(19)
(11) EP 2 026 916 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
01.08.2012  Patentblatt  2012/31

(21) Anmeldenummer: 07725995.0

(22) Anmeldetag:  13.06.2007
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B21B 13/14(2006.01)
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/EP2007/005218
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 2007/144162 (21.12.2007 Gazette  2007/51)

(54)

WALZGERÜST ZUR HERSTELLUNG VON WALZBAND ODER BLECH

ROLLING STAND FOR PRODUCING ROLLED STRIP OR SHEET

CAGE DE LAMINOIR POUR LA FABRICATION DE BANDE LAMINÉE OU DE TÔLE


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MT NL PL PT RO SE SI SK TR

(30) Priorität: 14.06.2006 AT 10212006

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
25.02.2009  Patentblatt  2009/09

(73) Patentinhaber: Siemens VAI Metals Technologies GmbH
4031 Linz (AT)

(72) Erfinder:
  • SEILINGER, Alois
    A-4040 Linz (AT)
  • WIDDER, Markus
    A-4020 Linz (AT)

(74) Vertreter: Maier, Daniel Oliver 
Siemens AG Postfach 22 16 34
80506 München
80506 München (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A- 1 228 818
EP-A1- 0 249 801
AT-B- 410 765
EP-A1- 0 091 540
EP-A1- 0 258 482
JP-A- 3 013 218
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Walzgerüst zur Herstellung von Walzband oder Blech mit Arbeitswalzen, die sich an Stützwalzen oder Zwischenwalzen und Stützwalzen abstützen, wobei die Arbeitswalzen und/oder Zwischenwalzen im Walzgerüst gegeneinander axial verschiebbar angeordnet sind und jede Arbeits- und/oder Zwischenwalze eine über die gesamte wirksame Ballenlänge verlaufende, gekrümmte, durch eine trigonometrische Funktion beschreibbare Ballenkontur aufweist und sich diese beiden Ballenkonturen ausschließlich in einer bestimmten relativen Axialstellung der Walzen des Walzenpaares im unbelasteten Zustand komplementär ergänzen.

    [0002] Bei Quarto-Walzgerüsten oder Sexto-Walzgerüsten gehört es zur gängigen Praxis, zumindest die beiden Arbeitswalzen oder die beiden Zwischenwalzen mit einer speziellen Ballenkontur auszustatten und axial wirkende Verstelleinrichtungen für diese Arbeitswalzen oder Stützwalzen vorzusehen, um die Walzspaltkontur in Abhängigkeit vom aktuellen Walzbandprofil einstellen zu können.

    [0003] Ein Walzgerüst der gattungsbildenden Art ist bereits aus der EP-A 0258482 bekannt. Die Walzballenkontur der in der Fachwelt unter der Bezeichnung SmartCrown® aus z.B. der AT 410765B bekannten Walzen ist mathematisch durch eine modifizierte Sinusfunktion beschreibbar. Durch geeignete Wahl der Konturparameter ergibt sich dabei ein kosinusförmiger Leerwalzspalt, der durch Axialverschiebung der Walzen in seiner Amplitude gezielt beeinflusst werden kann.

    [0004] Bei Einsatz von Arbeitswalzen bzw. Zwischenwalzen mit dieser speziellen Ballenkontur und zylindrisch geformten Stützwalzen in Quarto- oder Sexto-Walzgerüsten, wie im Normalfall üblich, ist es unvermeidbar, dass es im laufenden Walzbetrieb zu inhomogenen Lastverteilungen zwischen den Stützwalzen und den unmittelbar benachbarten Walzen kommt. Da der mit Hilfe der konturierten Walzen abzudeckende Balligkeitsbereich immer durch die Anforderungen des Walzprozesses bestimmt werden, wie beispielsweise durch unterschiedliche Prozessparameter, Dimensionen und verformungstechnische Eigenschaften des Walzgutes, ist der Verschiebehub der konturierten Walzen die einzige Einflussgröße, mit welcher sich die Ausgeprägtheit der Inhomogenität der Lastverteilung beeinflussen lässt.

