[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer Tissuebahn. Dabei kann
es sich insbesondere um solche Tissuesorten wie beispielsweise "Toilet-Tissue", "Facial-Tissue",
Serviettenpapier und/oder dergleichen handeln. Darüber hinaus betrifft die Erfindung
eine Tissuemaschine zur Durchführung des Verfahrens.
[0002] Insbesondere bei den genannten Tissuesorten kommt es u.a. auf das spezifische Volumen
("bulk", gemessen in [cm
3/g]), das möglichst hoch sein sollte, und das sogenannte "Handfeel" an, bei dem es
sich um ein Maß dafür handelt, wie angenehm sich das Tissue, z.B. Facial-Tissue, beim
Greifen anfühlt. Da dieses Maß vom subjektiven Empfinden des Verbrauchers abhängig
ist, existiert noch kein objektives Messverfahren. Eigenschaften wie Weichheit, Samtigkeit,
ebene Oberflächen-Topographie (im Gegensatz zu grob gekreppten und/oder geprägten
Oberflächen) begünstigen ein hohes Maß an "Handfeel". Ein "Handfeel"-Wert wird als
Ergebnis aus der subjektiven Bewertung einer Vielzahl von Testpersonen ermittelt.
[0003] Wichtig für ein solches Tissueprodukt ist natürlich auch eine gewisse Mindestfestigkeit,
die den Anforderungen des Verbrauchers gerecht wird.
[0004] Es wurden bereits mehrere Konzepte von Tissuemaschinen vorgeschlagen, die die Verbesserung
der Tissueeigenschaften im allgemeinen zum Ziel haben.
[0005] Ziel der Erfindung ist es, ein verbessertes Verfahren sowie eine verbesserte Tissuemaschine
der eingangs genannten Art zu schaffen, mit denen ein Tissueprodukt oder Tissuepapier,
insbesondere "Toilet-Tissue" und "Facial-Tissue", mit besonders hohem "Handfeel" und
hohem spezifischen Volumen (bulk) bei akzeptabler Festigkeit gewährleistet ist. Bei
einem "Facial-Tissue" von einer flächenbezogenen Masse (FbM) von z.B. 15 g/m
2 wird ein spezifisches Volumen (bulk) von 10 cm
3/g und höher, und bei einer flächenbezogenen Masse (FbM) von 23 g/m
2 ein spezifisches Volumen (bulk) von 9,0 cm
3/g und höher angestrebt. Zudem soll die betreffende Tissuemaschine im Aufbau möglichst
einfach und kostengünstig sein. Gleichzeitig sollen auf dieser Maschine auch möglichst
viele unterschiedliche Produktsorten herstellbar sein.
[0006] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe gelöst durch ein Verfahren zur Herstellung einer
Tissuebahn mittels einer Tissuemaschine mit einem Stoffauflauf und einem endlosen
Trägerband, mit dem die Tissuebahn durch einen zwischen einem Trockenzylinder und
einer Gegeneinheit gebildeten Pressspalt geführt wird, wobei als Trockenzylinder vorzugsweise
ein Yankee-Zylinder verwendet wird wobei als Stoffauflauf ein Mehrschichtstoffauflauf
verwendet wird, diesem Mehrschichtstoffauflauf zumindest zwei Stoffsorten zugeführt
werden und die Tissuebahn im Anschluss an den Pressspalt mittels einer Aufwickelvorrichtung
aufgewickelt wird, wobei vorzugsweise die Härte des entstehenden Wickels in vorgebbarer
Weise beeinflusst, insbesondere gesteuert und/oder geregelt wird und die im Wickelspalt
erzeugte Linienkraft kleiner oder gleich 0,8 kN/m gewählt wird.
[0007] Gemäß einer bevorzugten praktischen Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens
wird ein Former mit zwei umlaufenden endlosen Bändern verwendet, die unter Bildung
eines Stoffeinlaufspaltes zusammenlaufen und anschließend über ein Formierelement
wie insbesondere eine Formierwalze geführt werden, wobei vorzugsweise das mit dem
Formierelement in Kontakt tretende Innenband das Transportband bildet. Vorzugsweise
wird ein Crescent-Former verwendet, dessen Innenband durch ein Filzband gebildet ist.
[0008] Von Vorteil ist insbesondere auch, wenn die Tissuebahn zusammen mit dem Trägerband
durch wenigstens eine Schuhpresse geführt wird. Hierbei wird zweckmäßigerweise als
den Trockenzylinder zugeordnete Gegeneinheit eine Schuhpresseinheit verwendet.
[0009] Über dem Trockenzylinder bzw. Yankee-Zylinder kann eine Hochtemperaturhaube vorgesehen
sein.
[0010] Eine weitere Verbesserung der Tissueprodukteigenschaften kann insbesondere auch dadurch
erreicht werden, dass die Tissuebahn mittels eines insbesondere dünnen Kreppschabers
von dem Trockenzylinder abgschabt wird.
[0011] Vorzugsweise werden eine oder mehrere der folgenden Stoffsorten verwendet:
- Fasern aus Hartholz, insbesondere Kurzfaserzellstoffe
- Fasern aus Weichholz, insbesondere Langfaserzellstoffe
- CTMP (Chemical-thermo mechanical Pulp).
[0012] Es werden Stoffsortenmischungen bevorzugt, bei denen der Anteil an Fasern aus Hartholz
in einem Bereich von etwa 50 % bis etwa 80 %, der Anteil an Fasern aus Weichholz in
einem Bereich von etwa 20 % bis etwa 50 % und/oder der Anteil an CTMP (Chemical-thermo
mechanical Pulp) in einem Bereich von 0 % bis etwa 20 % liegt.
[0013] So sind u.a. beispielsweise die folgenden Stoffsortenmischungen denkbar:
| |
Bsp. "a" |
Bsp. "b" |
Bsp. "c" |
| Hartholz (50 bis 80 %) |
50 |
60 |
70 |
| Weichholz (20 bis 50 %) |
30 |
40 |
20 |
| CTMP (0 bis 20 %) |
20 |
0 |
10 |
[0014] Dabei verbessert insbesondere der CTMP in einer jeweiligen Stoffsortenmischung das
spezifische Volumen (bulk).
[0015] Gemäß einer bevorzugten praktischen Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens
wird die Tissuebahn im Anschluss an den Pressspalt um den Trockenzylinder geführt,
wobei die Trocknung in dem betreffenden Umschlingungsbereich vorzugsweise durch eine
Trockenhaube, insbesondere eine Hochtemperaturhaube, verstärkt wird.
