[0001] Die Erfindung betrifft ein handgeführtes Arbeitsgerät, insbesondere ein tragbares
handgeführtes Arbeitsgerät wie einen Trennschleifer, eine Motorkettensäge, ein Freischneidegerät,
ein Blasgerät oder dgl. nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Aus der
DE 100 29 138 A1 ist eine Benutzungssperre für ein Elektrowerkzeug bekannt, welches im Gehäuse des
Arbeitsgerätes eine Leseeinheit in Form einer Sende- und Empfangseinheit aufweist,
die mit einem von einem Benutzer getragenen Transponder kommuniziert. Mittels einer
Sicherheitsschaltung wird bei unberechtigter Inbetriebnahme derart in das Arbeitswerkzeug
eingegriffen, dass der Motor nicht in Betrieb genommen werden kann.
[0003] Muss ein derartiges Gerät gewartet werden, ist regelmäßig die Übergabe des persönlichen
Transponders des Benutzers an die Servicewerkstatt notwendig. Nur dann ist der Servicetechniker
in der Lage, das Arbeitsgerät in Betrieb zu nehmen.
[0004] Grundsätzlich ist auch bekannt, Master-Transponder zu verwenden, die als "Hauptschlüssel"
für eine ganze Gruppe von Geräten nutzbar sind. Wird ein derartiger Master-Transponder
gestohlen, wird die Benutzungssperre an einer Vielzahl von Geräten hinfällig.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Benutzungssperre für Arbeitsgeräte
derart auszubilden, dass ein hoher Sicherheitsstandard erzielt ist.
[0006] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß nach den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs
1 gelöst.
[0007] Die zum Empfang eines Betriebscodes vorgesehene Empfangseinheit ist nach der Erfindung
zugleich zum Empfang eines Servicecodes ausgebildet, um beim Empfang eines Servicecodes
über die Sicherheitsschaltung den Antriebsmotor temporär in einen Servicezustand zu
schalten. Auch bei Entwendung einer Berechtigungskarte mit einem Servicecode, kann
der Benutzer mit der Maschine nur temporär arbeiten.
[0008] In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung wird bei jedem Empfang eines Servicecodes
ein im Arbeitsgerät angeordneter Zähler hochgezählt. Bei Erreichen eines vorgegebenen
Zählerstandes schaltet die Sicherheitsschaltung den Antriebsmotor in einen permanenten
Außerbetriebszustand, der nur durch den Empfang eines Betriebscodes aufzuheben ist.
Selbst wenn ein Benutzer sich einen Servicecode bzw. eine entsprechende Ausweiskarte
unrechtmäßig angeeignet hat, kann er nach Erreichen des vorgegebenen Zählerstandes
das Gerät nicht weiter in Betrieb nehmen. Erst der berechtigte Benutzer, der eine
Ausweiskarte mit dem berechtigten Betriebscode hat, kann das Gerät weiter betreiben.
[0009] Um im Service ausreichende Möglichkeiten zum Testen der Maschine zu haben, ist der
vorgegebene Zählerstand kleiner als 5 gewählt, insbesondere als 3 gewählt.
[0010] Es ist vorgesehen, dass die Empfangseinheit bei jedem Empfang eines Betriebscodes
den Zähler zurücksetzt.
[0011] Zweckmäßig sind der Servicezustand und der Bereitschaftszustand des Arbeitsgerätes
gleich, wobei im Außerbetriebszustand der Antriebsmotor mit signifikant reduzierter
Drehzahl und/oder Leistung betrieben sein kann.
[0012] Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den weiteren Ansprüchen, der Beschreibung
und der Zeichnung, in der ein nachfolgend im Einzelnen beschriebenes Ausführungsbeispiel
der Erfindung dargestellt ist. Es zeigen:
- Fig. 1
- in schematischer Darstellung ein handgeführtes Arbeitsgerät am Beispiel eines Trennschleifers,
- Fig. 2
- ein schematisches Funktionsschaubild einer im Arbeitsgerät nach Fig. 1 integrierten
Sicherheitsschaltung.