    [0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, die zuvor beschriebenen Nachteile des Standes der Technik zu vermeiden und ein Walzgerüst vorzuschlagen, bei dem Inhomogenitäten in der Lastverteilung entlang der Kontaktlinie der Stützwalzen und ihrer Nachbarwalzen zu minimieren und insbesondere örtliche Belastungsspitzen im Lastverteilungsverlauf abzubauen und damit die Einsatzdauer der Walzen und die notwendigen Nachschleifintervalle zu vergrößern.

    [0006] Diese Aufgabe wird durch ein Walzgerüst mit den Merkmalen von Anspruch 1 in Kombination gelöst.

    [0007] Bei einem Quartogerüst bezieht sich diese teilweise oder vollständige Ergänzung der Ballenkonturen auf die beiden Stützwalzen und die jeweils benachbarten Arbeitswalzen. Bei einem Sextogerüst bezieht sich diese teilweise oder vollständige Ergänzung der Ballenkonturen auf die beiden Stützwalzen und die jeweils benachbarten Zwischenwalzen.

    [0008] Aus prozesstechnischer Sicht ist ein möglichst kurzer Verschiebehub der Arbeitswalzen von Vorteil, da damit sowohl die Verschiebezeit als auch die anlagentechnisch vorzusehenden Verschiebeführungen kurz gehalten werden können. Ein kurzer Verschiebehub führt allerdings dazu, dass bei einem vorgegebenen Profilstellbereich der Arbeitswalzen größere Durchmesserunterschiede über der Ballenlänge auftreten als bei einem längeren Verschiebehub. Diese Nachteile aus einem kurzen Verschiebehub können durch die komplementäre Ergänzung der Ballenkonturen von Stützwalzen und benachbarten Walzen wesentlich reduziert werden.

    [0009] Die Walzen im Walzgerüst sind nach einer möglichen Ausführungsform der Erfindung so ausgerichtet, dass eine vollständige Ergänzung der Ballenkonturen der Stützwalzen und der unmittelbar benachbarten Arbeitswalzen oder Zwischenwalzen im unverschobenen Zustand der unmittelbar benachbarten Arbeitswalzen oder Zwischenwalzen auftritt.

    [0010] Da der maximale Verschiebehub in der Regel jedoch wesentlich kleiner als die Walzenballenlänge ist, treten auch in einem verschobenen Zustand der Walzen im unbelasteten Zustand zwischen den Walzen wesentlich kleinere Spalte als bei zylindrischen Stützwalzen auf, wodurch es in jedem Betriebszustand zu einer annähernd homogenen Lastverteilung zwischen den Walzen kommt.

    [0011] Nach einer weiteren möglichen Ausführungsform der Erfindung wird die zugrunde liegende Aufgabe auch dann gelöst, wenn eine unvollständige Ergänzung der Ballenkonturen der Stützwalzen und der unmittelbar benachbarten Arbeitswalzen oder Zwischenwalzen im unverschobenen Zustand der unmittelbar benachbarten Arbeitswalzen oder Zwischenwalzen unter der Bedingung auftritt, dass bei einem Stützwalzenradius RB(x) entsprechend der Formel RB(x) = R0 + k.rB(x)
    mit
    RB(x) Stützwalzenradius an der Stelle x der axialen Stützwalzenerstreckung,
    R0 Radiusoffset,
    rB(x) Kontur an der Stelle x der axialen Stützwalzenerstreckung und
    k Korrekturfaktor,
    der Korrekturfaktor k im Intervall 0 < k ≤ 2 unter Ausschluss des Wertes k = 1 festgelegt ist.

    [0012] Dieser Formalismus lässt sich ausgehend von einer Betrachtung der geometrischen Zusammenhänge bei einer vollständigen Ergänzung der Walzenballenkonturen einer Stützwalze und ihrer benachbarten Walze darstellen.

    [0013] Bei einer vollständigen Ergänzung der Walzenballenkontur der Stützwalze und der benachbarten Walze (Zwischenwalze oder Arbeitswalze) sind die Achsen der beiden Walzen im unbelasteten Zustand parallel. Für die Radien der Walzen bedeutet dies:


    mit
    RN(x)
    Radius der Nachbarwalze an der Stelle x
    RB(x)
    Radius der Stützwalze an der Stelle x
    A
    Achsabstand


    [0014] Durch die Definition der Kontur der Arbeits- oder Zwischenwalze ist damit auch die Kontur der Stützwalze in diesem Fall vollständig bestimmt. Der Radius setzt sich dabei aus einem Offset-Wert R0 und der eigentlichen Kontur rB zusammen, die eine modifizierte Sinusfunktion darstellt:


    mit
    R0
    Radiusoffset
    rB(x)
    Kontur an der Stelle x


    [0015] Eine unvollständige Ergänzung tritt daher dann auf, wenn die Konturfunktion rB durch einen Korrekturfaktor k modifiziert wird. Daraus folgt:


    mit
    k
    Konturfaktor (k ≠ 1)


    [0016] Für den Fall k = 1 ergibt sich die vollständige Ergänzung der Walzenballenkonturen. Bei einer Abweichung des Konturfaktors k vom Wert k = 1 ist eine vollständige Ergänzung der Walzenballenkonturen nicht mehr gegeben. Der Konturfaktor kann größer oder kleiner als 1 sein. Die Position der Extrempunkte und der Wendepunkte der Walzenballenkontur bleiben dabei unverändert. Nimmt der Konturfaktor k den Wert 0 an, wird die Stützwalzen-Ballenkontur zylindrisch. Eine ausreichende Minimierung der Inhomogenitäten in der Lastverteilung entlang der Walzenballenkontur wird mit Korrekturfaktoren im gewählten Bereich 0 < k ≤ 2 unter Ausschluss des Wertes k=1 erreicht.

    [0017] Um unzulässig hohe Kantenpressungen zwischen Arbeitswalzen und Stützwalzen oder zwischen Zwischenwalzen und Stützwalzen zu vermeiden, sind Ballenenden der Walzen üblicherweise angefast und weisen in diesen Randbereichen somit eine Freistellung auf. Freistellungen dieser Art sind aus der EP 0 258 482 A1 oder der EP 1 228 818 A2 bereits bekannt. Diese Freistellungen sind bei konturierten Walzenballen in Randbereichen mit zum Rand hin zunehmenden Ballenradius durch ein zylindrisches Ballenende ausgebildet, wie dies in der EP 0 258 482 A1 dargestellt ist oder kann bei Walzen mit zylindrischer Walzenballenkontur durch einen konusförmigen Randbereich ausgebildet sein, wie dies beispielsweise in der EP 1 228 818 A2 dargestellt und beschrieben ist. Jedenfalls kommt es bei diesen bekannten Freistellungen lediglich zu einer Vorlagerung der kritischen Pressung von den Ballenenden (Kanten) zum Übergangsbereich zwischen der verbliebenen Ballenkontur und der Kontur der Anfasung, da bei dieser Ausgestaltung der Anfasung wiederum einen Knick im Konturverlauf des Walzenballens auftritt.

    [0018] Sehr gute Ergebnisse hinsichtlich einer Minimierung und Vergleichmäßigung der Lastverteilung werden erzielt, wenn die Anfasungsfunktion von einer Kreisfunktion gebildet ist. Ähnlich gute Ergebnisse werden auch erzielt, wenn die Anfasungsfunktion von einer Sinusfunktion oder einer Funktion 2. Ordnung, beispielsweise einer parabolischen Funktion gebildet ist.