[0016] Von besonderem Vorteil ist es, wenn dem Mehrschichtstoffauflauf zumindest zwei unterschiedliche
Stoffsorten zugeführt werden und dabei für die der Trockenzylinderoberfläche zugewandte
Schicht der Tissuebahn aus Hartholz gewonnene Kurzfasern und für die auf der gegenüberliegenden
Bahnseite vorgesehene Schicht aus Weichholz gewonnene Langfasern verwendet werden.
[0017] Von Vorteil ist also insbesondere, wenn der Stoffauflauf mit zumindest zwei Schichten
mit unterschiedlichen Faserstoffen beschickt wird, wobei der Stoff mit aus Hartholz
gewonnenen kurzen Fasern in der Schicht des Stoffauflaufs zugegeben wird, die die
der Trocken- bzw. Yankee-Zylinderoberfläche zugewandte Seite der Tissuebahn bildet.
Die zweite Schicht wird zweckmäßigerweise mit langen Fasern aus Weichholz beschickt.
Alternativ oder zusätzlich kann diese zweite Schicht auch mit Langfasern und CTMP
und/oder mit Langfasern sowie CMP und Kurzfasern beschickt werden. Diese Schicht bildet
die zweite Lage der Tissuebahn und ist im Trocknungsprozess der Trocknungshaube zugewandt.
Sie kommt also in keinem Fall mit der Trocken- bzw. Yankee-Zylinderoberfläche in Berührung.
Mit diesen Verfahrensschritten werden die "Handfeel"- und "bulk"-Werte um etwa 5 %
und mehr verbessert.
[0018] Vorteilhafterweise wird ein Mehrschichtstoffauflauf verwendet, dessen Düse durch
wenigstens eine sich über die gesamte Maschinenbreite erstreckende Lamelle in zumindest
zwei Kanäle unterteilt wird. Dabei wird die Düse zweckmäßigerweise durch eine Lamelle
zumindest im wesentlichen symmetrisch in zwei Kanäle unterteilt.
[0019] Besonders gute Ergebnisse erhält man, wenn sich die Lamelle im Bereich des Austrittsspaltes
über die Düse hinaus nach außen erstreckt. Hierdurch wird einer Vermischung der Lagen
entgegengewirkt.
[0020] Vorteilhafterweise kann ein Stoffauflauf mit einer über die Maschinenbreite sektionalen
Verdünnungswasserregelung und/oder -steuerung verwendet werden, um ein jeweils gewünschtes
Flächengewichtsquerprofil einstellen zu können.
[0021] In bestimmen Fällen ist es von Vorteil, wenn für zumindest zwei Schichten jeweils
eine Verdünnungswasserregelung und/oder -steuerung vorgesehen ist. Beispielsweise
bei der Verwendung eines Zweischicht-Stoffauflaufs kann also ggf. in beiden Schichten
jeweils eine Verdünnungswasserregelung bzw. -steuerung vorgesehen sein.
[0022] Bevorzugt ist zumindest für die der Formier- oder Brustwalze zugewandte Schicht eine
Verdünnungswasserregelung und/oder -steuerung vorgesehen. Dabei kann also insbesondere
auch nur für diese eine Schicht, d.h. die bezüglich der Formier- oder Brustwalze äußere
Schicht, eine betreffende Verdünnungswasserregelung und/oder -steuerung vorgesehen
sein. Die Formier- bzw. Brustwalze kann geschlossen, offen oder auch besaugt sein.
[0023] Wichtig für den Trocknungsprozess ist die Trocknung der Bahn durch den Trocken- bzw.
Yankee-Zylinder und eine Trocken- bzw. Heißlufthaube, wobei gemäß einer bevorzugten
praktischen Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens der durch die Trockenhaube
zur Trocknung der Tissuebahn beigesteuerte Trocknungsanteil größer gewählt wird als
der durch den Trockenzylinder beigesteuerte Trocknungsanteil.
[0024] Dabei wird das Verhältnis zwischen dem Trocknungsanteil der Trockenhaube und dem
Trocknungsanteil des Trockenzylinders vorteilhafterweise größer als 55: 45, insbesondere
größer oder gleich 60 : 30, insbesondere größer oder gleich 65 : 35 und vorzugsweise
größer oder gleich 70 : 30 gewählt wird.
[0025] Die Trockenhaube wird vorzugsweise bei einer Temperatur betrieben, die größer oder
gleich 400°C, insbesondere größer oder gleich 500°C, insbesondere größer oder gleich
600°C und vorzugsweise größer oder gleich 700°C ist.
[0026] Der Dampfdruck in dem Trockenzylinder kann zusätzlich gesenkt werden. So wird für
den Dampfdruck im Trockenzylinder vorteilhafterweise ein Wert gewählt, der kleiner
oder gleich 0,7 MPa, insbesondere kleiner oder gleich 0,6 MPa und vorzugsweise kleiner
oder gleich 0,5 MPa ist.
[0027] Dadurch kann der Trocknungsverlauf weiter gesteigert werden. Durch die genannten
Maßnahmen wird eine Erhöhung des "bulk"-Wertes um bis zu +5 % sowie eine Verbesserung
des "Handfeel"-Wertes erreicht.
[0028] Besondere Bedeutung kommt insbesondere auch dem Aufwickeln der Tissuebahn am Ende
der Tissuemaschine zu.
[0029] Gemäß einer bevorzugten praktischen Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens
wird eine Aufwickelvorrichtung (Rollapparat) verwendet, bei der die Tissuebahn über
eine Tragtrommel geführt und im Anschluss daran auf einen Tambour aufgewickelt wird,
wobei vorzugsweise sowohl der Tragtrommel als dem Tambour jeweils ein Antrieb zugeordnet
ist. Dadurch ist ein optimales Aufwickeln der Bahn gewährleistet, ohne das spezifische
Volumen (bulk) der produzierten Papierbahn zu zerstören. So ist mit der Verwendung
zweier Antriebe für die Tragtrommel und dem Tambour bzw. die Wickelrolle insbesondere
eine Reduzierung der im Wickelspalt erzeugten Linienkraft möglich.
[0030] Gemäß einer zweckmäßigen praktischen Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens
wird die in dem Wickelspalt zwischen der Tragtrommel und dem Tambour erzeugte Linienkraft
kleiner oder gleich 0,8 kN/m, insbesondere kleiner oder gleich 0,5 kN/m und vorzugsweise
kleiner oder gleich 0,2 kN/m gewählt. Da keine Antriebsleistung zwischen der Tragtrommel
und der Wickelrolle übertragen werden muss, lässt sich der Druck im Wickelspalt oder
Kontaktnip reduzieren.
[0031] Da Tissuepapier gekreppt ist, eine hohe Dehnung, d.h. einen hohen E-Modul, aufweist
und eine kleine Zugfestigkeit besitzt, kann kein wesentlicher Bahnzug zur Wickelhärtesteigerung
der Wickelrolle aufgebracht werden.
