[0001] Die Erfindung betrifft ein Bohrgerät zum Erdbohren gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs
1 sowie ein Verfahren zum Betreiben eines Bohrgeräts zum Erdbohren gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 13.
[0002] Das Bohrgerät umfasst mindestens einen ersten Hydraulikantrieb und mindestens einen
zweiten Hydraulikantrieb, mindestens eine erste Hydraulikpumpe und mindestens eine
zweite Hydraulikpumpe, welche zur Energieübertragung mittels Hydraulikfluid mit dem
ersten Hydraulikantrieb beziehungsweise dem zweiten Hydraulikantrieb leitungsverbunden
sind, eine erste Pumpensteuerung und eine zweite Pumpensteuerung zum Steuern der von
der ersten Hydraulikpumpe beziehungsweise zweiten Hydraulikpumpe abzugebenden Pumpenleistung
und einen Drehmotor mit einer Abtriebswelle, an welcher zur Abgabe einer vorgegebenen
Motorleistung ein Drehmoment anliegt, durch welches die erste Hydraulikpumpe und die
zweite Hydraulikpumpe angetrieben sind.
[0003] Bei dem Verfahren zum Betreiben eines Bohrgeräts zum Erdbohren ist vorgesehen, dass
mindestens ein erster Hydraulikantrieb und mindestens ein zweiter Hydraulikantrieb
betrieben werden, der erste Hydraulikantrieb mittels einer ersten Hydraulikpumpe,
welche mit dem ersten Hydraulikantrieb leitungsverbunden ist, mit Hydraulikfluid versorgt
wird und der zweite Hydraulikantrieb mittels einer zweiten Hydraulikpumpe, welche
mit dem zweiten Hydraulikantrieb leitungsverbunden ist, mit Hydraulikfluid versorgt
wird, eine von der ersten Hydraulikpumpe abzugebende Pumpenleistung mittels einer
ersten Pumpensteuerung und eine von der zweiten Hydraulikpumpe abzugebende Pumpenleistung
mittels einer zweiten Pumpensteuerung gesteuert wird und die Hydraulikpumpen durch
einen gemeinsamen Drehmotor angetrieben sind.
[0004] Bei dem Bohrgerät kann es sich beispielsweise um ein Gerät zum Doppelkopfbohren mit
einen Innengestänge und einen Außengestänge handeln. Die Hydraulikantriebe können
beispielsweise dazu vorgesehen sein, ein Bohrwerkzeug oder ein Schlagwerk anzutreiben
oder als Antrieb eines Fahrwerks des Bohrgeräts dienen.
[0005] Die Hydraulikpumpen sind erfindungsgemäß von einem gemeinsamen Drehmotor angetrieben,
welcher beispielsweise mit Nenndrehzahl betrieben wird. Um die von dem Drehmotor abzugebende
Gesamtleistung an die beiden Hydraulikpumpen zu begrenzen und so den Drehmotor vor
einer Überlastung zu schützen, muss die von den Hydraulikpumpen insgesamt aufgenommene
Leistung begrenzt werden. Hierzu ist es bekannt, die von dem Drehmotor gemeinsam angetriebenen
Hydraulikpumpen so zu steuern, dass jede Pumpe jeweils eine vorgegebene maximale Leistung
aufnehmen kann, beispielsweise 50% der Leistung des Drehmotors bei Nenngeschwindigkeit.
[0006] Als eine
Aufgabe der Erfindung kann angesehen werden, ein Bohrgerät und ein Verfahren zum Betreiben
des Bohrgeräts anzugeben, welche flexibel an unterschiedliche Betriebsarten anpassbar
sind.
[0007] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Bohrgerät mit den Merkmalen des Anspruchs
1 und durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 13 gelöst. Bevorzugte Ausführungsformen
sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
[0008] Das Bohrgerät ist erfindungsgemäß dadurch gekennzeichnet, dass eine Einstelleinrichtung
zum Einstellen einer Verteilung der Motorleistung des Drehmotors zwischen der ersten
Hydraulikpumpe und der zweiten Hydraulikpumpe vorgesehen ist.
[0009] Das Verfahren ist erfindungsgemäß dadurch gekennzeichnet, dass unterschiedliche Verteilungen
der Motorleistung des Drehmotors zwischen der ersten Hydraulikpumpe und der zweiten
Hydraulikpumpe eingestellt werden.
[0010] Ein Grundgedanke der Erfindung kann darin gesehen werden, die Gesamtmotorleistung
des Drehmotors flexibel zwischen den Hydraulikpumpen aufzuteilen. So kann beispielsweise
die erste Hydraulikpumpe eine maximale Leistung von 60% und die zweite Hydraulikpumpe
eine maximale Leistung von 40% der Gesamtmotorleistung des Drehmotors aufnehmen. Dieses
Verteilungsverhältnis kann mittels der Einstelleinrichtung durch einen Bediener des
Bohrgeräts variabel verändert werden, wobei die Summe der Maximalleistungen der Hydraulikpumpen
konstant bleiben und insbesondere der maximal abzugebenden Motorleistung des Drehmotors
entsprechen können. Hierdurch kann die Leistung der Hydraulikpumpen von extern an
veränderte Betriebsbedingungen angepasst werden und beispielsweise die Leistung einer
der Pumpen auf einen vorgegebenen Wert eingestellt werden.
[0011] Die Pumpensteuerungen der Hydraulikpumpen sind vorzugsweise zur Leistungsregelung
der ersten Hydraulikpumpe beziehungsweise der zweiten Hydraulikpumpe ausgebildet.
