[0001] Die Erfindung betrifft einen Schaukelstuhl mit einer Sitz-Lehnen-Einheit und gekrümmten
Schaukelkufen.
[0002] Mit gekrümmten Schaukelkufen versehene Schaukelstühle sind in verschiedenen Ausführungsformen
seit langer Zeit bekannt. Ihnen haftet der Nachteil an, dass sie beim Schaukeln für
eine gute Schaukelfunktion sehr von den Stellflächen, auf denen sie sich bewegen,
abhängig sind. Beispielsweise können Schaukelstühle auf glatter Unterlage, insbesondere
auf Holzböden, auf Steinböden oder auch auf Teppichböden, in aller Regel verrutschen.
Das Schaukeln muss deshalb nach mehr oder weniger kurzer Zeit unterbrochen werden,
um den Schaukelstuhl in seine ursprüngliche Position zurückzuversetzen. Dies wird
als sehr störend empfunden.
[0003] Ein weiterer Nachteil herkömmlicher Schaukelstühle ist der erschwerte Ein- und Ausstieg
in den bzw. aus dem Schaukelstuhl. Insbesondere für ältere Menschen ist es nicht immer
einfach, sich in den Schaukelstuhl hineinzusetzen, wenn dieser unkontrollierte Schaukelbewegungen
ausführt. Auch das Aufstehen von einem Schaukelstuhl erfordert einige Geschicklichkeit,
da man oftmals erst Schwung holen muss, damit der Schaukelstuhl ausreichend weit nach
vorne kippt, wobei dann ein rasches Aufstehen erforderlich ist, um den Schaukelstuhl
zu verlassen, bevor dieser wieder nach hinten kippt.
[0004] Die vorliegende Erfindung zielt daher darauf ab, einen Schaukelstuhl dahingehend
zu verbessern, dass dieser auch von älteren Menschen oder auch beispielsweise von
Frauen mit einem Baby im Arm mühelos und sicher verwendet werden kann, wobei insbesondere
das Ein- und das Aussteigen erleichtert werden soll. Weiters soll die Möglichkeit
geschaffen werden, den Schaukelstuhl nicht nur zum Schaukeln zu verwenden, sondern
auch zum Entspannen in einer fixen Position zu verharren.
[0005] Zur Lösung dieser Aufgabe ist der Schaukelstuhl der eingangs genannten Art erfindungsgemäß
im Wesentlichen dahingehend weitergebildet, dass die gekrümmten Schaukelkufen jeweils
eine in der Vertikalprojektion über das vordere Ende der Sitz-Lehnen-Einheit vorragende
Verlängerung aufweisen, an denen wenigstens eine Fußauflage befestigt ist oder die
eine solche ausbilden, und dass ein Unterbau mit einer geraden Auflage vorgesehen
ist, auf welcher die Schaukelkufen beim Schaukeln abrollen. Die verlängerten Schaukelkufen
mit der Fußauflage bieten eine wesentlich erleichterte Ein- und Ausstiegsmöglichkeit.
Das Einsteigen kann dann beispielsweise so erfolgen, dass man den Schaukelstuhl nach
vorne holt und rollt und sodann auf die Fußauflage(n) steigt, wobei Sitz und Lehne
der jeweiligen Person erhöht entgegengebracht werden. Dann setzt man sich gezielt
in den Schaukelstuhl. Das Aussteigen kann dann beispielsweise so erfolgen, dass man
das Gesäß etwas nach vorne schiebt, wodurch der Schaukelstuhl nach vorne rollt, wobei
es durch gleichzeitiges Anheben der Sitzfläche nur mehr wenig Kraftanstrengung braucht,
um aufzustehen und den Schaukelstuhl zu verlassen.
[0006] Damit sich der Schaukelstuhl beim Betreten der Fußauflage in einem stabilen Zustand
befindet, verlaufen die Verlängerungen zum Beispiel gerade, sodass diese einen ebenen
Kontakt gewährleisten soferne der Unterbau eine ausreichend lange Kontaktfläche bietet.
Alternativ kann auch vorgesehen sein, dass die Verlängerungen unter Ausbildung einer
Kröpfung an die Schaukelkufen anschließen, damit die zwischen dem Unterbau und dem
Boden entstehende Stufe überwunden werden kann.