[0013] Der in Fig. 1 dargestellte Trennschleifer 1 steht als allgemeines Beispiel für ein
tragbares, handgeführtes Arbeitsgerät. Dieses kann auch eine Motorkettensäge, ein
Freischneidegerät, ein Blasgerät, ein Sprühgerät oder dgl. Arbeitsgerät sein.
[0014] Das Arbeitsgerät, nämlich der Trennschleifer 1, weist einen Antriebsmotor 2 auf,
der ein Verbrennungsmotor oder auch ein Elektromotor sein kann. Der Antriebsmotor
2 ist in einem Gehäuse 3 des Arbeitsgerätes eingebaut, wobei das Gehäuse 3 einen oberen,
in Längsrichtung des Arbeitsgerätes ausgerichteten Bediengriff 4 aufweist, dem ein
Bügelgriff 5 vorgelagert ist. Der Antriebsmotor 2 treibt ein Arbeitswerkzeug 6 an,
welches im Ausführungsbeispiel eine Trennscheibe 7 ist.
[0015] Die Trennscheibe 7 wird von einer Schutzhaube 8 übergriffen, die einen Verstellknauf
9 aufweist. Beidseitig der Trennscheibe 7 ist an der Schutzhaube 8 eine Wasserzuführung
10 vorgesehen, mittels der der beim Arbeiten entstehende Staub gebunden wird. Die
Trennscheibe 7 mit der Schutzhaube 8 sind an einem Ausleger 11 gehalten, in dem der
Antriebsriemen für die rotierende Trennscheibe 7 läuft.
[0016] Im gezeigten Ausführungsbeispiel ist der Antriebsmotor 2 ein Verbrennungsmotor, dem
eine Steuereinheit 12 zugeordnet ist. Die Steuereinheit 12 steuert den Verbrennungsmotor
nach einem gerätespezifischen Betriebskennfeld; zweckmäßig bestimmt die Steuereinheit
die Zusammensetzung des Kraftstoff/Luft-Gemisches sowie die Zündung bzw. den Zündwinkel
des Verbrennungsmotors. Zur Bedienung des Verbrennungsmotors durch den Benutzer ist
im Bediengriff 4 ein Gashebel 13 vorgesehen, dem eine Gashebelsperre 14 zugeordnet
ist.
[0017] Die Steuereinheit 12 bestimmt den Betrieb des Antriebsmotors, unabhängig davon, ob
dieser als Verbrennungsmotor oder Elektromotor ausgebildet ist.
[0018] Mit der Steuereinheit 12 steht eine Sicherheitsschaltung 20 in Verbindung, deren
Ausgangssignal 21 der Steuereinheit 12 zugeführt ist. Zweckmäßig wird die Steuereinheit
12 durch das Ausgangssignal 21 wahlweise in einen Bereitschaftszustand oder in einen
Außerbetriebszustand geschaltet. Im Bereitschaftszustand der Steuereinheit 12 kann
auch der Antriebsmotor in einen Bereitschaftszustand gehen; im Außerbetriebszustand
der Steuereinheit 12 ist auch der Antriebsmotor im Außerbetriebszustand.
[0019] An die Sicherheitsschaltung 20 ist eine Leseeinheit 15 angeschlossen, die vorzugsweise
als RFID Sende- und Empfangseinheit 18 ausgebildet ist. Auch andere drahtlose Übermittlungstechniken
wie Bluetooth, WLAN oder dgl. können zweckmäßig sein.
[0020] Zur Inbetriebnahme des Arbeitsgerätes muss der Benutzer sich an der Sicherheitsschaltung
20 anmelden. Dies erfolgt über einen über die Leseeinheit 15 empfangenen Betriebscode,
der im Ausführungsbeispiel auf einer Zugangskarte 34 mit einem RFID-Tag 35 gespeichert
ist und von der Leseeinheit 15 eingelesen wird. Hierzu ist die Leseeinheit 15 in der
Seitenwand des Gehäuses 3 eingelassen; in der Nähe der Leseeinheit 15 befindliche
RFID-Tags 35 können so problemlos ausgelesen werden.
