[0001] Die Erfindung betrifft ein neuartiges Flüssigkonzentrat-Set zur Verwendung bei der
Dekontamination von radioaktiv kontaminierten Oberflächen.
[0002] Nach der Freisetzung von radioaktiven Substanzen in die Umwelt werden durch radioaktive
Niederschläge (Fallout, Rainout, Washout) weite Gebiete und somit auch sich dort aufhaltende
Personen, deren Ausrüstung, Fahrzeuge, usw. radioaktiv kontaminiert. Bei der Dekontamination
sollen Gegenstände, die hinsichtlich Material, Oberflächenbeschaffenheit, Größe etc.
sehr unterschiedlich sind, behandelt werden. Dies schließt neben Bekleidung und persönlichen
Ausrüstungsgegenständen der kontaminierten Personen Großgeräte, Fahrzeuge oder auch
Waffen ein.
[0003] Die zu berücksichtigenden Kontaminationsbedingungen sind sehr verschieden, ebenso
wie die dabei auftretenden Nuklide sowie deren chemische und physikalische Form.
[0004] In der Vergangenheit wurde so genannte A-Dekontaminationsmitte I für das Szenarium
"Kontamination durch Kernwaffenfallout" in Form von Alkylarylsulfonat und EDTA entweder
allein oder auch in Abmischung miteinander optimiert.
[0005] Das mit Hilfe dieser Dekontaminationsmittel erzielbare Ergebnis war zwar zufrieden
stellend, jedoch dürfen diese Dekontaminationsmittel aufgrund ihrer starken Umweltbelastung,
insbesondere bei Übungen, Erprobungen oder auch bei der Katastrophenhilfe nicht mehr
eingesetzt werden. Für das mittle rweile breiter zu definierende Einsatzspektrum der
Dekontaminationsmittel und die sich daraus ergebenden vielfältigen Kontaminationsszenarien
sind die A-Dekontaminationsmittel herkömmlicher Prägung deshalb wenig geeignet.
[0006] Als Alternative wurde deshalb in dem deutschen Gebrauchsmuster
DE 94 208 66 U1 eine Dekontaminationslösung zum Entstrahlen von radioaktiv kontaminierten Oberflächen
vorgeschlagen, welche als Wirkstoffe Citronensäure oder deren Salze, ein Tensid aus
der Gruppe der Fettalkoholsulfäte und ein weiteres Tensid aus der Gruppe der Sulfobernsteinsäuremonoester
beinhaltet. Die Gesamtrezeptur beinhaltet die Wirkstoffe insgesamt mit 1 Gew.-%, wobei
die restlichen 99 Gew.-% aus Wasser bestehen.
[0007] Die Vorhaltung und der Transport solcher Lösungen stellen naturgemäß hohe logistische
Anforderungen, weil die fertige Reinigungslösung als solche vorgehalten werden und
zu den jeweiligen Einsatzpunkten transportiert werden muss.
[0008] Alternativ wäre vorstellbar, die pulverförmigen Bestandteile erst am Einsatzort in
Wasser einzumischen. Die pulverförmigen Bestandteile sind jedoch staubende Substanzen
und in der Handhabung ungünstig, wodurch Doslerungsprobleme entstehen und zusätzliche
aufwändige Arbeitsschritte erforderlich sind.
[0009] Von Seiten der Umweltverträglichkeit weist die in dem deutschen Gebrauchsmuster vorgeschlagene
Dekontaminationslösung deutliche Vorteile gegenüber den bisher verwendeten so genannten
A-Dekontaminationsmitteln auf.
[0010] In der
US 4,752,467 ist ein Mittel zur Verbesserung des Zustandes von Haaren auf der Basis einer Kombination
von Betain und mindestens einer aliphatischen organischen Säure beschrieben, wobei
als aliphatische organische Säure Citronensäure verwendet werden kann.
[0011] Aus der
US 4,226,640 ist ein Verfahren zur chemischen Dekontaminierung von mit radioaktivem Material kontaminierten
Anlagen bekannt, bei dem die Anlagen mit einer ein Citrat enthaltenden Lösung behandelt
werden.
[0012] In der
US 2002/0196891 A1 und der
US 2004/0149310 A1 sind Verfahren zur Behandlung und Entfernung von Wasserstein und anderen Ablagerungen
in Wärmeaustauschsystemen beschrieben, bei denen in das Wärmeaustauschsystem eine
Reinigungslösung eingebracht wird, die Citronensäure als Reduktionsmittel umfassen
kann.
[0013] In der
US 5,640,703 wird ein Verfahren zur Behandlung festen Abfallmaterials vorgeschlagen, welches mit
Plutonium oder Plutonium-Verbindungen kontaminiert oder einer solchen Kontaminierung
verdächtigt ist. Dabei wird das feste Abfallmaterial mit einem flüssigen Medium in
Kontakt gebracht, das Citronensäure als Komplexierungsmittel enthalten kann.
[0014] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, Mittel für die Dekontamination radioaktiv
kontaminierter Oberflächen zur Verfügung zu stellen, die einfach in der Anwendung,
lagerstabil und unproblematisch hinsichtlich der Logistikanforderungen sind.
[0015] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch das Flüssigkonzentrat-Set gemäß Anspruch
1 gelöst.
[0016] Das erfindungsgemäße Flüssigkonzentrat-Set vermindert die für die Lagerung und den
Transport notwendigen Kapazitäten erheblich, da eine Verdünnung auf die Einsatzkonzentration
erst im Bedarfsfall und dann vor Ort geschehen kann. Bis zu diesem Zeitpunkt werden
die beiden Flüssigkonzentrate (Komplexbildnerkonzentrat und Tensidkonzentrat) getrennt
gelagert und erst bei der Herstellung der zum Einsatz gelangenden Dekontaminationslösung
zusammengeführt. Die Erfindung stellt damit ein Set von zwei Flüssigkonzentraten zur
Verfügung, die insbesondere vor Ort sehr einfach dem Reinigungsfluid, d.h. in der
Regel Wasser, zudosiert werden können. Insbesondere lassen sich die Flüssigkonzentrate
auch automatisch dem Reinigungsfluid zudosieren, insbesondere auch bei dem Einsatz
von Hochdruckreinigern.