    [0019] Weitere Vorteile und Merkmale der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung nicht einschränkender Ausführungsbeispiele, wobei auf die beiliegenden Figuren Bezug genommen wird, die Folgendes zeigen:
    Fig. 1
    die schematische Darstellung eines Quarto-Gerüstes mit konturierten Arbeitswalzen und zylindrischen Stützwalzen gemäß dem Stand der Technik,
    Fig. 2
    die typische Lastverteilung zwischen Arbeitswalzen und Stützwalzen in einem Quarto-Gerüst gemäß Figur 1,
    Fig. 3
    die schematische Darstellung eines Quarto-Gerüstes mit konturierten Arbeitswalzen und komplementären Stützwalzen.
    Fig. 4
    die typische Lastverteilung zwischen Arbeitswalzen und Stützwalzen in einem Quarto-Gerüst gemäß Figur 3,
    Fig. 5
    die schematische Darstellung eines Sexto-Gerüstes mit konturierten Stützwalzen und komplementären Zwischenwalzen,
    Fig. 6
    die schematische Darstellung eines Quarto-Gerüstes mit konturierten Arbeitswalzen und komplementären Stützwalzen mit einem Korrekturfaktor k=0,75,
    Fig. 7
    die erfindungsgemäße Kontur der oberen Stützwalze mit einer kreisförmigen Anfasung im Vergleich mit einer Ballenkontur gemäß Stand der Technik.


    [0020] In den Figuren 1 bis 4 wird die Lastverteilung zwischen Stützwalzen und Arbeitswalzen bei einer Walzenballenkontur gemäß dem Stand der Technik der Lastverteilung zwischen Stützwalzen und Arbeitswalzen bei einer Walzenballenkontur gemäß der Erfindung am Beispiel eines Quarto-Gerüstes gegenübergestellt.

    [0021] Figur 1 zeigt in einer schematischen Darstellung die Walzenanordnung in einem Quarto-Gerüst zum Walzen eines Metallbandes B, insbesondere eines Stahlbandes mit Arbeitswalzen 1 und Stützwalzen 2. Die axial verschiebbaren Arbeitswalzen 1 weisen jeweils eine durch eine modifizierte Sinusfunktion beschreibbare Ballenkontur 3 auf. Diese Ballenkonturen 3 ergänzen sich in einer bestimmten relativen Axialstellung der Walzen des Arbeitswalzenpaares komplementär. Die Arbeitswalzen 1 werden von Stützwalzen 2 gestützt, die eine zylindrische Ballenkontur 4 aufweisen und auf die Arbeitswalzen einwirkende Walzkräfte abstützen. Die Lastverteilung zwischen der oberen Arbeitswalze 1 und der oberen Stützwalze 2 ist für diesen Fall der Walzenballengestaltung in Figur 2 dargestellt, wobei die spezifische Kraft zwischen den Walzen über die Ballenlänge aufgetragen ist und einerseits Belastungsspitzen im Kantenbereich hervortreten und andererseits Maximal- und Minimalwerte entsprechend dem sinusförmigen Konturverlauf auftreten. Für vier ausgewählte Werte der maximalen relativen Axialverschiebung (Verschiebehub) der Arbeitswalzen zueinander sind Lastverteilungskurven dargestellt.

    [0022] Figur 3 zeigt in einer schematischen Darstellung die Walzenanordnung in einem Quarto-Gerüst mit Arbeitswalzen 1 und Stützwalzen 2. Die axial verschiebbaren Arbeitswalzen 1 weisen jeweils eine durch eine modifizierte Sinusfunktion beschreibbare Ballenkontur 3 auf, wobei sich diese Ballenkonturen in einer bestimmten relativen Axialstellung der Arbeitswalzen komplementär ergänzen. Die beiden Stützwalzen 2 weisen ebenfalls eine sich ergänzende komplementäre Ballenkontur 4 auf, die ebenfalls von einer modifizierten Sinusfunktion gebildet ist, wobei sich die Ballenkonturen der benachbarten, zusammenwirkenden Arbeitswalze 1 und Stützwalze 2 in einem unbelasteten Zustand vollständig ergänzen. Die Lastverteilung zwischen der oberen Arbeitswalze 1 und der oberen Stützwalze 2 ist für diesen Fall der Walzenballengestaltung in Figur 4 dargestellt. Belastungsspitzen im Kantenbereich treten in Abhängigkeit von der Axialverschiebung unterschiedlich stark hervor. Insgesamt zeigt sich über den Walzballenverlauf bei der erfindungsgemäßen Ausführung jedoch bereits eine grundlegende Vergleichmäßigung der Lastverteilung.

