[0001] Die Erfindung betrifft eine Heizvorrichtung, insbesondere eine Glühkerze nach dem
Oberbegriff des Anspruchs 1.
Stand der Technik
[0002] Aus
US 2010/0133253 A1 ist eine Abdichtung für eine Glühkerze bekannt, wobei ein keramisches Dichtelement
aus Aluminiumoxid als Heizkörperdichtung verwendet wird. Das keramische Dichtelement
wird als fest gesinterter Ringkörper in die Öffnung eines Glührohres einer Heizvorrichtung
eingesetzt. Zur Ausbildung einer gasdichten Verbindung werden die Zwischenräume zwischen
der Innenseite des Glührohrs und dem Keramikelement sowie zwischen Keramikelement
und Anschlussbolzen mit einem Hartlot ausgefüllt. Das Einlöten des Keramikelementes
stellt einen zusätzlich durchzuführenden Arbeitsschritt dar, welcher die Herstellung
der Heizvorrichtung verteuert.
[0003] DE 195 32 090 A1 offenbart Lambdasonden, bei denen Steatit als elektrisch isolierendes und hoch temperaturfestes
Dichtungsmaterial eingesetzt wird, wobei ein sensitiver Keramikkörper bzw. ein sensitives
Keramikplättchen mittels eines Dichtelementes aus Steatit in einem metallischen Gehäuse
gasdicht gehalten werden. Die Dichtung wird von einem vorgesinterten Steatitring dargestellt,
der verformbar ausgebildet ist und zur Verformung axial im Gehäuse verpresst wird.
Darstellung der Erfindung
[0004] Der vorliegenden Erfindung liegt mithin die Aufgabe zugrunde, eine Heizkörperdichtung
für eine Heizvorrichtung, insbesondere einer Glühkerze bereitzustellen, die einerseits
hohen Temperaturen standhält und andererseits kostengünstig ausführbar ist.
[0005] Erfindungsgemäß wird vorgeschlagen, ein keramisches Dichtelement einzusetzen, welches
aus Steatit gefertigt ist, welches sich unter Druckaufbringen zu einer Dichtung verformen
lässt. Zur Herstellung der erfindungsgemäß vorgeschlagenen Heizkörperdichtung an einer
Heizvorrichtung, wie beispielsweise einer Glühkerze, wird ein aus Steatit-Pulver durch
Pressen vorgeformter und/oder vorgesinterter, verformbarer Steatitring als Vorformling
verwendet, der sich beim Verpressen im Heizrohr verformen lässt. Der vorgeformte und/oder
vorgesinterte, verformbare Vorformling wird nachfolgend als verformbarer Steatitring
bezeichnet. Der verformbare Steatitring wird in einem Dichtungsabschnitt zwischen
dem Innenumfang des Heizrohrs und einem Außenumfang eines Anschlussbolzens in eine
stirnseitige Öffnung des Heizrohres eingesetzt. Anschließend wird das Heizrohr radial
auf den verformbaren Steatitring gepresst, wodurch sich der verformbare Steatitring
wieder in Pulverbestandteile zersetzt und sich die Pulverbestandteile aufgrund ihrer
Fließeigenschaften zwischen der Innenseite des Heizrohres und der Außenseite des Anschlussbolzens
jeweils unter der Presskraft gehalten werden, so dass sich das Dichtelement aus Steatit
ausbildet.
[0006] Aufgrund der im Wesentlichen in radialer Richtung entlang des Umfangs des Heizrohrs
anliegenden Presskräfte sowie der Fließeigenschaften des verformbaren Vorformlings,
d.h. des verformbaren Steatitrings, der sich beim Verpressen wieder in Pulverbestandteile
zersetzen kann, kann es zweckmäßig sein, zusätzlich zu der in radialer Richtung wirkenden
Presskraft, die im Wesentlichen entlang der Außenseite des Heizrohrs des Heizkörpers
aufgebracht wird, eine axiale Presskraft auf den Steatitring auszuüben. Die in axialer
Richtung wirkende Presskraft kann beispielsweise am Heizrohr des Heizkörpers, insbesondere
an einer stirnseitigen Öffnung durch eine Umbördelung erzeugt werden, die den vorgesinterten
Vorformling, d.h. den verformbaren Steatitring und das sich ausbildende Dichtelement
in Richtung des Innenraumes der Heizeinrichtung, d.h. auf ein sich im Innenraum des
Heizrohres befindendes Füllmaterial andrückt.
