[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben einer Vorrichtung zum Bereithalten
von Verzierungsmaterialien gemäss Oberbegriff von Anspruch 1, sowie eine Vorrichtung
zum Bereithalten von Verzierungsmaterialien gemäss Oberbegriff von Anspruch 4.
Stand der Technik
[0002] Vorrichtungen zum Ansticken von Verzierungsmaterialien gibt es schon seit rund hundert
Jahren. In der Fachliteratur wird dabei zwischen der so genannten Soutache- und der
Perl- und Flitterstickerei unterschieden. Bei der Soutachestickerei wird schnur- oder
bandförmiges Material in der gewünschten Verzierungsform auf den Stickboden aufgestickt.
Bei der Perl- und Flitterstickerei geht es um das Aufsticken von kleinen Gegenständen,
wie Pailletten, Perlen und dergleichen (
Schöner, Freier, Stickereitechniken, Leipzig, 1982, S. 309, 329,
FR 467 481,
CH 563 486).
[0003] Aus dem Stand der Technik sind beispielsweise aus der
EP-A 1 561 849 sogenannte Paillettenköpfe und aus der
EP-A 1 764 435 sogenannte Soutache köpfe bekannt, welche bei Schiffli-Stickmaschinen zum Einsatz
kommen. Mit diesen Vorrichtungen können bandartige Teile einer Stickstelle zugeführt
und auf dem Stickgrund festgenäht werden, wobei ein Band mit zusammenhängenden Pailletten
beim Ansticken in einzelne Pailletten aufgetrennt wird. Eine frisch abgetrennte Paillette
ist jeweils bereits von einer Nadel durchdrungen und wird sogleich mit wenigen Stichen
festgestickt.
[0004] Aus dem Stand der Technik ist ferner die
EP 1 764 434 bekannt, die einen besonderen Aspekt der oben erwähnten Köpfe beschreibt und beansprucht.
Gemäss der
EP 1 764 434 besitzt jeder Pailletten- und Soutachekopf eine durch den Nadelstössel betätigbare
Kupplung zum Einkuppeln der Vorrichtungen und eine Rückstellvorrichtung zum Auskuppeln
der Vorrichtungen. Die Rückstellvorrichtung umfasst ein Zylinder-/Kolbenaggregat,
mittels welchem eine über die gesamte Länge der Maschine sich erstreckende Schaltstange
betätigt werden kann. Die Schaltstange hat bei jedem Pailletten- resp. Soutachekopf
einen Greifer, welcher bei Betätigung der Rückstellvorrichtung den Paillettenkopf
auskuppelt. Wird ein Pailletten- resp. Soutachekopf ausgeschaltet, indem das Kupplungsrad
ausser Eingriff mit der Antriebswelle gebracht wird, greift ein Zahn in das Kupplungsrad
ein, um dieses zu blockieren. Dies hat den Vorteil, dass das Paillettenband in der
Stellung festgehalten wird, aus der dann bei einem Vorschub die anzustickende Paillette
in die richtige Lage zum Ansticken gebracht wird.
[0005] Die aus der
EP 1 764 434 bekannten Vorrichtungen sind an einem Träger stationär, d.h. nicht verschwenkbar,
am Stickmaschinengestell angeordnet. Zum Einschalten eines Pailletten- oder Soutachekopfs
wird lediglich ein Kupplungsrad verschwenkt, wobei die übrigen Teile der Vorrichtungen
nicht bewegt werden. Eine Besonderheit der beschriebenen Vorrichtungen ist, dass der
Paillettenkopf nicht direkt angetrieben wird, sondern über die beschriebene Kupplung.
Eine weitere Besonderheit ist, dass zum Einschalten eines Pailletten- resp. Soutachekopfes
kein separater Aktuator notwendig ist, da dies durch den Nadelstössel bewirkt wird.
[0006] Nachdem die oben beschriebenen Vorrichtungen sich nicht für den Einsatz bei Kleinstickmaschinen,
insbesondere Mehrkopf-Stickmaschinen, eignen, ist es ein Ziel der vorliegenden Erfindung,
eine Vorrichtung zum Bereithalten von Verzierungsmaterialien, wie Pailletten, Schnüren,
Kordeln, Litzen, Perlenschnüren und ähnlichen Materialien vorzuschlagen, welche sich
individuell zu- und wegschalten lässt. Ein weiteres Zielt ist es, eine Vorrichtung
vorzuschlagen, welche kostengünstig in der Herstellung ist. Auch sollte die Vorrichtung
auch an bestehende Stickmaschinen nachrüstbar sein. Ein weiteres Ziel ist es, eine
Vorrichtung vorzuschlagen, mittels welcher gleichzeitig entweder unterschiedliche
Pailletten oder Pailletten und eine Schnur auf einen Stickboden aufgestickt werden
können. Noch ein Ziel ist es, eine Vorrichtung vorzuschlagen, mittels welcher mehrere
Pailletten übereinander angestickt werden können. Ziel ist es auch, ein entsprechendes
Verfahren zum Betreiben einer genannten Vorrichtung vorzuschlagen.
[0007] Diese Aufgabe wird durch die Gegenstände der unabhängigen Ansprüche gelöst.
[0008] Vorteilhafte Ausführungsformen gehen aus den Merkmalen der abhängigen Ansprüche hervor.
[0009] Erfindungsgemäss wird bei einem Verfahren gemäss Oberbegriff von Anspruch 1 zum Koppeln
mit einer Antriebseinheit die ganze Vorrichtung zum Bereithalten von Verzierungsmaterialien
von einer Ruheposition in eine Stickposition bewegt, in welcher ein Antriebsrad der
Vorrichtung mit der stationären Antriebseinheit, beispielsweise einer Antriebswelle,
in Eingriff gelangt. Zum Entkoppeln wiederum wird die Vorrichtung durch vorzugsweise
den gleichen Aktuator von der Stickposition in die Ruheposition bewegt, in welcher
das Antriebsrad ausser Eingriff mit der stationären Antriebseinheit oder Antriebswelle
ist. Das erfindungsgemässe Verfahren hat den Vorteil, dass die Vorrichtungen zum Bereithalten
von Verzierungsmaterialien individuell und einfach an eine Antriebswelle angekoppelt
werden können. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Zugänglichkeit der Nadelstelle durch
das Anbringen der Vorrichtung an der Stickmaschine nicht wesentlich eingeschränkt
wird, da dieselbe dann, wenn sie nicht gebraucht wird, von der Nadelstelle entfernt
ist. Dies im Unterschied zu den Pailletten- und Soutacheköpfen der eingangs erwähnten
EP-A-1 764 435, die stationär am Maschinengestell befestigt sind.