[0007] Bevorzugt sind die Verlängerungen derart ausgebildet und angeordnet, dass die Sitzfläche
des Schaukelstuhls bei einem Bodenkontakt der Verlängerungen einen Winkel von maximal
30°, bevorzugt maximal 20° mit der Bodenfläche einschließt. Dies gewährleistet ein
besonders müheloses Ein- bzw. Aussteigen.
[0008] Das Schaukel- bzw. Abrollverhalten eines Schaukelstuhls hängt üblicherweise sehr
stark von dem jeweiligen Untergrund ab. Beispielsweise ist ein Parkettboden oder ein
Fliesenboden für die Verwendung eines Schaukelstuhls besser geeignet als ein Teppichboden.
Weiters beeinflussen auch allfällige Unebenheiten des Bodens und insbesondere auch
eine Neigung des Bodens das Schaukelverhalten des Stuhls. Damit die Benutzbarkeit
des Schaukelstuhls unabhängig von der jeweiligen Stellfläche ist, sieht die Erfindung
vor, dass ein Unterbau mit einer geraden Auflage vorgesehen ist, auf welcher die Schaukelkufen
beim Schaukeln abrollen. Der Unterbau ist bevorzugt mit Rädern versehen. Aufgrund
der ebenen Auflage, die Bestandteil eines Unterbaus ist, bewegt sich der Schaukelstuhl
immer auf demselben Untergrund, wodurch ein souveränes, gleichbleibendes Rollverhalten
erzielt wird. Wenn der Unterbau mit Rädern versehen ist, kann dieser ohne große Mühe
an einen gewünschten Ort verbracht werden, sodass beispielsweise die Benützung des
Schaukelstuhls auch im Freien, beispielsweise auf einem Rasen, am Strand oder an anderen
Orten ermöglicht wird. Wenn der Unterbau eine geeignete seitliche Verblendung aufweist,
ist sichergestellt, dass Kinderfüße, Haustiere oder andere Hindernisse nicht unter
die Kufen gelangen bzw. nicht überrollt und verletzt werden. Die Anordnung der Räder
am Unterbau erfolgt bevorzugt an lediglich einer Seite, also entweder vorne oder hinten,
wobei erst nach einem einseitigen Anheben des Unterbaus die Räder mit dem Boden in
Kontakt gelangen und der Unterbau samt Schaukelstuhl verfahren werden kann. Solange
der Unterbau nicht angehoben wird, liegt er über die ganze Länge oder bevorzugt an
vier Stellflächen oder Füßen am Boden auf. An der Unterseite des Unterbaus ist mit
Vorteil eine reibungserhöhende Lage oder Beschichtung z.B. aus Gummi, oder es sind
gummierte Noppen oder andere gummierte Teile vorgesehen, damit der Unterbau auf dem
Boden nicht verrutschen kann und der Boden geschont wird.
[0009] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Auflage von Stangen,
Rohren, Leisten oder dgl. gebildet ist, die jeweils einer Schaukelkufe zugeordnet
sind. Die Tragstangen sind bevorzugt im Querschnitt rund oder oval ausgebildet, damit
darauf kaum Staub liegen bleiben kann bzw. beim Schaukeln durch den dabei entstehenden
Luftzug eine gewisse Selbstreinigung gegeben ist.
[0010] Um ein seitliches Verrutschen der Schaukelkufen auf der Auflage zu verhindern, weisen
die Schaufelkufen und die Auflage, insbesondere die Tragstangen bevorzugt eine miteinander
zusammenwirkende Profilierung auf, sodass die Schaufelkufen (beispielsweise wie ein
Eisenbahnrad auf einer Schiene) auf den Tragstangen gehalten werden. Insbesondere
können die Schaufelkufen an der Unterseite ein vorzugsweise antistatisches Profil
mit der zusammenwirkenden Profilierung aufweisen.
[0011] Um zu verhindern, dass der Schaukelstuhl auf der ebenen Auflage und insbesondere
auf der der jeweiligen Schaukelkufe zugeordneten Stange, Rohr bzw. Leiste nach vorne
oder nach hinten wandert, wodurch der Schaukelstuhl von der ebenen Auflage herunterfallen
könnte, ist bevorzugt vorgesehen, dass die Schaukelkufen und die ebene Auflage eine
miteinander zusammenwirkende Verzahnung aufweisen. Die zueinander gewandten Kontaktflächen
der Schaukelkufen und der ebenen Auflage weisen somit vorspringende Zähne auf, die
beim Abrollen der Kufen ineinander greifen, sodass in jeder Schaukelstellung des Stuhls
wenigstens ein Zahn der Kufe mit einem Zahn an der ebenen Auflage zusammenwirkt. Insbesondere
kann in diesem Zusammenhang vorgesehen sein, dass die Profile der Schaukelkufen-Unterseiten
eine Verzahnung nach unten aufweisen, welche in Zwischenräume zwischen an den darunterliegenden
Tragstangen seitlich befestigten, vorzugsweise drehbar gelagerten Scheiben (ähnlich
wie kleine Räder) eingreifen. Anstatt der vorzugsweise drehbar gelagerten Scheiben
könnte auch eine Gegenverzahnung zu dem Schaukelkufen-Profil zur Verwendung kommen,
sodass mindestens ein Zahn der Kufe mit einer Scheibe oder einem Zahn der Auflage
zusammenwirkt.
[0012] Eine bevorzugte Ausbildung sieht vor, dass der Benutzer im Unterschied zu herkömmlichen
Schaukelstühlen mit seinen Füßen keinen Kontakt zum Boden oder zu der Stellfläche,
sondern nur mit der Fußauflage hat. In diesem Fall ist der Schaukelstuhl so ausgewogen
konstruiert, dass z.B. ein Bewegen der Hand auf der Armlehne (leichtes nach vorne
und nach hinten Streichen) ausreicht, um den Schaukelstuhl anzutreiben und in Bewegung
zu setzen bzw. zu halten. Für diesen Zweck können auch andere Bewegungen wie z.B.
mit den Füßen, dem Bauch, dem Oberkörper und mehr eingesetzt werden. Weil die Benutzer
naturgemäß in Gewicht und Größe verschieden sind und dadurch die Schaukelfunktion
nicht für jeden Menschen gleich gut funktioniert, ist durch die bevorzugte verstellbare
Lehnenschräge und eine bevorzugt höhenverstellbare Sitz-Lehnen-Einheit (Abstand von
Fußablage zu sitzfläche) dahingehend vorgesorgt, dass sich jeder Benutzer selbst die
gewünschte Einstellung einrichten kann.
[0013] Obwohl ein Schaukelstuhl in der Regel zum Schaukeln verwendet wird, kann aber auch
gewünscht sein, übermäßige Schaukelbewegungen gezielt zu bremsen oder ein Schaukeln
überhaupt zu verhindern, etwa dann, wenn der Benutzer in einer präferierten Sitz-
oder Liegeposition für längere Zeit verharren möchte. Der erfindungsgemäße Schaukelstuhl
ist zu diesem Zweck bevorzugt derart weitergebildet, dass der Unterbau eine mit dem
Schaukelstuhl zusammenwirkende Brems- und/oder Feststelleinrichtung zum Bremsen oder
Verhindern der Schaukelbewegung aufweist. Bevorzugt ist in diesem Zusammenhang vorgesehen,
dass die Brems- bzw. Feststelleinrichtung einen Gurt umfasst, der hinten und vorne
am Unterbau befestigt ist und der durch einen zwischen den Befestigungsstellen am
Unterbau angeordneten Mechanismus am Schaukelstuhl geführt ist, wobei Mittel zum Bremsen
oder Verhindern der Bewegung des Schaukelstuhls relativ zum Gurt vorgesehen sind.
Der genannte Mechanismus könnte dabei beispielsweise an der Unterseite der Sitz-Lehnen-Einheit
angebracht sein. Die Mittel zum Bremsen oder Verhindern der Bewegung des Schaukelstuhls
relativ zum Gurt können beispielsweise sein: ein von einem Hebel betätigbares gezieltes
Bremsen bzw. Feststellen mittels Klemmen oder ein Drehen einer Art Gabel, die durch
eine Hebelverlängerung eine vom Rollenmechanismus ausgehende Bremssowie Feststellfunktion
bewirkt. Diese Feststellfunktion soll vorzugsweise so ausgebildet sein, dass sie auch
als Kindersicherung eingesetzt werden kann.
[0014] Statt dieses Gurtebrems- bzw. Feststellmechanismus könnte auch eine Art Hydraulikmechanismus
eingesetzt werden, bei dem durch das Schaukeln eine Flüssigkeit von einem Behälter
in den anderen gedrückt wird, wobei durch ein dazwischenliegendes Sperrventil der
Flüssigkeitsaustausch gebremst werden könnte, wodurch auch die Schaukelbewegung gebremst
würde. Wenn der Flüssigkeitsaustausch überhaupt gehemmt wird, würde dies zu einem
Stoppen der Schaukelbewegung führen.
[0015] Die Schaukelbewegung kann auch mittels eines dafür entwickelnden Rollensystems gesteuert
werden, welches die Trägerstange und die Schaukelkufe umgibt und zusammenhält und
beim Schaukelvorgang nach hinten bzw. nach vorne mitbewegt bzw. mitgerollt wird. Wird
dieses Rollensystem gebremst oder gestoppt so bremst bzw. stoppt dieses den gesamten
Schaukelvorgang. Dieses Rollensystem könnte mittels Batterie (E-Kraft) über Funk angesteuert
werden welches das Schaukeln bremst oder formschlüssig blockiert.
[0016] Damit der erfindungsgemäße Schaukelstuhl zum Zwecke der Aufbewahrung oder auch für
den Transport einen möglichst geringen Platz in Anspruch nimmt, ist bevorzugt vorgesehen,
dass die Sitz-Lehnen-Einheit schwenkbar mit einem Ende der Schaukelkufen verbunden
ist, wobei die Sitz-Lehnen-Einheit in einer nach oben verschwenkten Benutzungsposition
fixierbar ist und von der Benutzungsposition nach unten in eine Transportposition
klappbar ist. Weiters kann vorgesehen sein, dass die Sitz-Lehnen-Einheit im Bereich
der Sitzfläche einen entsprechend der Schaukelkufen gekrümmten Abschnitt aufweist.
Dies hat zur Folge, dass im zusammengeklappten Zustand, d.h. in der nach unten geklappten
Transportposition der Sitz-Lehnen-Einheit, ein möglichst geringer ungenutzter Freiraum
zwischen der Sitz-Lehnen-Einheit und den Schaukelkufen verbleibt. Dadurch, dass die
Sitz-Lehnen-Einheit in bevorzugter Weise in verschiedenen Positionen festlegbar ist,
kann der Benutzer die Sitzposition bezüglich der Fußauflage individuellen Bedürfnissen
anpassen.
[0017] Um den Platzbedarf noch weiter zu verringern, ist bevorzugt vorgesehen, dass die
Lehne von einer aufrechten Position in eine Transportposition, insbesondere auf die
Sitzfläche umgeklappt werden kann.
[0018] Mit Vorteil soll die Möglichkeit der Austauschbarkeit von Sitz-, Lehnen- und/oder
Fußauflagen und ggf. Armlehnenoberteil gegeben sein, sodass der Schaukelstuhl auch
feuchtraumgeeignet ist. Ein weiterer Vorteil ist dadurch eine gezieltere Lagerhaltung
und Verfügbarkeit der angesprochenen Auflagen.
[0019] Weiters kann vorgesehen sein, dass die Sitz-Lehnen-Einheit mit den Schaukelkufen
nach Art eines Kragstuhles ausgebildet ist. Unter einem Kragstuhl versteht man hierbei
einen Stuhl mit frei in den Raum kragendem Sitz, ohne dass dieser allseitig durch
Beine gestützt wird. Hierzu gehören auch Varianten des sog. Freischwingers, eines
zweibeinigen Kragstuhls ohne Hinterbeine, bei dem die Elastizität von kaltgebogenem
Stahlrohr genutzt wird und der ein federndes Sitzen ermöglicht.
[0020] Mit Vorteil ist die Sitz-Lehnen-Einheit relativ zu dem die Sitz-Lehnen-Einheit tragenden
Gestell verlagerbar, insbesondere vor- und zurückschiebbar, kippbar und/oder höhenverstellbar.
[0021] Um die erfindungsgemäße Schaukelstuhleinheit im Wohnzimmer sowie im Wellnessbereich
gezielt einsetzen zu können, bedarf es verschiedener Sitz- und Lehnenauflagen oder
Polsterungen. Diese sollen mit Nackenpolsterung, Armlehnenoberteil und Fußauflagen
für eine bedarfsgerechte Verwendung leicht abnehmbar und auswechselbar sein.
[0022] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines in der Zeichnung schematisch dargestellten
Ausführungsbeispiels näher erläutert. In dieser zeigen Fig. 1 eine Seitenansicht des
erfindungsgemäßen Schaukelstuhls in einer Benutzungsposition, Fig. 2 den Schaukelstuhl
in einer zusammengeklappten Transportposition und Fig. 3 einen Schnitt nach der Linie
III-III der Fig. 1.
[0023] In Fig. 1 ist ein Schaukelstuhl 1 mit einer Sitz-Lehnen-Einheit 2 ersichtlich, welche
Sitz-Lehnen-Einheit 2 eine Sitzfläche 3, eine Armstütze 4 und eine Rückenlehne 5,
die an einem Träger 6 befestigt sind, umfasst. An der Rückenlehne 5 ist eine Nackenstütze
7 angebracht, welche in Höhenrichtung verstellbar ist. Die Rückenlehne 5 ist über
ein Gelenk 8 mit dem Träger 6 in unterschiedlichen Positionen fixierbar verbunden,
sodass einerseits die Sitzposition individuell einstellbar ist und andererseits ein
Wegklappen der Rückenlehne 5 in eine Lagerposition ermöglicht wird. Der Träger 6 ist
über ein in unterschiedlichen Positionen festlegbares Gelenk 9 mit den Schaukelkufen
10 verbunden, an welche eine Verlängerung 11 mit einer Fußauflage 12 anschließt. Die
Schaukelkufen 10 können auch als eine breite Schaukelkufe ausgebildet sein, wobei
hier lediglich auf eine ausreichende Stabilität beim Schaukeln geachtet werden muss.
Die Fußauflage 12 kann als eine durchgehende oder geteilte Fußauflage 12 ausgebildet
sein und ist an der Verlängerung der jeweiligen Schaukelkufen 10 angeordnet.
[0024] Der Schaukelstuhl 1 steht auf einem Unterbau 13, welcher eine Auflage 14 aufweist,
auf welcher die Schaukelkufen 10 beim Schaukeln abrollen. Weiters sind Räder 17 am
Unterbau angebracht, sodass bei einem Anheben des Unterbaus an der den Rädern 17 gegenüber
liegenden Seite der Unterbau 13 leicht verfahren werden kann. Bei einem Absetzen des
Unterbaues 13 liegen die Füße 18 am Boden auf, welche nötigenfalls mit einer die Haftreibung
erhöhenden Beschichtung versehen sind, sodass eine stabile Auflage 14 geschaffen wird.
Um ein Verrutschen des Schaukelstuhls 1 auf der Auflage 14 zu verhindern, weisen die
Schaukelkufen 10 und die ebene Auflage 14 eine miteinander zusammenwirkende Verzahnung
19 auf. In bevorzugter Weise weist das Material der Verzahnung antistatische Eigenschaften
auf, um ein elektrostatisches Aufladen des Schaukelstuhles 1 und die dadurch entstehende
Staubanziehung zu verhindern.
[0025] In der Schnittansicht gemäß Fig. 3 ist die Verzahnung deutlicher ersichtlich. Die
Schaufelkufe 10 trägt ein antistatisches Profil 23, das an der der Auflage 14 zugewandten
Seite eine im Querschnitt runde, in Längsrichtung verlaufende Nut aufweist. Die Auflage
14 ist dabei von einer Tragestange gebildet, sodass das antistatische Profil 23 auf
der Tragestange 14 abrollen kann, wobei gleichzeitig eine ein gegenseitiges Verrutschen
im Sinne des Doppelpfeils 24 verhindernde Führung sichergestellt ist. Das Profil 23
weist weiters seitliche Zähne 25 auf, die jeweils zwischen zwei seitlich an der Tragestange
14 gelagerten Scheiben 26 eingreifen, um auf diese Weise ein Verrutschen des Schaukelstuhls
entsprechend dem Doppelpfeil 27 (Fig. 1) zu verhindern.
[0026] Mit 20 sind Befestigungsstellen für einen Gurt 21 bezeichnet, welche am Unterbau
13 festgelegt sind. Der Gurt 21 läuft durch einen Rollen-Brems-Feststellmechanismus
22 und kann an den Befestigungsstellen 20 gespannt werden, sodass die Bewegung des
Schaukelstuhls 1 nur bei Drehung der Rollen des Brems-Feststellmechanismus 22 vollzogen
werden kann. Die Schaukelbewegung des Benutzers des Schaukelstuhls 1 kann vom Benutzer
über eine nicht dargestellte Bremse gesteuert werden. Auf diese Art und Weise gelingt
es dem Benutzer in einfacher Weise das Schaukelverhalten des Schaukelstuhls 1 zu beeinflussen
bzw. ein Schaukeln gänzlich zu unterbinden.
[0027] In der zusammengeklappten Transportposition in Fig.2 sind die gleichen Teile mit
gleichen Bezugszeichen bezeichnet, wobei ersichtlich ist, dass der Schaukelstuhl 1
an den Gelenken 8 und 9 eingeklappt ist. Der Gurt 21 kann vorzugsweise durch einen
entsprechenden Einrollmechanismus, ähnlich jenem eines Autosicherheitsgurtes, für
den Transport automatisch eingerollt werden. Für den zusammengeklappten Schaukelstuhl
1, der zusätzlich am Unterbau 13 fixiert werden kann, stehen mehrere Zusatzvorrichtungen
zur Auswahl.
1. Schaukelstuhl mit einer Sitz-Lehnen-Einheit und gekrümmten Schaukelkufen, dadurch gekennzeichnet, dass die gekrümmten Schaukelkufen (10) jeweils eine in der Vertikalprojektion über das
vordere Ende der Sitz-Lehnen-Einheit (2) vorragende Verlängerung (11) aufweisen, an
denen wenigstens eine Fußauflage (12) befestigt ist oder die eine solche ausbilden,
und dass ein Unterbau (13) mit einer geraden Auflage (14) vorgesehen ist, auf welcher
die Schaukelkufen (10) beim Schaukeln abrollen.
2. Schaukelstuhl nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Unterbau (13) mit Rädern (17) versehen ist.
3. Schaukelstuhl nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Auflage (14) von Stangen, Rohren, Leisten oder dgl. gebildet ist, die jeweils
einer Schaukelkufe (10) zugeordnet sind.
4. Schaukelstuhl nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Schaukelkufen (10) und der Unterbau (13) eine miteinander zusammenwirkende Verzahnung
(25) aufweisen.
5. Schaukelstuhl nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Unterbau (13) eine mit dem Schaukelstuhl (1) zusammenwirkende Brems- und/oder
Feststelleinrichtung zum Bremsen oder Verhindern der Schaukelbewegung aufweist.
6. Schaukelstuhl nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Brems- bzw. Feststelleinrichtung einen Gurt (21) umfasst, der an seinen beiden
Enden am Unterbau (13) befestigt ist und der über eine Rolle, eine Walze, einen Bolzen
oder dgl. am Schaukelstuhl (1) geführt ist, wobei Mittel (22) zum Bremsen oder Verhindern
der Bewegung des Schaukelstuhls (1) relativ zum Gurt (21) vorgesehen sind.
7. Schaukelstuhl nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Verlängerungen (11) derart ausgebildet und angeordnet sind, dass die Sitzfläche
(3) des Schaukelstuhls (1) bei einem Bodenkontakt der Verlängerungen (11) einen Winkel
von maximal 30°, bevorzugt maximal 20° mit der Bodenfläche einschließt.
8. Schaukelstuhl nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Sitz-Lehnen-Einheit (2) schwenkbar mit einem Ende der Schaukelkufen (10) verbunden
ist, wobei die Sitz-Lehnen-Einheit (2) in einer nach oben verschwenkten Benutzungsposition
fixierbar ist und von der Benutzungsposition nach unten in eine Transportposition
klappbar ist.
9. Schaukelstuhl nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Sitz-Lehnen-Einheit (2) mit den Schaukelkufen (10) nach Art eines Kragstuhles
ausgebildet sind.
10. Schaukelstuhl nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Sitz-Lehnen-Einheit (2) im Bereich der Sitzfläche (3) wenigstens einen entsprechend
den Schaukelkufen (10) gekrümmten Abschnitt aufweisen.
11. Schaukelstuhl nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Lehne (5) von einer aufrechten Position in ein Transportposition, insbesondere
auf die Sitzfläche (3) klappbar ist.
12. Schaukelstuhl nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Sitz-Lehnen-Einheit (2) relativ zu dem die Sitz-Lehnen-Einheit (2) tragenden
Gestell (6) verlagerbar, insbesondere vor- und zurückschiebbar, kippbar und/oder höhenverstellbar
ist.