[0007] In Weiterbildung der erfindungsgemäß vorgeschlagenen Lösung kann beispielsweise ein
Keramikring, so zum Beispiel ein fest gesinterter Keramikring aus einer elektrisch
isolierenden Keramik, zum Beispiel aus hexagonalem Bornitrid, in die Öffnung des Glührohres
in axialer Richtung gesehen vor dem Dichtelement, d.h. dem verformbaren Steatitring
eingesetzt werden. Dadurch lässt sich auf die gesamte Stirnfläche des Steatitrings
eine axiale Presskraft ausüben. Die Umbördelung an der Öffnung des Heizrohres drückt
axial auf den fest gesinterten Keramikring und dieser wiederum drückt mit seiner Stirnfläche
auf die angrenzende Stirnfläche des verformbaren Steatitrings und unterstütz dadurch
die Ausbildung des Dichtelementes aus Steatit innerhalb des Heizrohres.
[0008] Eine die axialen Presseigenschaften weiter begünstigende Ausführungsvariante liegt
darin, den verformbaren Steatitring als Vorformling seinerseits zwischen zwei fest
gesinterten Druckringen aus Keramik zu positionieren. Der an das Füllmaterial im Inneren
des Heizkörpers angrenzende Keramikring kann an seiner Auflage am Heizrohr anliegen,
die zweckmäßigerweise von einer beispielsweise im Heizrohr eingebrachten, umlaufend
ausgebildeten Sicke gebildet wird. Diese wird vorzugsweise nach dem radialen Verpressen
des Heizrohres und vor dem Bördeln der stirnseitigen Öffnung des Heizrohres eingebracht.
Dies kann beispielsweise durch Rollen oder andere spanlose Fertigungsverfahren erfolgen.
Auf das sich aus dem Steatitvorformling ausbildende Dichtelement, welches einen höheren
thermischen Ausdehnungskoeffizienten als beispielswiese hexagonales Bornitrid aufweist,
wirkt dadurch bei höheren auftretenden Temperaturen zwischen den fest gesinterten
Keramikringen an beiden Stirnflächen eine zunehmende axiale Presskraft, die die Dichtwirkung
des sich aus dem Steatitvorformling herausbildenden Dichtelementes weiter verstärkt.
[0009] Das erfindungsgemäße Verfahren zeichnet sich dadurch aus, dass das Dichtelement aus
Steatit in Form des verformbaren Steatitrings auf den Anschlussbolzen im Bereich des
Dichtungsabschnitts angeordnet wird, und dass anschließend der verformbare Steatitring
im Dichtungsabschnitt zwischen Heizrohr und Anschlussbolzen verpresst wird. Die Radialkraft
zum Verpressen des Steatitrings zwischen Heizrohr und Anschlussbolzen wird dadurch
erzeugt, indem das Heizrohr zumindest im Bereich des Dichtungsabschnitts durch Rundkneten
eine Durchmesserreduzierung erfährt. Eine zusätzliche Axialkraft zum Verpressen des
Steatitrings zwischen Heizrohr und Anschlussbolzen wird erreicht, indem durch eine
Umbördelung (28) an einer stirnseitigen Öffnung (25) des Heizrohres (12) eine zusätzliche
axiale Presskraft erzeugt wird, sodass der verformbare Steatitring mittels mindestens
einem Druckring (34, 38) zusätzlich in axiale Richtung gepresst wird. Weiterhin kann
der verformbare Steatitring zwischen zwei Druckringen axial verpresst werden, wobei
der eine Druckring gegen eine umlaufende Sicke und/oder gegen ein Füllmaterial gedrückt
wird.
Ausführungsbeispiele
[0010] Anhand der nachfolgenden Beschreibung und der Zeichnung wird die Erfindung eingehender
beschrieben.
[0011] Es zeigen:
- Figur 1
- eine erste Ausführungsvariante der erfindungsgemäßen Heizvorrichtung mit einem Dichtelement
gebildet durch einen aus Steatit gefertigten, verformbaren Vorformling,
- Figur 2
- eine zweite Ausführungsvariante der erfindungsgemäßen Heizvorrichtung, bei der dem
Vorformling zum Verpressen in axialer Richtung ein fest gesinterter Keramikring vorgeschaltet
ist und
- Figur 3
- eine dritte Ausführungsvariante der erfindungsgemäßen Heizvorrichtung, bei der der
Vorformling zwischen zwei Keramikringen aus fest gesintertem Keramikmaterial verpresst
ist.
[0012] Eine Heizvorrichtung, bei der es sich bei den vorliegenden Ausführungsbeispielen
um eine Glühkerze für eine Selbstzünderverbrennungskraftmaschine handelt, umfasst
einen Heizkörper 10, der von einem metallischen Heizrohr 12, in dem mindestens ein
elektrischer Widerstandheizer in Form einer Heizwendel 22 angeordnet ist, gebildet
wird. Das Heizrohr wir bei der vorliegenden Glühkerze nachfolgend als Glührohr 12
bezeichnet. Der Heizkörper 10 ist in ein nicht dargestelltes Gehäuse eingesetzt. Als
Glühkerze sind auch solche Glühkerzen bezeichnet, die zusätzlich ein Funktionselement
enthalten, wie zum Beispiel ein Sensor zum Aufnehmen eines Brennraumdrucks. Ein Innenmantel
des Glührohres 12 ist mit Bezugszeichen 14 gekennzeichnet. Das Innere des Glührohres
12 des Heizkörpers 10 ist mit einem Füllmaterial 20 gefüllt, bei dem es sich beispielsweise
um ein gut wärmeleitendes, keramisches Isolierpulver handelt. Aus dem Inneren des
Glührohres 12 des Heizkörpers 10 ragt aus einer stirnseitigen Öffnung 25 ein im Wesentlichen
zylindrisch ausgebildeter Anschlussbolzen 24 hinaus. Der Anschlussbolzen 24 dient
an dem einen Ende zur Kontaktierung der Heizwendel 22 und an dem anderen Ende zum
Anschließen an einen Pluspol einer Stromversorgung für die elektrische Widerstandheizung
der Heizwendel 22. Der Minuspol der Stromversorgung wird über das metallische Glührohr
12 zur Heizwendel 22 geführt, wobei die Heizwendel 22 an der Spitze des Glührohres
12 im Inneren mit dem Glührohr 12 kontaktiert ist.
[0013] Wie der Darstellung gemäß Figur 1 zu entnehmen ist, befindet sich ein Dichtelement
26, dass im Wesentlichen aus dem keramischen Material Steatit gefertigt ist, zwischen
der Mantelfläche des im Wesentlichen zylindrisch ausgebildeten Anschlussbolzens 24
und dem Innenmantel 14 des Glührohres 12 des Heizkörpers 10. Das Dichtelement 26 aus
Steatit ist im Wesentlichen ringförmig ausgebildet und umschließt die Mantelfläche
des Anschlussbolzens 24 einerseits und liegt andererseits mit seiner Mantelfläche
am Innenmantel 14 des Glührohres 12 dichtend an. In Figur 1 ist angedeutet, dass auf
die Außenmantelfläche des Glührohres 12 des Heizkörpers 10 entlang eines axial sich
erstreckenden Dichtungsabschnittes 16 eine Radialpresskraft 18 appliziert wird. Die
Radialpresskraft 18 wird gleichmäßig über den gesamten Umfang des Glührohres 12 des
Heizkörpers 10 aufgebracht, sodass das Dichtelement 26 aus Steatit, bei dem es sich
um einen beim Verpressen mittels der Radialkraft 18 verformten Steatitring handelt,
eine gas-und flüssigkeitsdichte Dichtung zwischen dem Glührohr 12 und dem Anschlussbolzen
24 ausbildet.
[0014] Das Dichtelement 26 aus Steatit wird aus einem vorgeformten und/oder vorgesinterten,
verformbaren Steatitring als Vorformling erzeugt, der so beschaffen ist, dass er sich
beim Verpressen zur Ausbildung des Dichtelements 26 wieder in seine Pulverbestandteile
zersetzt. Dies geschieht aufgrund der Radialpresskraft 18, die sich gleichmäßig entlang
des Außenumfangs des Glührohres 12 verteilt, sowie der Fließeigenschaften des verformbaren
Steatitrings. In zweckmäßiger Weise wird zusätzlich zur Radialpresskraft 18 eine Axialpresskraft
auf das Dichtelement 26 aus Steatit ausgeübt. Dazu ist an der stirnseitigen Öffnung
25 des Glührohres 12, aus der der Anschlussbolzen 24 zur elektrischen Kontaktierung
der Heizwendel 22 herausragt, eine Umbördelung 28 vorgesehen. Mittels der Umbördelung
28 wird der verformbare Steatitring während des Aufbringens der Radialpresskraft 18
und einer damit einhergehenden Verformung in Richtung des Innenraumes gegen das sich
im Innenraum des Glührohres 12 befindende Füllmaterial 20 gedrückt.
[0015] Dies bedeutet, dass das ringförmig ausgebildete Dichtelement 26 aus Steatit durch
die Radialpresskraft 18 sowohl in Radialrichtung wie auch durch die Umbördelung 28
mittelbar in axiale Richtung druckbeaufschlagt ist, sodass sich zwischen den Mantelflächen
des Anschlussbolzens 24 und dem Dichtelement 26 das Steatit einerseits und andererseits
zwischen der Außenmantelfläche des ringförmig ausgebildeten Dichtelementes 26 aus
Steatit und dem Innenmantel 24 des Glührohres 12 eine wirkungsvolle Heizkörperdichtung
ausbildet.
[0016] Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass in der Darstellung gemäß Figur 1 eine
dem Füllmaterial 20 zugewandte Stirnseite des ringförmig ausgebildeten Dichtelementes
26 aus Steatit mit Bezugszeichen 32 bezeichnet ist. Eine erste Stirnseite des ringförmig
ausgebildeten Dichtelementes 26 aus Steatit ist durch Bezugszeichen 30 kenntlich gemacht.
Diese erste Stirnseite 30 des Dichtelementes 26 aus Steatit ist durch die Umbördelung
28 des Glührohres 12 beaufschlagt und bringt die axiale Presskraft auf das ringförmig
ausgebildete Dichtelement 26 aus Steatit auf.
[0017] Der Darstellung gemäß Figur 2 ist eine weitere vorteilhafte Ausführungsvariante der
erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Abdichtung des Heizkörpers 10, insbesondere der
Glühkerze zu entnehmen.
[0018] Figur 2 zeigt, dass der dort dargestellte Heizkörper 10 ebenfalls ein Glührohr 12
umfasst, in dessen Innenraum das Füllmaterial 20, bei dem es sich insbesondere um
Isolierpulver handelt, aufgenommen ist. In das Füllmaterial 20 ist der Anschlussbolzen
24 eingelegt, der einerseits mit einem Ende aus dem Glührohr 12 des Heizkörpers 10
herausragt und mit seiner gegenüberliegenden Stirnseite die Heizwendel 22 des Heizkörpers
10 kontaktiert. Aus der Darstellung gemäß Figur 2 geht hervor, dass sich innerhalb
des Dichtungsabschnittes 16 auf der Mantelfläche des Anschlussbolzens 24 das Dichtelement
26 aus Steatit befindet, dessen erste Stirnseite 30 gegen einen ersten Druckring 34
bzw. gegen dessen der ersten Stirnseite 30 zuweisende Stirnseite 36 drückt.
[0019] Analog zur Darstellung gemäß Figur 1 wird entlang des Dichtungsabschnittes 16 auf
der Außenmantelfläche des Glührohres 12 die Radialpresskraft 18 appliziert, sodass
sich der verformbare Steatitring zum Dichtelement 26 verformt. Um weitgehend über
dessen gesamte erste Stirnseite 30 des Dichtelementes 26 aus Steatit eine axiale Presskraft
aufzubringen, wird der erste Druckring 34 als fest gesinterter Körper aus einer elektrisch
isolierenden Keramik, wie zum Beispiel aus hexagonalem Bornitrid, im Innenraum des
Glührohrs 12 angeordnet und in axialer Richtung in Bezug auf die Öffnung 25 axial
vor dem ringförmig ausgebildeten Dichtelement 26 aus Steatit platziert. Bei Ausbildung
der Umbördelung 28 an der stirnseitigen Öffnung 25 des Glührohres 12 drückt dann in
axiale Richtung gesehen diese auf den ersten Druckring 34, wohingegen dieser mit seiner
Stirnseite 36 auf die gesamte, an diesen angrenzende erste Stirnseite 30 des verformbaren
Steatitrings drückt. Durch den in der Darstellung gemäß Figur 2 dargestellten Verbund
aus dem Dichtelement 26 aus Steatit und dem mindestens einen Druckring 34 entsteht
bei Applikation der Radialkraft 18 entlang des Dichtungsabschnittes 16 am Innenmantel
14 des Glührohres 12 ein Dichtverbund, dessen Dichtwirkung durch die axiale Presskraft
verbessert wird.
[0020] Während die erste Stirnseite 30 des Dichtelementes 26 aus Steatit durch die Stirnseite
36 des ersten Druckringes 34 aus einer elektrisch isolierenden Keramik beaufschlagt
ist, drückt die zweite Stirnseite 32 des ringförmig ausgebildeten Dichtelementes 26
aus Steatit aufgrund der durch die Umbördelung 28 erzeugten Axialkraft auf das Füllmaterial
20.
[0021] Der Darstellung gemäß Figur 3 ist eine weitere, dritte vorteilhafte Ausführungsvariante
der erfindungsgemäß vorgeschlagenen Heizvorrichtung zu entnehmen.
[0022] Aus der Darstellung gemäß Figur 3 geht hervor, dass zusätzlich zum Dichtelement 26
aus Steatit und dem in Figur 2 dargestellten ersten Druckring 34 im Dichtungsabschnitt
16 ein weiterer zweiter Druckring 38 angeordnet ist. Der Verbund aus erstem Druckring
34, dem Dichtelement 26 aus Steatit und besagtem zweiten Druckring 38 wird durch die
an der stirnseitigen Öffnung 25 des Glührohres ausgebildete Umbördelung 28 beispielsweise
gegen eine umlaufende Sicke 40 gedrückt. Die umlaufende Sicke 40 ist in die Mantelfläche
des Glührohres 12 des Heizkörpers 10, bei dem es sich insbesondere um eine Glühkerze
handelt, eingewalzt oder eingerollt oder auf eine andere spanlose Fertigungsart hergestellt.
Die in den Innenraum des Glührohres 12 hineinragende umlaufende Sicke 40 dient als
Axialanschlag für eine Stirnseite des zweiten Druckringes 38, die ebenfalls aus einer
elektrisch isolierenden Keramik, wie zum Beispiel hexagonalem Bornitrid gefertigt
ist. Die in der Ausführungsvariante gemäß Figur 3 dargestellte Anordnung, d.h. der
Verbund aus erstem Druckring 34, dem Dichtelement 26 aus Steatit und dem zweiten Druckring
38 stellt eine Ausführungsvariante dar, bei der die in axiale Richtung wirkende Presskraft
weiter verstärkt wird.
[0023] Gemäß der in Figur 3 dargestellten Ausführungsvariante ist das Dichtelement 26 aus
Steatit zwischen den beiden fest gesinterten keramischen Druckringen 34 und 38 positioniert.
Der an das Füllmaterial 20 angrenzende zweite Druckring 38 liegt an der umlaufenden
Sicke 40 des Glührohres 12 an, die vorzugsweise nach dem radialen Verpressen des Glührohres
12 mit Hilfe der Radialpresskraft 18 und vor dem Erzeugen der Bördelung 28 an der
Öffnung des Glührohres 12 in die Mantelfläche des Glührohres 12 eingebracht wird.
Es ist aber auch denkbar, dass der zweite Druckring 38 ohne ein Gegenlager an einer
Sicke 40 direkt auf das Füllmaterial 20 drückt. Auf das Dichtelement 26 aus Steatit,
das einen höheren thermischen Ausdehnungskoeffizienten als zum Beispiel hexagonales
Bornitrid aufweist, wirkt dadurch bei höheren Temperaturen zwischen den fest gesintert
hergestellten Druckringen 34 und 38 eine verstärkte axiale Presskraft, die die Dichtwirkung
des Dichtelementes 26 aus Steatit weiter verbessert.
[0024] Das Dichtelement 26 aus Steatit, besteht aus der Hauptkomponente Speckstein (Mg
3Si
4O
10(OH)
2), einem natürlichen Magnesiumsilikat und aus Zusätzen von Ton und Feldspat oder Bariumcarbonat.
Die in Figur 2 bzw. 3 genannten ersten und zweiten Druckringe 34 bzw. 38 sind fest
gesinterte Keramikringe und werden bevorzugt aus hexagonalem Bornitrid gefertigt.
[0025] Zum Herstellen der Heizvorrichtung wird ein durch Pressen vorgeformter und/ oder
vorgesinterter, verfombarer Steatitring als Vorformling auf den Anschlussbolzen 24
im Bereich des Dichtungsabschnitts 16 angeordnet. Anschließend wird der verformbare
Steatitring im Dichtungsabschnitt 16 zwischen Glührohr 12 und Anschlussbolzen 24 verpresst.
Die Radialkraft zum Verpressen des verformbaren Steatitrings zwischen Glührohr 12
und Anschlussbolzen 24 wird dadurch erzeugt, indem das Glührohr 12 zumindest im Bereich
des Dichtungsabschnitts 16 durch Rundkneten eine Durchmesserreduzierung erfährt. Eine
zusätzliche Axialkraft zum Verpressen des verformbaren Steatitrings zwischen Glührohr
12 und Anschlussbolzen 24 wird erreicht, indem der verformbare Steatitring und mindesten
ein Druckring durch eine Umbördelung an der stirnseitigen Öffnung 25 des Glührohres
12 gegen die umlaufende Sicke 40 und/oder gegen das Füllmaterial 20 innerhalb des
Glührohres 12 gedrückt wird.
1. Heizvorrichtung, insbesondere Glühkerze (10), mit einem Heizkörper, welcher ein Heizrohr
(12) und einen aus dem Heizrohr (12) herausgeführten Anschlussbolzen (24) umfasst,
wobei zwischen Heizrohr (12) und Anschlussbolzen (24) innerhalb eines Dichtungsabschnittes
(16) ein Dichtelement (26) angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Dichtelement (26) aus Steatit ausgebildet ist und mittels zumindest einer Radialkraft
(18) im Dichtungsabschnitt (16) zwischen Heizrohr (12) und Anschlussbolzen (24) verpresst
ist.
2. Vorrichtung gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Dichtelement (26) aus Steatit einerseits den Anschlussbolzen (24) umschließt
und andererseits an einem Innenmantel (14) des Heizrohres (12) anliegt.
3. Vorrichtung gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich zur Radialkraft (18) eine Axialkraft auf das Dichtelement (26) aus Steatit
einwirkt.
4. Vorrichtung gemäß Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Dichtelement (26) aus Steatit mittels einer an einer stirnseitigen Öffnung (25)
des Heizrohres (12) ausgebildeten Umbördelung (28) in axiale Richtung im Inneren des
Heizrohres (10) gegen ein Füllmaterial (20) gepresst ist.
5. Vorrichtung gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass dem Dichtelement (26) aus Steatit mindestens ein Druckring (34, 38) aus einem keramischen
Material zugeordnet ist.
6. Vorrichtung gemäß Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass dem Dichtelement (26) aus Steatit stirnseitig jeweils ein erster Druckring (34) sowie
ein zweiter Druckring (38) zugeordnet ist und dass das Dichtelement (26) aus Steatit
zusätzlich zwischen den beiden Druckringen (34, 38) verpresst ist.
7. Vorrichtung gemäß Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Dichtelement (26) aus Steatit und der mindestens eine Druckring (34, 38) axial
stirnseitig aneinander gepresst sind, eine Mantelfläche des Anschlussbolzens (24)
umschließen und radial an den Innenmantel (14) des Heizkörpers (10) angepresst sind.
8. Vorrichtung gemäß einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Heizrohr (12) mindestens eine umlaufende Sicke (40) aufweist, an der sich der
eine Druckring (38) axial abstützt.
9. Vorrichtung gemäß Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Druckring (34, 38) durch die Umbördelung in axiale Richtung gegen
die umlaufende Sicke (40) und/der gegen das Füllmaterial (20) gedrückt ist.
10. Verfahren zur Herstellung der Heizvorrichtung gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das Dichtelement (26) aus Steatit in Form eines vorgeformten und/oder vorgesinterten,
verformbaren Steatitrings auf den Anschlussbolzen (24) im Bereich des Dichtungsabschnitts
(16) angeordnet wird, und dass anschließend der verformbare Steatitring im Dichtungsabschnitt
(16) zwischen Heizrohr (12) und Anschlussbolzen (24) verpresst wird.
11. Verfahren gemäß Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Heizrohr (12) zumindest im Bereich des Dichtungsabschnitts (16) durch Rundkneten
eine Durchmesserreduzierung erfährt, durch die der verformbare Steatitring zwischen
Heizrohr (12) und Anschlussbolzen (24) mittels der dadurch entstehenden Radialkraft
verpresst wird.
12. Verfahren gemäß Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass durch eine Umbördelung (28) an einer stirnseitigen Öffnung (25) des Heizrohres (12)
eine zusätzliche axiale Presskraft erzeugt wird, sodass der verformbare Steatitring
mittels mindestens einem Druckring (34, 38) zusätzlich in axiale Richtung gepresst
wird.