[0001] Die Erfindung betrifft eine Umformeinrichtung für becherförmige Hohlkörper mit einem
Maschinengestell, einer Antriebseinrichtung, einem Werkstückrundtisch zur Aufnahme
von Hohlkörpern und einem Werkzeugträger zur Aufnahme von Bearbeitungswerkzeugen,
wobei sich Werkstückrundtisch und Werkzeugträger gegenüberliegen und um eine Drehachse
zueinander verdrehbar sowie längs der Drehachse zueinander linearverstellbar sind
und wobei die Antriebseinrichtung zur Bereitstellung einer Drehschrittbewegung und
einer zyklischen Linearbewegung zwischen Werkstückrundtisch und Werkzeugträger ausgebildet
ist, um eine Umformung der Hohlkörper mittels der Bearbeitungswerkzeuge in mehreren
aufeinanderfolgenden Bearbeitungsschritten zu ermöglichen, sowie mit einem dem Maschinengestell
ortsfest zugeordneten Tragrohr, dessen Mittelachse sich längs der Drehachse erstreckt
und das den Werkzeugträger und/oder den Werkstückrundtisch trägt, wobei an einer Außenoberfläche
des Tragrohrs eine Führungseinrichtung angeordnet ist, die für eine linearbewegliche
Lagerung des Werkzeugträgers und/oder des Werkstückrundtischs am Tragrohr ausgebildet
ist, wobei das Maschinengestell eine beabstandet vom Tragrohr ausgebildete Drehlagerung
für den Werkstückrundtisch oder Werkzeugträger umfasst und die Drehlagerung und das
Tragrohr gemeinsam an einer Stützplatte des Maschinengestells angeordnet sind.
[0002] Aus der
EP 0 275 369 A2 ist eine Umformmaschine bekannt, mit der becherförmige Hohlkörper aus Metall, insbesondere
Aluminium, aus einem im Wesentlichen zylinderhülsenförmigen Ausgangszustand bereichsweise
umgeformt, insbesondere lokal eingezogen, werden können, um beispielsweise im Bereich
der Öffnung eine Verschlusskappe oder ein Sprühventil abdichtend aufsetzten zu können.
Die bekannte Umformmaschine weist ein Maschinengestell auf, an dem ein Tragrohr ausgebildet
ist. An einer Außenoberfläche des Tragrohrs ist ein Werkstückrundtisch drehbar gelagert.
In einer vom Tragrohr begrenzten Ausnehmung ist ein linearverschiebliches Führungsrohr
aufgenommen, an dessen Endbereich der Werkzeugträger angebracht ist. In dem Maschinengestell
ist eine Antriebseinrichtung aufgenommen, die zur Erzeugung einer intermittierenden
Drehbewegung des Werkstückrundtischs und zur Erzeugung einer oszillierenden Linearbewegung
des Führungsrohrs und des damit verbundenen Werkzeugträgers ausgebildet ist. Durch
die Linearbewegung können die am Werkzeugträger vorgesehenen Werkzeuge, insbesondere
Umformwerkzeuge, in Eingriff mit den am Werkstückrundtisch gehaltenen Hohlkörpern
gebracht werden, um diese lokal zu bearbeiten, insbesondere plastisch zu deformieren.
Durch die intermittierende Drehbewegung des Werkstückrundtischs können die Hohlkörper
in serieller Reihenfolge in Kontakt mit den am Werkzeugträgertisch angebrachten Werkzeugen
gebracht werden, um eine schrittweise Umformung der Hohlkörper von einer Ausgangsgeometrie
hin zu einer Zielgeometrie zu erreichen.
[0003] Die
W00158618 offenbart eine Vorrichtung zum Deformieren dünnwandiger Körper, die mehrere Haltestationen
zur Aufnahme der Körper sowie mehrere Werkzeuge für einen Eingriff in die Wand des
Körpers aufweist, um den Körper in einer vorbestimmten Zone zu verformen. Dabei ist
eine zyklische Relativbewegung der an einem gemeinsamen Werkzeugträger aufgenommenen
Werkzeuge relativ zu den Haltestationen vorgesehen, wobei der Werkzeugträger an einer
Außenoberfläche eines Führungsrohrs schiebebeweglich gelagert ist.
[0004] Aus der
US 2008/069665 A1 ist eine Vorrichtung zum Einziehen von Aerosoldosen bekannt, bei der ein mit Werkszeugen
bestückter Werkzeugträger linearbeweglich gegenüber einem drehbar gelagerten Werkstückträger
angeordnet ist und wobei der Werkstückträger eine Drehschrittbewegung und der Werkzeugträger
eine hierzu synchrone zyklisch wiederholte Linearbewegung vollzieht.
[0005] Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine Umformeinrichtung bereitzustellen,
die bei vereinfachtem Aufbau eine verbesserte Genauigkeit bei der Bearbeitung der
Hohlkörper ermöglicht.
[0006] Diese Aufgabe wird durch eine Umformeinrichtung der eingangs genannten Art mit den
Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Dabei ist vorgesehen, dass die Stützplatte zusammen
mit einem Stützrahmen eine erste Maschinengestellpartie bildet und dass die Antriebseinrichtung
an Tragwangen aufgenommen ist, die eine zweite Maschinengestellpartie bilden, so dass
eine zumindest weitgehende Entkopplung zwischen den von der Antriebseinrichtung bereitgestellten
Kräften und dem Werkstückrundtisch sowie dem Werkzeugträger erreicht wird.
[0007] Durch die Anordnung der Führungseinrichtung an der Außenoberfläche des Tragrohrs
steht verglichen mit der bekannten Linearlagerung des Werkzeugträgertischs, die an
der Innenfläche des Tragrohrs vorgesehen ist, eine größere Lagerfläche zur Verfügung.
Dies gewährleistet eine zuverlässigere Abstützung der im Betrieb der Umformeinrichtung
vom Werkzeugträger und/oder vom Werkstückrundtisch auf das Tragrohr zu übertragenden
Kräfte. Zudem kann die Linearführung für den Werkzeugträger und/oder den Werkstückrundtisch
derart gestaltet werden, dass über die gesamte Länge der Linearbewegung des Werkzeugträgers
und/oder Werkstückrundtischs gegenüber dem Tragrohr stets die gleichen Lagerungsbedingungen
vorliegen. Hierdurch können die Bearbeitungstoleranzen für die Hohlkörperbearbeitung
in einem engen Bereich gehalten werden. Bei der Bearbeitung der Hohlkörper bewegen
sich der Werkstückrundtisch und/oder der Werkzeugträger längs der außen am Tragrohr
angebrachten, wenigstens einen Linearführung, relativ zum Tragrohr.
[0008] Durch die Beabstandung und die damit bewirkte zumindest teilweise mechanische Entkopplung
der Drehlagerung von der am Tragrohr ausgebildeten Linearlagerung wird erreicht, dass
vom Tragrohr auf das Maschinengestell zu übertragende Kräfte und Momente, insbesondere
Biegemomente, und damit einhergehende elastische Deformationen des Tragrohrs nicht
oder allenfalls in geringem Umfang zu unerwünschten Auslenkungen auf und/oder zu Belastungen
für die Drehlagerung führen. Dadurch wird eine vorteilhafte mechanische Entkopplung
der Drehlagerung von der Linearführung gewährleistet, wodurch die Bearbeitungsgenauigkeit
für die Hohlkörper verbessert werden kann. Vorzugsweise ist die Drehlagerung in radialer
Richtung nach außen beabstandet zum Tragrohr angeordnet. Besonders bevorzugt sind
eine Längsachse des Tragrohrs und die von der Drehlagerung bestimmte Drehachse konzentrisch
zueinander angeordnet.
[0009] Dabei ist vorgesehen, dass die Drehlagerung und das Tragrohr gemeinsam an einer Stützplatte
des Maschinengestells angeordnet sind. Die Stützplatte dient zur Übertragung von Kräften
zwischen dem Tragrohr und dem darauf linearbeweglich gelagerten Werkzeugträger oder
Werkstückrundtisch und dem mittels der Drehlagerung drehbeweglich an der Stützplatte
aufgenommenen Werkstückrundtisch oder Werkzeugträger. Vorzugsweise ist die Stützplatte
derart ausgebildet, dass sie bei den im Betrieb der Umformeinrichtung auftretenden
Bearbeitungskräften nicht oder nur in geringem Maße elastisch deformiert wird. Dadurch
wird die gewünschte, zumindest nahezu vollständige mechanische Entkopplung zwischen
dem Tragrohr einerseits und der Drehlagerung andererseits gewährleistet. Bei einer
bevorzugten Ausführungsform der Erfindung sind das, insbesondere mit kreisrundem Querschnitt
ausgeführte, Tragrohr und die Drehlagerung bezogen auf die Drehachse in radialer Richtung
beabstandet, insbesondere konzentrisch zueinander, an der Stützplatte angebracht.
