleichbare Komponente sorgen
für die nötige Kopplung, sodass nur ein Antrieb benötigt wird. Mögich ist es in anderen
Ausgestaltungen aber auch, zwei separate Antriebe einzusetzen.
[0093] In Fig. 21 ist eine stark schematische Ansicht der Anschlageinrichtung 72 und der
Greifeinrichtung 4 nach Fig. 16 abgebildet, wobei sowohl die Anschlageinrichtung 72
als auch die Greifeinrichtung 4 sich in der anderen Endposition befinden. Hier ist
das Vakuum des Saugers 59 noch aktiviert, sodass der Ventilsack 2 durch den Sauger
59 gehalten wird. In Figur 21 sind die Schwenkrichtungen 76 und 77 der Anschlageinrichtung
72 und der Greifeinrichtung 4 eingezeichnet. Die Schwenkrichtungen 76 und 77 sind
gegensinnig orientiert.
[0094] Fig. 22 zeigt die Anschlageinrichtung 72 und die Greifeinrichtung 4 nach Fig. 16
in der gleichen Position wie Fig. 21. Im Unterschied dazu ist der Ventilsack 2 aber
in räumlicher Richtung definiert ausgerichtet. Dazu wurde das Vakuum der Sauger 59
abgeschaltet. Gegebenenfalls wird der Ventilsack mit einem Druckstoß von dem Sauger
gelöst. Schon währenddessen und/oder danach wird ein Luftstoß durch die Blaseinrichtung
39 bzw. die Luftdüsen 41 der Blaseinrichtung 39 ausgegeben, um den Ventilsack räumlich
definiert an dem oberen Anschlag 43 auszurichten.
Bezugszeichenliste:
[0095]
- 1
- Packmaschine
- 2
- Ventilsack
- 3
- Füllstutzen
- 4
- Greifeinrichtung
- 5
- Sackbündel
- 6
- Beschleunigungseinrichtung
- 7
- Schusskanal
- 8
- Ventil
- 9
- Blaseinrichtung
- 10
- Aufsteckvorrichtung
- 11
- Luftdüse
- 12
- Luftdüse
- 13
- Austrittsöffnung
- 14
- Seite
- 15
- Seite
- 16
- Luftstrom
- 17
- Strömungsleiteinrichtung
- 18
- Strömungsleiteinrichtung
- 19
- Einbauteil
- 20
- Aufsteckeinrichtung
- 21
- Sensor
- 22
- Sackposition
- 23
- Aufsteckteil
- 24
- Aufsteckteil
- 25
- Kanalteil
- 26
- Kanalteil
- 27
- Querschnitt
- 28
- Umlenkeinrichtung
- 29
- hängende Position
- 30
- Aufnahmeeinrichtung
- 31
- Ventilöffnungskanal
- 32
- Ausrichteinrichtung
- 34
- Ablagetisch
- 35
- Rollenleiste
- 36
- Antriebsriemen
- 37
- hängende Position
- 38
- ausgerichtete Position
- 39
- Blaseinrichtung
- 40
- Anlageeinrichtung
- 41
- Luftdüse
- 42
- Ablageeinrichtung
- 43
- oberer Anschlag
- 44
- V-förmiger oberer Anschlag
- 46
- vorbestimmte Winkelposition
- 47
- Exzentereinrichtung
- 48
- Ende
- 49
- Ende
- 50
- Positioniereinrichtung
- 51
- Blaseinrichtung
- 52
- Anschlag
- 53
- Luftdüse
- 54
- Flachdüse
- 55
- Lasche
- 56
- Endbereich
- 57
- Bändchengewebe
- 58
- Ablagefläche
- 59
- Sauger
- 60
- Packanlage
- 61
- Winkelsensor
- 62
- Sackzufuhreinrichtung
- 70
- Austrageband
- 71
- Leersackmagazin
- 72
- Anschlageinrichtung
- 73
- Schwenkpunkt
- 74
- Antrieb
- 75
- Koppelstange
- 76
- Schwenkrichtung
- 77
- Schwenkrichtung
1. Aufsteckvorrichtung (10) zum Aufstecken von Säcken (2), insbesondere zum Aufstecken
von Ventilsäcken (2) auf einen Füllstutzen (3) einer Packmaschine (1), mit wenigstens
einer Greifeinrichtung (4) und wenigstens einer Aufsteckeinrichtung (20), um einen
Sack (2) zu ergreifen und der Aufsteckeinrichtung (20) in einer wenigstens teilweise
hängenden Position (37) zum Aufstecken zu übergeben,
dadurch gekennzeichnet,
dass wenigstens eine Ausrichteinrichtung (32) vorgesehen ist, welche wenigstens eine Blaseinrichtung
(39) umfasst, wobei die Blaseinrichtung (39) dazu ausgebildet ist, einen wenigstens
teilweise nach oben ausgerichteten Luftstoß auszugeben, um eine definierte räumliche
Ausrichtung (38) des aufzusteckenden Sacks (2) zu gewährleisten.