Die erste Hydraulikpumpe umfasst demnach vorzugsweise eine erste Leistungsregelungseinrichtung
und die zweite Hydraulikpumpe eine zweite Leistungsregelungseinrichtung, mit welcher
eine vorgegebene Leistung der Pumpe einstellbar oder regelbar ist. Die Hydraulikpumpen
sind also vorzugsweise individuell durch ihre jeweilige Pumpensteuerung ansteuerbar.
[0012] In einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die erste Pumpensteuerung
eine erste Verstelleinrichtung und die zweite Pumpensteuerung eine zweite Verstelleinrichtung
aufweist, dass die erste Verstelleinrichtung ausgebildet ist, einen Förderstrom der
ersten Hydraulikpumpe in Abhängigkeit von einem Arbeitsdruck in einer Druckleitung
der ersten Hydraulikpumpe einzustellen und dass die zweite Verstelleinrichtung ausgebildet
ist, einen Förderstrom der zweiten Hydraulikpumpe in Abhängigkeit von einem Arbeitsdruck
in einer Druckleitung der zweiten Hydraulikpumpe einzustellen. Die Verstelleinrichtung
kann einen Verstellzylinder zur Verstellung der Hydraulikpumpe aufweisen.
[0013] Die Verstelleinrichtungen sind vorzugsweise so ausgeführt, dass eine Leistungsregelung
entlang einer hyperbolischen Leistungskurve in einem Druck-Volumenstrom-Diagramm,
welches auch als Leistungsdiagramm der Pumpe bezeichnet wird, erfolgt. Hierzu wird
der Förderstrom der Pumpe in Abhängigkeit des in der Druckleitung der Pumpe herrschenden
Arbeitsdruckes beziehungsweise einer Druckdifferenz zwischen der Druck- und einer
Saugleitung so eingestellt, dass das Produkt aus Förderstrom und Druck und damit die
Leistung der Pumpe konstant bleibt.
[0014] Weiterhin ist es nach der Erfindung bevorzugt, dass die erste Verstelleinrichtung
mit einem dem Arbeitsdruck der ersten Hydraulikpumpe entsprechenden ersten Stelldruck
beaufschlagbar ist und dass die zweite Verstelleinrichtung mit einem dem Arbeitsdruck
der zweiten Hydraulikpumpe entsprechenden zweiten Stelldruck beaufschlagbar ist. Durch
den auf die Verstelleinrichtung, insbesondere den Stellzylinder, wirkenden Stelldruck,
welcher dem Druck in der Druckleitung entspricht, kann der Förderstrom in Abhängigkeit
des Arbeitsdruckes eingestellt beziehungsweise geregelt werden.
[0015] Die Verteilung der Motorleistung zwischen den Hydraulikpumpen wird vorzugsweise dadurch
bereitgestellt, dass die erste Pumpensteuerung eine erste Steuereinrichtung aufweist,
welche zur Leistungsbegrenzung und/oder zur Leistungserhöhung der ersten Hydraulikpumpe
mit einem ersten Steuersignal der Einstelleinrichtung beaufschlagbar ist und dass
die zweite Pumpensteuerung eine zweite Steuereinrichtung aufweist, welche zur Leistungsbegrenzung
und/oder zur Leistungserhöhung der zweiten Hydraulikpumpe mit einem zweiten Steuersignal
der Einstelleinrichtung beaufschlagbar ist.
[0016] Die Einstelleinrichtung ist also vorzugsweise dazu ausgebildet, an beiden Pumpensteuerungen,
insbesondere gleichzeitig, ein Steuersignal bereitzustellen, mit welchem die Leistung
der jeweiligen Pumpe individuell erhöht oder verringert werden kann. Durch das gleichzeitige
Bereitstellen von Steuersignalen an beiden Hydraulikpumpen wird eine gleichzeitige
Leistungsänderung beider Hydraulikpumpen erreicht. Die Steuersignale wirken bevorzugt
derart, dass die Leistung einer der Hydraulikpumpen angehoben und die Leistung der
anderen Hydraulikpumpe, insbesondere um den gleichen Betrag, abgesenkt wird.
[0017] Erfindungsgemäß ist es bevorzugt, dass die Steuersignale elektrische, hydraulische
und/oder pneumatische Steuersignale sind. Beispielsweise kann das Steuersignal ein
auf einen Elektromagneten wirkendes elektrisches Signal oder ein auf einen Steuerkolben
wirkender Steuerdruck sein.
[0018] Bei der Verwendung von hydraulischen und/oder pneumatischen Steuersignalen ist es
bevorzugt, dass die Einstelleinrichtung eingerichtet ist, als erstes Steuersignal
einen ersten Steuerdruck und als zweites Steuersignal einen zweiten Steuerdruck bereitzustellen.
Dabei ist es grundsätzlich möglich, dass die Steuerdrücke unterschiedliche Größen
aufweisen.
[0019] Vorzugsweise ist die Einstelleinrichtung eingerichtet, das zweite Steuersignal in
Abhängigkeit des ersten Steuersignals einzustellen. Durch die voneinander abhängenden
Steuersignale können die Leistungen der Hydraulikpumpen in einem vorgegebenen Verhältnis
zueinander verändert werden.
[0020] Weiterhin ist es bevorzugt, dass die Einstelleinrichtung eingerichtet ist, an der
ersten und der zweiten Pumpensteuerung Steuersignale mit gleicher Größe, aber entgegengesetzter
Wirkungsrichtung, bereitzustellen. Dies ermöglicht es auf einfache Weise, mit den
Steuersignalen eine Leistungserhöhung der ersten Hydraulikpumpe und eine Leistungsabsenkung
gleichen Betrages der zweiten Hydraulikpumpe oder umgekehrt zu erzielen.
