(19)
(11) EP 1 911 880 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
27.06.2012  Patentblatt  2012/26

(21) Anmeldenummer: 07116525.2

(22) Anmeldetag:  17.09.2007
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
D21G 3/00(2006.01)

(54)

Schabereinrichtung

Doctor assembly

Appareil de raclage


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MT NL PL PT RO SE SI SK TR

(30) Priorität: 13.10.2006 DE 102006049027

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
16.04.2008  Patentblatt  2008/16

(73) Patentinhaber: Voith Patent GmbH
89522 Heidenheim (DE)

(72) Erfinder:
  • Lapp, Christoph
    89518 Heidenheim (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
WO-A-2004/005615
DE-A1-102004 029 792
WO-A-2005/049919
US-A- 5 269 846
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Schabereinrichtung mit einem Schaberbalken, einer Schaberklinge und einem Klingenhalter. Auf den Oberbegriff von Anspruch 1 wird verwiesen.

    [0002] Derartige Schabereinrichtungen sind aus der US 5 269 846 bekannt und werden zum Beispiel in der Papierindustrie eingesetzt. Hierbei dienen sie dem Reinigen der Oberfläche von Walzen, aber auch der Abnahme der Papierbahn von einem Walzenmantel, beispielsweise vom Mantel eines Trockenzylinders.

    [0003] Die Schaberklinge erstreckt sich im Allgemeinen über die gesamte Walzenbreite. Sie liegt während des Betriebes an der Mantelfläche an und bildet hierbei mit der Mantelfläche einen bestimmten Winkel mit einer der Umlaufrichtung des Walzenmantels entgegengerichteten Komponente.

    [0004] Die Walzen einer Papiermaschine sind in einer Stuhlung gelagert. Der Schaberbalken ist somit über die Schaberklinge als auch über die Stuhlung mit der betreffenden Walze mechanisch gekoppelt. Daher findet eine Wechselwirkung zwischen den genannten Baugruppen statt.

    [0005] Die Walze, beziehungsweise der Zylinder regt das Schabersystem mit der eigenen Drehfrequenz, zum Teil auch mit mehrfach drehfrequenten Anteilen, an. Diese Fremderregung verursacht eine Schwingung des Schaberbalkens selbst.

    [0006] Diese Anregung wird dann kritisch, wenn die anregende Frequenz im Bereich der Eigenfrequenz des Schaberbalkens liegt und es zu Resonanzschwingungen kommt. Bei einer Anregung im Bereich der Eigenfrequenz des Schaberbalkens steigt die Schwingungsamplitude über das zulässige Maß hinaus an, was dazu führt, dass ein ausreichendes Anliegen der Klinge am Zylinder nicht mehr gewährleistet ist. Um einen sicheren Betrieb zu gewährleisten, ist es daher zwingend notwendig, diese Resonanzen zu vermeiden.

    [0007] Die Auslegung des Schabersystems erfolgt daher heute gewöhnlich so, dass die erste Eigenfrequenz des Schaberbalkens mit einem gewissen Abstand oberhalb der höchsten Anregungsfrequenz liegt. Die Gestaltung des Querschnitts des Schaberbalkens ist dabei wesentlich für die erzielbare Steifigkeit und die sich ergebenden Eigenfrequenzen des Systems.

    [0008] Die Maschinengeschwindigkeiten und -breiten sind heutzutage bereits hoch. Will man solche Resonanzen vermeiden, so muß der Schaberbalken sehr groß dimensioniert werden. Dies ist häufig kaum möglich, da der Bauraum nicht ausreicht.

    [0009] Mit steigender Breite und Betriebsgeschwindigkeit verschärft sich diese Problematik zunehmend. Zum einen steigt die Frequenz der Anregung proportional zur Geschwindigkeit der Maschine. Zum anderen sinkt mit zunehmender Breite die Eigenfrequenz des Schaberbalkens, sofern der Querschnitt nicht vergrößert wird.