[0010] Vorteilhaft wird die Vorrichtung von der Ruheposition in eine Stickposition verschwenkt,
und umgekehrt. Eine Schwenkbewegung kann durch eine entsprechende gelenkige Ankoppelung
der Vorrichtung am Stickmaschinengestell auf einfache Art realisiert werden. Dabei
kann das Antriebsrad in der Ruheposition festgestellt werden, um zu verhindern, dass
sich dieses unkontrolliert weiter bewegt.
[0011] Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist auch eine Vorrichtung zum Bereithalten
von Verzierungsmaterialien, wie eines Paillettenbandes und/oder einer Kordel. Eine
solche Vorrichtung besitzt ein Chassis oder Tragprofil, an welchem ein Transportmechanismus
oder Getriebe für den Transport des Verzierungsmaterials angeordnet ist. Ein Antriebsglied
des Getriebes oder Transportmechanismus ist mit einer Antriebswelle einer Stick-,
Näh- oder Steppmaschine koppelbar.
[0012] Erfindungsgemäss ist die Vorrichtung mit einem Aktuator ausgestattet. Die Vorrichtung
ist dabei ausgelegt oder vorbereitet, um das Tragprofil in unterschiedlichen Positionen,
nämlich einer stickstellennahen Arbeitsposition und einer stickstellenfernen Ruheposition,
am Maschinengestell festzulegen. Dazu besitzt die Vorrichtung Befestigungsmittel,
welche einerseits den Aktuator und andererseits das Tragprofil mit dem Stickkopf oder
Stickmaschinengestell verbinden. Das heisst, die Vorrichtung ist einerseits durch
am Aktuator angreifende erste Befestigungsmittel und durch am Tragprofil angreifende
zweite Befestigungsmittel mit dem Maschinengestell verbindbar. Dabei ist vorzugsweise
durch das erste Befestigungsmittel eine starre (feste) Verbindung mit dem Maschinengestell
und vorzugsweise durch das zweite Befestigungsmittel eine bewegliche Verbindung mit
dem Maschinengestellt realisiert. Dadurch kann bei der Betätigung des Aktuators -
dieser verändert seine Lage relativ zum Maschinengestell nicht - die Vorrichtung von
einer Ruheposition in eine Stickposition bewegt werden, in welcher das Antriebsrad
mit einer an der Stick-, Näh- oder Steppmaschine vorgesehenen, stationären Antriebswelle
gekoppelt ist. Umgekehrt kann bei der nochmaligen Betätigung des gleichen Aktuators
die Vorrichtung von der Antriebswelle wegbewegt werden. Dies ist ein weiterer Unterschied
zu den Vorrichtungen der
EP-A-1 764 435, wo der Aktuator nur zum Auskoppeln der Pailletten- und Soutacheköpfe eingesetzt
ist und das Ankoppeln durch den Nadelstössel erfolgt. Im Unterschied zur
EP-A-1 764 435 sind die Drehachsen der einzelnen Antriebszahnräder und Antriebsräder relativ zum
Tragprofil stationär und nicht lageveränderbar. Die erfindungsgemässe Vorrichtung
kann platzsparend beispielsweise seitlich am Stickkopf einer Mehrkopf-Stickmaschine
angeordnet werden.
[0013] Vorteilhaft sind die Befestigungsmittel durch eine am Aktuator angeordnete Befestigungsvorrichtung
und einen am Tragprofil anordenbaren Schwenkhebel realisiert. Dies ist eine einfache
und kostengünstige Konstruktion, um eine örtliche Verschiebung der ganzen Vorrichtung
zu erreichen. Anstatt eines Schwenkhebels könnte jedoch auch ein stationärer Hebel
eingesetzt sein, an welchem das Tragprofil verschieblich angeordnet ist. Das heisst,
es ist im Rahmen der vorliegenden Erfindung denkbar, die Vorrichtungen zum Bereithalten
von Verzierungsmaterialien durch eine Kombination von Befestigungs- und Führungsmitteln
am Maschinengestell anzuordnen, sodass die Vorrichtungen insgesamt von einer Ruheposition
in eine Stickposition bewegbar ist, und umgekehrt.
[0014] Eine vorteilhafte Ausführungsform sieht vor, dass der Aktuator ein Kolben/Zylinderaggregat
ist, dass die Befestigungsvorrichtung am Zylinder des Kolben/Zylinderaggregats angeordnet
ist, und der Kolben am Tragprofil angreift. Dadurch ist es möglich, bei relativ zum
Maschinengestell fest angeordnetem Zylinder eine Verschiebung des Tragprofils durch
eine Beätigung des Aktuators zu bewirken.
[0015] Die erfindungsgemässe Vorrichtung ist mit wenigstens einer Paillettenvorrichtung
oder einer Soutachevorrichtung ausgestattet. Vorzugsweise sind jedoch gemäss einem
weiteren unabhängigen Aspekt der Erfindung zwei Vorrichtungen zum Bereithalten von
Verzierungsmaterialien, wie eines Paillettenbandes und/oder einer Kordel, am Montageprofil
angeordnet. Es können also entweder eine Paillettenvorrichtung und eine Soutachevorrichtung
oder zwei Paillettenvorrichtungen auf ein und demselben Tragprofil vorgesehen sein.
Im Falle des Vorhandenseins von zwei Paillettenvorrichtungen sind zwei Führungskanäle
für die Paillettenbänder vorgesehen, welche übereinander angeordnet sind. Dies hat
den grossen Vorteil, dass zwei Pailletten gleichzeitig aufgestickt werden können.
Dabei können die aufzustickenden Pailletten unterschiedlich bezüglich Aussehen und/oder
Grösse sein.
[0016] Vorteilhaft ist an der Vorrichtung ein bewegliches Arretierorgan vorgesehen, welches
in der Ruheposition der Vorrichtung das Getriebe blockiert, und in der Stickposition
freigibt. Durch das Arretierorgan kann der Transportmechanismus in einer definierten
Lage arretiert werden. Zweckmässigerweise ist das Arretierorgan mittels eines Federelements
in die Arretierposition vorgespannt. Dies erlaubt es, das Arretierorgan zu verschieben
oder zu verschwenken, indem es mit einem stationären Anschlag zusammenwirkt. Dieser
Anschlag kann an der Stickmaschine montiert und so angeordnet sein, dass beim Bewegen
der Vorrichtung in die Stickposition, das Arretierorgan selbsttätig verschoben wird.