[0021] In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung ist die Einstelleinrichtung eingerichtet,
das zweite Steuersignal bei einer Anhebung des ersten Steuersignals abzusenken und
bei einer Absenkung des ersten Steuersignals anzuheben. Beispielsweise kann ein definiertes,
gleiches Vorsteuersignal an beiden Steuereinrichtungen bereitgestellt werden, welches
zum Beispiel einer Leistungsaufteilung von 50 % zu 50% entspricht. Durch eine Anhebung
des ersten Steuersignals und eine gleichzeitige Absenkung des zweiten Steuersignals
kann dieses Verhältnis bis zu einem vorgegebenen Endverhältnis von beispielsweise
100 % zu 0 % verändert werden. Die Änderung der Steuersignale ist also vorzugsweise
entgegengerichtet, wobei weiter vorzugsweise der Betrag der Anhebung des einen Signals
gleich dem Betrag der Absenkung des zweiten Signals ist.
[0022] Weiterhin ist es bevorzugt, dass die Einstelleinrichtung eingerichtet ist, gleiche
Steuersignale an der ersten Pumpensteuerung und der zweiten Pumpensteuerung bereitzustellen,
wobei das Steuersignal bei der ersten Hydraulikpumpe in Richtung einer Verkleinerung
der Pumpenleistung, insbesondere des Förderstroms, und bei der zweiten Hydraulikpumpe
in Richtung einer Vergrößerung der Pumpenleistung, insbesondere des Förderstroms,
wirkt oder umgekehrt. Hierzu kann beispielsweise ein an beiden Steuereinrichtungen
wirkender Steuerdruck bei einer der Steuereinrichtungen die Verstelleinrichtung in
eine erste Richtung und bei der anderen Steuereinrichtung in eine entgegengesetzte
Richtung verstellen.
[0023] Eine komfortable Bedienung der Einstelleinrichtung lässt sich dadurch erreichen,
dass die Einstelleinrichtung ein Bedienelement aufweist, mit welchem ein Verteilungsverhältnis
der Motorleistung des Drehmotors zwischen der ersten Hydraulikpumpe und der zweiten
Hydraulikpumpe, insbesondere manuell und/oder automatisch, einstellbar ist. Die Leistungsverstellung
der Hydraulikpumpen kann demnach mit einem einzigen Bedienelement oder Regler erfolgen.
Das Bedienelement ermöglicht es auf einfache Weise, bei veränderten Betriebsbedingungen
die Leistung einer Hydraulikpumpe beispielsweise zu erhöhen, wobei gleichzeitig sichergestellt
wird, dass die Leistung der anderen Pumpe abgesenkt wird, so dass eine Überlastung
des Motors vermieden wird.
[0024] Bei dem Bedienelement kann es sich um ein durch einen Anwender manuell betätigbares
Bedienelement, beispielsweise ein Potentiometer, handeln. Weiterhin ist es auch möglich,
eine Einstelleinrichtung zu verwenden, welche die Leistungen der Pumpen in Abhängigkeit
von eingeschalteten Verbrauchern der Pumpen selbstständig oder automatisch einstellt.
Hierzu kann beispielsweise eine Sensoranordnung vorgesehen sein, welche die Anzahl
und/oder die Leistung der Verbraucher, insbesondere der Hydraulikantriebe, ermittelt.
Diese ermittelten Werte können über eine Datenverbindung an der Einstelleinrichtung
bereitgestellt werden. Das Verteilungsverhältnis zwischen den Hydraulikpumpen kann
dann selbstständig oder automatisch in Abhängigkeit der gemessenen Werte eingestellt
werden.
[0025] Die Erfindung wird nachfolgend anhand der beigefügten, schematischen Zeichnungen
weiter erläutert. Hierin zeigt:
- Fig. 1:
- eine erfindungsgemäße Pumpenanordnung eines Bohrgeräts;
- Fig. 2:
- eine elektrische Leistungsregelung einer Hydraulikpumpe;
- Fig. 3:
- eine erste hydraulische oder pneumatische Leistungsregelung einer Hydraulikpumpe;
- Fig. 4:
- eine zweite hydraulische oder pneumatische Leistungsregelung einer Hydraulikpumpe;
und
- Fig. 5:
- Leistungsdiagramme von Hydraulikpumpen bei unterschiedlichen Betriebszuständen sowie
ein Bedienelement zur Leistungsregelung.
[0026] Einander entsprechende Komponenten sind in allen Figuren mit denselben Bezugszeichen
gekennzeichnet.
[0027] Fig. 1 zeigt eine Pumpenanordnung mit einer ersten Pumpeneinheit 10 und einer zweiten
Pumpeneinheit 110. Die erste Pumpeneinheit 10 umfasst eine erste Hydraulikpumpe 12
und die zweite Pumpeneinheit 110 umfasst eine zweite Hydraulikpumpe 112.
[0028] Die Hydraulikpumpen 12, 112 sind durch einen gemeinsamen Drehmotor 2, welcher eine
rotierende Abtriebswelle 4 aufweist, angetriebenen. Bei dem Drehmotor 2 kann es sich
beispielsweise um einen Dieselmotor oder einen Elektromotor handeln.
[0029] Die Hydraulikpumpen 12, 112 sind entweder direkt oder über ein Verteilergetriebe
von der Abtriebswelle 4 des Drehmotors 2 angetrieben. Die Hydraulikpumpen 12, 112
weisen eine ersten Antriebswelle 16 beziehungsweise eine zweite Antriebswelle 116
auf, die mit der Abtriebswelle 4 des Drehmotors 2 gekoppelt ist, oder die Pumpen sind
direkt auf einer gemeinsamen Welle montiert.
