[0001] Die Erfindung betrifft eine Bogenstanz- und / oder -prägestation gemäß dem Oberbegriff
von Anspruch 1 und ein System, umfassend ein eine Flachbett-Bogenstanzmaschine und
eine Druckluftpistole gemäß Anspruch 9.
Stand der Technik
[0002] Als Stanzen wird das Schneiden mit in sich geschlossenen geometrischen Zuschnittsformen
bezeichnet, die kreisförmig, oval oder mehreckig sowie Phantasieformen aller Art sein
können. Auch die in der Druckweiterverarbeitung geübten Praktiken, wie Stanzen mit
Locheisen, Eckenabstoßen und Registerstanzen werden zu diesem Bereich gezählt. Die
Stanzung erfolgt gegen eine Stanzunterlage oder gegen Stempel, teilweise sind es auch
Schervorgänge. Verpackungsmaterialien aus Kunststoff, Folienmaterial, Papier, Karton,
Pappe oder Wellpappe werden hauptsächlich im Bogenformat gestanzt. Beim Stanzvorgang
können zusätzlich aber auch Rilllinien oder Blindprägungen in den Nutzen eingebracht
werden. Dieser komplexe Prozess macht es unabdingbar, die Bogen einzeln zu stanzen.
Da es sich bei den Endprodukten um anspruchsvolle Verpackungen hinsichtlich technischer
und graphischer Ausführung handelt (etwa Verpackungen für Kosmetik, Zigaretten, Pharmazie,
Lebensmittel, etc.), werden besondere Anforderungen nicht nur an die Verpackungsmaterialien
selbst gestellt, sondern es sind für optimale Resultate auch Stanzwerkzeuge mit geringsten
Toleranzen und äußerst präzise und zuverlässig arbeitende Stanzmaschinen erforderlich.
Diesen Ansprüchen wird das Flachbettstanzen am besten gerecht. Dabei werden die gedruckten
und auf einer Palette gestapelten Bogen der Stanzmaschine zugeführt. In der Maschine
werden in einer Ausrichteinrichtung die zu stanzenden Bogen passgenau ausgerichtet,
von einem Greiferwagen übernommen und exakt in der Stanzeinrichtung zwischen einem
fest gelagerten Untertisch und einem über einen Kniehebel oder Exzentergetriebe vertikal
bewegbaren Obertisch positioniert.
[0003] In bekannten Bogenstanz- und Prägemaschinen, die zum Stanzen, Prägen, Ausbrechen,
ggfs. Nutzentrennen und Ablegen von Bögen aus Papier, Pappe und der gleichen eingesetzt
werden, ist es bekannt die Bögen mittels Greiferwagen durch die einzelnen Stationen
der Maschine zu bewegen. Ein jeweiliger Greiferwagen besitzt eine Greiferbrücke, an
der Greifer befestigt sind, die die Bögen an einem vorderen Ende ergreifen. Ein Greiferwagen
besitzt weiterhin seitliche Fahrwagen, welche mit endlosen Ketten des Transportsystems
verbunden sind und wodurch die Greiferwagen durch die Maschine bewegt werden. Durch
diese Art der Bewegung der Bögen durch die Maschine wird ein kontinuierliches Arbeiten
in den einzelnen hintereinander angeordneten Stationen der Maschine, insbesondere
Stanz-, Ausbrech- und Nutzentrennstation, ermöglicht.
[0004] Eine derartige Flachbettstanze ist beispielsweise aus der
DE 30 44 083 A1 und der
US 7,658,378 B2 bekannt. Die beiden Tische sind mit Schneid- und Rillwerkzeugen bzw. entsprechenden
Gegenwerkzeugen bestückt, mit denen aus dem taktweise zwischen die Tischfläche geführten
Bögen die Nutzen ausgestanzt und gleichzeitig die zum sauberen Falten notwendigen
Rillen eingedrückt werden. In der nachfolgenden Ausbrecheinrichtung wird der Abfall
über Ausbrechwerkzeuge maschinell entfernt. Je nach Ausstattung der Maschine können
schließlich die gestanzten Nutzen in einer hierfür vorgesehenen Nutzentrenneinrichtung
separiert werden.
[0005] Aus der
DE 195 16 073 A1 ist eine Vorrichtung für eine Bogenstanz- und -prägemaschine bekannt. In dem beschriebenen
Aufnahmerahmen der Vorrichtung wird die Tragplatte mittels Justier- und Halteschrauben
eingespannt und grob ausgerichtet. Die Feineinstellung erfolgt dann über die Verstellung
von Anschlägen im Aufnahmerahmen der Tragplatte. Zum Einspannen, Ausrichten und anschließenden
Feineinstellen muss ein Bediener die Justier- und Halteschrauben manuell anziehen
und den Aufnahmerahmen ebenfalls manuell verstellen bis die Tragplatte exakt ausgerichtet
in der Vorrichtung eingespannt ist. Nachteilig daran ist das zeitaufwändige arretieren
mittels Verschraubung.
[0006] Weiterhin bekannt ist die Verwendung von Exzenterrahmen, welche das Werkzeug durch
Verdrehen von Exzentern Klemmen. Nachteilig daran ist dass die Werkzeuge ungleichmäßig
gespannt werden.
[0007] Die
US 7,329,220 B2 zeigt eine Bogenstanz- und -prägemaschine mit einer Vorrichtung zum Stanzen von Nutzen
aus Bögen, mit einem Rahmen zur Aufnahme einer mit Stanz- und Rillenmessern bestückten
Tragplatte , die in dem Rahmen mittels hydraulisch betätigter Spannelemente einspannbar
ist, wobei der hydraulische Druck zum Spannen im Hydrauliksystem über einen Kolben
aufgebaut wird, der von einer mechanischen Feder abgestützt ist.
Nachteilig an der Verwendung von Hydraulik ist, dass eine aufwändige Abdichtung der
Hydraulikleitungen erforderlich ist. Besonders auf Grund der Hubbewegung des Werkzeuges
ist dies schwierig. Wenn es zu Leckage kommt und durch die Bogenstanz- und -prägemaschine
Produkte für die Lebensmittelindustrie hergestellt werden, so können die Produkte
auch bei nur geringer Verunreinigung nicht verwendet werden.
Aufgabenstellung
[0008] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Bogenstanz- und / oder -prägestation
zu schaffen, welche bei einfachem Aufbau und einfacher Handhabung ein sicheres Klemmen
eines Stanz- und / oder Prägewerkzeugs ermöglicht und dabei die Nachteile der aus
dem Stand der Technik bekannten Klemmeinrichtungen vermeidet.
[0009] Gelöst wird diese Aufgabe durch eine Bogenstanz- und / oder -prägestation mit den
Merkmalen von Anspruch 1. Die erfindungsgemäße Bogenstanz- und / oder -prägestation
für eine Flachbett-Bogenstanzmaschine mit einem oberen Tiegel und einem unteren Tiegel,
wobei einer der beiden Tiegel hubbewegt ist, besitzt einen Schließrahmen, welcher
mit dem oberen Tiegel verbunden ist, und ein Stanz- und / oder Prägewerkzeug hält.
Zur Bearbeitung von Bogen aus Papier, Pappe, Kunststoff und dergleichen durch die
Bogenstanz- und / oder -prägestation wird ein jeweiliger Bogen in einer Bogentransportrichtung
zwischen den Tiegeln hindurchbewegt. Erfindungsgemäß besitzt der Schließrahmen eine
Federklemmeinrichtung z.B. mit Spiral-Druckfedern, zum permanenten Klemmen des Stanz-
und / oder Prägewerkzeugs und weiter eine Pneumatikeinrichtung zum Aufheben der Klemmung
des Stanz- und / oder Prägewerkezeugs. In vorteilhafter Weise besitzt die Pneumatikeinrichtung
einen von außerhalb der Bogenstanz- und / oder -prägestation zugänglichen Druckluftversorgungseingang
zum temporären Zuführen einer Druckluft. Dies hat den Vorteil, dass nur dann eine
Kraft von außen aufgebracht werden muss, wenn die Klemmung des Werkzeugs aufgehoben
werden soll. Weiter vorteilhaft ist, dass die Verwendung von Druckluft im Gegensatz
zu einem Hydraulikfluid unkritisch bezüglich der Verarbeitung von Lebensmittelverpackungen
ist. Die erfindungsgemäße Bogenstanz- und / oder -prägestation verfügt über keine
permanente Druckluftversorgung, vielmehr wird über den Druckluftversorgungseingang
nur kurzzeitig eine Druckluft zugeführt, welche dann in der Pneumatikeinrichtung wirkt.
In vorteilhafter Weise sind somit - im Fall des bewegten oberen Tiegels - keine Druckluftzuleitungen
erforderlich, welche die Hubbewegung des Werkzeugs mitmachen. Dadurch wird eine einfachere
und kostengünstigere Konstruktion der Bogenstanz- und / oder -prägestation ermöglicht.
[0010] In vorteilhafter Weiterbildung der erfindungsgemäßen Bogenstanz- und / oder Prägestation
steht eine jeweilige Federklemmeinrichtung mit je mindestens Pneumatikator, z.B. einem
Pneumatikzylinder oder einem kolbenlosen Pneumatikantrieb wie einer Pneumatikschiene
- nachfolgend kurz als Pneumatikzylinder bezeichnet - in einer Wirkverbindung, wobei
ein jeweiliger Pneumatikzylinder Teil der Pneumatikeinrichtung ist. Der jeweilige
mindestens eine Pneumatikzylinder kann so der Federkraft der Federklemmeinrichtung
entgegenwirken, so dass die Klemmung des Werkzeugs aufgehoben werden kann.
[0011] In einer besonders vorteilhaften Weiterbildung der erfindungsgemäßen Station verfügt
der Schließrahmen über mindestens eine erste Federklemmeinrichtung zum Klemmen des
Stanz- und / oder Prägewerkzeugs in Bogentransportrichtung und über mindestens eine
zweite Federklemmeinrichtung zum Klemmen des Stanz- und / oder Prägewerkzeugs senkrecht
zur Bogentransportrichtung. Der mindestens ersten und mindestens zweiten Federklemmeinrichtung
ist jeweils ein mit dem Druckluftversorgungseingang verbundener Luftkanal zugeordnet.
In anderen Worten: Ein jeweiliger Luftkanal verbindet den Druckluftversorgungseingang
mit den einer jeweiligen ersten und zweiten Federklemmeinrichtung zugeordneten Pneumatikzylindern.
Da jede Federklemmeinrichtung mit dem Druckluftversorgungseingang verbunden ist, kann
in vorteilhafter Weise durch Zuführen einer Druckluft die Klemmung des Werkzeugs schnell
gelöst und die Handhabung beim Werkzeugwechsel einfach gehalten werden.
[0012] In vorteilhafter Weiterbildung besitzt jeder Luftkanal ein Rückschlagventil. Dadurch
wird der Druck in den Luftkanälen und den Pneumatikzylindern gehalten.
[0013] In vorteilhafter Weiterbildung besitzt jeder Luftkanal ein mit der Umgebung verbundenes
steuerbares Drosselventil zum Abbauen des Drucks im jeweiligen Luftkanal. Dies hat
den Vorteil, dass dadurch die Klemmkraft auf das Werkzeug senkrecht zur Bogentransportrichtung,
d. h. in Seitenrichtung, und in Bogentransportrichtung, d. h. in Umfangsrichtung,
wirksam werden kann und ein Verspannen im Sinne eines Verformens des Werkzeugs bzw.
des Schließrahmens so verhindert wird.
[0014] In einer weiteren Ausführungsform besitzt der Schließrahmen der Bogenstanz- und /
oder -prägestation mechanische Justierelemente, insbesondere Justierschrauben zum
zusätzlichen Justieren des Stanz- und / oder Prägewerkzeuges im Schließrahmen. Dadurch
können bereits in ihrer Geometrie verzogene Werkzeuge manipuliert und nachjustiert
werden.
[0015] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsvariante besitzt der Schließrahmen der
Bogenstanz- und / oder -prägestation ein Zentrierelement zum Zentrieren des Stanz-
und /oder Prägewerkzeugs im Sinne eines Ausrichtens des Werkzeugs senkrecht zur Bogentransportrichtung.
[0016] Die Erfindung betrifft auch ein System umfassend eine Flachbett-Bogenstanzmaschine
mit einer wie obenstehend beschriebenen Bogenstanz- und / oder -prägestation und weiter
einen Druckluftspeicher und / oder einen Drucklufterzeuger und eine mit dem Druckluftspeicher
bzw. dem Drucklufterzeuger verbundene handbetätigbare Druckluftpistole. Durch den
Maschinenbediener ist zeitlich begrenzt eine Verbindung der Druckluftpistole mit dem
Druckluftversorgungseingang der Bogenstanz- und / oder - prägestation herstellbar.
Dadurch kann eine Druckluft in die Pneumatikeinrichtung des Schließrahmens eingebracht
werden.
[0017] Die beschriebene Erfindung und die beschriebenen vorteilhaften Weiterbildungen der
Erfindung stellen auch in beliebiger Kombination miteinander vorteilhafte Weiterbildungen
der Erfindung dar.
[0018] Hinsichtlich weiterer vorteilhafter Ausgestaltungen der Erfindung wird auf die Unteransprüche
sowie die Beschreibung eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf die beiliegenden
Zeichnungen verwiesen.
Ausführungsbeispiel
[0019] Die Erfindung soll an Hand eines Ausführungsbeispiels noch näher erläutert werden.
Es zeigen in schematischer Darstellung
- Figur 1
- eine Stanzmaschine mit einer Bogenstanz- und / oder -prägestation
- Figur 2a
- ein Stanzwerkzeug und eine Druckluftpistole beim Einbringen einer Druckluft
- Figur 2b
- eine Ansicht eines Stanzwerkzeugs
[0020] In
Figur 1 ist der prinzipielle Aufbau einer Bogenstanz- und -prägemaschine 100 zum Stanzen,
Ausbrechen, Nutzentrennen und Ablegen von Bögen aus Papier, Pappe, Kunststoff und
dergleichen dargestellt. Die Stanz- und Prägemaschine 100 besitzt einen Anleger 1,
eine Stanzstation 2, eine Ausbrechstation 3 und einen Ausleger 4 mit Ablage- und Nutzentrennstation,
die von einem gemeinsamen Maschinengehäuse 5 getragen und umschlossen werden und von
einem Hauptantrieb 17 angetrieben werden. Von einer Seite, der sogenannten Bedienerseite,
sind die Bearbeitungsstationen 2, 3, 4 zugänglich; auf der gegenüberliegenden Seite,
der sogenannten Antriebsseite, befindet sich der Antriebsstrang der Bogenstanz- und
-prägemaschine 100. Eine Maschinensteuerung 15 steuert die Abläufe innerhalb der Stanzmaschine
100.
[0021] Die Bögen 6 werden durch einen Anleger 1 von einem Stapel vereinzelt, dem Bogentransportsystem
7 zugeführt und von an Greiferbrücken eines Greiferwagens 8 befestigten Greifern an
ihrer Vorderkante ergriffen und in Bogentransportrichtung B intermittierend durch
die verschiedenen Stationen 2, 3 und 4 der Stanz- und Prägemaschine 100 hindurchgezogen.
Das Bogentransportsystem 7 besitzt mehrere Greiferwagen 8, sodass mehrere Bögen 6
gleichzeitig in den verschiedenen Stationen 2, 3 und 4 bearbeitet werden können. Die
Greiferwagen 8 können von einem Kettenantrieb oder in einer alternativen Ausführungsform
durch einen elektromagnetischen Linearantrieb mit Wanderfeldmotoren angetrieben werden,
wie beispielsweise in der
DE 20 2007 012 349 U1 beschrieben.
[0022] Die erfindungsgemäße Bogenstanz- und /oder -prägestation 2 besteht aus einem unteren
Tiegel, einem sog. Untertisch 9, und einem oberen Tiegel, einem sog. Obertisch 10.
Der Obertisch 10 ist vertikal hin- und herbewegbar gelagert und mit einem Oberwerkzeug
30 mit Stanz- und Rillmessern versehen. Das Oberwerkzeug besitzt einen in den Fig.
2a und 2b näher dargestellten Schließrahmen 31 mit einer Stanzplatte 32. Der Untertisch
9 ist fest im Maschinengestell gelagert und mit einer Gegenplatte 20 zu den Stanz-
und Rillmessern versehen. Alternativ kann auch der Obertisch 10 feststehend und der
Untertisch 9 bewegt sein. Beim Prägen kommen an Stelle der Stanz- und Rillwerkzeuge
Prägewerkzeuge, insbesondere in Form sogenannter Prägeklischees, zum Einsatz.
[0023] Der Greiferwagen 8 transportiert den Bogen 6 von der Stanz- und Prägestation 2 in
die nachfolgende Ausbrechstation 3, die mit Ausbrechwerkzeugen 21, 23 ausgestattet
ist. In der Ausbrechstation 3 werden mit Hilfe der Ausbrechwerkzeuge 21, 23 die nicht
benötigten Abfallstücke 11 aus dem Bogen 6 nach unten herausgestoßen, wodurch die
Abfallstücke 11 in einen unter der Station eingeschobenen wagenartigen Behälter 12
fallen.
[0024] Von der Ausbrechstation 3 gelangt der Bogen 6 in den Ausleger 4, wo der Bogen 6 entweder
nur einfach abgelegt wird, oder aber gleichzeitig eine Trennung der einzelnen Nutzen
eines jeweiligen Bogens 6 erfolgt. Dazu besitzt der Ausleger 4 ein Nutzentrennwerkzeug
21, 23. Der Ausleger 4 kann auch eine Palette 13 enthalten, auf der die einzelnen
Bögen 6 bzw. Nutzen in Form eines Stapels 14 aufgestapelt werden, so dass nach Erreichen
einer bestimmten Stapelhöhe die Palette 13 mit dem Bogenstapel 14 aus dem Bereich
der Stanz- und Prägemaschine 100 weggefahren werden kann. Um die Maschine 100 während
des Stapeltausches nicht anhalten zu müssen können Hilfsstapeleinrichtungen zum Einsatz
kommen.
[0025] In
Figur 2a ist ein Stanzwerkzeug 30 mit einem Druckluftversorgungseingang 40 dargestellt. In
den Druckluftversorgungseingang 40 kann eine Druckluftpistole 80, genauer die Spitze
der Druckluftpistole 80, eingreifen und damit eine Druckluft in das Stanzwerkzeug
30 eingebracht werden. Die Druckluftpistole 80 ist über Luftleitungen 81 mit einem
Druckluftspeicher 82 verbunden. Der Druckluftspeicher 82 kann mit einem Drucklufterzeuger
83 verbunden sein. Alternativ könnte die Druckluftpistole 80 direkt mit einem Drucklufterzeuger
83 verbunden sein.
[0026] Figur 2b zeigt ein Stanzwerkzeug 30 mit seinen verschiedenen Komponenten: eine Stanzplatte
32 mit Stanzmessern wird in einem Schließrahmen 31 gehalten. Die Klemmung der Stanzplatte
32 erfolgt dabei durch Federklemmeinrichtungen 33. Dabei sind zwei Federklemmeinrichtungen
33 vorgesehen, welche die Stanzplatte 32 in Bogentransportrichtung B klemmen, als
auch zwei Federklemmeinrichtungen 33 vorgesehen, welche die Stanzplatte 32 quer zur
Bogentransportrichtung B klemmen. Die Federklemmeinrichtungen 33 besitzen im dargestellten
Ausführungsbeispiel zwei Spiraldruckfedern 33.1, welche eine Klemmplatte 36 gegen
die Stanzplatte 32 pressen. Eine jeweilige Federklemmeinrichtung 33 besitzt Pneumatikzylinder
33.2, welche in ihrer Wirkstellung der Federklemmkraft entgegen wirken, d. h. die
Klemmwirkung der Federklemmeinrichtung 33 aufheben. Die Pneumatikzylinder 33.2 sind
an Druckluftkanäle 39.1 und 39.2 angeschlossen. Dabei gibt es einen ersten Kanal 39.1,
welcher die in Bogentransportrichtung B gelegenen Pneumatikzylinder 33.2 mit einer
Druckluft versorgt. Weiter gibt es einen zweiten Kanal 39.2, welcher die beiden quer
zur Bogentransportrichtung B gelegenen Pneumatikzylinder 33.2 mit einer Druckluft
versorgt. Beide Kanäle 39.1 und 39.2 enden an dem Druckluftversorgungseingang 40 und
können darüber mit einer Druckluft beaufschlagt werden. Zwischen dem Druckluftversorgungseingang
40 und einem ersten Pneumatikzylinder 33.2 ist in einem jeweiligen Kanal 39.1 bzw.
39.2 ein Rückschlagventil 34.1 bzw. 34.2 vorgesehen, welches die in das Kanalsystem
39.1, 39.2 eingebrachte Druckluft in dem Kanalsystem hält und damit den auf die Pneumatikzylinder
33.2 wirkenden Druck aufrecht erhält.
[0027] Zur Ausrichtung der Stanzplatte 32 quer zur Bogentransportrichtung B ist an dem Schließrahmen
31 ein Zentrierelement 37 angebracht.
[0028] Soll eine sich in dem Schließrahmen 31 befindliche Stanzplatte 32 ausgewechselt werden,
so wird vom Maschinenbediener die Spitze der Druckluftpistole 80 in den Druckluftversorgungseingang
40 eingeführt und durch Betätigung der Druckluftpistole 80 eine Druckluft in die Kanäle
39.1, 39.2 eingebracht. Diese eingebrachte Druckluft bewirkt, dass die Pneumatikzylinder
33.2 aktiviert werden, der Federkraft der Federn 33.1 entgegenwirken und die Klemmplatten
36 von der Stanzplatte 32 weg auf den Schließrahmen 31 hinzu bewegen. Dadurch wird
die Klemmung der Stanzplatte 32 aufgehoben und die Stanzplatte 32 kann vom Maschinenbediener
entnommen und durch eine andere Stanzplatte 32 ersetzt werden. Um die neu eingesetzte
Stanzplatte 32 wieder im Schließrahmen 31 zu klemmen, sind in den Kanälen 39.1, 39.2
Ventile 35.1, 35.2 vorgesehen, um die Druckluft abzulassen. Die Ventile 35.1 und 35.2
können dabei einzeln angesteuert werden, so dass zuerst das erste Ventil 35.1 angesteuert
und der Druck im ersten Kanal 39.1 abgebaut werden kann. Damit verlieren die zugeordneten
Pneumatikzylinder 33.1 ihre Wirkung und die Stanzplatte 32 wird aufgrund von der Federklemmkraft
der Federklemmeinrichtung 33 in Bogentransportrichtung B geklemmt. Nachfolgend wird
das zweite Ventil 35.2 angesteuert und die Druckluft im zweiten Kanal 39.2 abgebaut,
so dass hierbei die zugeordneten Pneumatikzylinder 33.2 ihre Wirksamkeit verlieren
und die Stanzplatte 32 aufgrund der Federklemmkraft der Federklemmeinrichtungen 33
auch quer zur Bogentransportrichtung B geklemmt wird. Um die Klemmung von Stanzplatten
32, insbesondere von verformten bzw. verzogenen Stanzplatten 32, weiter zu optimieren,
sind in dem Schließrahmen 31 Justierschrauben 38 vorgesehen, welche eine zusätzliche
Kraft auf die Stanzplatte 32 ausüben können. In der in Figur 2b dargestellten Situation
kommen die Justierschrauben 38 nicht zum Einsatz.
Bezugszeichenliste
[0029]
- 1
- Anleger
- 2
- Stanz- und/oder Prägestation
- 3
- Ausbrechstation
- 4
- Ausleger, ggfs. mit Nutzentrennstation
- 5
- Maschinengehäuse
- 6
- Bogen
- 7
- Bogentransportsystem
- 8
- Greiferwagen mit Greifern
- 9
- Untertisch / unterer Tiegel
- 10
- Obertisch / oberer Tiegel
- 11
- Abfallstücke
- 12
- Behälter
- 13
- Palette
- 14
- Auslagestapel
- 15
- Steuerung mit Interface und Eingabegeräten
- 16
- Zuführtisch mit einer Einheit zum Ausrichten der Bogen
- 17
- Hauptantrieb
- 20
- Unterwerkzeug
- 21
- Oberwerkzeug mit Stempeln
- 23
- Nutzentrenngitter oder Ausbrechbrett (Unterwerkzeug)
- 30
- Oberwerkzeug (Stanzwerkzeug)
- 31
- Schließrahmen
- 32
- Stanzplatte mit Stanzmessern
- 33
- Federklemmeinrichtung
- 33.1
- Feder
- 33.2
- Pneumatikantrieb (Pneumatikzylinder / Pneumatikschiene)
- 34.1
- erstes Rückschlagventil
- 34.2
- zweites Rückschlagventil
- 35.1
- erstes Ventil
- 35.2
- zweites Ventil
- 36
- Klemmplatte
- 37
- Zentrierelement
- 38
- Justierschraube
- 39.1
- erster Kanal
- 39.2
- zweiter Kanal
- 40
- Druckluftversorgungseingang
- 80
- Druckluftpistole
- 81
- Luftleitung /Schlauch
- 82
- Druckluftspeicher
- 83
- Drucklufterzeuger / Kompressor
- 100
- Flachbett-Bogenstanz- und/oder -prägemaschine (Stanzmaschine)
- B
- Bogentransportrichtung
- E
- Bogentransportebene
1. Bogenstanz- und/oder -prägestation (2) für eine Flachbettbogenstanzmaschine (100)
mit einem oberen Tiegel (9) und einem unteren Tiegel (10), wobei einer der beiden
Tiegel (9, 10) hubbewegt ist, und mit einem Schließrahmen (31), welcher mit dem oberen
Tiegel (9) verbunden ist, und mit einem Stanz- und/oder Prägewerkzeug (32), welches
von dem Schließrahmen (31) gehalten wird, wobei ein jeweiliger Bogen (6) in einer
Bogentransportrichtung (B) zwischen den Tiegeln (9, 10) hindurch bewegt wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Schließrahmen (31) über eine Federklemmeinrichtung (33) zum permanenten Klemmen
des Stanz- und/oder Prägewerkzeugs (32) und eine Pneumatikeinrichtung (33.2, 34.1,
34.2, 35:1, 35.2, 39.1, 39.2) zum Aufheben der Klemmung des Stanz- und/oder Prägewerkzeugs
(32) verfügt, wobei die Pneumatikeinrichtung (33.2, 34.1, 34.2, 35:1, 35.2, 39.1,
39.2) einen von außerhalb der Bogenstanz- und/oder - prägestation (2) zugänglichen
Druckluftversorgungseingang (40) besitzt zum temporären Zuführen einer Druckluft.
2. Bogenstanz- und/oder -prägestation nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Bogenstanz- und/oder -prägestation (2) über keine permanente Druckluftversorgung
zum Klemmen des Stanz- und/oder Prägewerkzeugs (32) verfügt.
3. Bogenstanz- und/oder -prägestation nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine jeweilige Federklemmeinrichtung (33) mit je mindestens einem Pneumatikzylinder
(33.2) in Verbindung steht, wobei ein jeweiliger Pneumatikzylinder Teil der Pneumatikeinrichtung
(33.2, 34.1, 34.2, 35:1, 35.2, 39.1, 39.2) ist.
4. Bogenstanz- und/oder -prägestation nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Schließrahmen (31) über mindestens eine erste Federklemmeinrichtung (33) zum
Klemmen des Stanz- und/oder Prägewerkzeugs (32) in Bogentransportrichtung (B) und
über mindestens eine zweite Federklemmeinrichtung (33) zum Klemmen des Stanz- und
/ oder Prägewerkzeugs (32) senkrecht zur Bogentransportrichtung (B) verfügt und, dass
der mindestens ersten und der mindestens zweiten Federklemmeinrichtung (33) jeweils
ein mit dem Druckluftversorgungseingang (40) verbundener Luftkanal (39.1, 39.2) zugeordnet
ist.
5. Bogenstanz- und/oder -prägestation nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass jeder Luftkanal (39.1, 39.2) ein Rückschlagventil (34.1, 34.2) besitzt.
6. Bogenstanz- und/oder -prägestation nach Anspruch 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass jeder Luftkanal (39.1, 39.2) ein mit der Umgebung verbundenes steuerbares Drosselventil
(35.1, 35.2) zum Abbauen des Drucks im jeweiligen Luftkanal (39.1, 39.2) besitzt.
7. Bogenstanz- und/oder -prägestation nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Schließrahmen (31) über mechanische Justierelemente (38), insbesondere Justierschrauben,
verfügt zum zusätzlichen Justieren des Stanz- und/oder Prägewerkzeugs (32) im Schließrahmen
(31).
8. Bogenstanz- und/oder -prägestation nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Schließrahmen (31) ein Zentrierelement (37) besitzt zum Zentrieren des Stanz-
und/oder Prägewerkzeugs (32) im Sinne eines Ausrichtens senkrecht zur Bogentransportrichtung
(B).
9. System umfassend eine Flachbettbogenstanzmaschine (100) mit einer Bogenstanz- und/oder
-prägestation (2) nach einem der vorangehenden Ansprüche, einen Druckluftspeicher
(82) und/oder Drucklufterzeuger (83), eine mit dem Druckluftspeicher (82) bzw. Drucklufterzeuger
(83) verbundene handbetätigbare Druckluftpistole (80), wobei durch den Maschinenbediener
zeitlich begrenzt eine Verbindung der Druckluftpistole (80) mit dem Druckluftversorgungseingang
(40) der Bogenstanz- und/oder -prägestation (2) herstellbar ist.