Dabei umgreift die Drehlagerung das Tragrohr, wodurch es möglich ist, den Durchmesser
der Drehlagerung erheblich größer als den Durchmesser des Tragrohrs zu wählen. Vorzugsweise
wird der Durchmesser der Drehlagerung zumindest annähernd so groß gewählt wie der
Durchmesser des, vorzugsweise kreisringförmig, ausgeführten Werkzeugträgers bzw. Werkstückrundtischs.
Hierdurch kann eine vorteilhafte Abstützung der parallel zur Drehachse auf den Werkzeugträger
bzw. Werkstückrundtisch einwirkenden Kräfte durch Stützplatte und die zwischen Werkzeugträger
bzw. Werkstückrundtisch und Stützplatte angeordnete Drehlagerung gewährleistet werden.
[0010] Aufgrund der erfindungsgemäßen Gestaltung der Stützplatte zusammen mit dem Stützrahmen
wird eine erste Maschinengestellpartie gebildet, wobei die Antriebseinrichtung an
Tragwangen aufgenommen ist, die eine zweite Maschinengestellpartie bilden, so dass
eine zumindest weitgehende Entkopplung zwischen den von der Antriebseinrichtung bereitgestellten
Kräften und dem Werkstückrundtisch sowie dem Werkzeugträger erreicht wird. Die beiden
Maschinengestellpartien leiten jeweils die auf sie einwirkenden Kräfte vorzugsweise
auf eine Grundplatte ab. Die Grundplatte kann als weiterer Teil des Maschinengestells
und/oder als Teil einer Fundamentkonstruktion für die Umformeinrichtung ausgebildet
sein und schließt den Kraftfluss zwischen den beiden Maschinengestellpartien. Diese
Grundplatte kann besonders stabil ausgebildet werden, so dass sie durch die im Betrieb
der Umformeinrichtung auftretenden Kräfte nicht oder nur geringfügig deformiert wird.
Vorzugsweise ist die Grundplatte derart ausgebildet, dass sie eine zumindest weitgehende,
insbesondere praktisch vollständige, mechanische Entkopplung der beiden Maschinengestellpartien
voneinander ermöglicht. Hierdurch wird erreicht, dass beispielsweise von der Antriebseinrichtung
ausgehende Kräfte und Schwingungen, die auf die zweite Maschinengestellpartie eingeleitet
werden, zumindest weitestgehend von der ersten Maschinengestellpartie ferngehalten
werden können und somit keinen störenden Einfluss auf den Werkzeugträger und den Werkstückrundtisch,
die relativbeweglich zueinander an der ersten Maschinengestellpartie angebracht sind,
ausüben können. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand von Unteransprüchen.
[0011] Zweckmäßig ist es, wenn das Tragrohr ortsfest am Maschinengestell angebracht ist.
Hierdurch wird eine hoch belastbare und vom Betriebszustand bzw. der Betriebsstellung
der Umformeinrichtung unabhängige Kraftübertragung zwischen Tragrohr und Maschinengestell
gewährleistet, wodurch eine vorteilhafte Abstützung des Werkzeugträgers und/oder Werkstückrundtischs
sichergestellt wird.
[0012] Bei einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass zwischen
der ersten Maschinengestellpartie und der zweiten Maschinengestellpartie ein gelenkig,
vorzugweise flexibel, insbesondere als Festkörpergelenk, ausgebildeter Koppelbereich
vorgesehen ist. Der Koppelbereich dient einerseits zur Schließung des Kraftflusses
zwischen erster und zweiter Maschinengestellpartie, andererseits ist der Koppelbereich
für eine möglichst weitgehende mechanische Entkopplung der beiden Maschinengestellpartien
vorgesehen. Vorzugsweise ist der Koppelbereich als flexibles Gelenkelement, insbesondere
als Festkörpergelenk, ausgebildet. Hierdurch ist sichergestellt, dass die beiden Maschinengestellpartien
spielfrei miteinander verbunden sind. Vorzugsweise ist das Festkörpergelenk in der
ersten Maschinengestellpartie, beispielsweise im Bereich einer Verbindung der Stützplatte
mit der Bodenplatte, integriert.
[0013] Zweckmäßig ist es, wenn eine Gelenkachse des gelenkigen Koppelbereichs quer zur Drehachse
ausgerichtet ist. Bei der Gelenkachse kann es sich je nach Ausführung des Koppelbereichs
um eine tatsächliche körperliche Achse oder, insbesondere einem Festkörpergelenk,
um eine geometrische Achse handeln. Durch die erfindungsgemäße Ausrichtung der Gelenkachse
dient der Koppelbereich dazu, die durch die Antriebseinrichtung erzeugten und insbesondere
längs der Drehachse wirkenden Linearschwingungen von der Stützplatte zu entkoppeln.
Vorzugsweise führt die Stützplatte zur Entkopplung der Linearschwingungen der Antriebseinrichtung
eine Kippbewegung relativ zur Antriebseinrichtung um die Gelenkachse aus. Dadurch
wird verhindert, dass die von der Antriebseinrichtung ausgehenden Linearschwingungen
bis zum Werkzeugträger und/oder Werkstückrundtisch vordringen und dort die Bearbeitungsqualität
beeinflussen.
[0014] Bei einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass zwischen dem Tragrohr
und dem Werkzeugträger oder Werkstückrundtisch eine, vorzugsweise vorgespannte, insbesondere
spielfrei vorgespannte, Wälzkörperlageranordnung ausgebildet ist. Eine Wälzkörperlageranordnung
ermöglicht hohe Relativgeschwindigkeiten für die oszillierende Linearbewegung zwischen
dem Werkzeugträger oder Werkstückrundtisch und dem Tragrohr. Da sich bei dieser Linearbewegung
der Werkzeugträger oder Werkstückrundtisch stets längs des gleichen Abschnitts des
Tragrohrs bewegt, ist die Verwendung einer Wälzkörperlageranordnung vorteilhaft, da
diese aufgrund der Rollreibung der Wälzkörper eine geringere Wärmeentwicklung hervorbringt
als eine entsprechende Gleitlagerung. Vorzugsweise ist die Wälzkörperlageranordnung
vorgespannt ausgebildet, um eine spielarme, vorzugsweise spielfreie Lagerung des Werkzeugträgers
oder Werkstückrundtischs am Tragrohr zu gewährleisten. Insbesondere ist die Vorspannung
der Wälzkörperlageranordnung derart ausgebildet, dass eine Rotationsbewegung des Werkzeugträgers
oder Werkstückrundtischs um die Drehachse sowie um eine quer zur Drehachse ausgerichtete
Kippachse zumindest teilweise, vorzugweise vollständig, vermieden wird.
[0015] Vorteilhaft ist es, wenn an einer Innenoberfläche des Tragrohrs eine, vorzugsweise
als Gleitlagerung ausgebildete, Lagereinrichtung für einen Koppelschlitten der Antriebseinrichtung
ausgebildet ist, der für eine kraftübertragende Verbindung zwischen einer Pleuelstange
der Antriebseinrichtung und dem Werkzeugträger oder dem Werkstückrundtisch vorgesehen
ist. Der Koppelschlitten ist vorgesehen, um die von der Antriebseinrichtung vorzugsweise
in der Art einer Kurbelbewegung bereitgestellte, als Überlagerung einer Linearbewegung
mit einer Schwenkbewegung vorliegende Oszillationsbewegung in eine reine Linearbewegung
zu überführen, die dann an den Werkzeugträger oder Werkstückrundtisch weitergeleitet
werden kann. Hierzu ist der Koppelschlitten mit der am Kurbeltrieb der Antriebseinrichtung
angebrachten Pleuelstange verbunden und linearbeweglich im Tragrohr gelagert. Da die
Lagerung des Werkzeugträgers oder Werkstückrundtischs erfindungsgemäß an der Außenoberfläche
des Tragrohrs vorgesehen ist, kann die Innenoberfläche des Tragrohrs für die Lagerung
des Koppelschlittens genutzt werden. Hierdurch wird neben einer vorteilhaften Führung
des Koppelschlittens auch eine kompakte Bauform für die Umformeinrichtung erreicht.
Besonders bevorzugt liegt der Koppelschlitten über die gesamte Länge der linearen
Oszillationsbewegung in stets gleicher Weise an der Innenoberfläche des Tragrohrs
an.
