[0001] Die Erfindung betrifft ein Bauteil für Kraftfahrzeuge, ein Verfahren zur Herstellung
eines Bauteils für Kraftfahrzeuge sowie eine Verwendung. Insbesondere betrifft die
Erfindung somit ein Fahrzeugbauteil, vorzugsweise einen Schalldämpfer sowie eine Heizeinrichtung,
wie z. B. ein Zuheizer oder eine Standheizung.
[0002] Bauteile finden auf vielfältigen Gebieten der Technik Verwendung, beispielsweise
im Häuserbau, in Kraftfahrzeugen oder dergleichen. Um Bauteile an spezielle Anforderungen
anzupassen, werden diese häufig verstärkt, um so größere Belastungen standhalten zu
können oder eine höhere Lebensdauer des Bauteils zu ermöglichen.
[0003] So ist beispielsweise im Bereich des Häuserbaus aus der
DE 20 2008 014 465 U1 ein Bauteil bekannt geworden, welches mit einer Verstärkungsschicht aus hydraulisch
abgebundenem Material aus einem Zementmörtel- oder Betongemisch versehen ist, wobei
die Verstärkungsschicht aus einer Bewehrungsmatte, einer Außenhaut und dazwischen
eingebrachtem Zementmörtel- oder Betongemisch gebildet wird.
[0004] Aus der
DE 10 2006 035 578 A1 ist weiter ein Verfahren zur Herstellung eines faserverstärkten Bauteils bekannt
geworden. Hierbei wird zunächst eine Faserverstärkungsstruktur hergestellt und diese
dann bei der Herstellung des Bauteils in den Trägerwerkstoff des Bauteils eingebettet.
[0005] Die vorliegende Erfindung beschäftigt sich mit dem Problem, ein Bauteil für ein Kraftfahrzeug
hinsichtlich seiner Steifigkeit einfach und kostengünstig zu verbessern.
[0006] Dieses Problem wird erfindungsgemäß durch die Gegenstände der unabhängigen Ansprüche
gelöst:
In Anspruch 1 ist ein Bauteil für Kraftfahrzeuge, insbesondere in Abgasanlagen oder
in Standheizungen, definiert, umfassend einen Träger, wobei der Träger eine vorgegebene
Struktursteifigkeit aufweist, und eine Platte zur Erhöhung der vorgegebenen Struktursteifigkeit
zumindest eines Teils des Trägers, wobei die Platte an dem Träger über zumindest eine
Verbindung festgelegt ist, wobei die Platte zumindest teilweise eine Wabenstruktur
aufweist.
In Anspruch 10 ist ein Verfahren zur Herstellung eines Bauteils, insbesondere gemäß
zumindest einem der Ansprüche 1-9, definiert, umfassend den Schritt Festlegen der
Platte an zumindest einem Teil des Trägers. Es ist klar, dass zuvor der Träger und
die Platte hergestellt werden müssen, wobei bei der Herstellung der Platte diese zumindest
teilweise mit einer Wabenstruktur versehen wird.
In Anspruch 13 ist eine Verwendung eines Bauteils gemäß zumindest einem der Ansprüche
1-9 in einem Kraftfahrzeug definiert, insbesondere in einem Abgasstrang und/oder in
einer Standheizung des Kraftfahrzeugs.
[0007] Durch Anordnung einer Platte mit zumindest teilweiser Wabenstruktur, wird eine Erhöhung
der Steifigkeit des Trägers und damit des Bauteils zumindest im Bereich der Platte
erreicht. Die zumindest teilweise wabenförmig ausgebildete Platte kann dabei auf einfache
und kostengünstige Weise an dem Träger des Bauteils festgelegt werden. Gleichzeitig
wird dadurch die Lebensdauer des Bauteils insgesamt verbessert, da durch die erhöhte
Steifigkeit Risse oder Materialermüdungen des Materials des Trägers reduziert werden.