2. Aufsteckvorrichtung (10) nach Anspruch 1, wobei ein Ablagetisch (34) zur Aufnahme
eines flach liegenden Sackbündels (5) vorgesehen ist.
3. Aufsteckvorrichtung (10) nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Blaseinrichtung (39) wenigstens
eine Luftdüse (41) umfasst.
4. Aufsteckvorrichtung (10) nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei
die Ausrichteinrichtung (32) den Sack (2) gegen eine Anlageeinrichtung (40) mit einem
oberen Anschlag (43) ausrichtet.
5. Aufsteckvorrichtung (10) nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei
die Greifeinrichtung (4) eine parallelogrammartige Bewegung durchführt.
6. Aufsteckvorrichtung (10) nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei
eine Umlenkeinrichtung (28) vorgesehen ist, mit welcher der Sack (2) aus einer teilweise
hängenden Position (37) oder einer ausgerichteten Position (38) in eine hängende Position
(29) überführt wird.
7. Aufsteckvorrichtung (10) nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei
eine Anlageeinrichtung (40) für den aufgenommenen Sack (2) vorgesehen ist, die mit
einer oberen Begrenzung einen V-förmigen oberen Anschlag (44) bildet.
8. Aufsteckvorrichtung (10) nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei
die Anlageeinrichtung (40) verschwenkbar vorgesehen ist und/oder wobei die Greifeinrichtung
(4) verschwenkbar vorgesehen ist.
9. Aufsteckvorrichtung (10) nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei
die Aufsteckeinrichtung (20) wenigstens eine Beschleunigungseinrichtung (6) umfasst
und/oder wobei insbesondere wenigstens eine Ausrichteinrichtung (32) der Beschleunigungseinrichtung
(6) zugeordnet ist.
10. Aufsteckvorrichtung (10) nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei
die Aufsteckeinrichtung (20) zwei Aufsteckteile (23, 24) umfasst, von denen wenigstens
eines verschwenkbar vorgesehen ist.
11. Aufsteckvorrichtung (10) nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei
die Anschlageinrichtung (72) bewegbar und insbesondere verschwenkbar angeordnet ist.
12. Aufsteckvorrichtung (10) nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei
die Anschlageinrichtung (72) und die Greifeinrichtung (4) gegensinnig verschwenkbar
sind.
13. Aufsteckvorrichtung (10) nach mindestens einem der beiden vorhergehenden Ansprüche,
wobei die Anschlageinrichtung (72) mit der Greifeinrichtung (4) gekoppelt bewegbar
und insbesondere verschwenkbar ist.
14. Verfahren zum Aufstecken von Ventilsäcken (2) auf einen Füllstutzen (3) einer Packmaschine
(1), bei dem eine Greifeinrichtung (4) einen leeren Ventilsack (2) ergreift und bei
dem eine Aufsteckeinrichtung (20) den leeren Ventilsack (2) auf einen Füllstutzen
(3) aufsteckt,
dadurch gekennzeichnet,
dass der von der Greifeinrichtung (4) aufgenommene Sack (2) in eine wenigstens teilweise
hängende Position (37) überführt und anschließend mit einem wenigstens teilweise nach
oben ausgerichteten Luftstoß einer Blaseinrichtung (39) räumlich ausgerichtet wird,
bevor der Sack (2) mit der Aufsteckeinrichtung (20) auf den Füllstutzen (3) aufgesteckt
wird.
15. Verfahren nach dem vorhergehenden Ansprüche, wobei die Greifeinrichtung (4) den Sack
(2) freigibt und der Sack (2) anschließend mit der Blaseinrichtung (39) räumlich ausgerichtet
wird und wobei der der Sack (2) insbesondere durch eine Beschleunigungseinrichtung
(6) erfasst wird, nachdem der Sack (2) räumlich definiert ausgerichtet wurde.