[0021] Empfängt die Leseeinheit 15 einen Betriebscode, wird dieser über die Signalleitung
16 einem Prüfbaustein 22 übermittelt. Der Prüfbaustein 22 vergleicht den eingelesenen
Betriebscode mit einem in einem Speicher 23 abgespeicherten Betriebscode 24. Entspricht
der eingelesene Betriebscode dem gespeicherten Betriebscode 24, wird über einen Betriebsausgang
25 eine Ausgangsschaltung 26 derart angesteuert, dass die Steuereinheit 12 und damit
der Antriebsmotor 2 in einen Bereitschaftszustand für einen Betrieb versetzt werden.
Dieser "Betriebszustand" wird zweckmäßig so lange beibehalten, bis der Antriebsmotor
2 vom Benutzer vollständig ausgeschaltet wird, bei einem Elektromotor z. B. die Trennung
vom Netz oder die Entnahme eines Akkupacks; bei einem Verbrennungsmotor z. B. das
Betätigen eines Kurzschlussschalters 17. Wird von der Leseeinheit 15 ein Betriebscode
eingelesen, der nicht dem gespeicherten Betriebscode 24 entspricht, erfolgt keine
Freischaltung über das Ausgangssignal 21; die Steuereinheit 12 und damit der Antriebsmotor
2 verbleiben in einem Außerbetriebszustand.
[0022] Wird ein derartiges Arbeitsgerät zum Service gegeben, muss der Benutzer seine Berechtigungskarte
34 mit dem Betriebscode nicht aushändigen; in der Sicherheitsschaltung ist im Speicherbaustein
23 ein Servicecode 27 hinterlegt, über den ebenfalls eine Inbetriebnahme des Antriebsmotors
2 für Servicezwecke des Arbeitsgerätes möglich ist.
[0023] Übermittelt die Leseeinheit 15 dem Prüfbaustein 22 einen Servicecode, wird dieser
wiederum mit den im Speicherbaustein 23 gespeicherten Servicecodes 27 verglichen.
Wird der eingelesene Code als gespeicherter Servicecode 27 identifiziert, gibt der
Prüfbaustein 22 ein Signal über seinen Serviceausgang 28 ab. Dieses Signal wird über
einen Logikbaustein 29 der Ausgangsschaltung 26 zugeführt, welche wiederum über das
Ausgangssignal 21 die Steuereinheit 12 und damit den Antriebsmotor in einen Bereitschaftszustand
für einen Betrieb schaltet. Der Benutzer kann den Antriebsmotor 2 starten und - z.
B. über den Gashebel 13 - steuern.
[0024] Der Logikbaustein 29 gibt das Signal an den Serviceausgang 28 dann und nur dann weiter,
wenn der ihm von einem Zähler 19 gemeldete Zählerstand unter einem vorgegebenen Wert
liegt. Dieser Wert kann kleiner als 5 sein; im Ausführungsbeispiel ist der Wert auf
"3" gesetzt.
[0025] Der Zähleingang 30 des Zählers 19 liegt auf dem Serviceausgang 28, so dass jeweils
bei einem Signal auf dem Serviceausgang 28 der Zähler 19 seinen Wert um einen Schritt
erhöht. Dies bedeutet, dass nach dreimaligem aufeinanderfolgenden Freischalten des
Arbeitsgerätes über den Servicecode der Zählerstand des Zählers 19 "3" ist. Wird ein
viertes Mal der Servicecode eingelesen, wird zwar wieder auf dem Serviceausgang 28
ein Freigabesignal abgegeben, und der Wert des Zählers um "1" erhöht, jedoch sperrt
der Logikbaustein 29 die Weitergabe dieses Signals auf die Ausgangsschaltung 26, da
der Zählerstand des Zählers 19 größer als der vorgegebene Wert "3" ist. Über den Servicecode
ist das Arbeitsgerät nicht mehr in Betrieb zu nehmen.
[0026] Wird an der Leseeinheit 15 hingegen der Betriebscode eingelesen, also der beim Benutzer
verbliebene RFID-Tag 34 oder dgl. Ausweiskarte 35, gibt der Prüfbaustein 22 an den
Betriebsausgang 25 ein Freigabesignal ab, welches über die Ausgangsschaltung 26 die
Steuereinheit 12 und damit auch den Antriebsmotor 2 in eine Betriebsbereitschaft schaltet.