    [0010] Eine Vergrößerung des zulässigen Bauraums ließe sich nur mit erheblichen Mehrkosten realisieren, da die Dimensionen der Gesamtanlage vergrößert werden müssten. Auch eine Erhöhung der Steifigkeit des Körpers durch Wahl anderer Werkstoffe mit höherem Elastizitätsmodul, was ebenfalls eine Anhebung der Eigenfrequenz zur Folge hätte, ist aufgrund der damit verbundenen Mehrkosten nicht wirtschaftlich.

    [0011] Man ist stets bestrebt, Maschinengeschwindigkeit und Maschinenbreite zu steigern, um damit die Produktivität einer Anlage zu verbessern. Dies findet jedoch seine Grenze durch die genannten Schwingungsprobleme.

    [0012] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das Schwingungsverhalten eines Schabersystems dahingehend zu beeinflussen, dass die Empfindlichkeit gegenüber fremderregten Schwingungen deutlich gesenkt wird und ein sicherer Betrieb auch unter Einfluss anregender Frequenzen im Bereich der ersten Eigenfrequenz des konventionell ausgelegten Systems möglich wird.

    [0013] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale von Anspruch 1 gelöst. Demgemäß wird mindestens eine Zusatzmasse vorgesehen. Diese wird an den Schaberbalken federnd, oder pendelnd angeschlossen. Auch eine Kombination aus diesen zwei Maßnahmen ist denkbar.

    [0014] Es gibt zahlreiche Möglichkeiten die Erfindung zu verwirklichen. Prinzipiell kann sich die Zusatzmasse über die gesamte Länge des Schaberbalkens erstrecken und wenigstens annähernd so lang sein wie dieser selbst. Es sind jedoch auch Ausführungen möglich, bei denen die Länge der Zusatzmasse kleiner oder deutlich kleiner als die Länge des Schaberbalkens ist. Auch ist es denkbar, die Zusatzmasse länger als den Schaberbalken auszuführen.

    [0015] Der Schaberbalken ist hohl. Dies bietet die Möglichkeit, die Zusatzmasse im Inneren des Schaberbalkens unterzubringen.

    [0016] Der Schaberbalken beispielsweise in Form eines Hohlprofils, weist eine im Querschnitt geschlossene Kontur auf. Die Wandstärke des Schaberbalkens kann über seinem Umfang und/oder über seiner Länge variieren.

    [0017] Die Zusatzmasse kann in verschiedensten Formen ausgeführt sein. Beispielsweise kommt eine Kugelform, eine Stabform, eine Quaderform, eine Zylinderform oder die Form eines Vielecks in Betracht. Andere Formen sind möglich.

    [0018] Die Erfindung ist anhand der Zeichnungen exemplarisch erläutert. Darin ist im Einzelnen folgendes dargestellt:
    Figur 1
    zeigt in einer Seitenansicht einen Trockenzylinder einer Trockenpartie einer Papiermaschine.
    Figur 2
    zeigt in schematisch, perspektivischer Darstellung eine erste Ausführungsform einer Schabereinrichtung.
    Figur 3
    zeigt wiederum in schematischer Darstellung eine zweite Ausführungsform einer Schabereinrichtung.
    Figur 4
    zeigt in schematischer Darstellung eines Beispiels einer Schabereinrichtung, das nicht unter die beanspruchte Erfindung fällt
    Figur 5
    zeigt in schematischer Darstellung eines Beispiels einer Schabereinrichtung, das nicht unter die beanspruchte Erfindung fällt
    Figur 6
    zeigt in schematischer Darstellung eines Beispiels einer Schabereinrichtung, das nicht unter die beanspruchte Erfindung fällt


    [0019] In Figur 1 erkennt man im einzelnen einen Trockenzylinder 1 einer Papiermaschine. Dieser Trockenzylinder ist in der Trockenpartie angeordnet, wobei die letztere in der Regel eine Vielzahl von Trockenzylindern beziehungsweise mit dem Trockenzylinder zusammenarbeitenden Zylindern aufweist. Der Trockenzylinder 1 ist in einer Stuhlung 2 drehbar gelagert. Eine zu trocknende Papierbahn 3 wird über eine Leitwalze 4 an die Mantelfläche des Zylinders 1 herangeführt.