[0017] Mit dem erfindungsgemäßen Flüssigkonzentrat-Set lassen sich Dekontaminationslösungen
herstellen, mit denen sehr gute Dekontaminationsergebnisse bereits bei Temperaturen
von 15 °C erzielt werden, während bei den vorgenannten A-Dekontaminationsmitteln bislang
Anwendungstemperaturen von 60 °C verlangt wurden.
[0018] Die Konzentrate des erfindungsgemäßen Flüssigkonzentrat-Sets erlauben eine problemfreie
Lagerung der Wirkstoffe einschließlich der Citronensäure bzw. deren Salze, ohne dass
es zu Ausflockungen, Ablagerungen oder zum Auskristallisieren von Wirkstoffen kommt,
sodass die Konzentrate auch nach längerer Lagerdauer unmittelbar für den Einsatz bereit
stehen. Bei den in Rede stehenden Dekontaminationsmitteln sind Lagerdauern von 10
Jahren und mehr gefordert.
[0019] Die Lagerstabilität wird insbesondere deshalb erzielt, weil eines der Flüssigkonzentrate
die Citronensäurekomponente in hoher Konzentration als Komplexbildner enthält, während
das andere Flüssigkonzentrat ein biologisch abbaubares Tensid separat verpackt beinhaltet.
[0020] Das Citrat-Ion der Citronensäurekomponente reagiert wie das im Stand der Technik
verwendete EDTA mit einer Vielzahl von Kationen der Ladung +2 und +3. Die Komplexbildungskonstanten
liegen für das Citrat-Ion zwar deutlich unter denen von EDTA, jedoch erweist sich
seine Komplexierungsaktivität in umfangreichen Versuchen als ausreichend.
[0021] Das Tensidkonzentrat (B) kann gegebenenfalls weitere Anteile an einem Komplexbildner,
insbesondere auch die Citronensäurekomponente enthalten, so dass bei der Formulierung
des Komplexbildnerkonzentrats nicht notwendigerweise mit höchstkonzentrierten Lösungen
gearbeitet werden muss. Vorzugsweise beträgt jedoch der Gehalt des Komplexbildnerkonzentrats
(A) an Citronensäurekomponente mindestens ca. 20 Gew.-%. Trotzdem reichen geringe
Mengen Flüssigkonzentrat für das Erzielen einer ausreichend hohen Konzentration an
Wirkstoffen in der zum Einsatz gelangenden Dekontaminationslösung aus, insbesondere
auch bezogen auf die Citronensäurekomponente.
[0022] Bevorzugt enthält das Komplexbildnerkonzentrat (A) die Citronensäurekomponente als
Citrat (z.B. als Trinatriumsalz), während das sauer eingestellte Tensidkonzentrat
(B1) die Citronensäurekomponente als Citronensäure-Monohydrat enthält.
[0023] Das erfindungsgemäße Flüssigkonzentrat-Set ist für ein breites Spektrum möglicher
Kontaminations-Szenarien einsetzbar. Die zur Erzielung der Dekontaminationswirkung
erforderlichen Wirkstoffe jeweils getrennt als Flüssigkonzentrat vorrätig zu halten,
erlaubt die Auswahl der verwendeten Wirkstoffe auch unter dem Gesichtspunkt ihrer
Umweltverträglichkeit, sodass insgesamt Rezepturen verwendet werden können, für die
die Wassergefährdungsklasse 1 (WGK1) gilt.
[0024] So eignen sich die erfindungsgemäßen Dekontaminationsmittel für die meisten denkbaren
Dekontaminationsszenarien, angefangen von nuklearem Fallout bis zu Kontaminationen
aus industriellen Quellen oder einer terroristischen Verbreitung radioaktiven Materials,
wie z.B. durch eine so genannte "Dirty Bomb".
[0025] Durch die Möglichkeit in den Konzentraten sehr hohe Wirkstoffanteile in flüssiger
Form bereit zu halten, muss dem Reinigungsfluid nur geringe Menge Konzentrat zudosiert
werden, sodass sich erhebliche logistische Vorteile hieraus ergeben.
[0026] Die Citronensäurekomponente, die die Rolle des Komplexbildners spielt, stellt in
der Summe ihrer Eigenschaften wie Umweltverträglichkeit, Preis, Verfügbarkeit, Handhabung
und Wirksamkeit bei der Dekontamination eine optimale Lösung dar.
[0027] Als Konservierungsmittel für das Komplexbildnerkonzentrat (A) eignen sich unter anderen
Formaldehyd basierende Präparate, wie sie beispielsweise unter der Handelsbezeichnung
ACTICIDE FS von der Thor GmbH, Deutschland erhältlich sind.
[0028] Ein für das Komplexbildnerkonzentrat geeignetes Reduktionsmittel stellt z.B. das
Thiosulfat dar, welches vorzugsweise mit einem Anteil von mindestens 0,2 Gew.-% im
Konzentrat verwendet wird. Deutlich höhere Anteile sind möglich, jedoch wird man unter
praktischen Gesichtspunkten den Anteil des Thlosulfats nicht höher als ca. 3 Gew.-%
wählen.
[0029] Bei der Auswahl der biologisch abbaubaren Tenside für das Tensidkonzentrat (B) kann
auf verschiedene Tenside zurückgegriffen werden, wobei vorzugsweise solche Tenside
Verwendung finden, die ebenfalls der WGK 1 zugeordnet werden. Die Tensidkonzentrate
können dabei alkalisch oder sauer eingestellt werden.
[0030] Für sauer eingestellte Tensidkonzentrate (B1) kommen so genannte Zuckertenside zum
Einsatz. Zuckertenside sind nicht nur ökologisch in hohem Maße unbedenklich; sie weisen
darüber hinaus hervorragende anwendungstechnische Eigenschaften auf, insbesondere
gute Schaumbildungseigenschaften, Reinigungswirkung und Mischbarkeit mit Wasser.