[0027] Der Betriebsausgang 25 ist auf den Reset-Eingang 31 des Zählers 19 geschaltet, so
dass bei einem auf dem Betriebsausgang 25 anliegenden Signal der Zähler 19 zurückgesetzt
wird (Reset). Dies bedeutet, dass nach einer Inbetriebnahme durch den berechtigten
Benutzer mittels eines zulässigen Betriebscodes die Sicherheitsschaltung erneut drei
Freischaltungen mit dem Servicecode zulässt.
[0028] Es kann zweckmäßig sein, in der Ausgangsschaltung 26 ein Zeitglied 32 vorzusehen,
welches jeweils bei einem Signal auf dem Betriebsausgang 25 oder dem Serviceausgang
28 gestartet wird. Zweckmäßig wird mittels des Zeitgliedes 32 das Arbeitsgerät z.
B. für eine vorgegebene Zeitspanne freigeschaltet, z. B. die Zeitspanne eines Werktags
wie z. B. acht Stunden. Nach Ablauf des Zeitgliedes 32 wird das Ausgangssignal 21
gelöscht, so dass die Steuereinheit 12 in einen Außerbetriebszustand geht. Das Arbeitsgerät
kann erst wieder in Betrieb genommen werden, wenn ein zulässiger Betriebscode bzw.
ein zulässiger Servicecode erneut eingelesen wird.
1. Handgeführtes Arbeitsgerät, insbesondere tragbares, handgeführtes Arbeitsgerät wie
ein Trennschleifer, eine Motorkettensäge, ein Freischneidegerät, ein Blasgerät oder
dgl., mit einem Antriebsmotor (2) zum Antrieb eines Arbeitswerkzeugs (6), und mit
einer Sicherheitsschaltung (20), die in Anhängigkeit von empfangenen Signalen einer
Empfangseinheit (18) den Antriebsmotor (2) des Arbeitsgerätes in einen Bereitschaftszustand
für einen Betrieb oder in einen Außerbetriebszustand schaltet, wobei die Empfangseinheit
(18) zum Empfang mindestens eines Betriebscodes (24) ausgebildet ist,
dadurch gekennzeichnet, dass die Empfangseinheit (18) zum Empfang eines Servicecodes (27) ausgebildet ist und
beim Empfang eines zugelassenen Servicecodes (27) die Sicherheitsschaltung (20) den
Antriebsmotor (2) in einen temporären Servicezustand schaltet.
2. Arbeitsgerät nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass bei jedem Empfang eines zugelassenen Servicecodes (27) ein im Arbeitsgerät angeordneter
Zähler (19) hochgezählt wird, und dass nach Erreichen eines vorgebbaren Zählerstandes
die Sicherheitsschaltung (20) den Antriebsmotor (2) in einen permanenten Außerbetriebszustand
schaltet, der nur durch Empfang eines zugelassenen Betriebscodes (24) aufhebbar ist.
3. Arbeitsgerät nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass der vorgegebene Zählerstand kleiner als 5 ist, insbesondere kleiner als 3 ist.
4. Arbeitsgerät nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet, dass die Empfangseinheit (18) bei jedem Empfang eines zugelassenen Betriebscodes (24)
den Zähler (19) zurücksetzt.
5. Arbeitsgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass in der Sicherheitsschaltung (20) zumindest ein zugelassener Servicecode (27) und
ein zugelassener Betriebscode (24) abgespeichert sind.
6. Arbeitsgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass der Servicezustand und der Bereitschaftszustand gleich sind.
7. Arbeitsgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass im Außerbetriebszustand der Antriebsmotor (2) mit signifikant reduzierter Drehzahl
und/oder Leistung betrieben ist.
8. Arbeitsgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, dass im Außerbetriebszustand der Antriebsmotor (2) abgeschaltet ist.
9. Arbeitsgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, dass im Bereitschaftszustand und/oder im Servicezustand die volle Drehzahl und/oder die
volle Leistung des Antriebsmotors (2) abrufbar ist.
10. Arbeitsgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, dass der Antriebsmotor (2) ein Verbrennungsmotor ist.