    [0023] Figur 5 zeigt in einer schematischen Anordnung die Walzenanordnung in einem SextoGerüst mit Arbeitswalzen 1, Zwischenwalzen 5 und Stützwalzen 2, wobei die Arbeitswalzen über die Zwischenwalzen an den Stützwalzen abgestützt sind. Die Arbeitswalzen 1 sind mit einer zylindrischen Ballenkontur 3 ausgestattet. Nach einer weiteren möglichen Ausgestaltung kann sich die Ballenkontur der Arbeitswalzen jedoch auch an der Ballenkontur der benachbarten Zwischenwalzen orientieren. Die Zwischenwalzen 5 weisen eine durch eine modifizierte Sinusfunktion beschreibbare Ballenkontur 6 auf. Gleichermaßen weisen die Stützwalzen 2 eine durch eine Sinusfunktion beschreibbare Ballenkontur 4 auf. Die Ballenkonturen 4 der Stützwalzen 2 und die Ballenkontur der Zwischenwalzen 5 ergänzen sich in der unverschobenen Axialstellung der axial verstellbaren Zwischenwalzen 5 im unbelasteten Zustand vollständig.

    [0024] Figur 6 zeigt Arbeitswalzen 1 und Stützwalzen 2 in einem Quarto-Gerüst in einer schematischen Darstellung, wobei der grundsätzliche Aufbau der Ballenkonturen 3,,4 der Ausführungsform nach Figur 3 folgt. Allerdings ist der Konturverlauf durch einen Konturfaktor k = 0,75 verändert, wodurch im unbelasteten Zustand nur mehr eine teilweise Ergänzung der Ballenkonturen der Stützwalze 2 und der unmittelbar benachbarten Arbeitswalze 1 auftritt.

    [0025] Nach einer nicht dargestellten Ausführungsform ist es gleichermaßen bei einem SextoGerüst analog der Figur 5 möglich, den Konturverlauf der Stützwalzen und der Zwischenwalzen durch einen Korrekturfaktor k zu verändern, wodurch im unbelasteten Zustand nur mehr eine teilweise Ergänzung der Ballenkonturen der Stützwalze und der unmittelbar benachbarten Zwischenwalze auftritt.

    [0026] In Figur 7 ist der Verlauf der Walzenballenkontur 7 einer Stützwalze oder Zwischenwalze oder Arbeitswalze über die Ballenlänge dargestellt. Mit strichpunktierten Linien 8, 9 sind aus dem Stand der Technik bekannte Möglichkeiten der Anfasung einer Walze in deren Endbereichen dargestellt, um hohe Kantenpressungen zu vermeiden. Die Anfasung entsprechend der strichpunktierten Linie 8 erzeugt einen zylindrischen Endbereich und die Anfasung entsprechend der strichpunktierten Linie 9 einen konusförmigen Endbereich an den Walzen, wobei in beiden Fällen ein Knick 10 im Konturverlauf über die Ballenlänge auftritt, der eine umlaufende Kante auf der Walze bildet. Eine Verbesserung der Belastungsverhältnisse ergibt sich durch eine sich an die Ballenkontur allmählich annähernde Anfasung, wodurch beiderseits eine korrigierte Ballenkontur entsteht, die durch die punktierten Linien 11 und 12 veranschaulicht ist. Im Übergangspunkt P der Ballenkontur in die korrigierte Ballenkontur weisen beide Kurvenverläufe dieselbe Steigung wie die Tangente t auf.