[0017] Eine Besonderheit der Soutachevorrichtung ist, dass diese ein Soutacherad mit einer
radialen Öffnung aufweist. Dadurch lässt sich die Soutachevorrichtung an- und abkoppeln,
ohne dass der Ober- resp. Nadelfaden geschnitten werden müsste. Damit das Soutacherad
angetrieben werden kann, ist dasselbe am Umfang mit einer Verzahnung ausgestattet
und durch zwei in Abstand voneinander angeordnete Hilfszahnräder antreibbar. Diese
Hilfszahnräder können wiederum durch ein zentrales Zahnrad angetrieben sein.
[0018] Zum Schneiden der Kordeln und Schnüre ist an der Soutachevorrichtung vorzugsweise
ein bewegliches Messer angeordnet, welches durch einen am Tragprofil angeordneten
Aktuator, beispielsweise einem Pressluftzylinder, betätigbar ist. Vorteilhaft ist
an der Soutachevorrichtung eine Klemmfeder angeordnet, mittels welcher eine Schnur
nach dem Schneiden festgeklemmt werden kann. Vorzugsweise ist die Klemmfeder durch
das Messer betätigbar. Eine vorteilhafte Ausführungsform sieht vor, dass die Klemmfeder
an der Unterseite des Soutachekopfs angeordnet und durch eine am Messer angeordnete
Nocke betätigbar ist.
[0019] Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist auch eine Stick- Näh- oder Steppmaschine,
insbesondere eine Mehrkopf-Stickmaschine, mit einem Maschinengestell und einer am
Maschinengestell angeordneten, erfindungsgemässen Vorrichtung zum Bereithalten von
Verzierungsmaterial. Dabei ist die Vorrichtung vorzugsweise um eine Drehachse verschwenkbar
am Maschinengestell angeordnet. Alternativ könnte die Vorrichtung jedoch linear verschiebbar
angeordnet sein. Dazu müssten entsprechende Führungsmittel zwischen dem Montageprofil
und dem Tragprofil und ein Aktuator, z.B. Schrittmotor, vorgesehen sein, um das Tragprofil
zu verschieben.
[0020] Zweckmässigerweise ist eine Antriebswelle vorgesehen, welche sich parallel zur Nadelreihe
erstreckt. Diese Antriebswelle kann einstückig ausgebildet sein oder sich aus mehreren
Teilsegmenten zusammengesetzt sein. Vorteilhaft ist ein Tragprofil für die Vorrichtung
vorgesehen, welches am Maschinengestell vorzugsweise lösbar befestigt ist. Dabei kann
die Antriebswelle in Lagerhülsen, welche in der Montageplatte eingelassen sind, aufgenommen
sein.
[0021] Die erfindungsgemässe Vorrichtung zum Bereithalten von Verzierungsmaterial ist besonders
geeignet für die Ausstattung einer Mehrkopf-Stickmaschine. Dabei können pro Stickkopf
eine oder zwei Vorrichtungen zum Bereithalten von Verzierungsmaterialien angeordnet
sein. Diese können jeweils seitlich am Stickkopf angeordnet sein. Die Positionierung
der Vorrichtungen ist jeweils so, dass diese mittels einer Schwenkbewegung direkt
an die jeweils äusserste Nadelstelle des Stickkopfes herangeschwenkt werden können.
[0022] Die Erfindung wird anhand der Zeichnung beispielhaft im Detail erläutert. Dabei werden
für gleiche und gleichwirkende Teile jeweils die gleichen Bezugsziffern verwendet.
Es zeigt:
- Fig. 1
- In perspektivischer Ansicht ein einzelner Stickkopf einer Mehrkopf-Stickmaschine mit
einer erfindungsgemässen Vorrichtung zum Bereithalten von Verzierungsmaterial in Gestalt
eines Paillettenkopfes (ohne Paillettenband);
- Fig. 2 a - 2c
- ein erstes Ausführungsbeispiel einer Pailettenzuführvorrichtung, welche an einem Stickkopf
einer Mehrkopf-Stickmaschine angeordnet ist in einer Seitenansicht von rechts (Fig.
1a), in Frontansicht (Fig. 1b) und in einer Seitenansicht von links(Fig. 1c), jeweils
in der Ruheposition;
- Fig. 3 a - 3c
- die Pailettenzuführvorrichtung von Fig. 1 in einer Seitenansicht von rechts (Fig.
2a), in Frontansicht (Fig. 2b) und in einer Seitenansicht von links(Fig. 2c), jeweils
in der Stickposition;
- Fig. 4
- Eine perspektivische Ansicht einer zweiten Ausführungsform der erfindungsgemässen
Vorrichtung von links, welche eine Paillettenzuführvorrichtung und einen Soutachekopf
umfasst, wobei die obere Abdeckplatte am Soutachekopf entfernt ist;
- Fig. 5
- Eine perspektivische Ansicht der Vorrichtung von Fig. 4 von rechts mit aufgesetzter
Abdeckplatte;
- Fig. 6
- Eine perspektivische Unteransicht der Vorrichtung von Fig. 5;
- Fig. 7
- Perspektivisch und in vergrösserter Ansicht den kombinierten Pailletten- und Soutachekopf;
und
- Fig. 8
- Eine Seitenansicht des Pailletten- und Soutachekopf von Fig. 7.
[0023] Die vorliegende Erfindung bezieht sich generell auf eine Vorrichtung zum Ansticken
von Verzierungsmaterialien, welche beispielsweise als Pailletten- und/oder Schnüre
vorliegen können. Die Vorrichtung zum Ansticken von Verzierungsmaterialien kann an
einer Stick- oder Nähmaschine, insbesondere an einer Mehrkopf-Stickmaschine, angeordnet
werden.
[0024] In Figur 1 ist ein Stickkopf 11 einer Mehrkopf-Stickmaschine gezeigt. Solche Mehrkopf-Stickmaschinen
zeichnen sich dadurch aus, dass pro Stickkopf 11 mehrere Nadelstellen 13 vorhanden
sind, von denen im Betrieb jeweils eine einzelne angetrieben wird. Ein solcher Stickkopf
kann daher auch als ein Mehrnadel-Stickkopf bezeichnet werden. Jede Nadelstelle 13
umfasst einen grossen Fadenleiter 15, diverse weitere Fadenführungseinrichtungen 17,
einen auf und ab bewegbaren Nadelstössel 19, und eine Nadel 21, welche am Nadelstössel
19 lösbar befestigt ist. Gemäss dem gezeigten Ausführungsbeispiel sind insgesamt sechs
Nadelstellen 13 (nummeriert mit 1 bis 6) vorgesehen, wobei die dritte Nadelstelle
von rechts in Betrieb, d.h. aktiv ist. Zum Wechseln der aktiven Nadelstelle kann der
Stickkopf 11 seitlich in Richtung des Pfeils 22 verschoben werden, um eine andere
Nadelstelle mit einem nicht näher dargestellten Antrieb zu koppeln. Das Arbeitsprinzip
dieser Mehrkopf- Stickmaschinen ist dem Fachmann bestens bekannt und braucht hier
deshalb nicht näher erläutert zu werden. Seitlich am Stickkopf 11 ist eine Vorrichtung
23 zum Zuführen von Verzierungsmaterialien in Gestalt von Paillettenbändern 24 (Figur
7 gezeigt) angeordnet.
[0025] Wie weiter den Figuren 2a und 3a entnommen werden kann, umfasst die Vorrichtung 23
ein Tragprofil 25, an welchem ein Aktuator 27 angeordnet ist. Vorliegend besteht der
Aktuator 27 aus einer Kolben-/Zylindereinheit mit einem Kolben 29 und einem Zylinder
31 (Fig. 3). Der Kolben 29 ist mit seinem vorderen Ende am Tragprofil 25 festgeschraubt
ist (Fig. 3c: Schrauben 33). Der Zylinder 31 wiederum ist am Stickkopf 11 oder Stickmaschinengestell
ortsfest angeordnet. Zu diesem Zweck ist, wie im vorliegenden Ausführungsbeispiel
gezeigt ist, am Stickkopf 11 eine Montageplatte 35 vorgesehen, an welcher der Zylinder
31 angeordnet ist (Fig. 2c und Fig. 3c). Die Montageplatte 35 besitzt einen in einem
Winkel abstehenden Arm 37, an dessen Ende eine Klemmeinrichtung 39 vorgesehen ist.
Die Klemmeinrichtung 39 besitzt eine vorzugsweise kreisrunde Aufnahme 41, in welcher
ein Bolzen 43 drehbar aufgenommen ist (Fig. 2c und 3c). Der Bolzen 43 ist mittels
einer Spannschraube 45 gegen ein axiales Herausrutschen feststellbar. Der Bolzen 43
gehört zu einem Klemmring 47, welcher den Zylinder 31 umgreift und einspannt. Durch
den Bolzen 43 ist ein erster Anlenkpunkt 49 definiert (= Drehachse).
[0026] Ein zweiter Anlenkpunkt 51 ist durch einen Schwenkhebel 53 gegeben, welcher den Stickkopf
11 in Abstand von der Drehachse 57 mit dem Tragprofil 25 gelenkig verbindet. Der Schwenkhebel
53 ist an einem Fortsatz 55 der Montageplatte 35 verschwenkbar angeordnet (Drehachse
57). Auf Grund der beschriebenen, gelenkigen Montage der Vorrichtung 23 an der Stickmaschine
ist mittels des Schaltorgans 27 eine Verschwenkung der Vorrichtung 23 aus einer Ruheposition
(Fig. 2) in eine Stickposition (Fig. 3) und umgekehrt ermöglicht. Dabei wird das Tragprofil
25 mit den daran montierten Komponenten durch den Aktuator 27 um die Drehachse 57
verschwenkt.
[0027] Ein besonderes Merkmal der Vorrichtung 23 ist, dass zwei verschiedene Paillettenbänder
gleichzeitig verarbeitet werden können. Entsprechend sind zwei Triebe für den Transport
der Paillettenbänder vorhanden. Jeder Trieb umfasst je ein Antriebszahnrad 59a,59b
für den Antrieb je eines Warzenrades 61a,61b (Fig. 2a und 3c und Fig. 3a und 3c).
Die Antriebszahnräder 59a,59b sind mit ersten Antriebsrädern 63a,63b, und die Warzenräder
61a,61b mit zweiten Antriebsrädern 65a,65b gekoppelt. Dabei stehen die ersten und
zweiten Antriebsrädern 63a,63b,65a,65b jeweils über einen Zahnriemen 67a,67b miteinander
in Verbindung, sodass über die Antriebszahnräder 59a,59b die Warzenräder 61a,61b angetrieben
werden können.
[0028] Für den Antrieb der Antriebszahnräder 59a,59b erstrecken sich in Längsrichtung der
Stickmaschine eine erste und eine zweite Zahnstange 69a,69b. Die Zahnstangen 69a,69b
sind in Durchführungen 71a,71b der Montageplatten 35 drehbar aufgenommen (Fig. 2c
und 3c). Die Zahnstangen 69a,69b sind durch nicht gezeigte zentrale Antriebseinheiten
in Übereinstimmung mit den Vorgaben eines in einer Steuereinheit der Stickmaschine
abgespeicherten Stickprogramms antreibbar. In der in Figur 3 gezeigten Stellung der
Vorrichtungen 23 stehen die Antriebszahnräder 59a,59b in Eingriff mit den Zahnstangen
69a,69b. Anstelle von Zahnstangen könnten jedoch auch Wellen mit aufgesetzten Zahnrädern
eingesetzt sein.
[0029] Um eine ungewollte Verstellung der Antriebszahnräder 59a,59b in der Passivstellung
der Vorrichtung 11 zu verhindern, sind am Tragprofil 25 Arretierhebel 73a,73b verschwenkbar
angeordnet (am besten ersichtlich in den Fig. 2a,2c, Fig. 3c und Fig. 4). Die Arretierhebel
73a,73b sind mittels wenigstens einer Feder 77 gegen die Zahnräder 59a,59b vorgespannt
und können mit endständigen Arretiernocken 75a,75b in die Antriebszahnräder 59a,59b
eingreifen (Fig. 1a und 1c). Die Arretierhebel 73 a,73b sind an einem Hebel 79 festgemacht,
welcher seinerseits schwenkbar am Tragprofil 25 angeordnet ist. Beim Verschwenken
der Vorrichtung 23 in die Stickstellung gelangt der Hebel 79 mit einem Ende in Anschlag
mit einem stationären Stift 81, wodurch der Hebel 79 und die daran angeordneten Arretierhebel
73a,73b verschwenkt werden und ausser Eingriff mit den Verzahnungen der Antriebszahnräder
59a,59b gelangen (Fig. 4). Der stationäre Stift 81 ist an der Montageplatte 35 festgemacht,
könnte sich jedoch auch am Stickmaschinengestell abstützen.
[0030] Zur genauen Positionierung der Vorrichtung 23 in der Stickstellung ist am Tragprofil
25 ein verstellbarer Justierstift 83 vorgesehen (Fig. 2c, Fig. 3c und Fig. 4). Der
Justierstift 83 besitzt an einem Ende ein Schraubengewinde und ist in eine Gewindebohrung
eines Lagers 84 eingedreht. Eine Kontermutter 86 ermöglicht die Feststellung des Justierstifts
83 in einer einmal eingestellten Lage. Mit dem freien Ende stützt sich der Justierstift
83 in der Stickstellung der Vorrichtung 23 am Schwenkhebel 53 ab (Fig. 2c und Fig.
4). Mit Hilfe des Justierstifts 83 kann die Schwenklage der Vorrichtung relativ zum
Stickkopf justiert werden, sodass die Öffnung einer ausgestossenen Paillette genau
in der Achse der auf- und abbewegbaren Nadel positioniert ist. Dies ist von Bedeutung
für einen reibungslosen Stickbetrieb. Ansonsten besteht die Gefahr, dass die Nadel
21 auf die Paillette trifft und bricht.
[0031] Wie aus den Figuren 2a und 3a ersichtlich ist, sind die Warzenräder 61a,61b hintereinander,
in der Höhe jedoch um eine geringe Distanz versetzt zueinander, am Tragprofil 25 drehbar
angeordnet. Jedem Warzenrad 61a,61b ist ein Führungselement 85a, 85b zugeordnet, welches
gegen ein zugeordnetes Warzenrad 61a,61b vorgespannt ist und im Betrieb die Paillettenbänder
an die Warzenräder 61a,61b drückt. Die Position der Führungselemente 85a, 85b kann
durch Feder- oder andere Kraftmittel, wie Magnete, erzeugt sein. Die Führungselemente
85a, 85b sind vorzugsweise um Drehachsen 87a,87b verschwenkbar, um das Einfädeln der
Paillettenbänder an den Warzenrädern 61a,61b zu erleichtern (Fig. 2a und 3a). Unmittelbar
an die Führungselemente 85a, 85b schließen Führungskanäle 89a,89b an. Die Führungskanäle
89a,89b besitzen Austrittsöffnungen 90a,90b, welche direkt übereinander liegen. Durch
diese Konstruktion ist es möglich, durch die Führungskanäle 89a,89b unterschiedliche,
insbesondere unterschiedlich grosse Pailletten der Stickstelle zuzuführen und gleichzeitig
anzusticken. Im Unterschied zu anderen bekannten Paillettenvorrichtungen können also
2 unterschiedliche Pailletten ausgegeben und mittels eines Stiches am Stickgrund befestigt
werden, sodass beide Pailletten übereinander angeordnet sind.
[0032] Die Paillettenbänder (in den Figuren 2 und 3 nicht gezeigt) können durch Zuführkanäle
93a,93b, welche am Tragprofil 25 festgemacht sind, den Warzenrädern 61a,61b zugeführt
werden (Fig. 2a und 3a).
[0033] Die in Figur 4 gezeigte alternative Ausführungsform einer Vorrichtung zum Ansticken
von Verzierungsmaterialien erlaubt das gleichzeitige Zuführen und Ansticken von Pailletten
und Bändern oder Schnüren: Mit anderen Worten umfasst die Vorrichtung eine Pailletten-
und eine Soutachevorrichtung, mittels welcher gleichzeitig Pailletten und Bänder (oder
Schnüre) zugeführt werden können. Diese alternative Vorrichtung ist grundsätzlich
gleich aufgebaut, wie die oben beschriebene Vorrichtung gemäss den Figuren 2 und 3,
jedoch mit dem Unterschied, dass eine Paillettenzuführvorrichtung durch eine Soutachevorrichtung
ersetzt ist.
[0034] Der Antrieb für die Soutachevorrichtung kann größtenteils gleich ausgebildet sein,
wie derjenige der Paillettenvorrichtung. Dabei ist das Antriebsrad 65a jedoch anstatt
mit einem Warzenrad mit einem ersten Kegelrad 91 gekoppelt. Das erste Kegelrad 91
wirkt mit einem zweiten Kegelrad 93 zusammen, welches über eine Welle 95 mit einem
Zahnrad 97 verbunden ist. Das Zahnrad 97 greift in die Verzahnung von zwei Hilfszahnrädern
99 ein, welche ihrerseits mit einer am Umfang eines Soutacherads 101 vorgesehenen
Verzahnung 102 zusammenwirken. Das Soutacherad 101 besitzt eine Öffnung 103, die es
erlaubt, die Vorrichtung 23 von der Stickposition in die Ruheposition zu verschwenken,
ohne dass der Nadelfaden abgeschnitten werden müsste. Das Soutacherad ist in einem
Support 105 drehbar gelagert (Fig. 5). Das Soutacherad besitzt in bekannter Weise
eine Loch 107, durch welche eine anzustickende Schnur geführt sein kann. Durch die
beiden Hilfszahnräder 99 bleibt die Verzahnung des Soutacherads 101 unabhängig von
dessen Drehlage permanent mit dem Antriebsstrang verbunden.
[0035] Wie aus der Fig. 6 ersichtlich ist, befindet sich der Führungskanal 89b für das Paillettenband
an der Unterseite des Supports 105. Die Austrittsöffnung 90b des Führungskanals 89b
ist so positioniert, dass die zentrale Öffnung einer vollständig aus dem Führungskanal
herausragenden, ganzen Paillette 104 (Fig. 7) sich im Wesentlichen in der Mitte des
Soutacherads 101 befindet. Die Kombination einer Soutache- Vorrichtung mit einer Pailletten-Vorrichtung
hat den Vorteil, dass sowohl Schnüre und Pailletten, auch übereinander, aufgestickt
werden können.
[0036] Seitlich am Support 105, in welchem das Soutacherad 101 gelagert ist, ist ein bewegliches
Messer 109 vorgesehen. Dieses besteht aus einem Hebel, an welchem eine Schneidkante
111 ausgebildet ist. Das Messer 109 ist am Support 105 verschwenkbar gelagert (Drehachse
106 in Fig. 6) und kann mittels eines individuellen Antriebs 113, z.B. einem Pneumatikzylinder,
verschwenkt werden. Zu diesem Zweck steht das Messer 109 mittels eines Hebels 110
mit der Kolbenstange 112 des Antriebs 113 in Verbindung. Eine weitere stationäre Schneidkante
115 ist an der Unterkante des Supports 105 ausgebildet. Die Schneidkanten 111,115
führen bei der Betätigung des Messers 109 eine scherenartige Schneidbewegung aus.
[0037] An der Unterseite des Supports 105 ist eine Klemmfeder 117, hergestellt beispielsweise
aus einem Federstahl, vorgesehen (s. Figuren 5 bis 8). Die Klemmfeder 117 erstreckt
sich im Wesentlichen parallel und neben dem Messer 109. Eine vom Messer 109 abstehende
Nocke 119 liegt an der Oberseite der Klemmfeder 117 an und lüftet die Feder, wenn
das Messer 109 geöffnet wird (Fig.7 und 8). Bei geschlossenem Messer 109 liegt die
Klemmfeder 117 an der Unterseite des Supports 105 an. In dieser Stellung kann sie
das Ende einer aus dem Soutacherad 101 ragenden Schnur oder eines Bandes festklemmen.
[0038] Zum Schneiden einer Schnur wird das Messer 109 zunächst geöffnet, indem der Messerantrieb
betätigt wird. Dabei öffnet sich gleichzeitig auch die Klemmfeder 117, da die Nocke
119 die Klemmfeder mitnimmt. Sodann wird der Stickrahmen mit dem aufgespannten Stickgrund
so verfahren, dass das zwischen dem Soutacherad und dem Stickgrund sich erstreckende
Schnurstück zwischen den beweglichen und der stationären Schneidkanten 111, 115 zu
liegen kommt. Sobald dies der Fall ist, kann der Antrieb 113 wiederum betätigt und
das Messer 109 geschlossen werden. Beim Schliessen des Messers 109 wird die Schnur
durch die Klemmfeder 117 an der Unterseite des Supports 105 festgeklemmt und danach
geschnitten.
[0039] Zusammengefasst kann also festgehalten werden, dass das Verfahren zum Betreiben einer
Vorrichtung 23 zum Bereithalten von Verzierungsmaterialien, wie einer Pailletten-
oder Soutachezuführvorrichtung, vorsieht, dass zum Koppeln mit einer Antriebseinheit
einer Stickmaschine die ganze Vorrichtung relativ zur Stickmaschine von einer Ruheposition
in eine Stickposition bewegt wird, in welcher ein Antriebsrad der Vorrichtung mit
einer stationären Antriebswelle in Eingriff gelangt, und zum Entkoppeln, die Vorrichtung
von der Stickposition in die Ruheposition bewegt wird, in welcher das Antriebsrad
ausser Eingriff mit der stationären Antriebswelle ist. Eine beispielhafte Vorrichtung
23 zur Durchführung des Verfahrens ist mit einem Aktuator 27, beispielsweise einem
Kolben/Zylinderaggregat, ausgestattet. Dabei ist ein Teil des Kolben/Zylinderaggregats
an einem Tragprofil 25 befestigt. Befestigungsmittel 43,53 zur Befestigung der Vorrichtung
an einer Stick- oder Nähmaschine greifen einerseits am anderen Teil des Kolben/Zylinderaggregats
und andererseits am Tragprofil 25 an, sodass bei der Betätigung des Aktuators (27)
die Vorrichtung von einer Ruheposition in eine Stickposition bewegbar ist, in welcher
das Antriebsrad mit einer an der Stick-, Näh- oder Steppmaschine vorgesehenen, stationären
Antriebswelle gekoppelt ist.
Legende
[0040]
- 11
- Stickkopf
- 13
- Nadelstelle
- 15
- grosser Fadenleiter
- 17
- Fadenführungseinrichtungen
- 19
- Nadelstössel
- 21
- Nadel
- 22
- Verschieberichtung des Stickkopfs
- 23
- Vorrichtung zum Ansticken von Verzierungsmaterialien
- 24
- Paillettenband
- 25
- Tragprofil
- 27
- Aktuator
- 29
- Kolben
- 31
- Zylinder
- 33
- Schrauben zur Befestigung des Kolbens 29
- 35
- Montageplatte
- 37
- Arm
- 39
- Klemmeinrichtung
- 41
- Aufnahme
- 43
- Bolzen
- 45
- Spannschraube
- 47
- Klemmring
- 49
- erster Anlenkpunkt
- 51
- zweiter Anlenkpunkt
- 53
- Schwenkhebel
- 55
- Fortsatz der Montageplatte 35
- 57
- Drehachse
- 59a, 59b
- Antriebszahnräder
- 61a,61b
- Warzenräder
- 63a,63b
- ersten Antriebsrädern
- 65a,65b
- zweiten Antriebsrädern
- 67a,67b
- Zahnriemen
- 69a,69b
- erste und zweite Zahnstange
- 71a,71b
- Durchführungen
- 73a,73b
- Arretierhebel
- 75a,75b
- Arretiernocken
- 77
- Feder
- 79
- Hebel
- 81
- Stift
- 83
- Justierstift
- 84
- Lager
- 85a,85b
- Führungselemente
- 86
- Kontermutter
- 87a,87b
- Drehachsen der Führungselemente
- 89a,89b
- Führungskanäle
- 90a,b
- Austrittsöffnungen der Führungskanäle
- 91
- Kegelrad
- 93
- zweites Kegelrad
- 95
- Welle
- 97
- Zahnrad
- 99
- Hilfszahnräder
- 101
- Soutacherad
- 102
- Verzahnung am Umfang des Soutacherads
- 103
- Öffnung des Soutacherads
- 104
- Paillette
- 105
- Support
- 106
- Drehachse des Messers
- 107
- Loch im Soutacherad
- 109
- Bewegliches Messer
- 110
- Hebel (Verbindungs-)
- 111
- Schneidkante am Messer
- 112
- Kolbenstange
- 113
- Messerantrieb, z.B. Pneumatikzylinder
- 115
- Stationäre Schneidkante
- 117
- Klemmfeder
- 119
- Nocke
1. Verfahren zum Betreiben einer Vorrichtung (23) zum Bereithalten von Verzierungsmaterialien,
wie einer Pailletten- oder Soutachezuführvorrichtung, bei welchem Verfahren eine Vorrichtung
(23) zum Bereithalten von Verzierungsmaterial (24) mit einer vorzugsweise zentralen
Antriebseinheit einer Stick-, Näh- oder Steppmaschine gekoppelt respektive entkoppelt
wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Vorrichtung (23) beweglich am Maschinengestell angeordnet wird und zum Koppeln
mit der Antriebseinheit die ganze Vorrichtung (23) von einer Ruheposition in eine
Stickposition bewegt wird, in welcher ein Antriebsrad (59a,59b) der Vorrichtung (23)
mit einer stationären Antriebswelle (69a,69b) in Eingriff gelangt, und zum Entkoppeln,
die Vorrichtung (23) von der Stickposition in die Ruheposition bewegt wird, in welcher
das Antriebsrad (59a,59b) ausser Eingriff mit der stationären Antriebswelle (69a,69b)
ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (23) von der Ruheposition in eine Stickposition verschwenkt wird,
und umgekehrt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Antriebsrad (59a,59b) in der Ruheposition festgestellt wird.
4. Vorrichtung (23) zum Bereithalten von Verzierungsmaterialien, wie eines Paillettenbandes
(24) und/oder einer Kordel, mit
- einem Tragprofil (25),
- einem am Tragprofil (25) angeordneten Getriebe für den Transport des Verzierungsmaterials
zu einer Stickstelle, und
- einem mit dem Getriebe in Verbindung stehenden Antriebsglied (59a,59b), welches
mit einer Antriebswelle (69a,69b) einer Stick-, Näh- oder Steppmaschine koppelbar
ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Vorrichtung (23) mit einem Aktuator (27) ausgestattet ist und erste und zweite
Befestigungsmittel (39,53) aufweist, welche einerseits am Aktuator (27) und andererseits
am Tragprofil (25) angreifen, sodass bei der Betätigung des Aktuators (27) die Vorrichtung
(23) von einer Ruheposition in eine Stickposition bewegbar ist, in welcher das Antriebsrad
(59a,59b) mit einer an der Stick-, Näh- oder Steppmaschine vorgesehenen, stationären
Antriebswelle (69a,69b) gekoppelt ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die ersten und zweiten Befestigungsmittel (39) durch eine am Aktuator (27) angeordnete
oder anordenbare Befestigungsvorrichtung (39) und einen am Tragprofil (25) angeordneten
oder anordenbaren Schwenkhebel (53) realisiertsind.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Aktuator (27) ein Kolben/Zylinderaggregat (29,31) ist, dass die Befestigungsvorrichtung
(39) am Zylinder (31) des Kolben/Zylinderaggregats angeordnet ist, und dass der Kolben
(29) am Tragprofil (25) angreift.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (23) mit wenigstens
- einer Paillettenvorrichtung, vorzugsweise zwei Paillettenvorrichtungen, oder
- einer Soutachevorrichtung und vorzugsweise einer Paillettenvorrichtung ausgestattet
ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass an der Vorrichtung (23) ein bewegliches Arretierorgan (73a,73b) vorgesehen ist, welches
in der Ruheposition der Vorrichtung (23) das Getriebe blockiert, und in der Stickposition
freigibt.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Soutachevorrichtung ein Soutacherad (101) mit einer radialen Öffnung (103) besitzt,
wobei das Soutacherad (101) am Umfang mit einer Verzahnung (102) ausgestattet ist
und durch zwei in Abstand voneinander angeordnete Hilfszahnräder (99) antreibbar ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass an der Soutachevorrichtung ein bewegliches Messer (109) angeordnet ist, welches durch
einen am Tragprofil (25) angeordneten Aktuator (113), beispielsweise einem Pressluftzylinder,
betätigbar ist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass an der Soutachevorrichtung eine Klemmfeder (117) angeordnet ist, welche vorzugsweise
durch das Messer (109) betätigbar ist.
12. Stick- Näh- oder Steppmaschine, insbesondere Mehrkopf-Stickmaschine, mit einem Maschinengestell,
und wenigstens einer am Maschinengestell angeordneten Vorrichtung (23) gemäss einem
der Ansprüche 4 bis 11.
13. Maschine nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung zum Bereithalten von Verzierungsmaterial (24) um eine Drehachse (57)
verschwenkbar am Maschinengestell angeordnet ist.
14. Maschine nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Antriebswelle (69a,69b) vorgesehen ist, welche sich parallel zur
Nadelreihe erstreckt.
15. Maschine nach einem der Ansprüche 12 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass ein Tragprofil (25) für die Vorrichtung (23) vorgesehen ist, welches am Maschinengestell
vorzugsweise lösbar befestigt ist, und dass die Antriebswelle (69a,69b)vorzugsweise
in Lagerhülsen, welche in der Montageplatte (35) eingelassen sind, aufgenommen ist.
1. Method for operating a device (23) for making available decoration materials such
as a sequin feeding device or soutache feeding device, method for which a device (23)
for making available decoration material (24) is coupled or decoupled from a preferably
central driving unit of a embroidery, sewing or stitching machine,
characterized in that
the device (23) is placed movable on the machine frame and for coupling with the driving
unit the whole device (23) is moved from a rest position to a stitching position in
which a driving wheel (59a, 59b) of the device (23) becomes engaged with a stationary
drive shaft (69a, 69b) and for decoupling the device (23) is moved from the stitching
position to the rest position in which the driving wheel (59a, 59b) is disengaged
from the stationary drive shaft (69a, 69b).
2. Method according to claim 1, characterized in that the device ("3) is swivelled from the rest position to a stitching position and vice
versa.
3. Method according to claim 1 or 2, characterized in that the driving wheel (59a, 59b) is locked in the rest position.
4. Device (23) for making available decoration materials such as a sequin lace (24) and/or
a cord with
- a supporting profile (25),
- a gear placed on the supporting profile (25) for the transport of the decoration
material to a place to be stitched and
- a drive element (59a, 59b) in connection with the gear, drive element which can
be coupled with a drive shaft (69a, 69b) of an embroidery, sewing or stitching machine,
characterized in that
the device (23) is provided with an actuator (27) and has first and second fixing
means (39, 53) which act, on the one hand, on the actuator (27) and, on the other
hand, on the supporting profile (25) so that, when actuating the actuator (27), the
device (23) can be moved from a rest position to a stitching position in which the
driving wheel (59a, 59b) is coupled with a stationary drive shaft (69a, 69b) provided
on the embroidery, sewing or stitching machine.
5. Device according to claim 4, characterized in that the first and second fixing means (39) are realized by a fixing device (39) which
is placed or which can be placed on the actuator (27) and by a swivelling lever (53)
which is placed or which can be placed on the supporting profile (25).
6. Device according to claim 5, characterized in that the actuator (27) is a piston/cylinder unit (29, 31), that the fixing device (39)
is placed on the cylinder (31) of the piston/cylinder unit and that the piston (29)
is applied on the supporting profile (25).
7. Device according to one of the claims 4 to 6,
characterized in that the device (23) is provided with at least
- one sequin device, preferably two sequin devices or
- a soutache device and preferably one sequin device.
8. Device according to one of the claims 4 to 7, characterized in that a movable locking member (73a, 73b) is provided which locks the gear in the rest
position of the device (23) and which releases it in the stitching position.
9. Device according to one of the claims 4 to 8, characterized in that the soutache device has a soutache wheel (101) with a radial opening (103), whereby
the soutache wheel (101) is provided on the circumference with gear teeth (102) and
can be driven by two auxiliary toothed wheels (99) placed spaced from each other.
10. Device according to one of the claims 4 to 9, characterized in that a movable cutter (109) is placed on the soutache device, cutter which can be actuated
by an actuator (113) placed on the supporting profile (25), for example by a compressed
air cylinder.
11. Device according to one of the claims 4 to 10, characterized in that a clamping spring (117) that can be actuated preferably by the cutter (109) is placed
on the soutache device.
12. Embroidery, sewing or stitching machine, in particular multi-head embroidery machine,
with a machine frame and at least a device (23) according to one of the claims 4 to
11 placed on the machine frame.
13. Machine according to claim 12, characterized in that the device for making available decoration material (24) is placed on the machine
frame rotatable about a rotation axis (57).
14. Machine according to claim 12 or 13, characterized in that at least one drive shaft (69a, 69b) is provided which extends parallel to the needle
row.
15. Machine according to one of the claims 12 to 14, characterized in that a supporting profile (25) is provided for the device (23) which is preferably releasably
fastened on the machine frame and that the drive shaft (69a, 69b) is lodged preferably
in bearing bushes which are embedded in the mounting plate (35).
1. Procédé pour faire fonctionner un dispositif (23) pour mettre à disposition des matériaux
de décoration comme un dispositif d'amenée de paillettes ou de soutache, procédé pour
lequel un dispositif (23) pour mettre à disposition des matériaux de décoration (24)
est couplé ou découplé d'une unité d'entraînement, de préférence centrale, d'une machine
à broder, à coudre ou à piquer,
caractérisé en ce
que le dispositif (23) est placé mobile sur le bâti de machine et que l'ensemble du dispositif
(23) est déplacé, pour le couplage avec l'unité d'entraînement, d'une position de
repos à une position de broderie dans laquelle une roue d'entraînement (59a, 59b)
du dispositif (23) arrive en prise avec un arbre d'entraînement stationnaire (69a,
69b) et que le dispositif (23) est déplacé, pour le découplage,de la position de broderie
à la position de repos dans laquelle la roue d'entraînement (59a, 59b) est hors de
prise de l'arbre d'entraînement stationnaire (69a, 69b).
2. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé en ce que le dispositif (23) est pivoté de la position de repos à une position de broderie
et vice-versa.
3. Dispositif selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que la roue d'entraînement (59a, 59b) est fixée dans la position de repos.
4. Dispositif (23) pour mettre à disposition des matériaux de décoration, comme d'une
bande de paillettes (24) et/ou une cordelette avec
- un profilé de support (25),
- un engrenage placé sur le profilé de support (25) pour le transport du matériau
de décoration à un endroit à broder et
- un élément d'entraînement (59a, 59b) qui est en relation avec l'engrenage, élément
qui peut être couplé à un arbre d'entraînement (69a, 69b) d'unemachine à broder, à
coudre ou à piquer,
caractérisé en ce
que le dispositif (23) est équipé d'un actionneur (27) et présente des premiers et des
seconds moyens de fixation (39, 53) qui sont appliqués d'une part sur l'actionneur
(27) et d'autre part sur le profilé de support (25) si bien que, lors de l'actionnement
de l'actionneur (27) le dispositif (23) peut être déplacé d'une position de repos
à une position de broderie dans laquelle la roue d'entraînement (59a, 59b) est couplée
à unarbre d'entraînement stationnaire (69a, 69b) prévu sur la machine à broder, à
coudre ou à piquer.
5. Dispositif selon la revendication 4, caractérisé en ce que les premiers et des seconds moyens de fixation (39) sont réalisés par un dispositif
de fixation (39) placé ou qui peut être placé sur l'actionneur (27) et par un levier
de pivotement (53) placé ou qui peut être placé sur le profilé de support (25).
6. Dispositif selon la revendication 5, caractérisé en ce que l'actionneur (27) est un agrégat à piston/cylindre (29, 31), que le dispositif de
fixation (39) est placé sur le cylindre (31) de l'agrégat à piston/cylindre et que
le piston (29) est appliqué sur le profilé de support (25).
7. Dispositif selon l'une des revendications 4 à 6,
caractérisé en ce que le dispositif (23) est équipé d'au moins
- un dispositif de paillettes, de préférence de deux dispositifs de paillettes ou
- d'un dispositif de soutache et de préférence d'un dispositif de paillettes.
8. Dispositif selon l'une des revendications 4 à 7, caractérisé en ce qu'un organe d'arrêt mobile (73a, 73b) est prévu sur le dispositif (23), organe qui bloque
l'engrenage, lorsque le dispositif (23) est en position de repos, et le dégage dans
la position de broderie.
9. Dispositif selon l'une des revendications 4 à 8, caractérisé en ce que le dispositif de soutache possède une roue de soutache (101) avec une ouverture radiale
(103), la roue de soutache (101) étant équipée sur sa circonférence d'une denture
(102) et pouvant être entraînée par deux roues dentées auxiliaires (99) placées espacées
l'une de l'autre.
10. Dispositif selon l'une des revendications 4 à 9, caractérisé en ce qu'un couteau mobile (109) est placé sur le dispositif de soutache, couteau qui peut
être actionné par un actionneur (113) placé sur le profilé de support (25), par exemple
par un cylindre à air comprimé.
11. Dispositif selon l'une des revendications 4 à 10, caractérisé en ce qu'un ressort de serrage (117) qui peut être actionné de préférence par le couteau (109)
est placé sur le dispositif de soutache.
12. Machine à broder, à coudre ou à piquer, en particulier machine à broder multi-têtes,
avec un bâti de machine et au moins un dispositif (23) selon l'une des revendications
4 à 11 placé sur le bâti de machine.
13. Machine selon la revendication 12, caractérisée en ce que le dispositif pour mettre à dispositif des matériaux de décoration (24) est placé
sur le bâti de machine en étant pivotant autour d'un axe de rotation (57).
14. Machine selon la revendication 12 ou 13, caractérisée en ce qu'au moins un arbre d'entraînement (69a, 69b) qui s'étend parallèlement à la rangée
d'aiguilles est prévu.
15. Machine selon l'une des revendications 12 à 14, caractérisée en ce qu'un profilé de support (25) est prévu pour le dispositif, profilé qui est fixé sur
le bâti de machine en étant de préférence amovible et que l'arbre d'entraînement (69a,
69b) est logé de préférence dans des douilles de palier qui sont encastrées dans la
plaque de montage (35).