Da die zumindest teilweise wabenförmig ausgebildete Platte einen Teil der Belastungen,
die auf das Bauteil einwirken, aufnehmen kann, kann auf diese Weise beispielsweise
die Wandstärke des Trägers reduziert werden, sodass weniger Material für die Herstellung
des Trägers benötigt wird. Schließlich ist die zumindest teilweise wabenförmige Platte
auch flexibel einsetzbar und kann sowohl auf ebenen, flächigen und/oder auf gebogenen
Flächen des Trägers festgelegt werden. Zweckmäßig ist der Träger in dem Bereich, in
dem die Platte angeordnet ist, flächig und insbesondere eben ausgestaltet, was die
Anordnung der Platte vereinfacht, die hiezu zweckmäßig komplementär, insbesondere
also ebenfalls eben, ausgestaltet sein kann.
[0008] Eine Wabenstruktur der Platte kann dabei insbesondere dreieckige, viereckige, sechseckige,
achteckige und/oder zwölfeckige Waben umfassen. Darüber hinaus sind auch weitere,
vorzugsweise symmetrische Polygone als Waben denkbar, beispielsweise zehneckige oder
dergleichen. Die Wabenstruktur kann in verschiedenen Bereichen der Platte unterschiedlich
ausgebildet sein, beispielsweise kann in einem Bereich eine sechseckige Wabenstruktur
angeordnet sein, in einem anderen Bereich können auf Grund einer zu erwarteten unterschiedlichen
Belastung beispielsweise zwölfeckige Waben angeordnet sein. Die Wabenstruktur kann
dabei beispielsweise mittels Prägetechnik auf eine Platte aufgeprägt werden. Daneben
ist es auch möglich, die Platte aus Einzelelementen zusammenzusetzen und die Einzelelemente
in einer Wabenstruktur anzuordnen.
[0009] Vorteilhafte Ausführungsformen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
[0010] Vorteilhaft ist eine Ausführungsform, bei welcher der Träger zumindest eine Öffnung
zum Durchführen eines Abgasrohrs aufweist, wobei die Platte beabstandet zur wenigstens
einen Öffnung am Träger festgelegt ist. Sofern ein derartiges Abgas führendes Abgasrohr
im Einbauzustand am Träger befestigt ist, können bei Fahrzeuganwendungen im Betrieb
der Abgasanlage oder der Heizung Schwingungen über das Rohr in den Träger eingeleitet
werden, die bei geringer Wandstärke des Trägers diesen in einem zur Öffnung beabstandeten
Bereich zu Schwingungen anregen, die als Schallwellen in die Umgebung abgestrahlt
werden können. Durch die Befestigung der Platte in diesem schwingungsgefährdeten Bereich
kann die Platte in diesem Bereich ausgesteift werden, was die Tendenz zur Schwingungsanregung
signifikant reduziert.
[0011] Vorteilhaft kann vorgesehen sein, dass der Träger einen die jeweilige Öffnung einfassenden,
kragenförmig vom Träger abstehenden Rand aufweist. An diesem Rand kann das jeweilige
Abgasrohr gestützt und - falls erforderlich - auch befestigt werden. Vorzugsweise
steht der Rand in einer von der Platte abgewandten Seite vom Träger ab.
[0012] Bei einer vorteilhaften Weiterbildung der erfindungsgemäßen Lösung ist die Platte
mehrlagig ausgebildet. Auf diese Weise wird die Steifigkeit der Platte und damit des
Bauteils wesentlich erhöht, da die Platte verschiedene Lagen unterschiedlicher Materialien
und damit auch unterschiedlicher Steifigkeit aufweisen kann. Gleichzeitig steigt auch
die Lebensdauer der Platte insgesamt, da beispielsweise die äußerste Lage als Schutzschicht
für eine bestimmte Anwendung des Bauteils ausgebildet werden kann.
[0013] Bei einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung ist die Verbindung kraft- und/oder
stoffschlüssig ausgebildet. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die Platte zuverlässig
mit dem Bauteil verbunden ist und Kräfte, welche auf das Bauteil und dessen Träger
wirken, also beispielsweise Schwingungen, wenn das Bauteil in einem Abgasstrang eines
Kraftfahrzeugs angeordnet wird, zuverlässig auf die Platte zumindest teilweise übertragen
werden. Dies reduziert Schwingungen des Bauteils selbst.
[0014] Bei einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung ist die Verbindung als Kleb-, Löt-,
Schweiß-, Niet-, Vulkanisier- und/oder Schraubverbindung ausgebildet. Dies ermöglicht
eine einfache, kostengünstige und zuverlässige Verbindung der zumindest teilweise
wabenförmig ausgebildeten Platte mit dem Träger. Dabei ist es selbstverständlich möglich,
mehrere der vorgenannten Merkmale zur Verbesserung der Verbindung von Platte und Träger
miteinander zu kombinieren.
[0015] Zur Ausbildung der Wabenstruktur kann die Platte als Höckerplatte ausgestaltet sein.
Eine solche Höckerplatte zeichnet sich dadurch aus, dass mehrere Höcker aus einer,
insbesondere ebenen, Grundplatte ausgeformt werden, z.B. mittels Tiefziehen oder mittels
Hochdruckumformung, die an einer Vorderseite von der Grundplatte abstehen und dabei
gleichzeitig dazu komplementäre Hohlräume an der Rückseite der Grundplatte erzeugen.
Diese Hohlräume bilden dann die Waben der Wabenstruktur. Die einzelnen Höcker können
bevorzugt flächige, ebene Stirnseiten aufweisen und einen kegelförmigen oder pyramidenförmigen
Mantel aufweisen. Insoweit sind die Stirnseiten der wabenförmigen Struktur über den
jeweiligen Mantel mit der Grundplatte verbunden. Diese Mäntel sind dabei in einem
Winkel zwischen null Grad und weniger als neunzig Grad senkrecht zu einer Oberfläche
des Trägers angeordnet, insbesondere beträgt dieser Winkel fünfundvierzig Grad. Ein
weiterer Teil der wabenförmigen Struktur liegt direkt an dem Träger im Wesentlichen
flächig an und ist z.B. über Schweißpunkte mit dem Träger stoffschlüssig verbunden.
Je nach Anordnung der Höckerplatte liegen entweder die Stirnseiten der Höcker direkt
am Träger an und die Grundplatte ist davon beabstandet oder die Grundplatte liegt
direkt am Träger an und die Stirnseiten der Höcker sind davon beabstandet.
[0016] Zweckmäßig kann die Platte als Verbundplatte ausgestaltet sein, die aus mehreren
Einzelplatten zusammengebaut ist. Besonders vorteilhaft ist dabei die Verwendung einer
Höckerverbundplatte, die aus wenigstens zwei Höckerplatten zusammengebaut ist. Dies
erfolgt zweckmäßig so, dass die Höcker der ersten Höckerplatte mit ihren Stirnseiten
flächig an der Grundplatte der zweiten Höckerplatte anliegen und gegebenenfalls daran
befestigt sind, und zwar an deren Vorderseite, jeweils zwischen benachbarten Höckern
der zweiten Höckerplatte. Umgekehrt kommen dadurch gleichzeitig auch die Höcker der
zweiten Höckerplatte mit ihren Stirnseiten an der Vorderseite der Grundplatte der
ersten Höckerplatte zur Anlage und können dort befestigt sein. Hierdurch wird eine
besonders steife Wabenstruktur erzeugt. Um die Steifigkeit der Wabenstruktur weiter
zu erhöhen, können die Höcker optional so dimensioniert und voneinander beabstandet
sein, dass die Höcker der ersten Höckerplatte über ihre Mäntel an den Höckern der
zweiten Höckerplatte zur Anlage kommen und dadurch eine intensive Abstützung in der
Scherrichtung ermöglichen. Eine derartige Höckerverbundplatte ist beispielsweise aus
der
DE 10 2008 004 544 B3 bekannt.
[0017] Bei einer vorteilhaften Weiterbildung des Verfahrens wird die Platte kraft- und/oder
stoffschlüssig mit dem Träger verbunden. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass
die Platte zuverlässig mit dem Bauteil verbunden ist und Kräfte, welche auf das Bauteil
und dessen Träger wirken, also beispielsweise Schwingungen, wenn das Bauteil in einem
Abgasstrang eines Kraftfahrzeugs angeordnet wird, zuverlässig auf die Platte zumindest
teilweise übertragen werden, und so Schwingungen des Bauteils selbst reduzieren.
[0018] Bei einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung des Verfahrens wird die Platte mit
dem Träger verklebt, verlötet, verschweißt, vernietet, vulkanisiert und/oder verschraubt.
Dies ermöglicht eine einfache, kostengünstige und zuverlässige Verbindung der Platte
mit dem Träger. Dabei ist es selbstverständlich möglich, mehrere der vorgenannten
Merkmale zur Verbesserung der Verbindung von Platte und Träger miteinander zu kombinieren.
[0019] Weitere wichtige Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen,
aus den Zeichnungen und das der zugehörigen Figurenbeschreibung anhand der Zeichnungen.
[0020] Es versteht sich, dass die vorstehend genannten und die nachstehend noch zu erläuternden
Merkmale nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen
Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen der Erfindung
zu verlassen.
[0021] Bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und
werden in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert, wobei sich gleiche Bezugszeichen
auf gleiche oder ähnliche oder funktional gleiche Bauteile beziehen.
[0022] Dabei zeigen jeweils schematisch
- Fig. 1
- einen Querschnitt eines erfindungsgemäßen Bauteils in der Art eines Schalldämpfers
in einer ersten Ausführungsform;
- Fig. 2
- einen Querschnitt eines erfindungsgemäßen Bauteils in der Art eines Schalldämpfers
in einer zweiten Ausführungsform; und
- Fig. 3
- eine teilweise geschnittene Aufsicht eines erfindungsgemäßen Bauteils in der Art eines
Schalldämpfers gemäß der Fig. 1.
[0023] Gemäß der Fig. 1 bezeichnet Bezugszeichen 1 ein erfindungsgemäßes Bauteil, welches
hier in der Art eines Schalldämpfers ausgebildet ist. Das Bauteil 1 umfasst einen
Träger 2, der einen Bestandteil eines Gehäuses 17 des Bauteils 1 bilden kann oder
im Inneren des Gehäuses 17 des Bauteils 1 angeordnet sein kann. Im unteren Bereich
weist der Träger 2 gemäß Figur 1 eine im Wesentlichen kreisförmige Öffnung 10a auf,
die einen vorkragenden Rand R aufweist. Durch diese Öffnung 10a ist ein Abgasrohr
16 hindurchgeführt. Das Abgasrohr 16 kann mit dem Rand R einen Schiebesitz bilden.
Alternativ kann das Abgasrohr 16 am Rand R befestigt sein, beispielsweise mittels
einer gasdichten Schweißnaht. Im oberen Bereich oberhalb des Randes R erstreckt sich
der Träger 2 im Wesentlichen in der Blattebene senkrecht nach oben. Auf der Seite
des Trägers 2, die dem Rand R abgewandt ist, und die z.B. einer Innenseite des Bauteils
1 zugewandt ist, weist der Träger 2 im oberen Bereich einen flächigen und insbesondere
ebenen Bereich auf, in dem eine Platte 3 am Träger 2 angeordnet ist. Die Platte 3
weist eine wabenförmige Struktur W, also eine Wabenstruktur W auf und ist insbesondere
gemäß Fig. 1 derart ausgebildet, dass ein Teil der wabenförmigen Struktur W von dem
Träger 2 beabstandet angeordnet ist.
[0024] Zur Ausbildung der Wabenstruktur W kann die Platte 3 als Höckerplatte ausgestaltet
sein, die im Folgenden ebenfalls mit 3 bezeichnet wird. Eine solche Höckerplatte 3
zeichnet sich dadurch aus, dass mehrere Höcker 11 aus einer, insbesondere ebenen,
Grundplatte 12 ausgeformt werden, z.B. mittels Tiefziehen oder mittels Hochdruckumformung,
die an einer Vorderseite (in Fig. 1 rechts) von der Grundplatte 12 abstehen und dabei
gleichzeitig dazu komplementäre Hohlräume 13 an der Rückseite (in Fig. 1 links) der
Grundplatte 12 erzeugen. Diese Hohlräume 13 bilden dann die Waben der Wabenstruktur
W, die im Folgenden auch mit 13 bezeichnet werden können. Die einzelnen Höcker 11
können bevorzugt flächige, ebene Stirnseiten 14 aufweisen und einen kegelförmigen
oder pyramidenförmigen Mantel 15 aufweisen. Insoweit sind die Stirnseiten 14 der wabenförmigen
Struktur W über den jeweiligen Mantel 15 mit der Grundplatte 12 verbunden. Diese Mäntel
15 sind dabei in einem Winkel zwischen null Grad und weniger als neunzig Grad senkrecht
zu einer Oberfläche des Trägers 2 angeordnet, in Figur 1 beträgt der Winkel fünfundvierzig
Grad. Ein weiterer Teil der wabenförmigen Struktur W liegt direkt an dem Träger 2
im Wesentlichen flächig an und ist über Schweißpunkte 4 mit dem Träger 2 stoffschlüssig
verbunden. Je nach Anordnung der Höckerplatte 3 liegen entweder die Stirnseiten 14
der Höcker 11 direkt am Träger 2 an und die Grundplatte 12 ist davon beabstandet oder
wie in Fig. 1 die Grundplatte 12 liegt direkt am Träger 2 an und die Stirnseiten 14
der Höcker 11 sind davon beabstandet.
[0025] In Fig. 2 ist im Wesentlichen ein Bauteil 1 gemäß Fig. 1 gezeigt. Im Unterschied
zu Fig. 1 ist die Platte 3 gemäß Fig. 2 zweilagig mit zwei Lagen 3a, 3b ausgebildet.
Es können auch drei oder mehr Lagen angeordnet sein. Die Lagen 3a, 3b können dabei
aus ganz oder teilweise gleichem oder vorzugsweise unterschiedlichem Material bestehen.
Die Platte 3 weist wiederum auf Grund ihrer wabenförmigen Struktur W Bereiche auf,
welche im Wesentlichen flächig an dem Träger 2 anliegen und Bereiche, welche von dem
Träger 2 beabstandet sind.
[0026] Zur weiteren Erhöhung der Steifigkeit des Bauteils 1 und der wabenförmig ausgebildeten
Platte 3 kann in den von dem Träger 2 beabstandeten Bereichen eine weitere, insbesondere
flächig ausgebildete Platte 5 auf der dem Träger 2 abgewandten Seite der Platte 3
angeordnet sein. Diese Platte 5 wird über eine weitere Verbindung 6, beispielsweise
eine Schweißverbindung, an der wabenförmig ausgebildeten Platte 3 festgelegt. Die
Platte 5 ist im Wesentlichen parallel zum Bereich des Trägers 2 angeordnet, an dem
die Platte 3 festgelegt ist.
[0027] Die weitere Platte 5 kann ebenfalls eine Wabenstruktur W aufweisen, wobei die Waben
von dieser Platte 5 in Richtung der anderen Platte 3 abstehen und zwischen den Waben
der anderen Platte 3 die andere Platte 3 kontaktieren. Zur Verbesserung der Schersteifigkeit
können sich die Waben der beiden Platten 3, 5 auch quer zur jeweiligen Plattenebene
aneinander abstützen.
[0028] In den gezeigten Beispielen ist der Träger 2 als Zwischenboden ausgestaltet, der
im Inneren des Gehäuses 17 angeordnet ist. Alternativ kann der Träger auch ein Endboden
des Geäuses 17 sein. Dabei ist der Träger 2, also der jeweilige Boden randseitig von
einem Mantel 18 des Gehäuses 17 eingefasst. Zur beeseren Anbindung an den Mantel 18
kann der Träger 2 an seinem außenliegenden Rand einen vom Träger 2 abstehenden, kragenartigen
Umlauf 19 aufweisen, dem am Mantel 18 anliegt. In den Beispielen steht der Umlauf
19 an derselben Seite vom Träger 2 ab, an der auch die Platte 3 angeordnet ist.
[0029] Zweckmäßig ist die Platte 3 somit als Verbundplatte ausgestaltet, die aus mehreren
Einzelplatten zusammengebaut ist. Besonders vorteilhaft ist dabei die Verwendung einer
Höckerverbundplatte, die aus wenigstens zwei Höckerplatten 3 zusammengebaut ist. Dies
erfolgt zweckmäßig so, dass die Höcker 11 der ersten Höckerplatte 3 mit ihren Stirnseiten
14 flächig an der Grundplatte 12 der zweiten Höckerplatte 3 anliegen und gegebenenfalls
daran befestigt sind, und zwar an deren Vorderseite, jeweils zwischen benachbarten
Höckern 11 der zweiten Höckerplatte 3. Umgekehrt kommen dadurch gleichzeitig auch
die Höcker 11 der zweiten Höckerplatte 3 mit ihren Stirnseiten 14 an der Vorderseite
der Grundplatte 12 der ersten Höckerplatte 3 zur Anlage und können dort befestigt
sein. Hierdurch wird eine besonders steife Wabenstruktur W erzeugt. Um die Steifigkeit
der Wabenstruktur W weiter zu erhöhen, können die Höcker 11 so dimensioniert und voneinander
beabstandet sein, dass die Höcker 11 der ersten Höckerplatte 3 über ihre Mäntel 15
an den Höckern 11 der zweiten Höckerplatte 3 zur Anlage kommen und dadurch eine intensive
Abstützung in der Scherrichtung ermöglichen.
[0030] In Fig. 3 ist ein Bauteil 1 in Form eines Schalldämpfers gemäß Fig. 1 in der Aufsicht
gezeigt. Das Bauteil 1 umfasst dabei den z.B. als Endboden oder als Zwischenboden
ausgestalteten Träger 2, welcher zwei Öffnungen 10a, 10b aufweist. Diese sind im Wesentlichen
im unteren Bereich des Trägers 2 gemäß Fig. 3 angeordnet. Oberhalb der beiden Öffnungen
10a, 10b ist die Platte 3 mit der Wabenstruktur W angeordnet. Die Platte 3 ist dabei
teilweise analog zur gekrümmten Form des Bauteils 1 bzw. des Trägers 2 ausgebildet.
[0031] Zusammenfassend hat die Erfindung mehrere Vorteile. Zum einen ermöglicht sie eine
einfache und kostengünstige Erhöhung der Struktursteifigkeit und Festigkeit von Bauteilen.
Zum anderen kann auch die Wandstärke des Trägers 2 reduziert werden unter Beibehaltung
einer gewünschten Struktursteifigkeit oder Bauteilfestigkeit.
1. Bauteil (1) für Kraftfahrzeuge, insbesondere in Abgasanlagen oder in Standheizungen,
umfassend
einen Träger (2) und eine Platte (3) zur Erhöhung der Struktursteifigkeit zumindest
eines Teils des Trägers (2), wobei die Platte (3) an dem Träger (2) über zumindest
eine Verbindung (4) festgelegt ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Platte (3) zumindest teilweise eine Wabenstruktur (W) aufweist.
2. Bauteil gemäß Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Träger (2) zumindest eine Öffnung (10a, 10b) zum Durchführen eines Abgasrohrs
(16) aufweist, wobei die Platte (3) beabstandet zur wenigstens einen Öffnung (10a,
10b) am Träger (2) festgelegt ist.
3. Bauteil nach Anspruch 2,
dadurch gekennezichnet,
dass der Träger (2) einen die jeweilige Öffnung (10a, 10b) einfassenden, kragenförmig
vom Träger (2) abstehenden Rand (R) aufweist.
4. Bauteil nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekenneichnet, dass
die Platte (3) mehrlagig (3a, 3b) ausgebildet ist.
5. Bauteil gemäß zumindest einem der Ansprüche 1-4,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Verbindung (4) kraft- und/oder stoffschlüssig ausgebildet ist.
6. Bauteil gemäß zumindest einem der Ansprüche 1-5,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Verbindung (4) als Kleb-, Löt-, Schweiß-, Niet-, Vulkanisier- und/oder Schraubverbindung
ausgebildet ist.
7. Bauteil gemäß zumindest einem der Ansprüche 1-6,
dadurch gekennzeichnet, dass
die die Platte (3) im Bereich der Wabenstruktur (W) als Höckerplatte (3) ausgestaltet
ist, die eine Grundplatte (12) aufweist, von der Höcker (11) abstehen, die jeweils
eine von der Grundplatte (12) beabstandete Stirnseite (14) und einen die Stirnseite
(14) mit der Grundplatte (12) verbindenden Mantel (15) aufweisen, wobei der jeweilige
Mantel (15) einen von der Stirnseite (14) begrenzten Hohlraum (13) umschließt, der
eine Wabe (13) der Wabenstruktur (W) bildet.
8. Bauteil gemäß zumindest einem der Ansprüche 1-7,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Mäntel (15) in einem Winkel von mehr als Null Grad und weniger als neunzig Grad
relativ zu einer Oberfläche des Trägers (2) angeordnet sind.
9. Bauteil nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Platte (3) zumindest im Bereich der Wabenstruktur (W) als Verbundplatte ausgestaltet
ist.
10. Bauteil nach den Ansprüchen 7 und 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Verbundplatte als Höckerverbundplatte (3) ausgestaltet ist.
11. Bauteil nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass sich die Höcker (11) der einen Höckerplatte (3) seitlich über den jeweiligen Mantel
(15) an den Höckern (11) der anderen Höckerplatte (3) abstützen.
12. Verfahren zur Herstellung eines Bauteils (1), insbesondere gemäß zumindest einem der
Ansprüche 1-11, bei dem die Platte (3) an zumindest einem Teil des Trägers (2) festgelegt
wird,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Platte (3) zumindest teilweise mit einer Wabenstruktur (W) versehen wird.
13. Verfahren gemäß Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Platte (3) kraft- und/oder stoffschlüssig mit dem Träger (2) verbunden wird, wobei
die Platte (3) mit dem Träger (2) insbesondere verklebt, verlötet, verschweißt, vernietet,
mittels Vulkanisieren und/oder verschraubt wird.
14. Verwendung eines Bauteils (1) gemäß zumindest einem der Ansprüche 1-11 in einem Kraftfahrzeug,
insbesondere in einem Abgasstrang und/oder in einer Standheizung des Kraftfahrzeugs.
15. Schalldämpfer einer Abgasanlage oder Standheizung für ein Kraftfahrzeug, mit einem
Gehäuse (17), das ein Bauteil (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 11 aufweist, wobei
der Träger (2) einen Endboden oder einen Zwischenboden des Gehäuses (17) bildet und
von einem Mantel (18) des Gehäuses (17) randseitig eingefasst ist.