    Ansprüche

    1. Walzgerüst zur Herstellung von Walzband oder Blech mit Arbeitswalzen, die sich an Stützwalzen oder Zwischenwalzen und Stützwalzen abstützen, wobei die Arbeitswalzen und/oder Zwischenwalzen im Walzgerüst gegeneinander axial verschiebbar angeordnet sind und jede Arbeits- und/oder Zwischenwalze eine über die gesamte wirksame Ballenlänge verlaufende, gekrümmte, durch eine trigonometrische Funktion beschreibbare Ballenkontur aufweist und sich diese beiden Ballenkonturen ausschließlich in einer bestimmten relativen Axialstellung der Walzen des Walzenpaares im unbelasteten Zustand komplementär ergänzen, wobei die Stützwalzen eine komplementäre Ballenkontur aufweisen und im unbelasteten Zustand eine teilweise oder vollständige Ergänzung der Ballenkonturen der Stützwalzen und der unmittelbar benachbarten Arbeitswalzen oder Zwischenwalzen auftritt, wobei die Ballenkontur der Arbeitswalzen oder der Zwischenwalzen oder der Stützwalzen in mindestens einem der Randbereiche ihrer Längserstreckung Anfasungen aufweist und in diesen Randbereichen korrigierte Ballenkonturen bilden, die sich durch Subtraktion einer beliebigen mathematischen Anfasungsfunktion von der Konturfunktion ergebene, dadurch gekennzeichnet, dass die Steigung der Ballenkontur und die Steigung der korrigierten Ballenkontur im Übergangspunkt von der Ballenkontur zur korrigierten Ballenkontur gleich sind.
     
    2. Walzgerüst nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine vollständige Ergänzung der Ballenkonturen der Stützwalzen und der unmittelbar benachbarten Arbeitswalzen oder Zwischenwalzen im unverschobenen Zustand der unmittelbar benachbarten Arbeitswalzen oder Zwischenwalzen auftritt.
     
    3. Walzgerüst nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine unvollständige Ergänzung der Ballenkonturen der Stützwalzen und der unmittelbar benachbarten Arbeitswalzen oder Zwischenwalzen im unverschobenen Zustand der unmittelbar benachbarten Arbeitswalzen oder Zwischenwalzen unter der Bedingung auftritt, dass bei einem Stützwalzenradius RB(x) entsprechend der Formel


    mit
    RB(x) Stützwalzenradius an der Stelle x der axialen Stützwalzenerstreckung
    R0 Radiusoffset
    rB(x) Kontur an der Stelle x der axialen Stützwalzenerstreckung
    k Korrekturfaktor
    der Korrekturfaktor k im Intervall 0 < k ≤ 2 unter Ausschluss des Wertes k=1 festgelegt ist.
     
    4. Walzgerüst nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Anfasungsfunktion eine Kreisfunktion ist.
     
    5. Walzgerüst nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Anfasungsfunktion eine Sinusfunktion ist.
     
    6. Walzgerüst nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Anfasungsfunktion eine Funktion 2. Ordnung ist.
     


    Claims

    1. Rolling mill stand for the production of rolled strip or sheet metal, with working rolls which are supported on supporting rolls or intermediate rolls and supporting rolls, the working rolls and/or intermediate rolls being arranged in the rolling mill stand so as to be displaced axially with respect to one another, and each working and/or intermediate roll having a curved barrel contour which runs over the entire effective barrel length and can be described by a trigonometric function, and these two barrel contours completing one another in a complementary way, in the non-loaded state, solely in one specific relative axial position of the rolls of the pair of rolls, the supporting rolls having a complementary barrel contour, and a partial or full completion of the barrel contours of the supporting rolls and of the directly adjacent working rolls or intermediate rolls occurring in the non-loaded state, the barrel contour of the working rolls or the intermediate rolls or the supporting rolls having chamfers in at least one of the marginal regions of its longitudinal extent and in these marginal regions corrected barrel contours form which are obtained by subtracting any mathematical chamfer function from the contour function, characterized in that the pitch of the barrel contour and the pitch of the corrected barrel contour at the transition point from the barrel contour to the corrected barrel contour are identical.
     
    2. Rolling mill stand as claimed in Claim 1, characterized in that a full completion of the barrel contours of the supporting rolls and of the directly adjacent working rolls or intermediate rolls occurs in the nondisplaced state of the directly adjacent working rolls or intermediate rolls.
     