[0032] Die maximale Differenz zwischen der Umfangsgeschwindigkeit des Wickels und der Umfangsgeschwindigkeit
der Tragrolle ist vorzugsweise kleiner als 10 % der Umfangsgeschwindigkeit der Tragrolle.
[0033] Gemäß einer bevorzugten praktischen Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens
wird der Bahnzug zwischen dem Trockenzylinder und der Tragtrommel über den der Tragtrommel
zugeordneten Antrieb unabhängig von der im Wickelspalt erzeugten Linienkraft auf einen
vorgebbaren Sollwert eingestellt, insbesondere gesteuert und/oder geregelt.
[0034] Aufgrund der Kreppung am Kreppschaber ist die Tragtrommelumfangsgeschwindigkeit kleiner
als die Umfangsgeschwindigkeit des Trockenzylinders.
[0035] Vorteilhafterweise wird der dem Tambour zugeordnete Antrieb in Abhängigkeit von der
Geschwindigkeit der Tragtrommel gesteuert und/oder geregelt.
[0036] Von besonderer Bedeutung bei der Herstellung eines weichen Wickels ist die Kontrolle
der "kleinen" Linienkraft im Wickelspalt oder Kontaktnip. Gemäß einer bevorzugten
praktischen Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird dazu eine Wickelvorrichtung
eingesetzt, bei der die Tragtrommel ortsfest montiert und der Tambour verfahrbar ist.
Entsprechend kann der Zuwachs des Wickeldurchmessers durch ein entsprechendes Verfahren
des Tambours kompensiert werden. Zudem kann die Linienkraft im Wickelspalt über den
verfahrbarem Tambour in der gewünschten Weise eingestellt werden. Zur Kompensation
des Wickeldurchmesserzuwachses und zur Einstellung der Linienkraft im Wickelspalt
kann vorteilhafterweise ein gemeinsamer Regelkreis verwendet werden. Eine zweckmäßige
Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens zeichnet sich dadurch aus, dass über
wenigstens einen Kraftsensor die Linienkraft im Wickelspalt ermittelt und durch entsprechendes
Verfahren des Tambours diese Linienkraft geregelt wird. Grundsätzlich kann jedoch
beispielsweise auch der Tambour ortsfest und die Tragtrommel verfahrbar sein. Darüber
hinaus sind auch solche Ausführungen denkbar, bei denen sowohl die Tragtrommel als
auch der Tambour jeweils verfahrbar sind.
[0037] Möglicherweise reicht die Messgenauigkeit der Sensoren und die Einstellgenauigkeit
(Reibung) bei kleinen Linienkräften und großen, schweren Wickelrollen nicht mehr aus.
Insbesondere bei Linienkräften im Wickelspalt, die kleiner oder gleich 0,5 kN/m und
insbesondere kleiner oder gleich 0,2 kN/m sind, ist der verfahrbare Tambour daher
vorzugsweise weggesteuert. Dabei können für die Wegsteuerung als Messgrößen insbesondere
der Wickeldurchmesser sowie die Lage des Tambours bzw. des darauf gebildeten Wickels
relativ zur Tragtrommel herangezogen werden.
[0038] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens
kann zur Einstellung bzw. Steuerung und/oder Regelung der Linienkraft im Wickelspalt
der Bereich des Wickelspaltes mittels einer CCD-Kamera entsprechend überwacht werden.
Dabei wird mittels der CCD-Kamera vorzugsweise der jeweilige Abstand zwischen der
Tragtrommel und dem Tambour bzw. dem darauf gebildeten Wickel erfasst. Mit einer solchen
Beobachtung des Wickelspaltbereichs z. B. mittels einer CCD-Kamera ergibt sich also
eine weitere Möglichkeit zur Kontrolle und Einstellung der Wickelkraft. Es ist damit
möglich, den Abstand zwischen der Tragtrommel und der Wickelrolle zu messen und darzustellen.
Anhand einer Auswertung des Bildes lässt sich nun wieder ein Sollwert für den die
verfahrbare Wickelrolle beeinflussenden Hydraulikzylinderdruck erreichen und über
eine Regeleinrichtung die Verlagerung oder Verschiebung bis zum gewünschten Abstand
bzw. Wickelkraft ausführen. Der Bulkgewinn kann beispielsweise in einem Bereich von
4 bis 8 % liegen. Ein weiterer Vorteil ist, dass der durch die Schuhpresse erreichte
"bulk"-Gewinn nicht zerstört wird und somit die Qualität der Bahn erhalten wird.
[0039] Von Vorteil ist insbesondere auch, wenn der dem Tambour und damit der Wickelrolle
zugeordnete Antrieb während des Wickelvorgangs nicht gewechselt wird, d.h. insbesondere
auch dann nicht, wenn der neue Tambour vom Tambourlager über die Primär- oder Anwickelposition,
in der der Antrieb angekuppelt und der Tambour beschleunigt wird, zur Sekundärposition
auf den Schienen bewegt wird. Damit ergibt sich ein kontrolliertes Wickeln vom Anfang
bis zum Ende.
[0040] Die Papierqualität kann weiter dadurch erhöht werden, dass die flächenbezogene Masse
der Tissuebahn im nicht gekreppten Zustand in einem Bereich von etwa 11 g/m
2 bis etwa 20 g/m
2 und im gekreppten Zustand in einem Bereich von etwa 14 g/m
2 bis etwa 24 g/m
2 liegt.
[0041] Da vor allem bei dünnen Papieren und insbesondere bei "Facial Tissue" und "Toilet"-Tissue
die Formation, d.h. Gleichmäßigkeit der Faseranordnung eine wichtige Rolle spielt,
ist insbesondere in diesen Fällen die Verwendung eines Crescent-Formers von besonderem
Vorteil. Dabei wird die Bahn auf einem Filz entwässert, transportiert, gepresst und
an den Trockenzylinder bzw. Yankee-Zylinder weitergegeben. Am Entwässerungsanfang
ist noch ein Außensieb vorgesehen. Neben einer verbesserten Formation ergibt sich
auch eine verbesserte Festigkeit bei möglichen Reißlängenverhältnissen längs/quer
von 1 : 1 bis 4 : 1. Dadurch wird es möglich, die Fasern weniger zu mahlen. Dies erhöht
den "bulk"-Wert. Durch diesen Formertyp kann "Festigkeit" in "bulk" umgewandelt werden.
Dieser Formertyp verbessert das spezifische Volumen (bulk) in Kombination mit mindestens
einem der beschriebenen Ausführungsvarianten um +5 %.
[0042] Dabei kann insbesondere ein Crescent-Former verwendet werden, dessen durch ein Filzband
gebildetes Innen- bzw. Trägerband zusammen mit der Tissuebahn in Bahnlaufrichtung
vor dem Pressspalt über wenigstens eine besaugte Einrichtung geführt ist. Als besaugte
Einrichtung kann insbesondere eine Saugwalze vorgesehen sein. Wie bereits erwähnt
kann das im Bereich des Formierelements des Crescent-Formers vorgesehene Außenband
insbesondere durch ein Siebband gebildet sein.
[0043] Von besonderem Vorteil ist insbesondere auch die Verwendung einer Schuhpresse mit
einer in Bahnlaufrichtung gemessenen Schuhlänge größer oder gleich 80 mm und vorzugsweise
größer oder gleich 120 mm. Mittels der Schuhpresse wird vorzugsweise eine Linienkraft
erzeugt, die in einem Bereich von 60 kN/m bis etwa 90 kN/m liegt. Der maximale Pressdruck
im Pressspalt der Schuhpresse ist vorzugsweise kleiner oder gleich 2 bar und vorzugsweise
kleiner oder gleich 1,5 bar. Die Schuhpresse kann überdies eine Schuhpresseinheit
mit einem blindgebohrten Pressmantel umfassen. Gegenüber einer Saugpresswalze kann
damit ein Bulkgewinn in einem Bereich von etwa 15 % bis etwa 20 % erreicht werden.
[0044] Gemäß einer zweckmäßigen praktischen Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens
wird ein im Innern mit Verstärkungsrippen versehener Trockenzylinder bzw. Yankee-Zylinder
verwendet, wodurch die im Pressspalt erzeugte Linienkraft auch wesentlich über 90
kN/m erhöht werden kann. Dies macht die Tissuemaschine flexibler insbesondere für
den Fall, dass neben den "Facial"- und "Toilet"-Tissuepapieren auch Tissuesorten gefahren
werden, bei denen nicht das "Handfeel" und das spezifische Volumen (bulk) die erste
Priorität besitzen, sondern der Trockengehalt, d.h. die Produktionshöhe.
[0045] Wie bereits erwähnt wird vorzugsweise ein relativ dünner Kreppschaber verwendet.
Dabei kann die Dicke des Kreppschabers insbesondere kleiner oder gleich 0,9 mm sein.
[0046] Der Anstellwinkel zwischen der Tangente an dem Trockenzylinder und dem Kreppschaber
ist vorzugsweise kleiner oder gleich 20°.
[0047] Der sogenannte "Spanwinkel" kann bei diesem Kreppschaber insbesondere größer oder
gleich 15° sein.
[0048] Die Eingangs angegebene Aufgabe wird nach der Erfindung überdies gelöst durch eine
Maschine zur Herstellung einer Tissuebahn mit einem Stoffauflauf und einem endlosen
Trägerband, mit dem die Tissuebahn durch einen zwischen einem Trockenzylinder und
einer Gegeneinheit gebildeten Pressspalt geführt ist, wobei als Trockenzylinder vorzugsweise
ein Yankee-Zylinder vorgesehen ist, sowie mit einer Aufwickelvorrichtung zum anschließenden
Aufwickeln der Tissuebahn, wobei als Stoffauflauf ein Mehrschichtstoffauflauf vorgesehen
ist, dem zumindest zwei Stoffsorten zuführbar sind, und vorzugsweise Mittel vorgesehen
sind, um beim Aufwickeln der Tissuebahn die Härte des entstehenden Wickels in vorgebbarer
Weise zu beeinflussen, insbesondere zu steuern und/oder zu regeln und die im Wickelspalt
erzeugte Linienkraft kleiner oder gleich 0,8 kN/m ist. Bevorzugte Ausführungsformen
der erfindungsgemäßen Tissuemaschine sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0049] Die Erfindung wird im folgenden anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme
auf die Zeichnung näher erläutert, in dieser zeigen:
- Figur 1
- eine schematische Darstellung einer beispielhaften Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Tissuemaschine,
- Figur 2
- eine schematische Darstellung einer beispielhaften Ausführungsform des Stoffauflaufs
der erfindungsgemäßen Tissuemaschine,
- Figur 3
- eine schematische Teildarstellung eines dem Trockenzylinder der erfindungsgemäßen
Tissuemaschine zugeordneten Kreppschabers,
- Figur 4
- eine schematische Darstellung einer herkömmlichen Wickelvorrichtung für Tissue,
- Figur 5
- eine schematische Darstellung einer beispielhaften Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Wickelvorrichtung der erfindungsgemäßen Tissuemaschine mit verfahrbarem weggesteuertem
Tambour bzw. Wickelrolle,
- Figur 6
- eine schematische Darstellung einer weiteren Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Wickelvorrichtung der erfindungsgemäßen Tissuemaschine mit verfahrbarem Tambour bzw.
Wickelrolle mit zugeordneten Druck-und/oder Kraftsensoren,
- Figur 7
- ein Diagramm, das den Einfluss der Linienkraft im Wickelspalt auf das spezifische
Volumen (bulk) der Tissuebahn in der Wickelrolle wiedergibt,
- Figur 8
- ein Diagramm, das im Vergleich zu einer Saugpresswalze (SPR) den Einfluss einer erfindungsgemäß
vorgesehenen Schuhpresse (TF) auf das spezifische Volumen (bulk) in Abhängigkeit von
der Linienkraft der Presse wiedergibt, wobei ab 90 kN/m ein sogenannter "T-Rib"-Yankee-Zylinder,
d.h. ein mit inneren Verstärkungsrippen versehener Yankee-Zylinder eingesetzt wird,
- Figur 9
- ein mit dem Diagramm der Figur 8 vergleichbares Diagramm, in diesem Fall jedoch für
das "Handfeel",
- Figur 10
- ein mit dem Diagramm der Figur 8 vergleichbares Diagramm, in diesem Fall jedoch für
den Trockengehalt nach der Presse,
- Figur 11
- ein Diagramm, das den Einfluss von Trocknungsbedingungen wie insbesondere des Trockenverhältnisses
Yankee-Zylinder/Trockenhaube wiedergibt,
- Figur 12
- ein Diagramm, das den Einfluss der Dicke des Kreppschabers auf die Dicke des Tissuepapiers
(bulk) wiedergibt, und
- Figur 13
- ein Diagramm, das den Einfluss der mehrschichtigen Herstellung des Tissuepapiers auf
das spezifische Volumen (bulk) bei unterschiedlichen Pressen wiedergibt, wobei insbesondere
der sich mit der Verwendung einer Schuhpresse (TF) im Vergleich zu einer Saugpresswalze
(SPW) ergebende Vorteil erkennbar ist.
[0050] Figur 1 zeigt in schematischer Darstellung eine beispielhafte Ausführungsform einer
erfindungsgemäßen Maschine 10 zur Herstellung einer Tissuebahn 12.
[0051] Die Tissuemaschine 10 umfasst einen Stoffauflauf 14 sowie ein endloses Trägerband
16, mit dem die Tissuebahn 12 durch einen zwischen einem Trockenzylinder 18, hier
einem Yankee-Zylinder 18, und einer Gegeneinheit 20 gebildeten Pressspalt 22 geführt
wird.
[0052] Die Tissuemaschine 10 umfasst überdies eine Aufwickelvorrichtung (Rollapparat) 24
zum anschließenden Aufwickeln der Tissuebahn 12.
[0053] Als Stoffauflauf 14 ist ein Mehrschichtstoffauflauf, im vorliegenden ein Zweischichtstoffauflauf,
vorgesehen, dem zumindest zwei unterschiedliche Stoffsorten zuführbar sind.
[0054] Darüber hinaus sind weiter unten näher beschriebene Mittel vorgesehen, um beim Aufwickeln
der Tissuebahn 12 die Härte des entstehenden Wickels in vorgebbarer Weise zu beeinflussen,
d.h. insbesondere zu steuern und/oder zu regeln. Dabei wird die im Wickelspalt 26
erzeugte Linienkraft vorzugsweise kleiner oder gleich 0,8 kN/m gehalten. Es ist ein
Former mit zwei umlaufenden endlosen Bändern 16, 28 vorgesehen, wobei eines dieser
beiden endlosen umlaufenden Bänder 16, 28 gleichzeitig das Transportband 16 bildet.
[0055] Wie anhand der Figur 1 zu erkennen ist, laufen die beiden endlosen Bänder 16, 28
unter Bildung eines Stoffeinlaufspaltes 30 zusammen, um anschließend über ein Formierelement
32, insbesondere eine Formier- oder Brustwalze, geführt zu werden. Dabei ist der Umschlingungswinkel
bezüglich des Außenbandes 28 kleiner als der bezüglich des innenliegenden Trägerbandes
16.
[0056] Im vorliegenden Fall ist ein Crescent-Former vorgesehen, dessen Innenband (Trägerband)
16 durch ein Filzband gebildet ist.
[0057] In den zwischen dem Trägerband 16 und dem Außensieb 28 gebildeten Einlaufspalt 30
werden mittels des Mehrschichtstoffauflaufs 14 unterschiedliche Stoffsorten, im vorliegenden
Fall eine Stoffsorte HW von Fasern aus Hartholz und eine Stoffsorte SW von Fasern
aus Weichholz, eingebracht. Bei den Fasern aus Hartholz kann es sich insbesondere
um Kurzfaserzellstoffe und bei den Fasern aus Weichholz insbesondere um Langfaserzellstoffe
handeln.
[0058] Die sich dabei bildende Tissuebahn wird nach dem Umschlingungsbereich der Formierwalze
32 gemeinsam mit dem Trägerband 16 dem in Bahnlaufrichtung L verlängerten Pressspalt
22 zugeführt.
[0059] Vor Erreichen des verlängerten Pressspaltes 22 umschlingt das die Tissuebahn 12 mit
sich führende Trägerband 16 eine hier als Saugwalze 34 ausgeführte gesaugte Einrichtung.
Die Saugwalze 34 entfernt einen wesentlichen Teil des Wassers aus dem Trägerband 16
und sogar etwas aus der außenliegenden Tissuebahn 12.
[0060] Die dem Trockenzylinder 18 zugeordnete Gegeneinheit 20 ist im vorliegenden Fall durch
eine Schuhpresseinheit, insbesondere eine Schuhpresswalze, gebildet. Bei dem Pressspalt
22 handelt es sich also um den verlängerten Pressspalt einer den Trockenzylinder 18
sowie die Schuhpresseinheit 20 umfassenden Schuhpresse.
[0061] Dem Trockenzylinder 18 ist ein insbesondere dünner Kreppschaber oder - balken 36
zugeordnet.
[0062] Im Anschluss an den Pressspalt 22 ist die Tissuebahn 12 um den Trockenzylinder 18
geführt. Dabei ist zur Verstärkung der Trocknung in dem betreffenden Umschlingungsbereich
eine Trockenhaube 38 vorgesehen.
[0063] Wie anhand der Figur 1 zu erkennen ist, ist zwischen dem Trockenzylinder 18 und der
Aufwickelvorrichtung 24 ein Messrahmen 39 vorgesehen. Dabei können die erhaltenen
Messwerte z. B. auch für eine Querprofilregelung bestimmter Bahneigenschaften herangezogen
werden.
[0064] In der Aufwickelvorrichtung 24 wird die Tissuebahn 12 zunächst über eine Tragtrommel
40 geführt und im Anschluss daran auf einen Tambour 42 aufgewickelt. Dabei ist vorzugsweise
sowohl dem Tragtrommel 40 als auch dem Tambour 42 jeweils ein gesonderter Antrieb
44 zugeordnet.
[0065] Wie anhand der Figur 1 zu erkennen ist, wird die Stoffsorte HW von aus Hartholz gewonnenen
Kurzfasern für die der Oberfläche des Trockenzylinders 18 zugewandte Schicht Y und
die Stoffsorte von aus Weichholz gewonnenen Langfasern für die auf der gegenüberliegenden
Bahnseite vorgesehene Schicht verwendet.
[0066] Figur 2 zeigt in schematischer Darstellung eine beispielhafte Ausfüh rungsform des
Stoffauflaufs 14 der erfindungsgemäßen Tissuemaschine. Dabei ist die Düse 46 dieses
Stoffauflaufs 14 durch eine sich über die gesamte Maschinenbreite erstreckende Lamelle
48 zumindest im wesentlichen in zwei Kanäle 50, 52 unterteilt. Die Lamelle 48 erstreckt
sich im Bereich des Austrittsspaltes 54 über die Düse 46 hinaus nach außen. Die ebenso
wie die Düsenlänge l
1 ab dem Turbulenzerzeuger 56 des Stoffauflaufs 14 gemessene Lamellenmenge l
2 ist also größer als die Düsenlänge l
1.
[0067] In der Figur 2 sind überdies die Querverteilerrohre 58, 60 für die beiden Stoffsorten
zu erkennen.
[0068] Im vorliegenden Fall ist überdies nur für die der Formierwalze 32 (vgl. Figur 1)
zugewandte Schicht eine über die Maschinenbreite sektionale Verdünnungswasserregelung
und/oder -steuerung vorgesehen. In der Figur 2 ist ein Querverteilerrohr 61 für z.
B. Verdünnungswasser zu erkennen.
[0069] Im Bereich des Austrittsspaltes 54 der Düse 46 können eine oder mehrere Blenden 62
vorgesehen sein. Solche Blenden sind jedoch nicht zwingend.
[0070] Der durch die Trockenhaube 38 zur Trocknung der Tissuebahn 12 beigesteuerte Trocknungsanteil
ist vorzugsweise größer als der durch den Trockenzylinder 18 beigesteuerte Trocknungsanteil.
[0071] Figur 3 zeigt in schematischer Teildarstellung einen dem Trockenzylinder bzw. Yankee-Zylinder
18 der erfindungsgemäßen Tissuemaschine 10 (vgl. Figur 1) zugeordneten Kreppschaber
36.
[0072] Beim vorliegenden, in der Figur 3 dargestellten Ausführungsbeispiel ist die Dicke
b des Kreppschabers 36 kleiner oder gleich 0,9 mm. Der Anstell-oder Freiwinkel α zwischen
der durch den Berührungspunkt 78 gehenden Tangente 76 an den Trockenzylinder 18 und
dem Kreppschaber 36 ist kleiner oder gleich 20°. Der in Figur 3 mit "β" bezeichnete
"Spanwinkel" des Kreppschabers 36 kann insbesondere größer oder gleich 15° sein.
[0073] Figur 4 zeigt in schematischer Darstellung eine herkömmliche Wickelvorrichtung 64
für Tissue, bei der die mit einem Antrieb 66 versehene Tragtrommel 68 gegen die Wickelrolle
70, auf der die produzierte Tissuebahn aufgewickelt wird, gepresst wird, wodurch die
Wickelrolle 70 angetrieben wird. Die Tragtrommel 68 ist ortsfest. Die Wickelrolle
70 ist auf Schienen 72 verfahrbar. Die Anpresskraft muss so groß sein, dass die erforderliche
Antriebsleistung übertragen wird. Die im Wickelspalt 74 erzeugte Linienkraft liegt
bei 0,8 kN/m (Breite). Die Linienkraft ist hierbei so groß, dass die Tragtrommel 68
in die weiche Wickelrolle 70 eintaucht und somit das spezifische Volumen (bulk) zerstört
oder reduziert. Der Durchmesserzuwachs der Wickelrolle 70 wird durch Wegbewegen der
Wickelrolle 70 von der Tragtrommel 68 berücksichtigt.
[0074] Die Figuren 5 und 6 zeigen in schematischer Darstellung zwei beispielhafte Ausführungsformen
der erfindungsgemäßen Aufwickelvorrichtung 24.
[0075] In der jeweiligen Aufwickelvorrichtung 24 wird die Tissuebahn 12 über eine Tragtrommel
40 geführt und im Anschluss daran auf einen Tambour 42 aufgewickelt. Bei beiden Ausführungsformen
ist sowohl der Tragtrommel 40 als auch dem Tambour 42 jeweils ein Antrieb 44 zugeordnet.
Zwischen dem sich auf dem Tambour 42 bildenden Wickel oder Wickelrolle 80 und der
Tragtrommel 40 wird ein Wickelspalt oder Kontaktnip 26 gebildet, in dem eine Linienkraft
erzeugt wird, die die sich ergebende Wickelhärte maßgeblich beeinflusst. Zumindest
der Tambour 42 ist in x-Richtung, d.h. zum Beispiel horizontal, entlang von Schienen
82 oder dergleichen verfahrbar.
[0076] Die in der Figur 6 gezeigte Ausführungsform der Aufwickelvorrichtung 24 ist beispielhaft
für eine mögliche Lösung für die Regelung der Linienkraft.
[0077] Im vorliegenden Fall ist die Tragtrommel 40 ortsfest auf den Schienen 82 montiert.
Demgegenüber ist der Tambour 42 und entsprechend die darauf gebildete Wickelrolle
80 beweglich oder verfahrbar. Dabei kann der Tambour 42 beispielsweise durch auf beiden
Seiten vorgesehene translatorische Aktuatoren wie zum Beispiel Gewindestangen mit
zugeordnetem Motor, Hydraulikzylinder, usw. in seiner Lage verändert werden.
[0078] Bevorzugte Kriterien für die Verlagerung oder Verschiebung des Tambours 42 bzw. des
darauf gebildeten Wickels 80 sind der Zuwachs des Wickeldurchmessers D und die Linienkraft
im Wickelspalt 26.
[0079] Bei dieser Ausführungsform können beide Kriterien mit einem Regelkreis erfüllt werden.
[0080] In den Lagern des Tambours 42 können Sensoren 83 integriert sein, die die Nipkraft
F im Bereich des Pressnips oder Pressspaltes 26 direkt oder indirekt messen. Bei den
genannten Sensoren kann es sich beispielsweise um Drucksensoren, Kraftsensoren, Dehnungsmessstreifen
usw. handeln.
[0081] Weicht beispielsweise die gemessene Kraft von der vorgegebenen Kraft, d.h. einem
entsprechenden Sollwert, ab, so wird über einen Regler 84 der Druck beispielsweise
eines betreffenden Hydraulikzylinders, z.B. über ein Hydraulikaggregat, so verändert,
dass der Unterschied zwischen dem Sollwert und dem gemessenen Wert "Null" wird.
[0082] Denkbar ist natürlich auch eine solche Abwandlung dieser Ausführungsform, bei der
nur die Tragtrommel 40 oder sowohl die Tragtrommel 40 als auch der Tambour 42 verfahrbar
oder verschiebbar ist. Im Fall einer verfahrbaren Tragtrommel 40 weist diese die betreffenden
Sensoren auf, über die die Nipkraft F geregelt wird.
[0083] Die Wickelrollenverschiebung gleicht in diesem Fall nur den Zuwachs des Wickeldurchmessers
D aus.
[0084] Der sich während des Wickelvorgangs zunehmend vergrößernde Abstand zwischen den Achsen
der Tragtrommel 40 und des Tambours 42 bzw. der Wickelrolle 80 ist in der Figur 6
mit "A" bezeichnet.
[0085] Bei kleineren Linienkräften und großen, schweren Wickelrollen kann möglicherweise
der Fall eintreten, dass die Messgenauigkeit der Sensoren sowie die Einstellgenauigkeit
(Reibung) nicht mehr ausreichen.
[0086] Insbesondere bei Linienkräften im Wickelspalt 26, die kleiner oder gleich 0,5 kN/m
und insbesondere kleiner oder gleich 0,2 kN/m sind, ist zum Beispiel der verfahrbare
Tambour und entsprechend die daraus gebildete Wickelrolle 80 vorzugsweise weggesteuert
ausgeführt. Um eine entsprechende Ausführungsform handelt es sich bei der in der Figur
5 gezeigten Ausführung.
[0087] Als Messgrößen für diese Wegsteuerung sind insbesondere die folgenden Größen vorgesehen:
- Durchmesser D der Wickelrolle 80
- Lage der Wickelrolle 80 bzw. des Tambours 42 relativ zur Tragtrommel 40.
[0088] Dabei kann die Position der Wickelrolle 80 beispielsweise durch solche Sensoren wie
LVDTs (Linear Variable Differential Transformer) gemessen und der Durchmesser der
Wickelrolle mit einem Abstandssensor, z.B. optisch oder akustisch bestimmt werden.
Die Aktuatoren 86 (vgl. Figur 6), bei denen es sich beispielsweise um Hydraulikzylinder
usw. handeln kann, positionieren die Wickelrolle 80 genau so, dass diese die Tragtrommel
40 beispielsweise gerade berührt. In diesem Fall ist die im Wickelspalt 26 erzeugte
Linienkraft F
L also gleich Null. Soll F
L > 0 kN/m sein, so kann die Wickelrolle 80 einen vorgebbaren Weg, der insbesondere
von der Weichheit der Wickelrolle 80 abhängt, weiter auf die Tragtrommel 40 zu bewegt
werden. Damit entsteht eine leichte gewünschte Pressung im Pressspalt oder Kontaktnip
26 von beispielsweise F
L ≤ 0,2 kN/m. Der Abstand A (vgl. auch Figur 6) ist daher A < d/2 + D/2 oder A = d/2
+ D/2 - x, wobei "x" das Maß dafür ist, wie weit die Tragtrommel 40 in den auf dem
Tambour 42 gebildeten Wickel 80 eintaucht.
[0089] Eine weitere Möglichkeit, die Nipkraft zu kontrollieren und einzustellen, ergibt
sich beispielsweise durch die Beobachtung des Nipbereich mit einer CCD-Kamera. Damit
kann insbesondere der Abstand zwischen der Tragtrommel 40 und der Wickelrolle 80 gemessen
und dargestellt werden. Anhand einer entsprechenden Auswertung des erhaltenen Bildes
lässt sich dann wieder ein Sollwert beispielsweise für einen Hydraulikzylinderdruck
errechnen und über eine Regeleinrichtung die Verschiebung bis zum gewünschten Abstand
bzw. Nipkraft bewirken. Der Bulk-Gewinn liegt in einem Bereich von 4 bis 8 %.
[0090] Zur Veranschaulichung der Wegsteuerung ist in der Darstellung gemäß Figur 5 dem Tambour
42 ein Zeiger 88 zugeordnet, dessen Lage bezüglich einer stationären Skala 90 letztlich
die Position des Tambours 42 und damit des auf diesem gebildeten Wickels 80 angibt.
[0091] Überdies ist in der Figur 5 ein Sensor 92 zu erkennen, bei dem es sich insbesondere
um einen Sensor der zuvor genannten Art z. B. nur eine CCD-Kamera oder dergleichen
handeln kann.
[0092] Figur 7 zeigt ein Diagramm, das den Einfluss der Linienkraft L
F im Wickelspalt auf das spezifische Volumen (bulk) der Tissuebahn in der Wickelrolle
wiedergibt. Mit "HW" ist eine Stoffsorte von Fasern aus Hartholz und mit "SW" eine
Stoffsorte von Fasern aus Weichholz bezeichnet.
[0093] Figur 8 zeigt ein Diagramm, das im Vergleich zu einer Saugpresswalze (SPR) den Einfluss
einer erfindungsgemäß vorgesehenen Schuhpresse (TF) auf das spezifische Volumen (bulk)
in Abhängigkeit von der Linienkraft der Presse wiedergibt. Dabei wird ab 90 kN/m ein
sogenannter "T-Rib"-Yankee-Zylinder, d.h. ein mit inneren Verstärkungsrippen versehener
Yankee-Zylinder eingesetzt.
[0094] Figur 9 zeigt ein mit dem Diagramm der Figur 8 vergleichbares Diagramm, in diesem
Fall jedoch für das eingangs bereits erwähnte "Handfeel".
[0095] Auch die Figur 10 zeigt wieder ein mit dem Diagramm der Figur 8 vergleichbares Diagramm,
in diesem Fall jedoch für den Trockengehalt nach der Presse.
[0096] Das Diagram der Figur 11 gibt den Einfluss von Trocknungsbedingungen wie insbesondere
des Trocknungsverhältnisses Yankee-Zylinder/Trockenhaube wieder.
[0097] Das Diagramm der Figur 12 zeigt den Einfluss der Dicke des Kreppschabers auf die
Dicke des Tissuepapiers, die hier dem spezifischen Volumen (bulk) entspricht. Andererseits
ist auch ein verbesserter "Handfeel"-Wert bei konstantem "bulk"-Wert möglich. In dem
Diagramm steht die Abkürzung "GMT" für den englischen Ausdruck "geometric mean Tensile"
(geometrischer Mittelwert der Festigkeit).
[0098] Figur 13 zeigt ein Diagramm, das den Einfluss der mehrschichtigen Herstellung des
Tissuepapiers auf das spezifische Volumen (bulk) bei unterschiedlichen Pressen wiedergibt,
wobei insbesondere der sich mit der Verwendung einer Schuhpresse (TF) im Vergleich
zu einer Saugpresswalze (SPW) ergebende Vorteil erkennbar ist.
Bezugszeichenliste
[0099]
- 10
- Tissuemaschine
- 12
- Tissuebahn
- 14
- Stoffauflauf
- 16
- endloses umlaufendes Band, Trägerband
- 18
- Trockenzylinder, Yankee-Zylinder
- 20
- Gegeneinheit, Schuhpresseinheit
- 22
- Pressspalt, Kontaktnip
- 24
- Aufwickelvorrichtung, Wickelvorrichtung, Rollapparat
- 26
- Wickelspalt
- 28
- endloses umlaufendes Band, Außensieb
- 30
- Stoffeinlaufspalt
- 32
- Formierelement, Formierwalze, Brustwalze
- 34
- besaugte Einrichtung, Saugwalze
- 36
- Kreppschaber, Schaberbalken
- 38
- Trockenhaube
- 39
- Messrahmen
- 40
- Tragtrommel
- 42
- Tambour
- 44
- Antrieb
- 46
- Düse
- 48
- Lamelle
- 50
- Kanal
- 52
- Kanal
- 54
- Austrittsspalt
- 56
- Turbulenzerzeuger
- 58
- Querverteilerrohr
- 60
- Querverteilerrohr
- 61
- Querverteilerrohr
- 62
- Blende
- 64
- Wickelvorrichtung, Rollapparat
- 66
- Antrieb
- 68
- Tragtrommel
- 70
- Wickelrolle
- 72
- Schienen
- 74
- Wickelspalt
- 76
- Tangente
- 78
- Berührungspunkt
- 80
- Wickel, Wickelrolle
- 82
- Schienen
- 83
- Sensor
- 84
- Regler
- 86
- Aktuator
- 88
- Zeiger
- 90
- Skala
- 92
- Sensor
- A
- Abstand
- D
- Wickeldurchmesser
- F
- Nipkraft, Kraft im Wickelspalt
- b
- Dicke
- l1
- Düsenlänge
- l2
- Lamellenlänge
- α
- Anstellwinkel, Freiwinkel
- β
- "Spanwinkel"
1. Verfahren zur Herstellung einer Tissuebahn (12) mittels einer Tissuemaschine (10)
mit einem Stoffauflauf (14) und einem endlosen Trägerband (16), mit dem die Tissuebahn
(12) durch einen zwischen einem Trockenzylinder (18) und einer Gegeneinheit (20) gebildeten
Pressspalt (22) geführt wird, wobei als Trockenzylinder (18) vorzugsweise ein Yankee-Zylinder
verwendet wird, wobei als Stoffauflauf ein Mehrschichtstoffauflauf (14) verwendet
wird, diesem Mehrschichtstoffauflauf (14) zumindest zwei Stoffsorten zugeführt werden
und die Tissuebahn (12) im Anschluss an den Pressspalt (22) mittels einer Aufwickelvorrichtung
(24) aufgewickelt wird, wobei vorzugsweise die Härte des entstehenden Wickels (80)
in vorgebbarer Weise beeinflusst, insbesondere gesteuert und/oder geregelt, wird und
die im Wickelspalt (26) erzeugte Linienkraft kleiner oder gleich 0,8 kN/m gewählt
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine oder mehrere der folgenden Stoffsorten verwendet werden:
- Fasern aus Hartholz, insbesondere Kurzfaserzellstoffe
- Fasern aus Weichholz, insbesondere Langfaserzellstoffe
- CTMP (Chemical-thermo mechanical Pulp).
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass dem Mehrschichtstoffauflauf (14) zumindest zwei unterschiedliche Stoffsorten zugeführt
werden und dabei für die der Trockenzylinderoberfläche zugewandte Schicht der Tissuebahn
(12) aus Hartholz gewonnene Kurzfasern und für die auf der gegenüberliegenden Bahnseite
vorgesehene Schicht aus Weichholz gewonnene Langfasern verwendet werden.
4. Maschine (10) zur Herstellung einer Tissuebahn (12), insbesondere zur Durchführung
des Verfahrens nach einem der vorhergehenden Ansprüche, mit einem Stoffauflauf (14)
und einem endlosen Trägerband (16), mit dem die Tissuebahn (12) durch einen zwischen
einem Trockenzylinder (18) und einer Gegeneinheit (20) gebildeten Pressspalt (22)
geführt ist, wobei als Trockenzylinder (18) vorzugsweise ein Yankee-Zylinder vorgesehen
ist, sowie mit einer Aufwickelvorrichtung (24) zum anschließenden Aufwickeln der Tissuebahn
(12), wobei als Stoffauflauf (14) ein Mehrschichtstoffauflauf vorgesehen ist, dem
zumindest zwei Stoffsorten zuführbar sind, und vorzugsweise Mittel (84, 86, 92) vorgesehen
sind, um beim Aufwickeln der Tissuebahn (12) die Härte des entstehenden Wickels (80)
in vorgebbarer Weise zu beeinflussen, insbesondere zu steuern und/oder zu regeln,
wobei die im Wickelspalt (26) erzeugte Linienkraft kleiner oder gleich 0,8 kN/m ist.
5. Maschine nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Düse (46) des Mehrschichtstoffauflaufs (14) durch wenigstens eine sich über die
gesamte Maschinenbreite erstreckende Lamelle (48) in zumindest zwei Kanäle (50, 52)
unterteilt ist, und dass sich die Lamelle (48) im Bereich des Austrittsspaltes (54)
über die Düse (46) hinaus nach außen erstreckt.
6. Maschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Tissuebahn (12) in der Aufwickelvorrichtung (24) über eine Tragtrommel (40) geführt
ist und im Anschluss daran auf einen Tambour (42) aufgewickelt wird, wobei vorzugsweise
sowohl der Tragtrommel (40) als auch dem Tambour (42) jeweils ein Antrieb (44) zugeordnet
ist.
7. Maschine nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die in dem Wickelspalt (26) zwischen der Tragtrommel (40) und dem Tambour (42) erzeugte
Linienkraft kleiner oder gleich 0,8 kN/m, insbesondere kleiner oder gleich 0,5 kN/m
und vorzugsweise kleiner oder gleich 0,2 kN/m ist.
8. Maschine nach Anspruch 6 oder 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass die maximale Differenz zwischen der Umfangsgeschwindigkeit des Wickels (80) und der
Umfangsgeschwindigkeit der Tragtrommel (40) kleiner ist als 10 % der Umfangsgeschwindigkeit
der Tragtrommel (40).
9. Maschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der dem Tambour (42) zugeordnete Antrieb (44) in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit
der Tragtrommel (40) steuerbar und/oder regelbar ist.
10. Maschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Tragtrommel (40) ortsfest montiert und der Tambour (42) verfahrbar ist.
11. Maschine nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass Mittel (84, 86, 92) vorgesehen sind, um den Zuwachs des Wickeldurchmessers (D) durch
ein entsprechendes Verfahren des Tambours (42) automatisch zu kompensieren.
12. Maschine nach Anspruch 10 oder 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass Mittel (84, 86, 92) vorgesehen sind, um die Linienkraft im Wickelspalt (26) über
den verfahrbaren Tambour (42) automatisch entsprechend einzustellen.
13. Maschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass zur Kompensation des Wickeldurchmesserzuwachses und zur Einstellung der Linienkraft
im Wickelspalt (26) ein gemeinsamer Regelkreis vorgesehen ist.
14. Maschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass wenigstens ein Kraftsensor vorgesehen ist, um die Linienkraft im Wickelspalt (26)
zu ermitteln, und dass die Linienkraft durch entsprechendes Verfahren des Tambours
(42) regelbar ist.
15. Maschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass insbesondere bei Linienkräften im Wickelspalt (26), die kleiner oder gleich 0,5 kN/m
und insbesondere kleiner oder gleich 0,2 kN/m sind, der verfahrbare Tambour (42) weggesteuert
ist.
16. Maschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass für die Wegsteuerung als Messgrößen der Wickeldurchmesser (D) sowie die Lage des
Tambours (42) bzw. des darauf gebildeten Wickels (80) relativ zur Tragtrommel (40)
herangezogen werden.