[0031] Als Zuckertenside werden bevorzugt auf natürlichen Fettalkoholen basierende Alkylpolyglycoside
verwendet.
[0032] Bevorzugt werden diese aus auf C
8-C
14-, C
8-C
10, C
12-C
14 Fettalkoholen basierenden Alkylpolyglucoslden ausgewählt.
[0033] Ein bevorzugtes sauer eingestelltes Tensidkonzentrat (B1) umfasst 20 bis 55 Gew.-%
ein oder mehrere Zuckertenside.
[0034] Daneben kann das sauer eingestellte Tensidkonzentrat (B1) 10 bis 25 Gew.-% zusätzlich
an Komplexbildner enthalten, insbesondere auch in Form der oben beschriebenen Citronensä
urekomponente.
[0035] Für manche Dekontami nationsszenarien empflehlt sich die Verwendung alkalisch eingestellter
Tensidkonzentrate (B2).
[0036] Alkalische Tensidkonzentrate (B2) enthalten Tenside, die ausgewählt sind aus Alkylpolyethylenglykolethern,
Fettalkoholethoxylaten und Carboxyalkylfettsäurederivaten.
[0037] Typische Vertreter für die vorgenannten Tenside sind z.B. Alkyl(C
10)polyethylenglykolether + 8EO; Fettalkohol(C
13-C
15)-ethoxylat + 8EO; N-2-Hydroxyethyl-N-carboxymethylfettsäure, amidoethylamin Na-Salz.
[0038] Der Anteil der Tenside in dem Tensidkonzentrat (B2) beträgt vorzugsweise 5 bis 20
Gew.-%.
[0039] Ein bevorzugtes alkalisch eingestelltes Tensidkonzentrat (B2) enthält 2,5 bis 10
Gew.-% eines oder mehrerer Alkylpolyethylenglycolether und 2,5 bis 10 Gew.-% eines
oder mehrerer Fettalkoholethoxylate.
[0040] Auch das alkalisch eingestellte Tensidkonzentrat (B2) kann einen Komplexbildner enthalten,
wobei hier ein Anteil von 10 bis 25 Gew.-% bevorzugt ist.
[0041] Ein bevorzugter Komplexbildner ist hierbei das Nitrilotriacetat.
[0042] Eine weitere Alternative eines alkalischen eingestellten Tensidkonzentrats (B2) enthält
5 bis 10 Gew.-% einer oder mehrerer Carboxylalkylfettsäurederviate, einen Korrosionsinhibitor
in Form von 5 bis 10 Gew.-% Alkalisilikat sowie gegebenenfalls bis zu 2,5 Gew.-% Alkylbenzolsulfonsäure.
[0043] Ferner können die Konzentrate (A) und (B) einen Lösungsvermittler enthalten, der
insbesondere die Lagerstabilität der Konzentrate weiter verbessern kann.
[0044] Die Erfindung betrifft ferner die Verwendung der zuvor beschriebenen Flüssigkonzentrat-Sets
zur Dekontamination von radioaktiv kontaminierten Oberflächen.
[0045] Bei der Verwendung der Flüssigkonzentrat-Sets werden die Konzentrate (A) und (B1)
vorzugsweise im Verhältnis von 5:7 bis 5: 12 verwendet.
[0046] Die Flüssigkonzentrat-Sets, die das Konzentrat (A) und Konzentrat (B2) beinhalten,
werden vorzugsweise mit einem Verhältnis dieser Komponenten von 1:10 bis 3:10 verwendet.
[0047] Die Gesamtkonzentration an den Konze ntratkomponenten (A) und (B) bzw. (B1) oder
(B2) in einem Reinigungsfluid, insbesondere Wasser, beträgt bevorzugt 0,5 bis 5 Gew.-%.
[0048] Bei Verwendung der sauer eingestellten Tensidkonzentrate (B1) liegt der pH des fertigen
Dekontaminationsfluids bevorzugt bei 4 bis 6,5. Wird über das Mischungsverhältnis
(A):(B1) ein Verhältnis Citronensäure:Trinatriumsalz von 1:4 eingestellt, ergibt sich
im Reinigungsflui d ein gut gepuffter pH von ca. 5,6. Dieser pH bleibt deshalb bei
Verwendung verschiedener Rohwässer (z.B. Oberflächenwasser) weitestgehend konstant.
[0049] Bei Verwendung alkalisch eingestellter Tensidkonzentrate wird im Reinigungsfluid
ein pH von 10 bis 12 angestrebt.
[0050] Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zur Dekontamination radioaktiv kontaminierter
Oberflächen unter Verwendung eines Hochdruckreinigers, wobei ein Flüssigkonzentrat-Set
wie zuvor beschrieben dem von den Hochdruckreiniger auszubringende Fluid im Wesentlichen
kontinuierlich beim Ausbringen des Fluids zudosiert wird. Das Ausbringen des Fluids
geschieht bevorzugt als Schaum.
[0051] Die Fluide sind wie zuvor erwähnt häufig wässrige Fluide, insbesondere Wasser, wobei
auch Oberflächenwasser zum Einsatz kommen kann.
[0052] Das Konzentrat-Set wird dem Reinigungsfluid vorzugsweise so zudosiert, dass eine
Gesamtkonzentration von 0,5 bis ca. 5 Gew.-% in dem Reinigungsfluid erreicht wird.
[0053] Diese und weitere Vorteile der Erfindung werden im Folg enden anhand von Beispielen
noch näher erläutert.
Ermittlung der Dekontaminationswirkung
[0054] Mit nachfolgend beschriebenen Rezepturen für Flüssigkonzentrat-Sets werden entsprechende
Versuche durchgeführt, bei denen ihre Dekontaminationswirkung (Reinigungswirkung)
auf lackierten Testblechen ermittelt wird, die bei einem Teil der Versuche mit einem
standardisierten Testschmutz beaufschlagt (kontaminiert) wurden.