    [0020] Eine Schabereinrichtung 5 erstreckt sich über den Zylinder 1. Die Schabereinrichtung 5 umfasst einen Schaberbalken 6, einen Klingenhalter 7 und eine Schaberklinge 8. Die Schaberklinge 8 ist gegen die Mantelfläche des Trockenzylinders 1 angestellt. Die Schaberklinge 8 nimmt die Papierbahn, welche je nach Ausgestaltung der Trockenpartie weitgehend getrocknet sein kann, von der Mantelfläche des Trockenzylinders 1 ab.

    [0021] In Figur 2 erkennt man einen hohlen Schaberbalken 6 mit einer darin befindlichen Zusatzmasse 9, welche durch ein Feder-, oder Feder-Dämpfer-Element 10 mit diesem in Verbindung steht.

    [0022] In Figur 3 ist eine zweite Ausführungsform der Erfindung dargestellt. Sie zeigt eine Zusatzmasse 9, welche durch ein Pendelelement 11 in einem hohlen Schaberbalken 6 an demselben angeschlossen ist.

    [0023] Das in Figur 4 dargestellte Beispiel zeigt im Einzelnen einen hohlen Schaberbalken 6 mit einer darin eingeschlossenen hochviskosen Flüssigkeit 12- beispielsweise ein Gel. Im Gel ist eine Zusatzmasse 9 eingelagert, die lose auf dem Boden des Schaberbalkens 6 aufliegt. Statt eines Gels kommen auch andere Flüssigkeiten in Betracht, beispielsweise Öl oder Wasser.

    [0024] Das in Figur 5 gezeigte Beispiel weist wiederum einen Schaberbalken 6 auf. An diesem ist eine Zusatzmasse 9 über ein Feder- oder Feder-Dämpfer-Element 10 angeschlossen. Unter Feder-Dämpfer-Element ist ein Element zu verstehen, welches sowohl eine federnde als auch eine dämpfende Wirkung beim Schwingen der Zusatzmasse bewirkt. Die Zusatzmasse 9 und das Feder-Dämpfer-Element 10 sind in einem Gehäuse 13 untergebracht.

    [0025] Der Schaberbalken 6 ist hohl. Alternativ sind Ausführungsformen, die nicht unter die beanspruchte Erfindung fallen, mit einem offenen Hohlprofil denkbar, beispielsweise in Form einer Rinne. Eine solche offene Kontur ist in der Figur 6 dargestellt. Die Öffnung 14 im Schaberbalken 6 ist dem Zylinder 1 zugewandt. Wenn die Schabereinrichtung beispielsweise zum Reinigen der Oberflächen des Zylinders 1 eingesetzt wird, fallen von der Oberfläche des Zylinders 1 abgelöste Partikel aufgrund der unmittelbar neben der Öffnung beziehungsweise im Bereich neben der Öffnung 14 angeschlossenen Schaberklinge 8 durch die Öffnung 14 in den Schaberbalken 6 hinein. Zur Vereinfachung ist die Zusatzmasse in der Figur 6 nicht dargestellt.

    [0026] Die in den Figuren 2 bis 5 gezeigten Zusatzmassen 9 sind als Stäbe ausgeführt, welche sich über die gesamte Länge, oder über einen wesentlichen Teil des Schaberbalkens 6 erstrecken. Es sind aber auch weitere Gestaltungsformen der Zusatzmasse 9, wie beispielsweise eine Kugel denkbar. Des Weiteren können in den Figuren 2 bis 5 jeweils mehrere Zusatzmassen 9 vorgesehen werden. Die Zusatzmasse 9 kann aus Metall oder Kunststoff bestehen.