[0030] Die Hydraulikpumpe 12 der ersten Pumpeneinheit 10 ist eingangsseitig an eine Saugleitung
13 und ausgangsseitig an eine Druckleitung 14 angeschlossen. Die Hydraulikpumpe 112
der zweiten Pumpeneinheit 110 ist eingangsseitig an eine Saugleitung 113 und ausgangsseitig
an eine Druckleitung 114 angeschlossen. Hydraulikantriebe 11, 111 sind über die Druckleitungen
14, 114 mit der Hydraulikpumpe 12 beziehungsweise 112 leitungsverbunden und werden
über ein von der Hydraulikpumpe 12 gefördertes Hydraulikfluid angetrieben. Zwischen
den Hydraulikpumpen 12, 112 und den Hydraulikantrieben 11, 111 kann, wie dargestellt,
jeweils ein Stellventil 17 beziehungsweise 117 angeordnet sein.
[0031] Die Pumpeneinheiten 10, 110 sind hinsichtlich ihres Aufbaus vergleichbar, so dass
nachstehend zunächst allgemein eine Beschreibung einer Pumpeneinheit 10, 110 erfolgt.
[0032] Ausführungsbeispiele einer Pumpeneinheit 10, 110 sind in den Figuren 2 bis 4 dargestellt.
Durch den Drehmotor 2 wird eine Hydraulikpumpe 12, 112 und mindestens eine weitere,
nicht dargestellte Hydraulikpumpe angetrieben. Die Hydraulikpumpe 12, 112 fördert
aus einem Tank 39.
[0033] Die Pumpeneinheit 10, 110 umfasst eine Pumpensteuerung 18, 118, welche auch als Pumpenregelung,
insbesondere Leistungsregelung, der Hydraulikpumpe 12, 112 bezeichnet werden kann.
Mit der Pumpensteuerung 18, 118 kann die von der Hydraulikpumpe 12, 112 aufgenommene
Leistung auf einen vorgegebenen, maximalen Wert eingestellt beziehungsweise geregelt
werden. Hierzu wird in Abhängigkeit von einem in der Druckleitung 14, 114 herrschenden
Druck die Fördermenge der Hydraulikpumpe 12, 112 eingestellt.
[0034] Die Verstellung der Fördermenge der Hydraulikpumpe 12, 112, welche insbesondere eine
Axialkolbenpumpe sein kann, erfolgt über eine Verstelleinrichtung 19 in Form eines
Stellzylinders 20, welcher von einem Stellventil 30 in Richtung eines minimalen Fördervolumens
(V
S min) oder maximalen Fördervolumens (V
S max) pro Umdrehung bewegt werden kann. Das Stellventil 30 ist eingangsseitig einerseits
über einen Anschlusskanal 37 mit der Druckleitung 14, 114 und andererseits über einen
Tankkanal 38 mit dem Tank 39 leitungsverbunden.
[0035] Der Stellzylinder 20 umfasst ein Zylindergehäuse 21, in welchem längsverschieblich
ein Stellkolben 24 angeordnet ist. Der Stellkolben 24 wirkt über eine daran befestigte
Kolbenstange 29 auf ein Stellelement der Hydraulikpumpe 12, 112, mit welchem das Fördervolumen
der Hydraulikpumpe 12 eingestellt werden kann.
[0036] Der Stellkolben 24 weist eine erste Kolbenfläche 25 und eine zweite Kolbenfläche
26 auf, die entgegengesetzt zueinander orientiert sind. Die erste Kolbenfläche 25
begrenzt eine erste Druckkammer 22 und die zweite Kolbenfläche 26 begrenzt eine zweite
Druckkammer 23 des Stellzylinders 20. Die erste Druckkammer 22 ist über einen ersten
Verbindungskanal 27 und die zweite Druckkammer 23 ist über einen zweiten Verbindungskanal
28 mit dem Stellventil 30 leitungsverbunden.
[0037] Die hydraulische Leistung (P) der Hydraulikpumpe 12 ergibt sich durch den in der
Druckleitung 14, 114 herrschenden Pumpendruck (p) beziehungsweise eine Druckdifferenz
zwischen der Druckleitung 14, 114 und der Saugleitung 13, 113 multipliziert mit dem
Volumenstrom (Q) der Pumpe. Wenn eine Pumpe eine konstante Leistung abgreifen soll,
ergibt sich aus der Bedingung P = p * Q = const. ein hyperbolischer Kurvenverlauf
in einem Leistungsdiagramm der Pumpe, wie in Fig. 5 dargestellt. Diese sogenannte
Leistungshyperbel ist auf der Ordinate durch den maximal zulässigen Druck p
max. und auf der Abszisse durch den maximalen Volumenstrom Q
max., welcher sich aus der Nenndrehzahl des Antriebsmotors beziehungsweise Drehmotors
2 multipliziert mit dem maximalen Fördervolumen pro Umdrehung ergibt, begrenzt.
[0038] Das hyperbolische Verhalten wird durch einen Hebelmechanismus 50 erreicht. Der Hebelmechanismus
50 weist einen Hebel 52 auf, welcher um eine Drehachse 51 drehbar gelagert ist und
einen ersten Hebelarm 53 und einen zweiten Hebelarm 54 umfasst.
[0039] Auf den Hebel 52 wirken linksdrehende und rechtsdrehende Momente. Bei der in den
Figuren 2 bis 4 dargestellten Anordnung ergeben sich die linksdrehenden Momente aus
einer Federkraft F
F des Stellventils 30 multipliziert mit einem Hebelarm a, welcher einen Abstand zwischen
dem Angriffspunkt der Federkraft F
F auf den zweiten Hebelarm 54 und der Drehachse 51 darstellt. Das Stellventil 30 ist
hierzu mit einer Druckfeder 31 beaufschlagt, welche das Ventil 30 in der dargestellten
Ausführungsform nach links verschiebt.
[0040] Auf der Kolbenstange 29 des Stellkolbens 24 ist ein Hydraulikzylinder 40 montiert,
welcher sich zusammen mit dem Stellkolben 24 entlang eines Hebelarmes b bewegt und
mit dem in der Druckleitung 14, 114 herrschenden Pumpendruck p
P beaufschlagt wird. Der Hydraulikzylinder 40 weist hierzu ein Zylindergehäuse 41 mit
einem darin längverschieblich geführten Stellkolben 42 auf. Der Stellkolben 42 wirkt
über eine Kolbenstange 43 auf den ersten Hebelarm 53. Eine von einer Kolbenfläche
46 des Stellkolbens 42 begrenzte Druckkammer 44 ist über einen Steuerkanal 34 mit
der Druckleitung 14, 114 der Hydraulikpumpe 12, 112 leitungsverbunden.
[0041] Der Hebelarm b ergibt sich aus einem Abstand zwischen dem Angriffspunkt des Hydraulikzylinders
40 auf den ersten Hebelarm 53 und der Drehachse 51 des Hebelmechanismus 50. Aus dem
Pumpendruck p
P multipliziert mit der Kolbenfläche 46 des Hydraulikzylinders 40 ergibt sich eine
Kraft Fp. Diese Kraft multipliziert mit dem Hebelarm b - dieser ist bei konstanter
Drehzahl proportional zum Volumenstrom Q - ergibt die rechtsdrehenden Momente des
Hebelmechanismus 50. Hieraus folgt eine Gleichgewichtsbedingung: F
F*a = F
p*b.
[0042] Solange F
F*a größer F
p*b ist, bewegt sich der Stellzylinder 20 in Richtung maximales Fördervolumen V
s max. Sobald F
F*a kleiner F
p*b ist, wird das Stellventil 30 gegen die Druckfeder 31 nach rechts verschoben und
bewegt den Stellzylinder 20 in Richtung minimales Fördervolumen V
S min. Das Stellventil 30 ist als Proportionalventil ausgeführt, so dass es sich bei F
F*a = F
p*b in einer Regelstellung befindet. Bei kleinem Hebelarm b, was einer geringen Fördermenge
entspricht, ist eine hohe Kraft Fp und somit ein hoher Pumpendruck p
P erforderlich, um die Pumpe zurückzuschwenken. Mit steigender Fördermenge vergrößert
sich der Hebelarm b und die Abregelung erfolgt bereits bei geringerem Pumpendruck
p
P, wodurch die hyperbolische Form der Leistungskurve generiert wird.
[0043] Die Pumpensteuerung 18, 118 weist eine Steuereinrichtung 60 zur Leistungserhöhung
oder Leistungsabsenkung der Hydraulikpumpe 12, 112 auf. Die Steuereinrichtung 60 ist
ausgebildet, die Leistungskurve der Hydraulikpumpe 12, 112 über ein Steuersignal p
s zu verstellen beziehungsweise an unterschiedliche Betriebszustände anzupassen. Es
kann also die Leistungshyperbel hin zu höheren oder niedrigeren Leistungen verschoben
werden.
[0044] Fig. 2 zeigt eine Ausführungsform der Pumpensteuerung 18, 118 mit einer elektrischen
Steuereinrichtung 60, mittels welcher die Leistung der Hydraulikpumpe 12, 112 über
ein elektrisches Steuersignal p
s eingestellt werden kann. Die Steuereinrichtung 60 kann hierzu insbesondere einen
Elektromagnet aufweisen.
[0045] Die Figuren 3 und 4 zeigen eine Ausführungsform der Pumpensteuerung 18 mit einer
hydraulischen Steuereinrichtung 60. Hierbei erfolgt die Einstellung der Leistungskurve
über einen hydraulischen oder pneumatischen Steuerzylinder 62. Der Steuerzylinder
62 umfasst ein Zylindergehäuse 64, in welchem ein Stellkolben 66 längsverschieblich
gelagert ist. Der Steuerdruck p
s wirkt dabei auf eine Steuerfläche 67 beziehungsweise 68 des Stellkolbens 66.
[0046] Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 3 erzeugt die Steuereinrichtung 60 eine zusätzliche
Kraft F
S, welche der Federkraft F
F entgegenwirkt und die Gleichgewichtsbedingung zu F
F*a = F
p*b + F
S*a beziehungsweise (F
F - F
S)*a = F
p*b verändert. Hierdurch wird die Leistungshyperbel im Leistungsdiagramm nach links
verschoben, was einer geringeren Leistung P entspricht. Der maximale Druck p
max und die maximale Fördermenge Q
max bleiben hierbei vorzugsweise gleich. Durch ein Anlegen oder Erhöhen des Steuerdrucks
p
s wird somit die Leistung der Hydraulikpumpe 12, 112 reduziert.
[0047] Fig. 4 zeigt eine kinematische Umkehr, wobei die Kraft F
S nicht entgegen, sondern in Richtung der Federkraft F
F wirkt, diese verstärkt und somit die Leistungshyperbel im Leistungsdiagramm zu höheren
Leistungen verschiebt. Durch ein Anlegen oder Erhöhen des Steuerdrucks p
s wird somit die Leistung der Hydraulikpumpe 12, 112 erhöht.
[0048] Die zweite Pumpeneinheit 110 mit der zweiten Hydraulikpumpe 112 kann entsprechend
oder gleich der ersten Pumpeneinheit 10 mit der ersten Hydraulikpumpe 12 aufgebaut
sein.
[0049] Eine Einstelleinrichtung 6 zum Verteilen der Motorleistung auf die Hydraulikpumpen
12, 112 ist eingerichtet, gleichzeitig an der ersten Pumpensteuerung 18 ein erstes
Steuersignal und an der zweiten Pumpensteuerung 118 ein zweites Steuersignal bereitzustellen.
[0050] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Pumpensteuerung 18 der
ersten Hydraulikpumpe 12 beispielsweise so ausgeführt, wie in Fig. 3 gezeigt, und
die zweite Pumpensteuerung 118 der zweiten Hydraulikpumpe 112 so ausgeführt, wie in
der Fig. 4 dargestellt. Hierdurch lässt sich durch einen auf beide Pumpensteuerungen
12, 112 wirkenden, insbesondere gleichen, Steuerdruck p
s die Leistung der ersten Hydraulikpumpe 12 absenken und gleichzeitig die Leistung
der zweiten Hydraulikpumpe 112 um einen entsprechenden Betrag anheben, so dass die
Gesamtleistung gleichbleibt. Unterschiedliche Verteilungen der Motorleistung auf die
Hydraulikpumpen 12, 112 können somit dadurch erreicht werden, dass die Einstelleinrichtung
6 gleiche Steuersignale, insbesondere Steuerdrücke p
s, an beiden Pumpensteuerungen 18, 118 bereitstellt.
[0051] Fig. 5 zeigt drei verschiedene Betriebszustände der Hydraulikpumpen 12, 112. Die
linken Leistungsdiagramme zeigen jeweils Leistungskurven der ersten Hydraulikpumpe
12 und die rechten Leistungsdiagramme zeigen jeweils Leistungskurven der zweiten Hydraulikpumpe
112. Die unteren beiden Leistungskurven zeigen dabei einen Ausgangszustand, bei welchem
beide Hydraulikpumpen 12, 112 50 % der Gesamtleistung P
M des Drehmotors 2 aufnehmen.
[0052] Durch die Einstelleinrichtung 6 kann die Verteilung der Gesamtleistung auf die beiden
Hydraulikpumpen 12, 112 verändert werden. Die oberen beiden Leistungsdiagramme zeigen
beispielsweise einen Zustand, in welchem die Leistung der ersten Hydraulikpumpe 12
um einen definierten Betrag abgesenkt und die Leistung der zweiten Hydraulikpumpe
112 um einen entsprechenden Betrag angehoben ist. Im mittleren Bereich der Figur ist
ein umgekehrte Situation gezeigt, bei welcher die Leistung der ersten Hydraulikpumpe
12 um einen definierten Betrag angehoben und die Leistung der zweiten Hydraulikpumpe
112 um einen entsprechenden Betrag abgesenkt ist.
[0053] Zur Verteilung der Leistung des Drehmotors 2 auf die Hydraulikpumpen 12, 112 ist
eine Bedienelement 70, beispielsweise mit einem Drehhebel oder Drehknopf, vorgesehen.
Das Bedienelement 70 ist eingerichtet, die Pumpenleistung beider Hydraulikpumpen 12,
112 gleichzeitig anzupassen. Dabei kann es möglich sein, die Leistung jeder Pumpe
zwischen 0 % und 100 % der Motorleistung des Drehmotors 2 einzustellen und so die
verfügbare Motorleistung flexibel auf die Hydraulikpumpen 12, 112 aufzuteilen. Bei
dem Bedienelement 70 kann es sich insbesondere um ein Potentiometer handeln.
1. Bohrgerät zum Erdbohren mit
- mindestens einem ersten Hydraulikantrieb (11) und mindestens einem zweiten Hydraulikantrieb
(111),
- mindestens einer ersten Hydraulikpumpe (12) und mindestens einer zweiten Hydraulikpumpe
(112), welche zur Energieübertragung mittels Hydraulikfluid mit dem ersten Hydraulikantrieb
(11) beziehungsweise dem zweiten Hydraulikantrieb (111) leitungsverbunden sind,
- einer ersten Pumpensteuerung (18) und einer zweiten Pumpensteuerung (118) zum Steuern
der von der ersten Hydraulikpumpe (12) beziehungsweise zweiten Hydraulikpumpe (112)
abzugebenden Pumpenleistung und
- einem Drehmotor (2) mit einer Abtriebswelle (4), an welcher zur Abgabe einer vorgegebenen
Motorleistung ein Drehmoment anliegt, durch welches die erste Hydraulikpumpe (12)
und die zweite Hydraulikpumpe (112) angetrieben sind,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Einstelleinrichtung (6) zum Einstellen einer Verteilung der Motorleistung des
Drehmotors (2) zwischen der ersten Hydraulikpumpe (12) und der zweiten Hydraulikpumpe
(112) vorgesehen ist.
2. Bohrgerät nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Pumpensteuerungen (18, 118) der Hydraulikpumpen (12, 112) zur Leistungsregelung
der ersten Hydraulikpumpe (12) beziehungsweise der zweiten Hydraulikpumpe (112) ausgebildet
sind.
3. Bohrgerät nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die erste Pumpensteuerung (18) eine erste Verstelleinrichtung (19) und die zweite
Pumpensteuerung (118) eine zweite Verstelleinrichtung (119) aufweist,
- dass die erste Verstelleinrichtung (19) ausgebildet ist, einen Förderstrom der ersten
Hydraulikpumpe (12) in Abhängigkeit von einem Arbeitsdruck in einer Druckleitung (14)
der ersten Hydraulikpumpe (18) einzustellen und
- dass die zweite Verstelleinrichtung (119) ausgebildet ist, einen Förderstrom der zweiten
Hydraulikpumpe (112) in Abhängigkeit von einem Arbeitsdruck in einer Druckleitung
(114) der zweiten Hydraulikpumpe (112) einzustellen.
4. Bohrgerät nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die erste Verstelleinrichtung (19) mit einem dem Arbeitsdruck der ersten Hydraulikpumpe
(12) entsprechenden ersten Stelldruck beaufschlagbar ist und
- dass die zweite Verstelleinrichtung (19) mit einem dem Arbeitsdruck der zweiten Hydraulikpumpe
(112) entsprechenden zweiten Stelldruck beaufschlagbar ist.
5. Bohrgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die erste Pumpensteuerung (18) eine erste Steuereinrichtung (60) aufweist, welche
zur Leistungsbegrenzung und/oder zur Leistungserhöhung der ersten Hydraulikpumpe (12)
mit einem ersten Steuersignal der Einstelleinrichtung (6) beaufschlagbar ist und
- dass die zweite Pumpensteuerung (118) eine zweite Steuereinrichtung (160) aufweist, welche
zur Leistungsbegrenzung und/oder zur Leistungserhöhung der zweiten Hydraulikpumpe
(112) mit einem zweiten Steuersignal der Einstelleinrichtung (6) beaufschlagbar ist.
6. Bohrgerät nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuersignale elektrische, hydraulische und/oder pneumatische Steuersignale sind.
7. Bohrgerät nach Anspruch 5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Einstelleinrichtung (6) eingerichtet ist, als erstes Steuersignal einen ersten
Steuerdruck und als zweites Steuersignal einen zweiten Steuerdruck bereitzustellen.
8. Bohrgerät nach einem der Ansprüche 5 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Einstelleinrichtung (6) eingerichtet ist, das zweite Steuersignal in Abhängigkeit
des ersten Steuersignals einzustellen.
9. Bohrgerät nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Einstelleinrichtung (6) eingerichtet ist, an der ersten und der zweiten Pumpensteuerung
(18, 118) Steuersignale mit gleicher Größe, aber entgegengesetzter Wirkungsrichtung,
bereitzustellen.
10. Bohrgerät nach einem der Ansprüche 5 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Einstelleinrichtung (6) eingerichtet ist, das zweite Steuersignal bei einer Anhebung
des ersten Steuersignals abzusenken und bei einer Absenkung des ersten Steuersignals
anzuheben.
11. Bohrgerät nach einem der Ansprüche 5 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Einstelleinrichtung (6) eingerichtet ist, gleiche Steuersignale an der ersten
Pumpensteuerung (18) und der zweiten Pumpensteuerung (118) bereitzustellen, wobei
das Steuersignal bei der ersten Hydraulikpumpe (12) in Richtung einer Verkleinerung
der Pumpenleistung und bei der zweiten Hydraulikpumpe (112) in Richtung einer Vergrößerung
der Pumpenleistung wirkt oder umgekehrt.
12. Bohrgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Einstelleinrichtung (6) ein Bedienelement (70) aufweist, mit welchem ein Verteilungsverhältnis
der Motorleistung des Drehmotors (2) zwischen der ersten Hydraulikpumpe (12) und der
zweiten Hydraulikpumpe (112) einstellbar ist.
13. Verfahren zum Betreiben eines Bohrgeräts zum Erdbohren, insbesondere nach einem der
Ansprüche 1 bis 12, wobei
- mindestens ein erster Hydraulikantrieb (11) und mindestens ein zweiter Hydraulikantrieb
(111) betrieben werden,
- der erste Hydraulikantrieb (11) mittels einer ersten Hydraulikpumpe (12), welche
mit dem ersten Hydraulikantrieb (11) leitungsverbunden ist, mit Hydraulikfluid versorgt
wird und der zweite Hydraulikantrieb (111) mittels einer zweiten Hydraulikpumpe (112),
welche mit dem zweiten Hydraulikantrieb (111) leitungsverbunden ist, mit Hydraulikfluid
versorgt wird,
- eine von der ersten Hydraulikpumpe (12) abzugebende Pumpenleistung mittels einer
ersten Pumpensteuerung (18) und eine von der zweiten Hydraulikpumpe (112) abzugebende
Pumpenleistung mittels einer zweiten Pumpensteuerung (118) gesteuert wird und
- die Hydraulikpumpen (18, 118) durch einen gemeinsamen Drehmotor (2) angetrieben
sind,
dadurch gekennzeichnet,
dass unterschiedliche Verteilungen der Motorleistung des Drehmotors (2) zwischen der ersten
Hydraulikpumpe (12) und der zweiten Hydraulikpumpe (112) eingestellt werden.
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ.
1. Bohrgerät zum Erdbohren mit
- mindestens einem ersten Hydraulikantrieb (11) und mindestens einem zweiten Hydraulikantrieb
(111),
- mindestens einer ersten Hydraulikpumpe (12) und mindestens einer zweiten Hydraulikpumpe
(112), welche zur Energieübertragung mittels Hydraulikfluid mit dem ersten Hydraulikantrieb
(11) beziehungsweise dem zweiten Hydraulikantrieb (111) leitungsverbunden sind, und
- einem Drehmotor (2) mit einer Abtriebswelle (4), an welcher zur Abgabe einer vorgegebenen
Motorleistung ein Drehmoment anliegt, durch welches die erste Hydraulikpumpe (12)
und die zweite Hydraulikpumpe (112) angetrieben sind, wobei die Motorleistung des
Drehmotors (2) zwischen der ersten Hydraulikpumpe (12) und der zweiten Hydraulikpumpe
(112) verteilt wird,
dadurch gekennzeichnet,
- dass eine erste Pumpensteuerung (18) und eine zweite Pumpensteuerung (118) zum Steuern
der von der ersten Hydraulikpumpe (12) beziehungsweise zweiten Hydraulikpumpe (112)
abzugebenden Pumpenleistung vorgesehen sind,
- dass eine Einstelleinrichtung (6) zum Einstellen der Verteilung der Motorleistung des
Drehmotors (2) zwischen der ersten Hydraulikpumpe (12) und der zweiten Hydraulikpumpe
(112) vorgesehen ist, und
- dass die Einstelleinrichtung (6) ein Bedienelement (70) aufweist, mit welchem ein Verteilungsverhältnis
der Motorleistung des Drehmotors (2) zwischen der ersten Hydraulikpumpe (12) und der
zweiten Hydraulikpumpe (112) einstellbar ist.
2. Bohrgerät nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Pumpensteuerungen (18, 118) der Hydraulikpumpen (12, 112) zur Leistungsregelung
der ersten Hydraulikpumpe (12) beziehungsweise der zweiten Hydraulikpumpe (112) ausgebildet
sind.
3. Bohrgerät nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die erste Pumpensteuerung (18) eine erste Verstelleinrichtung (19) und die zweite
Pumpensteuerung (118) eine zweite Verstelleinrichtung (119) aufweist,
- dass die erste Verstelleinrichtung (19) ausgebildet ist, einen Förderstrom der ersten
Hydraulikpumpe (12) in Abhängigkeit von einem Arbeitsdruck in einer Druckleitung (14)
der ersten Hydraulikpumpe (18) einzustellen und
- dass die zweite Verstelleinrichtung (119) ausgebildet ist, einen Förderstrom der zweiten
Hydraulikpumpe (112) in Abhängigkeit von einem Arbeitsdruck in einer Druckleitung
(114) der zweiten Hydraulikpumpe (112) einzustellen.
4. Bohrgerät nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die erste Verstelleinrichtung (19) mit einem dem Arbeitsdruck der ersten Hydraulikpumpe
(12) entsprechenden ersten Stelldruck beaufschlagbar ist und
- dass die zweite Verstelleinrichtung (19) mit einem dem Arbeitsdruck der zweiten Hydraulikpumpe
(112) entsprechenden zweiten Stelldruck beaufschlagbar ist.
5. Bohrgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die erste Pumpensteuerung (18) eine erste Steuereinrichtung (60) aufweist, welche
zur Leistungsbegrenzung und/oder zur Leistungserhöhung der ersten Hydraulikpumpe (12)
mit einem ersten Steuersignal der Einstelleinrichtung (6) beaufschlagbar ist und
- dass die zweite Pumpensteuerung (118) eine zweite Steuereinrichtung (160) aufweist, welche
zur Leistungsbegrenzung und/oder zur Leistungserhöhung der zweiten Hydraulikpumpe
(112) mit einem zweiten Steuersignal der Einstelleinrichtung (6) beaufschlagbar ist.
6. Bohrgerät nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuersignale elektrische, hydraulische und/oder pneumatische Steuersignale sind.
7. Bohrgerät nach Anspruch 5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Einstelleinrichtung (6) eingerichtet ist, als erstes Steuersignal einen ersten
Steuerdruck und als zweites Steuersignal einen zweiten Steuerdruck bereitzustellen.
8. Bohrgerät nach einem der Ansprüche 5 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Einstelleinrichtung (6) eingerichtet ist, das zweite Steuersignal in Abhängigkeit
des ersten Steuersignals einzustellen.
9. Bohrgerät nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Einstelleinrichtung (6) eingerichtet ist, an der ersten und der zweiten Pumpensteuerung
(18, 118) Steuersignale mit gleicher Größe, aber entgegengesetzter Wirkungsrichtung,
bereitzustellen.
10. Bohrgerät nach einem der Ansprüche 5 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Einstelleinrichtung (6) eingerichtet ist, das zweite Steuersignal bei einer Anhebung
des ersten Steuersignals abzusenken und bei einer Absenkung des ersten Steuersignals
anzuheben.
11. Bohrgerät nach einem der Ansprüche 5 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Einstelleinrichtung (6) eingerichtet ist, gleiche Steuersignale an der ersten
Pumpensteuerung (18) und der zweiten Pumpensteuerung (118) bereitzustellen, wobei
das Steuersignal bei der ersten Hydraulikpumpe (12) in Richtung einer Verkleinerung
der Pumpenleistung und bei der zweiten Hydraulikpumpe (112) in Richtung einer Vergrößerung
der Pumpenleistung wirkt oder umgekehrt.
12. Verfahren zum Betreiben eines Bohrgeräts zum Erdbohren, insbesondere nach einem der
Ansprüche 1 bis 11, wobei
- mindestens ein erster Hydraulikantrieb (11) und mindestens ein zweiter Hydraulikantrieb
(111) betrieben werden,
- der erste Hydraulikantrieb (11) mittels einer ersten Hydraulikpumpe (12), welche
mit dem ersten Hydraulikantrieb (11) leitungsverbunden ist, mit Hydraulikfluid versorgt
wird und der zweite Hydraulikantrieb (111) mittels einer zweiten Hydraulikpumpe (112),
welche mit dem zweiten Hydraulikantrieb (111) leitungsverbunden ist, mit Hydraulikfluid
versorgt wird,
- die Hydraulikpumpen (18, 118) durch einen gemeinsamen Drehmotor (2) angetrieben
sind und
- eine Motorleistung des Drehmotors (2) zwischen der ersten Hydraulikpumpe (12) und
der zweiten Hydraulikpumpe (112) verteilt wird,
dadurch gekennzeichnet,
- dass eine von der ersten Hydraulikpumpe (12) abzugebende Pumpenleistung mittels einer
ersten Pumpensteuerung (18) und eine von der zweiten Hydraulikpumpe (112) abzugebende
Pumpenleistung mittels einer zweiten Pumpensteuerung (118) gesteuert wird und
- dass zur unterschiedlichen Verteilung der Motorleistung des Drehmotors (2) ein Verteilungsverhältnis
der Motorleistung zwischen der ersten Hydraulikpumpe (12) und der zweiten Hydraulikpumpe
(112) mit einem Bedienelement (70) eingestellt wird.