Standardisierter Testschmutz
[0055]
Tabelle 1: Zusammensetzung des standardisierten Testschmutzes
| Mischungs-Anteile (als Masse) |
Bezeichnung |
Lieferant |
| 5 % |
Pulsorb GW 65 (Aktivkohle) |
Chemviron in Neu-Isenburg |
| 10 % |
Weißer Ton Art. 1906 |
Th. Geyer (Merck) |
| 10 % |
Schiefermehl N7 |
Schieferwerke Bacherbach GmbH 77422 Bacherbach |
| 10 % |
Glimmer 4/0 |
Mahlwerk Neubauer |
| 20 % |
Siliplast 800 K (Feldspatsand) |
Amberger Kaolinwerke, Hi rschau Eduard Kick GmbH & Co. KG |
| 10 % |
Talkum H 60 |
Herkommer & Bangert, UI m |
| 10 % |
Plasorit Naintsch S |
Herkommer & Bangert, UI m |
| 20 % |
Kaolin TEC 2 |
Amberger Kaolinwerke, Hi rschau Eduard Kick GmbH & Co. KG |
| 5 % |
Spezialbitumen C |
Deutsche Shell Hamburg |
[0056] Der Testschmutz wird in der Tabelle 1 genannten Reihenfolge unter Rühren zusammengemischt.
Das Spezialbitumen C muss vor der Anmischung mit einem Mörser pulverisiert werden.
[0057] Das Aufbringen des Testschmutzes auf die Lackoberfläche erfolgt in folgender Art
und Weise:
- Eine ausreichende Menge Testschmutz wird gleichmäßig auf die Lackoberfläche verteilt.
Der Testschmutz darf nicht in den Lack eingerieben werden. Ein vorsichtiges Verteilen
mit einem Wattebausch hat sich hier bewährt.
- Der aufgebrachte Testschmutz wird mit einem Wassersprühnebel fixiert.
- Überschüssiger Testschmutz wird durch einen drucklosen Wasserstrahl abgewaschen.
- Das Testblech wird bei 55 °C im Trockenschrank 10 Minuten getrocknet.
Kontamination der Testsusbtrate
[0058]
Kontamination: Lanthan - 140,
Beregnung 1 h,
mindestens 2 h Trocknung
Testoberfläche: lackierte Platten, 35 x 45 cm bzw. 50 x 50 cm
- auf saubere Platten
- auf Platten mit Testanschmutzung
Durchführung der Dekontamination
[0059] Herstellung und Applikation des anwendungsbereiten Dekontaminationsmittels aus den
nachfolgend beschriebenen Beispielsrezepturen für erfindungsgemäße Flüssigkonzentrate
erfolgt durch Zudosierung der jeweiligen Konzentrate zum Dekontaminationswasser mittels
Kärcher-Hochdruckreiniger (z.B. Typ HDS798C) und unter Verwendung der Kärcher Schaumdüse
(Teile-Nr.: 2.637-926).
[0060] Nach der gewählten Einwirkzeit des Dekontaminationsschaums folgt ein druckloses (Wasserleitungsdruck)
Abspülen.
[0061] Die Bewertung des Dekontaminationserfolges geschieht mittels Messung der radioaktiven
Restaktivität, bezogen auf die ursprüngliche Kontaminationsaktivität und wird in %
angegeben.
Rezeptur-Beispiel 1: Komplexbildnerkonzentrat (A)
[0062]
| 30 Gew.-% |
Trinatriumcitrat |
| 1 Gew.-% |
Natriumthiosulfat |
| 0,2 Gew.-% |
Konservierungsmittel ACTICIDE FS |
| Rest demineralisiertes Wasser |
[0063] Die Bestandteile des Komplexbildnerkonzentrats (A) können ohne besondere Maßnahmen
miteinander vermischt werden.
Rezeptur-Beispiel 2: saures Tensidkonzentrat (B1)
[0064]
| 40 Gew.-% |
Zuckertensid in Form von Alkylpolyglykosid basierend auf einem natürlichen C8-C10-Fettalkohol (z.B. Glucopon® 215 CS UP der Firma Cognis B.V., Niederlande) |
| 18 Gew.-% |
Citronensäure-Monohydrat |
| Rest demineralisiertes Wasser |
[0065] Die Bestandteile des Komplexbildnerkonzentrats (B1) können ohne besondere Maßnahmen
miteinander vermischt werden.
Rezeptur-Beispiel 3: saures Tensidkonzentrat (B1)
[0066]
| 30 Gew.-% |
Zuckertensid in Form von Alkylpolyglykosid basierend auf einem natürlichen C8-C14-Fettalkohol (z.B. Glucopon® 215 CSUP und/oder Glucopon® 215 DK/HH der Firma Cognis B.V.) |
| 5 Gew.-% |
Zuckertensid in Form von Alkylpolyglykosid basierend auf einem natürlichen C8-C10-Fettalkohol (z.B. Glucopon® 600 EC UP der Firma Cognis B.V.) |
| 19,5 Gew.-% |
Citronensäure Monohydrat |
| Rest demineralisiertes Wasser |
[0067] Die Bestandteile des Komplexbildnerkonzentrats (B1) können ohne besondere Maßnahmen
miteinander vermischt werden.
Rezeptur-Beispiel 4: alkalisches Tensidkonzentrat (B2)
[0068]
| 15 Gew.-% |
Trinatriumnitrilotriacetat als Komplexbildner |
| 3 Gew.-% |
Alkyl(C10)polyethylenglykolether + 8EO |
| 3 Gew.-% |
Fettalkohol(C13-C15)-ethoxylat + 8EO |
| Rest demineralisiertes Wasser |
pH = 12,5 (bei 20 °C), in 1 %iger Verdünnung pH = 10
[0069] Die Bestandteile des Komplexbildnerkonzentrats (B2) können ohne besondere Maßnahmen
miteinander vermischt werden.
Rezeptur-Beispiel 5: alkalisches Tensidkonzentrat (B2)
[0070]
| 8 Gew.-% |
Alkyl(C10)polyethylenglykolether + 8EO |
| 8 Gew.-% |
Fettalkohol (C13-C15)ethoxylat + 8EO |
| 5 Gew.-% |
N-2-Hydroxyethyl-N-carboxymethylfettsäure, amidoethylamin, Na-Salz (30 %ig wässrig) |
| 6 Gew.-% |
Alkalisilikat |
| 1 Gew.-% |
Alkylbenzolsulfonsäure |
| Rest demineralisiertes Wasser |
pH = 13 (bei 20 °C); in 1 %iger Verdünnung pH = 11
[0071] Die Bestandteile des Komplexbildnerkonzentrats (B2) können ohne besondere Maßnahmen
miteinander vermischt werden.
[0072] Bei den vorstehenden Rezeptur-Beispielen 1 bis 5 lässt sich die Lagerstabilität durch
übliche Hilfsstoffe weiter verbessern.
Anwendungsbeispiel 1:
[0073] Das Komplexbildnerkonzentrat (A) von Beispiel 1 wird zusammen mit dem Tensidkonzentrat
(B1) von Beispiel 2 dem von einem Hochdrucksreinigungsgerät (z.B. Kärcher HDS789C)
ausgebrachten Wasserstrom im Verhältnis (A):(B1) = 5: 10 zudosiert, sodass im einen
Fall eine Gesamtkonzentration der beiden Konzentrate von 2 im anderen Fall 5 Gew.-%
resultiert.
[0074] Die Dekontaminationsergebnisse an sauberen und mit Testschmutz verunreinigten Testplatten
sind in der Tabelle 2 angegeben. Die genannten Werte gelten für Dekontaminationsfluide
mit einer Temperatur von 15 °C und einer Einwirkungsdauer von 5 min.
Anwendungsbeispiel 2:
[0075] Das Komplexbildnerkonzentrat (A) von Beispiel 1 wird zusammen mit dem Tensidkonzentrat
(B1) von Beispiel 3 wie in Anwendungbeispiel 1 beschrieben in einem Verhältnis (A1):(B1)
= 5:10 ausgebracht. Die Dekontaminationsergebnisse sind in Tabelle 2 angegeben.
Anwendungsbeispiel 3:
[0076] Das Komplexbildnerkonzentrat (A) von Beispiel 1 wird zusammen mit dem Tensidkonzentrat
(B2) von Beispiel 4 wie in Anwendungsbeispiel 1 beschrieben in einem Verhältnis (A):(B2)
= 1,5:10 ausgebracht. Die Dekontaminationsergebnisse sind in Tabelle 2 angegeben.
Anwendungsbeispiel 4:
[0077] Das Komplexbildnerkonzentrat (A) von Beispiel 1 wird zusammen mit dem Tensidkonzentrat
(B2) von Beispiel 5 wie in Anwendungsbeispiel 1 beschrieben in einem Verhältnis (A):(B2)
= 2,3:10 ausgebracht. Die Dekontaminationsergebnisse sind in Tabelle 2 angegeben.

[0078] Eine Einwirkzeit von 5 min ist in vielen Fällen ausreichend. Längere Einwirkzeiten
bringen weiter verbesserte Dekontaminationsergebnisse, wobei Einwirkzeiten von mehr
als 10 min kaum noch größere Effekte zeigen.
[0079] Bei einer Temperatur von 50 °C durchgeführte Versuche zeigen, dass die Dekontaminationsergebnisse
nur geringfügig von der Temperatur abhängig sind. Die erzielbare Restaktivität als
Maß für den Dekontaminationserfolg ist u.a. abhängig von der Art der Kontamination,
von den Materialeigenschaften sowie der Art und dem Zustand der zu dekontaminierenden
Oberfläche und von den Dekontaminationsmitteln und -verfahren. Sie ist somit einerseits
ein objektiver Gradmesser für die Qualität der Dekontamination. Andererseits ist sie
eine relative Größe, da die Effektivität der Dekontamination nur unter einheitlichen
Bedingungen verglichen werden können, d.h. für ein und dasselbe System (radioaktiver
Stoff - Oberfläche - Dekontaminationsverfahren).
[0080] Der Erfolg der Dekontamination hängt vom Anhaften der radioaktiven Stoffe mit der
Oberfläche ab. Dies ist durch die verschiedenen physikalisch-chemischen Prozesse bestimmt,
die die Kontamination der relevanten Oberflächen begleiten und letztlich die Art der
Dekontamination bestimmen. So kann in der Praxis eine Kombination verschiedener Arten
der Kontamination auftreten, wie z.B.:
- Adhäsion fester oder flüssiger radioaktiver Stoffe
- Adsorption, Ionenaustausch, Adsorption/Chemisorption von Radionukliden
- Diffusion und Eindringen von Radionukliden in die Tiefe der Oberfläche.
[0081] Unter den Bedingungen von radioaktivem Fall-out oder Rain-out nach Kernwaffendetonationen
bzw. Havarien oder Unfällen in Kernanlagen erfolgt im Regelfall ein freies Absetzen
von Trägern radioaktiver Stoffe aus der Luft in Form von festen Partikeln oder Tropfen.
Bedingt auch durch die unterschiedliche Neigung der Oberflächen kommt es zu einer
ungleichmäßigen Kontamination der äußeren Oberfläche der betroffenen Objekte.
[0082] Die Phasen des Dekontaminationsprozesses im Falle einer Kontamination von Oberflächen
mit radioaktiven Teilchen besteht im Abriss der Teilchen (erste Phase) sowie ihrem
Transport über die Grenzen der zu dekontaminierenden Oberfläche hinaus (zweite Phase).
[0083] Insbesondere die erste Phase hängt in entscheidendem Maße von der Art des Dekontaminationsmittels
(Einstrahlungsmittels) ab. Bei Anwendung der erfindungsgemäßen wässrigen Tensid- und
Komplexbildnerkonzentraten kann bei optimaler Kontaktzeit der angestrebte Dekontaminationseffekt
auf der zu dekontaminierenden Oberfläche gesichert werden. Der Erfolg der Dekontamination
setzt aber voraus, dass die zweite Phase der Dekontamination (z.B. durch eine effektive
Nachbehandlung mittels Hochdruck-Wasserstrahl) zuverlässig das Entfernen der abgelösten
radioaktiven Teilchen von der Oberfläche gewährleistet.
[0084] Vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass die Effektivität einer Dekontamination
nicht allein von der Art des Dekontaminationsmittels abhängt, sondern von der optimalen
Berücksichtigung aller für die Dekontamination relevanten Einflussfaktoren. Somit
ist der Dekontaminationsprozess stets ganzheitlich zu betrachten.
[0085] Die in der ABC-Abwehr erforderlichen Dekontaminationsverfahren müssen daher für alle
zu erwartenden Einsatzbedingungen im höchsten Maße universell verwendbar sein. Das
bedingt eine optimales Zusammenspiel zwischen hocheffektiven Dekontaminationsmitteln
(Entstrahlungsmitteln) und dazu adäquaten Applikations- und Nachbehandlungssystemen.
Hieraus wird die Bedeutung ersichtlich, das erfindungsgemäße Flüssigkonzentrat-Set
mit Hockdruckstrahlgeräten ausbringen zu können.
1. Flüssigkonzentrat-Set zur Verwendung bei der Dekontamination radioaktiv kontaminierter
Oberflächen, umfassend ein wässriges Komplexbildnerkonzentrat und ein wässriges Tensidkonzentrat,
wobei
(A) das Komplexbildnerkonzentrat umfasst
(a) bis zu 35 Gew.-% einer Citronensäurekomponente, umfassend Citronensäure und/oder
eines oder mehrere ihrer Salze; und
(b) gegebenenfalls geringe Mengen eines Konservierungsmittels und/oder eines Reduktionsmittels
und
(B) das Tensidkonzentrat ein oder mehrere biologisch abbaubare Tenside umfasst;
wobei das Tensidkonzentrat ein sauer eingestelltes Tensidkonzentrat (B1) oder ein
alkalisch eingestelltes Tensidkonzentrat (B2) ist;
wobei das Tensidkonzentrat (B1) als Tensid ein oder mehrere Zuckertenside, insbesondere
in Form von auf natürlichen Fettalkoholen basierenden Alkylpolyglycosiden umfasst,
und wobei das Tensidkonzentrat (B2) Tenside umfasst, die ausgewählt sind aus Alkylpolyethylenglykolethern,
Fettalkoholethoxylaten und Carboxyalkylfettsäurederivaten.
2. Flüssigkonzentrat-Set nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Komplexbildnerkonzentrat (A) mindestens 20 Gew-% an Citronensäurekomponente umfasst.
3. Flüssigkonzentrat-Set nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Komplexbildnerkonzentrat (A) als Reduktionsmittel mindestens 0,2 Gew.-% Thiosulfat
umfasst.
4. Flüssigkonzentrat-Set nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Anteil an Thiosulfat in dem Komplexbildnerkonzentrat (A) höchstens 3 Gew.-% beträgt.
5. Flüssigkonzentrat-Set nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Alkylpolyglycoside des Tensidkonzentrats (B1) auf C8-C14-, C8-C10- und/oder C12-C14-Fettalkoholen basieren.
6. Flüssigkonzentrat-Set nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Tensidkonzentrat (B1) die Zuckertenside mit einem Anteil von 20 bis 55 Gew.-%
enthält.
7. Flüssigkonzentrat-Set nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Tensidkonzentrat (B1) einen Anteil an einem Komplexbildner enthält.
8. Flüssigkonzentrat-Set nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Komplexbildner in dem Tensidkonzentrat (B1) mit einem Anteil von 10 bis 25 Gew.-%
enthalten ist.
9. Flüssigkonzentrat-Set nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Anteil der Tenside in dem Tensidkonzentrat (B2) 5 bis 20 Gew.-% beträgt.
10. Flüssigkonzentrat-Set nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Tensidkonzentrat (B2) 2,5 bis 10 Gew.-% eines oder mehrerer Alkypolyethylenglykolether
und 2,5 bis 10 Gew.-% eines oder mehrerer Fettalkoholethoxylate umfasst.
11. Flüssigkonzentrat-Set nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Tensidkonzentrat (B2) einen Anteil eines Komplexbildners umfasst.
12. Flüssigkonzentrat-Set nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Komplexbildner mit einem Anteil von 10 bis 25 Gew.-% in dem Tensidkonzentrat
(B2) enthalten ist.
13. Flüssigkonzentrat-Set nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Komplexbildner Nitrilotriacetat umfasst.
14. Flüssigkonzentrat-Set nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Tensidkonzentrat (B2) einen Korrosionsinhibitor umfasst.
15. Flüssigkonzentrat-Set nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass das Tensidkonzentrat (B2) in Kombination 5 bis 10 Gew.-% eines oder mehrerer Carboxymethylfettsäurederivate,
5 bis 10 Gew.-% Alkalisilikat als Korrosionsinhibitor und bis zu 2,5 Gew.-% Alkylbenzolsulfonsäure
enthält.
16. Verwendung eines Flüssigkonzentrat-Sets gemäß einem der Ansprüche 1 bis 15 zur Dekontamination
radioaktiv kontaminierter Oberflächen.
17. Verwendung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Konzentrate (A) und (B1) im Verhältnis 5:7 bis 5: 12 verwendet werden.
18. Verwendung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Konzentrate (A) und (B2) im Verhältnis 1:10 bis 3: 10 verwendet werden.
19. Verwendung nach Anspruch 17 oder 18, dadurch gekennzeichnet, dass die Konzentrate (A) und (B), (A) und (B1) bzw. (A) und (B2) jeweils in einer Gesamtkonzentration
von 0,5 bis 5 Gew.-% einem Reinigungsfluid, insbesondere Wasser, zugesetzt werden.
20. Verfahren zur Dekontamination radioaktiv kontaminierter Oberflächen unter Verwendung
eines Hochdruckreinigers, wobei ein Flüssigkonzentrat-Set gemäß einem der Ansprüche
1 bis 15 einem von dem Hochdruckreiniger auszubringenden Fluid im Wesentlichen kontinuierlich
beim Ausbringen des Fluids zudosiert wird.
21. Verfahren nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, dass das Fluid ein wässriges Fluid ist.
22. Verfahren nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, dass das wässrige Fluid Wasser ist.
23. Verfahren nach einem der Ansprüche 20 bis 22, dadurch gekennzeichnet, dass das Konzentrat-Set dem Fluid zur Erzielung einer Gesamtkonzentration im Fluid von
0,5 bis 5 Gew.-% zudosiert wird.
24. Verfahren nach einem der Ansprüche 20 bis 23, dadurch gekennzeichnet, dass die Konzentrate (A) und (B1) in einem Verhältnis von 5:7 bis 5:12 verwendet werden.
25. Verfahren nach einem der Ansprüche 20 bis 23, dadurch gekennzeichnet, dass die Konzentrate (A) und (B2) in einem Verhältnis von 1:10 bis 3:10 verwendet werden.
1. Liquid concentrate set for use in decontaminating radioactively contaminated surfaces,
comprising an aqueous complexing agent concentrate and an aqueous surfactant concentrate,
wherein
(A) the complexing agent concentrate comprises
(a) up to 35% by weight of a citric acid component comprising citric acid and/or one
or more salts thereof; and
(b) optionally, small amounts of a preservative agent and/or reducing agent;
and wherein
(B) the surfactant concentrate comprises one or more biodegradable surfactants;
wherein the surfactant concentrate is an acidified surfactant concentrate (B1) or
an alkalinized surfactant concentrate (B2);
wherein the surfactant concentrate (B1) comprises as a surfactant one or more sugar-based
surfactants, in particular in the form of natural fatty alcohol based alkyl polyglycosides,
and wherein the surfactant concentrate (B2) comprises surfactants selected from alkyl
polyethylene glycol ethers, fatty alcohol ethoxylates and carboxyalkyl fatty acid
derivatives.
2. Liquid concentrate set in accordance with claim 1, characterized in that the complexing agent concentrate (A) comprises at least 20% by weight of citric acid
component.
3. Liquid concentrate set in accordance with claim 1 or 2, characterized in that the complexing agent concentrate (A) comprises as a reducing agent at least 0.2%
by weight of thiosulfate.
4. Liquid concentrate set in accordance with claim 3, characterized in that the proportion of thiosulfate in the complexing agent concentrate (A) is no more
than 3% by weight.
5. Liquid concentrate set in accordance with any one of claims 1 to 4, characterized in that the alkyl polyglycosides of the surfactant concentrate (B1) are based on C8-C14, C8-C10 and/or C12-C14 fatty alcohols.
6. Liquid concentrate set in accordance with any one of claims 1 to 5, characterized in that the surfactant concentrate (B1) contains the sugar-based surfactants at a proportion
from 20% to 55% by weight.
7. Liquid concentrate set in accordance with any one of claims 1 to 6, characterized in that the surfactant concentrate (B1) contains a proportion of a complexing agent.
8. Liquid concentrate set in accordance with claim 7, characterized in that the surfactant concentrate (B1) contains the complexing agent at a proportion from
10% to 25% by weight.
9. Liquid concentrate set in accordance with any one of claims 1 to 8, characterized in that the proportion of the surfactants in the surfactant concentrate (B2) is from 5% to
20% by weight.
10. Liquid concentrate set in accordance with claim 9, characterized in that the surfactant concentrate (B2) comprises from 2.5% to 10% by weight of one or more
alkyl polyethylene glycol ethers and from 2.5% to 10% by weight of one or more fatty
alcohol ethoxylates.
11. Liquid concentrate set in accordance with claim 10, characterized in that the surfactant concentrate (B2) comprises a proportion of a complexing agent.
12. Liquid concentrate set in accordance with claim 11, characterized in that the surfactant concentrate (B2) contains the complexing agent at a proportion from
10% to 25% by weight.
13. Liquid concentrate set in accordance with claim 11 or 12, characterized in that the complexing agent comprises nitrilo triacetate.
14. Liquid concentrate set in accordance with any one of claims 1 to 13, characterized in that the surfactant concentrate (B2) comprises a corrosion inhibitor.
15. Liquid concentrate set in accordance with claim 14, characterized in that the surfactant concentrate (B2) comprises in combination: 5% to 10% by weight of
one or more carboxymethyl fatty acid derivatives, 5% to 10% by weight alkali silicate
as a corrosion inhibitor and up to 2.5% by weight alkylbenzene sulfonic acid.
16. Use of a liquid concentrate set in accordance with any one of claims 1 to 15 for decontaminating
radioactively contaminated surfaces.
17. Use in accordance with claim 16 characterized in that the concentrates (A) and (B1) are used in a ratio from 5:7 to 5: 12.
18. Use in accordance with claim 16 characterized in that the concentrates (A) and (B2) are used in a ratio from 1:10 to 3:10.
19. Use in accordance with claim 17 or 18 characterized in that the concentrates (A) and (B), (A) and (B1), or (A) and (B2) are in each case added
in a total concentration from 0.5% to 5% by weight into a cleaning fluid, in particular
water.
20. Method for decontaminating radioactively contaminated surfaces using a high-pressure
cleaner, wherein a liquid concentrate set in accordance with any one of claims 1 to
15 is substantially continuously metered into a fluid to be applied by the high-pressure
cleaner as the fluid is applied.
21. Method in accordance with claim 20, characterized in that the fluid is an aqueous fluid.
22. Method in accordance with claim 21, characterized in that the aqueous fluid is water.
23. Method in accordance with any one of claims 20 to 22, characterized in that the concentrate set is metered into the fluid to obtain a total concentration from
0.5% to 5% by weight in the fluid.
24. Method in accordance with any one of claims 20 to 23, characterized in that the concentrates (A) and (B1) are used in a ratio from 5:7 to 5:12.
25. Method in accordance with any one of claims 20 to 23, characterized in that the concentrates (A) and (B2) are used in a ratio from 1:10 to 3:10.
1. Ensemble de concentrés liquides destiné à être utilisé pour la décontamination de
surfaces contaminées de façon radioactive, comprenant un concentré complexant aqueux
et un concentré de tensioactifs aqueux,
(A) le concentré complexant comprenant
(a) jusqu'à 35 % en poids d'un constituant d'acide citrique comportant de l'acide
citrique et/ou un ou plusieurs sels d'acide citrique ; et
(b) éventuellement de petites quantités d'un conservateur et/ou d'un réducteur
et
(B) le concentré de tensioactifs contenant un ou plusieurs tensioactifs biodégradables
;
le concentré de tensioactifs étant un concentré de tensioactifs ajusté pour être acide
(B1) ou un concentré de tensioactifs ajusté pour être alcalin (B2) ;
le concentré de tensioactifs (B1) comprenant comme tensioactif un ou plusieurs tensioactifs
à base de sucre, en particulier sous forme de polyglucosides d'alkyle à base d'alcools
gras naturels, et le concentré de tensioactifs (B2) comprenant des tensioactifs choisis
dans le groupe constitué par les éthers de polyéthylèneglycol d'alkyle, les éthoxylats
d'alcool gras et les dérivés d'acide gras carboxyalkyle.
2. Ensemble de concentrés liquides selon la revendication 1, caractérisé en ce que le concentré complexant (A) comprend au moins 20 % en poids de constituant d'acide
citrique.
3. Ensemble de concentrés liquides selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que le concentré complexant (A) comprend comme réducteur au moins 0,2 % en poids de thiosulfate.
4. Ensemble de concentrés liquides selon la revendication 3, caractérisé en ce que la proportion de thiosulfate dans le concentré complexant (A) atteint au maximum
3 % en poids.
5. Ensemble de concentrés liquides selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que les polyglycosides d'alkyle du concentré de tensioactifs (B1) se basent sur des alcools
gras C8-C14-, C8-C10 et/ou C12-C14.
6. Ensemble de concentrés liquides selon l'une quelconque des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que le concentré de tensioactifs (B1) contient une proportion de 20 à 55 % en poids de
tensioactifs à base de sucre.
7. Ensemble de concentrés liquides selon l'une quelconque des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que le concentré de tensioactifs (B1) contient une proportion de complexant.
8. Ensemble de concentrés liquides selon la revendication 7, caractérisé en ce que le concentré de tensioactifs (B1) contient une proportion de 10 à 25 % en poids de
complexant.
9. Ensemble de concentrés liquides selon l'une quelconque des revendications 1 à 8, caractérisé en ce que la proportion de tensioactifs dans le concentré de tensioactifs (B2) atteint 5 à
20 % en poids.
10. Ensemble de concentrés liquides selon la revendication 9, caractérisé en ce que le concentré de tensioactifs (B2) contient 2,5 à 10 % en poids d'un ou plusieurs
éthers de polyéthylèneglycol d'alkyle et 2,5 à 10 % en poids d'un ou plusieurs éthoxylats
d'alcool gras.
11. Ensemble de concentrés liquides selon la revendication 10, caractérisé en ce que le concentré de tensioactifs (B2) contient une proportion d'un complexant.
12. Ensemble de concentrés liquides selon la revendication 11, caractérisé en ce que le concentré de tensioactifs (B2) contient une proportion de 10 à 25 % en poids de
complexant.
13. Ensemble de concentrés liquides selon la revendication 11 ou 12, caractérisé en ce que le complexant comprend du nitrilotriacétate.
14. Ensemble de concentrés liquides selon l'une quelconque des revendications 1 à 13,
caractérisé en ce que le concentré de tensioactifs (B2) comprend un inhibiteur de corrosion.
15. Ensemble de concentrés liquides selon la revendication 14, caractérisé en ce que le concentré de tensioactifs (B2) contient en combinaison 5 à 10 % en poids d'un
ou plusieurs dérivés d'acide gras de carboxyméthyle, 5 à 10 % en poids d'alcalisilicate
comme inhibiteur de corrosion et jusqu'à 2,5 % en poids d'acide sulfonique d'alkyl
benzène.
16. Utilisation d'un ensemble de concentrés liquides selon l'une quelconque des revendications
1 à 15 pour la décontamination de surfaces contaminées de façon radioactive.
17. Utilisation selon la revendication 16, caractérisée en ce que les concentrés (A) et (B1) sont utilisés dans le rapport 5:7 à 5:12.
18. Utilisation selon la revendication 16, caractérisé en ce que les concentrés (A) et (B2) sont utilisés dans le rapport 1:10 à 3:10.
19. Utilisation selon la revendication 17 ou 18, caractérisée en ce que les concentrés (A) et (B), (A) et (B1) ou (A) et (B2) sont ajoutés respectivement
dans une concentration totale de 0,5 à 5 % en poids à un fluide nettoyant, en particulier
de l'eau.
20. Procédé de décontamination de surfaces contaminées de façon radioactive au moyen d'un
nettoyeur haute pression, un ensemble de concentrés liquides selon l'une quelconque
des revendications 1 à 15 étant ajouté sensiblement en continu à un fluide destiné
à être distribué par le nettoyeur haute pression lors de la distribution du fluide.
21. Procédé selon la revendication 20, caractérisé en ce que le fluide est un fluide aqueux.
22. Procédé selon la revendication 21, caractérisé en ce que le fluide aqueux est de l'eau.
23. Procédé selon l'une quelconque des revendications 20 à 22, caractérisé en ce que l'ensemble de concentrés est ajouté au fluide pour obtenir une concentration totale
dans le fluide de 0,5 à 5 % en poids.
24. Procédé selon l'une quelconque des revendications 20 à 23, caractérisé en ce que les concentrés (A) et (B1) sont utilisés dans un rapport de 5:7 à 5:12.
25. Procédé selon l'une quelconque des revendications 20 à 23, caractérisé en ce que les concentrés (A) et (B2) sont utilisés dans un rapport de 1:10 à 3:10.