    3. Rolling mill stand as claimed in Claim 1, characterized in that an incomplete completion of the barrel contours of the supporting rolls and of the directly adjacent working rolls or intermediate rolls occurs in the nondisplaced state of the directly adjacent working rolls or intermediate rolls, on the condition that, in the case of a supporting roll radius RB(x) according to the formula


    where
    RB(x) is the supporting roll radius at the point x of the axial supporting roll extent,
    R0 is the radius offset,
    rB(x) is the contour at the point x of the axial supporting roll extent,
    k is a correcting factor,
    the correcting factor k being fixed in the interval 0 < k ≤ 2, excluding the value k=1.
     
    4. Rolling mill stand as claimed in Claim 1, characterized in that the chamfer function is a trigonometric function.
     
    5. Rolling mill stand as claimed in Claim 1, characterized in that the chamfer function is a sine function.
     
    6. Rolling mill stand as claimed in Claim 1, characterized in that the chamfer function is a second order function.
     


    Revendications

    1. Cage de laminoir servant à produire un feuillard ou une tôle laminée et dotée de cylindres de travail qui sont soutenus sur des cylindres de soutien ou sur des cylindres intermédiaires et des cylindres de soutien,
    les cylindres de travail et/ou les cylindres intermédiaires étant disposés dans la cage de laminoir de manière à pouvoir coulisser axialement l'un par rapport à l'autre et chaque cylindre de travail et/ou cylindre intermédiaire présentant un contour de corps qui s'étend sur la totalité de la longueur efficace du corps, courbé et décrit par une fonction trigonométrique, tandis qu'à l'état non sollicité, ces deux concours de corps se complètent de manière complémentaire uniquement dans une position axiale relative définie des cylindres de la paire de cylindres,
    les cylindres de soutien présentant un contour de corps complémentaire et à l'état non sollicité, le contour de corps des cylindres de soutien et des cylindres de travail ou cylindres intermédiaires immédiatement voisins étant partiellement ou complètement complémentaires,
    le contour de corps des cylindres de travail, des cylindres intermédiaires ou des cylindres de soutien présentant un chanfrein dans au moins une des parties de bord de leur extension longitudinale et formant dans ces parties de bord des contours de corps corrigés obtenus en soustrayant une fonction mathématique quelconque de chanfrein de la fonction du contour, caractérisée en ce que
    la pente du contour de corps et la pente du contour de corps corrigé sont identiques au point de transition entre le contour de corps corrigé et le contour de corps.
     
    2. Cage de laminoir selon la revendication 1, caractérisée en ce que lorsque les cylindres de travail ou cylindres intermédiaires immédiatement voisins sont en position non déplacée, les contours de corps des cylindres de soutien et des cylindres de travail ou cylindres intermédiaires immédiatement voisins se complètent totalement.
     
    3. Cage de laminoir selon la revendication 1, caractérisée en ce que lorsque les cylindres de travail ou cylindres intermédiaires immédiatement voisins sont en position non déplacée, les contours de corps des cylindres de soutien et des cylindres de travail ou cylindres intermédiaires immédiatement voisins ne se complètent pas totalement, avec la condition que le rayon Rb(x) du cylindre de soutien correspond à la formule


    dans laquelle
    Rb(x) est le rayon du cylindre de soutien à l'emplacement x de l'extension axiale du cylindre de soutien,
    R0 est un décalage de rayon,
    Rb(x) est le contour à l'emplacement x de l'extension axiale du cylindre de soutien et
    k est un facteur de correction,
    le facteur de correction k étant défini dans l'intervalle 0 < k ≤ 2 avec exclusion de la valeur k = 1.
     
    4. Cage de laminoir selon la revendication 1, caractérisée en ce que la fonction de chanfrein est une fonction circulaire.
     
    5. Cage de laminoir selon la revendication 1, caractérisée en ce que la fonction de chanfrein est une fonction sinusoïdale.
     
    6. Cage de laminoir selon la revendication 1, caractérisée en ce que la fonction de chanfrein est une fonction d'ordre 2.
     




    Zeichnung


























    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



    Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

    In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente