[0001] Die Erfindung betrifft ein Vibrationsergometer.
[0002] Um die individuelle Leistungsstruktur von Reha-/Geriatriepatienten bzw. Leistungssportlern
positiv und effizient beeinflussen zu können, ist es notwendig, möglichst viele dosierte
externe Trainingsreize ausgewogen und angepasst auf die unterschiedlichen Strukturebenen
des menschlichen Organismus zu transformieren. Dabei sollen sowohl konditionelle (Kraft,
Ausdauer, Schnelligkeit, Flexibilität) als auch koordinative (neuromotorische) Komponenten,
in den Anwendungsspektren der Trainingsmittel, Berücksichtigung finden.
[0004] Vorrichtungen, die Vibrationsenergie auf den Anwender übertragen, sind aus einer
Vielzahl von Veröffentlichungen bekannt:
[0005] So ist beispielsweise in der
US 4 570 927 eine Vorrichtung aufgezeigt, bei der die Beine eines querschnittgelähmten Patienten
mit einer von einem Motor angetrieben Kurbeleinheit bewegt werden.
Die
NL 102 16 19 C beschreibt ein Gerät, bei dem Vibrationsenergie über eine Griffstange auf die oberen
Extremitäten übertragen wird.
Aus der
DE 102 41 340 A1 ist eine Vorrichtung bekannt, bei der eine Vibratode auf gedehnte Muskelstrukturen
selektiv Vibrationen überträgt.
Eine weitere Vibrationsvorrichtung ist in der
DE 102 25 323 B4 beansprucht, bei der über eine mechanisch aufwendige Konstruktion stochastische Resonanzen
auf den Anwender übertragen werden.
Die
DE 196 39 477 A1 zeigt eine Vorrichtung mit einem Sitz, einer Griffstange und Vibrationseinheit, bei
der die Füße des Anwenders mit Vibrationen beaufschlagt wird.
[0006] Eine Verwendung dieser fünf zuvor genannten Vorrichtungen zusammen mit oder als Ergometer,
beispielsweise über eine mit der Kurbelwelle verbundenen Bremseinheit, ist nicht offenbart.
[0008] Aus der
DE 103 13 524 B3 ist ein Trainingsgerät bekannt, bei dem einzelne oder mehrere mit Vibrationen beaufschlagbare
Kontaktstellen zum Trainierenden durch einen oder mehrere Dämpfungselemente schwingungsmechanisch
isoliert sind, so dass alle Baugruppen zur Abstützung der Körperteile des Anwenders
in Schwingung versetzt werden.
[0009] Alle zuvor genannten Ergometersysteme basieren auf dem Prinzip, den Anwender zusammen
mit dem dem eingesetzten Trainigsmittel auf eine Rüttelplatte zu positionieren. Alle
zur Abstützung des Trainierenden verwendeten Bauteile üben Vibrationsenergie auf die
mit den Bauteilen berührenden Körperteile bzw. die korrespondierenden Körpersegmente
aus.
Daraus ergeben sich Ganzkörpervibrationen (GKV bzw. Whole Body Vibration "WBV"), die
teilweise über den arbeitsmedizinisch zulässigen Grenzwerten gemäß der DIN ISO 2631
stehen. Die Resonanzkonflikte reduzieren die Anwendungsdauer mit resultierender (zeitbegrenzender)
Effizienzminimierung. Die konstruktive Merkmalsisolierung der MVT-Apparaturen auf
die uniforme neuromotorische Stimulierung der intramuskulären Koordination, mit Fokussierung
der konditionellen Kraftkomponente, führt zu einer fehlenden breiten konditionell-koordinativen
Multifunktionalität der GKV. Die MVT-Produkte des Standes der Technik decken nur einen
selektiven Teilausschnitt der Trainingstherapie ab; ein ganzheitliches Trainingskonzept
kann mit diesen Vorrichtungen nicht realisiert werden. Eine Kombination mit konservativen
Trainingsgeräten ist obligatorisch (z.B. mit Cardiogeräten im Warm-up/Coot-Down bzw.
ergänzendes mechanisches Widerstandstraining).
[0010] US 3 713 438 A offenbart ein Vibrationsergometer mit einer Sitzeinheit, einer mit einer Bremseinheit
verbundenen Tretlager-/Kurbeleinheit sowie einer Vibrationseinheit, letztere bestehend
aus Vibrationsplatte, Vibrationsgestell und einem Vibrationsmotor, wobei die Vibrationsplatte
mit der Tretlager-/Kurbeleinheit verbunden und die Tretlager-/Kurbeleinheit von der
Sitzeinheit mechanisch entkoppelt ist.
[0011] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist die Bereitstellung eines Vibrationsergometers,
welches eine integrative trainingstherapeutische Verwendung - insbesondere für Reha-/Geriatriepatienten
oder Leistungssportler - ermöglicht; ein möglichst breites Trainingsmittelanforderungsprofil
ohne Kombination mit konservativen Trainingsgeräten abdeckt und einen geringen Platzbedarf
aufweist, so dass es beispielsweise in der Raumfahrt Verwendung findet.
[0012] Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Vibrationsergometer mit einer Sitzeinheit (20),
einer mit einer Bremseinheit (4) verbundenen Tretlager-/Kurbeleinheit (1) sowie einer
Vibrationseinheit, letztere bestehend aus Vibrationsplatte (2), Vibrationsgestell
(18) und Vibrationsmotoren (3), wobei die Vibrationsplatte (2) mit der Tretlager-/Kurbeleinheit
(1) verbunden und die Tretlager-/Kurbeleinheit (1) von der Sitzeinheit mechanisch
entkoppelt ist, wobei das Vibrationsergometer eine Bodenplatte (15) aufweist und die
Sitzeinheit (20) ohne Dämpfungselemente und die Vibrationseinheit über Dämpfungselemente
(5, 6) mit der Bodenplatte (15) verbunden, und wobei die Vibrationsplatte (2) nicht
über Dämpfungselemente mit der Tretlager-/Kurbeleinheit (1) mechanisch entkoppelt
ist.
[0013] Durch die erfindungsgemäße mechanische Entkopplung der Sitzeinheit (20) von der Vibrationseinheit
ist entsprechend einem wesentlichen erfindungsgemäßen Merkmal sichergestellt, dass
nicht jede Baugruppe zur Abstützung des Trainierenden mit dem entsprechend zugeordneten
Körperteil des Trainierenden in Wirkverbindung (mit der Vibration) steht.
Sofern die Tretlager-/Kurbeleinheit (1) von den unteren Extremitäten rotiert wird,
wirken gemäß der vorliegenden Erfindung die Vibrationen fast ausschließlich auf die
unteren Extremitäten, dagegen nur in sehr geringem Maße auf das Gesäß, die oberen
Extremitäten, den Körperstamm und den Kopf.
Diese Unterschiede sind über Beschleunigungsaufnehmer messbar. Untersuchungen haben
gezeigt, dass in diesem Fall (Drehung der Tretlager-/Kurbeleinheit über die Beine)
durch einfache mechanische Entkopplung (z.B. über Dämpfungsglieder der Vibrationseinheit)
die am Fußsprunggelenk gemessene Energie noch mehr als 80 % der an der Vibrationsplatte
gemessenen Energie beträgt; am Knie wurden weniger als 50 % der von der Vibrationsplatte
ausgehenden Energie gemessen; am Kopf wurden weniger als 5 % der von der Vibrationsplatte
ausgehenden Energie gemessen.
[0014] Sofern die Tretlager-/Kurbeleinheit (1) von den oberen Extremitäten rotiert wird,
wirken gemäß der vorliegenden Erfindung die Vibrationen fast ausschließlich auf die
oberen Extremitäten, dagegen nur in sehr geringem Maße auf das Gesäß, die unteren
Extremitäten, den Körperstamm und den Kopf.
Auch in dieser Ausführungsform sind deutliche Unterschiede der auf den Trainierenden
übertragenden Vibrationsenergie (z.B. Handgelenk und Gesäß) messbar.
[0015] Entsprechend der vorliegenden Erfindung ist es erstmals möglich, ein Trainingsgerät
bereitzustellen, bei dem durch unter Ergometriebedingungen selektiv auf ausgewählte
Körperteile (oder -regionen) übertragene Vibrationsenergie ein breites Trainingsmittelanforderungsprofil
ohne Kombination mit zusätzlichen, konservativen Trainingsgeräten abdeckt wird.
[0016] Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin, dass durch
gleichzeitige Bereitstellung einer speziell wirkenden Vibrationseinheit mit einer
mechanischen Widerstandserzeugung und einer modifizierten Ergometerkonstruktion, bei
geringstem räumlichen Anspruch eine komplexe Trainingsmittelanwendung realisierbar
wird. Daraus resultiert ein multifunktionales Trainingsgerät im Rahmen des MVT, das
sowohl koordinative als auch konditionelle Reizwirkungen für physiologische Adaptationen
zur Verbesserung der individuellen Leistungsstrukturen der Anwender transformiert.
Durch Anwendung von GFK- bzw. Kohlefaserverbundwerkstoffen lässt sich das Gewicht
der Vorrichtung zudem drastisch senken, ohne die Funktionalität zu beeinflussen.
Unter dem Begriff "Sitzeinheit" wird insbesondere ein Sattel verstanden, wie er beispielsweise
aus dem Fahrradbau bekannt ist.
Durch die Vorrichtung entsprechend der vorliegenden Erfindung ist es erstmals möglich,
ein Vibrationsergometer in kompakter Bauform bereitzustellen.
[0017] In einer bevorzugten Ausführungsform ist die Tretlager-/Kurbeleinheit (1) als separate
Baugruppe an der Vibrationseinheit befestigt. Hierdurch wird eine effektive Entkopplung
von der auf die Tretlager-/Kurbeleinheit (1) wirkenden Vibrationen von der Sitzeinheit
(20) gewährleistet.
Diese Ausführungsform hat auch Vorteile bezüglich der unerwünschten Übertragung der
Vibrationen auf die weiteren, mit den nicht mit Vibrationen zu beaufschlagenden Körperteilen
des Trainierenden, die ebenfalls über weitere Bauteile des erfindungsgemäßen Vibrationsergometers
in Berührung kommen.
[0018] In einer weiteren, ebenfalls bevorzugten Ausführungsform weist das Vibrationsergometer
zusätzlich einen Radrahmenüberbau (17) auf, wobei die Sitzeinheit (20) mit diesem
Radrahmenüberbau (17) verbunden ist. Diese Ausführungsform wird als Fahrradergometer
verwendet. Unter dem Begriff "Radrahmenüberbau" wird hier und im folgenden der Teil
eines Fahrrads verstanden, der aus Kettenstreben, Hinterbaustreben (mit zugehörigen
Ausfallenden), Sattelrohr, Unterrohr, Steuerrohr, Gabel (mit zugehörigen Ausfallenden)
und Oberrohr besteht. Folglich fällt die Tretlagerhülse mit Kurbeleinheit (d.h. die
Tretlager-/Kurbeleinheit (1)) nicht unter den Begriff "Radrahmenüberbau".
Auch die Vibrationseinheit, d.h. die Vibrationsplatte (2), das Vibrationsgestell (18)
und die Vibrationsmotoren (3), sowie die Dämpfungselemente (5, 6) werden im Sinne
der vorliegenden Erfindung weder den Fahrrad-Komponenten des Vibrationsergometers
noch dem Begriff "Radrahmenüberbau" zugeordnet.
Diese Verbindung der Sitzeinheit mit dem Radrahmenüberbau kann nicht lösbar oder (beispielsweise
zur Höhenverstellung) lösbar ausgestaltet sein, beispielsweise über eine Sattelklemme.
[0019] Erfindungsgemäβ sind die Sitzeinheit (20) ohne Dämpfungselemente und die Vibrationseinheit
über Dämpfungselemente (5,6) mit einer Bodenplatte (15) verbunden.
Diese Ausgestaltung gewährleistet unter Verwendung einfacher, frei verfügbarer Mittel
eine wirksame Unterdrückung einer Schwingungsübertragung von der Vibrationseinheit
auf die Sitzeinheit (20) bzw. den Radrahmenüberbau (17).
[0020] Eine weitere, ebenfalls bevorzugten Ausführungsform betrifft ein der zuvor genannten
Vibrationsergometer mit einem Radrahmenüberbau (17), bei dem der Radrahmenüberbau
(17) lösbar mit der Bodenplatte (15) verbunden ist.
Durch dieses konstruktive Merkmal ist es auf einfache Weise möglich, ein Handkurbelergometer
und ein Fahrradergometer in einer Vorrichtung bereitzustellen.
Beispielsweise kann in dieser Ausführungsform der Radrahmenüberbau (17) von der Vorderradgabelfixierung
durch handelsübliche Schnellverschlüsse gelöst werden - ein einfaches Wegklappen des
Radrahmenüberbaus genügt, um das Fahrradergometer als Handkurbelergometer zu verwenden.
Durch Wegklappen der Radergometerrahmenkonstruktion ist mit einer Vorrichtung ein
separates Trainings der Muskelschlingen der oberen bzw. unteren Extremitäten möglich.
Die hierfür notwendige Änderung der Sitzeinheit (20) kann in einfacher Weise durch
eine an der Vorderradgabelfixierung befindliche Aufnahme für die lösbare Sitzeinheit
(20) erfolgen. Der abnehmbare Fahrradsitz braucht nur "umgesteckt" zu werden.
[0021] Die Tretlager-/Kurbeleinheit (1) kann darüber hinaus auf einem höhenverstellbaren
Träger fixiert sein, der auf der Vibrationsplatte (2) befestigt ist.
Auf diese Weise ist eine individuelle oder trainingsbedingte Anpassung an die anthropometrischen
Gegebenheiten des Trainierenden gewährleistet.
[0022] In einer weiteren, ebenfalls bevorzugten Ausführungsform sind die Vibrationsmotoren
(3) der Vibrationseinheit frequenzgesteuert sind, wodurch die Vibrationsintensität
variierbar und je nach Wunsch oder Erfordernis über eine Steuerung (19) einstellbar
ist.
Auf diese Weise ist es möglich, die Intensität des Trainings oder der Behandlung zu
variieren.
[0023] Die Tretlager-/Kurbeleinheit (1) kann zur Variierung der Leistungsanforderung für
den Anwender insbesondere über eine Antriebskette mit der Bremseinheit (4) verbunden
sein.
[0024] Die Bremseinheit (4) kann entsprechend den zuvor beschriebenen Ausführungsformen
ein manuell verstellbarer Bremswiderstand (4) sein, insbesondere ein solcher Bremswiderstand
auf Basis einer Magnetinduktions-, Wirbelstrom- oder Friktionsbremse.
[0025] Offenbart ist weiterhin die Verwendung der zuvor beschriebenen Vibrationsergometer
als Handkurbelergometer oder als Fahrradergometer, insbesondere zur Behandlung von
Reha-/Geriatriepatienten oder Leistungssportlem, um durch eine selektive Vibrationsübertragung
auf die Muskelschlingen des Anwenders dessen individuelle Leistungsstruktur zu erhöhen.
Solche Behandlungen umfassen insbesondere neuropathologische Krankheitsbilder, wie
beispielsweise Morbus Parkinson, ALS (amyotrophe Lateralsklerose), Spinalparesen,
Spastiken, RLS (restless leg syndrom), Multiple Sklerose, PAVK (periphär artheriovenöse
Krankheiten), Krampfadern, lokale Ischämie, Kontrakturen, Osteoporose, postoperative
Rehabilitation, Sturzprophylaxe, Ausgleich von Koordinationsdefiziten, Arterioskleroseprävention
und Behandlung cardiovasculärer Erkrankungen,
[0026] Die Erfindung wird anhand des nachfolgend beschriebenen bevorzugten Ausführungsbeispiels
näher erläutert, ohne diese darauf zu begrenzen.
[0027] Es zeigen:
Figur 1 eine Seitenansicht der erfindungsgemäßen Vorrichtung;
Figur 2 eine Vorderansicht der Vorrichtung;
Figur 3 eine Draufsicht auf die Vorrichtung;
Figur 4 eine perspektivische Ansicht der zur Vorrichtung gehörenden Steuersäulen.
[0028] Figur 1 zeigt das Vibrationsradergometer bestehend aus vier Konstruktionsbereichen:
dem Vibrationsgestell 18 (im Ausführungsbeispiel verwendete Werkstoffe: Aluminium,
Stahlvollmaterial und Edelstahlvierkantprofilrohre), dem Radrahmenüberbau 17 (im Ausführungsbeispiel
verwendetes Material: legierter Chrom-Molybdän-Stahl), der Steuersäule 19 (im Ausführungsbeispiel
verwendetes Material: Aluminium-/Stahlblech) und einem Hinterradbremswiderstand 4
(im Ausführungsbeispiel verwendetes Material: Metall/Kunststoff).
Das Vibrationsgestell 18 ist zum Boden hin mit Bodendämpfungselementen 5 versehen,
die eine Schwingungsübertragung auf die Umgebung verhindern bzw. dämpfen sollen. Diese
Bodendämpfungselemente 5 bestehen im Ausführungsbeispiel aus Schaumstoffscheiben oder
Gummimetalldämpfen, deren Anzahl bzw. Härtegrad von der gewünschten Dämpfung abhängig
ist, zwischen zwei kreisrunden Metallflächen-Unterlegscheiben, welche zusammen durch
eine Schraubfixierung in den vier Vollmaterialecksäulen des Vibrationsgestells 18
befestigt sind. Zur Bodendämpfung steht die gesamte Apparatur zusätzlich auf Gummimatten
14 (im Ausführungsbeispiel Naturkautschukmatten), diese wiederum liegen auf einer
Bodenplatte 15 (im Ausführungsbeispiel verwendetes Material: Siebdruckplatte). Das
Vibrationsgestell 18 ist an der Bodenplatte 15 mittels einer Fixierung 12 verfestigt
(im Ausführungsbeispiel: sechs U-förmige Schlaufenhalter mit je zwei Schlosschrauben
und selbstsichemden Muttern; je zwei an den Stirn-/Rückvierkantrohren und je einer
an den Seitenvierkantrohren der unteren Ebene). Nach oben ist eine weitere Dämpfung
mit Gummimetalldämpfern 6 angebracht, die für eine definierte Schwingung der aufmontierten
Vibrationsplatte 2 sorgen. Die Unwuchtübertragung wird durch Vibrationsmotore 3 generiert,
die von der Steuersäule 19 aus reguliert werden. Im Ausführungsbeispiel wird hierfür
ein Frequenzumrichter mit Bedienteil verwendet, dessen Auslegung an den Betriebsparametern
der Vibrationsmotoren 3 orientiert ist. An der Unterseite der Vibrationsplatte 2 (im
Ausführungsbeispiel: Aluminiumlegierung) verläuft eine Versteifungsleiste 7 (im Ausführungsbeispiel:
Aluminiumlegierung), an der die Vibrationsmotoren 3 fixiert sind. Ein Ansatzstutzen
als Gabelfixierung 8, getrennt von der Vorderseite des Vibrationsgestellrahmens und
separat mit zwei U-Schlaufenhalterungen und je zwei Schlossschraubenfixierungen in
der Bodenplatte montiert, dient als längenverstellbare Halterung der winklig angesetzten
und höhenverstellbaren Führungs- und Aufnahmevorrichtung für die Ausfallenden der
Gabelscheide des Radrahmenüberbaus 17 (im Ausführungsbeispiel: Edelstahlvierkantrohr).
Diese Haltevorrichtung ist mit einem Schaumstoffpolster zwischen dem Ansatzstutzen
und dem auf der Bodenplatte aufliegenden Vierkantunterbaurohr versehen, wodurch ein
Schwingungsübertragung auf den Lenker des Radrahmenüberbaus gedämpft werden soll (durch
Einbau einer Federgabel kann dieser Effekt verstärkt werden). Auf der Oberfläche der
Vibrationsplatte 2 ist eine weitere höhenverstellbare Halterung für die Tretlager-/Kurbeleinheit
1 mit den Pedalen befestigt (im Ausführungsbeispiel: Edelstahlvierkantrohr). Diese
isolierte Antriebseinheit schwingt frei unter dem Radrahmenüberbau 18. Der Radrahmenüberbau
18 besteht aus einem modifizierten Fahrradrahmen. Die Tretlagerhülse im Knotenpunkt
des Sattel- bzw. Unterrohres und den Kettentreben ist herausgetrennt und durch eine
nach unten geöffnete Halbschale ersetzt. Der Knotenpunkt ist durch Rahmenversteifungselemente
9 zwischen Unter - und Sattelrohr, sowie zwischen Kettenstreben und Sattelrohr versehen.
Die Fixierung des Radrahmenüberbaus 18 erfolgt zum einen an den Ausfallenden der Gabelscheide,
zum anderen in der Hinterradbefestigung der Schraubpressung des Hinterradbremswiderstandes
4. Der Radrahmenüberbau 18 ist mit Sattel, Lenkereinrichtung, Schaltung, Kettentriebverbindung
zu den Kettenrädern der Tretkurbeleinheit, Hinterrad mit Zahnkranz (abgestufte Übersetzungsmöglichkeiten),
Schaltung und Hinterradbremse versehen. Die mechanische Widerstandeinheit des Hinterradbremswiderstandes
4 führt das Hinterrad des Radrahmenüberbaus 18 im Ausführungsbeispiel auf eine Zylinderrolle
mit regulierbarer Magnetinduktionsbremse (handelsübliche sogenannte Trainingsrolle).
Über den Bremswiderstand kann die Leistungsanforderung für den Anwender variiert werden.
Dazu ist eine Bowdenzugführung von der Magnetinduktionsbremse unter dem Vibrationsgestell
18 hindurch zum Lenker geführt und dort mit einer Hebeleinheit verbunden. Der Widerstand
kann auch durch Wirbelstrombremsen oder Friktionsmechanismen an bewegten Schwungmassen
die das Hinterrad ersetzen, erzeugt werden. Die Widerstandseinheit steht auf einem
Podestunterbau 10 (im Ausführungsbeispiel: Siebdruckplattenmaterial), welcher die
Standfläche und Aufnahmevorrichtung bildet. Winkelelemente an den vier Ecken des Podestunterbaus
10 fixieren die Trainingsrolle und verhindern eine Lageverschiebung unter Lastbedingungen.
An der Vorderseite des Podestunterbaus 10 ist eine Anschlagplatte 11 zum Vibrationsgestell
18 hin angebracht. Dadurch wird ein Anschlagen der Tretlagerhöhle an die Halbschale
unter Volllastbedingungen verhindert, wenn durch die Kettenkraft und die horizontale
Flexibilität der beiden Dämpferebenen die Vibrationsplatte 2 mit der Tretlagerhülse
Verschiebungen unterliegt. Um größeres horizontales Spiel zwischen Tretlagerhülse
und (dann elliptischer) Halbschale zu erreichen, kann die Aussparung des Tretlagerknotenpunktes
zu den Kettenstreben hin asymmetrisch ausgezogen werden.
[0029] Die Figuren 2 und 3 verdeutlichen durch unterschiedliche Perspektiven die räumliche
Konfiguration der oben angeführten Konstruktionsdetails. Zur Erleichterung des Transports
des mobilen Vibrationsradergometers sind an der Frontseite der bodenplatte 15 Transportgriffe
13 und an der rückwärtigen Konstruktionsseite Transportrollen 16 fixiert. Die Vibrationsplatte
2, das Vibrationsgestell 18 inklusive der Vibrationsmotoren 3 und die Dämpfungselemente
5 bzw. 8 stellen die gesamte Vibrationseinheit dar. Die Tretlager-/Kurbeleinheit 1
ist einerseits mit der Vibrationseinheit verbunden, andererseits vom Radrahmenüberbau
17 hinsichtlich einer Schwingungsübertragung mechanisch entkoppelt.
[0030] Die Figur 4 zeigt die Steuersäule 19. Diese dient einerseits als Kabelführung der
Zuleitung zwischen den Vibrationsmotoren 3 und den elektronischen Steuerbauteilen,
andererseits als Halterung für die Steuereinheit. Diese wird durch einen Frequenzumrichter
gebildet, welcher die Drehzahlregulierung der Vibrationsmotoren 3 und die daraus resultierenden
Vibrationsfrequenz der Vibrationsplatte 2 generiert. Im Display der Steuereinheit
sind die Vibrations-/Motordrehzahlparameter ablesbar, die manuelle Regulation erfolgt
über ein Tastenfeld.
[0031] Für die Komponenten des Vibrationsradergometers können unterschiedliche Werkstoffe
eingesetzt werden, sofern die Funktionalität nicht durch die Werkstoffeigenschaften
limitiert wird. Zur Gewichtsersparnis können beispielsweise die Metall-/Holzbauteile
aus Carbonfaser- oder GFK-Werkstoffen gefertigt werden. Schaumstoffmatten unter der
Bodenplatte dienen der Gesamtkonstruktion als Auflage, damit werden Bodenunebenheiten
zur glatten Unterseite ausgeglichen und Resonanzübertragungen auf die Umgebung unterbunden.
[0032] Die Figuren 5, 6, 7, 8, 9, 10 und 11 geben ein erfindungsgemäßes Vibrationsfahrradergometer
wider. Figur 5 illustriert die Positionierung der Unwuchterzeuger (3) im Rüttelgestell.
Figur 6 ist eine Detailansicht der isolierten Antriebseinheit (1) mit der Halbschale
und den Versteifungselementen (9). Figur 7 zeigt die Vorderansicht eines Vibrationsfahrradergometers
die um eine Detailperspektive in Figur 8 ergänzt wird. Figur 9 demonstriert die Rückansicht,
Figur 10 die Seitenansicht und Figur 11 die Seitenansicht mit Proband.
Bezugszeichenliste
[0033]
| 1 |
Tretlager-/Kurbeleinheit |
| 2 |
Vibrationsplatte |
| 3 |
Vibrationsmotor |
| 4 |
Hinterradbremswiderstand |
| 5 |
Bodendämpfungselement |
| 6 |
Gummimetalldämpfer |
| 7 |
Versteifungsleiste |
| 8 |
Gabelfixierung |
| 9 |
Rahmenversteifungselement |
| 10 |
Podestunterbau |
| 11 |
Anschlagplatte |
| 12 |
Fixierung |
| 13 |
Transportgriffe |
| 14 |
Gummimatten |
| 15 |
Bodenplatte |
| 16 |
Transportrollen |
| 17 |
Radrahmenüberbau |
| 18 |
Vibrationsgestell |
| 19 |
Steuersäule |
| 20 |
Sitzeinheit |
1. Vibrationsergometer mit einer Sitzeinheit (20), einer mit einer Bremseinheit (4) verbundenen
Tretlager-/Kurbeleinheit (1) sowie einer Vibrationseinheit, letztere bestehen aus
Vibrationsplatte (2), Vibrationsgestell (18) und Vibrationsmotoren (3), wobei die
Vibrationsplatte (2) mit der Tretlager-/Kurbeleinheit (1) verbunden und die Tretlager-/Kurbeleinheit
(1) von der Sitzeinheit mechanisch entkoppelt ist, wobei das Vibrationsergometer eine Bodenplatte (15) aufweist und die Sitzeinheit (20)
ohne Dämpfungselemente und die Vibrationseinheit über Dämpfungselemente (5, 6) mit der Bodenplatte (15) verbunden,
und wobei die Vibrationsplatte (2) nicht über Dämpfungselemente mit der Tretlager-/Kurbeleinheit
(1) mechanisch entkoppelt ist.
2. Vibrationsergometer nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Sitzeinheit (20) ein Sattel ist.
3. Vibrationsergometer nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Bremseinheit (4) ein Hinterradbremswiderstand ist.
4. Vibrationsergometer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Tretlager-/Kurbeleinheit (1) als separate Baugruppe an der Vibrationseinheit
befestigt ist.
5. Vibrationsergometer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Vibrationsergometer zusätzlich einen Radrahmenüberbau (17) aufweist und die Sitzeinheit
(20) mit dem Radrahmenüberbau (17) verbunden ist, wobei der Radrahmenüberbau (17)
der Teil eines Fahrrads ist, der aus Kettenstreben, Hinterbaustreben, Sattelrohr,
Unterrohr, Steuerrohr, Gabel und Oberrohr besteht.
6. Vibrationsergometer nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Radrahmenüberbau (17) lösbar mit der Bodenplatte (15) verbunden ist.
7. Vibrationsergometer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Tretlager-/Kurbeleinheit (1) auf einem höhenverstellbaren Träger fixiert ist,
der auf der Vibrationsplatte (2) befestigt ist.
8. Vibrationsergometer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Vibrationsmotoren (3) der Vibrationseinheit frequenzgesteuert sind, wodurch die
Vibrationsintensität variierbar und je nach Wunsch oder Erfordernis über eine Steuerung
(19) einstellbar ist.
9. Vibrationsergometer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Tretlager-/Kurbeleinheit (1) zur Variierung der Leistungsanforderung für den
Anwender insbesondere über eine Antriebskette mit der Bremseinheit (4) verbunden ist.
10. Vibrationsergometer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bremseinheit (4) ein manuell verstellbarer Bremswiderstand (4) ist, insbesondere
ein solcher Bremswiderstand auf Basis einer Magnet- induktions-, Wirbelstrom-oder
Friktionsbremse.
1. Vibrational ergometer including a seat unit (20), a bottom bracket/crank unit (1)
connected to a braking unit (4) and a vibrational unit, the last one composed of a
vibrator plate (2), vibrational base frame (18) and vibrational motors (3), whereupon
the vibrator plate (2) is connected to the bottom bracket/crank unit (1) and the bottom
bracket/crank unit (1) is mechanically decoupled from the seat unit, whereupon the
vibrational ergometer exhibit a base plate (15) and the seat unit (20) is connected
whithout damping elements and the vibrational unit connected by elastic storages (5,
6) with the base plate (15), and although the vibrator plate (2) isn't mechanically
decoupled with damping elements from the bottom bracket/crank unit (1).
2. Vibrational ergometer according to Claim 1, characterized in that the seat unit (20) is a saddle.
3. Vibrational ergometer according to Claim 1 or 2, characterized in that the braking unit (4) is a rear-wheel braking resistor.
4. Vibrational ergometer according to anyone of the preceding claims, characterized in that the bottom bracket/crank unit (1) is mounted to the vibrational unit as a separate
assembly.
5. Vibrational ergometer according to anyone of the preceding claims, characterized in that the training device additionally comprises a frame superstructure (17) and that the
seat unit (20) is connected to said frame superstructure (17), whereupon the frame
superstructure (17) is part of a bicycle, composed by chain stays, seat stays, seat
tube, down tube, head tube, fork and top tube.
6. Vibrational ergometer according to Claim 5, characterized in that the frame superstructure (17) is connected to the base plate (15) in a detachable
manner.
7. Vibrational ergometer according to anyone of the preceding claims, characterized in that the bottom bracket/crank unit (1) is mounted to a vertically adjustable support which
is attached to the plate vibrator (2).
8. Vibrational ergometer according to anyone of the preceding claims, characterized in that the vibrational motors (3) of the vibrational unit are frequency-controlled, whereby
the vibration intensity can be varied and adjusted by means of a control (19), as
desired or required.
9. Vibrational ergometer according to anyone of the preceding claims, characterized in that the bottom bracket/crank unit (1), in order to vary the performance requirements
for the user, is connected to the braking unit (4) through a drive chain.
10. Vibrational ergometer according to anyone of the preceding claims, characterized in that the braking unit (4) is a manually adjustable braking resistor (4), in particular
a braking resistor based on a magnet-inductive, an eddy or a friction brake.
1. Ergomètre à vibrations comprenant une unité siège (20), un système de freinage (4)
relié à une unité pédalier/manivelle (1) et une unité à vibrations, ce dernier comprenant
une plaque à vibrations (2), un châssis à vibrations (18), et des moteurs vibratoires
(3), où la plaque à vibrations (2) est liée à l'unité pédalier/manivelle (1) et l'unité
pédalier/manivelle (1) est désaccouplé mécaniquement de l'unité de siège, où l'ergomètre
à vibrations comprend une plateau de base (15) et où l'unité de siège ((20) sans amortisseur
et l'unité à vibrations à l'aide d'amortisseurs 5, 6) sont reliés au plateau de base
(15), et où la plaque à vibrations (2) n'est pas découplée mécaniquement par l'intermédiaire
d'amortisseurs de l'unité pédalier/manivelle (1).
2. Ergomètre vibrations selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'unité de siège (20) est une selle.
3. Ergomètre à vibrations selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que le système de freinage est une résistance de freinage à la roue arrière (4).
4. Ergomètre à vibrations selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'unité pédalier/manivelle (1) est monté comme un module particulier à l'unité à
vibrations.
5. Ergomètre à vibrations selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'ergomètre à vibrations est équipé en outre avec un cadre (17) et où l'unité de
siège (20) est liée avec ce cadre (17), où le cadre (17) est la partie d'une bicyclette,
qui est constitué de la base arrière, les haubans, la tube de selle, les tubes diagonales
et horizontales, la tube de direction et la tige.
6. Ergomètre à vibrations selon la revendication 5, caractérisé en ce que le cadre (17) est relié au plateau de base (15) de manière amovible.
7. Ergomètre de vibrations selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'unité pédalier/manivelle est fixée (1) sur un support réglable en hauteur qui est
monté sur la plaque à vibrations (2).
8. Ergomètre de vibrations selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les moteurs vibratoires (3) de l'unité à vibrations sont commandés en fréquence,
de sorte que l'intensité de la vibration peut être modifié suivant les besoins et,
par un système de commande (19), est réglable.
9. Ergomètre à vibrations selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'unité pédalier/manivelle (1) est connecté avec l'unité de freinage (4) en particulier
par l'intermédiaire d'une chaîne de transmission, pour faire varier la puissance demandée
par l'utilisateur.
10. Ergomètre à vibrations selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'unité de freinage (4) est une résistance réglable manuellement (4), en particulier
une résistance de freinage par un frein à courant de Foucault ou à l'induction magnétique
ou à friction.