[0016] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist zwischen dem Koppelschlitten und dem
Werkzeugträger oder Werkstückrundtisch ein, vorzugsweise ringförmig ausgebildetes,
elastisches Koppelmittel angeordnet, das zur Kraftübertragung zwischen Koppelschlitten
und Werkzeugträger oder Werkstückrundtisch und zur Entkopplung von Verkippungsbewegungen
des Koppelschlittens quer zur Drehachse ausgebildet ist. Das elastische Koppelmittel
wird während des Bearbeitungsvorgangs für die Hohlkörper für die Durchführung der
linearen Oszillationsbewegung zunächst mit einer Druckkraft beaufschlagt, um den Werkzeugträger
oder Werkstückrundtisch auf den gegenüberliegend angeordneten Werkstückrundtisch oder
Werkzeugträger zuzubewegen und die Bearbeitungswerkzeuge in Eingriff mit den Hohlkörpern
zu bringen. In einer nachfolgenden Phase der linearen Oszillationsbewegung werden
Zugkräfte auf das elastische Koppelmittel eingeleitet, um den Abstand zwischen Werkzeugträger
und Werkstückrundtisch wieder zu vergrößern und damit die Bearbeitungswerkzeuge von
den Hohlkörpern zu entfernen. Vorzugsweise ist das elastische Koppelmittel hülsenförmig,
insbesondere aus einem dünnwandigen metallischen Werkstoff, ausgebildet. Besonders
bevorzugt ist das elastische Koppelmittel konzentrisch zur Drehachse des Werkzeugträgers
oder Werkstückrundtischs ausgerichtet.
[0017] Bei einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass eine Führungslänge für
den Werkzeugträger oder den Werkstückrundtisch längs des Tragrohrs und/oder für den
Koppelschlitten längs des Tragrohrs wenigstens das 1,5-fache, vorzugsweise wenigstens
das 2-fache, insbesondere wenigstens das 2,5-fache, des maximalen Hubwegs des Werkzeugträgers
oder des Werkstückrundtischs beträgt. Die Führungslänge ist der maximale Abstand der
jeweils äußeren Wälzkörper der Linearführungen längs der Drehachse, die dem Werkzeugträger
oder Werkstückrundtisch zugeordnet sind. Durch die Abstützung des Werkzeugträgers
oder Werkstückrundtischs auf einer solchen Führungslänge ist.auch bei maximalem Hub
der Antriebseinrichtung gewährleistet, dass der Werkzeugträger oder der Werkstückrundtisch
stets zuverlässig am Tragrohr geführt ist.
[0018] Zweckmäßig ist es, wenn das Tragrohr und der Werkzeugträger oder Werkstückrundtisch
freitragend an der Stützplatte angebracht sind. Hierdurch ist eine vorteilhafte Zugänglichkeit
des Werkzeugträgers oder Werkstückrundtischs gewährleistet, beispielsweise für eine
rasche Auswechselbarkeit des Werkzeugträgers oder Werkstückrundtischs.
[0019] Eine vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt.
Hierbei zeigt:
- Figur 1
- eine ebene, schematische Schnittdarstellung durch eine Umformeinrichtung,
- Figur 2
- eine schematische Darstellung der Antriebseinrichtung mit den ersten und zweiten Antriebsmitteln.
[0020] Eine in der Figur 1 dargestellte Umformeinrichtung 1, die insbesondere zur Umformung
von becherförmigen Hohlkörpern einsetzbar ist, umfasst ein Maschinengestell 2, an
dem ein Werkstückrundtisch 3 und ein Werkzeugträger 4 angeordnet sind. Bei der dargestellten
Ausführungsform der Umformeinrichtung 1 ist der Werkstückrundtisch 3 drehbar am Maschinengestell
2 angebracht, während der Werkzeugträger 4 exemplarisch linearbeweglich am Maschinengestell
2 aufgenommen ist. Der Werkstückrundtisch 3 ist somit gegenüber dem Maschinengestell
2 und dem Werkzeugträger 4 um eine Drehachse 5 drehbar gelagert. Der Werkzeugträger
4 kann linear längs der Drehachse 5 gegenüber dem Maschinengestell 2 und dem Werkstückrundtisch
3 verschoben werden.
[0021] Die Umformeinrichtung 1 umfasst weiterhin eine Antriebseinrichtung 6, die zur Bereitstellung
einer intermittierenden Rotationsbewegung oder Drehschrittbewegung sowie zur Bereitstellung
einer zyklisch oszillierenden Linearbewegung ausgebildet ist. Vorliegend ist die Antriebseinrichtung
6 zur Bereitstellung der Drehschrittbewegung an den Werkstückrundtisch 3 und zur Bereitstellung
der zyklisch oszillierenden Linearbewegung an den Werkzeugträger 4 ausgebildet.
[0022] Die Antriebseinrichtung 6 umfasst unter anderem eine Doppelexzenteranordnung 8. Die
Doppelexzenteranordnung 8, die einen auch als Exzenterwelle bezeichneten inneren Exzenter
9 und einen auch als Exzenterbuchse bezeichneten äußeren Exzenter 10 umfasst, dient
als hinsichtlich des Kurbelhubs einstellbarer Kurbeltrieb zur Bereitstellung einer
kreisförmigen Umlaufbewegung für ein nicht näher bezeichnetes Pleuelauge einer Pleuelstange
7.
[0023] Die zum Antrieb der Pleuelstange 7 notwendigen Kräfte werden beispielsweise von einem
als Elektromotor ausgeführten Antriebsmotor 11 bereitgestellt, der über einen, exemplarisch
als Keilrippenriemen ausgebildeten, Riementrieb 12 mit einem Schwungrad 13 gekoppelt
ist. Das Schwungrad 13 ist über eine im Betrieb der Umformeinrichtung 1 kuppelbare
Schwungradkupplung 14 in kraftübertragende Verbindung mit einem Antriebsritzel 15
bringbar. Das Antriebsritzel 15 steht in Eingriff mit einem Hauptzahnrad 16, das an
zwei Tragwangen 17 drehbar gelagert aufgenommen ist, von denen aufgrund der Schnittdarstellung
der Figur 1 nur eine sichtbar ist. An dem Hauptzahnrad 16 sind in spiegelbildlicher
Anordnung zwei, vorzugsweise jeweils einstückig angeformte, exemplarisch zylindrisch
ausgebildete Lagerzapfen 18 angebracht, die konzentrisch zum Hauptzahnrad 16 angeordnet
sind und die in nicht dargestellter Weise in eine der Tragwange 17 jeweils zugehörige
Lagerung eingreifen und die der Drehlagerung des Hauptzahnrads 16 dienen. Zudem ist
an dem Hauptzahnrad 16 der innere Exzenter 9 ortsfest angebracht, während der äußere
Exzenter 10 am Hauptzahnrad 16 verstellbar gelagert ist, um den Kurbelhub der Doppelexzenteranordnung
8 für die Pleuelstange 7 einstellen zu können.
[0024] Für die Einstellung des maximalen Hubs kann der äußere Exzenter 10 mittels einer
nicht näher dargestellten Kupplung vom inneren Exzenter 9 entkoppelt werden und zur
Hubeinstellung mittels einer ebenfalls nicht dargestellten Antriebseinrichtung um
eine normal zur Darstellungsebene verlaufende Schwenkachse, vorzugsweise stufenlos,
relativ zum inneren Exzenter 8 verdreht werden. Anschließend wird die Kupplung wieder
geschlossen, so dass die beiden Exzenter 9 und 10 wieder kraftübertragend miteinander
gekoppelt sind.
[0025] An dem Hauptzahnrad 16 befindet sich auch ein Abtriebszahnrad 19 in permanentem Eingriff,
das über eine im Betrieb der Umformeinrichtung 1 schaltbare Schrittschaltgetriebekupplung
21 mit einem Schrittschaltgetriebe 20 in kraftübertragende Verbindung gebracht werden
kann. Das Schrittschaltgetriebe 20 setzt die kontinuierliche Drehbewegung des Abtriebszahnrads
19 in eine diskontinuierliche, intermittierende Drehschrittbewegung um, die über eine
Schrittschaltwelle 22 und ein Schrittschaltritzel 23 auf den Werkstückrundtisch 3
übertragen wird. Exemplarisch ist am Werkstückrundtisch 3 eine Innenverzahnung 24
ausgebildet, in die das Schrittschaltritzel 23 eingreift, um die Drehschrittbewegung
des Schrittschaltgetriebes 20 auf den Werkstückrundtisch 3 zu übertragen, der dann
die Drehschrittbewegung um die Drehachse 5 vollzieht. Alternativ kann anstelle des
Schrittschaltgetriebes 20 ein Servoantrieb eingesetzt werden, der eine elektrisch
gesteuerte Drehschrittbewegung ermöglicht.
[0026] Beispielhaft ist der Werkstückrundtisch 3 mittels einer Drehlagerung 25 drehbar an
einer Stützplatte 26 gelagert. Die Stützplatte 26 ist Teil einer ersten Maschinengestellpartie,
die auch einen Stützrahmen 31 umfasst. Der Stützrahmen 31 hat insbesondere die Aufgabe,
die Drehmomente, die durch die Gewichtskräfte der an der Stützplatte 26 angebrachten,
nachstehend näher beschriebenen Baugruppen auf die Stützplatte 26 einwirken, in eine
Grundplatte 32 abzuleiten.
[0027] Die Drehlagerung 25 umfasst beispielsweise einen an der Stützplatte 26 angebrachten,
vorzugsweise kreisringförmigen Lagerring 28, der an einer umlaufenden Außenoberfläche
eine Auflagefläche für eine Vielzahl von schematisch dargestellten Wälzkörpern 29
aufweist. Die Wälzkörper 29 sind zwischen dem Lagerring 28 und einer dem Lagerring
28 gegenüberliegenden, am Werkstückrundtisch 3 exemplarisch als umlaufender Bund 63
ausgebildeten Lagerfläche 30 angeordnet und werden von einem nicht näher dargestellten
Käfig in Position gehalten. Sie bilden zusammen mit dem Lagerring 28 und umlaufenden
Bund 63 ein Radiallager, das eine reibungsarme und insbesondere bezüglich der Drehachse
5 und dem Werkzeugträger 4 hochpräzise Drehbewegung des Werkstückrundtischs 3 gewährleistet.
Eine Abstützung von Bearbeitungskräften, die in Richtung der Drehachse 5 auf den Werkstückrundtisch
3 einwirken, erfolgt beispielsweise durch einen kreisringförmigen Gleitlagerring 62,
der flächig an der Oberfläche des Werkstückrundtischs 3 anliegt. Vorzugsweise werden
der Gleitlagerring 62 und die gegenüberliegend angeordnete Oberfläche des Werkstückrundtischs
3 von einem nicht näher dargestellten Schmierungskreislauf mit einer intermittierenden
oder kontinuierlichen Schmierstoffversorgung mit Schmierstoff versorgt.
[0028] An einer der Antriebseinrichtung 6 entgegengesetzten Oberfläche der Stützplatte 26
und beabstandet zur Drehlagerung 25 ist ein Tragrohr 33 angebracht, das exemplarisch
zur Abstützung und linearen Lagerung des Werkzeugträgers 4 dient. Das Tragrohr 33
weist in einer nicht dargestellten, normal zur Drehachse 5 ausgerichteten Querschnittsebene
einen exemplarisch kreisringförmigen Querschnitt auf. Eine zylindrische Innenoberfläche
35 des Tragrohrs 33 dient als Gleitlagerfläche für einen Koppelschlitten 34, der mit
der Pleuelstange 7 gekoppelt ist und zur Umsetzung der kombinierten Dreh- und Linearbewegung
der Pleuelstange 7 in eine Linearbewegung dient.
[0029] Der Koppelschlitten 35 umfasst exemplarisch einen rohrförmig ausgebildeten Grundkörper
37, an dem ein Lagerbolzen 38 zur schwenkbeweglichen Lagerung der Pleuelstange 7 angebracht
ist. An dem Grundkörper 37 sind radial außenliegend mehrere, vorzugsweise ringförmige,
Gleitstücke 39, beispielsweise aus Gleitlagerbronze, angeordnet, die für eine Gleitbewegung
auf der Innenoberfläche 35 des, exemplarisch aus Metall hergestellten, Tragrohrs 33
ausgebildet sind.
[0030] An einer Außenoberfläche 36 des Tragrohrs 33 sind mehrere parallel zur Drehachse
5 erstreckte Lagerschienen 40 angebracht, die als Linearführungselemente für den Werkzeugträger
4 dienen. Vorzugsweise sind die Lagerschienen 40 in gleicher Winkelteilung um die
Drehachse 5 angeordnet, beispielsweise in einer 120-Grad-Teilung oder einer 90-Grad-Teilung.
[0031] Für die lineare Führung des Werkzeugträgers 40 sind zudem an einer radial innenliegenden
Innenoberfläche 41 des Werkzeugträgers 4 korrespondierend zu den Lagerschienen 40
auch als Kugelrollschuhe bezeichnete Linearführungen 42 angebracht, die die Lagerschienen
40 jeweils U-förmig umgreifen. Die Linearführungen 42 können beispielsweise als Kugelumlaufführungen
ausgebildet sein, bei denen eine Vielzahl von zylindrischen oder sphärischen Wälzkörpern
in einer Führungsbahn aufgenommen sind und eine lineare Relativbewegung gegenüber
der jeweiligen Lagerschiene 40 ermöglichen. Vorzugsweise sind die Linearführungen
42 durch nicht näher dargestellte Spannmittel in radialer Richtung und/oder in Umfangsrichtung
des Tragrohrs 33 gegeneinander verspannt, wodurch eine spielarme, insbesondere spielfreie,
Linearlagerung des Werkzeugträgers 4 gegenüber dem Tragrohr 33 erzielt wird. Aufgrund
der Linearführungen 42 ist der Werkzeugträger 4 drehfest am Tragrohr 33 aufgenommen.
[0032] An dem Grundkörper 37 des Koppelschlittens 34 ist an der der Pleuelstange 7 abgewandten
Stirnseite eine Abschlussplatte 43 angebracht, die eine Gewindespindel 44 trägt. Die
Gewindespindel 44 erstreckt sich beispielsweise parallel, insbesondere konzentrisch,
zur Drehachse 5. Zwei längs der Drehachse 5 zueinander beabstandet angeordnete Spindelmuttern
45, 46 greifen in das nicht näher dargestellte Außengewinde der Gewindespindel 44
ein. Die beiden Spindelmuttern 45, 46 sind drehfest und linearverschieblich miteinander
verbunden. Der zweiten Spindelmutter 46 ist eine, vorzugsweise hydraulisch ansteuerbare,
Linearstelleinrichtung 48 und ein Stellmotor 49 zugeordnet.
[0033] Die Aufgabe des Stellmotors 49, der vorzugsweise als Torquemotor ausgebildet ist
und einen mit der zweiten Spindelmutter 46 gekoppelten, drehbeweglich gelagerten Rotor
50 sowie einen Stator 51 umfasst, der in einem Mitnehmer 52 drehfest aufgenommen ist,
besteht darin, die beiden Spindelmuttern 45, 46 durch Rotation längs der Gewindespindel
44 zu verschieben und dadurch eine Verstellung einer Ausgangsposition des Werkzeugträgers
4 längs der Gewindespindel 44 zu ermöglichen.
[0034] Die Aufgabe der Linearstelleinrichtung 48, die eine Kraft in Richtung der Drehachse
5 auf die zweite Spindelmutter 46 ausüben kann, besteht, darin, die zweite Spindelmutter
46 gegenüber der ersten Spindelmutter 45 zu verspannen und damit eine spielfreie Kraftübertragung
zwischen Gewindespindel 44 und dem Mitnehmer 52 zu ermöglichen, in dem die Spindelmuttern
45 und 46 ortsfest und drehbeweglich aufgenommen sind.
[0035] Der Mitnehmer 52 ist exemplarisch als im Wesentlichen rotationssymmetrischer Körper
ausgebildet und weist einen umlaufenden Flansch 53 auf, an dem ein rohrförmiges Koppelmittel
54 befestigt ist, das für eine kraftübertragende Verbindung mit dem Werkzeugträger
4 ausgebildet ist. Der Flansch 53 und das Koppelmittel 54 sind derart dimensioniert,
dass sie aufgrund der vom Werkzeugträger 4 auf den Werkstückrundtisch 3 übertragenen
Kräfte geringfügig elastisch deformiert werden und dabei eventuell auftretende Verkippungen
des Koppelschlittens 34 und des Mitnehmers 47 um Kippachsen quer zur Drehachse 5 zumindest
teilweise aufnehmen, so dass diese nicht oder allenfalls anteilig auf den Werkzeugträger
4 übertragen werden. In Kombination mit der zumindest im Wesentlichen spielfreien
Lagerung des Werkzeugträgers 4 am Tragrohr 33 wird dadurch eine besonders hohe Präzision
für die Bearbeitung der am Werkstückrundtisch aufgenommenen Hohlkörper 55 erzielt.
[0036] Nachstehend sollen einige Aspekte für die Funktion der Umformeinrichtung 1 umrissen
werden. Dabei wird davon ausgegangen, dass an dem Werkstückrundtisch 3 mehrere in
gleicher Winkelteilung zur Drehachse 5 angeordnete, auch als Spannfutter bezeichnete
Werkstückhalter 55 angebracht sind, in denen jeweils becherförmige Hohlkörper 56 aufgenommen
sind. An der dem Werkstückrundtisch 3 gegenüberliegenden Oberfläche des Werkzeugträgers
4 sind korrespondierend zu den Werkstückhaltern 55 entsprechende Werkzeughalter 57
angeordnet, die mit Bearbeitungswerkzeugen 58, beispielsweise mit Umformwerkzeugen,
bestückt sind.
[0037] Für eine Inbetriebnahme der in der Figur 1 dargestellten Umformeinrichtung 1 werden
zunächst die Kupplungen, insbesondere die Schwungradkupplung 14 und die Schrittschaltgetriebekupplung
21, in eine eingekuppelte, kraftübertragende Stellung gebracht. Zudem kann vor der
Inbetriebnahme der Exzenter- oder Kurbelhub für die Pleuelstange 7 und den damit gekoppelten
Koppelschlitten 34 durch Relativbewegung und Arretierung des äußeren Exzenters 10
gegenüber dem inneren Exzenter 9 eingestellt werden. Darüber hinaus kann auch die
Ausgangsstellung des Werkzeugträgers 4 längs der Drehachse 5 durch Ansteuerung des
Stellmotors 49 und der damit gekoppelten Spindelmuttern 45, 46 eingestellt werden.
Anschließend werden die Spindelmuttern 45, 46 mittels der Linearstelleinrichtung 48
auf der Gewindespindel 44 arretiert.
[0038] Zur Inbetriebnahme der Umformeinrichtung 1 wird der Antriebsmotor 11 mit elektrischer
Spannung beaufschlagt und erzeugt eine Rotationsbewegung, die über den Riementrieb
12 an das Schwungrad 13 weitergegeben wird. Das mit dem Schwungrad 13 kraftübertragend
verbundene Antriebsritzel 15 setzt das Hauptzahnrad 16 in Bewegung. Dadurch wird einerseits
mittels der Doppelexzenteranordnung 8 eine Kurbelbewegung auf die Pleuelstange 7 eingeleitet.
Außerdem wird über das Abtriebszahnrad 19 das Schrittschaltgetriebe 20 in Gang gesetzt.
Bei geschlossenen Kupplungen 14, 21 liegt eine kinematische Zwangskopplung zwischen
der Bewegung der Pleuelstange 7 und damit des Werkzeugträgers 4 und der Bewegung des
Schrittschaltgetriebes 20 und damit des Werkstückrundtischs 3 vor.
[0039] Durch die Kurbelbewegung der Doppelexzenteranordnung 8 und die Kopplung über die
Pleuelstange 7 wird der Koppelschlitten 34 in eine oszillierende Linearbewegung versetzt,
die über die Gewindespindel 44, die Spindelmuttern 45, 46, den Mitnehmer 47 und das
Koppelmittel 54 auf den Werkzeugträger 4 übertragen wird, der diese Linearbewegung
in gleicher Weise wie der Koppelschlitten 34 vollzieht.
[0040] Der Werkstückrundtisch 3 wird durch das Schrittschaltgetriebe 20 und die damit verbundene
Schrittschaltwelle 22 sowie das Schrittschaltritzel 23 und die Innenverzahnung 24
in eine Drehschrittbewegung um die Drehachse 5 versetzt. Dabei sind die Drehschrittbewegung
des Werkstückrundtischs 3 und die oszillierende Linearbewegung des Werkzeugträgers
4 derart aufeinander abgestimmt, dass der Werkstückrundtisch 3 in demjenigen Zeitintervall
ruht, in dem die am Werkzeugträger 4 angebrachten Bearbeitungswerkzeuge 58 in Eingriff
mit den Hohlkörpern 56 stehen. Der Werkstückrundtisch 3 vollzieht die Drehschrittbewegung,
wenn die Bearbeitungswerkzeuge 58 nicht im Eingriff mit den Hohlkörpern 56 stehen.
Hierdurch können die Bearbeitungswerkzeuge 58 im Zuge der kombinierten Linear- und
Drehschrittbewegung von Werkzeugträger 4 und Werkstückrundtisch 3 sequentiell in Eingriff
mit den Hohlkörpern 56 gebracht werden, um eine schrittweise Umformung der Hohlkörper
56 zu erzielen.
[0041] Aufgrund der Kurbelbewegung der Doppelexzenteranordnung 8 und der damit gekoppelten
Pleuelstange 7 treten während des Betriebs der Umformeinrichtung 1 erhebliche Massenkräfte
und Schwingungen auf. Um diese Störeinflüsse zumindest weitestgehend von den Hohlkörpern
56 und den Bearbeitungswerkzeugen 58 fernzuhalten, sind die Tragwangen 17, die im
Wesentlichen die zweite Maschinengestellpartie 59 bilden, formstabil ausgebildet und
fest an der Grundplatte 32 verankert, die ihrerseits eine große Masse aufweist und
somit von den Störeinflüssen nicht oder nur in geringem Maße in Bewegung versetzt
werden kann. Die Stützplatte 26, die sowohl das Tragrohr 33 zur Führung des Werkzeugträgers
4 als auch den Lagerring 28 zur Drehlagerung des Werkstückrundtischs 3 trägt, ist
ebenfalls formstabil ausgebildet und wird durch die im Betrieb der Umformeinrichtung
1 auftretenden Kräfte nicht oder nur in geringem Maße deformiert.
[0042] Um einerseits eine möglichst weitgehende Entkopplung der Stützplatte 26 von der Antriebseinrichtung
6 und andererseits einen zuverlässigen Kraftfluss zwischen Stützplatte 26 und Antriebseinrichtung
6 zu erreichen, ist die Stützplatte 26 über einen gelenkig ausgebildeten Koppelbereich
60 mit der Grundplatte 32 verbunden. Da zudem der Stützrahmen 31 eine deutlich höhere
Elastizität als die Stützplatte 26 aufweist, kann eine aus Stützplatte 26, Werkstückrundtisch
3, Werkzeugträger 4 und Tragrohr 33 gebildete Bearbeitungseinheit 61 als in sich starre
und dadurch hinsichtlich des Bearbeitungsvorgangs präzise Baugruppe angesehen werden.
Die Bearbeitungseinheit 61 ist über den Koppelbereich 60 und den Stützrahmen 31 elastisch
mit der Grundplatte 32 verbunden. Die von der Pleuelstange 7 bereitgestellte Bewegung
wird mittels des im Tragrohr 33 schiebebeweglich aufgenommenen Koppelschlittens 34
in die Bearbeitungseinheit 61 eingeleitet. Das zwischen dem Koppelschlitten 34 und
dem Werkzeugträger 4 angeordnete Koppelmittel 54 koppelt etwaige Kippbewegungen des
Koppelschlittens 34 aus, so dass der Werkzeugträger 4 mit einer reinen Linearbewegung
beaufschlagt wird. Da der Werkzeugträger 4 zudem mittels der vorgespannten, insbesondere
spielfreien Linearführungen 42 an den Lagerschienen 40 aufgenommen ist, ist eine genaue
Positionierung der Bearbeitungswerkzeuge 58 gegenüber den Hohlkörpern 56 gewährleistet.
[0043] Für die Durchführung der relativen Verdrehung des inneren Exzenters 9 gegenüber dem
äußeren Exzenter 10 und die dadurch zu bewirkende, insbesondere stufenlose Einstellung
des Arbeitshubs, ist eine Feststelleinrichtung 70 vorgesehen, die einen schwenkbar
am Maschinengestell 2 gelagerten Feststellhebel 71, ein beispielsweise als hydraulisch
ansteuerbaren Zylinder ausgebildetes Stellmittel 72 sowie einen am äußeren Exzenter
10 in axialer Richtung abragenden Feststellbolzen 73 umfasst.
[0044] Mit Hilfe der Feststelleinrichtung 70 kann der äußere Exzenter 10 festgelegt werden,
indem das Stellmittel 72 von der nicht dargestellten Steuereinrichtung angesteuert
wird und den Feststellhebel 71 derart verschwenkt, dass dieser in Eingriff mit dem
Feststellbolzen 73 kommen kann. Anschließend wird der Antriebsmotor 11 von der Steuereinrichtung
derart angesteuert, dass das Hauptzahnrad 16 eine langsame, in der Darstellung der
Figur 1 vorzugsweise im Uhrzeigersinn stattfindende Rotationsbewegung, durchführt.
Bei dieser Rotationsbewegung werden zunächst sowohl der innere Exzenter 9 als auch
der äußere Exzenter 10 mitbewegt, bis der Feststellbolzen 73 in Eingriff mit dem gabelförmig
ausgebildeten Feststellhebel 71 kommt. Ab diesem Zeitpunkt wird eine weitere Verdrehung
des äußeren Exzenters 10 durch den eingeschwenkten Feststellhebel 71 verhindert, während
sich der innere Exzenter 9 bei weiterer Rotation des Hauptzahnrads 16 relativ zum
äußeren Exzenter 10 verdrehen kann.
[0045] Durch diese relative Verdrehung zwischen innerem Exzenter 9 und äußerem Exzenter
10 wird die gewünschte Einstellung des Arbeitshubs bewirkt. Aufgrund der Untersetzung
der Rotationsbewegung zwischen dem Antriebsmotor 11 und dem Hauptzahnrad 16 kann eine
sehr feine Winkelauflösung für die Relativbewegung zwischen innerem Exzenter 9 und
dem äußeren Exzenter 10 erreicht werden, so dass eine praktisch stufenlose Einstellung
des Arbeitshubs ermöglicht wird.
[0046] Sobald der gewünschte Arbeitshub zwischen innerem Exzenter 9 und äußerem Exzenter
10 eingestellt ist, kann durch eine Reversierbewegung des Antriebsmotors 16 der Feststellbolzen
74 außer Eingriff mit dem Feststellhebel 71 gebracht werden. Anschließend wird der
Feststellhebel 71 mit Hilfe des Stellmittels 72 in eine nicht dargestellte Neutralstellung
gebracht und die Umformeinrichtung 1 kann nunmehr mit dem neu eingestellten Arbeitshub
in Betrieb genommen werden.
[0047] Bei der Einstellung des Arbeitshubs kann es zu einer Veränderung der Phasenlage zwischen
zyklischer Linearbewegung und Drehschrittbewegung kommen. Dies ist darauf zurückzuführen,
dass sich der obere und der untere Totpunkt der Doppelexzenteranordnung 8, die sich
durch die Position der beiden Exzenter 9, 10 zueinander ergeben, bei der Einstellung
relativ zur Pleuelstange 7 verschieben. Ohne eine Kompensation der verstellten Phasenlage
wäre ein vorgebbarer zeitlicher Ablauf von zyklischer Linearbewegung und Drehschrittbewegung
nach erfolgter Hubeinstellung nicht länger gewährleistet. Durch die Einstellung der
Phasenlage kann der vorstehend genannte zeitliche Ablauf vorgegeben und exakt an die
Bedürfnisse des Bearbeitungsvorgangs für die Hohlkörper angepasst werden.
[0048] Die vorzugsweise stufenlos vorzunehmende Einstellung der Phasenlage zwischen Drehschrittbewegung
und zyklischer Linearbewegung wird nachfolgend an der schematischen Darstellung der
Figur 2 erläutert. In der Figur 2 sind aus Gründen der Übersichtlichkeit nur die für
diese Einstellvorgänge wesentlichen Komponenten aus der Umformeinrichtung 1 gemäß
der Figur 1 dargestellt. Einige der in der Figur 2 dargestellten Komponenten sind
ihrerseits aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht in der Figur 1 dargestellt, bilden
jedoch integrale Bestandteile der Umformeinrichtung gemäß der Figur 1.
[0049] Der Antriebsmotor 11 steht über den Riementrieb 12 in Verbindung mit dem Schwungrad
13 und kann bei entsprechender Ansteuerung durch eine Steuereinrichtung 80 eine Rotationsbewegung
auf das Schwungrad 13 einleiten. Dem Schwungrad 13 ist die Schwungradkupplung 14 zugeordnet,
die durch ein internes, nicht näher dargestelltes Stellmittel zwischen einer ausgekuppelten
und einer kraftübertragenden Stellung geschaltet werden kann. Das Stellmittel in der
Schwungradkupplung 14 ist zum Empfang eines entsprechenden Schaltsignals mit der Steuereinrichtung
80 verbunden.
[0050] An der nicht näher bezeichneten abtriebsseitigen Kupplungsscheibe der Schwungradkupplung
14 das Abtriebsritzel 15 drehfest angebracht, das mit dem Hauptzahnrad 16 kämmt und
damit eine Einleitung der Rotationsbewegung des Schwungrads 13 auf das Hauptzahnrad
16 ermöglicht, sofern die Schwungradkupplung 14 eingekuppelt ist. An dem Hauptzahnrad
16 ist der erste Exzenter 9 einstückig angeformt, des weiteren sind ebenfalls einstückig
angeformte Lagerzapfen 18 am Hauptzahnrad 16 angebracht, die für eine Drehlagerung
des Hauptzahnrads 16 an den in Figur 2 nicht dargestellten Tragwangen 17 vorgesehen
sind.
[0051] Das Abtriebszahnrad 19 kämmt mit dem Hauptzahnrad 16 und ermöglicht somit die Übertragung
der Rotationsbewegung auf die Schrittschaltgetriebekupplung 21. In der Schrittschaltgetriebekupplung
21 ist ein nicht näher dargestelltes Stellmittel integriert, dass die Schrittschaltgetriebekupplung
21 zwischen einer ausgekuppelten und einer kraftübertragenden Stellung schalten kann.
Dieses Stellmittel ist ebenfalls zum Empfang eines entsprechenden Schaltsignals mit
der Steuereinrichtung 80 verbunden.
[0052] Bei eingekuppelter und damit kraftübertragender Schrittschaltgetriebekupplung 21
kann die Rotationsbewegung des Abtriebszahnrads 19 auf das Schrittschaltgetriebe 20
übertragen werden, das aus der kontinuierlichen Rotationsbewegung des Hauptzahnrads
16 eine Drehschrittbewegung mit vorgebbarer Winkel-Schrittweite erzeugt. Diese Drehschrittbewegung
wird über die Schrittschaltwelle 22 und das Schrittschaltritzel 23 auf den Werkstückrundtisch
3 übertragen.
[0053] Auf den inneren Exzenter 9 ist der äußere Exzenter 10 drehbeweglich aufgesetzt. Für
eine drehfeste Festlegung des äußeren Exzenters 10 am inneren Exzenter 9 weist der
äußere Exzenter 10 einen dünnwandigen Hülsenabschnitt 81 auf, an dem ein als schaltbare
Kupplung ausgebildeter Spannsatz 82 angeordnet ist. Der Spannsatz 82 umfasst einen
am Umfang des Hülsenabschnitts 81 anliegenden Doppelkonusring 83 und zwei an den jeweils
konischen Au-βenflächen des Doppelkonusrings 83 anliegende Spannringe 84, die an einem
Innenumfang jeweils konisch ausgebildet sind.
[0054] Dem Spannsatz 82 ist ein Spannmittel 85 zugeordnet, das dazu eingerichtet ist, Axialkräfte
auf die beiden Spannringe 84 einzuleiten, um diese in axialer Richtung aneinander
anzunähern oder voneinander zu entfernen und somit eine Einleitung von Radialspannkräften
auf den Doppelkonusring 83 und somit auf den Hülsenabschnitt 81 des äußeren Exzenters
10 zu ermöglichen. Somit kann der äußere Exzenter 10 wahlweise in Abhängigkeit von
einem Steuersignal der Steuereinrichtung 80, das auf das Spannmittel 85 wirkt, drehfest
oder drehbar am inneren Exzenter 9 gelagert sein.
[0055] Wie bereits zu der Figur 1 ausgeführt wurde, kann der äußere Exzenter 10 mittels
der Feststelleinrichtung 70 festgesetzt werden, um anschließend die relative Verstellung
des inneren Exzenters 9 gegenüber dem äußeren Exzenter 10 und damit die Einstellung
des Arbeitshubs für die Pleuelstange 7 vorzunehmen. Zur Detektion der relativen Verdrehung
der beiden Exzenter 9, 10 ist dem Hauptzahnrad 16 und dem damit drehfest verbundenen
inneren Exzenter 9 ein Drehwinkelsensor 86 zugeordnet, dessen Sensorsignal an die
Steuereinrichtung 80 übermittelt wird.
[0056] Die relative Verdrehung der beiden Exzenter 9, 10 kann vorzugsweise dann ermittelt
werden, wenn der äußere Exzenter 10 mittels der Feststelleinrichtung 70 festgelegt
ist, da hierdurch auch seine rotatorische Position bekannt ist. Die rotatorische Position
des inneren Exzenters 9 wird durch den Drehwinkelsensor 86 ermittelt. Sobald die gewünschte
relative Verdrehung zwischen innerem Exzenter 9 und äußerem Exzenter 10 erreicht ist,
kann der äußere Exzenter 10 durch Ansteuerung des Spannmittels 85 drehfest am inneren
Exzenter 9 festgelegt werden.