    Bezugszeichenliste



    [0027] 
    1
    Trockenzylinder
    2
    Stuhlung
    3
    Papierbahn
    4
    Leitwalze
    5
    Schabereinrichtung
    6
    Schaberbalken
    7
    Klingenhalter
    8
    Schaberklinge
    9
    Zusatzmasse
    10
    Feder- oder Feder-Dämpfer-Element
    11
    Pendelelement
    12
    hochviskose Flüssigkeit (Gel)
    13
    Gehäuse
    14
    Öffnung



    Ansprüche

    1. Schabersystem
    mit einem Schaberbalken (6); wobei der Schaberbalken (6) hohl ist, mit einem geschlossenen Umfang;
    mit einem an dem Schaberbalken (6) befestigtenKlingenhalter (7);
    mit einer daran befindlichen Schaberklinge (8);
    es ist mindestens eine Zusatzmasse (9) vorgesehen;
    dadurch gekennzeichnet, dass die Zusatzmasse (9) innerhalb des Schaberbalkens (6) angeordnet ist;
    die Zusatzmasse (9) durch ein Feder-, oder ein Feder-Dämpfer-Element (10) oder ein Pendelement (11) an den Schaberbalken (6) angeschlossen ist,
    der Schwerpunkt der mindestens einen Zusatzmasse (9) in der Mitte des Schaberbalkens (6) liegt.
     
    2. Schabersystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Zusatzmasse (9) über die gesamte Länge, oder über einen Teil des Schaberbalkens (6) erstreckt
     
    3. Schabersystem nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Zusatzmasse (9) in der Größenordnung von 5 bis 20 Prozent der Gesamtmasse des Schaberbalkens (6) liegt.
     
    4. Schabersystem nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Zusatzmasse (9) in Gestalt einer Kugel, eines Stabes, eines Quaders, eines Zylinders und/oder eines Vielecks ausgeführt ist.
     
    5. Schabersystem nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Zusatzmasse (9) aus Metall oder Kunststoff besteht.
     


    Claims

    1. Doctor system
    having a doctor beam (6);
    the doctor beam (6) being hollow, with a closed circumference;
    having a blade holder (7) fixed to the doctor beam (6);
    having a doctor blade (8) located therein;
    at least one additional mass (9) being provided;
    characterized in that
    the additional mass (9) is arranged within the doctor beam (6);
    the additional mass (9) is connected to the doctor beam (6) by a spring element or a spring-damper element (10) or a pendulum element (11);
    the centre of gravity of the at least one additional mass (9) is located in the middle of the doctor beam (6).
     
    2. Doctor system according to Claim 1,
    characterized in that
    the additional mass (9) extends over the entire length or over part of the doctor beam (6).
     
    3. Doctor system according to Claim 1 or 2,
    characterized in that
    the additional mass (9) is of the order of magnitude of 5 to 20 per cent of the total mass of the doctor beam (6).
     
    4. Doctor system according to one of Claims 1 to 3,
    characterized in that
    the additional mass (9) is implemented in the form of a sphere, a rod, a parallelepiped, a cylinder and/or a polygon.
     
    5. Doctor system according to one of Claims 1 to 4,
    characterized in that
    the additional mass (9) consists of metal or plastic.
     


    Revendications

    1. Système de racloir comprenant :

    une poutre de racloir (6) ; la poutre de racloir (6) étant creuse, avec un pourtour fermé ;

    un support de lame (7) fixé sur la poutre de racloir (6) ;

    une lame de racloir (8) disposée sur le support ;

    au moins une masse supplémentaire (9) étant prévue

    caractérisé en ce que
    la masse supplémentaire (9) est disposée à l'intérieur de la poutre de racloir (6), la masse supplémentaire (9) est raccordée par le biais d'un élément de ressort ou d'un élément amortisseur à ressort (10) ou d'un élément pendulaire (11) à la poutre de racloir (6),
    le centre de gravité de l'au moins une masse supplémentaire (9) se situe au milieu de la poutre de racloir (6).
     
    2. Système de racloir selon la revendication 1, caractérisé en ce que la masse supplémentaire (9) s'étend sur toute la longueur ou sur une partie de la poutre de racloir (6).
     
    3. Système de racloir selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que la masse supplémentaire (9) se situe dans un ordre de grandeur de 5 à 20 % de la masse totale de la poutre de racloir (6).
     
    4. Système de racloir selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que la masse supplémentaire (9) est réalisée sous la forme d'une bille, d'une barre, d'un quadrilatère, d'un cylindre et/ou d'un polygone.
     
    5. Système de racloir selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que la masse supplémentaire (9) se compose de métal ou de plastique.
     




    Zeichnung

















    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



    Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

    In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente