[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Übertragung von Nutzdatensignalen in einem
Kommunikationsnetz. Bei diesem Kommunikationsnetz kann es sich beispielsweise um den
DVB-SH (digital video broadcast satellite services to handheld) handeln. Die Erfindung
wird nachfolgend unter Bezugnahme auf diesen Standard beschrieben, ist aber auf diesen
Standard nicht beschränkt. Zum Stand der Technik auf dem Gebiet der mobilen Kommunikationssysteme,
bei denen es sich also nicht um Broadcast-Kommunikationsnetze handelt, sei auf
US-A-2010/0304668 verwiesen,
[0002] Der neue DVB-SH-Standard wurde entwickelt, um Mobilfunkteilnehmern mittels eines
integrierten Kommunikationssystems, das Satelliten- und terrestrische Komponenten
aufweist, einen effizienten Funk-Service im Frequenzbereich unterhalb von 3 GHz zu
bieten. Insbesondere ermöglicht der Satellit einen weiten Versorgungsbereich zum Erbringen
von Diensten für Satelliten-Terminals, wobei jedoch der Verschattungseffekt von Bäumen
und hohen Gebäuden dazu führt, dass Terminals, die in derartigen Bereichen angeordnet
sind, das Satellitensignal nicht empfangen können, da in diesen Bereichen keine Sichtlinie
zwischen Satelliten und Terminals besteht. Um eine hohe Service-Verfügbarkeit zu ermöglichen,
sind gemäß dem DVB-SH-Standard terrestrische Komponenten vorgesehen, auch als CGC-Bodenstation
(Complementary Ground Components) oder ATC-Bodenstation (Ancillary Terrestrial Components)
bezeichnet, die den gleichen Inhalt wie der Satellit übertragen, Derartige CGC-Bodenstationen
können in Bereichen installiert werden, in denen Lücken in dem Satelliten-Versorgungsbereich
bestehen, z.B. in Städten. Integrierte Terminalempfänger, die dem DVB-SH-Standard
entsprechen, sind in der Lage, die Signale zu empfangen, die von Satelliten und/oder
CGC-Bodenstationen - je nachdem, was in der geographischen Umgebung des Terminals
verfügbar ist - gesendet werden, und falls beide Signale empfangen werden können,
sind die Terminals sogar in der Lage, die Signale zu kombinieren, um die Signalqualität
zu verbessern.
[0003] Fig. 1 zeigt eine schematische Darstellung eines derartigen Systems, bei dem verschiedene
Typen von Terminals (Typ zur Benutzung im Freien, Handheld-Typ, Typ zur Benutzung
in Fahrzeugen, professioneller Typ und Typ zur Benutzung in Gebäuden) das Satelliten-
und das CGC-Signal empfangen können, um Dienste von der Service-Plattform über das
integrierte System zu empfangen.
[0004] Satelliten und CGC-Bodenstationen können Daten unter Verwendung eines Zeitmultiplex-Schemas
TDM (Time Division Multiplex) oder eines Orthogonal-Frequenzmultiplex-Schemas OFDM
(Orthogonal Frequency Division Multiplex) entsprechend der DVB-SH-Spezifikation übertragen.
Falls an beiden Komponenten das gleiche Multiplexschema (OFDM) angewendet wird, können
Satelliten und CGC-Bodenstationen im Einfrequenznetz SFN (single frequency network)
arbeiten, d.h. in dem gleichen Frequenz-Slot, während sie, falls sie verschiedene
Multiplexschemata verwenden (z.B. TDM für die Satelliten-Komponente und OFDM für die
CGC-Bodenstationen), im Mehrfrequenz-Netz MFN (multi-frequency network) arbeiten sollen,
d.h. in verschiedenen Frequenz-Slots.
[0005] Generell werden zur Service-Bereitstellung in einem zusammenhängenden geographischen
Bereich (z.B. einer Stadt oder Region) mehrere CGC-Bodenstationen installiert, um
den gleichen Datenstrom gleichzeitig und in dem gleichen Frequenz-Slot zu übertragen.
Insgesamt betrachtet arbeitet der Satellit in einem anderen Frequenz-Slot als die
CGC-Bodenstationen, jedoch arbeiten sämtliche CGC-Bodenstationen in dem gemeinsamen
Service-Bereich in einem SFN-Netz.
[0006] In diesem Kontext besteht das Problem, das mit dieser Erfindung gelöst wird, in dem
Identifizieren einzelner CGC-Bodenstationen in einem Gleichfrequenznetz, die im Vergleich
zu dem Rest der CGC-Bodenstationen in dem gleichen SFN-Netz zusätzliche Features aufweisen,
z.B. einen Uplink, auf den die Terminals zugreifen können, um Nachrichten zu senden
(statt sie nur zu empfangen). Der DVB-SH-Standard, der in einem Broadcast-Service
verwendet wird, spezifiziert den Satelliten-Hub und die CGC-Bodenstationen nur für
den Betrieb im Downlink, d.h. die CGC-Bodenstationen wiederholen das Satellitensignal
an die User-Terminals. Es sind keine Vorkehrungen getroffen, um die CGC-Bodenstationen
im Uplink zu verwenden. Dessen ungeachtet besteht Interesse daran, den Satz von Diensten
dahingehend auszuweiten, dass er nicht nur Brodcast/Multicast-, sondern auch interaktive
Broadcast/Multicast-Dienste und -Messaging enthält, was die Verfügbarkeit eines Uplink-Kanals
erfordert.
[0007] Generell kann die Identifikation einzelner Sender erzielt werden, indem in die Sender
eine Watermark-Sequenz eingebettet wird, der die Sender in dem Netz unverwechselbar
identifiziert. In zellularen Systemen wird ein Watermark auf der Inhaltsebene hinzugefügt.
Dies kann deshalb vorgenommen werden, weil die Sender verschiedene Inhalte senden
können, ohne die Leistung des Netzes zu gefährden, Bei Broadcast-Systemen, die in
einem SFN-Netz arbeiten, ist dies nicht der Fall. Ein ähnliches Problem wird auf dem
Gebiet des terrestrischen Digitalfernsehens (insbesondere DVB-T2) angesprochen, bei
dem ebenfalls mehrere Sender installiert sind, die in einem SFN-Netz arbeiten, und
es für sämtliche Testzwecke oder kommerziellen Zwecke erforderlich ist, einzelne Sender
zu identifizieren. Im Kontext des terrestrischen Digitalfernsehens ist allgemein akzeptiert,
dass die von jedem der Sender in dem gleichen SFN-Netz gesendeten Signale identisch
sein müssen (siehe z.B.
WO-A-2009/ 109883), und somit besteht keine Möglichkeit, ein Watermark auf der Inhaltsebene zu applizieren.
In
WO-A-2009/109883 sind mehrere Verfahren zur Watermark-Einbettung vorgeschlagen, bei denen ein Watermark
auf der Hochfrequenzebene (Physical Layer) appliziert wird, indem die Watermark-Sequenz
auf die Unterträger (anwendbar für OFDM) oder die Zeitpositionen, oder auf Zeitzellen
mittels Zeitmultiplexens, oder auf beide verteilt wird: auf die Unterträger und die
Zeitzellen mittels Zeit- und Frequenzmultiplexens,
[0008] Für den speziellen Fall, dass die CGC-Identifikation nur zum Spezifizieren der Verfügbarkeit
(oder Nichtverfügbarkeit) eines Uplinks in dieser CGC-Bodenstation vorgesehen ist,
sind auch Trial-and-Error-Protokolle möglich, In diesem Fall bietet die CGC-Bodenstation
nicht aktiv irgendeine Möglichkeit zum Anzeigen der Verfügbarkeit oder Nichtverfügbarkeit
eines Uplinks; es ist vielmehr das Terminal, das versucht, Meldungen in dem Frequenzbereich
zu übertragen, welcher dem Uplink in dem System zugewiesen ist. Falls in dem System
ein ARQ-Mechanismus vorgesehen ist, der den korrekten Empfang einer Nachricht bestätigt,
stellt das Terminal nach einigen Versuchen (in beschränkter Anzahl) fest, ob ein Uplink
in der CGC-Bodenstation verfügbar ist oder nicht.
[0009] Bei den für DVB-T2 vorgeschlagenen Verfahren zur Einbettung eines Watermark auf der
Hochfrequenzebene ergibt sich ein Problem der Abwärtskompatibilität. Das Einbetten
eines Watermark auf der Hochfrequenzebene in dem DVB-T2-Signal, wie es in
WO-A-2009/109883 für DVB-T2 vorgeschlagen wird, ist im Prinzip implementierbar, impliziert jedoch
auch, dass die Verarbeitungskette des DVB-SH-Empfänger-Chipset (Hardware) aktualisiert
werden muss, und dies wirkt sich auf die Kosten aus. Alternativ kann ein Watermark
in ein zusätzliches (unabhängiges) Signal eingebettet werden und nach CDM-Art dem
DVB-SH-Signal mit sehr hohem Spreizfaktor übergelegt werden, um eine vernachlässigbare
Interferenz gegenüber den DVB-SH-Empfängern zu ermöglichen, und bei DVB-SH-Terminals
mit Sendefunktion ist parallel zu der DVB-SI-i-Bmpfangskette eine zusätzliche Empfangskette
implementiert, die das Watermark demodulieren und interpretieren kann. Dieser Lösungsansatz
ist zwar abwärtskompatibel, hat jedoch Auswirkungen auf die Kosten, da die Terminals
mit Sendefunktion in der Praxis zwei Empfänger implementieren müssen.
[0010] Der Trial-and-error-Ansatz wirkt sich nicht auf die Kosten für das Terminal aus,
da er in Software als "Detektions"-Algorithmus in einer Protocol Layer implementiert
werden kann. Jedoch führt dieser Ansatz zu einem unnötigen Batterieverbrauch (je nach
der Anzahl von Versuchen, bis ein Rückschluss auf die Verfugbarkeit oder Nichtverfügbarkeit
eines Uplink erfolgt ist) und schließlich zu relativ langen Verzögerungen beim erfolgreichen
Empfang einer Nachricht in dem Uplink.
[0011] Eine Aufgabe der Erfindung ist die Bereitstellung eine Signalisierungsinfrastruktur,
welches die bidirektionale Nutzung einer Broadcast Bodenstation ermöglicht.
[0012] Zur Lösung dieser Aufgabe wird mit der Erfindung ein Verfahren zur Über-tragung von
Nutzdatensignalen in einem Kommunikationsnetz vorgeschlagen, das aufweist
- mindestens eine erste Bodenstation sowie mindestens eine zweite Bodenstation und mehrere
Terminals,
- mindestens eine erste Bodenstation sowie mindestens eine zweite Bodenstation und mehrere
Terminals,
- wobei die ersten und zweiten Bodenstationen empfangene Nutzdaten an die Terminals
übertragen und
- wobei die mindestens eine zweite Bodenstation in der Lage ist, von einem Terminal
Nutzdaten zu empfangen und diese weiterzuübertragen,
wobei bei dem Verfahren
- die ersten und zweiten Bodenstationen zeitgleich bzw. im Wesentlichen zeitgleich identische
Nutzdaten empfangen und diese an die Terminals zeitgleich bzw, im Wesentlichen zeitgleich
übertragen und
- die ersten und zweiten Bodenstationen neben den Nutzdaten und von den Terminals verarbeitbare
Konfigurationsdaten übertragen,
- wobei die von einer ersten Bodenstation übertragenen Konfigurationsdaten den Terminals,
die diese Konfigurationsdaten empfangen, signalisieren, dass die erste Bodenstation
nicht in der Lage ist, potentiell von diesen Terminals gesendete Nutzdaten zu empfangen
und/oder weiter zu übertragen (d.h. nicht uplinkfähig sind), und
- wobei ausschließlich die von der mindestens einen zweiten Bodenstation übertragenen
Konfigurationsdaten den Terminals, die diese Kommunikationsdaten empfangen, signalisieren,
dass die mindestens eine zweite Bodenstation potentiell von diesen Terminals gesendete
Nutzdaten empfangen und weiterübertragen kann (d.h. uplinkfähig ist).
[0013] Die Erfindung betrifft ein Broadcast-Kommunikationssystem, bei dem sämtliche terrestrischen
Komponenten (CGC-Bodenstationen) in der gleichen Frequenz senden oder in der gleichen
Frequenz senden können, und bezieht sich nicht auf ein Mobilfunknetz. In einem zellularen
Netz überträgt jede terrestrische Komponente im Unicast-Modus an jedes User-Terminal
Daten (oder Signalisierungen), die für einen bestimmten User vorgesehen sind, oder
im Broadcast-Modus Daten oder Signalisierungsdaten, die für sämtliche User in dem
Versorgungsbereich dieser terrestrischen Komponente vorgesehen sind. In einem zellularen
Netz senden diejenigen terrestrischen Komponenten, die nahe benachbart angeordnet
sind, d.h. einander überlappende Versorgungsbereiche haben, in verschiedenen Frequenz-Slots
oder in verschiedenen Zeit-Slots oder unter Verwendung verschiedener Spreizcodes,
so dass die Übertragungsdaten, die aus verschiedenen terrestrischen Komponenten mit
überlappenden Versorgungsbereichen her gesendet werden, nicht miteinander interferieren.
Für diese Systeme existieren im Stand der Technik gute Lösungen, um den Usern zu signalisieren,
welche Fähigkeiten die terrestrischen Komponenten haben. Bei einem Broadcast-Kommunikationsnetz,
mit dem sich die Erfindung befasst, ist dies schwierig, da sämtliche terrestrischen
Komponenten, auch diejenigen mit überlappenden Versorgungsbereichen, in dem gleichen
Frequenzband und dem gleichen Zeit-Slot sowie unter Verwendung des gleichen Spreizcodes
senden können. Dies ist typisch für Broadcast-Systeme, da normalerweise sämtliche
terrestrischen Komponenten die gleiche Information zur gleichen Zeit senden und somit
die Interferenz tatsächlich eine konstruktionsbedingte Interferenz wird. Das Problem,
mit dem sich die Erfindung befasst, besteht darin, wie erreicht werden kann, dass
verschiedene terrestrische Komponenten in einem Broadcast-System verschiedene Konfigurations-
oder Fähigkeits-Informationen an die User-Terminals senden können, während sie das
gleiche Frequenzband, den gleichen Zeit-Slot und den gleichen Spreizcode verwenden,
d.h. während sie miteinander interferieren. Für dieses Problem besteht im Stand der
Technik derzeit nur ein einziger Lösungsansatz, und zwar die Verwendung von Watermarking.
Der Nachteil des Einsatzes von Watermarking besteht in dem hohen Kostenaufwand am
Terminal, da dieser zwei Empfänger benötigt. Mit der der Erfindung wird eine kostengünstigere
Lösung vorgeschlagen (ohne Erfordernis eines zweiten Empfängers an dem Terminal und
somit unter Ermöglichung sehr kostengünstiger Terminals), die auf einer intelligenten
Position der Fähigkeits-Information der terrestrischen Komponenten in der Datenrahmenstruktur
des Signals basiert. Lösungsansätze, die bei terrestrischen zellularen Mobilfunknetzen
angewandt werden, wie z.B. Out-of-Band-Signalisierung, sind gerade in dem gemäß der
Erfindung avisierten System (das im DVB-SH-System bzw. S-Band arbeitet) nicht möglich,
da dieses zusätzliche Band nicht verfügbar ist und das User-Terminal so kostengünstig
wie möglich gehalten werden soll, so dass die Kosten zur Installierung weiterer Empfänger
vermieden werden sollten.
[0014] Wesensmerkmal der Erfindung ist also, die Reservierung von bestimmten Datenstrukturen
im Broadcast Signal, beispielsweise "Codewords" um Konfigurationsdaten zu übertragen,
die eine Bodenstation als uplinkfähig identifiziert. Die für diesen Zweck reservierten
Codewords werden von der nichtuplinkfähigen Bodenstation nicht genutzt, d.h. nicht-uplinkfähige
Bodenstationen übertragen in diesem reservierten Codewords keine Nutz- oder Signalisierungsdaten,
sondern bekannte "Dummy"-Sequenzen. Eine Dummy-Sequenz zu übertragen, heißt in diesem
Zusammenhang, dass keine (Nutz-) Daten übertragen werden, sondern irgendeine unter
den Teilnehmern bekannte Sequenz übertragen wird, die man relativ einfach identifizieren
und somit löschen kann. Damit werden die Wirkungen von Interferenzen minimiert. Derartige
Interferenzen entstehen notgedrungen, da nun die Terminals, die sowohl von einer ersten
als auch von einer zweiten Bodenstation (und ggf. auch von einem Satelliten) die Nutzdaten
empfangen, um das Codewort verschiedene Daten erhalten und empfangen. Diese Interferenzen
sind, wie zuvor erwähnt, extrem gering und werden in Kauf genommen, um innerhalb des
Kommunikationsnetzes den zweiten Bodenstationen die Möglichkeit zu geben, ihre Uplinkfähigkeit
gegenüber den Terminals kundtun zu können.
[0015] Um interaktive und Messaging-Dienste durchzuführen, kann ein Uplink durch den Satelliten,
durch die CGC-Bodenstation oder durch beide vorgesehen sein. In dem Fall, dass über
sowohl die Satelliten- als auch die CGC-Bodenstationen-Uplinks verfügbar sind, ist
es zweckmäßig, dass Terminals, die sich in dem Versorgungsbereich einer CGC-Bodenstation
mit UplinkFähigkeit (d. h. in dem Versorgungsbereich einer zweiten Bodenstation) befinden,
das CGC-Uplink selbst dann als erste Option verwenden, wenn sie sich in Sichtlinie
mit dem Satelliten befinden. Dieses betriebsmäßige Erfordernis dient dem Zweck, den
Uplink-Verkehr derart zu verteilen, dass der Satelliten-Link nicht zu einem Flaschenhals
wird und nur dann verwendet wird, falls keine terrestrische Komponente mit Uplink
verfügbar ist, was unter der Voraussetzung erfolgt, dass die Kapazität des Satelliten-Uplink
mit der Kapazität des CGC-Uplink vergleichbar ist.
[0016] Ferner ist erforderlich, dass das Uplink-Feature als Erweiterungs-Feature zusätzlich
zu der DVB-SH-Spezifikation verwendet wird. Somit müssen DVB-SH-Terminals in einem
DVB-SH-Netz betreibbar sein, das auch eine UplinkFähigkeit aufweist; anders ausgedrückt
muss die Installierung eines Rückwärts-Link eine Rückwärtskompatibilität mit DVB-SH-Terminals
gewährleisten, die gemäß der DVB-SH-Spezifikation implementiert sind.
[0017] Die Erfindung wird nachfolgend unter Bezugnahme auf die Zeichnung näher erläutert.
Im Einzelnen zeigen dabei:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung eines DVB-SH-Systems,
- Fig. 2
- eine Darstellung einer periodischen Code-Wort-Zuweisung in dem DVB-SH-Strom zum Anzeigen
der Existenz eines Uplink,
- Fig. 3
- die Darstellung einer Reduzierung des Uplink-Versorgungsbereichs aufgrund von Interferenzen
in einem Versorgungsbereich zellularen Typs und
- Fig. 4
- die Darstellung eines Uplink-Versorgungsbereichs bei rundfunkartiger (Broadcast-)Versorgung.
[0018] Die hier vorliegende Erfindung basiert darauf, die Bedingung zu lockern, dass sämtliche
Sender in einem SFN-Netz identische Signale senden müssen. Falls verschiedene Sender
des gleiche SFN-Netzes verschiedene Signale senden, interferieren sie miteinander
und verschlechtern die Netz-Leistung. Die Auswirkung einer derartigen Interferenz
kann jedoch derart reduziert werden, dass die implizierte Leistungsverschlechterung
ein akzeptables (oder sogar vernachlässigbares) Maß annimmt.
[0019] Der DVB-SH-Frame besteht aus einem Strom kodierter E-Frame, die im weiteren Verlauf
dieser Beschreibung als Code-Wörter (CW) bezeichnet werden. In einem E-Frame können
maximal acht MPEG-Transportströme transportiert werden. Das hier vorgeschlagene Verfahren
des Signalisierens, dass eine bestimmte CGC-Bodenstation ein verfügbares Uplink hat,
umfasst folgendes:
- In dem DVB-SH-Strom erfolgt eine periodische Zuordnung eines bestimmten Code-Worts,
um die Existenz eines Uplink anzuzeigen.
- Die CGC-Bodenstationen mit verfügbarem Uplink verwenden diese periodische Zuordnung,
um eine (für sämtliche CGC-Bodenstationen mit Uplink identische) Signalisierungsmeldung
zu übermitteln, die spezifiziert, dass in dem von dieser CGC-Bodenstation abgedeckten
Versorgungsbereich ein Uplink existiert. Diese Meldung kann an jeder Protocol Layer
implementiert werden, und der Empfänger (Terminal) muss in der Lage sein, sie zu interpretieren,
d.h. er muss das Protokoll kennen.
- Die CGC-Bodenstationen ohne einen verfügbaren Uplink machen keinen Gebrauch von dieser
periodischen Zuordnung zwecks Sendens von Signalisierungs- oder User-Daten. (Sie können
möglicherweise irgendeinen Pseudo-Inhalt senden.) Anders ausgedrückt bedeutet dies,
dass das Code-Wort, dass zur Anzeige der Existenz eines Uplink zugewiesen ist, nur
von denjenigen CGC-Bodenstationen verwendet wird, die ein verfügbares Uplink aufweisen.
- In diesem Code-Wort, das zum Signalisieren der Uplink-Verfügbarkeit zugewiesen ist,
soll nur Information enthalten sein, die auf die CGC-Bodenstation mit Uplink bezogen
ist. Signalisier-Daten, die sämtlichen CGC-Bodenstationen gemeinsam ist, oder User
Daten dürfen nicht in diesem Code-Wort enthalten sein.
[0020] Fig. 2 zeigt beispielhaft eine mögliche periodische Zuordnung eines DVB-SH-Code-Worts
zum Hinweis auf die Existenz eines Uplink.
[0021] In Zonen, in denen sich die Versorgungsbereiche von CGC-Bodenstationen mit und ohne
Uplink überlappen, tritt Interferenz auf, jedoch beeinträchtigt die Interferenz nur
das Code-Wort des DVB-SH-Frames, das zur Ubermittlung des Hinweises auf die Uplink-Verfügbarkeit
zugeordnet ist. Der Rest des Stroms wird nicht beeinträchtigt, da das interferierende
Signal auf das zugewiesene Code-Wort beschränkt ist und dieses Code-Wort keine User-Daten
oder Signalisier-Daten führt, die sämtlichen CGC-Bodenstationen mit und ohne Link
gemeinsam ist.
[0022] Die Auswirkung der Interferenz in den Überlappungsbereichen lässt sich wie folgt
beschreiben:
- Das in dem zugewiesenen Code-Wort gesendete Signal zum Signalisieren der Uplink-Verfügbarkeit
wird von CGC-Bodenstationen ohne Uplink im Wesentlichen nicht verwendet. In den Nutzdaten
des E-Frames können bekannte Sequenzen, die leicht detektierbar sind, verwendet werden,
so dass die Interferenz gegenüber dem Signal von CGC-Bodenstationen mit Uplink leicht
gelöscht werden kann.
- Falls die Interferenz, die von den CGC-Bodenstationen ohne Uplink bei den CGC-Bodenstationen
mit Uplink verursacht wird, nicht gelöscht werden kann, resultiert dies in einer Reduzierung
des Uplink-Versorgungsbereichs der CGC-Bodenstation mit Uplink, da die Terminals in
dem Überlappungsbereich nicht in der Lage sind, die eingebettete Information in diesem
Code-Wort zu "verstehen" und die Existenz eines Uplinks in diesem Bereich nicht realisieren.
Dies ist in Fig. 3 gezeigt, in der die Versorgungsbereiche von fünf CGC-Bodenstationen
in dem Downlink in einer typischen zellularen Verteilung dargestellt sind, wobei die
CGC-Bodenstation "C" einen Uplink aufweist. Die Schraffur markiert den effektiven
Versorgungsbereich des Uplink der CGC-Bodenstation "C" als Ergebnis der Interferenz
in den Bereichen der Überlappung mit den übrigen CGC-Bodenstationen,
- Die Interferenz, die von den CGC-Bodenstationen mit Uplink bei den CGC-Bodenstationen
ohne Uplink verursacht wird, kann hoch sein, wobei die Auswirkung jedoch vernachlässigbar
ist, da die CGC-Bodenstationen ohne Uplink keine in dem zugeordneten Code-Wort enthaltene
Information senden.
[0023] Bei einem Versorgungsbereich entsprechend der zellularen Art, der typischerweise
in Mobilfunknetzen wie z.B. GSM oder UMTS verwendet wird, wie bei dem Beispiel gemäß
Fig. 3 gezeigt, kann die Auswirkung der Interferenz in dem effektiven Versorgungsbereich
der Uplink-CGC-Bodenstation in Grenzen gehalten werden, indem der Installierung des
SFN-Netzes Anforderungen auferlegt werden (z.B. Mindestabstand zwischen CGC-Bodenstationen,
zugewiesenes EIRP (Equivalent Isotropically Radiated Power) für jede Downlink-CGC-Bodenstation
etc.), um den Uplink-Versorgungsbereich in dem gewünschten geographischen Gebiet zu
garantieren. Bei einem Kommunikationssystem, das hauptsächlich Broadcast-Dienste übernimmt,
wie z.B. DVB-T, DVB-S oder DVB-SH, ist die Versorgung anders konzipiert als bei zellularen
Systemen, wie Fig. 4 zeigt; bei solchen Systemen ist es übliche Praxis, Sender mit
verschiedenen Leistungsniveaus zu installieren: hohe, mittlere und niedrige Leistung.
Hochleistungs-Sender werden installiert, um große Bereiche abzudecken, während Sender
mit mittlerer und niedriger Leistung installiert werden, um die von den Hochleistungs-Sendern
belassenen Lücken abzudecken; dieser Typ von Ansatz wird als rundfunkartige Versorgung
bezeichnet. Die Ausgestaltung einer Sender-Netzes zur Versorgung eines bestimmten
Bereichs hängt beträchtlich von der Landschaft ab, Bei der rundfunkartigen Versorgung
kann sich der gesamte Versorgungsbereich einiger CGC-Bodenstationen überlappen, wie
in Fig. 4 gezeigt ist, in der die CGC-Bodenstation einen verfügbaren Uplink aufweist.
In diesem Beispiel ist die CGC-Bodenstation "A" ein Hochleistungs-CGC-Bodenstation,
und bei den übrigen CGC-Bodenstationen handelt es sich um solche mittlerer oder niedriger
Leistung, die dazu dienen, die Versorgungslücken der CGC-Bodenstation "A" zu füllen.
Somit sind die CGC-Bodenstationen "B" bis "D" in Bereichen angeordnet, in denen, z.B.
aufgrund der Landschaft, das Signal der CGC-Bodenstation "A" schwach ist und somit
angenommen werden kann, dass die von den CGC-Bodenstationen "A" bis "C" verursachte
Interferenz in dem Code-Wort, das verschiedene Information mitführt, im Großteil des
Versorgungsbereichs der CGC-Bodenstation "C" klein ist.
[0024] Dieser Ansatz bietet im Vergleich zum Stand der Technik folgende Vorteile:
- Er ist sehr einfach.
- Er erlaubt Abwärtskompatibilität: Die Leistungsfähigkeit bei dem Empfang reiner DVB-SH-geeigneter
Terminals ohne Uplink-Fähigkeiten würde nicht beeinträchtigt.
- Es minimiert die erforderliche Komplexität an den User-Terminals.
- Updates, die an DVB-SH-Terminals erforderlich sind, um das Signalisieren des Vorhandenseins
eines Uplink zu interpretieren, können vollständig in Software implementiert werden,
wodurch kostenaufwendige Updates in dem DVB-SH-Chipset vermieden werden. Dies bedeutetet,
dass der Kostenaufwand zum Implementieren der erforderlichen Updates minimal ist.
[0025] Mit der hier vorgeschlagenen Lösung zum Hinweis auf das Vorhandensein eines Uplink
werden die vorstehend genannten Vorteile erzielt. Der Nachteil dieser Lösung besteht
darin, dass ein volles Code-Wort reserviert sein muss, um das Signalisieren in Bezug
auf die mit Uplink versehenen CGC-Bodenstationen durchzuführen, und dieses Code-Wort
nicht dazu verwendet werden kann, User-Daten oder Hinweise zu übertragen, die dem
gesamten SFN-Netz gemeinsam sind. Angesichts dessen, dass ein Code-Wort bis zu acht
MPG-TS transportieren kann, verursacht dies eine nicht vernachlässigbare Einbuße an
Kapazität. Die Auswirkung für die Kapazitäts-Nutzung ist jedoch marginal, falls eine
zusätzliche Signalisierung, die sich auf die CGC-Bodenstationen mit Uplink bezieht,
auch in dem zugewiesenen Code-Wort für den Hinweis auf die Uplink-Verfügbarkeit übertragen
wird, statt diese Information an das ganze SFN zu senden, Zu den Beispielen für diese
Information zählen die derzeit applizierbare Uplink-Konfiguration (Frequenzbereich,
Kanäle etc.) und Information, die sich auf das Zugriffsschema bezieht, z.B, der Spreizfaktor
im Fall CDMA-basierter Systeme, etc.
[0026] Die Merkmale des vorgeschlagenen Verfahrens zum Anzeigen der Verfügbarkeit eines
CGC-Bodenstation-Uplinks, aufgrund derer das Verfahren als neuartig anzusehen ist,
sind folgende:
- Das Verfahren nutzt auf intelligente Weise den Datenstrom dazu, das Vorhandensein
einer Uplink-CGC-Bodenstation anzuzeigen, wobei Interferenzen zwischen CGC-Bodenstationen
zulässig sind, Updates in Hardware-Implementierungen oder duplizierte Empfangsketten
vermieden werden (wie im Fall des in WO-A-2009/109883 vorgeschlagenen Watermarking).
- Die erzeugte Interferenz von CGC-Bodenstationen ohne Uplink zu CGC-Bodenstationen
mit Uplink wird in dem Netz als eine Reduzierung des Versorgungsbereichs der CGC-Bodenstationen
mit Uplink wahrgenommen. Je nach der für den Uplink angewandten Wellenform ist jedoch,
falls der Uplink-Versorgungsbereich ohnehin kleiner ist als der Downlink-Versorgungsbereich,
die Auswirkung dieser Interferenz vernachlässigbar.
- Die erzeugte Interferenz von CGC-Bodenstationen mit Uplink zu CGC-Bodenstationen ohne
Uplink verursacht keine Verschlechterung des Leistung des SFN-Netzes, da das Code-Wort,
das von den CGC-Bodenstationen mit Uplink zum Hinweis auf einen Uplink verwendet wird,
nicht von dem Rest der CGC-Bodenstationen verwendet wird, um irgendwelche Daten zu
transportieren.
[0027] Die Erfindung kann in interaktiven DVB-SH-Netzen mit als Rückkanal ausgelegten terrestrischen
Komponenten (und Satellitenkomponenten) verwendet werden.
[0028] Abkürzungen
- ARQ
- Automatic Repeat reQuest
- ATC
- Ancillary Terrestrial Component
- CDM
- Code-Division Multiplex - Code-Multiplex
- CDMA
- Code-Division Multiple Access - Code-Teilungs-Mehrfachzugriff
- CGC
- Complementary Ground Component - komplementäre Bodenkomponente
- CW
- Codeword
- DVB-SH
- Digital Video Broadcasting Satellite Services to Handheld
- DVB-T2
- Digital Video Broadcasting second generation digital terrestrial television broadcasting
system
- EIRP
- Equivalent isotropically radiated power
- GSM
- Global System for Mobile communications - Globalsystem für Mobilkommunikation
- MFN
- Multiple Frequency Network - Mehrfrequenz-Netz
- MPEG-TS
- Moving Picture Expert Group - Transport Stream
- SFN
- Single Frequency Network - Gleichfrequenznetz
- OFDM
- Orthogonal Frequency Division Multiplex - Orthogonal-Frequenzmultiplex-Schema
- TDM
- Time Division Multiplex - Zeitmultiplex-Schema
- UMTS
- Universal Mobile Telecommunications System