[0057] Bei der Einstellung des Arbeitshubs mittels der relativen Verdrehung der beiden Exzenter
9, 10 kann sich die Position des oberen und des unteren Totpunkts der Doppelexzenteranordnung
8 gegenüber der Pleuelstange 7 verändern. Damit geht eine Änderung der Phasenlage
der zyklischen Linearbewegung gegenüber dem Schrittschaltgetriebe 20 einher. Diese
ist jedoch je nach Bearbeitungsprozess für die Hohlkörper 56 nicht erwünscht. Daher
kann die Phasenlage zwischen Drehschrittbewegung und zyklischer Linearbewegung korrigiert
werden, nachdem die Einstellung des Arbeitshubs durchgeführt wurde.
[0058] Für die, vorzugsweise stufenlose, Korrektur der Phasenlage wird zunächst der äußere
Exzenter 10 mittels des Spannsatzes 82 drehfest am inneren Exzenter 9 festgelegt.
Die Schwungradkupplung 14 ist geschlossen, die Schrittschaltgetriebekupplung 20 ist
hingegen geöffnet. Die Feststelleinrichtung 70 befindet sich in der Neutralstellung,
so dass die Drehbewegung des äußeren Exzenters 10 nicht behindert wird. Bei Vorliegen
dieser Voraussetzungen kann die Steuereinrichtung 80 den Antriebsmotor 11 ansteuern,
um die Pleuelstange 7 durch Rotation des Hauptzahnrads 16 in die gewünschte Stellung
zu bringen. Dies kann aufgrund der Untersetzung der Rotationsbewegung zwischen Antriebsmotor
11 und Hauptzahnrad 16 und bei geeigneter Auslegung der Steuereinrichtung 80 mit einer
Winkelauflösung erfolgen, die praktisch eine stufenlose Einstellung der Phasenlage
zwischen zyklischer Linearbewegung und Drehschrittbewegung ermöglicht. Zur korrekten
Einstellung der Phasenlage ist in der Steuereinrichtung 80 eine Wertetabelle oder
ein Algorithmus gespeichert, mit deren bzw. dessen Hilfe aufgrund der im Vorfeld vorgenommenen
Einstellung des Arbeitshubs die Phasenverschiebung der zyklischen Linearbewegung gegenüber
der Drehschrittbewegung ermittelt werden kann. Die Phasenlage kann zusätzlich über
die Abfrage der rotatorischen Position des Werkstückrundtischs 3 mittels des Werkstückrundtischsensors
88 überprüft werden, bei dem es sich beispielsweise um einen inkrementalen Drehwinkelsensor
oder einen induktiv arbeitenden Näherungssensor handelt.
[0059] Zur Überwachung der Lage der Pleuelstange 7 kann zusätzlich ein Linearsensor 87 vorgesehen
sein, dessen Signal an die Steuereinrichtung 80 bereitgestellt wird und dort mit den
Signalen des Drehwinkelsensors 86 verglichen werden kann.
[0060] Sobald die Doppelexzenteranordnung 8 und die damit gekoppelte Pleuelstange 7 die
Position erreicht haben, in der die gewünschte Phasenlage zwischen den ersten Antriebsmitteln,
die im Wesentlichen durch das Schrittschaltgetriebe 20 gebildet werden, und den zweiten
Antriebsmitteln, die im Wesentliche durch das Hauptzahnzahnrad 16 mit der Doppelexzenteranordnung
8 und die Pleuelstange 7 gebildet werden, vorliegt, kann die Schrittschaltgetriebekupplung
21 wieder geschlossen werden. Hierdurch wird die Zwangskopplung zwischen der zyklischen
Linearbewegung und der Drehschrittbewegung wieder hergestellt.
[0061] Nicht dargestellt sind in der Figur 1 ein Förderband sowie ein dem Förderband zugeordneter
Ladestern für eine Bereitstellung von Hohlkörpern in tangentialer Richtung an eine
Beladeposition des Werkstückrundtischs 3 sowie ein weiteres Förderband mit einem zugeordneten
Entladestern für einen Abtransport von Hohlkörpern in tangentialer Richtung von einer
Entladeposition des Werkstückrundtischs 3 sowie weitere periphere Einrichtungen, wie
sie aus dem Stand der Technik bekannt sind.
1. Umformeinrichtung für becherförmige Hohlkörper (56) mit einem Maschinengestell (2),
einer Antriebseinrichtung (6), einem Werkstückrundtisch (3) zur Aufnahme von Hohlkörpern
(56) und einem Werkzeugträger (4) zur Aufnahme von Bearbeitungswerkzeugen (58), wobei
sich Werkstückrundtisch (3) und Werkzeugträger (4) gegenüberliegen und um eine Drehachse
(5) zueinander verdrehbar sowie längs der Drehachse (5) zueinander linearverstellbar
sind und wobei die Antriebseinrichtung (6) zur Bereitstellung einer Drehschrittbewegung
und einer zyklischen Linearbewegung zwischen Werkstückrundtisch (3) und Werkzeugträger
(4) ausgebildet ist, um eine Umformung der Hohlkörper (56) mittels der Bearbeitungswerkzeuge
(58) in mehreren aufeinanderfolgenden Bearbeitungsschritten zu ermöglichen, sowie
mit einem dem Maschinengestell (2) ortsfest zugeordneten Tragrohr (33), dessen Mittelachse
sich längs der Drehachse (5) erstreckt und das den Werkzeugträger (4) und/oder den
Werkstückrundtisch (3) trägt, wobei an einer Außenoberfläche (36) des Tragrohrs (33)
eine Führungseinrichtung (40) angeordnet ist, die für eine linearbewegliche Lagerung
des Werkzeugträgers (4) und/oder des Werkstückrundtischs (3) am Tragrohr (33) ausgebildet
ist, wobei das Maschinengestell (2) eine beabstandet vom Tragrohr (33) ausgebildete
Drehlagerung (25) für den Werkstückrundtisch (3) oder Werkzeugträger (4) umfasst und
die Drehlagerung (25) und das Tragrohr (33) gemeinsam an einer Stützplatte (26) des
Maschinengestells (2) angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Stützplatte (26) zusammen mit einem Stützrahmen (31) eine erste Maschinengestellpartie
(27) bildet und wobei die Antriebseinrichtung (6) an Tragwangen (17) aufgenommen ist,
die eine zweite Maschinengestellpartie (59) bilden, so dass eine zumindest weitgehende
Entkopplung zwischen den von der Antriebseinrichtung (6) bereitgestellten Kräften
und dem Werkstückrundtisch (3) sowie dem Werkzeugträger (4) erreicht wird
2. Umformeinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Tragrohr (33) ortsfest am Maschinengestell (2) angebracht ist.
3. Umformeinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der ersten Maschinengestellpartie (27) und der zweiten Maschinengestellpartie
(59) ein gelenkig, vorzugweise flexibel, insbesondere als Festkörpergelenk, ausgebildeter
Koppelbereich (60) vorgesehen ist.
4. Umformeinrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass eine Gelenkachse des gelenkigen Koppelbe-reichs (60) quer zur Drehachse (5) ausgerichtet
ist.
5. Umformeinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Tragrohr (33) und dem Werkzeugträger (4) oder Werkstückrundtisch (3)
eine, vorzugsweise vorgespannte, insbesondere spielfrei vorgespannte, Wälzkörperlageranordnung
(42) ausgebildet ist.
6. Umformeinrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass an einer Innenoberfläche (35) des Tragrohrs (33) eine, vorzugsweise als Gleitlagerung
ausgebildete, Lagereinrichtung (39) für einen Koppelschlitten (34) der Antriebseinrichtung
(6) ausgebildet ist, der für eine kraftübertragende Verbindung zwischen einer Pleuelstange
(7) der Antriebseinrichtung (6) und dem Werkzeugträger (4) oder dem Werkstückrundtisch
(3) vorgesehen ist.
7. Umformeinrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Koppelschlitten (34) und dem Werkzeugträger (4) oder Werkstückrundtisch
(3) ein, vorzugsweise ringförmig ausgebildetes, elastisches Koppelmittel (53, 54)
angeordnet ist, das zur Kraftübertragung zwischen Koppelschlitten (34) und Werkzeugträger
(4) oder Werkstückrundtisch (3) und zur Entkopplung von Verkippungsbewegungen des
Koppelschlittens (34) quer zur Drehachse (5) ausgebildet ist.
8. Umformeinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Führungslänge für den Werkzeugträger (4) oder Werkstückrundtisch (3) längs des
Tragrohrs (33) und/oder für den Koppelschlitten (34) längs des Tragrohrs (33) wenigstens
das 1,5-fache, vorzugsweise wenigstens das 2-fache, insbesondere wenigstens das 2,5-fache,
des maximalen Hubwegs des Werkzeugträgers (4) oder Werkstückrundtischs (3) beträgt.
9. Umformeinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Tragrohr (33) und der Werkzeugträger (4) oder Werkstückrundtisch (3) freitragend
an der Stützplatte (26) angebracht sind.
1. Forming device for cup-shaped hollow bodies (56) with a machine frame (2), a drive
mechanism (6), a workpiece turntable (3) to support hollow bodies (56) and a tool
carrier (4) to support machining tools (58), wherein the workpiece turntable (3) and
tool carrier (4) oppose one another and can be rotated in relation to one another
around an axis of rotation (5) and can be linearly displaced in relation to one another
along the axis of rotation (5) and wherein the drive mechanism (6) is designed to
provide a rotational stepping motion and a cyclical linear motion between the workpiece
turntable (3) and the tool carrier (4), in order to allow the forming of the hollowing
bodies (56) by means of the machining tools (58) in a plurality of sequential machining
steps, as well as a stationary supporting tube (33) assigned to the machine frame
(2), the central axis of which extends along the axis of rotation (5) and supports
the tool carrier (4) and/or the workpiece turntable (3) wherein on an external surface
(36) of the supporting tube (33) a guiding device (40) is arranged, which is designed
for the mounting with a linear motion of the tool carrier (4) and/or the workpiece
turntable (3) on the supporting tube (33), wherein the machine frame (2) comprises
a rotary bearing (25) for the workpiece turntable (3) or the tool carrier (4) arranged
with a spacing from the supporting tube (2) and the rotary bearing (25) and the supporting
tube (33) are arranged jointly on a support plate (26) of the machine frame (2), characterised in that the support plate (26) together with a support frame (31) form a first machine frame
section (27) and that the drive mechanism (6) is supported by supporting brackets
(17), forming a second machine frame section (59), so that an at least extensive decoupling
between the forces provided by the drive mechanism (6) and the workpiece turntable
(3) and the tool carrier (4) is achieved.
2. Forming device according to claim 1, characterised in that the supporting tube (33) is arranged in a stationary manner on the machine frame
(2).
3. Forming device according to claim 1, characterised in that, between the first machine frame section (27) and the second machine frame section
(59) an articulated, preferably flexible coupling area (60) in particular in the form
of a solid state joint is provided.
4. Forming device according to claim 3, characterised in that an articulation axis of the articulated coupling area (60) is aligned transversally
to the axis of rotation (5).
5. Forming device according to one of the above claims, characterised in that between the supporting tube (33) and the tool carrier (4) or the workpiece turntable
(3), a preferably pre-tensioned, in particular play-free pre-tensioned, rolling bearing
arrangement (42) is formed.
6. Forming device according to claim 5, characterised in that on an internal surface (35) of the supporting tube (33) preferably a bearing device
(39) for a coupling slide (34) of the drive mechanism (6) is formed as a sliding bearing,
which is provided for a force-transmitting joint between a connecting rod (7) of the
drive mechanism (6) and the tool carrier (4) or the workpiece turntable (3).
7. Forming device according to claim 6, characterised in that between the coupling slide (34) and the tool carrier (4) or workpiece turntable (3)
a preferably circular design, flexible coupling means (53, 54) is arranged which is
designed for the transfer of force between coupling slide (34) and tool carrier (4)
or workpiece turntable (3) and for decoupling tilting motions of the coupling slide
(34) transversally to the axis of rotation (5).
8. Forming device according to one of the above claims, characterised in that a guide length for the tool carrier (4) or the workpiece turntable (3) along the
supporting tube (33) and/or for the coupling slide (34) along the supporting tube
(33) is at least 1.5 times, preferably at least 2 times, in particular at least 2.5
times, the maximum travel of the tool carrier (4) or workpiece turntable (3).
9. Forming device according to one of the above claims, characterised in that the supporting tube (33) and the tool carrier (4) or the workpiece turntable (3)
are arranged in a self-supporting manner on the support plate (26).
1. Dispositif de formage pour des corps creux (56) en forme de coupe, comportant un bâti
de machine (2), un dispositif d'entraînement (6), un plateau circulaire à pièce (3)
servant à recevoir des corps creux (56) et un porte-outil (4) servant à recevoir des
outils d'usinage (58), sachant que le plateau circulaire à pièce (3) et le porte-outil
(4) se font face et peuvent être tournés l'un par rapport à l'autre autour d'un axe
de rotation (5) et peuvent être ajustés linéairement l'un par rapport à l'autre le
long de l'axe de rotation (5), et sachant que le dispositif d'entraînement (6) servant
à fournir un mouvement progressif de rotation et un mouvement linéaire cyclique est
réalisé entre le plateau circulaire à pièce (3) et le porte-outil (4) afin de permettre
un formage des corps creux (56) au moyen des outils d'usinage (58) en plusieurs étapes
d'usinage consécutives, et comportant un tube porteur (33) associé de manière stationnaire
au bâti de machine (2), dont l'axe médian s'étend le long de l'axe de rotation (5)
et qui supporte le porte-outil (4) et/ou le plateau circulaire à pièce (3), sachant
qu'est disposé au niveau d'une surface extérieure (36) du tube porteur (33) un dispositif
de guidage (40) qui est réalisé pour un ensemble support mobile linéairement du porte-outil
(4) et/ou du plateau circulaire à pièce (3) sur le tube porteur (33), sachant que
le bâti de machine (2) comporte un ensemble support rotatif (25) réalisé de manière
espacée du tube porteur (33) pour le plateau circulaire à pièce (3) ou le porte-outil
(4) et que l'ensemble support rotatif (25) et le tube porteur (33) sont disposés conjointement
sur une plaque d'appui (26) du bâti de machine (2), caractérisé en ce que la plaque d'appui (26) forme conjointement avec un cadre d'appui (31) une première
partie de bâti de machine (27), et sachant que le dispositif d'entraînement (6) est
logé au niveau de faces porteuses (17) qui forment une deuxième partie de bâti de
machine (59), de telle sorte qu'on obtient au moins dans une large mesure un découplage
entre les forces fournies par le dispositif d'entraînement (6) et le plateau circulaire
à pièce (3) ainsi que le porte-outil (4).
2. Dispositif de formage selon la revendication 1, caractérisé en ce que le tube porteur (33) est appliqué contre le bâti de machine (2) de manière stationnaire.
3. Dispositif de formage selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'une zone de couplage (60) réalisée de manière articulée, de préférence de manière
flexible, en particulier en tant qu'articulation de solide est prévue entre la première
partie de bâti de machine (27) et la deuxième partie de bâti de machine (59).
4. Dispositif de formage selon la revendication 3, caractérisé en ce qu'un axe d'articulation de la zone de couplage (60) articulée est orienté de manière
transversale par rapport à l'axe de rotation (5).
5. Dispositif de formage selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'un ensemble support de corps de roulement (42) de préférence précontraint, en particulier
précontraint sans jeu est réalisé entre le tube porteur (33) et le porte-outil (4)
ou le plateau circulaire à pièce (3).
6. Dispositif de formage selon la revendication 5, caractérisé en ce qu'un dispositif de support (39) réalisé de préférence comme un palier de glissement
pour un chariot de couplage (34) du dispositif d'entraînement (6) est réalisé au niveau
de la surface intérieure (35) du tube porteur (33), le chariot de couplage étant prévu
pour un assemblage à transmission de force entre une bielle motrice (7) du dispositif
d'entraînement (6) et le porte-outil (4) ou le plateau circulaire à pièce (3).
7. Dispositif de formage selon la revendication 6, caractérisé en ce qu'un moyen de couplage (53, 54) élastique réalisé de préférence de manière annulaire
est disposé entre le chariot de couplage (34) et le porte-outil (4) ou le plateau
circulaire à pièce (3), lequel moyen de couplage est réalisé de manière transversale
par rapport à l'axe de rotation (5) pour la transmission de force entre le chariot
de couplage (34) et le porte-outil (4) ou le plateau circulaire à pièce (3) et pour
le découplage de mouvements de basculement du chariot de couplage (34).
8. Dispositif de formage selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'une longueur de guidage pour le porte-outil (4) ou le plateau circulaire à pièce (3)
le long du tube porteur (33) et/ou pour le chariot de couplage (34) le long du tube
porteur (33) est égale au moins à 1,5 fois, de préférence au moins à 2 fois, en particulier
au moins à 2,5 fois la course maximale du porte-outil (4) ou du plateau circulaire
à pièce (3).
9. Dispositif de formage selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que le tube porteur (33) et le porte-outil (4) ou le plateau circulaire à pièce (3) sont
appliqués contre la plaque d'appui (26) de manière autoporteuse.